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Fernsehtipps für den Mai

Vom 1. bis 15. Mai 2011…

So, 1. Mai · 18:12-18:55 · RBB
Geschichten aus dem Prenzl’Berg

Der spannende Streifzug von Autorin Dagmar Wittmers durch die Geschichte des Prenzlauer Bergs erzählt vor allem von Schicksalen und Begebenheiten, an die im Stadtbild kaum noch etwas erinnert – Entdeckungen im alten und neuen Szenebezirk. Die Spuren der Geschichte in Prenzlauer Berg sind unter neuem Putz und bunter Farbe versteckt, doch die Häuser und ihre Mauern erzählen. Wer weiß noch, wo zum Beispiel Anfang des 20. Jahrhunderts die italienische Kolonie mit ihren Lokalen und den berühmten Drehorgelwerkstätten lag? Prenzlauer Berg hatte auch ein vielfältiges jüdisches Leben. Vom Baruch Auerbachschen Waisenhaus zeugt noch ein Mauerrest. Nur ein paar Schritte entfernt spielte jeden Abend das Puhlmann Brettl – berühmte Künstler aus Operette, Varieté und Kabarett brachten hier die Berliner zum Lachen. Fünfundvierzig Kinos hatte der Bezirk einst, die Brüder Skladanowsky lehrten hier den Bildern das Laufen. In Hinterhöfen sind die Kuhställe einer Molkerei zu sehen, unter einer Brauerei die Luftschutzkeller aus dem Zweiten Weltkrieg und Gewölbe, in denen Zwangsarbeiter für die Rüstungsindustrie arbeiten mussten. Die Werner-Seelenbinder-Halle, ehemals der Großmarkt des Schlachthofs, wurde die wichtigste Sporthalle des Ostens.

So, 1. Mai · 23:05-23:35 · Das Erste (ARD)
ttt – titel thesen temperamente

Geplante Themen: 1. „Arabischer Frühling“ – Tahar Ben Jellouns Blick auf die Revolutionen in Nordafrika 2011 ist das Jahr, in dem die Menschen in den arabischen Ländern auf die Straße gehen, gegen Ungerechtigkeit, Willkür und staatlichen Terror protestieren. „Kifaya“ ist eine ihrer Losungen; das arabische Wort für „Es reicht!“. Und tatschlich reicht es den Menschen in Ägypten, Tunesien, Libyen, Syrien und Marokko – sie wollen nicht mehr hinnehmen, wie sie tagtäglich behandelt werden, sie kämpfen um bürgerliche Freiheiten und für die Autonomie des Einzelnen. Nordafrika erlebt gerade seinen „arabischen Frühling“. So sieht es zumindest Tahar Ben Jelloun, einer der wichtigsten Autoren der französischsprachigen Literatur des Maghreb. Nichts wird mehr sein wie zuvor, weder in der arabischen noch in der westlichen Welt – da ist sich der gebürtige Marokkaner sicher. In seinem Band „Arabischer Frühling – vom Wiedererlangen der arabischen Würde“ analysiert er die Revolutionen der nordafrikanischen Staaten. „ttt“ trifft den Schriftsteller exklusiv in Paris und spricht mit ihm über die aktuellen Entwicklungen. 2. Revolution von Rechts – Ungarn im Kulturkampf In Ungarn tobt ein Kulturkampf: von der Regierung initiiert und befördert, Oppositionelle sprechen schon von „Säuberung“. Tatsächlich scheint der mit Zwei-Drittel-Mehrheit regierende Fidesz das Land von oben nach unten umzubauen: Die Verfassungsrichter wurden ausgetauscht, die Medien mit einem strengen Gesetz reglementiert und die Verfassung verändert. Es droht das Ende der pluralistischen Gesellschaft: Künstler wie der renommierte Pianist András Schiff werden diffamiert, wissenschaftliche Institute geschlossen oder mit loyalen Parteigängern besetzt. An der Nationaloper gibt es jetzt einen Regierungsbeauftragten, der die „moralischen Maßstäbe“ überwacht, während der rechte Publizist und Orban-Freund Zsolt Bayer für seine Hetzschriften mit einem Kulturpreis geehrt wird. „ttt“ mit einem Stimmungsbericht aus einem Land im Wandel und über Künstler in Opposition. 3. Heimlich in Auschwitz – Die ungeheuerliche Geschichte eines britischen Kriegsgefangenen Er wollte mit eigenen Augen sehen, was im KZ geschah – um Zeugnis abzugeben. Und so schlich er sich heimlich in Auschwitz ein – nach eigenen Angaben gleich zwei Mal für eine Nacht. Der britische Kriegsgefangene Denis Avey war in einem Lager direkt neben dem KZ Auschwitz III interniert, einem Arbeitslager, in dem die jüdischen Insassen an Mangelernährung litten und sich buchstäblich zu Tode schuften mussten. Dort gab es keine Gaskammern oder Massenerschießungen; doch was der junge Brite bei seinen illegalen Aufenthalten sah, verschlug ihm die Sprache für sehr, sehr lange Zeit. Erst jetzt, im Alter von 92 Jahren, veröffentlicht er seine unglaubliche Geschichte als 4. „Mitten im Sturm“ – Die Lebensgeschichte der Dichterin Eugenia Ginzburg als Spielfilm 1937 wird die bis dahin privilegierte Literaturprofessorin Eugenia Ginzburg aufgrund von absurden Anschuldigungen verhaftet. Die Geheimpolizei NKWD wirft ihr die Mitgliedschaft in einer trotzkistischen Organisation vor. Ginzburg bleibt sich auch unter Folter treu, beharrt auf ihrer Unschuld. Mit schlimmen Folgen: Ein Gericht verurteilt sie zu zehn Jahren Zwangsarbeit im sibirischen Gulag. Die Kraft, all das durchzuhalten, findet sie in der Literatur und der Liebe zu dem deutschen Lagerarzt Anton Walter. Der Kinofilm „Mitten im Sturm“ (Start: 5. Mai) erzählt ergreifend diese wenig bekannte Lebensgeschichte, mit Emily Watson und Ulrich Tukur in den Hauptrollen. „ttt“ spricht mit Eugenia Ginzburgs Adoptivtochter Antonina und dem Schauspieler Ulrich Tukur über das Leben der Dichterin und den Terror des Stalinismus. 5. Wie wir verschwinden – Wie der chinesische Künstler Liu Bolin mit seinen Bildern verschmilzt Eigentlich sind seine Fotografien Suchbilder. Denn wer nur einen flüchtigen Blick auf die Bilder des Chinesen Liu Bolin wirft, wird zunächst wenig Spektakuläres entdecken. Ein Getränkeregal, ein leerer Zuschauerraum oder ein großer Bagger. Doch wer genauer hinguckt, traut seinen Augen nicht: In all diesen Bildern steht Liu Bolin – kaum erkennbar, da er sich vorher stundenlang so anmalt, dass er fast perfekt mit dem Hintergrund verschmilzt. Was zunächst wie Spaß-Kunst wirkt, ist weit mehr: Liu Bolins Fotografien erzählen vom Kampf um individuelle Freiheit, um Bürgerrechte, Umweltverschmutzung und der Angst, einfach zu verschwinden. ttt trifft den Künstler in seinem Atelier in Peking.

So, 1. Mai · 23:35-00:20 · BR-alpha
Hitlers Reiseagentur KdF
 
Urlaub in den Bayerischen Alpen, in einem Seebad an der Ostsee oder gar auf einem Kreuzfahrtschiff war für die meisten Menschen in der Weimarer Republik ein unerreichbarer Traum.  Es fehlen sowohl das Geld als auch die Zeit, denn der bezahlte Jahresurlaub eines Arbeiters zu dieser Zeit betrug selten mehr als eine Woche. Dies sollte sich nach dem Willen der Nationalsozialisten ändern. Sie verlängerten den Urlaub auf zwei bis drei Wochen und gründeten ein nationales Freizeitwerk, die Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ – KdF“. Diese Organisation sollte jedem Deutschen erschwingliche Ferien in den schönsten Gegenden des Reiches und sogar im Ausland ermöglichen. Der Hintergedanke dabei war nicht Menschenliebe sondern die Gleichschaltung und Überwachung der Freizeit der Deutschen und somit die Durchdringung mit NS-Ideologie.

Mo, 2. Mai · 23:15-00:00 · WDR
Herren über Tod und Leben – Bürokraten des Holocaust

Sommer 1941. Nach dem Überfall auf die Sowjetunion rückt hinter den Panzern der deutschen Wehrmacht und den SS-Tötungskommandos die Zivilverwaltung ein. Einer der führenden Köpfe ist Wilhelm Kube, der Generalkommissar von „Weißruthenien“, wie die Nazis das eroberte Weißrussland nennen. Der praktizierende Christ präsentiert sich als kultivierter Familienmensch – und ist gleichzeitig einer der „Herren über Tod und Leben“: Kube befiehlt und organisiert die Massentötungen von vielen tausend Juden.  Denn unter dem harmlos klingenden Begriff der „Zivilverwaltung“ sind die Beamten tatsächlich mit der Ausplünderung des Landes für die Wehrmacht und das Reich beauftragt. Weißrussland soll nach den Plänen der Nazis die Nahrungsgrundlage für das zukünftige Großdeutschland liefern. Die hungernde weißrussische Zivilbevölkerung gilt den Nazis als „minderwertig“. Von Beginn an zählt auch die Ermordung der dort lebenden Juden (und später der hierher deportierten deutschen Juden) zu den Aufgaben der Zivilverwaltung.  Im September 1943 fällt Wilhelm Kube in Minsk einem Bombenattentat zum Opfer. Seine Frau und seine Söhne überleben den Anschlag wie durch ein Wunder unverletzt. Im Film „Herren über Tod und Leben“ geben sie zum ersten Mal im Fernsehen Auskunft über den Ehemann und Vater und die gemeinsame Zeit in Minsk.  Die meisten anderen Mitglieder des bürokratischen Apparates kehrten nach Kriegsende unbehelligt in ihre bürgerlichen Berufe zurück und setzten ihre Karrieren bis in höchste Ämter fort. Sie waren es auch, die die Legende von der „sauberen“ Zivilverwaltung erschufen.  Dreharbeiten an den Originalschauplätzen der Massenmorde, unbekanntes Filmmaterial und Dokumente aus russischen und baltischen Archiven belegen die Rolle der deutschen Zivilverwaltung beim Holocaust und versuchen, eine Antwort zu geben auf die Frage, wie aus normalen deutschen Männern zuverlässige Mittäter bei der Vernichtung von Millionen von Menschen wurden.

