Sommer-Fernsehtipps für Stubenhocker

Vom 1. bis 15. Juli 2011…

Fr, 1. Jul · 06:30-07:00 · BR
….ein bisschen zu Hause: Makkabi – Jüdischer Sport in Deutschland

Als Symbol neuer jüdischer Identifikation in Deutschland steht „Makkabi“, der jüdische Sportverband in Deutschland, in dem Jugendliche jüdischen Glaubens aktiv sind. Die historische Tradition dieses Sportverbandes verweist auf die tragische Hypothek deutsch-jüdischer Beziehungen. Der Film nimmt die Perspektive der jüdischen Jugendlichen ein und will für einen unvoreingenommenen Umgang jüdischer und nichtjüdischer Jugendlicher sensibilisieren…

Fr, 1. Jul · 22:00-23:00 · PHOENIX
Lieber Onkel Hitler

Briefe an den Führer

So, 3. Jul · 00:45-01:15 · 3sat
Die Vermittler

Lange Nacht der Museen – Das Jüdische Museum Berlin: Kein Getto des – Gedenkens

So, 3. Jul · 01:25-03:15 · Das Erste (ARD)
Am Ende einer Flucht – The Statement

Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird der französische Nazi-Kollaborateur und Kriegsverbrecher Brossard von seiner Vergangenheit eingeholt: Offenbar versucht ein jüdisches Kommando, ihn durch einen Profikiller zu liquidieren. Doch auch die französische Justiz will den Altnazi endlich zur Rechenschaft ziehen. Während Brossard vor seinen Häschern quer durch Frankreich flüchtet, bereitet die Richterin Livi eine Anklage gegen ihn vor. Gemeinsam mit dem abgebrühten Gendarmerie-Colonel Roux treibt sie den gehetzten Kriegsverbrecher immer weiter in die Enge.

So, 3. Jul · 05:00-06:00 · arte
Anselm Kiefer

Im Jahr 1993 verließ der Künstler Anselm Kiefer das Dorf Buchen im Odenwald und verlegte sein Atelier ins südfranzösische Barjac. Zum ersten Mal öffnet er nun einer Kamera die Tore zu seiner Arbeitsstätte.  Seit 15 Jahren wohnt und arbeitet der Künstler Anselm Kiefer auf seinem Gut „La Ribaute“ auf dem Berg von Barjac in den französischen Cevennen. Die alten Industriebauten und Ateliers auf dem 35 Hektar großen Grundstück verband er mit einem Geflecht unterirdischer Gänge. Andere Tunnel führen zu selbstgebauten Hütten, in denen Kiefer seine Bilder und Skulpturen lagert. Am Ende eines Metalltunnels öffnet sich ein in den Berg geschlagenes, 20 Meter langes Amphitheater aus Schiffscontainern, das eine Krypta und ein Wasserbecken beherbergt. Auf Kiefers Anwesen befinden sich auch Höhlen und Waldstücke, eine Ebene, auf der sich kartenhausähnliche Betonskulpturen erheben, sowie verborgene Rückzugsorte. Anselm Kiefers monumentales Werk ist eines der bedeutendsten und interessantesten des späten 20. Jahrhunderts. Seit der Künstler im Jahr 1980 Deutschland auf der Biennale von Venedig vertrat, erwerben öffentliche Museen wie private Sammler seine Bilder und Skulpturen. So widmete ihm das Guggenheim-Museum in Bilbao eine bemerkenswerte Retrospektive, und im Pariser Grand Palais war sein Werk im Rahmen der Monumenta 2007 zu sehen. Anselm Kiefer ist auch der einzige lebende Künstler mit Werken in der Dauerausstellung des Pariser Louvre. 2008 wurde er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt. Kiefer wurde 1945 in ein Nachkriegsdeutschland hineingeboren, dessen nationalsozialistische Vergangenheit er in seinen Werken immer wieder thematisiert. Schon seine ersten Bilder sprachen von Erinnerung und Geschichte, und seine Inszenierungen des Nazi-Grußes unter anderem in der Schweiz, in Frankreich und Italien sorgten weltweit für Aufregung. In seinen jüngsten Werken erforscht Kiefer Transzendentalmythen und philosophische und wissenschaftliche Systeme. Das Porträt von Sophie Fiennes macht sich auf die Suche nach den Ursprüngen der vielfältigen künstlerischen Welt des Anselm Kiefer.

