Eine Mutter fragt: Was ist mit Jeremy geschehen?

Nach achtjährigem Rechtsstreit führt Erica Duggan vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland. Frau Duggan kommt nach Wiesbaden, um ihres Sohnes zu gedenken und bittet die Staatsanwaltschaft um ein Gespräch…

Am 23. März 2011 fährt Erica Duggan wieder nach Berlin wo die Berliner Rechtsanwälte Serdar Kaya und Christian Noll beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im Namen ihrer Mandantin Erica Duggan in ihrer Beschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland ein abschließendes Dokument einreichen werden. Erica Duggan wirft der Bundesrepublik vor, durch ungenügende amtliche Ermittlungen zum Tod ihres Sohnes Jeremiah Duggan gegen Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention zu verstoßen.

Am 27. März wird Erica Duggan an dem Ort, an dem der Leichnam ihres Sohnes vor 8 Jahren an der Schnellstraße nach Wiesbaden gefunden wurde, Blumen niederlegen.

Im März 2003, zu Beginn des Irak-Krieges, kam Jeremiah Duggan zur Teilnahme an einer Veranstaltung nach Deutschland, die, wie er glaubte, im Zeichen des Protests gegen den Irak-Krieg stand. Er erkannte, dass man ihn getäuscht hatte. Er befand sich auf einer Werbeveranstaltung von Lyndon LaRouches Jugendbewegung, der BüSo und des Schiller-Instituts unter der Leitung von Helga Zepp-LaRouche. Dieser internationale Verbund hat den Ruf einer faschistischen, antisemitischen Politsekte, die von ihrer Wiesbadener Zentrale aus antbritische und antijüdische Verschwörungstheorien in die Welt setzt. In den frühen Morgenstunden seines Todestages ging ein telefonischer Hilferuf Jeremiahs bei seiner Mutter ein, weil er sich als Brite und Jude von der LaRouche-Organisation bedroht fühlte.

Am 27. März 2003, fünf Tage nach seiner Ankunft in Deutschland, fand man seinen Leichnam am Rand einer Schnellstraße. Nach Meinung der Polizei habe er sich in selbstmörderischer Absicht in den Straßenverkehr geworfen. Diese Meinung war der Staatsanwaltschaft hinreichend, um keine weiteren Ermittlungen durchzuführen.

Seit acht Jahren versucht Erica Duggan eine Antwort zubekommen warum Jeremiah seine Familie am Telefon anrief in dem er sagte dass er in Lebensgefahr sei und dass er von den ihn bedrohenden Menschen fliehen wollte.

Folgendes ist festzustellen:

  • Es wurde von der Deutschen Polizei keine Obduktion durchgeführt, obwohl der Arzt dies empfohlen und erklärt hatte, und sagte es sei fraglich, ob der Tod durch Überfahren eingetreten sei. Kein forensischer Pathologe hat Jeremiahs Verletzungen begutachtet, um dies zu klären.
  • Es gibt keine rechtlich nachprüfbaren Zeugenaussagen. Kleidung und Schuhwerk wurden vernichtet, obwohl die Eltern darum gebeten hatten, ihnen beides auszuhändigen.
  • Einer britischen Untersuchung zufolge lagen keine Hinweise auf Selbstmord vor. Vielmehr kam man zu der Auffassung, dass Jeremiah in Angst und Schrecken starb.

Mein Sohn kommt als Besucher in dieses Land, stirbt gewaltsam unter ungeklärten Umständen, und ich erfahre eine in höchstem Maße herzlose und ungerechte Behandlung. Ich appelliere erneut an das deutsche Volk, das Lebensrecht jedes Einzelnen zu achten und dies zu beweisen, indem man einen gewaltsamen Todesfall wirksam untersucht. Ich habe den Staatsanwalt um ein Gespräch gebeten, wie es auch meine Anwälte getan haben, und wir warten in der Hoffnung auf Recht und Gerechtigkeit auf eine Antwort.“

Weiterführende Informationen finden Sie unter

Einen Kurzüberblick in deutscher und englischer Sprache erhalten Sie unter

Protokolle der Gerichtsverhandlungen in Großbritannien finden Sie unter: justiceforjeremiah.yolasite.com/legal-action-in-britain

V.i.S.d.P.R. Erica Duggan