Di, 3. Mai · 01:15-02:00 · 3sat
Der Bernsteinzug – Eine Reise durchs Baltikum

Die Fahrt im „Bernsteinzug“ ist ein Abenteuer, das ein touristisches Niemandsland im wahren Wortsinn erfahrbar macht. Der Zug verbindet das neue mit dem alten Europa. Die Reise führt durch Polen, Litauen, Lettland und Estland bis nach St. Petersburg und bietet den Fahrgästen die Möglichkeit, ohne lästige Visa-Anträge und Buchungen zum Teil immer noch fremd wirkende Gegenden zu besuchen – in Ländern, die seit dem 1. Mai 2004 zur erweiterten EU gehören. Geboten werden Abstecher zu geschichtsträchtigen Orten wie der Marienburg, Europas größter Kreuzritterfestung. In Litauens Hauptstadt Vilnius erinnert die jüdische Historikerin Dailija Epstein in einem kleinen jüdischen Museum an eine Zeit, als die Stadt als „Jerusalem des Nordens“ galt. Über Nidden auf der Kurischen Nehrung geht es weiter nach Klaipéda, das frühere Memel, und zum Bernsteinmuseum nach Palanga. Nach Riga, der lettischen Hauptstadt, und dem Badeort Jurmala endet die Reise im „Bernsteinzug“ im Witebsker Bahnhof von St. Petersburg. Die Dokumentation „Der Bernsteinzug – Eine Reise durchs Baltikum“ begleitet eine 50-köpfige Reisegruppe auf ihrer 14-tägigen Fahrt.

Di, 3. Mai · 07:30-07:45 · SWR
Meine Geschichte, Frauen im Widerstand – Susanne Hirzel 
 
Eine Mädchenfreundschaft brachte Susanne Hirzel, geboren 1921 in Ulm, in die Nähe des Widerstandes gegen die Hitler-Diktatur, vor Roland Freislers Volksgerichtshof und schließlich im Alter von 21 Jahren für ein halbes Jahr ins Gefängnis.  1935 trat sie dem Jungmädelbund bei, einer Unterorganisation des nationalsozialistischen Bundes Deutscher Mädel (BDM). Dort lernte sie Sophie Scholl kennen, die 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans und weiteren Angehörigen der studentischen Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ hingerichtet wurde. Obwohl sie die zunehmende Radikalität Sophie Scholls nicht mittragen konnte, wurde sie schließlich selbst zur Widerständlerin. Ihrem jüngeren Bruder Hans zuliebe, der sich der Gruppe um die Geschwister Scholl angeschlossen hatte, ließ sie sich auf das gefährliche Abenteuer ein und verteilte in Stuttgart Flugblätter der „Weißen Rose“.  Von heute aus betrachtet, resümiert Susanne Hirzel, konnten sie nichts verändern. Aber sie ist stolz darauf, ihren Teil dazu beigetragen zu haben, der Welt zu zeigen, dass es auch während des Dritten Reiches Menschen gab, die bereit zum Widerstand waren.

Di, 3. Mai · 07:45-08:00 · SWR
Meine Geschichte, Trümmerjahre – Magda Maier 
 
Magda Maier, Jahrgang 1928, ist die Tochter von Reinhold Maier, dem ersten Ministerpräsidenten von Nord-Württemberg/Nord-Baden nach dem Krieg. Die Mutter war Jüdin, der Vater schwäbischer Protestant.  Er war Rechtsanwalt, Mitglied des Landtags und seit 1933 Mitglied des Reichstags, wo er die Zustimmung der DDP für das Ermächtigungsgesetz begründet. 1939 gelang, wenige Tage vor Kriegsbeginn, der Mutter Gerta mit ihren zwei Kindern die Flucht über die Schweiz nach England. Reinhold Maier wollte Deutschland nicht verlassen. Erst durch Spenden amerikanischer Verwandter konnten die drei nach einem Jahr zusammenziehen. Der Briefkontakt zum Vater in Deutschland blieb bestehen, auch als der sich 1943 auf Druck der Nazis scheiden ließ. 1946 heirateten die Eltern erneut.  Magda Maier sagt heute, sie sei damals Zuschauerin gewesen, hätte einen anderen Blick als die anderen Deutschen, sie hatte lange das Gefühl, „ich lauf unter Leuten, die Schreckliches auf sich geladen haben“. Es war eine Zeit der Sprachlosigkeit und Verdrängung, auch in der Familie, der Vater hatte nie nach der Zeit in England gefragt. Er hätte es wohl nicht ausgehalten, vom Elend seiner Angehörigen zu erfahren. Auch in der Schule stieß sie auf Unverständnis, sie hätte es in England doch besser gehabt als die Deutschen in der Heimat. Die Familie lebte, obwohl er Ministerpräsident war, beengt zusammen mit einer anderen Familie in einem Dachgeschoss. Verwandte auf dem Land versorgten sie ab und zu mit Nahrungsmitteln. Als Zuschauerin beobachtete Magda Maier auch entsetzt, wie kalt und hartherzig die Flüchtlinge aufgenommen werden. Sie erinnert sich aber auch an politische Auseinandersetzungen um die Entnazifizierung. Bis heute fragt sie sich, warum ihr Vater über 20.000 Gnadengesuche unterzeichnet hat, die ehemaligen Nazis die Strafe verkürzten beziehungsweise erließen.

Mi, 4. Mai · 01:45-03:40 · arte
Bubble – Eine Liebe in Tel Aviv
 
Der israelische Soldat Noam lernt bei einer Personenkontrolle an der Grenze den Palästinenser Ashraf kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Wenige Tage später ist Noams Wehrdienst zu Ende und er kehrt nach Tel Aviv zurück. Ashraf folgt ihm und findet Unterschlupf in Noams WG, die er mit Lulu, Verkäuferin in einem Seifenladen, und Yali, Besitzer eines In-Cafés, teilt. In ihrer Freizeit organisieren die drei Partys gegen die israelische Besatzungspolitik und verteilen Flyer und Plakate für den Frieden. Sie genießen ihr Leben in Tel Aviv – eine der wenigen israelischen Städte, in der es isoliert vom Rest des Landes wie in einer kleinen Blase noch recht friedlich zugeht. Ashraf hat sein Heimatland ohne Erlaubnis verlassen und gibt sich nun als Israeli aus, um nicht im Gefängnis zu landen. Unter einem Decknamen kann er in Yalis Café als Kellner arbeiten. Als hier seine wahre Identität zum Vorschein kommt, flieht er Hals über Kopf. Noam macht sich große Sorgen um seinen Freund. Da hat Lulu eine Idee. Als Fernsehteam getarnt und mit falschen Presseausweisen ausgestattet, kommen sie über die Grenze und drehen in Ashrafs Familie, in der gerade die Hochzeit von seiner Schwester geplant wird. Als der zukünftige Ehemann Jihad, der ausgerechnet Mitglied einer radikalen Palästinenserorganisation ist, Ashraf und Noam beim Küssen erwischt, droht er, Ashraf auffliegen zu lassen. Der ist voller Angst, beschließt aber, sich seiner Schwester anzuvertrauen. Die ist schockiert. Die Ereignisse überstürzen sich. Jihad organisiert ein Attentat in Tel Aviv, bei dem Yali schwer verletzt wird. Als Ashrafs Schwester dann am Tag nach ihrer Hochzeit aus Versehen von Israelis erschossen wird, entscheidet sich Ashraf dafür, ihren Tod zu rächen.

Mi, 4. Mai · 21:35-22:30 · arte
1945 – Als die Franzosen Deutschland besetzten

Der Krieg von 1870/71 mit anschließender Annexion des Elsass und Teilen Lothringens, der Erste und der Zweite Weltkrieg und die deutsche Besatzung Frankreichs belegen das schwierige Verhältnis zwischen Franzosen und Deutschen. „Jetzt sind die an der Reihe! Soll der Krieg ruhig mal bei ihnen stattfinden!“ So wie Claude Boussagol dachten im Frühjahr 1945 viele französische Soldaten, die nach Deutschland einmarschierten. Und natürlich dachten sie an Rache für die Opfer in Familie und Freundeskreis, für die vier Jahre währende deutsche Besatzung, für den Terror und die Ausbeutung. Der Großvater von Claude Boussagol hatte bereits im Krieg von 1870/71 und der Vater im Ersten Weltkrieg gegen die Deutschen kämpfen müssen. Die Elsässer Frédéric Baehr und Jean-Paul Bailliard wurden von den Nazis zwangsrekrutiert und an die Ostfront geschickt. Die jungen jüdischen Soldaten Henry Becker und Jean-Mathieu Boris trauerten um Verwandte, die von den Deutschen deportiert und ermordet wurden. In der Dokumentation schildern die Zeitzeugen sehr offen, mit welchen Gefühlen sie vor mehr als 60 Jahren in das Land einmarschierten, das ihnen so viel Leid zugefügt hatte. Gefühle, die heute nach Jahrzehnten deutsch-französischer Aussöhnung und gemeinsamer Fortschritte bei der Schaffung eines geeinten Europas sehr weit weg scheinen. Für die französischen Zeitzeugen hatte der Konflikt mit dem deutschen Nachbarn damals noch etwas Zwangsläufiges: „Es war, als müsse es alle 30 Jahre einen Krieg geben“, sagt Claude Boussagol. Mit der deutschen Terrorherrschaft und dem Zweiten Weltkrieg hatte die von der nationalen Propaganda heraufbeschworene „Erbfeindschaft“ noch einmal neue Nahrung bekommen. Und dennoch sollte das Kriegsende 1945 zum Wendepunkt im deutsch-französischen Verhältnis werden. Das Leid, dem die jungen französischen Soldaten in Deutschland selbst begegneten, die menschlichen Kontakte, die sie knüpften, relativierten alte Feindbilder und legten den Grundstein für einen Neubeginn. Dass trotz der tiefen Wunden, die drei Kriege bei beiden Völkern hinterlassen hatten, der Wandel in den französisch-deutschen Beziehungen bereits in den ersten Monaten nach Kriegsende 1945 seinen Anfang nahm, ist die Erkenntnis, die die Dokumentation mit berührenden Einzelschicksalen und außergewöhnlichem Archivmaterial belegt.