Mi, 6. Jul · 23:15-01:05 · RBB
Flucht oder Sieg

Frankreich, 1943. Das Land ist von Nazis besetzt. Zahllose Soldaten der alliierten Truppen sitzen in Deutschen Kriegsgefangenenlagern. Unter ihnen befindet auch der ehemalige britische Fußballprofi John Colby. Dieser Umstand bringt den deutschen Lagerkommandanten und Fußballfan Major Karl von Steiner auf eine Idee: Er schlägt Colby vor, ein Fußballturnier zwischen deutschen Soldaten und einer Gefangenen-Mannschaft zu veranstalten. Steiners Vorgesetzte stimmen dem Plan zwar zu, allerdings in abgeänderter Form. Sie wollen das Match zu Propagandazwecken nutzen. Aus diesem Grund soll das „Freundschaftsspiel“ in einem Stadion in Paris stattfinden, und die Kicker der Alliierten sollen nicht mehr gegen eine Truppe Soldaten antreten, sondern gegen die deutsche Nationalmannschaft. Der Hintergrund ist simpel: Mit einem triumphalen Sieg sollen die Nazi-Spieler die vermeintliche Überlegenheit des deutschen Volkes beweisen. Innerhalb kurzer Zeit stellt Colby mit großem Ehrgeiz ein internationales Team aus Soldaten, darunter auch Kriegsgefangenen aus dem Osten zusammen, zu denen unter anderem der Schotte Arthur Hayes, der Pole Paul Wolchek und Luis Fernandez aus Trinidad gehören. Auch der Amerikaner Hatch setzt alles daran, in das Team zu kommen, allerdings nicht, weil er gegen die Deutschen antreten will. Er sieht in dem Turnier eine ideale Chance zur Flucht. Einmal aufgenommen, lässt er sich von der Gruppe um den ranghöchsten Offizier der Gefangenen, Colonel Waldron, dafür gewinnen, einen bereits verworfenen Fluchtplan in die Tat umzusetzen. In Paris soll er Kontakt mit der Resistance aufnehmen, durch deren Unterstützung die gesamte Mannschaft befreit werden könnte. Es gelingt Hatch, unbemerkt aus dem Lager zu entkommen – doch lässt er sich nach Vollendung der Mission festnehmen, um wichtige Fluchtdetails zurück ins Lager zu bringen: Geplant ist, das ganze Team in der Halbzeitpause zu befreien. Am Tag des aufsehenerregenden Turniers aber kommt alles anders. Durch ihr brutales Foul-Spiel und mit Unterstützung der parteiischen Schiedsrichter gehen die Deutschen 4:1 in Führung. Nun stehen Colby, Hatch und die anderen Männer vor der Wahl, wie geplant zu fliehen – oder den Deutschen zu zeigen, wer wirklich die besseren Sportler sind.

Do, 7. Jul · 20:15-21:00 · 3sat
Fliegen heißt Siegen – Die verdrängte Geschichte der Deutschen Lufthansa

Angesprochen auf ihre Rolle im Dritten Reich verweist die Deutschen Lufthansa in der Regel darauf, dass es sie als Unternehmen erst seit 1955 gibt, sie also keine Vergangenheit im NS-Regime haben kann. Gegründet wurde sie aber in der Nachkriegszeit mit dem Namen, dem Emblem und einem Teil des leitenden Personals jener „Lufthansa“, die es zwischen 1926 und 1945 gab. Erfolgreich hat der Konzern es immer wieder verstanden, unerwünschte Spuren aus der Zeit vor 1945 zu verwischen. Dabei verbirgt sich hinter den gern beworbenen Nostalgieflügen mit der JU-52 eine beklemmende Geschichte: 1933, unmittelbar nach der NS-Machtergreifung, begannen hinter der Maske der zivilen Luftfahrt die Vorbereitungen für einen Angriffskrieg bisher unbekannten Ausmaßes. Die strengen Auflagen des Versailler Vertrags verboten es dem Deutschen Reich, eine eigene Luftwaffe aufzubauen. Aus diesem Grund traf Adolf Hitler ein Abkommen mit dem Vorstand der Lufthansa. Unter dem Vorwand der friedlichen Nutzung sollten Linienflugzeuge produziert werden, die später mit einfachen Mitteln zu Bombern umgerüstet werden konnten. Diese modernen Flugzeuge wurden der Lufthansa zur Verfügung gestellt, die darauf ihre – zunächst noch zivilen – Piloten schulte. Noch eine zweite Aufgabe fiel der Lufthansa in Hitlers Eroberungsplänen zu: Sie sollte im Kriegsfall die Wartung und Reparatur der Flugzeuge übernehmen. Dafür wurden in den besiegten und besetzten Gebieten in Osteuropa auch einheimische Arbeitskräfte rekrutiert – und in zunehmendem Maße Zwangsarbeiter eingesetzt. Der Film „Fliegen heißt Siegen“ erzählt die wenig bekannte Geschichte der Deutschen Lufthansa.

