Bemühungen zum Schutz der Hotelanlagen am Toten Meer

Die israelische Regierung bemüht sich derzeit intensiv darum, einen Kompromiss mit dem Unternehmen Israel Chemicals zu finden, um das Fortbestehen der Hotelsiedlung am Ufer des südlichen Teils des Toten Meeres sicherzustellen. Diese ist durch den dort steigenden Wasserstand akut bedroht…

Haaretz, 06.10.10

Die Dead Sea Works (DSW), eine Tochtergesellschaft von Israel Chemicals, bauen Mineralien in eben jenem südlichen Teil ab, an dessen Ufer die Hotelanlagen liegen. Durch einen Kanal wird ständig salzreiches Wasser eingeleitet. Doch mit dem Wasser kommt auch Schlamm, der die Bodenhöhe konstant anhebt und damit auch den Wasserspiegel.

Bislang sind die Hotels noch durch eine künstliche Barriere geschützt, die jedoch weder schön anzusehen noch von ewiger Haltbarkeit ist. Sie kann Schätzungen zufolge nur bis 2013 Schutz garantieren.

Die 2008 gegründete Dead Sea Preservation Government Company hat drei Vorschläge zur Lösung des dringlichen Problems ausgearbeitet, über die derzeit verhandelt wird: Die teuerste Variante bestünde darin, vom Grund des Verdunstungsbeckens riesige Mengen Salz abzuschöpfen, was bis 2034, da die Lizenz von DSW ausläuft, umgerechnet etwa 1,4 Milliarden Euro kosten würde; die zweite Variante wäre die Schaffung einer künstlichen Lagune um die Hotels herum; die dritte, mit umgerechnet etwa 600 Millionen Euro billigste Variante wäre der Abriss des gesamten Hotelareals mit Neuaufbau an einem anderen Ort.

Von letzterem Punkt will die Israel Hotel Association allerdings nichts wissen; sie droht mit einer Klage vor dem Obersten Gerichtshof.

Das Finanzministerium erwägt in jedem Fall, Israel Chemicals durch eine Senkung der Lizenzgebühren zu einer stärkeren finanziellen Beteiligung bei der Rettung des Hotelbezirks zu bringen.