Do, 5. Mai · 20:15-21:45 · arte
Das Leben des Brian

Die böse Bibelparodie der Komikertruppe Monty Pythons erzählt die Geschichte eines jungen Judäers namens Brian, der in der gleichen Nacht wie Jesus und in dessen unmittelbaren Nachbarschaft geboren und ständig mit ihm verwechselt wird. Monty Pythons böse Bibelparodie „Das Leben des Brian“ erzählt die Geschichte eines jungen Judäers namens Brian, der in der gleichen Nacht wie Jesus und in dessen unmittelbarer Nachbarschaft geboren wird. Schon als Neugeborener findet die erste Verwechslung mit dem Heiland statt. Als Erwachsener schließt sich Brian aus Groll gegen seinen entlaufenen Vater, der ein Römer war, der Volksfront von Judäa an. Bei einer Nacht- und Nebelaktion der Gruppe wird er erwischt. Er muss als Strafe das stümperhafte Latein der Wandschmiererei korrigieren und die Parole „Römer raus“ gleich hundertmal an die Palastwand des Pilatus schreiben. Während es durch einen dummen Zufall dazu kommt, dass eine Menschenschar Brian als Messias vergöttert, wird er immer wieder von den erbosten Römern verfolgt. Schließlich wird er festgenommen und ans Kreuz gebunden. Judith, eine Mitstreiterin der Volksfront, erreicht bei Pilatus Brians Begnadigung. Diese schlägt jedoch fehl, da ein Mitgekreuzigter sich scherzhaft als Brian von Nazareth ausgibt. Anstatt ihn zu retten, bewundern seine Volksfront-Kameraden Brian als Märtyrer für ihre Sache und räumen dann ungerührt das Feld …

Do, 5. Mai · 22:30-23:15 · SWR
Der Krieg – Hitlers Angriff auf Europa
 
Adolf Hitlers Ernennung zum deutschen Reichskanzler am 30. Januar 1933 markiert den Anfang vom Ende einer 15 Jahre währenden weitgehend friedlichen Periode in Europa.  Mit dem „Anschluss“ Österreichs und des Sudetenlandes sowie der Annexion der „Rest-Tschechei“ ist Hitlers Expansionsdrang nicht am Ende. Der Überfall auf Polen zieht dessen Verbündete Frankreich und Großbritannien formell in den Krieg. Die Sowjetunion hatte sich mit Hitler arrangiert, Teile Polens, Finnlands und das Baltikum annektiert. Im Sommer 1940 ist Frankreich nach einem Blitzkrieg von der Wehrmacht besiegt und zweigeteilt; Belgien, Luxemburg und die Niederlande sind ebenso besetzt, wie Polen. Auch Dänemark und Norwegen stehen unter deutscher Kontrolle. Hitler triumphiert. Nur Großbritannien leistet ihm als einzige europäische Großmacht erfolgreich Widerstand. Die Dokumentation zeigt den scheinbar unaufhaltsamen Vormarsch der Wehrmacht und eine bisher nicht gekannte Folge von Siegen auf dem europäischen Kontinent, die erst mit der Niederlage in der Luftschlacht um England gestoppt wurde.

Fr, 6. Mai · 22:40-00:15 · arte
Defamation
 
Der israelische Filmemacher Yoav Shamir geht in seinem Dokumentarfilm der Frage nach, was Antisemitismus heute bedeutet, zwei Generationen nach dem Holocaust.  Dazu begleitet er eine israelische Jugendgruppe auf einer Reise nach Polen ins KZ Auschwitz und beleuchtet die Arbeit der amerikanischen Anti-Defamation-League (ADL). Auf seiner Suche nach zeitgenössischen Formen des Antisemitismus findet er zum Teil alarmierende Antworten.  Einerseits sei er persönlich noch nie mit Antisemitismus konfrontiert gewesen, andererseits gehöre die Rede davon zum israelischen Alltag wie ein stetes Hintergrundgeräusch, an das man sich gewöhnt, sagt Filmemacher Yoav Shamir. In seinem neuen Werk „Defamation“ – zu Deutsch „Verleumdung“ – geht er der Frage nach, was Antisemitismus heute – zwei Generationen nach dem Holocaust – bedeutet. Dabei findet Yoav Shamir auch eine alarmierende Antwort auf diese Frage: Antisemitismus sei demnach auch ein identitätsstiftendes Moment nicht nur für Antisemiten, sondern auch für die Juden selbst. Er begleitet unter anderem israelische Jugendliche, die davon überzeugt sind, dass man sie überall auf der Welt hasst, auf einer Reise nach Polen ins Vernichtungslager Auschwitz sowie Abe Foxman, einen Holocaust-Überlebenden und Vorsitzenden der Anti-Defamation-League (ADL), dessen Leben ganz im Zeichen des Mahnens vor den immer noch virulenten Gefahren des Antisemitismus steht.  Der Filmemacher sieht sich aber nicht als Provokateur. Er will keine Feindbilder malen, sondern sein Film soll die Zuschauer dazu bringen, sich mit diesem hochemotionalen Thema auseinanderzusetzen und sich auch folgende Fragen zu stellen: Macht es heute Sinn, Antisemitismus zum Lebensmittelpunkt zu machen? Spielen dabei nicht vor allem machtpolitische Manöver und identitätsstiftender Religionsersatz tragende Rollen? Der Dokumentarfilm entlässt seine Zuschauer nachdenklich, und nur wenige werden eine so klare Antwort haben wie ein im Film befragter ukrainischer Rabbi: „Ich brauche keine Antisemiten, ich habe Gott“.

Sa, 7. Mai · 09:00-09:30 · WDR
Reichsbahn unterm Hakenkreuz
 
„175 Jahre Deutsche Eisenbahn“ – das wird in diesem Jahr gefeiert. Das Jubiläum erinnert an die erste Eisenbahn, die am 7. Dezember 1835 von Nürnberg nach Fürth fuhr. Darüber vergessen wird oft das dunkelste Kapitel deutscher Eisenbahngeschichte. Umfangreiches Original-Filmmaterial aus der NS-Zeit vermittelt nachdrücklich, welche zweifelhafte Rolle die Deutsche Reichsbahn im Zweiten Weltkrieg gespielt hat, und wie wenig Widerstand es bei den Eisenbahnern gegeben hat.  An den Verladestandorten Duisburg, Schwerte/Ruhr und Wuppertal wird deutlich, dass die Deportation der Juden in die Vernichtungslager ohne die Reichsbahn nicht möglich gewesen wäre. Zahlreiche KZ-Häftlinge und Kriegsgefangene wurden auch in den Werkstätten der Eisenbahn als Zwangsarbeiter eingesetzt. Dieser Teil der Geschichte wurde bei Jubiläen der Deutschen Eisenbahn bislang völlig ignoriert.  Inzwischen hat sich einiges geändert: es gibt den „Zug der Erinnerung“ und im Deutsche Bahn-Museum in Nürnberg eine eigene Abteilung zur Aufarbeitung der Jahre 1933 bis 1945. Auch andere Museen und Gedenkstätten beschäftigen sich inzwischen intensiv mit dem Thema. Das Beispiel Schwerte mit seinem Lokomotiv-Ausbesserungswerk zeigt, welche Rolle dabei private Initiativen spielen.

