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Ausweis nach 40 Jahren erstattet

Nach vierzig Jahren wurde der gestohlene Ausweis des bei den olympischen Spielen in München 1972 ermordeten israelischen Sportlers Eliezer Halfin erstattet…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 24. Februar 2011

Ein deutscher Polizist hatte den Ausweis Halfins wohl als Souvenir „mitgehen“ lassen. Nach dessen Tod entdeckte dessen Sohn, Tilman Holzer, das am 30.7. 1972 ausgestellte Papier im Nachlass seines Vaters und übergab es der israelischen Botschaft in Berlin. Im Rahmen einer „bewegenden Zeremonie“ – wie die Zeitung Maariv berichtet – wurde im Außenministerium in Jerusalem das Dokument an Rima Goldwasser übergeben, der Schwester des  ermordeten Sportlers. „Ich bin sprachlos. Eliezer ist die ganze Zeit bei mir. Es sind nur noch wenige Erinnerungsstücke von ihm übrig geblieben“, sagte Goldwasser.

Bei der Zeremonie waren neben dem Generaldirektor Dany Ayalon auch der deutsche Botschafter Harald Kindermann und Angehörige anderer ermordeter Sportler bei den olympischen Spielen in München 1972 anwesend. Ayalon bezeichnete den seinerzeit von Arafat gelenkten Terroranschlag auf die israelische Delegation in München einen „Tiefpunkt in der Geschichte des Sports“. Er äußerte die Hoffnung, dass die deutsche Regierung sich darum bemühen werde, weitere fehlende Dokumente den Familien der Sportler zu erstatten.

Auf Anfrage sagte eine Sprecherin des Außenministeriums, dass die Angehörigen der Sportler gar nichts von solchen Teilnahmeausweisen des Olympischen Komitees wussten. Daraus schlossen sie, dass nicht nur Eliezer Halfin einen solchen Ausweis besessen hat, sondern auch die anderen Sportler. Unklar sei deshalb, ob auch noch andere Dokumente in München zurückbehalten worden sind.


Der überlebende Sportler Gad Zabari mit Zeitungsbild der israelischen Delegation in München 1972 und Souvenirs

(C) Ulrich W. Sahm / haGalil.com