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Golan: Invasion von Syrien nach Israel

Hunderte Palästinenser haben offenbar mit Genehmigung der syrischen Armee überraschend in den Mittagsstunden eine der bestgehüteten Grenzen Israels auf den Golanhöhen überwunden und sind in das drusische Dorf Madschdal Schams eingedrungen. Das Dorf wurde zu einem militärischen Sperrgebiet erklärt, während Israel Panzer vorrückte…

von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 15. Mai 2011

Angeblich ist ein syrischer Palästinenser erschossen worden. Nach syrischen Angaben soll es vier Tote gegeben haben. Angeblich ist es zu einem Schusswechsel mit UNO-Truppen gekommen, die entlang der Grenze zwischen Israel und Syrien als Beobachter stationiert sind. Über die Zahl möglicher Verletzter gibt es vorerst nur widersprüchliche Angaben. Zwei Israelis seien verletzt worden. Die Bewohner im Norden Israels wurden aufgefordert, ihre Kinder aus den Schulen abzuholen und in ihren Wohnungen zu bleiben. Die Rettungsdienste haben ein „Ereignis mit vielen Opfern“ ausgerufen. Alle Krankenhäuser im Norden Israel wurden in den Alarmzustand versetzt.

Ein israelischer Militärsprecher erklärte, dass diese Entwicklung völlig überraschend kam und nur mit Genehmigung der syrischen Regierung passieren konnte. Die Grenze auf den Golanhöhen wird von internationalen UNO-Truppen bewacht. Seit dem Entflechtungsabkommen nach dem Jom Kippurkrieg 1973 hat es auf den Golanhöhen fast keine Zwischenfälle oder Grenzüberschreitungen gegeben. Israelische Experten vermuten, dass Präsident Assad von seinen internen Problemen, also einem mit eiserner Faust unterdrückten Aufstand gegen sein Regime ablenken wolle, indem er die Grenze zu Israel „aufheizt“, jedoch ohne einen Krieg mit Israel zu riskieren.

In dem drusischen Dorf demonstrieren die syrischen Palästinenser und schwingen syrische wie palästinensische Flaggen.

Unklar ist, wie die israelische Armee und der Geheimdienst völlig überrumpelt wurden und sich auf die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden Demonstration von Syrern nicht vorbereitet hatten.

Nicht weit von dort, zwischen dem libanesischen Dorf Maroun Arras und Avivim in Israel war eine Massendemonstration von Zehntausenden angekündigt, die mit 1000 Bussen zur Grenze befördert worden seien. Die libanesische Armee griff ein und versuchte, die Demonstranten vom Grenzzaun fern zu halten. Die israelische Armee habe Warnschüsse abgegeben. Dabei sollen nach libanesischen Angaben vier Menschen ums Leben gekommen sein.

Über 40 Verletzte soll es im Gazastreifen gegeben haben, wo Demonstranten einen Checkpoint der Hamas überrannt haben, um zum israelischen Grenzübergang Erez vorzurücken.

© Ulrich W. Sahm, haGalil.com