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Fernsehtipps für die grauen Novembertage

Vom 01. bis zum 15. November 2010 …

Mo, 1. Nov · 12:45-13:00 · RBB
Israel – Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem

Yad Vashem ist mehr als eine Gedenkstätte an den Völkermord, sie legt auch Zeugnis ab vom Widerstand jener Juden und Nichtjuden, die gegen die Ungeheuerlichkeit der „Endlösung“ aufgestanden sind und gekämpft haben. „And to them will I give in my house and within my walls a memorial and a name (a „yad vashem“) … that shall not be cut off.“ Dieser Satz aus dem Buch Jesaja, Kapitel 56, Vers 5, steht zu Beginn der Geschichte von Yad Vashem – der Gedenkstätte des jüdischen Volkes zur Erinnerung an den Holocaust, der Ermordung von über sechs Millionen Menschen jüdischen Glaubens. Die Gedenkstätte wurde 1953 in Israel gegründet und liegt in Jerusalem. Yad Vashem umfasst neben dem Museum zur Geschichte des Holocaust zahlreiche Gedenkstätten. Eine der Gedenkstätten ist die „Allee der Gerechten unter den Völkern“, die von zahlreichen Bäumen gesäumt ist. Diese wurden gepflanzt für Menschen nicht-jüdischen Glaubens, die Juden vor dem Holocaust gerettet haben. Zu ihnen gehört auch der Fabrikant Oskar Schindler, der ca. 1200 bei ihm angestellte jüdische Zwangsarbeiter vor der Deportation in die Vernichtungslager bewahrte. Daneben befinden sich zahlreiche Skulpturen auf dem Gelände. Einge von ihnen sind geschaffen von der polnisch-jüdischen Bildhauerin Ruth Tatarko, die neun Jahre im Konzentrationslager überlebt hat. Sie hat ihre Erlebnisse in diesen Kunstwerken verarbeitet und äußert sich als Betroffene und Zeitzeugin in diesem Film.

Mo, 1. Nov · 13:30-14:15 · BR
Mein Prag: Josef Sudek – Der Poet mit der Kamera

 
Fachleute zählen den tschechischen Fotografen Josef Sudek (1896-1976) zu den zehn bedeutendsten Fotografen der Fotogeschichte. Sudek fotografierte alle Genres wie Naturaufnahmen, Landschaften, Akte, Porträts oder Stillleben.  Sudek gilt als Chronist der Stadt Prag, in der er 1927 ein Fotoatelier einrichtete, „Praha Panoramicka“, ein Buch mit Panoramaaufnahmen der Stadt vom Zentrum bis hinaus in die Peripherie, das 1959 erschien, zählt zu den ungewöhnlichsten Fotobüchern überhaupt. Doch letzlich verdankt Josef Sudek, der nur alte Plattenkameras benutzte und Großnegative bis zum Format 30 x 40 cm belichtete, seinen Ruhm den Stillleben von Alltagsgegenständen, die in seinem bescheidenen Gartenatelier entstanden und einer Serie, die den schlichten Titel „Blick aus meinem Fenster“ trägt. Als Hitler 1939 Prag besetzte, waren Sudeks fotografische Streifzüge nicht mehr möglich, er entdeckte aber die Fensterscheibe seines Ateliers als Motiv, auf deren Fläche er den Lauf der Jahreszeiten dokumentierte.  Thomas Honickel stellt in seinem Film die verschiedenen fotografischen Zyklen Sudeks vor. Ehemalige Assistenten und Anna Fárová, früher Kuratorin am Prager Kunstgewerbemuseum, die seinen Nachlass erbte, erzählen von seiner Arbeitsweise und von seiner leicht schrulligen Persönlichkeit, die über Jahrzehnte hinweg zum Prager Stadtbild gehörte. Aber der Film begibt sich auch außerhalb von Prag auf die Spuren Sudeks. Jahrelang reiste der Lichtbildner in die Beskiden, um ein Naturschutzgebiet und den Heimatort des Komponisten Leos Janácek zu fotografieren, sowie in das ehemalige Braunkohlegebiet Nordböhmens, wo er die gewaltigen Naturzerstörungen dokumentierte.

Mo, 1. Nov · 19:15-19:45 · SWR
Zug nach Gurs – die Deportation der Juden aus dem Südwesten

 
Vier Jugendliche des Stadtjugendausschusses Karlsruhe sind Anfang April mit dem Zug nach Gurs gefahren, auf den Spuren der Deportationen vor 70 Jahren. SWR-Redakteur Gerd Böhmer hat sie begleitet und mit Zeitzeugen gesprochen.  „Ich habe zwei Jahre 24 Stunden am Tag Hunger gehabt“, erzählt der 82-jährige Paul Niedermann. Vor 70 Jahren, am 22. Oktober 1940, wurden er und rund 6.500 Juden aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland von den Nazis nach Gurs deportiert. Drei Tage waren der damals Zwölfjährige mit seinen Eltern und Großeltern unterwegs in ein Internierungslager vor den Pyrenäen nahe der spanischen Grenze. Gurs – das war die „Vorhölle zu Auschwitz“, erfahren die Jugendlichen aus Karlsruhe.

Mo, 1. Nov · 20:15-21:45 · Das Erste (ARD)
Pius XII., 1/2

Rom, 1943. Papst Pius XII., der sich bezüglich des Kriegsgeschehens für unparteilich erklärt hat, kämpft darum, die Stadt vor Hunger und Zerstörung zu bewahren. Im jüdischen Ghetto der Ewigen Stadt lebt unterdessen die 22-jährige Miriam mit ihrem kleinen Bruder Riccardo und ihrem Vater Armando, der in seiner Buchhandlung eine geheime Druckerei betreibt. Trotz der schweren Zeiten hat Miriam sich ihren Lebensmut bewahrt. Gleich zwei Männer buhlen um ihre Aufmerksamkeit: der Schwarzmarkthändler Davide und Marco, ein Student aus gutem Haus. Nach der Invasion der Amerikaner auf Sizilien im September wird Mussolini gestürzt und im Süden des Landes von der Nachfolgeregierung ein Waffenstillstand mit den Alliierten ausgehandelt. Als deutsche Truppen Rom besetzen, um den Vormarsch der Amerikaner zu stoppen, droht der jüdischen Bevölkerung die Deportation. Ernst von Weizsäcker, deutscher Botschafter im Vatikan, warnt die Generäle Stahel und Wolff, Papst Pius XII. nicht zu unterschätzen. Noch als Kardinal hatte er 1937 die Enzyklika „Mit brennender Sorge“ verfasst, die ihren Weg in alle deutschen Gemeinden gefunden hatte. Während Pius XII. Stahel zu einer Audienz lädt, um seinen Gegner kennenzulernen, erhält Wolff den direkten Befehl Hitlers, den Papst zu entführen. Als Marco, der sich Partisanen angeschlossen hat, in ein Feuergefecht mit deutschen Soldaten gerät, rettet ihm Davide das Leben. Die beiden finden Unterschlupf in einem Kloster, das unter der Leitung des deutschen Paters Pfeiffer steht. Doch einer Freundschaft zwischen Marco und Davide steht Miriam im Wege, deren Herz sich schließlich für Davide entscheidet. Miriam und Davide überbringen jüdischen Bürgern gefälschte Pässe, als die deutschen Besatzer das jüdische Ghetto räumen. Während Davide sich in einem Kanalschacht versteckt, verdankt Miriam es dem beherzten Eingreifen eines italienischen Polizisten, dass die Deutschen sie nicht auch aufgreifen. Verzweifelt sucht Pius XII. nach einem Mittel, um die Razzia zu stoppen und die Deportation zu verhindern. In seinem Auftrag lässt Pater Pfeiffer General Stahel mit Himmler verhandeln. Als der polnische Botschafter ein entschiedeneres Vorgehen des Heiligen Stuhls einfordert, erinnert Montini, der Vertraute von Pius XII., den Diplomaten an die Geschehnisse in den Niederlanden, wo der Protest der örtlichen Bischöfe unmittelbar die Ermordung Zehntausender Juden zur Folge hatte. Am Bahnhof Tiburtina kommt es unterdessen zur Konfrontation zwischen General Stahel und von Goedel. Der Hauptmann hat einen Befehl von höherer Ebene erhalten: Die über 1000 Juden werden noch in der Nacht deportiert. Unter ihnen ist auch Armando, der zuvor seinem kleinen Sohn Riccardo die Flucht ermöglicht hatte. Verzweifelt sieht Miriam dem Zug hinterher. Mit der Deportation der römischen Juden hat General Wolff indes seine Aufgabe noch nicht erfüllt. Nun gilt es, Pius XII. zu entführen. Eine Co-Produktion von Lux Vide, RAI Fiction, Bayerischer Rundfunk, Tellux Film GmbH München, EOS Entertainment und RAI Trade.

Mo, 1. Nov · 21:45-23:15 · Das Erste (ARD)
Pius XII., 2/2

Mit Unterstützung des Papstes finden Tausende Verfolgte Unterschlupf in den Kirchen und Klöstern Roms. Doch außerhalb der engen Grenzen des Vatikans können die deutschen Besatzer jederzeit die Gebäude durchsuchen, so auch das Kloster von Pater Pfeiffer, wo Davide und Marco Schutz gefunden haben. Pius XII. bittet General Stahel darum, auch die außerhalb der Grenzen des Vatikans gelegenen Besitztümer des Kirchenstaates als exterritoriales Gebiet zu betrachten. Miriam arbeitet inzwischen als Dienstmädchen in einer hochherrschaftlichen Villa auf der Via Appia – dem Repräsentationssitz der deutschen Besatzer. Davide und Marco haben von ihrem Aufenthaltsort erfahren und mogeln sich mit einem Lkw am deutschen Wachposten vorbei. Ihr Plan droht aufzufliegen, doch sie finden Miriam und verstecken sie im Lkw. Miriam fühlt sich schuldig, am Leben zu sein, während so viele andere sterben mussten. Erst im Kloster, wo sie zahlreiche bekannte Gesichter aus dem Ghetto wiedersieht, entspannt sich die junge Frau. Unterdessen wird General Stahel an die Ostfront beordert. Bei einem letzten Gespräch mit Pius XII. bittet er ihn zu erwägen, Rom baldmöglichst zu verlassen. Erneut besuchen Davide und Miriam das Ghetto, um in Armandos geheimer Druckerei weitere Pässe zu fälschen, werden aber bei ihrer Rückkehr ins Kloster beobachtet. Nun stürmen deutsche Truppen das Gebäude. Einige Flüchtlinge verstecken die Kinder, als Nonnen verkleidete Frauen stimmen einen Choral an, die Männer haben Priestergewänder angelegt. Dante, der Leiter der jüdischen Gemeinde Roms, gibt sich jedoch als Jude zu erkennen. Trotz des scharfen Protestes von Pius XII. werden Dante und einige weitere Flüchtlinge inhaftiert. Im März 1944 verüben Partisanen ein Bombenattentat, im Gegenzug kommt es zu wahllosen Verhaftungen. Als Marco sich den Soldaten in den Weg stellt, erschießen sie ihn auf der Stelle, über 300 Männer werden vor den Toren der Stadt hingerichtet. Mit dem Vorrücken der Amerikaner wird die Situation für Pius XII. gefährlicher. Er bereitet seinen Rücktritt vor, um nur als Kardinal Pacelli, nicht aber als Papst von den abrückenden Deutschen entführt zu werden. Eine Flucht aus Rom jedoch ist für ihn ausgeschlossen. Stattdessen wendet er sich in einer Rundfunkansprache an die Gläubigen und fordert die Kriegsparteien zum Friedensschluss auf. General Wolff tritt Pius XII. schließlich gegenüber. Das Ausharren seiner Truppen erklärt der General mit der Pflicht zum Gehorsam, doch Pius XII. durchschaut den Mann. Es ist das Böse im Menschen, das Böses verlangt. Doch auch in seinem Gegenüber vermutet Pius XII. Licht, das ihn als Geschöpf Gottes auszeichnet. Nach einer Unterredung mit dem Papst befiehlt Wolff den Rückzug. Während Davide und Miriam, die inzwischen geheiratet haben, ins Ghetto zurückkehren und den heimgekehrten Riccardo in die Arme schließen, tritt Pius XII. auf den Petersplatz, wo ihn die Gläubigen empfangen. Eine Co-Produktion von Lux Vide, RAI Fiction, Bayerischer Rundfunk, Tellux Film GmbH München, EOS Entertainment und RAI Trade.