Sa, 7. Mai · 13:50-14:05 · SWR
Schätze der Welt – Erbe der Menschheit: Lemberg – Auferstanden aus Erinnerungen, Ukraine

Es ist der Klang, der alle Zeitenwenden überlebt hat: quietschend, schabend rumpeln die alten Straßenbahnen durch die Stadt. Am Schalthebel oft Frauen, die ihre Führerhäuschen liebevoll ausgestattet haben, als trügen sie ihr Schneckenhaus mit sich. Die Gleise verbinden die Zeiten in Lemberg, die stolzen Barockpaläste mit den Jugendstilhäusern und dem ärmlichen jüdischen Viertel, die Plattenbauten und die Parks. An manchen Stellen wölben sich die Schienen bedrohlich, als wollten sie aus dem Pflaster springen, als wollten sie sagen: Hier passt nichts so recht zusammen. Lwow, L’vov, Lviv. Wo liegt Lemberg? In Galizien, Lodomerien, Wolhynien? Sagen wir: in der Ukraine. Ostslawische Fürsten, Polen, Österreicher, Ruthenen, Armenier und Italiener Juden prägten die Stadt. Es gibt zwei Lesarten dieses Miteinanders: eine multikulturelle Erfolgsgeschichte und eine regelmäßige Wiederkehr von Aufständen, Pogromen. Je nachdem wie sich das europäische Machtgefüge und die Landkarten veränderten. Am besten beginnt man die Reise dort, wo die Geschichten enden: auf dem Friedhof Lytschakiv. Mausoleen mit kyrillischer Inschrift, die neben gefallenen Engeln thronen, die wiederum einen polnischen Helden beweinen.In schwarzen Marmor gemeißelte Porträts streng blickender sowjetischer Offiziere neben lieblichen Frauenköpfen über österreichischen Adligen. Nebeneinander und in Frieden – so wie in den legendären Zeiten, in denen Lemberg Zentrum war. Zentrum für Handel zwischen Ostsee und Schwarzem Meer, zwischen Europa und Asien. Zentrum der Wissenschaften. Zeiten, zu denen Lemberg Tor war und nicht Sackgasse. Bunt und nicht grau. Vom Friedhof fährt eine direkte Straßenbahn in die Stadtmitte zum Rynok, dem Ringplatz mit seinen herrlichen Renaissance- und Barockbauten. Ein Hauch von Süden und Kaffeeduft liegt über dem Platz, aber man spricht ukrainisch. Nur noch eine Sprache. Zwei große Kriege und ihre Folgen haben zwar die Fassaden stehen lassen, aber die Menschen dahinter vertrieben, ermordet, zwangsverschleppt. Nach Jahren der Sowjetherrschaft entdecken die Lemberger erst nach und nach ihre Wurzeln: die polnischen Fresken in der armenischen Kirche, den Kaiser Franz Joseph hinter Tortenauslagen und die ureigenen in einer sehr lebendigen Literaturszene.

Sa, 7. Mai · 20:15-22:40 · MDR
Der Untergang
 
20. April 1945: Unaufhaltsam rückt die Rote Armee vor, in Berlin tobt der Häuserkampf. Hitler hat sich an seinem Geburtstag mit Generälen und Vertrauten im Führerbunker der Reichskanzlei verschanzt. Ständig treffen Hiobsbotschaften ein.  Doch er gibt Durchhaltebefehle und entwirft hysterische Visionen vom Durchbruch der deutschen Armee. Während draußen Deserteure und gar Eva Brauns Schwager als „Verräter“ erschossen werden, ist aber auch Hitlers Entourage langsam in Auflösung begriffen. Als Hitler seinen Selbstmord vorbereitet, tut es ihm das Ehepaar Goebbels gleich; zuvor vergiftet Magda Goebbels eigenhändig ihre sechs Kinder. Vor seinem Suizid heiratet Hitler seine Geliebte Eva Braun … Erzählt werden die Geschehnisse aus der Sicht von Hitlers Privatsekretärin Traudl Junge, die ihren Chef verehrt und sich schließlich die Wahrheit über das Hitler-Regime eingestehen muss. Der kontrovers diskutierte Film von Produzent Bernd Eichinger und Regisseur Oliver Hirschbiegel beleuchtet die letzten Kriegstage im Führerbunker und versucht, dem Phänomen Hitler eine erklärende, menschliche Seite abzutrotzen. Mit Bruno Ganz, Alexandra Maria Lara, Corinna Harfouch, Ulrich Matthes, Heino Ferch, Ulrich Noethen u. a.

Sa, 7. Mai · 22:10-23:45 · BR
Die Widerständigen: Zeugen der Weißen Rose – Zum 90. Geburtstag von Sophie Scholl
 
Filmemacherin Katrin Seybold liefert mit ihrem Film ein einzigartiges Porträt der „Weißen Rose“ und lässt Gefährten, Freunde und Familienmitglieder zu Wort kommen. Sie berichten zum Teil erstmals in der Öffentlichkeit von ihrer Mitarbeit an Flugblattaktionen, von Verhören durch die Gestapo und von den Prozessen vor dem Volksgerichtshof.  Die Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ wurde im Juni 1942 gegründet und war bis Februar 1943 aktiv. In insgesamt sechs Flugblättern riefen ihre Mitglieder unter Lebensgefahr zum sofortigen Ende des Krieges und zum Sturz des Nazi-Regimes auf. Von den Nationalsozialisten wurden die Aktionen der Gruppe um Hans Scholl, Alexander Schmorell und Kurt Huber als Hochverrat gewertet. Nach ihrer Denunziation wurden die führenden Mitglieder der „Weißen Rose“ und ihre engsten Helfer Sophie und Hans Scholl, Willi Graf und Christoph Probst 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet. Laut Volksgerichtshof handelte es sich um „den schwersten Fall hochverräterischer Flugblattpropaganda, der sich während des Krieges im Altreich ereignet hat“. Filmemacherin Katrin Seybold porträtiert in ihrem eindringlichen Dokumentarfilm die Widerstandsgruppe. Für ihren auf einer zehnjährigen Recherche basierenden Film befragte Seybold 14 zum Zeitpunkt der Interviews noch lebende Zeitzeugen aus dem Umfeld der „Weißen Rose“ und kombiniert ihre Aussagen mit zum Teil bisher unveröffentlichten Fotos der Widerstandsaktionen und der Gerichtsprozesse.

Sa, 7. Mai · 22:30-00:00 · PHOENIX
Die Unwertigen – Macht und Ohnmacht der Jugendlichen im Dritten Reich
 
Elfriede Schreyer, Richard Sucker, Waltraut Richard und Günter Discher haben keine unbeschwerte Jugend erlebt. Ihre Zeit im Kinderheim oder Jugend-KZ war voller Demütigungen, Schläge, Hunger und Angst um das bloße Leben geprägt.  Streiche in der Schule, Spiel und Sport mit Freunden, die erste Liebe – Elfriede Schreyer, Richard Sucker, Waltraut Richard und Günter Discher haben keine unbeschwerte Jugend erlebt. Ihre Zeit im Kinderheim oder Jugend-KZ war voller Demütigungen, Schläge, Hunger und Angst um das bloße Leben geprägt. Denn viele ihrer Leidensgenossen wurden von den Nationalsozialisten in Heimen oder Vernichtungslagern ermordet. Während die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in den NS-Jugendorganisationen „gleichgeschaltet“ wurde, hatte man diejenigen, die sich nicht in das System fügten, zu „Unwertigen“ erklärt. Auch nach dem Ende der Diktatur, in der jungen Bundesrepublik, änderte sich zunächst wenig. Elfriede Schreyer blieb weiterhin im „Kalmenhof“, einem sogenannten „Erziehungsheim“. Als Kind mit Schreib- und Leseschwäche war sie Jahre zuvor von den Nazis dort eingewiesen worden, mit der absurden Diagnose „mittlerer Schwachsinn“. So stigmatisiert verbrachte Elfriede Schreyer über 30 Jahre im „Kalmenhof“. Erst 1972 erreichte eine engagierte Psychologin ihre Entlassung. Bis heute ist sie nicht angemessen dafür entschädigt worden. Auch die anderen warten vergebens auf Wiedergutmachung. Der Film „Die Unwertigen“ von Renate Günther-Greene erzählt die Geschichte von diesen vier Menschen, die überlebt haben, aber bis heute von den traumatischen Erlebnissen der verlorenen Jahre geprägt sind. Dabei verzichtet der Film auf einen Sprecherkommentar, die Gesprächspartner erzählen ihre Geschichte in eigenen Worten.

Sa, 7. Mai · 22:55-00:45 · MDR
Female Agents – Geheimkommando Phoenix
 
1944 schickt der britische Geheimdienst fünf Untergrundkämpferinnen ins besetzte Frankreich. Ihre Mission: die Befreiung eines britischen Geologen. Doch ein brutaler SS-Offizier kommt den Frauen auf die Schliche …  Bei einer Sabotage-Aktion gegen die Nazis verliert die tapfere Résistance-Kämpferin Louise Desfontaine (Sophie Marceau) ihren Mann. Mit knapper Not gelingt ihr die Flucht nach England, wo ihr Bruder Pierre (Julien Boisselier) in der britischen Armee dient. Doch der Krieg ist für Louise noch nicht zu Ende. Die britische Special Operations Executive (SOE) erteilt ihr einen heiklen Spezialauftrag: Ein Geologe (Conrad Cecil), der am Strand der Normandie zur Vorbereitung der alliierten Landung Untersuchungen durchführte, ist in die Hände der Deutschen gefallen. Der Geheimnisträger muss schnellstens aus einem Wehrmachtshospital entführt werden, bevor die SS ihn foltern kann und Details über die geplante Invasion erfährt: Für ein solches Himmelfahrtskommando würde im konventionellen Action-Thriller eine Truppe knallharter Männer zusammengestellt. In „Female Agents – Geheimkommando Phoenix“ dagegen bricht Louise gemeinsam mit der Prostituierten Jeanne (Julie Depardieu), der gottesgläubigen Sprengstoffexpertin Gaëlle (Déborah François), der Ex-Nazigeliebten Suzy (Marie Gillain) und der italienischen Jüdin Maria (Maya Sansa) ins besetzte Frankreich auf. Als Krankenschwestern getarnt, geling es der Sondereinheit im Handstreich, den Geologen zu befreien. Doch nach erfolgreichem Abschluss der Mission dürfen die Frauen wider Erwarten nicht nach England zurückkehren. Zwischenzeitlich hat ein eifriger SS-Oberst (Moritz Bleibtreu) zu viel über ihre Mission und den geplanten D-Day herausgefunden – und muss liquidiert werden. Ein mörderisches Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Sa, 7. Mai · 23:45-01:45 · BR
Die Weiße Rose
 
Regisseur Michael Verhoevens „Die Weiße Rose“ wurde 1982 zum erfolgreichsten deutschen Film und löste eine Bundestagsdebatte über die Rechtmäßigkeit von Urteilen der NS-Gerichte aus.  Im Mai 1942 kommt Sophie Scholl von Ulm nach München, um zusammen mit ihrem Bruder Hans an der Ludwig-Maximilians-Universität zu studieren. Bald entdeckt Sophie, dass ihr Bruder mit seinen Kommilitonen Alex Schmorell, Willi Graf und Christoph Probst in einer Widerstandsgruppe arbeitet. Unter Einsatz ihres Lebens stellen die Studenten Flugblätter her, die mit „Die Weiße Rose“ unterzeichnet sind und in denen sie zum Widerstand gegen das Hitler-Regime aufrufen. Als Hans beinahe verhaftet wird, während er größere Mengen Briefmarken zum Verschicken der Flugblätter besorgen will, beschließt Sophie, sich der Gruppe anzuschließen. Dank ihrer Geschicklichkeit kann sie die benötigten Marken besorgen und die Arbeit der „Weißen Rose“ voranbringen. Als das Papier ausgeht, steht die Gruppe vor einem neuen Problem. Hans wendet sich an den couragierten Professor Huber, mit dessen Hilfe Nachschub besorgt werden kann. Durch den Kontakt zu dem Wehrmachtsoffizier Falk Harnack erfahren Hans und Alex, dass die „Weiße Rose“ nicht die einzige Widerstandsgruppe ist. Hoffnungsvoll verdoppeln die Studenten ihre Aktivitäten. Doch dann denunziert ein Hausmeister die Geschwister, die daraufhin im Februar 1943 vor dem Volksgerichtshof angeklagt und zum Tod verurteilt werden.

