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Streit um militaerische Intervention in Libyen: Praesident Klaus und Ex-Praesident Havel geteilter Meinung

Der tschechische Praesident Vaclav Klaus hat sich am Montag gegen eine militaerische Intervention in Libyen ausgesprochen. In Reaktion auf ein Interview, in dem sich sein Amtsvorgaenger Vaclav Havel fuer einen Militaereinsatz ausgesprochen hatte, sagte Klaus, er stimme mit Havel in vielen Dingen nicht ueberein…

radio-praha – „Am fatalsten“ sei Havels damalige Forderung nach einer Bombardierung Belgrads gewesen. Im Falle Libyens spreche er sich gegen eine militaerische Intervention des Westens aus, so Klaus. Der Praesident wird sein Land am Freitag auf dem ausserordentlichen EU-Gipfel zur Situation in Libyen vertreten. Zur Frage, wie mit den kriegsaehnlichen Zustaenden umzugehen sei, wollte sich Klaus noch nicht aeussern.

Klaus Amtsvorgaenger Vaclav Havel hatte sich in der Wirtschaftszeitung Hospodarske noviny fuer eine militaerische Intervention der westlichen Laender ausgesprochen, falls der Buergerkrieg in Libyen anhalte. Havel bezeichnete Libyens Diktator Gaddafi als ,,wahnsinnigen Verbrecher“, der gestuerzt werden muesse. Der Westen sollte – so Havel – aus der Lage im ehemaligen Jugoslawien gelernt haben, wo die Intervention gegen Serbien allzu lang verzoegert worden sei.

Die Regierung wird am Mittwoch den tschechischen Standpunkt zur Libyen-Krise diskutieren. Mit der Libyen-Krise wird sich am Freitag der EU-Sondergipfel befassen, bei dem Präsident Václav Klaus Tschechien vertreten wird. Klaus ließ verlauten, er sei gegen eine eventuelle militärische Intervention gegen das Gaddafi-Regime. Frieden und Demokratie können Klaus zufolge nirgendwo durch Bombardierung erreicht werden. Das sagte der tschechische Staatspräsident am Mittwoch nach dem Treffen mit seinem kroatischen Amtskollegen Ivo Josipović in Prag. Klaus fügte hinzu, auch Josipović sei derselben Meinung.

Ex-Präsident Havel wegen Atemwegserkrankung ins Krankenhaus eingeliefert

Der tschechische Ex-Präsident und Schriftsteller Václav Havel ist am Dienstag wegen einer akuten Entzündung der Atemwege ins Krankenhaus gebracht worden. Der Ex-Präsident werde im Prager Militärkrankenhaus behandelt, teilte seine Sprecherin mit. Am Montag wollte sich Havel, der Probleme mit dem Atmen hatte, noch zu Hause auskurieren. Er hatte vor, an der Premiere seines Films „Abgang“ teilzunehmen, die am 24. März stattfinden soll. Für den 74-jährigen Ex-Präsidenten stellt jede Erkrankung der Atemwege ein größeres Risiko dar, weil ihm 1996 wegen eines Krebsgeschwürs ein Teil des rechten Lungenflügels entfernt wurde. Der ehemalige Dissident saß in den 1980er Jahren mehrmals im Gefängnis, was seiner Gesundheit ernsthaften Schaden zufügte.

Klaus moechte auch nach seiner Amtszeit im oeffentlichen Leben bleiben

Der tschechische Praesident Vaclav Klaus moechte auch nach Ende seiner letzten Amtszeit Anfang 2013 weiter im oeffentlichen Leben taetig sein. Er habe nicht vor, sich ins Privatleben zurueckzuziehen. In welcher Form er sich kuenftig in der Oeffentlichkeit engagieren werde, sei noch unklar, sagte Klaus am Rande der Praesentation seines Buches ,,Rok osmy“ – das achte Jahr, in dem er die vergangenen 12 Monate seiner Praesidentschaft bilanziert. Vaclav Klaus bekleidet seit Beginn der 1990er Jahre fast ununterbrochen politische Spitzenfunktion in der Tschechischen Republik.