Mo, 1. Nov · 21:45-23:15 · BR
Erfolg (1/3)

 
München, Anfang der 1920er Jahre: Der liberale Museumsdirektor Martin Krüger hat sich unbeliebt gemacht. Seine Feinde hängen ihm einen Meineidsprozess an, der zu einer Verurteilung des Kunsthistorikers zu drei Jahren Zuchthaus führt.  Zu Beginn der zwanziger Jahre wird der fortschrittliche Kunsthistoriker und Subdirektor der staatlichen Sammlungen zu München, Dr. Martin Krüger, von den reaktionären Kräften Bayerns zu Unrecht in einen Meineidprozess verwickelt. Seine Lebensgefährtin Johanna Krain versucht alles, ihm zu helfen. Ihr schlimmster Widersacher ist Justizminister Otto Klenk, der Recht und Gesetz dazu benutzt, seine Feinde zu vernichten. Er hat Erfolg, Krüger wird zu drei Jahren verurteilt. Dr. Martin Krüger, Kunsthistoriker und Direktor der Münchener Neuen Staatsgalerie, ist ein erfolgreicher Mann. Seit einiger Zeit hat er eine Beziehung mit der Grafologin Johanna Krain. Die Malerin und Zeichenlehrerin Anna Haider dagegen bemüht sich erfolglos um seine Zuneigung. Der Medizinalratswitwe Beradt ist das Bohèmeleben der „schamlosen Person“ Haider ein Dorn im Auge; sie bewirkt ein Disziplinarverfahren wegen Unzucht gegen ihre Untermieterin, beschuldigt Krüger der Beteiligung. Veranlasst vom Amtsrichter legt Krüger den Eid ab, kein Verhältnis mit Anna Haider unterhalten zu haben. Trotzdem wird Anna aus dem Schuldienst relegiert. Daraufhin erwirbt Krüger ihr Selbstporträt „Die nackte Lehrerin“ für eine ansehnliche Summe aus dem Ankaufsetat des Kultusministeriums. Während Martin Krüger und Johanna Krain zusammen in Spanien den Urlaub verbringen, begeht die verzweifelte Malerin Selbstmord. Nach München zurückgekehrt, steht Krügers Entschluss sofort fest: Er stellt das „unzüchtige“ Selbstporträt der Haider öffentlich in der Staatsgalerie aus. Auf diese Provokation hingewiesen, beruft sich Krüger auf seinen unkündbaren und mit allen Vollmachten ausgestatteten Vertrag. Eine Entlassung des weithin anerkannten Museumsdirektors und Kunsthistorikers käme einer Einbuße an Kunstprestige der Stadt München gleich. Trotzdem sinnt Kultusminister Flaucher darauf, dem ihm verhassten Direktor Krüger den Stuhl vor die Tür zu setzen, unterstützt von Justizminister Otto Klenk. Mithilfe des Taxichauffeurs Xaver Ratzenberger, der einen Meineid schwört, wird Krüger Meineid in Sachen Haider unterstellt. Krüger wird zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Johanna Krains Kampf um ein Revisionsverfahren beginnt. Sie lernt den Schweizer Schriftsteller Jacques Tüverlin kennen, der sich von nun an für Johanna Krain und den Fall Krüger interessiert.

Mo, 1. Nov · 23:45-00:25 · arte
Hymne

 
An einem Freitagnachmittag in Jerusalem: Kurz vor Beginn des Sabbats geht Amnon die Milch aus und er macht sich auf den Weg, um in einem Lebensmittelgeschäft in der Nachbarschaft eine neue Packung zu kaufen.  Amnon wohnt in einem belebten Viertel von Jerusalem. Als er an einem Freitagnachmittag kurz vor Beginn des Sabbats merkt, dass er keine Milch mehr hat, geht er aus dem Haus, um in einem kleinen Lebensmittelladen in der Nachbarschaft eine neue Packung zu kaufen. Allerdings hat er kein Glück, denn als er bei sich zu Hause die Milch öffnet, muss er feststellen, dass sie sauer ist. Also kehrt er noch einmal zurück, um sie umzutauschen, doch die gesamte Lieferung des Ladens ist abgelaufen.  Amnon versucht es in einem anderen Geschäft, wo er schließlich fündig wird. Auf dem Rückweg hilft er einer Mutter, ihre Einkäufe zu transportieren. Als er fast wieder bei sich angekommen ist, bemerkt er, dass er sein Portemonnaie liegengelassen hat. So macht sich Amnon zum dritten Mal auf den Weg. Als er endlich vor dem Laden steht, hat dieser bereits geschlossen. Er geht zur Wohnung über dem Geschäft und klopft an der Tür. Die Frau des Besitzers bittet ihn herein und bietet ihm an, in der Wohnung auf die Rückkehr ihres Mannes zu warten. Langsam wird es draußen dunkel und der Sabbat beginnt …

Di, 2. Nov · 12:30-13:00 · RBB
Die Juden – Geschichte eines Volkes, 1/6, Gelobtes Land

Die erste Folge führt zurück zu den Ursprüngen des jüdischen Volkes in Ägypten und schildert den Mythos vom Exodus, dem Weg ins „Gelobte Land“. Die erste jüdische Nation entsteht, die von legendären Königen wie David und Salomo regiert wird. Auch im Kampf gegen übermächtige Gegner gibt der Glaube an den einen Gott dem jüdischen Volk immer wieder Halt. Nach Ende des babylonischen Exils ziehen die Juden zurück in ihre Heimat und bauen Jerusalem zu einem reichen und prächtigen Zentrum aus. Die Tora, die fünf Bücher Mose, wird niedergeschrieben. Bis heute ist sie der Mittelpunkt jüdischen Glaubens.

Di, 2. Nov · 13:30-15:00 · SWR
So ein Schlamassel

Seit einer gefühlten Ewigkeit wird Jil Grüngras (Natalia Avelon) von ihrem Familienclan mit der Frage gequält, wann sie sich denn endlich einen passenden Mann sucht. Nicht nur ihr verwitweter Vater Benno (Michael Mendl), sondern auch der Rest ihrer herrlich „meschuggenen“ jüdischen Familie würde sie gern unter die Haube bringen. Immerhin ist Jil schon Anfang 30, sieht gut aus und steht als erfolgreiche Steuerberaterin mit beiden Beinen im Leben. Eines Tages lernt sie bei einem Beinahe-Unfall den sympathischen Marc Norderstedt (Johannes Zirner) kennen – und plötzlich hängt für die Karrierefrau der Himmel über Berlin voller Geigen. Der Landschaftsarchitekt ist ein echter Traumtyp, sensibel, gutaussehend und charmant. Nur einen kleinen „Schönheitsfehler“ hat er: Er ist kein Jude. Jil weiß natürlich, dass ihre traditionsbewusste Familie einen Nichtjuden, einen Goi, niemals akzeptieren würde. Da hilft nur eins: Marc muss sich als Jude ausgeben. Von Jils bester Freundin, der chassidischen Lesbe Zippi (Cornelia Saborowski), bekommt der leicht irritierte Marc einen Crashkurs in Sachen jüdische Tradition. So kann er als „Marc Rosenzweig“ während der Sabbat-Feier vor der versammelten Familie schon mal jede Menge Punkte sammeln. Jils Vater, ihr Großvater Mosche (Rolf Hoppe), Cousin Patrick (Gedeon Burkhard), Tante Sarah (Marianne Sägebrecht) und Onkel David (Hans Peter Hallwachs) schließen den jungen Mann ins Herz. Weniger fröhlich verläuft ein Essen bei Marcs Eltern Frederike (Gudrun Landgrebe) und Ludwig (August Zirner). Völlig überraschend ist Jil dort mit Vorurteilen und aus Unsicherheit geborener Befangenheit konfrontiert. Trotzdem will das Liebespaar nicht einfach aufgeben. Beide sind bereit, für ihre Gefühle und gegen Engstirnigkeit zu kämpfen. Bei der Bar-Mizwa-Feier ihres Großcousins Ruven (Ben Orthen, David Orthen), zu der auch Marcs Eltern eingeladen sind, will Jil der Familie die Wahrheit sagen. Unglücklicherweise kommt der kleine Ruven ihr zuvor und deckt den Schwindel auf. Die Feier endet in einem Eklat und Jil muss sich entscheiden, ob sie der Tradition gehorchen oder ihrem Herzen folgen will.

Di, 2. Nov · 20:15-22:25 · arte
Der Stellvertreter

 
Als Kurt Gerstein Zyklon B erfindet, denkt er noch, er würde damit etwas Gutes tun: Trinkwasser desinfizieren, zum Beispiel. Gerstein klettert für seine Erfindung schnell die Karriereleiter der Waffen-SS hinauf. Als er vom skrupellosen „Doktor“ jedoch aufgeklärt wird, weshalb die Chemikalie von der SS in rauen Mengen geordert wird, ist er am Boden zerstört. Gerstein wendet sich zunächst an ausländische Diplomaten und die evangelische Kirche; als diese nicht reagieren, will er den Vatikan mobilisieren. Denn nur den Papst erachtet er als einflussreich genug, um die Weltöffentlichkeit zu alarmieren. Doch auch bei dem katholischen Nuntius in Berlin stößt er auf taube Ohren. Aber er trifft im Büro des Nuntius auf den jungen und idealistischen Jesuiten Riccardo Fontana, der die Information mitgehört hat und entschlossen ist, zu handeln. Fontana, dessen Vater ein Vertrauter des Papstes ist, versucht mit Beweisen, die Gerstein ihm liefert, Papst Pius XII. höchstpersönlich zu überzeugen. Doch keine der Mühen, die die beiden Männer übernehmen, können den „Stellvertreter Christi“ zu einer expliziten und öffentlichen Stellungnahme bewegen. Und auch die amerikanischen Diplomaten, die sie um Hilfe bitten, sind in erster Linie daran interessiert, den Krieg zu gewinnen und wollen ihre Energie nicht in die Rettung der Juden investieren. Die Front des Widerstands gegen ihr Unternehmen zieht sich selbst durch Familie und Freunde der beiden Männer. Und so bleiben Riccardo und Gerstein nur zwei verzweifelte Taten, um etwas in Gang zu setzen: Gerstein liefert sich den Franzosen aus, Pater Riccardo lässt sich freiwillig nach Auschwitz deportieren …  Hintergrundinformationen: „Der Stellvertreter“ basiert auf dem gleichnamigen Drama von Rolf Hochhuth, das bei seiner Uraufführung 1963 Kontroversen und diplomatische Verwicklungen hervorrief. Es verstand sich als Anklage gegen Papst Pius XII. und wurde von Hochhuth mit dem Zusatz „Ein christliches Trauerspiel“ versehen. Der griechische Regisseur Constantin Costa-Gavras konzentriert sich in seiner Verfilmung weniger als Hochhuth auf die Person des Papstes, sondern bringt auch die Untätigkeit ausländischer Diplomaten zur Sprache. Im Mittelpunkt seiner Betrachtung stehen ohnehin die beiden Hauptfiguren Gerstein und Fontana, nuanciert und glaubhaft gespielt von Ulrich Tukur und Mathieu Kassovitz. Sie führen einen aussichtslosen Kampf, der in seiner Ungerechtigkeit den Zuschauer ebenso aufwühlt, wie die Verzweiflung und Erschütterung, die die zwei Männer am Ende zu ihren mutigen Taten bewegen. Geschickt versteht es Costa-Gavras, die Eile, die eigentlich geboten ist, in seine Bildsprache aufzunehmen. Durch das wiederkehrende Motiv der Deportationszüge verbildlicht Costa-Gavras eine drängende Mahnung: Während Gerstein und Fontana immer wieder enttäuscht, zurückgeworfen und vertröstet werden, sterben täglich Tausende Menschen. „Der Stellvertreter“ war 2002 für den Goldenen Bären nominiert, 2003 erhielten Costa-Gavras und Jean-Claude Grumberg den César für das beste Drehbuch. Im selben Jahr wurde das Werk in Paris mit dem Prix Lumière für den besten Film ausgezeichnet. Constantin Costa-Gavras zeichnet als Regisseur für mehrere Klassiker des politisch engagierten Films verantwortlich, darunter „Z“ (1969), mit dem er den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt. Mit dem Goldenen Bären der Berlinale 1990 wurde er für seinen Politthriller „Music Box – Die Ganze Wahrheit“ ausgezeichnet. 2008 übernahm er selbst den Vorsitz der internationalen Jury des Filmfestivals.

Di, 2. Nov · 21:45-23:10 · BR
Erfolg (2/3)

 
Johanna Krain kämpft weiter um Krügers Freilassung und Rehabilitierung, bestens unterstützt von dem Schriftsteller Jacques Tüverlin. Doch immer wieder gibt es Rückschläge.  Der Gefangene Krüger nimmt die durch den Zuchthausdirektor Förtsch erschwerten Haftbedingungen zunächst gelassen hin. Er rechnet mit Freispruch und Rehabilitierung. Ingenieur Kaspar Pröckl, sein sozialrevolutionär eingestellter Freund, erreicht, dass der Großindustrielle Baron Reindl beim Justizminister Klenk einen Termin für Krügers Verteidiger Dr.Geyer arrangiert. Der Anwalt wird jedoch kurz vor diesem Termin nachts von Anhängern der NSDAP als „Judenschwein“ niedergeschlagen. Statt Geyer erscheint Johanna Krain beim Justizminister. Er schmettert ihren Antrag, das Revisionsverfahren einzuleiten, zynisch ab. Wutentbrannt beschließt Johanna, den Häftling zu heiraten, um ihren Kampf um Krüger vor den Behörden gesetzlich zu verankern. Auf einer Versammlung der Anhänger Hitlers in der Bierwirtschaft „Gaisgarten“ wird der meineidige Ratzenberger das Opfer einer politischen Stammtisch-Auseinandersetzung: Er wird erschlagen. Entschlossen, gesellschaftliche Beziehungen anzuknüpfen und über diese Einfluss auf die Regierung zu gewinnen, fährt Johanna ins winterliche Garmisch – in Begleitung Tüverlins. Auch Rechtsanwalt Dr. Geyer erscheint, um Johanna zu berichten, dass die Witwe Ratzenberger den Meineid ihres Mannes im Fall Krüger eingestanden hat. Aber auch das wird nach der pragmatischen Einschätzung Geyers kein Revisionsverfahren bewirken. Für den Fall Krüger ergibt sich ein kleiner Lichtblick: Auf Vermittlung des Kommerzienrats Hessreiter und dessen Freundin Frau von Radolny, trifft Johanna den bayerischen Kronprätendenten. Er schlägt ihr vor, sich unter Berufung auf seine Empfehlung an den „heimlichen Regenten in Bayern“, den blinden Bauernführer Dr. Bichler, zu wenden.

