Dschenin: Friedenssymbol ermordet

Juliano Mer-Chamis, 52, Schauspieler und Regisseur, ist am Montag Abend im Flüchtlingslager von Dschenin im  Norden des Westjordanlandes mit mehreren gezielten Schüssen erschossen worden. Am Dienstag verhaftete die palästinensische Polizei einen Hamas-Aktivisten als Verdächtigen. Zuvor waren israelische Soldaten zum Flüchtlingslager unter palästinensischer Kontrolle gekommen, um selber den Fall zu untersuchen und Spuren zu sammeln…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 5. April 2011

Juliano Mer-Chamis, Sohn eines christlich-arabischen Vaters und einer jüdischen Mutter, ist galt als einer der größten israelischen Schauspieler. „Araber sehen in ihm einen Juden und Juden sahen in ihm den Araber“, schrieb der Publizist Gideon Levy in einem Nachruf im Haaretz. Der in Nazareth geborene Mer-Chamis war wegen seiner doppelten Identität auf beiden Seiten umstritten und galt als Wandler zwischen den Welten.

Im Jahr 2006 zog er nach Dschenin, wo er zusammen mit dem einst meistgesuchten palästinensischen Terroristen und inzwischen von Israel amnestierten Sakarija Sbeidi am Rande des Flüchtlingslagers das „Freiheitstheater“ gegründet hatte. Der Programmdirektor des Theaters war Augenzeuge des Mordes auf der Straße vor dem Theater, als Mer-Kamis gerade in sein Auto einsteigen wollte: „Ein maskierter Mann ging auf ihn zu, stoppte ihn, erschoss ihn und rannte weg.“ Zunächst kamen Spekulationen auf, dass Mer-Chamis einem kriminellen Akt zum Opfer gefallen sei, möglicherweise aus „religiösen Gründen“, weil er immer wieder mit seinen Filmen und Theaterstücken provoziert hatte. Doch Sbeidi verwirft diese Theorien und behauptete am Dienstag im israelischen Rundfunk: „Mein Freund Mer-Chamis, der zeitweilig in meiner Wohnung übernachtete ist das Opfer des internen Machtkampfes unter den Palästinensern geworden.“ Er meinte, dass eine „große Organisation“ hinter dem Mord stecke, womit er wohl die Hamas meint, oder „ein großer Staat“. Mer-Chamis hat mehrfach Todesdrohungen erhalten. Nachdem er in einem seiner Theaterstücke Schauspieler als Schweine verkleidete, die von Moslems verabscheut werden, wurde ihm auch schon mal die Windschutzscheibe seines Autos zertrümmert.

Der Tod des pro-palästinensischen Schauspielers, der als lebendes Friedenssymbol galt, wurde von Israelis wie Palästinensern scharf verurteilt. Der palästinensische Ministerpräsident Salam Fayad erklärte: „Wir können nicht schweigen angesichts eines derart hässlichen Verbrechens.“ Der israelische Regisseur Amos Gitai, der zusammen mit Mer-Chamis im Jahr 2000 den Film „Kippur“ gedreht hat, sagte: „Es gibt radikale Menschen wie Juliano, die mit ihrem eigenen Körper als Brücke über den Schluchten des Hasses dienen.“ Es sehe so aus, dass „unsere Region solche Menschen nicht ertragen kann“.

Das Freiheitstheater ist wiederholt von Islamisten angegriffen worden, weil dort junge Männer und Frauen zusammen auftreten, was der Kultur des Islam widerspreche.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

2 Kommentare zu “Dschenin: Friedenssymbol ermordet

  1. Hab da auch von einem bis ins Detail geplanten Psychiatriemord in Freiburg gehört. Sollte ähnlich ablaufen, wie bei der Frau, die jetzt gelähmt im Rollstuhl sitzt. Amnesty International sagte, es handle sich um psychiatrische Repression. Man kann sich kaum vorstellen, welch unglaublich böse psychologische Strategien die da verwenden. Um es zu vertuschen verwendeten sie ein konstruiertes Gegenopfermodel, das dem Geschädigten entgegengestellt werden sollte. Die Versuche ihn zu brechen hören nicht auf, es kann von langjähriger permanenter Folter gesprochen werden. WOW ist da nur ein Bespiel, Erdbeben und andere Naturkatastrophen dienen ihnen als Mittel, Dämonisierung, Isolierung sollen das Opfer gefügig machen. Wo ist Sherlock Holmes ? Sherlock war doch ein wahrer Kriminalist, den man nicht zu irgendwelchen Zwecken missbrauchen konnte ?

  2. Im ersten hatten sie das „Senfgas“. Im Zweiten benutzen sie „Zyklon B“. Nun haben sie das „Inzesticide“ ;-). Übrigens „ich werde den globalen Frieden bewirken“. Morddrohungen erhielt ich deswegen auch schon.

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