Knobloch verurteilt Brandanschlag auf Sehitlik-Moschee in Berlin

Die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, reagierte mit Entsetzen auf Berichte über einen mutmaßlichen Brandanschlag auf die Sehitlik-Moschee in Neukölln, Berlins größte Moschee…

Knobloch: „Sollte es sich um einen vorsätzlichen, politisch motivierten Anschlag gehandelt haben, wäre das ein weiteres alarmierendes Indiz für ein Erstarken rechtsradikalen Gedankenguts in Deutschland.“ Knobloch forderte, bei der gesellschaftlichen Integrations-Debatte den Schwerpunkt auf die Bildung zu legen – und zwar mit doppelter Zielrichtung: Einerseits sei es selbstverständlich essentiell, Immigranten nach Ihrer Ankunft in der Bundesrepublik schnellstmöglich die deutsche Sprache und die Grundzüge deutscher Sozialkunde zu vermitteln.

Knobloch: „Auf der anderen Seite müssen wir alle unsere Kinder und Jugendlichen von Klein auf mit anderen Kulturen und den Vorzügen einer offenen und pluralistischen Gesellschaft vertraut machen. Außerdem brauchen wir ein Bildungssystem, das den jungen Generationen in der Bundesrepublik vermittelt, dass die Werte, auf denen unsere Gesellschaft aufbaut, nicht selbstverständlich sind, sondern zu weiten Teilen auf jenen Erfahrungen beruhen, die wir ihnen ersparen möchten.“

Knobloch appellierte daran, dass Schlüsselthema Verantwortung ins Zentrum der Diskussion zu rücken. Knobloch: „Die Verantwortung, die uns allen auferlegt ist und die uns alle verpflichtet. Alle Menschen in diesem Land tragen gleichermaßen Verantwortung für die im Grundgesetz verankerten Werte und Freiheitsrechte.“

Knobloch betonte, dass die freiheitlich-demokratische Demokratie von Zivilcourage lebe. Gewalt, Extremismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus – Diskriminierung in welcher Form auch immer – seien niemals nur das Problem der betroffenen Gruppe, sondern vor allem das Problem der Gesellschaft, in der sie vorkommen.

PM Zentralrat der Juden in Deutschland, 20. November 2010

4 Kommentare zu “Knobloch verurteilt Brandanschlag auf Sehitlik-Moschee in Berlin

  1. „Zuerst sollte man Zeitungen wie der Bild Zeitung verbieten aktive Hetzkampanien zu betreiben denn der deutsche Bewohner bildet sich leider mit solchen Medien.“
    Genau, weil der Durchschnittsmensch nicht in der Lage ist die Bild zu lesen und sich zu sagen, was du dir sagst, müssen wir der Bild einfach etwas untersagen.
    Das ist wie bei Eltern, die sich beschweren, dass man bei rot über die Ampel geht, wenn ihr Kind noch wartet, dass es grün wird.
    Es ist weder das Problem der Bild noch mein  Problem, wenn man seine Kinder nicht zu individuellem Denken befähigt, dass in der Lage ist zu entscheiden was richtig und falsch ist.
    Ist doch kein Ameisenstaat!
    Genau so unwirksam wird es sein die Kinder zu pluralität zu erziehen. Soweit ich mich nämlich erinnere haben die Kinder mal die Eltern zu pluralität erzogen. Aber von Bildungseinrichtungen, die hauptsächlich nun mal Bildung verkaufen, wird man wohl wenig für die befähigung zum Individualismus erfahren, wenn er anders aussieht als das man endlich einen Job bekommt. Wozu soll ich auch selber was denken oder abwägen, wenn denken unwerte Produktivität ist…

  2. …wie der Bild Zeitung verbieten…

    Bild (in der Schreibweise des Verlags BILD, heute umgangssprachlich und früher auch offiziell Bildzeitung) ist eine deutsche Boulevardzeitung.
    Das seit dem 24. Juni 1952 im Axel-Springer-Verlag erscheinende Boulevardblatt ist die auflagenstärkste und am meisten zitierte Tageszeitung Deutschlands und mit einer verkauften Auflage von 3.098.254 Exemplaren[1] die auflagenstärkste Zeitung außerhalb Japans.[2][3][4][5] Die Form ihrer Berichterstattung ist Gegenstand zahlreicher öffentlicher Diskussionen und Kritik.
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    Bild erreicht etwa 17,9 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren, das sind etwa 11,63 Millionen Menschen.[7] Davon sind etwa 4,30 Millionen Frauen und 7,33 Millionen Männer.[8] Somit sind 63 Prozent der Leser Männer, 43 Prozent der Leser haben einen Hauptschulabschluss mit Lehre, 35 Prozent die mittlere Reife und 4 Prozent die Hochschulreife. 7 Prozent der Leser sind Selbstständige, 34 Prozent sind Angestellte oder Beamte und 37 Prozent sind Facharbeiter. Die Zielgruppe ist demnach – auch nach den Leitlinien vom Gründer Axel Springer – nicht die Schicht der Führungskräfte oder der Gebildeten und Intellektuellen, sondern die Schicht der Arbeits- und Konsumbevölkerung.[9] Dadurch prägte sich jedoch auch das Klischee eines Bild-Lesers.
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    Auf den ersten Blick enthält die Bild-Zeitung leichte Unterhaltung, Klatsch- und Skandalberichte.[14] Sie vermittelt dabei eine Weltsicht, die dramatisiert sowie auf Sensation fixiert dargestellt wird und im Rahmen wenig objektiver Berichterstattung von der Wirklichkeit abweicht (Fiktionalisierung).[15] Gleichzeitig ist die Bild-Zeitung wegen ihrer als polemisch empfundenen Art, dem Hang zur Vereinfachung und ihrer Sensationslust häufig der Kritik ausgesetzt. Kritik am Blatt, die es seit den 1960er-Jahren gibt, nahm die Bild-Zeitung bisher nicht zum Anlass, die Art ihrer Berichterstattung zu ändern.[16] Die Bild-Zeitung ist mit einem beträchtlichen Negativ-Image behaftet.
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    Eine Studie des Kommunikationswissenschaftlers Frank Brettschneider und der Politikwissenschaftlerin Bettina Wagner zur Berichterstattung über die Bundestagswahl 2002 belegt eine implizite Wahlwerbung für die UnionsparteienEdmund Stoiber, und obwohl sich die Bild-Zeitung als „überparteilich“ bezeichnet und eine explizite Wahlempfehlung der Financial Times Deutschland verurteilte. Über die SPD und Gerhard Schröder berichtete die Zeitung häufiger und negativer, ließ Unions-Politiker häufiger kommentieren und stellte die Themen der Unionsparteien in den Mittelpunkt ihrer Berichterstattung.[33] Auch bei der Bundestagswahl 2005 machte die Zeitung implizite Wahlwerbung für die Unionsparteien und Angela Merkel.[34]
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    http://de.wikipedia.org/wiki/Bild_%28Zeitung%29

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