Di, 2. Nov · 22:15-22:45 · RBB
THADEUSZ

Eine Ohrfeige machte sie berühmt: Am 7. November 1968 schlug Beate Klarsfeld dem damaligen Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger während eines CDU-Parteitages in der Berliner Kongresshalle ins Gesicht. Damit wollte sie auf Kiesingers Vergangenheit in der NSDAP aufmerksam machen und gab zugleich den Auftakt für eine Lebensaufgabe: Mit ihrem Ehemann Serge Klarsfeld, dessen Vater im Konzentrationslager ermordet wurde, widmet Beate Klarsfeld ihr Leben der Verfolgung von Nationalsozialisten und deren Unterstützern. Ihr spektakulärster Erfolg ist die Verhaftung und Verurteilung des ehemaligen Gestapo-Chefs von Lyon, Klaus Barbie. Schon 1972 hatte Beate Klarsfeld darauf hingewiesen, dass Barbie unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebt. 1982, nach dem Ende der Herrschaft des bolivianischen Diktators Banzer, wird Barbie nach Frankreich ausgeliefert, wo er 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt wird. In den vergangenen Jahren sind die Klarfelds von der Verfolgung der Täter mehr und mehr zur Erinnerung an die Opfer des Holocausts übergegangen. Gemeinsam haben sie ein Buch mit den Namen und Adressen der 80.000 französischen Juden herausgegeben, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind. Nun sollen noch die Bilder folgen. Für die 11.000 jüdischen Kinder, die aus Frankreich deportiert wurden, haben die Klarsfelds dies schon geleistet. Drei Jahre lang waren deren Bilder in einer Ausstellung in französischen Bahnhöfen zu sehen. Mittlerweile fanden diese Fotos als Ausstellung „Sonderzüge in den Tod“ auch in Deutschland große Resonanz. Bei „THADEUSZ“ verrät Beate Klarsfeld, warum sie stolz ist eine Deutsche zu sein, wie viel Überwindung es sie gekostet hat, Kiesinger zu ohrfeigen und warum ein Prophet im eigenen Land nichts gilt.

Di, 2. Nov · 22:25-22:55 · arte
Von Brooklyn in die Wüste

Die Reportage porträtiert die Familie der aus New York stammenden Suzie Luria, die sich den Siedlern in der judäischen Wüste angeschlossen hat, um das Land mit amerikanischem Pioniergeist und religiösem Fundamentalismus zu verteidigen. Suzie Luria ist auf den ersten Blick eine typische Amerikanerin, amerikanisch wie Baseball und die Freiheitsstatue. In ihrer Familie spricht die gebürtige New Yorkerin breites amerikanisches Englisch. Doch die Lurias leben nicht mehr in Brooklyn, sondern in einem Wohnwagen am Rande der judäischen Wüste. So wie Zehntausende andere amerikanische Juden will Suzie Luria im Land der biblischen Vorväter zu Hause sein. Auf dieses Land, meint sie, haben die Juden ein unerschütterliches Recht, seit Gott es Abraham versprochen hat. Und für dieses Recht sind manche Siedler bereit zu sterben. In seiner Reportage zeichnet der deutsch-israelische Filmemacher Uri Schneider ein Porträt jüdisch-amerikanischer Siedler: Sie sind ergriffen vom amerikanischen Pioniergeist und beseelt von religiösem Fundamentalismus – eine explosive Mischung …

Mi, 3. Nov · 12:30-13:00 · RBB
Die Juden – Geschichte eines Volkes, 2/6, Fall des Tempels

Die Geschichte des jüdischen Volkes beginnt vor über 3.000 Jahren. In der Wüste wächst die Vorstellung von dem einen und einzigen Gott, der keine anderen Götter neben sich duldet. Die Idee des Monotheismus wird die Welt verändern. In der zweiten Folge geht es um den „Fall des Tempels“. Nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer und der Zerstörung des Tempels sind die Juden ein Volk ohne Land. Die Unabhängigkeit Judäas dauert nur kurze Zeit; wieder wird das Land von mächtigeren Völkern erobert. Auf Alexander den Großen und seine Erben folgen die Römer. Dem von den Römern eingesetzten König Herodes gelingt es, das Land zu einen. Er errichtet einen Tempel, dessen Pracht in aller Welt gerühmt wird. Nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer und der Zerstörung des Tempels ist für die Juden nichts mehr wie es war: Sie werden in alle Welt, in die Diaspora, zerstreut. Das Leben in der Fremde ist stets abhängig vom guten Willen und der Toleranz der jeweiligen Machthaber und der Bevölkerung. Doch auch die Juden haben großen Einfluss auf andere Kulturen. Als Volk ohne Land und religiöses Zentrum müssen sie neue Säulen für ihren Glauben finden. Sie werden zum Volk der Schrift. Neben der Tora entstehen Mischna und Talmund, die das Leben in der Diaspora regeln. Diese Schriften geben dem jüdischen Volk Zusammenhalt als religiöse Gemeinschaft für die nächsten Jahrhunderte.

Mi, 3. Nov · 22:05-23:00 · arte
Und wenn’s ein Junge ist?

Danae ist überrascht, als Philip ihr Baby, wenn es ein Junge wird, unbedingt beschneiden lassen will, wie seine eigenen Eltern es mit ihm getan haben. Filmemacherin Danae Elon macht sich auf eine Reise, um den Sinn der Beschneidung zu ergründen. Beschneiden oder nicht? Das ist die Frage dieses sehr persönlichen, witzigen und sensiblen Films. Während der Vorbereitung auf die Geburt des ersten – und später des zweiten Kindes – reist die Filmemacherin Danae Elon – sie und ihr Mann sind zwar jüdischer Herkunft, aber nicht gläubig – nach Washington D. C., Israel und Großbritannien und wieder zurück nach New York. Unterwegs konsultiert sie einen Rabbiner, einen Priester, einen Psychoanalytiker, ihre Eltern, besucht eine Demonstration von Beschneidungsgegnern vor dem Kapitol in Washington und diskutiert mit ihrem Geburtshelfer. In nie versiegender Neugier begegnet sie eingefleischten Freudianern, nimmt an einer „Sex-and-the-City-Tour“ durch New York teil und spricht mit einem Mohel – dem jüdischen Beschneidungsspezialisten -, der mit pikanten Enthüllungen über die britische Königsfamilie aufwartet. Hinter all diesen skurrilen Situationen und Begegnungen steht jedoch die künftige Bewährungsprobe, mit der sich die Eltern aufrichtig auseinandersetzen. Warum will ich die Beschneidung meines Sohnes beziehungsweise warum lehne ich sie ab? Diese Probe symbolisiert die Liebe und die Opfer, durch die eine Familie zusammenwächst.

Mi, 3. Nov · 23:00-00:45 · arte
Führer Ex

 
Regisseur Winfried Bonengel drehte 1993 den umstrittenen Dokumentarfilm „Beruf: Neonazi“. „Führer Ex“ ist inspiriert von dem autobiografischen Bestseller „Die Abrechnung – Ein Neonazi steigt aus“ von Ingo Hasselbach.  Ost-Berlin, 1986: Die beiden 18-jährigen Freunde Tommy und Heiko träumen von der großen Freiheit in Australien. Nach einem fehlgeschlagenen Fluchtversuch landen die zwei punkigen Jugendlichen im härtesten Gefängnis der DDR, wo Korruption und sexueller Missbrauch den Alltag bestimmen. Tommy sucht Schutz bei den einsitzenden Neonazis, doch sein Kumpel will von den Braunen nichts wissen. Als Heiko sich gegen die sexuellen Übergriffe eines Zellengenossen wehrt und diesen dabei schwer verletzt, kommt er in Isolationshaft.  Ein hinterhältiger Stasioffizier, der um die Freundschaft der beiden weiß, erpresst Tommy, seine Nazi-Kumpane zu bespitzeln, und gewährt Heiko im Gegenzug Haftmilderung. Innerlich gebrochen reicht nun auch Heiko dem einsitzenden Naziführer Kaltenbach die Hand. Bald darauf gelingt Tommy die Flucht, nicht nur aus dem Knast, sondern in den Westen.  Ironie des Schicksals: Nur wenige Wochen später fällt die Mauer und Tommy besucht seinen Freund. Inzwischen ist aus dem schüchternen Heiko ein strammer Neonazi geworden, der türkische Imbissbuden abfackelt und selbst vor Totschlag nicht zurückschreckt. Als Tommy, dem das alles zu weit geht, sich von den Braunen absetzen will, konfrontiert Kaltenbach Heiko mit Tommys Stasiakte. Von seinem Freund enttäuscht, greift Heiko zur Waffe, um den „Verräter“ zu richten …

Mi, 3. Nov · 23:30-00:15 · Das Erste (ARD)
In Erwartung des Messias

Sie sind überzeugt von ihrem Auftrag: Das Land, das Gott den Juden verheißen hat, zu besiedeln und zu bebauen, um es auf die Ankunft des Messias vorzubereiten. Die Siedler im Westjordanland erscheinen regelmäßig in den Nachrichten und Kommentaren als eines der Haupthindernisse für den Frieden im Heiligen Land. Entstanden ist der harte Kern der Siedler aus der „Gush Emunim“-Bewegung der 60er und 70er-Jahre (Gush Emunim – Der Block der Getreuen). In ihrer religiösen Überzeugung sind diese Gruppen immer radikaler, um nicht zu sagen extremistischer geworden. Die Jüngeren sehen sich häufig nicht mehr als Staatsbürger Israels. In ihren Augen ist Israel kein jüdischer Staat mehr, sondern ein Staat von „Israelis“, der nur noch den Interessen der Araber diene. Nur sich selbst sehen sie als echte Juden an, als die wahren Besitzer des Landes, und nicht einmal vom israelischen Obersten Gericht lassen sie sich dieses Recht nehmen. Durch die Forderungen von US-Präsident Barack Obama sind die Siedler wieder einmal in den Mittelpunkt des israelisch-palästinensischen Konflikts geraten. Der Film von Richard C. Schneider zeigt die Geschichte der Siedler und stellt einige von ihnen vor: Eine gute Gelegenheit für die Zuschauer, sie etwas kennenzulernen und sich ein Bild zu machen von ihren politischen wie religiösen Vorstellungen und Zielen.

Do, 4. Nov · 01:10-01:40 · RBB
ttt – titel thesen temperamente

 
* Täter: Braune Vergangenheit deutscher Diplomaten * Freiheitssuche: Liao Yiwu zu China und dem Westen * Somewhere: Sofia Coppolas Film * Budapest: Rechtsruck verändert das Land * Auf der Spur: Amos Gitai über den Architekten Munio Weinraub  * Täter im Amt – Debatte über die braune Vergangenheit deutscher Diplomaten Den Stein des Anstoßes ins Rollen gebracht hat eine ehemalige Dolmetscherin, die heute 91-jährige Marga Henseler. Ihr Brief an Joschka Fischer, in dem sie sich über den Nachruf für einen Nazi-Täter empört, bringt den damaligen Außenminister dazu, eine Historikerkommission einzusetzen.  * Suche nach Freiheit – der Dichter Liao Yiwu über China und den Westen Mehr als zehn Jahre musste er darauf warten – jetzt ließen die chinesischen Behörden den Schriftsteller Liao Yiwu zum ersten Mal ins Ausland. Sechs Wochen lebte er auf Einladung des Internationalen Literaturfestivals in Berlin.  * Leere im Luxus – der neue Film von Sofia Coppola Jetzt kommt „Somewhere“ (Goldener Löwe in Venedig 2010) ins Kino. Sofia Coppola erzählt darin lakonisch und anrührend aus einer Welt, die sie selbst – an der Seite ihres berühmten Vaters – von nahe kennengelernt hat.  * Kulturleben in Budapest – Wie der Rechtsruck ein Land verändert „Die ungarische Nation hat eine Revolution in den Wahlkabinen vollbracht“ – mit diesen pathetischen Worten beschreibt der neu gewählte ungarische Ministerpräsident Viktor Órban seinen Wahlsieg.

Do, 4. Nov · 12:30-13:00 · RBB
Die Juden – Geschichte eines Volkes, 3/6, Halbmond und Kreuz

Im frühen Mittelalter dringt der Islam in den Süden Europas vor. Die Juden auf der Iberischen Halbinsel arrangieren sich mit den neuen Machthabern. Als die Christen das Land zurück erobern, werden sie von den Juden zunächst als Befreier begrüßt. Doch die Inquisition veranlasst Hunderttausende Juden, Spanien zu verlassen. 1492 verlassen Hunderttausende Juden ihr Heimatland. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe ziehen sie durch ganz Europa. Aufgrund ihrer Kenntnisse mehrerer Sprachen und Kulturen sind sie auch in ihrer christlichen Umgebung gefragte Leute. Für einige wird die islamische Metropole Konstantinopel, das heutige Istanbul, zum sicheren Hafen. Hier können sie endlich wieder ihren jüdischen Glauben leben.

