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Umgehend: Israels Botschaft an die Hamas

Offizielle in Israel betrachten die jüngste Eskalation an der Grenze zu Gaza als außergewöhnlich schwerwiegend. Erstmals seit Langem spielt die Hamas wieder eine aktive Rolle beim Abfeuern von Raketen und Mörsergranaten auf südisraelische Ortschaften. Darüber hinaus sorgt die Organisation anders als in der Vergangenheit nicht dafür, die Aktivisten des Islamischen Jihad und die Volkswiderstandskomitees einzudämmen…

Von Ron Ben-Yishai

Die Antwort kam umgehend, um der Hamas klarzumachen, dass Israels Geduld begrenzt ist.

Seit Angang Dezember sind 31 Mörsergranaten und fünf Kassam-Raketen auf Israel abgefeuert worden. Rund 14 von ihnen wurden zwischen Montag und Dienstagnachmittag abgefeuert. In den vorangegangenen Monaten sind pro Monat etwa 12 bis 15 Mörsergranaten abgefeuert worden. In der Zwischenzeit hat sich die Zahl der Zwischenfälle am Gaza-Grenzzaun in diesem Monat verdoppelt. Dies hat auch mit den verstärkten Anti-Terror-Aktivitäten der israelischen Armee gegen Kassam-Zellen zu tun; fünf Mitglieder einer solchen Zelle, die versuchten, Raketen auf den Negev abzufeuern, wurden im Rahmen dieser Einsätze getötet.

Als Resultat der aktiven Teilnahme der Hamas an den Angriffen ist die israelische Armee Montagnacht mit großer Härte gegen Einrichtungen und Aktivisten der Organisation vorgegangen. Einer der Angriffe zielte auf zwei oder drei Aktivisten, die mit Terroraktivitäten zugange waren und traf sie. Wir können mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass die israelische Armee weiter hart reagieren wird, um der Hamas klarzumachen, dass sie für die Eskalation zur Rechenschaft gezogen wird.

Bislang hat die Hamas darauf geachtet, nicht direkt in die Angriffe gegen Israel involviert zu werden; doch es scheint so, als habe die Organisation ihr Verhalten aus verschiedenen Gründen geändert:

Andere mögliche Gründe sind etwa der Stillstand in den Verhandlungen mit Mahmoud Abbas‘ Palästinensischer Autonomiebehörde und in den Gilad-Shalit-Gesprächen. Die neblige Witterung mag ebenfalls eine Rolle spielen und die Hamas-Männer zur Annahme verleiten, die israelische Armee sei weniger fähig, ihr Schaden zuzufügen, als im Sommer.

Als Folge des oben Gesagten hat die Hamas begonnen, die israelische Armee durch Aktivitäten auf beiden Seiten des Zaunes herauszufordern. Vor allem zielt sie darauf ab, die Präventiveinsätze der israelischen Armee innerhalb von palästinensischem Territorium, Hunderte von Metern weit im Gaza-Streifen, zu minimieren. Die israelische Armee gestattet den Palästinensern nicht, sich dieser Pufferzone zu nähern, da es sich hierbei gewöhnlich um Versuche handelt, Sprengstoff zu legen oder Raketen auf Soldaten abzufeuern.

Nun versucht die Hamas, neue Spielregeln zu bestimmen und Aktivitäten jenseits des Zauns zu verhindern, während sie gleichzeitig östlich davon in Form von Mörsergranatenattacken auf israelische Truppen und Gemeinden operiert.

Obwohl die Angriffe noch nicht das Ausmaß erreicht haben, das vor der Operation Gegossenes Blei bestand, sind wir Zeugen eines klaren quantitativen Wandels. Allerdings schätzen Offizielle in Israel, dass die Hamas nicht interessiert daran ist, jene intensiven Spannungen zu erreichen, die vor der groß angelegten Militäroperation herrschten, und noch immer abgeschreckt ist. Die Gruppe fürchtet, Aktionen der israelischen Armee könnten die Wiederaufbaubemühungen der Hamas-Regierung im Gaza-Streifen konterkarieren und die Bevölkerung in neues Elend stürzen.

Trotz dieser Eischätzung beabsichtigt die israelische Armee nicht, sich angesichts des jüngsten Hamas-Aktivismus in Zurückhaltung zu üben, und diese Tatsache soll der Hamas-Führung im Gaza-Streifen auf überzeugende und unverhohlene Art – und bald – deutlich gemacht werden. Mit diesem harten Kurs will Israel der Hamas signalisieren, dass sie, sollte sie ihren Mitgliedern gestatten, auf Israel zu feuern und Anschläge zu verüben, und darin versagen, ‚Verbrecherbanden‘ in Schranken zu halten, mit noch härteren Reaktionen rechnen muss.

Übersetzt aus Yedioth Ahronot, 22.12.10, Newletter der Botschaft Israels, wobei die im Newsletter veröffentlichten Kommentare nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wiedergeben, sondern nur einen Einblick in die politische Diskussion in Israel bieten – was im übrigen auch für die bei haGalil.com veröffentlichten Artikel gilt.