Stalag 13: Pornografie & Holocaust

Nach dem großen Erfolg des ersten pornografischen Taschenbuches »Stalag 13«, das zur Zeit des Eichmann Prozesses in Israel erscheint, entwickeln sich diese reißerischen Heftchen schnell zum modernen Massenphänomen…

Die Groschenromane formulieren dabei – in sich stetig steigernder Explizität – sadomasochistische Fantasien um Kriegsgefangene im II. Weltkrieg und Nazioffiziere in deutschen Lagern und brechen damit gleich zwei Tabus. Erstmals gibt es in der puritanischen Gesellschaft Israels pornografische Literatur und gleichzeitig sind diese Heftchen neben dem Eichmann Prozess die erste öffentliche Auseinandersetzung mit dem Holocaust.

Zu ihrer Zeit waren die Bücher die einzige erreichbare Form von Pornographie. Meist ging es um Piloten der britischen bzw. der US-Streitkräfte, die in deutscher Gefangenschaft von SS-Frauen gefoltert wurden. Am Schluss gelang den Helden meist die Flucht, sie konnten Rache üben und ihre Peiniger vergewaltigten oder töteten. Nachdem ein Gericht in Israel die Hefte als pornographisch klassifiziert hatte, wurde die weitere Verbreitung eingestellt.

Regisseur Ari Libsker lässt Verleger, Autoren und Journalisten zu Wort kommen und verwebt die mit präziser Kamera gefilmten Interviews geschickt mit Archivbildern.

Israel 2008, 63 min, Regie: Ari Libsker
Der Film »Pornografie & Holocaust« beschreibt ein bizarres Phänomen israelischer Popkultur: Holocaust-Pornographie von jüdischen Autoren für ein jüdisches Publikum.

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