Fr, 5. Nov · 12:30-13:00 · RBB
Die Juden – Geschichte eines Volkes, 4/6, Tod oder Taufe

1492 verlassen Hunderttausende Juden ihre Heimatland. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe ziehen sie durch ganz Europa. Aufgrund ihrer Kenntnisse mehrerer Sprachen und Kulturen sind sie auch in ihrer christlichen Umgebung gefragte Leute. Für einige wird die islamische Metropole Konstantinopel, das heutige Istanbul, zum sicheren Hafen. Hier können sie endlich wieder ihren jüdischen Glauben leben. Aufgrund ihrer überregionalen Kontakte spielen die Juden eine bedeutende Rolle für den Aufbau von Handelsbeziehungen und den Wissenstransfer im mittelalterlichen Europa. Doch während der Kreuzzüge richtet sich der Hass vieler Christen gegen alle Andersgläubigen. In den nächsten Jahrhunderten werden Tausende Juden vertrieben oder ermordet.

Fr, 5. Nov · 20:15-21:45 · arte
Liebe Deinen Feind

Der Film erzählt die Liebesgeschichte zwischen Gesa und Friedrich und Gesa und Simon in einer Zeit zwischen Krieg und Frieden im Jahr 1945, in der die Vergangenheit nur Grauen barg und eine Zukunft nicht mehr denkbar schien. Nachkriegssommer 1945. Die britische Besatzungsarmee hat ihre zentrale Verwaltung auf Nordstrand eingerichtet, einer vom Festland abgeriegelten Halbinsel in der Nordsee. Sanitätshelferin Gesa arbeitet hier zusammen mit vielen anderen Frauen in einer Wäscherei. Ihr Geliebter Friedrich, ein ehemaliger Wehrmachtsoffizier, ist als Kriegsgefangener auf dem Festland interniert. Stacheldraht und das kalte Wasser der Nordsee trennen die beiden voneinander. Trotzdem wagen sie heimliche Treffen im hohen Dünengras der Halbinsel, denn Friedrich schwimmt für Gesa die gefährliche Strecke bis nach Nordstrand. Doch dann verliebt sich Gesa in Captain Simon, einen britischen Offizier deutsch-jüdischer Herkunft. In der Nacht, in der Gesa Friedrich ihre Liebe zu Simon beichten will, kommt es zu einem schicksalhaften Zwischenfall: Friedrich ist die Strecke nicht allein geschwommen. Otto, ein junger, hitzköpfiger Soldat begleitet ihn, um dem Internierungslager wenigstens kurzfristig zu entkommen. In einem Handgemenge erschießt er einen englischen Soldaten. Gesa und Friedrich sind fassungslos. In höchster Eile schwimmen er und Otto zurück, aber nur Friedrich erreicht das Ufer. Es dauert nicht lange, bis er von den Briten inhaftiert wird. Simon wird mit der Aufklärung des Verbrechens beauftragt. Nach Abschluss der Untersuchungen kommt Friedrich vor ein deutsches Kriegsgericht, wo ihm der Prozess gemacht wird. Friedrich steht unter Mordverdacht, da er die Schuld auf sich genommen hat. Ihm droht die Todesstrafe. Simon fühlt sich über die Aufklärung hinaus verantwortlich und übernimmt seine Verteidigung.

Sa, 6. Nov · 10:03-10:30 · Das Erste (ARD)
Willis VIPs

Das Tagebuch der Anne Frank Es ist das bekannteste Tagebuch der Welt und wurde in viele Sprachen übersetzt: das Tagebuch der Anne Frank. Durch ihre Aufzeichnungen haben Millionen Menschen erfahren, was es hieß, im Dritten Reich von den Nazis verfolgt zu werden. Willi Weitzel begibt sich auf die Spuren des Mädchens, das 1929 in Frankfurt am Main geboren wurde, so gerne Schriftstellerin oder Journalistin geworden wäre, aber im März 1945 im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen starb. Willi ist in Amsterdam unterwegs, dort lebten die Franks. In den Niederlanden, so hatte die jüdische Familie gehofft, würden sie vor Adolf Hitlers Judenhass sicher sein. Hier ging Anne Frank zur Schule, hier hatte sie ihre Freunde. „Ich weiß noch, als ich sie das erste Mal sah“, erzählt Annes Freundin Jacqueline van Maarsen dem Reporter und zeigt, was Anne ihr ins Poesiealbum geschrieben hat. Ein Poesiealbum war es auch, das Anne als Tagebuch benutzte, in das sie ihre Gefühle und Gedanken notierte, als für die 13-Jährige ein Alptraum begann: Die Nationalsozialisten hatten das Land besetzt. Aus Angst, verhaftet und umgebracht zu werden, versteckten sich die Franks mit vier anderen Juden im Hinterhaus einer Druckerei. Heute sind diese Räume ein Museum, um Anne Franks Schicksal und das Millionen anderer Verfolgter nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Gemeinsam mit Menno Metselaar, der Willi alles über Annes Versteck erklärt, geht der Reporter durch die engen Räume. Zwei Jahre lang, so erfährt Willi, hielten sich hier acht Menschen versteckt, gingen nur auf Strümpfen, ließen tagsüber kein Wasser laufen, traten keine Schritt vor die Tür, vertrauten auf Helfer, die ihnen Nahrungsmittel brachten – immer in der Angst, doch eines Tages entdeckt und verraten zu werden. Anne schrieb alles auf und ihre Tagebuchnotizen überliefern Zeile für Zeile, wie furchtbar sie litt. Die Hoffnung, dass der Krieg bald vorbei und die Macht der Nationalsozialisten dann zu Ende sein würde, behielt sie dennoch. Den Tag der Befreiung erlebte Anne Frank jedoch nicht. Das Versteck im Hinterhaus wurde verraten, die acht wurden in verschiedene Konzentrationslager gebracht. Annes Franks Vater überlebte als einziger und veröffentlichte ihr Tagebuch. Er erfüllte damit den Wunsch seiner Tochter, Schriftstellerin zu werden, und gibt all den Menschen Kraft, die dafür sorgen wollen, dass sich Anne Franks Schicksal niemals wiederholen wird.

Sa, 6. Nov · 13:00-13:50 · arte
Arthur Rubinstein

Arthur Rubinstein ist einer der begnadetsten Pianisten des 20. Jahrhunderts. Die Dokumentation von Marie-Claire Margossian schildert die wichtigsten Momente aus Rubinsteins Leben. Arthur Rubinstein wurde 1887 als Kind einer jüdischen Handweberfamilie in Lódz geboren. Sein Mentor in Berlin war der berühmte österreichisch-ungarische Geiger und Komponist Joseph Joachim. In nur wenigen Jahrzehnten erlangte Rubinstein internationalen Ruhm und musizierte 1945 sogar bei der festlichen Gründungsfeier der UNO. Als Jude und Pole war er von sämtlichen Tragödien des 20. Jahrhunderts tangiert – und dennoch bezeichnete er sich selbst als „den glücklichsten Menschen, den ich je getroffen habe“. Sein Talent zum Glücklichsein stellte er 95 Jahre lang unter Beweis, und noch als 80-Jähriger gab er Konzerte. Mozart, Brahms, Liszt, Ravel und Debussy – Arthur Rubinstein war einer der größten Virtuosen seiner Zeit, insbesondere aufgrund seiner einzigartigen Chopin-Interpretationen. Anhand der Erinnerungen und Aussagen seiner drei Kinder beleuchtet Marie-Claire Margossian in ihrem Film die wichtigsten Abschnitte in Arthur Rubinsteins Leben. Seine Tochter Eva Rubinstein ist Fotografin und lebt in New York. Anfangs zurückhaltend lieferte sie der Regisseurin immer ausführlichere Einblicke in das Leben ihres Vaters. Auch Alina, seine jüngste Tochter, und sein Sohn John leisteten wesentliche Beiträge zur Entstehung des Films. Alina ist Psychiaterin und lebt wie ihre Schwester in New York, John ist Schauspieler und Musicalkomponist und lebt in Los Angeles. Zu Wort kommt auch der französische Journalist und Schriftsteller Jacques Chancel, seinerzeit ein enger Freund der Familie. Im Pariser Haus der Rubinsteins erinnert er sich an wilde Partys und gemeinsame Erlebnisse. Daniel Barenboim und Zubin Mehta, die mit Rubinstein auf der Bühne standen, gedenken ebenfalls des temperamentvollen Kollegen, und Mikhail Rudy verleiht seiner Bewunderung für den verstorbenen Maestro Ausdruck. Vor dem Hintergrund nie veröffentlichten Archivmaterials, exklusiver Fotos aus dem Familienbesitz und der Aussagen von Menschen, die dem Pianisten nahe standen, entstand ein Film, der von Gefühl, Humor und Selbstironie ebenso geprägt ist wie von der Musik. Marie-Claire Margossian führt mit viel Einfühlungsvermögen durch das Leben eines originellen, lebensfreudigen Mannes, der seiner Zeit eindeutig voraus war.

Sa, 6. Nov · 16:00-16:30 · Das Erste (ARD)
Eine Oase in Jerusalem – Das American Colony Hotel

Die reiche Geschichte des „American Colony“ geht bis ins späte 19. Jahrhundert zurück. Sie nahm ihren Ursprung in einer Reihe tragischer Ereignisse, die dazu führten, dass die strenggläubige christliche Familie von Horatio und Anna Spafford im Jahre 1881 ihre Heimatstadt Chicago verließ, um Frieden in der Heiligen Stadt Jerusalem zu finden und dort Familien in Not zu helfen. Sie waren keine Missionare, versuchten jedoch nach dem Vorbild der frühen Christen ein einfaches Leben zu führen. Wegen ihrer Wohltätigkeit sowohl den jüdischen Nachbarn als auch gegenüber den Beduinen von jenseits des Jordan gegenüber hatten sie bald das Vertrauen der lokalen Bevölkerung gewonnen, ihre Mildtätigkeit und ihr großes soziales Engagement sprach sich herum. Von den Anwohnern wurde die Familie einfach nur „die Amerikaner“ genannt. Nach drei Jahren, 1894, folgten ihnen 70 in den Vereinigten Staaten lebende Schweden, zwei Jahre später kamen weitere 55 Glaubensbrüder in Jerusalem an: Eine wesentlich größere Unterkunft wurde erforderlich. Es wurde ein Haus gekauft, das ursprünglich als Palast für einen Pascha und seine vier Ehefrauen entworfen worden war. Als Baron Ustinov (der Großvater des Schauspielers Sir Peter Ustinov) im Jahr 1902 eine Unterbringungsmöglichkeit in Jerusalem für seine Besucher aus Europa und Amerika benötigte, er aber die türkischen Gasthäuser dieser Zeit für unzumutbar hielt, da war die Idee für das American Colony Hotel geboren. Rasch hatte sich das „American Colony“ als Unterkunft für westliche Reisende und Pilger etabliert, hier wurden ihre hohen Ansprüche an Qualität und Komfort erfüllt. Bis heute ist das Hotel in Familienbesitz geblieben, die neutrale Haltung der Besitzer im Nahost-Konflikt hat das Hotel immer zu einem beliebten und manchmal auch geheimen Treffpunkt für Palästinenser und Israelis gemacht. Zum Beispiel begannen hier die Friedensgespräche, die 1993 zum Oslo-Vertrag führten. Auch Tony Blair, der das Nahost-Quartett vertritt, hat hier sein Büro. Doch neben all seiner öffentlichen Bedeutung ist das Colony einfach „nur“ ein wunderschönes, luxuriöses Hotel mit zuvorkommenden Mitarbeitern: Juden, Christen und Muslime haben keinerlei Probleme miteinander, sind im Gegenteil miteinander befreundet. Und für den Gast aus Amerika oder Europa ist das Hotel eine der schönsten Oasen des Nahen Ostens.

Sa, 6. Nov · 16:30-17:00 · HR
Horizonte: Ein bisschen meschugge? – Geschichten von der Klagemauer

Uri Schneider, israelischer Filmautor mit deutschen Wurzeln, hat sie alle getroffen, die Frommen und die Verrückten. Er liefert damit mehr als eine Momentaufnahme vom Leben an einer der heiligsten Stätten der Welt – der Klagemauer. Denn dieses Leben ist oft liebenswerter und farbiger, als es die grauen Bilder der täglichen Nachrichten erwarten lassen. Hätte er einen roten Mantel, sähe er mit seinem weißen Rauschebart und seinem kugelrunden Bauch eher aus wie der Weihnachtsmann. Doch Mordechai Halevy nennt sich selbst stolz den „Klagemauermann“. Gute siebzig Jahre ist er vermutlich alt, behauptet selbst aber, er sei „so um die sechzig“ und pilgert seit 35 Jahren jeden Tag an die Klagemauer: egal ob in der brütenden Sommerhitze des Orients, ob im Regen oder im Schnee. Von Kopf bis Fuß in Weiß gekleidet, schmettert er dann an der heiligsten Stätte des Judentums lauthals seine Gebete gen Himmel, „bis das jüdische Volk, bis dass die gesamte Menschheit erlöst wird“. Die Klagemauer, die letzte noch stehende Wand des vor 2.000 Jahren zerstörten jüdischen Tempels, ist für viele Juden der Ort, an dem Gott wohnt. Sein Briefkasten quillt immer über, denn täglich stecken Gläubige hunderte von handgeschriebenen Bitten und Gebeten in die Mauerritzen. Manche schicken sogar Briefe an Gott, postlagernd an die Klagemauer. Die landen in einem Jerusalemer Postamt und werden zweimal im Jahr zur Klagemauer gebracht. Für manch einen ist die Klagemauer auch der Arbeitsplatz. Der amerikanische Rabbiner Jay Karzen lebt in Jerusalem und feiert gegen Honorar Bar Mitzvahs an der Klagemauer, so etwas wie jüdische Konfirmationsfeiern. Seine Kunden kommen aus aller Welt. Es sind so viele, dass ihn die Tageszeitung „Jerusalem Post“ unlängst zum „Bar-Mitzvah-König“ ernannt hat. Sogar ein Buch hat er über seine skurrilen Erfahrungen an der Mauer geschrieben. „Off The Wall“ heißt es, und das bedeutet zwar wörtlich „Von der Mauer“, im übertragenen Sinn aber auch „Ein bisschen meschugge“. Rabbiner Karzen zahlt mit religiösem Rummel an der Klagemauer seine Miete. Andere haben weniger irdische Motive, versuchen sich einen besseren Platz im Himmel zu sichern, oder sie bauen gleich handfest am „dritten Tempel“, in den später der Messias einziehen soll.

