Bombe bei Jerusalems Busbahnhof

Eine Bombe mit einem Gewicht von etwa zwei Kilogramm explodierte bei einer Telefonzelle bei dem zentralen Busbahnhof Jerusalem. Durch die Wucht der Explosion und dem Sprengsatz beigefügte Metallkugeln wurden Passanten und ein Stadtbus der Linie 74 von Har Nof zum Viertel Har Choma getroffen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 23. März 2011

Die zahlreichen Bushaltestellen nahe der Haupteinfahrt nach Jerusalem ziehen zu jeder Tageszeit sehr viele Menschen an. Die Rettungsmannschaften riefen die höchste Alarmstufe aus und sprachen von einem „Ereignis mit vielen Opfern“. Nach dem anfänglichen Chaos konnten etwa 51 Verletzte mit Ambulanzen in das Hadassa- und das Schaarei-Zedek-Hospital evakuiert werden. Nur zu einem Opfer hieß es, dass „die Ärzte um sein Leben kämpfen“. Eine schwerverletzte Frau ist inzwischen ihren Verletzungen erlegen.

Auf der Straße sind große Blutlachen zu sehen. Der Polizeichef sagte, dass es sich offenbar nicht um einen Selbstmordattentäter handelte, sondern um eine Tasche mit Bombe und Zeitzünder, die Terroristen nahe den Bushaltestellen abgestellt hatten.

Seit mehreren Jahren hat es keinen vergleichbaren Terroranschlag mehr in Jerusalem gegeben. Vor drei Wochen verlor ein Müllarbeiter eine Hand, als eine Plastiktasche mit einer Bombe auf einer Verkehrsinsel explodierte.

Ein Militärreporter vermutet, dass die Bombenleger möglicherweise aus Hebron gekommen sein könnten, denn nur noch dort verfügen palästinensische Extremistengruppen über eine entsprechende Infrastruktur für Terroranschläge. Gleichwohl herrscht trotz der relativen Ruhe eine hohe Aufmerksamkeit bei den Bürgern der Stadt. Jede liegen gelassene Tasche wird der Polizei gemeldet und mehrmals täglich müssen die Feuerwerker ausrücken, um die „suspekten Objekte“ mit einem Roboter zu neutralisieren.

Am Mittwoch morgen schlugen zunächst zwei Gradraketen aus dem Gazastreifen in der israelischen Großstadt Beer Schewa ein. Ein Mann wurde durch einen Splitter verletzt. Wenig später griff die israelische Artillerie Ziele im Gazastreifen an. Angeblich wurde eine Gruppe von Palästinensern getroffen, die sich gerade anschickten, eine weitere Gradrakete auf Beer Schewa abzuschießen. Am Dienstag wurden neun Palästinenser im Gazastreifen durch israelischen Beschuss getötet, darunter Kämpfer, die eine Rakete abschießen wollten und Kinder, die in der Nähe Fussball spielten.

Ein 8 Jahre alter verletzter Junge wurde am Mittwoch zur ärztlichen Behandlung nach Israel gebracht. Angeblich seien mehrere Familienangehörige dieses Jungen getötet worden.

Am Abend schlugen weitere Mörsergranaten oder Raketen aus dem Gazastreifen bei israelischen Ortschaften südlich von Aschkelon ein.

Am Mittag hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Sicherheitsberatung einberufen und erklärt, dass Israel den täglichen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen nicht dulden werde.

Ehemalige Generale, die den Gazastreifen gut kennen, darunter Jom-Tov Samija forderten die Regierung auf, die israelischen Bürger zu schützen und im Gazastreifen „für Ordnung zu sorgen“.

Mehrere Sprecher forderten gar eine erneute „Operation gegossene Blei“, also einen Gazakrieg. Nur diesmal sollte die Hamasregierung gestürzt werden, weil sie die Verantwortung für den Raketenbeschuss trage, auch wenn andere Organisationen wie der Islamische Dschihad den Beschuss durchführen.

Netanjahu wollte am Nachmittag nach Moskau fliegen, um bei Gesprächen mit Putin und Medvedev die Russen aufzufordern, keine modernen Raketen nach Syrien zu liefern. Diese Raketen, so Netanjahu, könnten in die Hände der Hisbollah-Miliz im Libanon und sogar der Hamas im Gazastreifen fallen. Die am Morgen auf Beer Schewa abgeschossenen Gradraketen wurden von Iran über Ägypten in den Gazastreifen geschmuggelt.

Netanjahu saß schon im Flugzeug auf dem Weg nach Moskau, als die Bombe in Jerusalem explodierte. Um dem Regierungschef Beratungen zu ermöglichen, wurde der Abflug zunächst um vier Stunden verschoben. Unklar ist, ob Netanjahu noch am Abend oder erst am Mittwoch früh nach Moskau fliegen werde.

Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat rief die Jerusalemer und „alle Israelis“ auf, umgehend wieder zur Normalität zurückzukehren, um den Terroristen zu zeigen, dass die Israelis sich nicht durch den Terror abschrecken oder einschüchtern ließen.

Der für Freitag geplante internationale Marathonlauf durch Jerusalem wird auf jeden Fall stattfinden, sagten Polizei und der Bürgermeister.

Palästinenser hatten den Marathon in Boykottaufrufen für „Völkerrechtswidrig“ erklärt, weil er auch durch Ostjerusalem führen werde.

Der palästinensische Regierungschef Salam Fayad hat den Anschlag in Jerusalem „sehr scharf“ verurteilt und den Opfern schelle Genesung gewünscht.

Ein Hamassprecher bezeichnete den Anschlag in Jerusalem als „verständliche Reaktion auf die Verbrechen Israels im Gazastreifen“. Bisher hat niemand die Verantwortung für den Anschlag übernommen.

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com

70 Kommentare zu “Bombe bei Jerusalems Busbahnhof

  1. @Jane

    Grundsätzlich hat es nie einen Jüdischen Fundamentalismus gegeben so wie sie ihn gerne hätten oder beschreiben. Die Juden sind nicht wie die Christen oder Moslems die in Fremde Länder einfallen Morden und Rauben.
    Es gibt keinen  jüdische  jüdische Fundamentalismus im Nahen Osten im Nahen Osten. den hätten sie gerne damit ihre Thesen stimment. Es gibt den Staat Israel im Nahen Osten und der ist ein Demokratischer Pluralistischer Staat mit Gewaltenteilung.
    Fundamentalismus gibt es bei den Arabern und das ist das eigentliche Problem im Nahen Osten. Und ihre armen Palästinenser sind der spielball der Arabischen Fundamentalisten.

    Jane ihr grosses Problem ist das sie as Judentum nicht einmal im Ansatz verstehen aber grosse Artikel schreiben wollen. Ihnen fehlt die Grundlage über das Judentum das kann man lesen und sehen an Hand ihren Beispiele die sie immer Kopieren.

    Jüdisches Sprichwort: Zwei Juden drei Meinungen   und das ist über 3000 Jahre alt

    Wenn sie gegen die Besatzung sind dann schreiben sie neutral. Sie setzen Vergleichen zu den Nazis und das ist Verunglimpfung sie schreiben Einseitig aus einem Blickfinkel und das ist typisch deutsch.
    Die Medaille hat immer zwei Seiten bei Ihnen sind nur die Juden, die Jüdische Religion und die Israelis schuld. Und das kommt weil sie an sich selber vom Nahen Osten der Geschichte keine Ahnung haben, Sie schreiben viel Bla Bla und wiederholen sich ständig. 
    Lernen sie die Geschichte des Nahen Osten, wer ist Israel warum ist Israel und wer sind die anderen.
    Sie opponiere gegen die Ideologie der Besatzung ? Sehen und das ist ihr Gedankenfehler es gibt keine Ideologie in dieser Geschichte.