Do, 7. Jul · 23:45-00:15 · SWR
Literatur im Foyer: Felicitas von Lovenberg im Gespräch mit Adriana Altarasund Aris Fioretos

Themen: * Adriana Altaras: Titos Brille * Aris Fioretos: Der letzte Grieche Die Schauspielerin Adriana Altaras mit der Lebensgeschichte ihrer jüdischen Familie und Aris Fioretos, schwedischer Schriftsteller griechisch-österreichischer Herkunft, mit einem Gastarbeiter-Roman. Zwei sehr bewegte Migranten-Schicksale.

Fr, 8. Jul · 20:15-23:10 · ProSieben
München

Polit-Thriller, der auf den historischen Ereignissen des Geiseldramas während der Olympischen Spiele 1972 in München basiert. Damals waren 11 Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft entführt und getötet worden, was wiederum zu schweren Vergeltungsschlägen von Seiten des israelischen Geheimdienstes führte. 9 der 11 Geiselnehmer werden im Film vom Mossad eliminiert.

Sa, 9. Jul · 03:35-05:00 · arte
Der Delfinjunge

Die Aufnahmen zu dem eindringlichen Dokumentarfilm über den verheerenden Schaden, den menschliche Gewalt der Seele zufügen kann, und die heilende Kraft der Natur und der Liebe, entstanden im Verlauf mehrerer Jahre.  Morad, ein Jugendlicher aus einem arabischen Dorf im Norden Israels, kann infolge eines gewalttätigen Angriffs keine Beziehung mehr zu anderen Menschen herstellen. An diesem Zustand konnten auch zahlreiche Therapien und medizinische Behandlungen nicht ändern.  Als letztmögliche Alternative zur Einlieferung in eine Nervenheilanstalt ermöglicht ihm sein Vater – der alles für Morad zu tun bereit ist – eine Heilbehandlung mit Delfinen in Eilat am Roten Meer. Und tatsächlich zeigt die Therapie Erfolge. Nach Monaten des Schweigens fängt Morad wieder an, zu sprechen. Doch er bricht radikal mit seiner Vergangenheit und möchte nicht zu seiner Mutter heimkehren, die zu Hause auf ihn wartet.

So, 10. Jul · 09:00-09:45 · PHOENIX
In Erwartung des Messias

Israel und seine Siedler

So, 10. Jul · 09:45-10:30 · PHOENIX
Die jüdische Lobby

Spurensuche in Amerika

So, 10. Jul · 10:50-11:20 · HR
Das Sonntagsgespräch: Meinhard Schmidt-Degenhard im Gespräch mit Bassam Tibi, Politikwissenschaftler und Nahostexperte

Die Ereignisse in Nordafrika halten seit nunmehr einem halben Jahr die Welt in Atem. Eine gut vernetzte, junge und couragierte Bürgerbewegung hat den Diktatoren nicht nur der arabischen Länder das Fürchten gelehrt.  Beginnend in Tunesien und Ägypten sind in mehreren Ländern die Despoten von ihrem Posten vertrieben, in anderen führen sie ihren vermutlich letzten Feldzug gegen die eigene Bevölkerung. Doch eine wirkliche Besserung der Lage ist selbst in Tunesien und Ägypten noch nicht eingetreten. Was wird auf den Frühling in Nordafrika folgen, welche Strategie sollten die westlichen Länder hier verfolgen? Vor allem aber stellt sich die Frage, wie die aktuellen Aufbrüche das grundsätzliche Verhältnis zwischen der islamisch-arabischen und der westlichen Welt verändern werden. Darüber unterhält sich Meinhard Schmidt-Degenhard mit dem deutschen Politikwissenschaftler und gebürtigen Syrer Bassam Tibi. Tibi stammt aus einer muslimischen Familie in Damaskus. Seit den sechziger Jahren lebte und lehrte der international anerkannte Wissenschaftler in Deutschland, zunächst in Frankfurt am Main und schließlich in Göttingen, bis er im Oktober 2009 in den Ruhestand trat. Inzwischen hat Bassam Tibi diverse Lehraufträge an amerikanischen Universitäten inne. Durch seine internationalen Studien und politischen Kontakte gilt Bassam Tibi als exzellenter und renommierter Kenner der islamischen Welt.