So, 8. Mai · 00:45-02:10 · MDR
Berlin-Express
 
Der fesselnde Thriller von Spannungsspezialist Jacques Tourneur thematisiert auch die Spannungen innerhalb der vier Besatzungsmächte, indem er Vertreter der Alliierten Nationen zu einem ungleichen Quartett verbindet.  Schnellzug Paris – Berlin: Kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs ist der einstige Widerstandskämpfer Dr. Heinrich Bernhardt auf dem Weg in die deutsche Hauptstadt. Er ist von den Besatzungsmächten dazu berufen worden, bei der politischen Neugestaltung Deutschlands eine entscheidende Rolle zu spielen. Im Sonderzug befindet sich eine illustre Mischung Reisender aus verschiedenen Nationen: der amerikanische Wissenschaftler Lindley, der Engländer Sterling, der russische Leutnant Kiroschilow sowie ein französischer Widerstandskämpfer namens Perrot.  Als im Zug ein tödliches Bombenattentat auf Bernhardt verübt wird, müssen die Männer zum Verhör ins amerikanische Armeehauptquartier in Frankfurt am Main. Dort stellt sich heraus, dass Bernhardt den Anschlag überlebt hat – ein Polizist starb an seiner Stelle. Unter größter Geheimhaltung soll Bernhardt nun nach Berlin gebracht werden. Doch am Frankfurter Bahnhof verschwindet er plötzlich spurlos – entführt von einer Bande von Nazis, die seine Pläne von einem vereinten Deutschland sabotieren wollen. Seine verzweifelte Sekretärin Lucienne Mirbeau überredet Lindley, Sterling, Kiroschilow und Perrot, ihr bei der Suche nach Bernhardt zu helfen. Und so beginnt für die Männer eine gefährliche Spurensuche im zerstörten Frankfurt.

So, 8. Mai · 07:20-08:05 · 3sat
Flucht ins Ungewisse

Über Nacht waren sie vogelfrei, befanden sich plötzlich in Lebensgefahr, wurden ihres Vermögens beraubt: 130.000 jüdische Bürger und politische Gegner überlebten Terror, Verfolgung und Holocaust nur, weil ihnen nach dem sogenannten „Anschluss“ Österreichs die Flucht gelang. Wo sie nach der gefährlichen Odyssee strandeten, erwartete sie kein gelobtes Land, sondern eine fremde Welt. Ob erfolgreicher Neubeginn oder nicht: Für die meisten blieben Entwurzelung, Heimat- und Kulturverlust ein lebenslanges Trauma. An verschiedenen Beispielen beschreibt die Dokumentation „Flucht ins Ungewisse“ den gefährlichen und abenteuerlichen Lebensweg vertriebener Österreicher.

So, 8. Mai · 08:05-09:00 · 3sat
Grüningers Fall

Zu den späten Helden des Zweiten Weltkriegs gehört der 1972 verstorbene Sankt-Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger. Dieser hat durch den Verstoß gegen die offizielle Flüchtlingspolitik – auch nach August 1938 – Hunderten von hauptsächlich österreichischen Juden die Einreise in die Schweiz ermöglicht: durch Empfehlungsschreiben und das Vordatieren von Einreisedaten. Grüninger wurde deshalb aus seinem Amt entlassen und 1941 gerichtlich verurteilt. Nach seiner Entlassung fand er jahrelang keine Arbeit. Er starb 1972, erst 1996 wurde er rehabilitiert. Der Film „Grüningers Fall“ spielt im Bezirksgericht von Sankt Gallen, in dem Paul Grüninger im Oktober 1940 der Prozess gemacht wurde. Ehemalige jüdische Emigrantinnen und Emigranten, die aus der ganzen Welt herbeigereist sind, legen Zeugnis ab über den Mann, der ihnen seinerzeit das Leben rettete und von dessen weiterem Schicksal sie erst zu spät erfuhren.

So, 8. Mai · 09:00-09:50 · 3sat
„Heil Hitler, Herr Lehrer“
 
Tausende zum Volkssturm eingezogene Jugendliche fanden in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs den Tod. Adolf Hitlers Jugend, die letzte Reserve, diente gemäß der Parole „Kampf bis zum letzten Mann“ als Kanonenfutter. Die Dokumentation „‚Heil Hitler, Herr Lehrer'“ schildert das Leben in der Hitlerjugend und dem Bund deutscher Mädchen sowie die Methoden, den Geist der Menschen im Dienste der „arischen Volksgemeinschaft“ zu manipulieren und zu kollektivieren und die Körper der jungen Männer „hart wie Krupp-Stahl“ und damit kriegstüchtig zu machen. Sie analysiert die ideologische Verstaatlichung sozialer und privater Beziehungen der damals jungen Generation, beleuchtet Strategien der ideellen Gleichschaltung, den Abbau des Individualismus sowie den Aufbau von Feindbildern und die Betonung soldatischer Tugenden wie Kampfgeist, Tapferkeit, blinder Gehorsam und Opferbereitschaft.

So, 8. Mai · 10:45-11:15 · HR
Das Sonntagsgespräch, Esther Schapira im Gespäch mit Artur „Atze“ Brauner, Filmproduzent

Artur „Atze“ Brauner, der einer der größten und schillerndsten Filmproduzenten im Nachkriegsdeutschland werden sollte, wurde damals befreit, und es kam einem Wunder gleich, dass er den 8. Mai 1945 überhaupt erlebte. 49 Verwandte hatte er im Holocaust verloren – dazu die Geborgenheit einer polnisch-ukrainisch-jüdischen Familie im polnischen Lodz, von wo er 1939 mit 21 Jahren vor den Nazis geflüchtet war. Dass er dann ausgerechnet in den Ruinen von Berlin, im Land der Mörder, seine große Karriere begann, auch das zeigt seinen Ausnahmecharakter. Seine Heimat-, Schlager- und Kriminalfilme, für die er die Crème de la Crème der deutschen Schauspielkunst verpflichtete, wurden zu Kassenschlagern. In den fünfziger Jahren gehörte der wöchentliche Kinobesuch noch wie das Bad am Samstag zum festen Ritual. Mit seinem Unterhaltungskino feierte Artur Brauner in dieser Zeit die größten Erfolge – auch weil er half, die Schrecken des Krieges zu vergessen. Er selbst aber konnte und wollte nicht vergessen. So fühlte er sich als Filmproduzent von Anfang an verpflichtet, die Erinnerung an die Verbrechen der Nazi-Zeit wach zu halten, etwa mit Filmen wie „Morituri“ (1948), „Hitlerjunge Solomon“ (1989) oder „Babij Jar – Das vergessene Verbrechen“ (2002). Auf sechs Jahrzehnte Filmschaffen mit der rekordverdächtigen Zahl von rund 300 Kinofilmen kann der 92-Jährige heute zurückblicken. Im Gespräch mit Esther Schapira erinnert er sich an die Höhepunkte seines erfolgreichen Nachkriegslebens, aber auch an die Schrecken der Jahre davor, die ihn bis heute immer wieder einholen.

So, 8. Mai · 11:15-12:00 · HR
Levi Strauss – Ein Leben für die Jeans

Es gibt wohl kaum einen Ort auf der Welt, wo nicht irgendjemand eine Jeans trägt. Um die Erfindung der Blue Jeans ranken sich unzählige Mythen und Legenden, die auch von PR-Strategen von Levi Strauss & Co. gezielt in die Welt gesetzt wurden. Dabei ist die Lebensgeschichte des Löb Strauss, der sich in Amerika Levi nannte, auch ohne diese Ammenmärchen eine der spannendsten Geschichten der deutschen Auswanderungsflut. Dank seines Durchsetzungswillens, seines Erfindungsreichtums, seiner Kreativität und seines Gespürs für den Markt meisterte er den steilen Weg vom armen jüdischen Hausierersohn aus Franken zum einflussreichsten und auch beliebtesten Kaufmann von San Francisco. Diese szenische Dokumentation von Christoph Weinert erzählt die Geschichte von Levi Strauss, der sich gemeinsam mit dem Schneider Jacob Davis 1873 in Kalifornien die genietete Arbeitshose patentieren ließ und damit ein Vermögen machte. Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise zurück in die Vergangenheit. Er taucht ein in die aufregende und spannende Zeit von Lola Montez und Buffalo Bill und rekonstruiert den beschwerlichen Weg des jungen Löb Strauss aus Buttenheim über Bremerhaven und New York bis nach San Francisco. Mit Spielszenen, Archivmaterial und Interviews mit Historikern und Nachfahren von Levi Strauss zeichnet der Film ein spannendes Bild vom Überlebenskampf der deutschjüdischen Einwanderer im 19. Jahrhundert und beleuchtet den rasanten Aufstieg des Kurzwarenhändlers Levi Strauss, der mit der Erfindung der Blue Jeans zum Millionär wurde und mit seiner Levi’s ein Kultobjekt des „American Way of Life“ schuf.