    Lernen sie über den Nahen Osten gerade jetzt können sie sehr viel lernen schauen sie nach Syrien ganz genau und lernen sie wie deer Nahe Osten funktioniert.
    Aber nicht im deutschen Fernsehen  schauen sie Al Jazeera (Arabic) oder english
    Dort können Sie lerne und dann werden sie feststellen was sie im deutschen Nachrichtenraum alles nicht hören und nicht sehen können.
    Meine Aufgabe ist es ein guter Jude zu sein Torah und Talmud  zu lernen. Innerhalb der Woche gut und fleissig zu arbeiten. Denn Shabbat zu halten und mich jetzt auf Pessach vor zu bereiten. 
     

  2. Jane, noch zwei links zum Thema Israel Shahak(&Co)
     
    Shahak: The Jews are Bad!
    http://www.wernercohn.com/Shahak.html
     
     
    Aus Anlass eines „Interviews mit dem jüdischen Philosophen Chomsky“ in der National Zeitung

    „Der Holocaust-Leugner Germar Rudolf plauderte in den Staatsbriefen (StB) aus, wozu jüdische Autoren und insbesondere linke jüdische Autoren den Nazis dienen (sollen). In seinem Artikel „Semitischer Revisionismus“ (StB 11/1995, S. 25-27) klaubt er sich aus Zeitungsmeldungen einen „jüdisch-israelischen Revisionismus“ zusammen. Repräsentativ dafür steht bei Rudolf an vorderster Front der vor kurzem verstorbene israelische Chemieprofessor und Kritiker der israelischen Besatzungspolitik Israel Shahak.“
    http://www.klick-nach-rechts.de/gegen-rechts/2002/09/chomsky.htm
     
    (Fußnote aus dem Text)
    „(4)Aufmerksamen Chomsky-Lesern dürfte Shahak bekannt sein. Weniger bekannt ist, dass Shahak sehr schlecht beraten war bei der Wahl seines deutschen Verlages. Sein Buch „Jüdische Geschichte, Jüdische Religion. Der Einfluß von 3000 Jahren“ erschien 1998 im Lühe-Verlag, der der kruden völkischen Ideologie der Ludendorffer verpflichtetet ist.“

    Diese Fußnote dürfen Sie gerne in Verbindung mit Ihrem link zu wikipedia:IsraelShahak lesen.
     
     
     

  3. @ Baruch Zion – Sie leugnen also den von mir beschriebenen jüdischen Fundamentalismus nicht mehr – das wundert mich, vor allem da es doch den Anschein hat, dass Sie selbst demselben anzurechnen sind.
     
    Ich habe oft genug darauf hingewiesen, dass das nur eine von verschiedenen Auffassungen, auch im Judentum ist und das auch die anderen Religionen verschiedene mitunter fundamentalistische, recht unerfreuliche Strömunen aufweisen,
     
    Allerdings spielt der jüdische Fundamentalismus im Nahen Osten eine nicht unbeträchtliche politische Rolle, was in diesem chronifizierten Konflikt leider allzu sehr ausgeblendet wird und wären nicht die Palästinenser die Leidtragenden, seit allzu langer Zeit, dann wäre es wohl nicht von Interesse – ich bin ja auch für Religionsfreiheit – so lane man seinen Glauben nicht auf Kosten anderer auslebt.
     
    Ich gebe gerne ganz andere Beispiele –
     
    Nehmen wir z.Bsp. den jüdisch orthodoxen Schriftsteller Friedrich Weinreb – er war orthodox, hatte jedoch eine ganz andere universale Auffassung des Judentums, die ich sehr respektiere und seine Bücher finde ich sehr inspirierend.
     
    http://www.weinreb-stiftung.org/kurzbiografie.php
     
    Oder nehmen wir die Rabbis for Human Rights – Sie setzen sich genau wie ich für die Achtung der Menschenrechte der Palästinenser ein und machen auf das an den Palästinensern begangene Unrecht aufmerksam; zwischen ihrer Aufklärung in dieser Sache und meinen Beiträgen ist im Prinzip kein großer Unterschied:

    http://www.rhr.org.il/page.php?name=human_rights_in_the_occupied_territories&language=en
     
    Es ist nicht mein Interesse Juden zu verunglimpfen, und egal wie oft Sie es auch behaupten mögen – ich hasse Juden überhaupt nicht – es liegt mir völlig fern ‚die Juden‘ in einen Topf zu werfen – mir ist nur die Besatzung zu wider und ich opponiere gegen die Ideologie die sie rechtfertigt, ganz egal von wem vorgetragen, ob nun Juden oder Nicht-Juden und die gibt es ja genauso, denken wir nur an die Evangelikalen Christen oder ganz einfach die üblichen konservativen ProIsraelVertreter.
     
    Was ist denn Ihre ‚Aufgabe‘ Baruch Zion?

  4. @Jane

    was man Ihnen vorwerfen soll ist Jane.   sie suche alle möglichen Negativen Beispiele der Juden des Judentum und veröffentlichen es hier um den Leser zu zeigen wie schlecht und Unmoralisch die Juden und das Judentum sind. Und zur Krönung ihres tun vergleichen sie ihre gefundenen Beispiele mit den Nazi und sagen das wäre das gleiche.

    Das ist Judenhass und Judendemonisierung

    Aber ich sag Ihnen was, eigentlich ist es egal ob sie hier was schreiben oder in China ein Sack Reis umkippt. Sie werden nichts änderen und Sie haben keinen Einfluss auf die Dinge auf dieser Welt.  Es ist schon fast Lustig zu sehen wie sie sich hier abmühen und ihr Frust immer grösser wird weil Sie es, so glaube ich, langsam begriffen haben das was sie hier schreiben Sinnlos ist.
    Maximal anderthalb Tage dann sind ihre Artikel weg im Archiv und nicht mehr zu sehen. Aus dem Auge aus dem Sinn.

    Sie sind vom Leben bestraft das Sie hier schreiben müssen. Was haben Sie Böses gemacht ?  Oder weil Sie Böse sind ist das ihre Strafe hier ? 

    Ohne uns das Judentum hätten sie wahrscheinlich gar keine Aufgabe auf dieser Welt.  Also danken sie Gott das er die Juden erschaffen hat.  Und sie  

  5. A.mOr. – das Buch hat in Israel großes Ausehen erregt und kommt aus keiner Mottenkiste – oder sollte ich sagen ‚Bücher‘ es gibt gleich mehrere Fälle:
     
    (ncs) – Die israelische Polizei ließ am Donnerstag einen Rabbiner verhaften. Ihm wird vorgeworfen, zu Rassismus mit möglicher Todesfolge aufzurufen


    Yosef Elitzur, der aus der extremistischen Yitzhar-Siedlung nahe Sichem in Palästina stammt, soll im Buch „The King’s Torah“ zum Mord von Babys und Kindern von Israels Feinden aufgerufen haben. Seine Erklärung: Es sei „klar, dass sie heranwachsen, um uns zu schaden“. So zitiert das israelische Nachrichtenportal „Haaretz“ aus Elitzurs Buch.
    weiter lesen: http://www.gmx.net/themen/nachrichten/panorama/146kac6-rabbi-ruft-zu-mord-an-nicht-juden-auf#.A1000146


    http://www.gmx.net/themen/nachrichten/panorama/146kac6-rabbi-ruft-zu-mord-an-nicht-juden-auf#.A1000146


    Ein Rabbiner von einer der gewalttätigsten Siedlungen in der Westbank wurde letzte Woche wegen Verdacht auf Hetze verhört, als die israelische Polizei ihre Untersuchung auf ein Buch erweiterte, in dem er das Töten von Nicht-Juden, einschließlich Kindern und Babys gutheißt.