So, 10. Jul · 21:35-22:05 · arte
Spirituelle Räume: Moderne Sakralarchitektur – Eingepasst in die bebaute Landschaft

Religionen und Kirchen leben von Traditionen, sind aber auch immer wieder zu Erneuerungen aufgerufen, um die Menschen in ihren Befindlichkeiten, Ängsten und Erfahrungen anzusprechen und aufzufangen. Und genau diese Spannung zwischen Tradition und Erneuerung bietet den heutigen Architekten sakraler Bauten ein experimentelles Betätigungsfeld. Die neue Synagoge in Dresden, entworfen von dem Architektenteam Wandel, Hoefer, Lorch und Hirsch, nimmt bewusst Traditionen in ihre Konzeption auf. Errichtet neben dem Platz der ehemaligen von den Nazis zerstörten Synagoge, stellt sie außen einen massiven Kubus dar, der sich in einer sehnsuchtsvollen Windung gleich einer Schraubendrehung gen Osten wendet. Im Inneren entsteht hingegen der Eindruck von Zartheit und Vertrautheit. Das von oben herabströmende Licht erzeugt Spiritualität, eine Art von Vergeistigung, die die steinerne Massivität außen überwindet. Das Diktat der Geschichte soll hier offensichtlich gebrochen werden, aber im Bewusstsein der Geschichte sollen die alten jüdischen Traditionen eine Renaissance erleben.

Mo, 11. Jul · 15:15-16:00 · NDR
Prag

Prag: Die „goldene Stadt“ an der Moldau gilt als eine der schönsten Hauptstädte Europas und ist heute eine moderne, lebendige Metropole. Gleichzeitig ist sie eine Weltstadt der Kultur. Schriftsteller wie Franz Kafka, Jan Neruda, Rainer Maria Rilke, Max Brod, Franz Werfel, Jaroslav Haek mit seinem weltberühmten „Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“, und der Bestsellerautor Milan Kundera, aber auch Komponisten wie Wolfgang Amadeus Mozart, der in Prag seine schönste Zeit verbrachte, sowie Friedrich Smetana: Sie alle haben das Bild dieser einzigartigen Stadt mitgeprägt. Begegnungen zwischen Touristen und Einwohnern finden statt in den Gassen des Burgviertels hinauf zur Prager Burg, dann geht es über die Karlsbrücke in die ehemalige Judenstadt, die Josefstadt, und weiter über die Plätze und Boulevards der Neustadt. Der Film porträtiert die Moldaustadt anhand einiger seiner Bewohner. Jiri Vokal hat sich seit seiner Jugend vollständig dem Ballonfahren verschrieben. Mit ihm schwebt das Filmteam über die tschechische Hauptstadt. Milos Gavenda, der Restaurator des Veitsdoms auf dem Hradschin, der Prager Burg, hat nur eine wahre Liebe: „seinen“ Dom, wie er sagt. In Josefov, der alten Josefvorstadt, dem tschechischen Zentrum jüdischen Lebens, trifft das Team Marieta Smolkova, die das KZ Theresienstadt und das Arbeitslager überlebte und einen Einblick in ihr Leben gewährt. Die Kunstsammlerin Meda Mladkova, eine Amerikanerin tschechischer Herkunft, führt durch ihre Sammlung, die dem Widerstand der Künstler gegen die kommunistische Herrschaft ein Denkmal setzt. Ales Hanus ist nicht nur ein (Lebens-)Künstler: Er verdient sein Geld mit Musik. Seine Band, die „New Prague Dixieland“ spielt für Touristen auf den Moldau-Ausflugsdampfern. Sie alle eint die Liebe zu dieser unvergleichlichen Stadt.