So, 8. Mai · 16:30-17:15 · arte
Louis Begley

Louis Begley ist Amerikas mondänster Schriftsteller. Er schreibt Gesellschaftsromane und zwar in jenem anspruchsvollen Sinn, der dieses Genre spätestens seit Proust auszeichnet. Trotzdem liest sich alles von ihm leicht und amüsant. Über 30 Jahre arbeitete Louis Begley als Anwalt und Partner in einer der renommiertesten New Yorker Kanzleien, bevor er anfing, zu schreiben. Mit seinem ersten Buch, dem preisgekrönten Bestseller „Lügen in Zeiten des Krieges“ schrieb er sogleich Weltliteratur. Der Roman erzählt die traumatische Überlebensgeschichte eines jüdischen Knaben im Polen der Nazizeit. Begley hat in seinem Debüt viele autobiografische Daten verarbeitet. Er emigrierte 1947 im Alter von 14 Jahren mit seinen Eltern nach New York, nachdem seine Familie den Holocaust überlebt hatte. Zur Schule war Begley bis dahin nur ein Jahr gegangen. Sein außergewöhnliches Wesen und seine überdurchschnittliche Intelligenz machten ihn dennoch zum brillanten Studenten der Harvard University in den Fächern Jura und Englische Literatur. Der Abschluss war zugleich der Eintritt in die amerikanische Ostküsten-Upperclass. Die Erfahrungen während des Zweiten Weltkriegs im Untergrund, mit falschen Papieren und unglaublicher Angst, begleiten ihn aber noch immer. Zugleich ist er der weltmännische Literat, der seinen Platz in der Park Avenue und auf Long Island eingenommen hat, der perfekte Jongleur im Zentrum der internationalen Hochfinanz. Er schöpft beim Schreiben aus dem, was er erlebt hat. Die Banker, Anwälte und Architekten in seinen Romanen sind darin geübt, mit Hilfe von ihrem Vermögen und Intellekt über moralische Zwangslagen hinwegzutäuschen. Die Dokumentation bietet erstmalig die Gelegenheit, dem Schriftsteller im Gespräch mit seiner Frau und seinen Kindern näher zu kommen. Louis Begley besucht seinen Sohn, den Künstler Peter Begley, im Pariser Atelier. Und seine Tochter, die Schriftstellerin Amey Larmore, erzählt, wie wichtig ihr Vater noch immer für sie ist. In der Brasserie Lipp in St. Germain spricht Louis Begley mit seiner Frau, der Schriftstellerin Anka Muhlstein, humorvoll über das gemeinsame Leben und ihre erste Begegnung. Ein langjähriger Freund aus Harvard Zeiten erinnert sich an den Studenten Begley. Er berichtet, wie verschwiegen sein Freund damals über seine Kindheit war: Erst nach einem gemeinsamen Besuch in Dachau berichtete dieser, was er in Polen erlebt hatte. Außerdem spricht Louis Begley über seine Lieblingsbilder im New Yorker MoMA. Der MoMA-Direktor Glenn Lowry, ein guter Freund, kommentiert Begleys Vorlieben in der Kunst und berichtet von gemeinsamen Reiseerlebnissen in Berlin. Louis Begley und seine Frau verbringen die Wochenenden und den Sommer in ihrem Ferienhaus auf Long Island. In dem privaten Porträt lassen sie den Zuschauer teilhaben an ihrer Vorliebe für diesen Rückzugsort, wo sich in den 60er Jahren das Leben amerikanischer Künstler konzentrierte. Insgesamt hat Louis Begley seit 1991 acht Romane und zahlreiche Essays neben seiner Tätigkeit als Anwalt verfasst.

So, 8. Mai · 16:45-18:15 · 3sat
Annas Heimkehr

Zehn Jahre nachdem Anna Schweighofer ihr Heimatdorf im Streit mit ihrer Familie verlassen hat, kehrt sie nun, mitten im Zweiten Weltkrieg, nach Drachselreuth zurück. In ihrer Begleitung ist Franziska, ein kleines Mädchen, das sie als ihr uneheliches Kind ausgibt. Standhaft verweigert Anna jede Auskunft über Franziskas Vater. Denn das Mädchen ist in Wahrheit die Tochter eines jüdischen Ehepaares, das Anna vor dem Zugriff der Gestapo bewahrt hat. In dem Film von Xaver Schwarzenberger stehen neben Veronica Ferres unter anderen auch Julia Krombach, Herbert Knaup, Julia Stemberger und Karl Markovics vor der Kamera.

So, 8. Mai · 19:00-20:15 · 3sat
Die Kinder kamen nicht zurück

Auf Initiative des Vichy-Regimes wurden mehr als 11.400 jüdische Kinder aus Frankreich nach Auschwitz deportiert. Das Kinderheim in Izieu bei Lyon beherbergte mehr als 100 jüdische Kinder verschiedener Nationalitäten, deren Eltern bereits von den Nazis deportiert waren. Am Morgen des 6. April 1944 wurden 44 Kinder und ihre Erzieherinnen und Erzieher auf Befehl von Klaus Barbie, dem Leiter der Lyoner Gestapo, festgenommen, deportiert und ermordet. Der Film „Die Kinder kamen nicht zurück“ behandelt das Schicksal jüdischer Kinder unter dem Vichy-Regime. Die „Nazijäger“ Beate und Serge Klarsfeld, unter anderem verantwortlich für die Verhaftung von Klaus Barbie, präsentieren darin Materialien aus jahrzehntelangen Recherchen, in denen jedes Einzelschicksal dokumentiert ist.

So, 8. Mai · 20:15-21:15 · PHOENIX
Hitler vor Gericht
 
Adolf Hitler stand 1924 wegen Hochverrats vor Gericht. Der Prozess endete mit einem ungewöhnlich milden Urteil – das ihm den Weg zum politischen Neuanfang ermöglichte, der in die Nazi-Diktatur mündete.

So, 8. Mai · 23:35-01:05 · Das Erste (ARD)
Die Zeit der Stille

Im wird die Geschichte eines Überlebenden des KZs Buchenwald erzählt, der als Spanienkämpfer von den Nazis inhaftiert wurde. Die Handlung setzt wenige Tage nach der Befreiung des KZs Buchenwald im April 1945 in Weimar ein und endet 50 Jahre später, als der überlebende Häftling, jetzt ein erfolgreicher Schriftsteller, das KZ Buchenwald zum ersten Mal nach seiner Befreiung wieder besucht. Manuel, den die Frage seit seiner Befreiung gequält hat, warum ausgerechnet er überleben durfte, erfährt welchem Zufall er sein Überleben verdankt. In den dazwischen liegenden fünf Jahrzehnten versucht Manuel in der normalen Welt wieder Fuß zu fassen. Auf seiner Suche nach dem „wie Weiterleben“ nach dem Vernichtungslager, in einer Welt, die im Nachkriegs Europa an die Schrecken der Todeslager nicht mehr erinnert werden will, sucht er Halt in der Liebe, doch zu einer tiefen Beziehung ist der dem Tode Entkommene, noch nicht in der Lage. Zwischen Vergessen und Erinnern steht sein Drang schreiben zu wollen. Ein Drang aber, der die Erinnerung an die Vergangenheit immer wieder heraufbeschwört und ihm den Tod gefährliche nahe bringt. Manuel entscheidet sich für das Leben und versucht die Vergangenheit in die Tiefen seines Unterbewusstseins zu verbannen. Doch um weiterleben zu können, muss er sich erinnern, muss mit den Bildern seiner Vergangenheit leben. Er muss davon berichten, muss darüber schreiben. In dem Film „Die Zeit der Stille“ wird dem Zuschauer durch das stark autobiografisch geprägte authentische Zeugnis Jorge Semprúns, eines Überlebenden der Vernichtungslager, die psychologisch spannende und diffizile Reise eines dem Tode Entkommenden zurück ins Leben bewusst.

Mo, 9. Mai · 00:45-01:30 · 3sat
Flucht nach Shanghai
 
Für 20.000 Juden aus Deutschland und Österreich gab es Ende der 1930er Jahre nur ein Fluchtziel: Shanghai. Es war der einzige Ort auf der Welt, wo sie ohne Visum problemlos einreisen und bleiben konnten. Unter ihnen war die Berliner Familie Eisfelder. Der Film „Flucht nach Shanghai“ begleitet den Fotografen Horst Eisfelders zurück in die Stadt seines Exils.

Mo, 9. Mai · 01:30-02:15 · 3sat
Die letzten Zeugen
 
Die Zeit drängt: In einigen Jahren wird es niemanden mehr geben, der aus eigener Erfahrung über den Alltag in der Zeit des Nationalsozialismus erzählen kann. Das haben auch die Medien, allen voran das Fernsehen, erkannt. Das wertvollste Gut der zahlreichen historischen Fernsehdokumentationen sind die Zeitzeugen. Schon gibt es Agenturen, die sich auf das Vermitteln und Betreuen dieser Menschen spezialisiert haben. Guido Knopp schickte von 1998 bis 2003 den „Jahrhundertbus“ auf Reisen. Das rollende Studio sammelte im ganzen Land O-Töne zur deutschen Vergangenheit – eine gigantische Zeitzeugen-Datenbank entstand. Der Film „Die letzten Zeugen“ zeigt die Arbeit im Jahrhundertbus. Er stellt eine Berliner Zeitzeugenagentur vor und begleitet Mitteilungswillige bei ihren Auftritten. Zugleich ist der Film auch ein Stück Medienkunde: Er gewährt Einblicke in das „Making of“ des Fernsehens, zeigt die Gesetzmäßigkeiten des Mediums und die ihm anhaftende Darstellungsproblematik.