    Es wird jedoch befürchtet, dass Shapiras Buch „Des Königs Torah“, das letztes Jahr veröffentlicht wurde, dafür gedacht ist, ideologische Rechtfertigungen zu geben, solche Angriffe zu erhöhen, einschließlich der Tötung von Palästinensern, selbst Kindern.

    Obgleich Shapira wenige Stunden nach seinen Verhör am letzten Montag wieder entlassen wurde, begleiteten ihn Dutzende von Rabbinern und mehrere Mitglieder des Parlaments und verurteilten die Verhaftung. Shlomo Aviner, einer der Führer der Siedlerbewegung, verteidigte die Argumente des Buches als „legitime Einstellung“ und als eine, die in jüdischen Seminaren gelehrt werden sollte.
     
    http://zmag.de/artikel/israelischer-rabbiner-predigt-201emord201c-an-babys-von-einheimischen
    Wo bleibt da das Gebot – Du darfst nicht morden. Das gilt ja auch für Christen – und, das wird noch immer unter allen mögliche Vorwänden entrümpelt, ob nun von Juden oder Christen – es gibt eben nun einmal fundamentalistische Juden, die die Gebote nur auf Juden beziehen. Im übrigen widerspricht sich da ja auch die Bibel, wenn dann Gott zur Ausrottung der Amalekiter aufruft, worauf sich heute nicht selten religiös-fundamentalistische Juden beziehen.
    “Die Rettung eines Menschen ist eine gerechte Tat, und damit an jedem Tag der Woche gerecht.“
    Hier das gleiche – insofern manche Juden eben glauben die Gebote der Moral und Ethik fänden nur auf Juden Anwendung – das kann man so oder so interpretieren – und genauso geschieht es eben auch im Judentum. Es gibt solche und solche und auch solche und solche Schulen, die das ganz anders lehren und auffassen.
     
    Israel Shahak war schon zu Lebzeiten ein scharfer Kritiker des Zionismus und das Buch, von dem wir sprechen hat er nun einmal geschrieben.

    Aus einem Bewunderer David Ben Gurions wurde 1956 einer seiner schärfsten Kritiker. Anlass war die Offenlegung der wirklichen Kriegsziele Israels. Ben Gurion erklärte damals in der Knesset, dem Parlament Israels, dass der wirkliche Grund für den Krieg „die Wiederherstellung des Königreichs Davids und Salomons„ gewesen sei. Sein direktes gesellschaftspolitisches Engagement begann 1965 als er Augenzeuge wurde, wie ein ultrareligiöser Jude die Erlaubnis verweigerte, sein Telefon am Sabbat zu benutzen, um einen Rettungswagen für einen Nicht-Juden herbeizurufen. Shahak wandte sich an das Rabbinische Gericht in Jerusalem, um dessen Meinung zum Verhalten des ultrareligiösen Juden einzuholen. Das Gericht erklärte, dass der Jude nach den Religionsgesetzen richtig, ja sogar fromm gehandelt habe. Dieser Zwischenfall machte ihn stutzig gegenüber seiner eigenen Gesellschaft, insbesondere dem Judentum. Hinzu kam seine antizionistische Einstellung. Sie hat ihn vor vielen Fehlbeurteilungen israelischer Politik bewahrt. Schon frühzeitig kämpfte er gegen jede Art von Diskriminierung von Nicht-Juden, insbesondere von palästinensischen Israelis und Palästinensern in den von Israel besetzten Gebieten. Er war jahrelang Vorsitzender der Liga für Menschenrechte. In den letzten Jahren hat er sich dem Studium der jüdischen Religion gewidmet und insbesondere ihre Interpretation durch die Orthodoxie scharf verurteilt. In ihr sieht er die Wurzeln für den Rassismus gegenüber allen Nicht-Juden und auch die Ursache für den Mord an Ministerpräsident Yitzhak Rabin. Der Fundamentalismus in Israel hat seine Wurzeln in den orthodoxen Glaubensvorstellungen. In seinen beiden Büchern weist er dieses nach. Nur wenige außerhalb Israels sind jedoch darüber informiert.

    Die Orthodoxen instrumentalisieren das klassische Judentum, um die Politik Israels zu rechtfertigen, so Shahak in seinem Buch „Jüdische Geschichte – Jüdische Religion“. Für ihn stellt Israel als jüdischer Staat nicht nur eine Gefahr für sich selbst und seine Bewohner, sondern auch für seine Nachbarn dar. Worin besteht die Gefahr? „Es ist diese exklusive Ideologie, es sind nicht die vorgeschobenen ‘Sicherheitsinteressen’ der israelischen Propaganda, die die Übernahme des Landes in den fünfziger und Mitte der sechziger Jahre und dann die besetzten Gebiete von 1967 bestimmt haben.“ Schon in diesem Buch geht der Autor hart mit dem Talmud und den Schriften des jüdischen Philosophen Maimonides ins Gericht. Beide seien angefüllt mit „beleidigenden Anweisungen gegen alle Nichtjuden und mit ausdrücklichen Attacken gegen das Christentum und Jesus.“

    Abschließend soll noch auf eine Gefahr hingewiesen werden: Beide Bücher liefern eine solch kritische Analyse des klassischen Judentums, dass sie auch als „Fundgruben“ für Antisemiten missbraucht werden  könnten. Shahak und sein Co-Autor Mezvinsky wollen dazu natürlich keinen Vorschub leisten. Zitate, die aus dem Zusammenhang gerissen würden, könnten durchaus ein Zerrbild des Judentums entstehen lassen. Das Anliegen der Autoren und insbesondere Israel Shahaks ist es aber, den religiösen Absolutheitsanspruch der Orthodoxie einzudämmen und auf die Gefahren hinzuweisen, die der liberalen israelischen Demokratie von Seiten dieser Fundamentalisten drohen. Wer die Gedankenwelt der Orthodoxen verstehen will, für den ist das Buch eine Pflichtlektüre.
     
    http://www.fes.de/IPG/ONLINE4-2000/REZ

    Es stimmt auch nicht, dass das Buch erst nach seinem Tod veröffentlicht wurde. Israel Shahak, jüdischer Chemieprofessor, lebte in Jerusalem, überlebte das Konzentrationslager Bergen Belsen und starb 2001. Sein Buch wurde 1994 bei ‚Plut Press‘ in englischer Sprache veröffentlicht. Darüberhinaus hat er noch sehr viel mehr in der Richtung geschrieben und war auch politisch aktiv. Die Geschichte mit dem Telefon hat er so erlebt und das war ein Initialerlebnis für sein Engagement.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Israel_Shahak
     
    A.mOr. – es scheint – dass Sie mitunter einfach irgendwas schreiben um Argumente zu entkräften, falls sich sonst nichts findet.

  6. Jane, (auch interessant für Denker?, siehe link)

    Welchen Wahrheitsgehalt haben die Schriften von „Israel Shahak“?