Mo, 11. Jul · 22:30-23:30 · BR
Nürnberg – Die Prozesse: Hermann Göring

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges sitzen in Nürnberg 21 Nazigrößen auf der Anklagebank, und jeder von ihnen muss mit der Todesstrafe rechnen.Doch die wahre Geschichte dieser Prozesse spielt sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab.  Anwälte und Psychologen versuchen die Gedanken dieser Kriegsverbrecher zu ergründen. Das packende Doku-Drama, das Augenzeugenberichte und Archivmaterial mit erstklassigem Schauspiel verbindet, schaut hinter die Kulissen der Gerichtsverhandlung gegen zwei der ranghöchsten Nazi-Größen: Hermann Göring und Albert Speer. Der Auftakt des Zweiteilers zeigt den Prozess gegen Hermann Göring.  Er war Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe und als Nachfolger Hitlers vorgesehen. Von allen Angeklagten in Nürnberg dominierte er den Prozess und vereinnahmte die Zuhörer mit seiner Unbelehrbarkeit, seiner Frechheit und seinem Charisma. Für seine Verbrechen zeigte Hermann Göring keinerlei Reue. Wohl wissend, dass er diesen Prozess nicht überleben würde, kämpfte Göring für sich und seinen Führer leidenschaftlich um einen glorreichen Platz in der Geschichte. Beinahe wäre ihm das gelungen, doch am Ende der Verhandlungen musste der Reichsmarschall seine Niederlage eingestehen: „Wenn die Deutschen all das, was in diesem Prozess aufgedeckt worden ist, erfahren, ist es nicht mehr nötig, ihn (Hitler) zu verurteilen. Er hat sich selbst verurteilt.“ Filmemacher Paul Bradshaw inszenierte nicht nur Hermann Görings Auftritt vor dem Nürnberger Kriegsverbrechertribunal, er beleuchtet auch die wichtige Rolle, die der amerikanische Gefängnispsychologe Gustave Gilbert im Prozess gegen Göring spielte.

Di, 12. Jul · 22:00-22:30 · WDR
Die Schöne ist das Biest – Wie aus Männern Soldaten werden

Männlich, jung, manchmal auch vorbestraft und von der Armee nicht gewollt. Ein normales Leben ist damit fast unmöglich in Israel. Denn wer nicht gedient hat, sich als Soldat bewiesen hat, der findet nur schwer einen guten Job.  Doch junge Männer, die vom rechten Kurs abgekommen sind, erhalten eine letzte Chance auf einem Militärstützpunkt in Galiläa. 100 Tage Drill und Disziplin stehen ihnen bevor, sie sollen ihr Verhalten ändern, gute Soldaten werden und bessere Menschen. Keine leichte Aufgabe für die harten Jungs, vor allem, weil sie ab jetzt ihren hübschen Ausbilderinnen aus gutem Hause gehorchen müssen und das ohne Widerspruch.  WELTWEIT begleitet Itzhak, der so seine Schwierigkeiten mit Disziplin hat und Aviel, der schon mit 17 wegen Drogen im Gefängnis saß. Halten die beiden 100 Tage lang durch? Und reicht ihr Engagement für eine richtige militärische Ausbildung – oder verbauen sie sich endgültig ihr Leben? Die junge Orit beißt sich an Aviel und den anderen die Zähne aus. Doch als Ausbilderin muss sie die Nerven behalten, auch wenn die Männer sie mit der Waffe bedrohen oder sie anbrüllen.  „Die Schöne ist das Biest“ zeigt das Auf und Ab von Orit, Aviel und Itzhak während der Grundausbildung. Es sind 100 Tage, die ihr Leben verändern werden.

Mi, 13. Jul · 09:30-11:10 · MGM
Der zehnte Mann

Paris, 1941: Wahllos verhaften die Nazis Zivilsten und kündigen an, jeden zehnten von ihnen hinzurichten. Per Los sollen die Häftlinge selbst bestimmen, wer getötet wird. Es trifft Rechtsanwalt Chavel (Anthony Hopkins). Der kann das Los jedoch an einen todkranken Mithäftling weitergeben. Als Gegenleistung überschreibt er dessen Famile seinen Besitz. Drei Jahre später sucht Chavel unter falschem Namen Kontakt zu der Familie des „zehnten Mannes“. – Schuld-und-Sühne-Drama nach Graham Greene.