Sa, 6. Nov · 21:45-22:30 · PHOENIX
Jerusalem am Rhein

Sie gelten als das Jerusalem am Rhein. Bei Juden in aller Welt sind sie als Schum-Städte bekannt. Die rheinischen Metropolen Mainz, Worms und Speyer hatten im Mittelalter die wichtigsten Talmudschulen des Abendlandes. Sie gelten als das Jerusalem am Rhein. Bei Juden in aller Welt sind sie als Schum-Städte bekannt. Die rheinischen Metropolen Mainz, Worms und Speyer hatten im Mittelalter die wichtigsten Talmudschulen des Abendlandes. Sie waren das Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit und später ähnlich bedeutsam wie Jerusalem. Bis heute prägen die vor tausend Jahren von Schum-Gelehrten verfassten Verordnungen, Gebete und Klagelieder das europäische Judentum. Ein Weltkulturerbe, das auf die Anerkennung durch die UNESCO wartet. Die ZDF-Dokumentation von Dietmar Schulz folgt den Spuren der jüdischen Gelehrten im Rheinland.

So, 7. Nov · 02:00-02:55 · arte
Und wenn’s ein Junge ist?

Danae ist überrascht, als Philip ihr Baby, wenn es ein Junge wird, unbedingt beschneiden lassen will, wie seine eigenen Eltern es mit ihm getan haben. Filmemacherin Danae Elon macht sich auf eine Reise, um den Sinn der Beschneidung zu ergründen. Beschneiden oder nicht? Das ist die Frage dieses sehr persönlichen, witzigen und sensiblen Films. Während der Vorbereitung auf die Geburt des ersten – und später des zweiten Kindes – reist die Filmemacherin Danae Elon – sie und ihr Mann sind zwar jüdischer Herkunft, aber nicht gläubig – nach Washington D. C., Israel und Großbritannien und wieder zurück nach New York. Unterwegs konsultiert sie einen Rabbiner, einen Priester, einen Psychoanalytiker, ihre Eltern, besucht eine Demonstration von Beschneidungsgegnern vor dem Kapitol in Washington und diskutiert mit ihrem Geburtshelfer. In nie versiegender Neugier begegnet sie eingefleischten Freudianern, nimmt an einer „Sex-and-the-City-Tour“ durch New York teil und spricht mit einem Mohel – dem jüdischen Beschneidungsspezialisten -, der mit pikanten Enthüllungen über die britische Königsfamilie aufwartet. Hinter all diesen skurrilen Situationen und Begegnungen steht jedoch die künftige Bewährungsprobe, mit der sich die Eltern aufrichtig auseinandersetzen. Warum will ich die Beschneidung meines Sohnes beziehungsweise warum lehne ich sie ab? Diese Probe symbolisiert die Liebe und die Opfer, durch die eine Familie zusammenwächst.

So, 7. Nov · 03:00-04:50 · Das Erste (ARD)
Canaris

Der deutsche Abwehrchef Canaris ist ein entschiedener Regimegegner, der als kluger Stratege aber nicht offen gegen die Nazis aufbegehrt. Canaris benutzt seine mächtige Position, um vor den Folgen des Krieges, dessen Ende er früher als die meisten ahnt, zu warnen und verfolgten Juden mit gefälschten Pässen die Flucht ins Ausland zu ermöglichen. Sein ebenso bösartiger wie intelligenter Gegenspieler Heydrich, SS-Offizier und Chef des Reichssicherheitshauptamtes, kommt dem unbequemen Abwehrchef allmählich auf die Schliche, wird jedoch, bevor er Canaris entmachten kann, in Prag erschossen. Canaris setzt nun alles daran, die fanatischen deutschen Offiziere vor der drohenden Niederlage an der Ostfront zu warnen. Als niemand auf ihn hört, schließt er sich den Offizieren an, die das Hitler-Attentat vom 20. Juli vorbereiten. Die mehrfach ausgezeichnete Filmbiografie über den deutschen Abwehrchef ist nicht nur mit O.E. Hasse in der Titelrolle glänzend besetzt – als Gegenspieler beeindruckt Martin Held. Admiral Wilhelm Canaris (O.E. Hasse), ein Seeoffizier alter Schule, ist Chef der deutschen Abwehr, eines mächtigen Spionageapparats mit eigenem Telefonnetz und einer Abteilung zum Fälschen von Pässen. Trotz seiner hohen Position steht Canaris den Herrenmenschen-Plänen der Nazis distanziert gegenüber. Außerdem verhilft er immer wieder verfolgten Juden mit gefälschten Pässen zur Flucht. Sein bösartiger und intelligenter Gegenspieler Heydrich (Martin Held), Chef des SS-Nachrichtendienstes SD, arbeitet daran, Canaris‘ Organisation in die seinige zu übernehmen. Als Heydrichs Männer den jüdischen Zeitungsredakteur von Harbeck (Arthur Schröder) verhaften, der sich nach Spanien absetzen wollte, sind dessen Papiere so perfekt gefälscht, dass sie nur von Canaris stammen können. Heydrich kann dem Abwehrchef nichts nachweisen, nutzt aber die Gelegenheit, um von Harbecks Tochter Irene (Barbara Rütting) zu erpressen. Er verspricht Irene, ihrem Vater im KZ Erleichterungen zu verschaffen, wenn sie Spitzeldienste in Canaris‘ Büro übernimmt. Canaris durchschaut jedoch diesen Schachzug und lässt Irene für sich arbeiten. Erst als Heydrich durch die Verhaftung Oberst Degenhards (Herbert Wilk), eines engen Vertrauten von Canaris, ein hochmoderner Säurezünder in die Hände fällt, verdichtet sich der Verdacht, dass der Abwehrchef Attentate plant. Bevor er jedoch Canaris gefährlich werden kann, wird Heydrich in Prag von tschechischen Nationalisten erschossen. Canaris nutzt diese Fügung und setzt nun alle verfügbaren Mittel seines Apparates ein, um die fanatischen Offiziere über die drohende russische Übermacht an der Ostfront zu informieren. Als all seine Warnungen vor der sicheren Katastrophe ignoriert werden, sieht er keine andere Möglichkeit mehr, als Hitler durch ein Attentat zu beseitigen. Die gelungene Mischung aus Agenten-Thriller und biografischem Spielfilm über den geheimnisumwitterten Admiral Canaris, der in den Jahren 1937-1944 die deutsche Abwehr leitete, zählt zu den herausragenden Werken des deutschen Films der 50er Jahre. Der mehrfach ausgezeichnete, mit O.E. Hasse in der Titelrolle hervorragend besetzte Film spannt einen Bogen vom Jahr 1938, als das Münchner Friedensabkommen eine von Canaris koordinierte Offiziersrevolte gegen Hitler verhindert, bis zu dem berühmten Attentat vom 20. Juli, nach dem Canaris verhaftet und am 9. April 1945 hingerichtet wird. Liebesgeschichte und Spionageromantik werden nur angedeutet; stattdessen richtet der Film kritische Blicke auf die Kriegsbegeisterung beim einfachen Volk, eingefangen etwa im siegestrunkenen Monolog eines Berliner Taxifahrers.

So, 7. Nov · 08:45-09:30 · SWR
Ferne Klänge – Auf den Spuren verschollener Musik des 20. Jahrhunderts

Nach ihrem Feldzug gegen „entartete Kunst“ verboten die Nationalsozialisten während ihrer Schreckensherrschaft auch die ihrer Auffassung nach „entartete Musik“ – überwiegend jüdische und anti-nazistische Komponisten und Interpreten. Während zur Flucht gezwungene, prominente Komponisten wie Paul Dessau, Arnold Schönberg, Paul Hindemith oder Hanns Eisler fest im historischen Bewusstsein verankert sind, verschwanden Hunderte deutscher und europäischer Komponisten namenlos in Konzentrationslagern, in der Emigration, im Vergessen. Am Vergessen hat sich auch nach 1945 nicht viel geändert. Ein ganzes Kapitel europäischer Musikgeschichte wurde ausgelöscht. Erst Jahrzehnte später, Ende des 20. Jahrhunderts, ist dieses Kapitel wiederentdeckt worden. Bernhard Pfletschinger begleitet den Musikwissenschaftler, Pianisten und Violinisten Kolja Lessing auf seiner Spurensuche nach den „Fernen Klängen“.

So, 7. Nov · 23:35-00:05 · Das Erste (ARD)
Entweder Broder – Die Deutschland-Safari!

In der ersten Folge der Deutschland-Safari machen sich Henryk M. Broder und Hamed Abdel-Samad im Dienste der Aufklärung auf den Weg, um herauszufinden, wie es wirklich um die Integration in Deutschland bestellt ist. Henryk und Hamed treffen Menschen, die es wissen müssen. Die Ergebnisse sind verblüffend. Denn entscheidend sind die Kleinigkeiten: Was haben deutsche Brötchen mit türkischer Ehre zu tun? Warum bespucken sich NPD-Parteivertreter selbst auf dem Weg zu nationaler Größe? Ex-Funktionäre der DDR erklären den Zusammenhang zwischen S-Bahn-Surfern und Mauertoten – und warum ist die große Banane Schuld am Untergang der DDR? Aber warum sind nur tote Juden gut in Deutschland integriert? Warum ist nur gut integriert, wer sich schlecht benimmt? Welches Opfer beim ultimativen Integrationstest kann so groß sein, dass Hamed sogar auf die Rückgabe des Gaza-Streifens verzichtet? Und warum hat Henryk M. Broder eigentlich „nicht alle Gurken im Glas“? Warum es wichtig ist, all diese Fragen zu beantworten, um endlich die große Integrationsdebatte auf den richtigen Weg zu bringen, erfährt man in der ersten Folge von „Entweder Broder – Die Deutschland-Safari“.

Mo, 8. Nov · 12:45-13:00 · RBB
Meine Geschichte – Verfolgt von den Nazis

  
640 Deportationszüge rollen von 1942 bis 1944 nach Auschwitz. Unter den Deportierten auch etwa 23.000 Sinti und Roma, die größte Gruppe der Opfer nach den Juden; etwa 500.000 werden vom Regime der Nazis in ganz Europa ermordet.  Als sogenannte Artfremde, ausgeschlossen aus der Volksgemeinschaft, werden die Sinti und Roma bereits 1935 in Deutschland verfolgt. Lily van Angeren, Jahrgang 1924, hat sechs Geschwister. Der Vater ist Musiker, die Mutter handelt mit Kurzwaren. 1938 wird der Vater verhaftet. Erst 1942 erfährt die Familie, dass er im Konzentrationslager Oranienburg ist. Wenig später wird auch seine 19-jährige Tochter nach Auschwitz deportiert, dort, wo gleichsam am Fließband gemordet wird. Ihr Bruder stirbt, Verwandte sterben, sie selbst wird Opfer grauenvoller medizinischer Experimente. Bis ihr ein polnischer Häftling zu einem Posten in der Schreibstube verhilft. Im August 1944, im Zeichen der anrückenden sowjetischen Armeen, wird das sogenannte Zigeunerlager von der SS aufgelöst. Wer nicht mehr arbeitsfähig ist, wird vergast, 3.000 Menschen in einer Nacht. Lily van Angeren kommt ins Konzentrationslager Ravensbrück. Nach der Evakuierung des Lagers kann sie auf dem anschließenden Todesmarsch der SS entkommen. Heute lebt Lily van Angeren in Holland.

Mo, 8. Nov · 20:15-21:55 · arte
Freie Zone

„Freie Zone“ ist weniger ein Kriegsdrama als ein humanistischer Film über die Solidarität. Nebenbei gelingt dem Regisseur eine Hommage an das Landleben, das er humorvoll inszeniert, ohne die Grausamkeit des Krieges aus den Augen zu verlieren. Für seinen ersten Kinofilm adaptierte der französische Schauspieler Christophe Malavoy mit „Freie Zone“ ein Bühnenstück von Jean-Claude Grumberg. Der Film erzählt die Geschichte einer jüdischen Familie im besetzten Frankreich um 1942: Simon gelingt gemeinsam mit seiner Frau Léa, deren schwangerer Schwester Mauricette, der schrulligen Schwiegermutter und seinem elfjährigen Neffen Henri die Flucht über die Demarkationslinie in die unbesetzte Zone südlich von Bordeaux. Dort kommt die Familie bei Maury, einem älteren Weinbauern unter, dessen Sohn an der Front ist. Während Maury gemeinsam mit Schwiegertochter und Enkel auf die Rückkehr des Sohnes wartet, hilft er der jüdischen Familie, wo er kann. Besonders den heranwachsenden Henri nimmt er unter seine Fittiche und sorgt für dessen Aufnahme in die katholische Gemeinde. Zu seinem Schutz wird er dann auf ein entfernt gelegenes Internat geschickt. Als Henri dort ausbricht, um seine eigenen Eltern zu suchen, reist ihm Simon nach. Ausgerüstet mit Maurys Papieren bricht er ins besetzte Paris auf, während die Frauen versuchen, trotz ihrer isolierten und verzweifelten Situation die Hoffnung zu wahren.