    Wer das Buch (und alle Bücher von Shahak) kennt, die posthum erschienen sind, wird wissen, das es kein Buch über den tatsächlichen Talmud ist oder die tatsächliche jüdische Religion.
    Wer sich ein wenig mit der Person beschäftigt (google etc.) wird schnell lernen, dass man hier keine wissenschaftliche Abhandlung über den Talmud erwarten kann.
    Der Talmud ist integraler Bestandteil jüdischer Lehre, jüdischen Lebens und jüdischen Tuns und kein Werk von/für Fundamentalisten irgendwelcher Art. Wer sich tatsächlich mit dem Talmud beschäftigt hat wird merken, dass man über das Werk selber das nicht leisten kann.
    Wichtig zu erwähnen ist vielleicht, dass der tatsächliche Jisrael Schahak, also der Chemie-Professor von der Hebräischen Universität, der offenbar tatsächlich ein Kritiker der israelischen Politik war, mit dem Autoren der Bücher über das Judentum, den Talmud und den angeblichen Rassismus im Talmud nichts zu tun hat. Der tatsächliche Israel Shahak ist verstorben und kann sich dementsprechend nicht wehren, wenn Bücher unter seinem Namen veröffentlicht werden. Zum guten Schluß noch ein Link zu einem Text von Rabbiner Jakobovits, früherer orthodoxer Oberrabbiner Großbritanniens..

    http://www.talmud.de/cms/Haeufige_Fragen.377.0.html

    Noch was zu einer Zeile:

    „Für die Rettung eines Juden, hätte er den Shabbat brechen dürfen – nicht jedoch für einen Nicht-Juden.“
    Das ist eine Falschinformation. Richtig ist es so:
    Die Rettung eines Menschen ist eine gerechte Tat, und damit an jedem Tag der Woche gerecht.
    Der Schabbat wird nicht entehrt für eine Tat, die den Schöpfer von Schabbat ehrt.

    Nächste Behauptung:

    „Aufsehen erregte in letzter Zeit auch das Buch eines Rabbiners, der es gut hieß selbst die kleinen Kinder seiner Feinde zu ermorden.“
    Keine Ahnung, aus welcher Zauberkiste Sie solches hervorkramen.
    DU SOLLST NICHT MORDEN (zehn Gebote)

    usw.

  7. Denker,

    ich werde es wohl nicht mehr in diesem threat schaffen, viel auf Ihre Fragen einzugehen.
    Leider kann ich Ihnen das Rätsel dieser „ominösen Zitate“ nicht aufklären. Bezüglich Lazarus Goldschmidts Übersetzungswerk wäre noch zu erwähnen, daß es nur den „Mindest-Talmud“ übersetzt. Die wichtigen und ergänzenden Kommentare, die zum Talmudstudium dazugehören, sind nicht übersetzt.
    Für dieses Rätsel also müßten Sie im Prinzip Hebräisch und Aramäisch lernen und studieren.
    Das ist wie Kung Fu, sie können das nicht per Drei-Minuten-Terrine verspeisen.

    Mit meinem vorhergehenden Text wollte ich Sie mit der grundsätzlichen Absichtshaltung des Judentums bekannt machen, soweit ich es mir zutraute. Der link, den Shura Ihnen geboten hat, Sie sollten ihn vielleicht nochmal lesen, denn dort geht es nicht so sehr um These/Antithese, sondern um die Beurteilung des Zustands „Mensch“, und warum Jude und Nichtjude gleichfalls Mensch sind. Ich finde, daß das alles meinen vorhergehenden Text gut ergänzt.

    Das Antijudaismus in so vielen Ländern aufgetreten ist, das hat öfters nichteinmal mit Judentum selbst zu tun, sondern häufig mit Herrschern, die ihre Länder ruinierten, weil sie den Hals nicht vollkriegten zB. (der Jude wird zum Sündenbock der Zornigen, die an die Herrscher nicht rankommen)
    Aber Antisemiten stellen es so hin, als ob die Anwesenheit von Juden selbst überall irgendwann zum Antisemitismus führt. Das ist nicht richtig, verfälschte Geschichtsdarstellung.
    Im übrigen sollte auch nicht der Unterschied der Glaubensrichtungen übersehen werden.
    Der absolute Machtanspruch von Christen und Moslems wurde Juden oft zum Verhängnis, weil sie nachvollziehbarerweise nicht von der Religion und ihrer Identität ablassen wollten.
    Die antisemitische Falschdarstellung, daß Juden überall wo sie sind über kurz oder lang den Zorn der Bevölkerungen erzeugen, ist ein besonders perfides Lügenspiel.
    Es wird die Frage gestellt: Sind alle diese Bevölkerungen fehlgeleitet, daß sie die Juden hassen?
    Wie soll man schon auf solche Frage antworten?
    Gut, also antworten wir brav: nein, das kann nicht sein.
    Also, dann haben die Juden schuld.
    Ja Warum?
    Antwort: Talmutverfälschungen, die Protokolle der Weisen von Zion, antisemitische Zitate, wie der Schopi von Ihnen, alles vermeintliche Beweise für eine Lüge, bewiesen durch eine Lüge, aufbauend auf einer Lüge, soviel Lüge! Daraus machen wir einfach Wahrheit, und weil die Juden sowieso irgendwie anders sind, und auch weil es die „Tradition“ des Antijudaismus von Christen und Moslems gibt, wird es irgendwie einfach glaubwürdig.

    Da Sie es erwähnen, ich denke schon, daß die deutschen Schulen recht ungenau über das Judentum berichten. Juden kommen im allgemeinen nur als Opfer vor.
    Da kann der Lehrer zigmal erklären, daß Juden aber gute Menschen sind, dem Schüler kommt es eben suspekt vor, daß Juden immer nur Ärger kriegen.
    Es gäbe auch bzw gerade an Schulen nicht nur die Möglichkeit sondern die Pflicht, wenn schon über Juden gelehrt wird, dann auch das gesamte Bild zu zeigen. Das geschieht leider nicht, und natürlich hat das entsprechend negative Folgen auf die Sicht der Deutschen zu Juden.
    Möglicherweise erklärt das ein gut Stück die allgemein negative Berichterstattung der Medien bezüglich Israel. Deshalb kann ich Ihre Beobachtung (: „Heute wird natürlich alles Offizielle, judenfreundlich ausgelegt.“) leider nicht bestätigen, bestenfalls wird noch viel geheuchelt.
     
    Der Antisemitismus ist nach wie vor weit verbreitet, der Bombenanschlag in Jerusalem ist nur ein weiterer grauenhafter Anschlag an die Menschen, der in entsprechender „Tradition“ steht.
    Es ist gerade islamfaschistischer Antisemitismus, der den europäischen inzwischen weit übertreffen dürfte, der aber genauso in diesem Europa massig einwirkt, die Medien scheinen dieses Spielchen sogar mitzuspielen, wenigstens ist die Berichterstattung stark tendenziell pro-muslimisch, trotz allem Terrorismus, wenn es zum Thema Israel geht, aber auch zum Thema Europa.

    Zugegebenermaßen habe ich nun einen recht knappen, ungenügenden Ausblick geliefert. Möglicherweise wichtiges ausgelassen, ohne es zu beabsichtigen. So fasse ich mich etwas kürzer. Vielen Dank für Ihr Interesse.
    Letzten Endes, ob sie jemals das Rätsel um diese „Zitate“ lösen oder nicht, müssen sie selbst entscheiden, ob sie den Stimmen des Hasses folgen, oder ob sie die Menschen lieber leben lassen mögen, um vielleicht an ihrer Lebensfreude teilnehmen zu können.
    Sie können ziemlich genau davon ausgehen, daß alles, was der Welt oder dem Menschen schadet unjüdisch ist, alles, was beiträgt um Schaden zu reparieren, um schlechte Zustände zu verbessern, das ist ziemlich jüdisch. Klar, das ist schwarweiß, aber es ist das Ideal, wie es im Judentum gilt.