Mi, 13. Jul · 23:25-00:45 · arte
Love Comes Lately

Er ist agil, er ist voll sprühender Fantasie und er hat einen enormen Erfolg bei den Frauen. Der nicht mehr ganz junge jüdische Schriftsteller Max Kohn lässt gerne mal seine Aktentasche liegen; einen intensiven Blick auf attraktive Frauen zu werfen, vergisst er jedoch nie. Gelegenheit für amouröse Abenteuer bieten dem talentierten Charmeur seine Lesereisen. Zu dumm, dass seine daheimgebliebene Freundin Reisel mit ihren Kontrollanrufen immer genau in den prickelnden Momenten dazwischenfunkt. Der Film erzählt, wie der Schriftsteller Max unterwegs sein Material für Geschichten findet, wie er aus realen Begegnungen mit Menschen, aus Träumen und der Fantasie Figuren und Begebenheiten formt, und wie diese Erfindungen dann zum Leben erwachen. Als Schriftsteller ist Max wie ein besonders begabter Handwerker, dessen Arbeitsmaterial das Leben selbst ist. Dafür bewundern Leser und normale Menschen ihn, und gleichzeitig wird klar, dass er dieselben Probleme hat, wie alle anderen. In seinen Geschichten kann er Gott spielen, im Leben nicht. Er wird zum Angsthasen, wenn er die Kontrolle verliert, wenn er das Gefühl hat, eine Frau durchschaut ihn oder wenn ihn eine existenzielle Erfahrung wie ein Schlag trifft. Wenn jemand so aus dem Leben schöpft für seine schöpferische Arbeit, ist das Ineinandergleiten von Realität und Fiktion wohl unvermeidlich. Zunächst wird Max nur in seinen Träumen von fiktiven Erlebnissen verfolgt, doch schon bald scheint er sich in seinem realen Leben in der Welt zu verirren. Er geht auf eine Lesereise, wie er das schon oft getan hat, und dieses Mal läuft etwas schief; als ob er in einem Traum durch die falsche Tür gegangen wäre und nun darin gefangen ist. Er hat sich in einer seiner eigenen Kurzgeschichten verirrt. Doch schon bald kommt er an seinem eigentlichen Ziel an und gibt vor versammeltem Publikum eine seiner neuen Geschichten zum Besten.

Fr, 15. Jul · 13:45-14:15 · BR-alpha
Jüdisches Leben in Bayern: Vom Mittelalter bis heute

Von Kreuzfahrern gehetzt, von der Kirche verteufelt, als Kammerknechte nur dem Kaiser unmittelbar untertan: Juden standen vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution außerhalb der gesellschaftlichen Hierarchie. Andererseits waren sie aber auch unersetzlich als Ärzte, Händler, Geldverleiher und Kulturvermittler. Kammerknechte waren dem Kaiser direkt unterstellte Juden, die gegen Zahlungen seinen Schutz genossen. Ein zweifelhafter Schutz. Mit Unterstützung der Jüdischen Gemeinde in Würzburg unternimmt der Filmautor Florian Guthknecht in seinem Film eine Zeitreise durch die widersprüchliche Geschichte der Juden in Bayern, die von Verfolgung geprägt ist, aber auch von hohem Ansehen und Lebensfreude…

Fr, 15. Jul · 22:00-00:00 · RBB
Der große Diktator

Die legendäre Parodie auf Hitler: Chaplin spielt in einer Doppelrolle einen gewitzten jüdischen Barbier und den Despoten Adenoid Hynkel. Die legendäre Parodie auf Hitler entstand im Jahre 1940. Chaplin spielt in einer Doppelrolle einen gewitzten jüdischen Barbier und den Despoten Adenoid Hynkel. Hynkel herrscht in Tomanien, einer Mischung aus Operetten- und Polizeistaat mit jüdischen Gettos und Konzentrationslagern, und plant den Einmarsch ins Nachbarland Austerlich – gemeint ist Österreich. Dagegen formiert sich in Gestalt des alt gedienten Offiziers Schultz heimlicher Widerstand. Schultz sucht im jüdischen Getto Unterstützung für seine Attentatspläne. Dabei trifft er auf einen kleinen Friseur, der dem Diktator zum Verwechseln ähnlich sieht und der eine entscheidende Rolle spielen soll. „Der große Diktator“ ist Chaplins erster wahrhaftiger Tonfilm. Adenoid Hynkel ist eine grotesk ins Neurotische verzerrte Karikatur Hitlers. In seiner Autobiografie schrieb Chaplin später, dass er den Film nie gemacht hätte, wenn er damals die Wahrheit über die deutschen Konzentrationslager gewusst hätte. Nach dem Sieg der Alliierten und dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Film in den USA und England zum Kassenschlager. Gleichzeitig verabschiedete Chaplin mit diesem Film die von ihm ins Leben gerufene Figur des Tramp aus seiner Filmografie. In der Rolle des jüdischen Friseurs blieb er der Pantomime aus alten Stummfilmtagen treu. Hatte er sich vier Jahre zuvor in „Moderne Zeiten“, noch weitgehend der Stilmittel des Stummfilms bedient, so akzeptierte Chaplin mit „Der große Diktator“ endgültig den Tonfilm als künstlerisches Medium. Charles Chaplin wurde 1941 mit „Der große Diktator“ in den Kategorien Beste Hauptrolle, Bester Film, Bestes Drehbuch und Beste Musik (gemeinsam mit Meredith Willson) für den Oscar nominiert, ebenso wie Jack Oakie als bester Nebendarsteller.