Mo, 8. Nov · 21:00-21:45 · PHOENIX
Rom: Aufstand der Juden

Der Film erzählt eines der blutigsten Kapitel der jüdischen Geschichte im Römischen Reich. Unter der Herrschaft Kaiser Neros lösen im Jahr 66 n. Chr. Der Film erzählt eines der blutigsten Kapitel der jüdischen Geschichte im Römischen Reich. Unter der Herrschaft Kaiser Neros lösen im Jahr 66 n. Chr. die hohen Abgabeforderungen des verhassten Statthalters Gessius Florus eine Revolte in der Provinz Judäa aus. Was mit einer Demonstration beginnt, entwickelt sich zum Volksaufstand.

Mo, 8. Nov · 22:30-23:15 · BR
Es geschah vor aller Augen – Die Reichskristallnacht in Bayern

Der Film hinterfragt, was in der bayerischen Bevölkerung in den Städten und auch auf dem Land vorging in den Wochen vor, während und nach dem Pogrom. Zeitzeugen kommen zu Wort – jüdische, aber vor allem nicht-jüdische, die die Reichskristallnacht miterlebt haben und sich daran erinnern, wie sie die Geschehnisse erlebten, was daheim, in der Schule, auf der Straße gesprochen wurde. Auch Aussagen, Erinnerungen aus Tagebüchern bereits verstorbener Zeitzeugen berichten von den unterschiedlichsten Erlebnissen. Erfahrungen und Einschätzungen werden einander gegenübergestellt. Sie ergeben ein differenzierteres Bild der damaligen Zeit und ihrer Menschen im Umgang mit diesem unerhörten Ereignis, das in der Rückschau wie das Startsignal für den beispiellosen Völkermord an den Juden gelten kann. Der Film macht verständlich, warum sich Menschen, Beteiligte, Angehörige und „bloße Zuschauer“ so verhalten haben, wie sie sich verhielten. Am Schluss steht die Erkenntnis, dass es tausend Gründe für das Mitmachen, Wegschauen und Geschehenlassen gibt, aber keine Entschuldigung. Am 7. November 1938 hatte der siebzehnjährige deutsch-polnische Jude Herzel Grynszpan in Paris ein Attentat auf den deutschen Legationsrat Ernst von Rath verübt. Die Hintergründe, teils politischer, teils persönlicher Art, konnten bis heute nicht restlos geklärt werden. Das Attentat, dem Ernst von Rath am Nachmittag des 9. November erlag, war der hoch willkommene Vorwand für eine Welle von lang geplanten Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung und deren Geschäfte, die am Abend und in der Nacht mit aller Wucht über die deutschen Städte und Dörfer hereinbrach. Die Weisung hierzu kam aus München. Dort traf sich an diesem Tag die NS-Führung mit alten Kämpfern der NSDAP im Bürgerbräukeller im Gedenken an den Hitlerputsch vom 9. November 1923. Als angeblich spontanen Akt des Volkszornes und mit Billigung der Parteiführung legten die SA-Trupps Brände in Synagogen, zerstörten jüdische Geschäfte, demütigten, verhöhnten und misshandelten jüdische Bürger. Die „Reichskristallnacht“, wie das Pogrom später verharmlosend genannt wurde, war das einzige Ereignis in den zwölf Jahren der nationalsozialistischen Diktatur, durch das die deutsche Bevölkerung direkt mit dem gewaltvollen Antisemitismus und der zerstörerischen Judenverfolgung der Nationalsozialisten konfrontiert wurde. Aus Sicht der Nazis war die Reichskristallnacht alles andere als ein Erfolg. Das Volk ließ sich keineswegs mitreißen, doch es ließ das Pogrom geschehen. Eingeschüchtert von der rohen Gewalt, dem allseits verbreiteten Spitzelwesen und Denunziantentum, aber auch geködert mit der Aussicht auf einen kleinen Vorteil aus dem Vorgehen gegen die Juden.

Mo, 8. Nov · 22:50-00:25 · MDR
Leo und Claire

Der Schuhhändler Leo Katzenberger gehört zu den angesehenen Bürgern der Stadt. Die Mieter seiner Hinterhofwohnungen beneiden ihn. Missgunst und Verrat gegenüber dem „Schuhjuden“ werden aber erst vom Rassenwahn der Nazis so richtig entfacht. Leo Katzenberger ist ein angesehener Nürnberger Schuhhändler mit florierenden Geschäften und ungetrübtem Familienglück. Das Treiben seiner Mieter und Angestellten hat er als verantwortungsvoller Hausbesitzer jederzeit im Griff. Selbst ein gemeiner Hetzartikel im NS-Blatt „Der Stürmer“, der ihn als Ausbeuter verunglimpft, bringt den selbstbewussten Geschäftsmann nicht aus der Ruhe. Mit Hilfe seines jüdischen Freundes, des Rechtsanwalts Herz, einem ausgebufften Juristen und Träger des Eisernen Kreuzes, verklagt er das Propagandablatt – und gewinnt. So wiegt Leo sich in trügerischer Sicherheit und schlägt die eindringlichen Warnungen seiner Freunde, die ihn beknien, nach Israel auszuwandern, in den Wind. Da bekommt Leo eine neue Mieterin, die attraktive, junge Fotografin Irene, die in seinem Hinterhof ein Atelier eröffnet. Leo ist von Irene, die unverhohlen mit ihm flirtet, fasziniert. Die frustrierten Männer und eifersüchtigen Frauen der Nachbarschaft zerreißen sich bald das Maul über seine vermeintliche Affäre. Das Gerede stört Leo nicht – bis er nach Kriegsausbruch einmal die Ausgangssperre missachtet und von einem missgünstigen Angestellten denunziert wird. Leo und Irene werden wegen Verstoßes gegen das sogenannte Blutschutzgesetz angeklagt. Für die neidischen Hofbewohner, die als Zeugen geladen werden, ist dies eine willkommene Gelegenheit, sich mit erfundenen Details aus dem Sexleben ihres verhassten Patrons an Leo zu rächen. Vor seiner Hinrichtung erhält Leo einen letzten, liebevollen Brief seiner Frau Claire, die stets an ihn geglaubt hat. Sie wird 1942 nach Polen deportiert, wo sich ihre Spur verliert.

Di, 9. Nov · 10:15-10:45 · arte
Von Brooklyn in die Wüste

Die Reportage porträtiert die Familie der aus New York stammenden Suzie Luria, die sich den Siedlern in der judäischen Wüste angeschlossen hat, um das Land mit amerikanischem Pioniergeist und religiösem Fundamentalismus zu verteidigen. Suzie Luria ist auf den ersten Blick eine typische Amerikanerin, amerikanisch wie Baseball und die Freiheitsstatue. In ihrer Familie spricht die gebürtige New Yorkerin breites amerikanisches Englisch. Doch die Lurias leben nicht mehr in Brooklyn, sondern in einem Wohnwagen am Rande der judäischen Wüste. So wie Zehntausende andere amerikanische Juden will Suzie Luria im Land der biblischen Vorväter zu Hause sein. Auf dieses Land, meint sie, haben die Juden ein unerschütterliches Recht, seit Gott es Abraham versprochen hat. Und für dieses Recht sind manche Siedler bereit zu sterben. In seiner Reportage zeichnet der deutsch-israelische Filmemacher Uri Schneider ein Porträt jüdisch-amerikanischer Siedler: Sie sind ergriffen vom amerikanischen Pioniergeist und beseelt von religiösem Fundamentalismus – eine explosive Mischung …

Di, 9. Nov · 10:20-12:00 · Das Erste (ARD)
Ein Lied geht um die Welt

Berlin, 1933: Der berühmte jüdische Sänger Joseph Schmidt steht im Zenit seines musikalischen Erfolges, als er sich in die adlige Tänzerin Brigitte von Hilden verliebt. Brigittes Mutter, obwohl keine fanatische Nationalsozialistin, verhindert wohlweislich die Heirat ihrer Tochter mit einem „nicht arischen“ Künstler. Erst ein Jahr später kommt das Paar in Wien wieder zusammen. Josephs Pläne, sich mit Brigitte in der Donaustadt niederzulassen, werden durch den „Anschluss“ Österreichs zunichtegemacht. Joseph muss ohne Brigitte in die USA emigrieren, wo der Tenor künstlerische Erfolge feiert, aber unglücklich ist. Wider besseres Wissen kehrt er nach Europa zurück, wo die Nazis bald nach dem „feindlichen Ausländer“ fahnden. Josephs Flucht endet in einem Schweizer Internierungslager, wo er 1942 an Lungenentzündung stirbt. „Ein Lied geht um die Welt“ ist eine bewegende musikalische Biografie mit Hans Reiser, Sabina Sesselmann, Theo Lingen und Karl Lieffen. Joseph Schmidt (Hans Reiser), aufgewachsen in einem orthodox-jüdischen Elternhaus, singt bereits als Jugendlicher in der Synagoge. Dank seiner brillanten Stimme erobert der Tenor im Berlin der 30er Jahre zunächst das neue Medium Rundfunk und erreicht mit seinem ersten Film „Ein Lied geht um die Welt“ den Höhepunkt seiner Sängerkarriere. Als der umjubelte Künstler in der attraktiven jungen Balletttänzerin Brigitte von Hilden (Sabina Sesselmann) seine große Liebe findet, scheint das Glück vollkommen. Doch Brigittes Mutter, eine Generalswitwe, deren einer Sohn hoher NS-Diplomat und der andere Major bei der Reichswehr ist, verhindert die geplante Heirat. Brigitte wird vorübergehend auf das Gut eines pommerschen Verwandten verbannt, währenddessen Joseph glanzvolle Erfolge in ganz Europa feiert. Erst als Brigitte, inzwischen erfolgreiche Choreographin, ein Gastspiel in Wien gibt, finden die Liebenden wieder zusammen. Josephs Pläne, sich mit Brigitte hier niederzulassen, werden durch den „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich zunichtegemacht. Der jüdische Sänger muss Brigitte zurücklassen und gemeinsam mit seinem Manager Himmel (Theo Lingen) und seinem Pianisten Schlange (Karl Lieffen) in die USA emigrieren, wo alle großen Häuser bis hin zur renommierten Carnegie Hall sich um den gefeierten Sänger reißen. Aber Joseph hat Sehnsucht nach Brigitte und kehrt wider besseres Wissen nach Europa zurück, um an der Staatsoper in Brüssel zu singen. Der Einmarsch deutscher Truppen in Holland zwingt Joseph zur Flucht ins nicht besetzte Südfrankreich. Um seiner Verhaftung zu entgehen, flüchtet er weiter in die Schweiz, wo er in einem Lager interniert wird. Brigitte kann ihren einflussreichen Nazi-Bruder Robert dazu bewegen, Josephs Freilassung zu erwirken – zu spät: Im November 1942 stirbt der Sänger an Lungenentzündung. Die bewegende musikalische Biografie „Ein Lied geht um die Welt“ basiert auf der tragischen Lebensgeschichte des deutsch-österreichischen Kammersängers Joseph Schmidt, dessen Stimme in technisch aufgefrischten Originalaufnahmen zu hören ist. Schmidt starb 1942 im Internierungslager Girenbad (Kanton Zürich).

Di, 9. Nov · 12:30-13:00 · RBB
Die Juden – Geschichte eines Volkes, 5/6, Heimatsuche

Die Reihe ist eine faszinierende Expedition in die über 3.000-jährige Geschichte des Judentums, eine Geschichte voller Glanz und Elend, Hoffnung und Verzweiflung. Als Verfolgungen und Pogrome den deutschen Juden, den Aschkenasim, das Leben schwer machen, wandern viele nach Tschechien oder Polen aus. Zunächst sind sie dort willkommen, leben lange Zeit in Frieden und entwickeln eine eigene, einzigartige Kultur. Doch auch hier werden sie wieder Opfer von Verfolgungen und müssen fliehen. Amsterdam wird zum neuen jüdischen Zentrum in Westeuropa – bis in die Neuzeit. In Berlin beginnt, was für Juden in aller Welt bis heute Bedeutung hat: die jüdische Aufklärung und mit ihr die Emanzipation der Juden. Viele hoffen nun endlich auf Integration in die bürgerliche Gesellschaft.