  8. “Ich denke, dass man, um diese Phänomenologie der geradezu leidenschaftlichen Opferbereitschaft verstehen zu können, sich zu aller erst einmal die psychodynamischen Effekte extrem patriarchalischer Strukturen vor Augen führen muss.“
     
    Jim – die Besatzung, die Vertreibung, die Entrechtung der Palästinenser – das gab es alles schon lange bevor es Selbstmordattentate gab – und die Palästinenser haben Israel 67 auch nicht angegriffen.

  9. Jim, vielleicht sollten Sie sich einmal überlegen, was Sie an Jane so sehr hassen, dass Sie sie in eine Reihe mit den schlimmsten Massenmördern der Menschheitsgeschichte stellen.
    Erkennen Sie nicht die Ungeheuerlichkeit Ihrer Patzer?

    Warum sind Sie nicht vielmehr dankbar, dass Jane sich immer wieder die Mühe macht, Ihr betoniertes (borniertes) Weltbild zu konfrontieren.

    Ob nun jemand Bomben auf nächtliche Schlafzimmer oder in Supermärkten als Terror klassifiziert, scheint doch wohl von der eigenen Vulnerabilität abzuhängen. Vertändlich mag es sein, ein Argument ist es nicht.
    Weder so herum, noch umgekehrt.

    Für eine Seite darf man kein Verständnis haben, der anderen muss man alles entschuldigen?
    Wohin soll das führen?

  10. Anat Kam hat Material an einen israelischen Journalisten weitergegeben, das wäre erst mal Geheimnisverrat, allerdings ist es nicht etwa Spionage oder ähnliches, da es ja nicht an feindliche Kräfte ging und auch nichts weiterging, an Kräfte, die dem Land irgendwie damit schaden könnten und auch nicht wahllos veröffentlicht wurde.
     
    Es wurde kein Missbrauch mit dem Material gemacht – nein – es wurde aufgedeckt – dass israelische Militärs planvoll, ohne Not und absichtsvoll an der Praxis der außergerichtlichen Hinrichtung von Palästinensern festhalten – obwohl ihnen dies vom obersten israelischen Gerichtshof seit mehreren Jahren verboten ist.
     
    Wohlgemerkt handelt es sich nicht etwa um Fälle von Notwehr, die sind den israelischen Soldaten selbstverständlich erlaubt und nicht verboten – nein es handelt sich um absichtsvolle geplante außergerichtliche Hinrichtungen.
     
    Diese Art von Geheimnisverrat, würde in einem normalen Rechtsstaat eine völlig andere Bewertung nach sich ziehen, da mit dem Diebstahl der Unterlagen ein Beitrag zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung geleistet wäre und auch kein Missbrauch mit dem Material betrieben wurde.
     
    Es gibt keinen rechtmäßigen Anspruch von Geheimhaltung illegaler Aktivitäten. Solches Material würde im Nachhinein in einem normalen Rechtsstaat als ‚illegales Geheimnis‘ klassifiziert und zu einem Freispruch des Informanten führen.
     
    Presse und Meinungsfreiheit und der Schutz von Informanten (die immer gegen interne Auflagen verstoßen) werden mit Recht als vierte und ganz wesentliche Gewalt im Staat bezeichnet, die ein notwendiges Korrektiv zu Entgleisung der Macht darstellt. Informanten über illegale Geheimnisse, werden in einem Rechtsstaat nicht bestraft.
     
    Was allerdings mit besagten Militärs ist? Wohl gar nichts – das spricht für sich und auch für die Ohnmacht der israelischen Gesetzgebung gegenüber dem Militär, das wie es scheint der eigentliche Regent Israels ist und schlicht weg tun darf, was immer es will.
     

  11. “Und jetzt vollen sie sich Rächen an den Juden und am Staat Israel weil man sie nicht wollte.“ 

     So ein Blödsinn!

     Ach Baruch Zion – ich bin ein philantroper Mensch, der sich von klein auf immer für Schwächere eingesetzt hat und dabei immer auch was riskiert hat. Daher hätte ich von diesem Staat, so wie er sich heute darstellt, niemals irgend was gewollt. Sie gehen da in die Irre.
     
    Das liegt einfach in meiner Natur. Was wollen Sie denn über meine Motive wissen?
     
    Sie haben keine Ahnung. Es stimmt dass ich durch persönliche Beziehungen zu diesem Engagement kam (und nicht etwa durch anerzogenen Judenhass, den gab es in meiner Familie nicht, ich habe da niemals ein schlechtes Wort über Juden gehört, eher schon im Gegenteil) und zwar durch persönliche Beziehungen zu beiden Seiten, aber meine Meinung war schon immer so, seit ich mir über die Grundkomponenten dieses Konflikts bewusst bin und wie viele mochte ich mich nicht darüber äußern, oder nur sehr zurückhaltend, weil ich der Meinung bin, dass man nicht ausgerechnet als Deutsche(r) Israel laut kritisieren sollte, denn auf mir lastet genauso wie auf vielen Deutschen die Verantwortung den politischen Entgleisunen, dem Massenmord an den Juden in der Mitte des letzten Jahrhunderts, etwas positives und versöhnliches entgegenzusetzen; aber im Stillen hoffte ich in den 90ern, dass der Friedensprozess die Sache zu einem gütlichen Ende führen würde. Ich fand es auch mies, die Palsätinenser ihrem Schicksal zu überlassen, weil wir so ein schlechtes Gewissen haben. Das ist auch überhaupt nicht in Ordnung.
     
    Es war sehr unangenehm zu begreifen, dass das schlechte Gewissen der Deutschen und anderer Nationen, auf indirekte Art nicht nur zu Versöhnung, sondern zu neuem eklatantem Unrecht führt. Grotesk – aber wahr – es ist nicht ganz falsch zu sagen, dass die israelische Politik jüdisches Leid instrumentalisiert und die Opferrolle nicht selten wie ein Bajonett vor sich her trägt. Das ist nicht wirklich redlich.
     
    Leider führte Oslo nicht zu einem gütlichen Abschluss, denn auch in CampDavid2000 offerierten die Israelis mal wieder eine Mogelpackung – hörte sich gut an – hielt aber nicht was es versprach.
     
    Die Gewalt die damals losbrach war schlichtweg nicht von den Palästinensern initiiiert, sondern zielte darauf ab, den von der internationalen Gemeinschaft den Israelis aufoktruierten, mehrheitlich wohl eher nicht gewollten Friedensprozess endlich den Garaus zu machen – man muss keine einschlägigen Seiten verfolgen um das zu wissen (aber dafür gibt es auch genügend Belege und zwar auch von israelischer, höchst kompetenter Seite) – es reicht die Chronolgie der ganz normalen Nachrichten, insofern man diese aufmerksam und mit offenen Augen verfolgt.
     
    Seither wurde mein Gewissen ein echte Belastung – ich fand das kollektive den Mund halten, langsam unerträglich und mich selbst damit auch in dieser Angelegenheit. Ja – das eigentliche Intial für meine veränderte Haltung ist das Scheitern von Camp David und die darauf folgenden Jahre in denen ich immer noch nicht den Mund aufmachte – das war schwer zu ertragen (und zwar in manch persönlichen Beziehungen). Ich bin sehr froh – dass ich keinen Grund mehr dazu habe – ich könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbahren.
     
