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17. Filmfestival in Potsdam / Berlin: Eröffnungsgala

Dieter Graumann, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, freute sich in seiner Ansprache zur Eröffnungsgala des 17. Filmfestivals in Potsdam, dass hier das Judentum nicht auf die hässliche Kurzformel Schoah und Antisemitismus reduziert werde. Das Festival zeige viele Facetten einer reichen Kultur…

Leider gebe es für dieses landesweiten einzige Jüdische Filmfestival in diesem Jahr keine Fördergelder vom Berliner Senat. Er hoffe trotzdem, dass es gelingen wird, die Zukunft des Festivals, die er sich durchaus glanzvoll vorstellen könne, zu sichern. Auf jeden Fall sollten sich die Berlinale, Cannes und Venedig schon mal warm anziehen.

Für den Berliner Senat waren in diesem Jahr Wirtschaftsministerium und Medienboard von Berlin-Brandenburg eingesprungen.

Aus dem vielfältigen Programm wurde zur Gala der Dokumentarfilm „Wagner and Me“, des Regisseurs Patrick McGrady präsentiert. Der populäre britische Schauspieler und Autor Stephen Fry schildert hier seine Leidenschaft für die Musik Richard Wagners.

Schon zu den Kulturtagen in NRW hatte Dieter Graumann betont, dass Juden in Deutschland diese Kultur auch in die gemeinsame Zukunft dieses Landes einbringen wollen, dass die jüdische Gemeinschaft ein munterer Teil der heutigen Gesellschaft in Deutschland ist: „Wir leben weder im Ghetto unserer Traumata noch in einer Parallelgesellschaft, sondern mitten im Leben“.

Kultur sei zwar teuer, sie sei aber auch sehr wertvoll: „Sie hilft, Vorurteile zu zerschlagen, nicht nur Vorurteile gegenüber Juden, sondern Vorurteile gegenüber dem Anderen schlechthin – dem Anderen oder auch dem nur als ganz andersartig Empfundenen“, hatte er damals gesagt. Hier gehe es um eine wichtige Investition in den Faktor Toleranz, in die gegenseitige Akzeptanz, in eine moderne, liberale, plurale Gesellschaft in Deutschland.

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