Fr, 15. Jul · 23:15-00:00 · WDR
WDR-dok: Legenden – Hans Rosenthal

Ein Sprung in die Höhe mit ausgestrecktem Zeigefinger, dazu der Ruf: „Sie sind der Meinung das war Spitze!“ Mit diesem Markenzeichen aus seiner Sendung Dalli Dalli wurde Hans Rosenthal in der ganzen Nation bekannt. Sein einfühlsamer und unkomplizierter Umgang mit den Kandidaten machte ihn beim Publikum zu einem der beliebtesten Moderatoren der 70er und 80er Jahre. Dalli Dalli markierte auch seinen beruflichen Höhepunkt im Leben, das tragisch begann und tragisch endete.  Im Gegensatz zu seiner friedlichen Kindheit, die der talentierte Fußballer Hans Rosenthal in Berlin/Prenzlauer Berg verlebt, ist seine Jugend ein tragischer Kampf ums Überleben. Als Jude von den Nazis verfolgt, wird er zur Zwangsarbeit gezwungen. Als Rosenthal gerade 12 Jahre alt ist, stirbt sein Vater. Fünf Jahre später auch die Mutter. 1943 wird sein kleiner Bruder nach Riga deportiert und kehrt nie zurück. Hans Rosenthal ist nun völlig auf sich gestellt. Zwei Jahre wird er sich von zwei deutschen Frauen in einer Laubenkolonie vor den Nazis versteckt. Bestärkt durch die Erfahrung mit den beiden Helferinnen gelingt es ihm später ein neues Leben in Deutschland aufzubauen – ohne Ressentiments gegen das deutsche Volk.  Er nennt es selbst sein zweites Leben. Schnell will er sich zurückholen, was ihm genommen wurde: er heiratet mit 22, will eine Familie gründen. Er wünscht sich einen Sohn, um ihn nach seinem verschollenen Bruder Gert zu nennen. Er arbeitet wie ein Getriebener, um sich Respekt und Anerkennung zurückzuholen, nachdem die Nazipropaganda ihn dessen beraubt hatte. Und schließlich genießt er mit großer Genugtuung, als Jude beim deutschen Volk so beliebt zu sein.  Rosenthal ist durch die Zeit der Verfolgung für sein Leben geprägt: er hasst Ungerechtigkeiten und stellt sich ihnen in den Weg. Wo er kann, bietet er seine Hilfe an. Die Angst, ihm könne ein zweites Mal alles genommen werden, lässt ihn zu einem Perfektionisten in der Arbeit werden. Schnell arbeitet er sich zum Unterhaltungschef beim Rias Berlin hoch.  Doch er will ständig mehr. Die verlorene Zeit, der Verlust seiner Jugend, treibt ihn dazu, sich immer mehr Arbeit aufzuladen. Als er nach über 30 Jahren beim Rias kündigt, um sich noch einmal selbstständig zu machen, vermarktet Rosenthal geschäftstüchtig seinen guten Namen, aber die Gesundheit spielt nicht mit. Im Alter von 61 Jahren treiben ihn starke Schluckbeschwerden zum Arzt. Die Diagnose lautet Magenkrebs. Der Arzt gibt ihm noch ein Vierteljahr Lebenszeit.  Hans Rosenthal versucht dagegen anzukämpfen, aber nach einigen schweren Operationen muss er Ende Januar 1987 geschwächt und abgemagert aufgeben. Er stirbt am 10.2.1987. Mit ihm ging einer der beliebtesten deutschen Fernsehmoderatoren der 80er Jahre.