Mo, 9. Mai · 03:00-03:30 · 3sat
Leben ohne Jugend
 
Am Ende des Zweiten Weltkrieges büßten sie für das Unrecht Nazideutschlands: Frauen aus dem ehemaligen Osten Deutschlands traf der ganze Hass jener, die vorher unter Adolf Hitler gelitten hatten. Sie wurden gedemütigt, vergewaltigt und verschleppt. Zum Teil noch halbe Kinder, mussten diese Frauen unter schlimmsten Bedingungen viele Jahre in Arbeitslagern in der Sowjetunion und in Polen verbringen, wurden für den Wiederaufbau der von Hitlerdeutschland zerstörten Länder genutzt. Bis heute wird das Schicksal dieser Frauen in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. In der DDR war es ein Tabuthema. Trotz ihres großen Leids wurden sie kaum jemals entschädigt. Der Film „Leben ohne Jugend“ erinnert an das Schicksal dieser Frauen.

Mo, 9. Mai · 04:00-05:00 · 3sat
Die Nacht der Zeitzeugen

Andreas Bönte im Gespräch mit Sally Perel, Werner Jung, – Batsheva Dagan, Eva Stichova und Lisa Mikova. Sally Perel lebte als Schaf im Wolfspelz: Der Sohn jüdischer Eltern rettete sein Leben als Hitlerjunge Josef. In „Die Nacht der Zeitzeugen“ aus dem Münchner Volkstheater berichtet Sally Perel von aberwitzigen Erlebnissen und spricht auch über seine bis heute bestehende innere Zerrissenheit. Gemeinsam mit seinem ehemaligen HJ-Kameraden Werner Jung erzählt er von einer Vergangenheit, in der die Rassenlehre auf dem Stundenplan zweier junger Männer stand, von denen einer ein gefährliches Geheimnis bewahrte und der andere nichts davon ahnte. Weitere Gäste sind die Jüdinnen Batsheva Dagan, Eva Stichová und Lisa Miková. Jede von ihnen blickt auf eine Odyssee durch verschiedene Konzentrationslager zurück, die sie als junge Frauen erdulden mussten.

Mo, 9. Mai · 22:50-00:45 · MDR
Sophie Scholl – Die letzten Tage
 
München, Februar 1943. Die „Weiße Rose“, eine Widerstandsgruppe um die Geschwister Hans und Sophie Scholl an der Münchner Universität, druckt in einem kleinen Atelier heimlich Flugblätter gegen die Nazi-Diktatur und verschickt diese in ganz Deutschland. Am Vormittag des 18. Februar legen sie Flugblätter in „ihrer“ Universität aus. Sophie lässt einen ganzen Stapel hinunter in den Lichthof regnen. Ein Hausmeister beobachtet die Geschwister und schlägt Alarm. Die beiden werden von der Geheimen Staatspolizei verhaftet.  Tagelang wird Sophie vom Vernehmungsbeamten, dem Gestapo-Mann Robert Mohr, verhört. Anfangs gelingt es ihr, den erfahrenen Kriminalisten zu täuschen. Dann aber gesteht ihr Bruder, die Flugblätter gedruckt und verteilt zu haben. Nun gibt auch Sophie zu, Mitglied der „Weißen Rose'“ zu sein. Von nun an steht sie offen zu ihren Idealen. Sie versucht, durch ihr Geständnis die anderen Mitglieder der „Weißen Rose“ zu schützen – und weicht auch dann nicht von ihrer Überzeugung ab, als Mohr anbietet, Sophies Leben zu retten. Trost erfährt sie von Else Gebel, ihrer Zellengenossin im Gestapo-Gefängnis. Denn schon am nächsten Tag wird der Prozess stattfinden.  22. Februar 1943: Hans und Sophie Scholl sowie ihr Kommilitone Christoph Probst werden wegen „Hochverrat, Wehrkraftzersetzung and Feindbegünstigung“ angeklagt. Der wegen seiner tobsüchtigen Ausfälle berüchtigte NS-Richter Roland Freisler ist extra aus Berlin angereist, um einen seiner gefürchteten Schauprozesse zu veranstalten. Er verurteilt die drei zu Tode. Das Urteil soll noch am gleichen Tag vollstreckt werden.  Das Gefängnis in Stadelheim. Sophie betet, verabschiedet sich von ihren Eltern und raucht mit Christoph Probst und ihrem Bruder eine letzte Zigarette. „Die Sonne scheint noch“, ruft sie den beiden zu, als man sie zum Schafott führt.

Mo, 9. Mai · 23:30-01:10 · NDR
Ein Leben für ein Leben – Adam Hundesohn

Adam Stein, vor dem Krieg ein begnadeter Berliner Clown und Varieteekünstler, wird ins Konzentrationslager deportiert. Hier trifft er auf den zynischen Lagerkommandanten Klein, einen „Bewunderer“ seiner Kunst. Zu Kleins Zerstreuung muss Adam dessen Schäferhund mimen und im Zwinger leben. Er erträgt jede Demütigung, in der Hoffnung, seine Familie vor der Gaskammer zu retten. Aber Klein kennt keine Gnade. Adam überlebt, wird von Schuldgefühlen gepeinigt und hat selbst Jahrzehnte später sein Trauma nicht überwunden. Als die Pensionswirtin Ruth Edelson wegen seines gewalttätigen Verhaltens wieder einmal die Polizei rufen muss, wird Adam in eine abgeschiedene Nervenklinik eingeliefert. Das Shoa-Sanatorium ist ein Museum der Qualen, in dem psychisch zerrüttete Holocaust-Überlebende die unvorstellbare Pein der Nazi-Herrschaft in einer Endlos-Zeitschleife wieder und wieder durchleben. Adam ist hier der einzige Lichtblick. Mit seinen furiosen Kaspereien rüttelt er Patienten und Personal gleichermaßen auf. Dank seines Einfühlungsvermögens als Komiker entwickelt er eine Methode, um die Insassen von ihrer „Überlebensschuld“ zu befreien. Sich selbst kann er jedoch nicht helfen. Nachdem eines Tages ein winselndes Kind eingeliefert wird, das sich unter dem Bett versteckt, „erschnüffelt“ Adam einen Seelenverwandten: Es ist ein Junge, der sich für einen Hund hält. Bellend und auf allen Vieren nähert Adam sich dem Kind, macht sich zu dessen „Alphatier“. Dank dieser Konfrontation findet der Junge ins menschliche Leben zurück. Auch Adam kann sich endlich den Dämonen seiner Vergangenheit stellen.

Di, 10. Mai · 22:45-00:25 · RBB
Jeder stirbt für sich allein
 
Otto Quangel und seine Frau Anna sehen ihren Sohn zum letzten Mal, als dieser im Jahre 1940 während eines Urlaubs in Berlin seinen Marschbefehl erhält. Bald darauf erreicht sie die Nachricht, dass er in Frankreich gefallen ist – „für Führer, Volk und Vaterland“, wie es im offiziellen Jargon der Nazis heißt. Für Anna bricht mit dem Tod ihres einzigen Kindes die Welt zusammen. In ihren Augen ist der pathetisch proklamierte „Heldentod“ nichts weiter als ein Mord, den Hitler zu verantworten hat. Als ihr ein Stapel unbenutzter Feldpostkarten in die Hände fällt, schreibt sie auf eine der Karten, wie ihr zumute ist: „Der Führer hat mir meinen Sohn ermordet …“ Sie legt die Karte heimlich in der Stadt ab, in der Hoffnung, ein paar Menschen auf diese Weise aus ihrem blinden Glauben an Hitler wachrütteln zu können. Ihr Mann, Werkmeister in einem großen Tischlereibetrieb, in dem kriegsbedingt vorwiegend Särge produziert werden, schließt sich seiner Frau an. Die beiden deponieren Karten mit ihrem persönlichen Aufruf zum Widerstand an vielen Stellen der Stadt. Die Suche nach dem „Klabautermann“, wie die Gestapo die unbekannten Schreiber der Karten nennt, fällt zunächst schwer. Die meisten Protestschreiben werden von obrigkeitshörigen Bürgern bei der Polizei abgeliefert. Als Kommissar Escherich mit Hilfe des schmierigen Hauswarts Borkhausen den Quangels dann doch auf die Spur kommt, landet das Ehepaar vor dem „Volksgerichtshof“. Die Verhandlung ist eine bloße Farce, das Todesurteil gegen beide steht längst fest. Alfred Vohrer hat Hans Falladas 1947 erschienenen Roman über zwei einfache Menschen aus dem deutschen Widerstand mit einem großen Aufgebot namhafter Schauspieler überzeugend verfilmt und ein breites Spektrum damaliger politischer Wirklichkeit ausgeleuchtet, von den Opfern der Naziherrschaft über opportunistische Mitläufer und Gesinnungsgenossen bis zu den brutalen Tätern. Die Hauptrollen in dieser eindrucksvollen Verfilmung spielen Carl Raddatz und Hildegard Knef.