    Es ist mir zuwider, wenn Stärke sich darin definiert, bzw. vor dem Missbrauch nicht zurückschreckt andere zu unterdrücken. Ich könnte mich niemals mit einer Haltung solidarisieren, die sich so gebiehrt, ganz egal welche persönlichen Beziehungen mir da in die Quere kommen auch wenn ich mir damit mitunter ins eigene Fleisch schneide. Nein diesen Staat oder irgend eine Art von Zugehörigkeit zu diesem Staat oder zu dieser Religion, so sich sie sich dergestalt gebieht – ist mir völlig unmöglich. Sie sollten begreifen, dass ich das nicht gewollt habe – niemals. Ich könnte das gar nicht anstreben. Es liegt nicht an anderen. Es ist mir einfach unmöglich.
    Solche ‚Stärke‘ halte ich für niedrig und dumm. Stärke äußert sich für mich in Güte und die israelische Politik gegenüber den Palästinensern, die ist so selbstgerecht und so skrupellos und ja sie ist grausam, dass es an Verrücktheit grenzt. Das alles stellt fest tradierte Klischees völlig auf den Kopf, Klischees, die einmal auch in meinem Kopf beheimatet waren und für die es viele eingefleischte Chiffren gibt – aber die bröckelten schon lange bevor ich Israelis kennen lernte und der Umstand, dass ich mir darüber bewusst bin, dass den Palsätinensern viel Unrecht geschieht, das würde doch niemals meine Offenheit gegenüber Menschen einschränken, nur weil sie Juden sind, so denke ich nun einmal nicht. Ich sehe Menschen immer noch als Individuen, ganz gleich welche, ob Juden oder nicht, und nicht etwa als Bannerträger einer Nation. Das ist doch lächerlich.
     
    Das alles setzt routinemäßige Abläufe, die übliche Matrix moralischer Instanzen völlig durcheinander. Aber es sind wahrscheinlich nicht zuletzt die schwarz-weiß Gut-Böse Schemata in den Köpfen vieler Menschen, die es ihnen verunmöglichen, die Dinge offen und unmittelbar zu konzipieren – und letztendlich ist das für viel Leid verantwortlich – in immer neuer wechselnder Gestalt. Wie sagte Goethe – das also ist des Pudels Kern – das Böse nimmt immer neue Gestalt an und fest tradierte Vorstellungen von ‚den Guten‘ und ‚den Bösen‘ sind immerzu eine Nebelbank, die die Völker zu Mord und Totschlag inspirierten. Die ständige Wiederholung, die ständige Zuschreibung aller mieser Eigenschaften an die Palsätinenser, das ist Rassismus – und nichts anderes.
     
    Da kaum jemand offen ausspricht, was doch alle Welt sieht, sehe ich es schließlich auch nur als fair an, dieses auch offen zu sagen und zwar hier in einem jüdischen Blog. Das scheint mir einfach die sinnvollste Anlaufstelle für dieses Problem. Auf muslimische Heißsporne einzuwirken, das überlasse ich besser muslimischen Philantropen. Die können das fraglos besser als ich.
     
    Menschen die in der Öffentlichkeit stehen, riskieren allerdings viel wenn sie das tun. Und so ist ein Blog eben eine gute Möglichkeit sich zu äußern. Allerdings bröckelt das Wegschaun mehr und mehr – die Leute können es doch einfach nicht mehr ertragen, dieses dummdreiste Trauerspiel seit nunmehr über 40 Jahren anzuschaun ohne auch nur offen ihre Meinung zu sagen.
     
    Wären es die Juden heute hier in diesem Land, die massiv unterdrückt würden, dann würde ich mich für sie einsetzen und wären es andere, dann eben andere. Oder wäre es so, wie sie spekulativ behaupten, die Muslime würden in Israel einfallen und die Israelis ‚abschlachten‘ – ja dann wäre ich die erste, die sofort nach einem Eingreifen, nach Beistand durch internationale Truppen rufen würde – das ist aber nun mal nichts als eine Spekulation – es sind die Israelis die übergriffig sind – nicht die Muslime.
     
    Was meinen Eifer zusätzlich anfacht (und ich muss zugeben, ich hätte nie vermutet, dass ich hier so lange schreibe und frage mich auch manchmal, ob ich damit besser nie angefangen hätte) das ist die selbstgerechte Dummdreistigkeit, ja die nicht selten anzutreffende, argumentative völlige Skrupellosigkeit und Unredlichkeit mit der hier so manche Pro-Zionisten (natürlich nicht alle) mit oft recht miesen Mitteln gegen jede Kritik zu Felde ziehen und gleichzeit auf einem recht hohen Ross sitzen und sich dabei auch noch achso erhaben fühlen. Sie sind unermüdlich und das ruft eben in mir das entsprechende Echo hervor. Ich kann und mag mich nicht damit abfinden, dass ein solches Gebahren die Oberhand behält. Da stimmt einfach etwas nicht – aber es ist schon richtig – ich frage mich wirklich oft, ob es nicht besser gewesen wäre – hier niemals reinzuschaun – einmal damit angefangen, ist es schwierig den Leuten, die alles daran setzen Kritiker mundtot zu machen – das Feld zu überlassen. Manche schrecken ja vor kaum was zurück, die Kritiker dieser Politik mundtot zu machen und da setzt dann eben ein zweites Erschrecken ein und ein ‚das darf doch nicht sein‘.
     
    Ehrlich – ich hätte nie gedacht, dass ich hier so lange schreibe.
     
    Und somit schaffen sich die oft hemmungslosen Schreiberlinge im Dienste des sakrosanten Zionismus sich oft ihre ärgsten Feinde selbst. Seien es nun Nicht-Juden oder auch jüdische Dissidenten, die einmal mit ausreichend Dreck beworfen eben nicht mehr klein beigeben werden und so in eine Rolle gedrängt, den Fehdehandschuh aufnehmen – das ist fraglos ein weiteres psychologisches Motiv, das nachvollziehbar ist und nun einmal so in der Natur der Sache liegt.

  12. Wissen Sie Jim – wenn jemand Sie so behandeln würde, wie die Israelis die Palästinenser behandeln, dann würden Sie denjenigen genauso hassen – das geht gar nicht anders, das ist normal, jeder würde das tun, das hat überhaupt nichts mit Antisemitismus zu tun.
     
    Es ist Ihnen bewusst, den Terror gegen Israel zu rechtfertigen, die Schuld an dieser Perversion menschlichen Lebens allein Israel zuzuschieben. Dazu nur die Erinnerung an den Skandal Ted Honderich-Suhrkamp , damit ist alles notwendige gesagt:
     
    „Honderichs subjektiv redliches Bekenntnis auf Seite 236 war gleichwohl nicht zu erwarten: „Ich für meinen Teil habe keinen ernsthaften Zweifel, um den prominenten Fall zu nehmen, dass die Palästinenser mit ihrem Terrorismus gegen die Israelis ein moralisches Recht ausgeübt haben.“
    Nachdem der Suhrkamp Verlag mit Martin Walsers „Tod eines Kritikers“ einen antisemitischen Roman publiziert hat, veröffentlicht er jetzt in seiner Jubiläumsreihe (!) einen politisch-philosophischen Traktat, der antisemitischen Antizionismus verbreitet, dabei die Ermordung jüdischer Zivilisten in Israel rechtfertigt und so – gemäß der strengen moralischen Logik des Autors Honderich – eben dies Tun auch zur Nachahmung empfiehlt.“
     
    Kurz noch zum Selbstmordattentäter:

    Ich denke, dass man, um diese Phänomenologie der geradezu leidenschaftlichen Opferbereitschaft verstehen zu können, sich zu aller erst einmal die psychodynamischen Effekte extrem patriarchalischer Strukturen vor Augen führen muss.