Di, 9. Nov · 21:45-23:20 · BR
Gegen Ende der Nacht

David Gladbaker, ein in die USA emigrierter deutscher Jude, kehrt als Mitglied des amerikanischen Geheimdienstes C.I.C. 1945 nach Deutschland zurück. Dort ist er mit der Aufklärung eines Verbrechens in einer einsam gelegenen Mühle betraut. August 1945. In einer einsam gelegenen Mühle im amerikanisch besetzten Württemberg geschieht ein fünffacher Mord. Das Müllerspaar, zwei Söhne und die Tochter Irma wurden regelrecht exekutiert, die Tochter anschließend aufgehängt und mit SS-Runen beschmiert. Allerdings hat die junge Flüchtlingsfrau Karin Katte, über deren Herkunft und Geschichte niemand im Dorf etwas weiß, das Massaker durch Zufall überlebt. Die Ermittlungen soll Dave Gladbaker führen, ein jüdischer Mitarbeiter des amerikanischen Geheimdienstes, dessen Eltern im KZ ermordet wurden. Ins Visier seiner Nachforschungen gerät bald Karin Katte, die – so Gladbakers Verdacht – das eigentliche Ziel des Anschlags gewesen sein muss. Katte steht im Verdacht, eine ehemalige KZ-Aufseherin zu sein. Auf Dave, den upper-class-Anwalt, übt diese vom Krieg verhärtete Flüchtlingsfrau eine seltsame Sogwirkung aus – er kann sich ihrer Faszination kaum entziehen. Karin begegnet ihm mit einer Mischung aus Spott und Verachtung, gerät aber ihrerseits gegen ihren Willen immer mehr in den Bann ihres Gefühls zu Dave. Zwar setzt Dave alles daran, um sich über die Identität Karins Klarheit zu verschaffen und herauszubekommen, ob sie die vom C.I.C. gesuchte KZ-Aufseherin ist. Doch er droht an seiner Zerrissenheit zwischen Liebe und Misstrauen zu zerbrechen.

Di, 9. Nov · 23:00-00:30 · SWR
Stauffenberg – 20. Juli 1944

 
21. Juli 1944, 0.15 Uhr: Mit dem Ruf ‚Es lebe unser heiliges Deutschland‘ auf den Lippen stirbt Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Hof des Bendlerblocks durch die Gewehrsalven des Wachbataillons.  Stauffenberg hat einen weiten Weg zurückgelegt – vom jungen, von seinem Beruf begeisterten Offizier, der sich, mit Nina von Lerchenfeld frisch verlobt, am Anblick des neuen Reichskanzlers Hitler begeistern kann und der, überzeugt von den deutschen Kriegszielen, seiner Frau darüber Briefe aus dem Polenfeldzug schreibt. Oberst Henning von Tresckow gehört zu denen, die ihm die Augen über die Kriegsverbrechen der Deutschen hinter der Front des Russlandfeldzugs öffnen – und die Ohren für leidvolle Berichte, wie den der jungen Polja von der Auslöschung ihres Dorfes. Aus dem sinnlosen Schlachten der Rückzugsgefechte in Tunesien wird Stauffenberg schwer verletzt ins Lazarett nach München gebracht. Nina muss ihm mitteilen, dass er nicht nur ein Auge, sondern auch die rechte Hand und zwei Finger der linken verloren hat.  Nina hat Angst, es zu hören, aber Stauffenberg ist inzwischen überzeugt, dass es seine Pflicht ist, an der Beseitigung Hitlers mitzuwirken. Gemeinsam mit anderen Militärs bereitet Stauffenberg das Attentat und den Staatsstreich zur Übernahme der Regierung nach Hitlers Tod vor.  Von diesem ‚Aufstand des Gewissens‘ und der Tat des Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, dem Attentäter des 20. Juli 1944, erzählt der Film. Trotz seiner schweren Kriegsverletzungen spielte Stauffenberg eine der entscheidendsten Rollen in der Durchführung des geplanten Umsturzes. Durch seine Berufung zum Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres Generaloberst Friedrich Fromm bot sich ihm die seltene Gelegenheit, bei einer Lagebesprechung in der ‚Wolfschanze‘ nahe an Hitler heranzukommen und eine Bombe zu zünden. Als Chef des Stabes verfügte er auch über die nötige Autorität und Handelsfreiheit, nach Hitlers Tod das Machtvakuum zu nutzen und mit dem Ersatzheer den eigentlichen Staatsstreich durchzuführen.  Am 20. Juli 1944 kommen Stauffenberg und sein Adjutant Oberleutnant Werner von Haeften um 10.00 Uhr auf dem Flugplatz in Rastenburg an. In der Aktentasche führen sie unbemerkt zwei Bomben mit sich. Unter größter Gefahr entdeckt zu werden, ziehen sich Haeften und Stauffenberg in ein Zimmer zurück, um die Bomben zu präparieren, bevor es zu Hitler geht. Im Besprechungsraum platziert er die Tasche so nah wie möglich neben Hitler und verlässt, eine Entschuldigung murmelnd, das Zimmer. Draußen wartet das Auto mit Haeften. Die Bombe detoniert mit voller Wucht, in der Baracke kann unmöglich jemand überlebt haben. Stauffenberg erteilt dem Mitverschwörer General Erich Fellgiebel die Anweisung, umgehend das gelungene Attentat nach Berlin zu melden, danach alle Verbindungen zu kappen.  Stauffenberg muss sofort nach Berlin, um den zweiten Teil der Operation durchzuführen. „Walküre“ soll ausgerufen werden, ein Plan gegen innere Unruhen, bei dem das Ersatzheer die Regierungsgewalt übernehmen soll. Doch als Stauffenberg zwei Stunden später in Berlin landet, ist alles merkwürdig ruhig. „Es ist etwas Schreckliches geschehen, Hitler lebt!“ – So lautet die Nachricht von Fellgiebel aus der „Wolfschanze“ nach Berlin. Nervosität und Zweifel wachsen. Um Mitternacht bricht der Aufstand zusammen.  Soldaten stürmen den Bendlerblock, nehmen die Verschwörer fest. Generaloberst Fromm verurteilt in einem Standgericht Claus von Stauffenberg, Werner von Haeften, Friedrich Olbricht und Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim zum Tode. Nach Mitternacht werden die vier im Hof des Bendlerblocks erschossen.

Di, 9. Nov · 23:30-00:30 · BR
Die Nacht der Zeitzeugen, Aus dem Münchner Volkstheater  Gäste: Sally Perel, Werner Jung, Batsheva Dagan, Eva Stichová, Lisa Miková

 
Andreas Bönte spricht mit Zeitzeugen über ihre Schicksale während des NS-Regimes – denn die letzten Überlebenden werden bald verstummt sein.  „Fragt heute, denn heute ist das Gestern von Morgen. Fragt heute, denn morgen entdeckt ihr plötzlich, dass es schon zu spät ist.“, schreibt Batsheva Dagan, Überlebende des Zweiten Weltkrieges. „Die Nacht der Zeitzeugen“ aus dem Münchner Volkstheater bietet die Gelegenheit, den Menschen zuzuhören, die diese Zeit als Heranwachsende erlebt haben – bevor die Geschichten unwiederbringlich verloren gehen. „Zwei Seelen schlagen auch in meiner Brust!“ – Sally Perel lebte als Schaf im Wolfspelz. Für ihn wurde das Undenkbare Wirklichkeit: Als Jude rettete er sein Leben in der Haut des Feindes, als Hitlerjunge Josef. Sally Perel berichtet von aberwitzigen Erlebnissen und legt seine bis heute bestehende innere Zerrissenheit zwischen dem Hitlerjungen und dem Juden schonungslos offen. An diesem Abend trifft der Überlebenskünstler Sally Perel auch mit seinem ehemaligen HJ-Kameraden Werner Jung zusammen. Gemeinsam mit den beiden Zeitzeugen taucht das Publikum in eine Vergangenheit ein, in der die Rassenlehre auf dem Stundenplan zweier junger Männer stand, von denen einer ein gefährliches Geheimnis bewahrte und der andere nichts davon ahnte. Weitere Gäste der „Nacht der Zeitzeugen“ sind die Jüdinnen Batsheva Dagan, Eva Stichová und Lisa Miková. Jede von ihnen blickt auf eine Odyssee durch verschiedene Konzentrationslager zurück, die sie als junge Frauen erdulden mussten. Mit ihrer Hilfe soll noch einmal auf die katastrophalen Zustände in den Lagern – vor allem aus der Sicht von Frauen – aufmerksam gemacht werden. All diese Berichte aus der lebendigen Erinnerung der Zeitzeugen schaffen einen besonderen Zugang zur Vergangenheit und geben der Geschichte ein Gesicht, damit heutige und zukünftige Generationen wachsam bleiben. „Nach uns bleiben nur Bücher und Dokumente – und das ist nicht dasselbe. Ein mündlicher Zeitzeugen-Bericht bewirkt viel mehr, als Unterricht in der Schule oder Bücher bewirken können.“ (Sally Perel)

Mi, 10. Nov · 00:35-02:30 · Das Erste (ARD)
Mr. Klein

Robert Klein, ein Elsässer, macht in Paris während der deutschen Besatzungszeit gute Geschäfte, indem er verfolgten Juden Kunstgegenstände und Antikes für einen Bruchteil des tatsächlichen Werts abkauft. Eines Tages sieht er sich von mysteriösen Machenschaften bedroht, die offenbar darauf abzielen, ihn vor den Behörden selbst als Juden erscheinen zu lassen. Er wird zunehmend mit einem jüdischen Namensvetter verwechselt. Auf der Suche nach dem Unbekannten gleichen Namens gerät er am Ende selbst in die Vernichtungsmaschinerie der Nazis. Alain Delon spielt die Titelrolle in dieser faszinierenden Filmparabel, mit der Das Erste die Reihe zum 75. Geburtstag des Schauspielers fortsetzt. Paris, im Jahr 1942. Wie in anderen besetzten Ländern Europas sind auch in Frankreich die Juden ihres Lebens nicht mehr sicher. Robert Klein (Alain Delon) lässt das ebenso kalt wie viele seiner Landsleute. Er nutzt ungerührt die Notlage der verfolgten jüdischen Mitbürger, indem er ihnen Kunstwerke und Antiquitäten zu lächerlich niedrigen Preisen abkauft. Als der opportunistische junge Kunst- und Antiquitätenhändler nach einem besonders schäbigen Handel ein jüdisches Informationsblatt mit seinem Namen vor der Wohnungstür findet, hält er das anfangs nur für einen Irrtum. Immerhin meldet er den Vorfall der Polizei – und macht sich gerade dadurch verdächtig. Nach und nach wächst in ihm die Überzeugung, dass ein tatsächlich existierender jüdischer Namensvetter darauf hinarbeitet, ihn als den Juden Robert Klein hinzustellen. Um sich dagegen wehren zu können, macht er sich auf die Suche nach dem geheimnisvollen Unbekannten, ohne diesen jedoch je zu Gesicht zu bekommen. Dabei zieht sich das Netz der Verfolgung immer enger um ihn zusammen. Joseph Losey hat hier beklemmend gezeigt, „was ganz gewöhnliche Menschen, wie wir ihnen in unserer Umgebung begegnen können, anderen gewöhnlichen Leuten anzutun imstande sind“. Sein Film ist die Geschichte einer Identitätskrise, die mit Selbstaufgabe und Untergang endet, und zugleich eine detaillierte Schilderung der Gleichgültigkeit vieler Franzosen gegenüber der Verfolgung ihrer jüdischen Mitbürger im besetzten Paris von 1942. Die kafkaesken Züge des Geschehens sind unübersehbar; bedrückender als die literarischen Assoziationen an die großen Romane Kafkas wirkt jedoch die historische Dimension des Films. Einen Auftragskiller, der sich zur Ruhe setzen möchte, dabei aber auf Widerstand seitens seines bisherigen Auftraggebers stößt, spielt Alain Delon in Robin Davis‘ „Der Schock“, den Das Erste im Anschluss zeigt.

Mi, 10. Nov · 12:30-13:00 · RBB
Die Juden – Geschichte eines Volkes, 6/6, Überleben

Die Integration der Juden in die bürgerliche Gesellschaft scheitert. Bleiben oder Auswandern wird zur Schicksalsfrage des Judentums Ende des 19. Jahrhunderts, nicht nur in Deutschland. Die 6. Folge erzählt von den Pogromen in Russland, die zur Massenauswanderung in die USA führen, und von der Geburt des politischen Zionismus. Zunächst glauben viele Juden in Mitteleuropa noch, dass Assimilation eine Lösung sei. Im Ersten Weltkrieg kämpfen sie Seite an Seite mit ihren christlichen Kameraden. Doch die Hoffnung erweist sich als Trugschluss. Unter den Nationalsozialisten gibt es für die Juden keine Zukunft mehr. Sechs Millionen Menschen werden auf grausame Weise ermordet. Einigen gelingt die Flucht in Länder wie die USA oder nach Israel. Viele besinnen sich hier wieder ihrer jüdischen Wurzeln.

Mi, 10. Nov · 23:30-00:15 · Das Erste (ARD)
Bewährungsprobe für Obama

Seit Barack Obama Präsident der Vereinigten Staaten ist, scheint sich das Verhältnis zwischen den USA und Israel merklich abzukühlen. Obama hat Kritik an Israel geübt, hat Israel öffentlich abgekanzelt – und wurde dafür von einem großen Teil der amerikanischen Gesellschaft scharf kritisiert. Die „jüdische Lobby“ in den USA arbeitete gegen ihn, aber auch evangelikale Christen, die Israel bedingungslos unterstützen, und auch der amerikanische Kongress machte gegen Obamas Politik mobil. Driftet das Verhältnis der beiden befreundeten Länder auseinander? Verliert Israel seinen engsten Bündnispartner? Kann Obama den Frieden zwischen Israel und den Palästinensern herbeizwingen? Gegen die Interessen Jerusalems und der „jüdischen Lobby“ in den USA? Es sieht nach einer harten Bewährungsprobe für den amerikanischen Präsidenten Barack Obama aus, der entscheiden muss, ob die beiden Nationen miteinander am Scheideweg stehen.