Do, 12. Mai · 22:30-23:15 · SWR
Der Krieg – Die Welt in Flammen, 2/3
 
Der Dreiteiler „Der Krieg“ präsentiert die größte Katastrophe des 20. Jahrhunderts in neuem Licht. 70 Jahre nach Kriegsbeginn konnten bisher unbekannte Filme von Zeitzeugen – Amateuren, Zivilisten und Soldaten – verarbeitet werden.  Nach seinen Triumphen im ersten Kriegsjahr versucht Hitler Großbritannien mit der deutschen U-Boot-Waffe in die Knie zu zwingen und setzt seine Panzer sogar in Nordafrika gegen die Briten ein. Der erfolglose Versuch Mussolinis, dort und auf dem Balkan Fuß zu fassen, bindet zunächst die Kräfte der Wehrmacht und führt zu einer Verschiebung von Hitlers strategischem Ziel: dem Sieg über die Sowjetunion. Als Jugoslawien, Griechenland und Teile Nordafrikas unter deutscher Kontrolle sind, fällt die Wehrmacht 1941 in Russland ein und rückt bis nach Moskau, Leningrad, Kiew und Stalingrad vor. Mit dem Überfall Japans auf den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor weitet sich der Krieg zu einem Weltkrieg aus. Noch sind Deutschland und Japan siegreich in Europa und im Pazifik, doch das Blatt beginnt sich allmählich zu wenden. Die Rote Armee leistet anhaltenden, erbitterten Widerstand, die USA schlagen ebenfalls zurück und rüsten massiv auf, Großbritannien hält durch. Mit unerbittlicher Härte und Brutalität wird an allen Fronten gekämpft

Fr, 13. Mai · 01:10-01:35 · PHOENIX
Im Fadenkreuz der Attentäter
 
Der israelische Jura-Student Jigal Amir beschließt, den Premierminister zu töten, als er im Fernsehen sieht, wie dieser dem PLO-Führer Jassir Arafat die Hand schüttelt. Daraufhin beschließt er, den Premierminister zu töten.

Fr, 13. Mai · 03:20-05:00 · arte
Der Kollaborateur und seine Familie
 
Die Entscheidung des Palästinensers Ibrahim El-Akel, für den israelischen Geheimdienst zu arbeiten, hatte Folgen – auch für seine Familie, weil diese auf einmal gleichfalls als Verräter galt.  Der Palästinenser Ibrahim El-Akel hat mit dem israelischen Geheimdienst zusammengearbeitet. Eine nicht nur für ihn, sondern auch für seine Angehörigen folgenschwere Entscheidung, denn sie werden von den Palästinensern als Verräter angesehen und entsprechend aus deren Gemeinschaft ausgegrenzt. Die gesamte Familie war gezwungen, in Tel Aviv unterzutauchen. Ibrahims Kinder (Mahmoud, 12, Suffian, 14, und Mohammed, 17) und seine Frau Yusra zahlen einen hohen Preis für den Entschluss des Familienvaters. Der Dokumentarfilm von Ruthie Shatz und Adi Barash zeigt, wie die Familie El-Akel versucht, im Alltag ihre Beziehungen untereinander zu pflegen, die Kinder vor den Anfeindungen der Außenwelt zu schützen und sich in eine Gesellschaft zu integrieren, der sie sich nicht zugehörig fühlt.

Fr, 13. Mai · 06:30-07:15 · PHOENIX
Stalin, 4/4, Supermacht Sowjetunion
 
Als sich im Sommer 1945 die „großen drei“ in Postdam treffen, um die Nachkriegsordnung festzulegen, ist Stalin auf dem Höhepunkt seines internationalen Ansehens. Durch den Sieg über Hitlers Deutschland wird die Sowjetunion zur Supermacht.  Stalin exportiert sein System in alle Länder, die von der roten Armee besetzt worden sind. Er meint zwar „für die Polen sei der Kommunismus wie der Sattel für die Kuh“, das hindert ihn aber nicht daran, in ganz Ost-Mitteleuropa die demokratischen Regierungen zu stürzen. In den Jahren davor musste Stalins Staat freilich seine härteste Bewährungsprobe bestehe: Trotz des Hitler-Stalin Pakts überfallen die Deutschen die Sowjetunion.  Unter ungeheuren Opfern gelingt es der Roten Armee, den Feind zurückzudrängen. Allein in Leningrad sterben mehr Menschen als die amerikanische, britische und französische Armee im ganzen zweiten Weltkrieg an Opfern zu beklagen haben. Auch im Krieg geht die Liquidierung der „Feinde“ der Sowjetmacht weiter. Ein besonders trauriges Kapitel bildet die Erschießung von 20.000 polnischen Offizieren in Katyn und anderen Lagern. In dem Film wird zum ersten Mal das Originaldokument gezeigt, mit dem Stalin die Massenerschießung in Katyn befohlen hat. Als Stalin 1953 stirbt, erreicht die Verehrung seiner Untertanen den letzten Höhepunkt; selbst Gefangene in den Straflagern weinen um den „großen Führer“ und „weisen Vater“ der Menschheit.  Diese vierte und letzte Folge der Stalin Serie endet mit den Folgen des Stalinismus für das Russland von heute.

Fr, 13. Mai · 22:30-23:50 · arte
Allentsteig

Im österreichischen Waldviertel existiert seit 1938 ein Truppenübungsplatz, der damals der größte seiner Art in Europa war. Noch heute übt hier das österreichische Heer den Ernstfall. 42 Dörfer wurden geräumt, knapp 7.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Seit 1957 dient das Areal dem österreichischen Bundesheer als Schieß- und Ausbildungsstätte, und bis heute ist der Truppenübungsplatz Allentsteig auf einer Fläche von über 160 Quadratkilometern militärisches Sperrgebiet. In einer tief verschneiten Landschaft hält ein Militärjeep vor einem rot-weiß-roten Scherengitter. Wenig später sieht man, wie vermummte Soldaten aus getarnten Verstecken schießen oder sich mit Gasmasken im Schnee eingraben. Das donnernde „Guten Morgen, Herr Major“ der ganzen Kompanie beim Morgenappell klingt wie ein Echo auf die nächtlichen Panzerschießübungen mit scharfer Munition oder die Explosion eines Blindgängers. Nüchtern beschreibt der Dokumentarfilm den Übungsalltag im Sperrgebiet und schafft ungewöhnliche Einblicke in ein geschlossenes System. Nikolaus Geyrhalter („Unser täglich Brot“) gilt als versierter Landvermesser des österreichischen Dokumentarfilms. Er nähert sich dem buchstäblich besetzten Territorium aus verschiedenen Richtungen. Da sind jene Menschen am Rand des Sperrgebiets, die die Soldaten kaum zu Gesicht bekommen, wie einer der Bäcker beim Teigkneten im Ort Allentsteig meint. An die Schüsse gewöhne man sich, sie erinnern an ein Gewitter, wenn nicht – wie während der Dreharbeiten – mitten im Ort eine Panzergranate einschlägt. Dann gibt es jene, die vor vielen Jahren aus dem Gebiet ausgesiedelt wurden und nun ihre ehemaligen Heimatdörfer zwischen den Bäumen suchen. Dass der Grund für die Sperrung durch die Nationalsozialisten vielleicht ganz wo anders zu suchen ist, erfährt man fast nebenbei: Hitlers Großmutter soll aus einem der ausgesiedelten Dörfer stammen und hier bei einer jüdischen Familie gearbeitet haben. Doch alle Aufzeichnungen und Chroniken wurden vernichtet, ebenso wie ihr Ehrengrab aus der Nazi-Zeit. Wenn die damals Ausgesiedelten heute vor kleinen, an Bäumen befestigten Ortsschildern stehen, wird ein eigentümliches Zusammenwirken von Geschichte und Natur spürbar. Die Natur hat sich Räume zurückerobert. Auf dem Militärgebiet leben, scheinbar ungestört, unzählige Tier- und Pflanzenarten. Am Ende dieser Begegnungen in der geschlossenen Zone hebt die Kamera ab, überfliegt Panzer und Soldaten und dann nur mehr grüne Wälder und Wiesen.

Sa, 14. Mai · 13:35-15:10 · WDR
Applebaums großer Auftritt

„Applebaums großer Auftritt“ ist eine geistreiche Tragikomödie. In den Hauptrollen sind Peter Falk und David Paymer zu sehen. Einst war Morris Applebaum ein gefeierter Shakespeare-Darsteller am New Yorker Broadway. Mittlerweile ist er schon lange in Pension – aber auch mit knapp 90 Jahren ist Applebaum noch immer ein gewitzter und mit allen Wassern gewaschener Exzentriker. Trotz aller Vitalität hat er sich nun aber vorgenommen, seinem Leben ein Ende zu setzen – er will abtreten, solange er dazu noch selbstbestimmt in der Lage ist. Und da der legendäre Applebaum ein unverbesserlicher Showman ist, will er sich – nachdem diverse Dinge geregelt sind – gebührend verabschieden. Dazu gehört, die drei erwachsenen Kinder über seine Freitod-Pläne zu informieren und zu einer Art Abschlussfeier einzuladen. Natürlich steht der Applebaum-Nachwuchs binnen kürzester Zeit bei Morris auf der Matte, um ihn von seinem Vorhaben abzubringen. Allerdings haben die Geschwister so sehr mit ihren eigenen Neurosen zu kämpfen, dass ihr ungewöhnlicher Vater dagegen regelrecht normal erscheint. Der geschiedene Psychologe Ted hätte selbst eine Therapie nötig; die TV-Produzentin Flo hadert mit dem Single-Dasein als 40-Jährige und hat Komplexe wegen ihres vermeintlich trivialen Berufs; der Familienvater und mäßig erfolgreiche Auto-Händler Barry ringt vergeblich um die Anerkennung seines Vaters und zieht sich dessen Zorn zu, weil er seinen jüdischen Namen in „Apple“ geändert hat. Keine Frage, dass in den kommenden Tagen jede Menge alter Konflikte aufbrechen, denn eines wird immer deutlicher: Morris liebt seine Kinder zwar über alles – aber ein einfacher Vater war er nie.

So, 15. Mai · 09:00-09:45 · PHOENIX
Geboren am 14. Mai

Die ersten Kinder Israels…