    Strukturen, die zur Aufgabe der eigenen Identität und damit zu vollkommener Unterordnung, bis zur völligen Selbstaufgabe gegenüber einer äußeren Autorität führen müssen, sei dies nun der Wille des Vaters, einer Ideologie oder auch der Gottes, also Allah, was letzten Endes zu zumindest aus „westlich aufgeklärter“ Sicht vollkommen unverständlicher Auffassung von irdischer Existenz, für uns also, zu nahezu unbegreiflichem Verständnis von diesseitigem menschlichem Leben führt.

    Der Ursprung, warum dieses gerade bei Schiiten so besonders ausgeprägt ist, ist wohl bereits im Streit um die Nachfolge Mohammeds zu suchen – die Schiiten waren diesbezüglich durch ihre Gegenspieler, die Umajjaden gezwungen, eine Reihe von Niederlagen hinzunehmen, Husain’s Vater, kurzzeitig an der Macht, fiel einem Attentat zum Opfer und Husain selbst unterlag im Massaker von Kerbala, das er nicht überlebte.

    So kamen Kerbala, als Ort der Niederlage und auch Grabesstätte Husain’s, sowie Nadschaf, der Ort der Grabesstätte Husain’s Vaters zu ihrer zentralen und überragenden Bedeutung im schiitischen Glauben.

    Man kann also davon ausgehen, dass genau diese Unfähigkeit irdische Macht erringen und damit die dominierende Rolle innerhalb des Islam spielen zu können, zu einem Unterlegenheitsgefühl und einem daraus erwachsenden Unvollkommenheitsgefühl geführt hat, was schon damals schiitische Moslems zu der Überzeugung gelangen hat lassen, den wahren Sinn des Lebens nur im Jenseits und damit erst durch den Tod erfahren zu können und das aber auf ganz besondere Weise – als Märtyrer im Kampf um den wahren Glauben.

    Ein Umstand, der seither nicht nur eine fixe Determinante der psychischen Struktur schiitischer Muslime darstellt, sondern darüber hinaus auch von diversen Machthabern auf perverse Weise kultiviert, instrumentalisiert und zum Erreichen bzw. zum Absichern und Erhalt eigener irdischer Macht, angefangen von den Assasinen bis heute, mittels Indoktrination der Massen nicht nur missbraucht wird, sondern, zum Teil, wohl auch wirklich geglaubt wird.

    Nun, importiert, besser vielleicht, dem palästinensischen Volk introjiziert, wurde diese Überzeugung vom Märtyrertum, diese Ideologie, vom Kinderarzt und damaligen Hamas-Generalkommandanten Rantisi, nach seiner Rückkehr aus dem Libanon – vorsätzlich und ausschließlich als Waffe im Kampf gegen Israe.

    Die gegen Israels Zivilbevölkerung geschickten Selbstmordattentäter, sind im Grunde absolut bedauernswerte Menschen, der eigenen Identität völlig beraubt, eiskalt kalkuliert zu willenlosen Mordmaschinen gemacht.

    Das wars, ich klinke mich nun aus, denn diese von widerlichem Antisemitismus getragene Diskussion um die Talmudfälschungen hier, ist kaum erträglich!

    r

     

     
     

  13. A.mOr. – wie kommt es dann, dass z.Bsp. ein jüdischer, pensionierter Chemieprofessor, ein Überlebender von Bergen Belsen, Israel Shahak, ein Buch schreibt – “Jüdische Geschichte, Jüdische Religion“ – in welchem er eben diese Zitate und auch die konkreten negativen Auswirkungen derselben kritisiert.
     
    Der Anlass seiner Kritik war ein Erlebnis, als sich ein gläubiger Jude in den 60ern weigerte sein Telefon zur Verfügung zu stellen, um die Ambulanz zu rufen, weil es Shabbat war und das Opfer kein Jude? Für die Rettung eines Juden, hätte er den Shabbat brechen dürfen – nicht jedoch für einen Nicht-Juden.
     
    Aufsehen erregte in letzter Zeit auch das Buch eines Rabbiners, der es gut hieß selbst die kleinen Kinder seiner Feinde zu ermorden.
     
    Israel Shahak ist ja keine Erfindung und auch heute gibt es jüdische-fundamentalistische Gruppierung die gegenüber allen Nicht-Juden massiven Rassismus predigen – ehrlichgesagt so schlimm, wie ihn die Nazis ihn sich hätten schlimmer auch nicht ausdenken können.


    “Wegen eines ähnlichen Falls war bereits ein anderer Westbankrabbiner verhaftet und verurteilt, später aber vom Obersten Gericht freigesprochen worden. Ido Alba, Rabbiner von Kirjat Arba bei Hebron hatte ganz ähnlich wie Shapiar in seinem Buch „Birur dine harigat goi“, „Klärung der Gesetze über das Töten eines Nichtjuden“ in der Sammelschrift „Baruch ha-Gever“ zu Ehren des Massenmörders Baruch Goldstein, argumentiert. Das Oberste Gericht hatte ihn freigesprochen, weil sein Artikel eine theoretische Abhandlung zu dem Problem sei, aber keine Anstiftung zum Mord.“
     
    http://www.imdialog.org/bp2010/05/info.htm


    “Am 16. Oktober 2010 sorgte der Rabbiner für großes Aufsehen, als er behauptete, alle Nicht-Juden Goyim seien auf der Welt, um Juden zu dienen. Gott habe ihnen ausschließlich zu diesem Zweck ein Leben auf der Welt geschenkt“
     
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ovadja_Josef


    “Der Unterschied zwischen einer jüdischen Seele und einer nicht-jüdischen Seele – egal auf welcher Ebene – ist größer und tiefer als der Unterschied zwischen einer menschlichen Seele und der Seele eines Rindvieh“ – nach Rabbiner Abraham Kook.“


    ..Die Geburt des messianischen Zionismus: als führender israelischer Menschenrechtsaktivist und Holocaustüberlebender untersucht Shahak die jüdische fundamentalistische Geschichte, prüft ihre Tendenzen und erklärt die Gefahren, die von messianischen Extremisten ausgehen. Sie sind gegen die Gleichheit von Juden und Nicht-Juden und zerstören die demokratischen Werte durch ein entlarvendes Dogma, das Juden allen anderen als überlegen darstellt.


    Der frühere Einfluss des Fundamentalisten Rabbi Abraham Kook ( 1865 – 1935) war bedeutsam. Er predigte jüdische Überlegenheit und sagte: ‚Der Unterschied zwischen einer jüdischen Seele und Seelen von Nicht-Juden – egal auf welcher Ebene – ist größer als der Unterschied zwischen einer menschlichen Seele und der Seele eines Rindes.“ Seine Lehren halfen, die Siedlerbewegung zu schaffen. Und sein Sohn Rabbi Zwi Yehuda Kook gründete die extremistische Gush Emunim (GE) unter dem Slogan: Das Land Israel ist für das Volk von Israel – entsprechend der Tora von Israel. Groß-Israel gehöre allein den Juden und heilige Kriege sind akzeptabel, um es zu erlangen.