Do, 11. Nov · 09:10-10:05 · arte
Die Stimmen von El-Sayed

 
Das kleine Beduinendorf El Sayed in der Negevwüste im südlichen Israel hat den höchsten Anteil an gehörlosen Menschen in der Welt. Alle verständigen sich per Zeichensprache – bis eines Tages ein Vater beschließt, seinen Sohn operieren zu lassen.  Vor 200 Jahren kam ein gehörloser Beduine, Sheikh El-Sayed, in die Negevwüste im Süden des heutigen Israel. Seine genetisch bedingte Taubheit vererbte sich von Generation zu Generation, wurde aber nie als Defekt, sondern als natürlicher Lebensumstand betrachtet. Alle Einwohner verständigten sich dank einer lokal entwickelten El-Sayed-Zeichensprache.  Doch eines Tages beschließt ein Vater, dem Schicksal seines tauben Sohnes durch eine Hörprothese, ein sogenanntes Cochlea-Implantat, eine Wende zu geben. Diese Entscheidung führt zu großen Konflikten im Ort und bedroht das bisher friedliche Zusammenleben von Gehörlosen und Hörenden. Die Dokumentation begleitet ein Jahr lang die Rehabilitationsphase des Jungen nach dessen Operation aus der Sicht der gehörlosen Dorfgemeinschaft. Dabei gewährt sie Einblick in eine einzigartige Lebenswelt.

Do, 11. Nov · 22:45-23:30 · RBB
Späte Rückkehr

Über 60 Jahre lebte Margot Friedlander in New York. 1947 war sie zusammen mit ihrem Mann hierher emigriert. 2010 kehrt sie für immer nach Berlin zurück. Der Film dokumentiert die Übersiedlung von Margot Friedlander von New York nach Berlin. Der Film „Späte Rückkehr“ erzählt die Geschichte einer langsamen Annäherung – die Wunden der Vertreibung und Entrechtung können ein ganzes Leben brauchen, um zu heilen. 2003 besucht Margot Friedlander zum ersten Mal wieder Berlin. Diese Reise in ihre Vergangenheit und – wie sich zeigen sollte – auch in ihre Zukunft erzählt der Film „Don’t call it Heimweh“, ein bewegendes Dokument der Wiederbegegnung mit der Stadt in der sie versteckt den Naziterror überlebt hat. Dem Film folgt vier Jahre darauf ihre Autobiographie „Versuche Dein Leben zu machen“. Dann fällt der Entschluss der nun 88-Jährigen, nach Berlin zurückzukehren. Doch der Abschied von New York fällt nicht so leicht wie gedacht. Vor allem bei Freunden, die wie sie aus Deutschland emigriert waren, trifft ihre Entscheidung auf Skepsis und Widerspruch. Im Dialog mit ihren New Yorker Freunden wird deutlich, wie schwierig und schwerwiegend der Entschluss zur Rückkehr ist. Für Margot Friedlander schließt sich mit ihrer Heimkehr in die Stadt ihrer Kindheit der Kreis ihres Lebens. Dennoch markiert der Film kein Happy End. „Heimat“, sagt Margot Friedlander, „hab ich keine, aber ein Zuhause.“ Und das ist jetzt wieder in Berlin, wo sie geboren wurde und wo sie heute mehr Freunde hat als in New York. Sie hat eine Mission: Sie will jungen Deutschen von ihrem Erleben berichten – damit es nicht in Vergessenheit gerät. Den Deutschen ihrer Generation jedoch traut sie bis heute nicht. „Späte Rückkehr“ dokumentiert die Übersiedlung von Margot Friedlander von New York nach Berlin. Der Filmemacher Thomas Halaczinsky lebt seit 1991 in New York, wo er Margot Friedlander im Jahre 2002 kennengelernt hatte. Sein Film „Dont‘ call it Heimweh“ eröffnete 2005 das Jüdische Filmfestival in Berlin und erlebte seine TV-Premiere im rbb Fernsehen.

Fr, 12. Nov · 09:15-10:15 · arte
Misswahl mit hohem Risiko

 
Die junge Duah alias Angelina träumt davon, Lady Kul el Arab – das bedeutet in etwa die Miss Arabien Israels – zu werden. Doch die Werte der drusischen Gemeinschaft, der ihre Familie angehört, stehen ihrem Wunsch entgegen.  Die junge Duah alias Angelina stammt aus einem drusischen Dorf in Galiläa. Sie strebt eine internationale Karriere in der Modewelt an und hat bereits die Vorrunden des Schönheitswettbewerbs Lady Kul al Arab absolviert. Doch im letzten Moment verzichtet sie auf ihre Teilnahme an der Endausscheidung, weil sie in Konflikt mit den eher traditionellen Werten der drusischen Gemeinschaft gerät.  Filmemacherin Ibtisam Salh Mara’ana verleiht dieser Geschichte exemplarischen Charakter und zeichnet das Porträt einer jungen Frau, die sich schließlich den Regeln einer strenggläubigen und restriktiven Ordnung beugt.

Fr, 12. Nov · 12:30-13:00 · RBB
Die Kinder der Villa Emma

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg suchen jüdische Kinder Zuflucht vor der Deportation. Drei Jahre lang irren sie in Europa umher, dann finden sie ausgerechnet im faschistischen Italien in der „Villa Emma“ einen sicheren Platz. Dank der Solidarität und des Mutes der Bevölkerung überleben die Kinder, auch als Norditalien durch Wehrmacht und SS besetzt wird. Schließlich gelingt die Flucht in die Schweiz. Und noch einmal drei Jahre später, können sie zu ihrem eigentlichen Ziel aufbrechen: Richtung Palästina.

Sa, 13. Nov · 06:45-07:30 · arte
Mein Leben – Ruth Dayan

 
Die Dokumentation begleitet Ruth Dayan bei ihren Autofahrten kreuz und quer durch Israel und die Palästinensergebiete. Sie fährt zu Erinnerungsorten, trifft arabische Familien, Beduinen in der Negevwüste oder Szenedesigner in Tel Aviv.  Ruth Dayan, Ex-Frau des legendären Armeechefs und Verteidigungsministers Mosche Dayan, kommt auch mit ihren 93 Jahren nicht zur Ruhe. In ihrer Jugend lebte sie in Nachbarschaft mit Palästinensern, heute scheint die Möglichkeit einer friedlichen Koexistenz auswegloser denn je. Doch Ruth Dayan knüpft weiter rastlos Fäden, die Juden und Araber verbinden sollen.  „So ist sie: Sie rennt und rennt und kümmert sich nicht um Grenzen“, sagt ein langjähriger Wegbegleiter Ruth Dayans, als sie kurz eine Verschnaufpause in einem Café einlegt.

So, 14. Nov · 21:45-22:30 · PHOENIX
1000 Kilometer Zaun

 
Viele Israelis ließ die Meldung aufhorchen: Premier Netanjahu teilt mit, die Grenze nach Ägypten -quer durch die menschenleere Wüste im Süden- jetzt besonders sichern zu wollen. Die Regierung werde einen kilometerlangen Zaun bauen.  Stacheldraht und Militär-Patroullien im Norden an der Grenze zu Libanon und Syrien. Ein langer Zaun Richtung Jordanien. Entlang der Palästinenser Gebiete ist es nicht nur die Hightech-Zaunanlage, sondern vielerorts eine Mauer – höher als die im ehemals geteilten Berlin. Selbst die Mittelmeerküste wird mit Unterwassersperren gesichert – und überall komplettiert modernste Überwachungstechnik das israelische Sicherheitskonzept. Bei ihrer Reportage-Reise treffen sie einen deutschen Chefkoch, der in einer der instabilsten und explosivsten Gegenden der Welt ein erfolgreiches 5-Sterne Erholungs-Spa betreibt, und sind dabei, wenn israelische Familien auf Wochenend-Ausflug die Geschichte ihrer Armee erkunden. Nur, dass das, was aussieht wie ein Abenteuerspielplatz, reales Schlachtfeld mit echten Minen ist! Der Film zeigt das absurdeste Dorf des Nahostkonflikts, die tiefste Opernaufführung der Welt und erkundet, warum das Rote Kreuz mit Helfern aus Afrika ausrückt, um eine Apfelernte zu retten. Es geht um das Leben im Schatten der Grenze, abseits der großen Politik und der Schlagzeilen. Ein Leben, bei dem nicht immer klar ist, wer hier wen ausgrenzt. So eintönig und deprimierend die Grenzanlagen sind, so überwältigend ist die Landschaft. Die Tour geht durch wilde Bergwelt und endlose rote Wüsten, über sanfte Hügelketten hin zu tropischen Korallenriffen – alles auf einer Fläche so groß wie Hessen. Hier laufen die Strassen eben nicht von einem Land ins andere, sondern fast immer parallel zur Grenze. Zu oft ist von vornherein klar: Sie sollen nicht verbinden, sie trennen.

So, 14. Nov · 23:30-00:15 · PHOENIX
Sie alle sind unsere Kinder

 
Den Palästinenser Bassam Aramin und den Israeli Rami Elhanan verbindet das gleiche tragische Schicksal. Beide verloren eines ihrer Kinder im Nahostkonflikt.  Rami und Bassam bezeichnen sich als Brüder, nicht nur als Freunde. Schon vor Bassams Schicksalsschlag waren sie befreundet. Am Krankenbett Abirs auf der Intensivstation hofften, beteten und trauerten die Familien von Bassam und Rami gemeinsam. Die beiden „Brüder“ wurden Mitglieder der Organisation „Parents Circle – Families Forum“, die Angehörige von Opfern des israelisch-palästinensischen Konflikts zusammenbringt. Mit dem Ziel, dass ihre Töchter die letzten sein sollten, die dem seit über 60 Jahren andauernden Konflikt zum Opfer fielen, treten sie für Frieden ein. Die Dokumentation „Alle unsere Kinder “ zeigt die Ursachen auf, erzählt vom Umgang der Väter mit ihrem Schicksalsschlag und stellt den Weg, den Rami und Bassam beschreiten um Frieden zu erreichen, dar. Die Biographien der Väter werden mit den Konflikten und Kriegen Israels verknüpft. Beide Väter durchlebten den in der Region üblichen Weg, Rami Elhanan war ein stolzer israelischer Soldat, der in drei Kriegen kämpfte. Bassam Aramin wuchs in den palästinensischen Widerstandskampf hinein und saß sieben Jahre in einem israelischen Gefängnis.

Mo, 15. Nov · 00:15-00:30 · RBB
Verfallende Pracht

Der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee gilt als steinernes Zeugnis der gelungenen Assimilation jüdischer Kaufleute, Künstler und Bankiers. Viele der prachtvollen Erbbegräbnisse aus Marmor und Granit drohen jetzt zu verfallen, lange Reihen der schlichten Grabstelen und endlose Wege sind von Efeu überwuchert. Die heutige jüdische Gemeinde ist viel zu klein, um das verwilderte Areal instand zu halten. Deshalb wurde eine Initiative gestartet, um den Friedhof auf die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes setzen zu lassen. Ein langwieriges Unterfangen mit offenem Ausgang. „Verfallende Pracht – der jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee“ ist ein kleiner Film über deutsch-jüdische Geschichte und Gegenwart.

Mo, 15. Nov · 12:45-13:00 · RBB
Meine Geschichte – Verfolgt von den Nazis

Heinz Humbach, Jahrgang 1928, stammt aus einer kommunistischen Familie. Sein Vater war bereits 1933 von den Nazis verhaftet worden und verbrachte mehrere Monate im Zuchthaus.  Die Familie gehörte zu einer Widerstandsgruppe in Köln, dem „Nationalkomitee Freies Deutschland“, die Bedrängten half: verfolgten Kommunisten, Zwangsarbeitern, Deserteuren und Juden. Sie nahm von der Deportation bedrohte Menschen in ihrem Haus auf und versorgte sie mit Lebensmitteln. Auch die Nachbarn halfen mit.  Das ging so lange gut, bis die Gestapo Mitglieder der Widerstandsgruppe aufspürte, festnahm und unter Folter zu Aussagen zwang. Dabei stieß die Gestapo auch auf Heinz Humbachs Eltern, mit denen er Ende November 1944 im Alter von 16 Jahren verhaftet wurde.  Die Familie landete im Sondergefängnis und wurde mit dem weiteren Vorrücken der US-Armee immer wieder verlegt. Schließlich konnte sie in Gießen von den Amerikanern befreit werden.  Schon im Mai 1945 war Heinz Humbach Mitbegründer der KPD in Wetzlar. Er starb 2004 in Köln.

Mo, 15. Nov · 23:15-01:20 · MGM
Unternehmen Rosebud

 
Eine Luxusyacht wird vom palästinensischen Terrorkommando „Schwarzer September“ gekapert. CIA-Mann Martin (Peter O’Toole), sein deutscher Kollege Schloss (Klaus Löwitsch) und der israelische Spion Hamlekh (Cliff Gorman) nehmen die Spur der Entführer auf. – Actionreicher Spionagethriller von Meisterregisseur Otto Preminger („Exodus“).