    Kook war der erste Oberrabbiner. Um ihn zu ehren und um seine Lehren zu verbreiten, wurde 1924 die extremistische Merkaz Harav („das Zentrum des Rabbi“), als Yeshiva oder fundamentalistisch-religiöses Kolleg gegründet. Es lehrt, dass „Nicht-Juden, die unter jüdischem Gesetz in Erez Israel leben, entweder als Sklaven – als Wasserträger oder Holzhauer – leben oder vertrieben oder ausgelöscht werden müssen.
     
    http://zmag.de/artikel/religioeser-fundamentalismus-in-israel
     
    Es liegt mir fern, diese Zitate irgendwie zu benutzen um Hass gegen Juden zu begünstigen und ich bin sicher, dass sich in allen religiösen Büchern, teilweise je nach Quelle recht unterschiedliche Aussagen finden, die sich oft genug widersprechen. Aber sie beschäftigen mich schon. Ich fände es auch völlig idiotisch anzunehmen, dass wenn sich solche Zitate finden, dies allgemeine Rückschlüsse auf ‚den Charakter‘ von ‚den Juden‘ erlauben würde, es ist genauso idiotisch, wie irgendwelche Rückschlüsse aus der Bibel auf meinen Charakter zu schließen – völlig unsinnig. Hinsichltich eines übergeordneten kulturellen Aspekts, sind solche Schriften natürlich schon von großer Bedeutung und die Geschichte lehrt, dass sich auf das gleiche Werk, sei es nun der Koran, das Neue Testament oder auch der Talmud, völlig unterschiedliche Bewegungen berufen, mit völlig unterschiedlichem Charakter, völlig unterschiedlichen Intentionen und völlig unterschiedlicher Geistesauffassung.
    Ich habe aber doch den Eindruck, dass das Judentum eben, nicht anders als das Christentum oder der Islam auch, eben auch eine dunkle Seite hat und mitunter finstere Fundamentalisten hervorbringt, die sich selbst ebenfalls auf eben solche Zitate berufen, um den krudesten Rassismus zu predigen. Ich sehe die Gläubigen im Christentum und im Islam auch differenziert und genauso, wie es finstere christliche Bewegungen gab, und teilweise, wenn auch nicht mehr ganz so schlimm, immer noch geben mag, gibt es auch sehr positive Intentionen und Bewegungen im Christentum; auf den Islam trifft das auch zu und auf das Judentum sicher auch – aber es gibt eben auch einen jüdischen Fundamentalismus und der ist alles andere als harmlos zumal er einen nicht unerheblichen Einfluss auf die reale Politik Israels und den Konflikt mit den Palästinensern hat.
     
    Wir hören hier ja auch oft Zitate, die angeblich beweisen sollen, was für eine unmenschliche Religion der Islam von Grund auf wäre. Die sind auch oft völlig aus dem Zusammenhang gerissen und jene Zitate, die solchen Aussagen diametral entgegenstehen und ein völlig anderes, friedliches, menschen-freundliches, tolerantes und recht aufgeklärtes Bild des Islam bezeugen, werden dann gerne unterschlagen. Ja – der säkulare Staat ist tatsächlich eine Erfindung muslimischer Philosphen und zwar im 11. Jahrhundert.
     
    Ich kann ehrlich gesagt nicht glauben, dass all die bekannten Zitate, die ich jetzt hier nicht wiederholen möchte, Fälschungen sind. Es gibt auch recht unterschiedliche Urteile dazu und wenn eine Person wie Israel Shahak, ein Jude aus Jerusalem, ein pensionierter Professor eben diese publik macht, veröffentlicht in einem bekannten Verlag mit einem Vorwort des weltberühmten Schriftstellers  Gore Vidal, dann begreife ich nicht, warum er das denn machen sollte außer, dass er eben ein Humanist ist, der sich über solche empört. Dass er als in Israel lebender, jüdischer Gelehrter des Hebräischen nicht mächtig wäre, kann man wohl auch kaum annehmen.
     
    Ich glaube ehrlich gesagt, dass es sich bei der immer wiederholten Behauptung, es handele sich um Fälschungen, um eine Schutzbehauptung handelt.
     
    Wenn man dann z.Bsp. auf die Website der Chabad Lubawitsch geht, dann kann man dort das wichtigste Werk des Gründers ihrer Bewegung lesen – das Buch Tanja. Ich habe mir die Mühe gemacht – zumindest zu einem guten Teil.
     
    Das Buch ist aus einem Guss und legt die  Sicht der Welt des Autors dar und nicht etwa irgendwelche sich im Dialog entfaltenden Thesen und Antithesen.
     
    Da kann man z.Bsp. lesen (Original-Link zur Chabad-Lubawitsch-Seite ist mit dabei):


    Auch die guten Attribute wie Erbarmen und Wohltätigkeit, die in der Natur ganz Israels von Geburt an enthalten sind33, entstammen dieser Seele. Denn beim Juden stammt diese Kelipa-Seele von Kelipat Noga [wörtlich „schimmernde Kelipa“], die auch Gutes enthält. [Diese Kelipa] kommt vom esoterischen „Baum des Wissens um Gut und Böse“34.


    Die Seelen der Völker dagegen stammen von den übrigen, unreinen Kelipot35, die keinerlei Gutes enthalten, wie in Ez Chajim, Tor 49 , Kap. 3, steht. „Und alles Gute, das die Völker tun, tun sie für sich selbst.“36 So steht im Talmud über den Vers: „Und die Güte der Völker ist eine Sünde“37 – „All die von den Völkern der Welt vollbrachten Akte der Mildtätigkeit und Güte dienen ausschließlich der Selbstverherrlichung etc.
     
    http://www.chabadberlin.de/library/article_cdo/aid/583075/jewish/Kapitel-1.htm
     
    Da ist keine Relativierung, kein Widerspruch nichts dergleichen – da wird schlichtweg gelehrt, das Juden edel und manchmal ein auch ein bischen Böse sind, gemäß der Mischung aus der ihre Seelen gemacht sind, wohingegen Nicht-Juden niedere Seelen anderer Natur haben unrein sind und grundsätzlich nichts Gutes enthalten. Ja selbst, wenn sie offenkundig gutes tun, dann sollte der Gläubige begreifen, dass es sich nur um eine Täuschung handelt.
     
    Was für eine rassistische Gehirnwäsche! Verzeihen Sie A.mOr. – mein Ärger richtet sich nicht gegen ‚die Juden‘ – aber gegen solche Machwerke und die Anhänger, die sowas glauben allerdings schon.

    • Ich habe mit Bedacht die  Beispiele oben gewählt, die exakt so in der deutschen Übersetzung von Lazarus Goldschmidt nachzulesen sind.
      Deswegen interessieren mich andere Zitate wenig, weil tatsächlich manche „erfunden“ worden sind, oder aus anderen Übersetzungen stammen.
      Die kann ich nicht prüfen, also argumentiere ich damit nicht!

    • Noch etwas: In dem Link steht wieder was von These und Antithese. Genau das meine ich: Die Juden scheinen sich selbst nicht einig zu sein, was im Talmud steht.
      Allein hier im Thread gab es schon 3 verschiedene Versionen zum Aufbau des Talmud.
      Damit machen sie es ihren Kritikern auch leicht. Ich wäre immer noch dankbar, für eine sachliche Aufklärung. Meinungen und Vermutungen kann ich nicht gebrauchen. Ich hätte gern Fakten.

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