Good Friends: Die Palästinenser – allein

Efraim Karsh, Professor für Nahoststudien am Londoner King’s College, tritt in einem Artikel für die New York Times der verbreiteten Annahme entgegen, dass das Wohlergehen der Palästinenser der arabischen Welt am Herzen liege. Er kommt dabei zu dem Schluss, dass es einem Frieden im Nahen Osten dienlich wäre, wenn die Palästinenser begreifen würden, dass sie im Konflikt mit Israel weitgehend auf sich allein gestellt sind…

„Es ist seit langem die gängige Meinung, dass die Lösung des palästinensisch-israelischen Konflikts eine Voraussetzung für Frieden und Stabilität im Nahen Osten sei. Da Araber und Muslime dem Palästinaproblem so leidenschaftlich zugetan seien, so das Argument, schüre der israelisch-palästinensische Stillstand regionale Wut und Verzweiflung, verleihe Terrorgruppen wie Al-Qaida und dem Aufstand im Irak mehr Legitimation und verhindere die Bildung einer regionalen Koalition, die Irans Streben nach Atomwaffen abblocken würde.“

„Die Wahrheit ist aber, dass die arabische Politik seit Mitte der 1930er Jahre ein anders Bild nahelegt. Während die ‚Palästinafrage‘ lange zentral für die innerarabische Politik gewesen ist, haben die arabischen Staaten sich sehr viel weniger um das Wohlergehen der Palästinenser als um ihre eigenen Interesen gekümmert.“

„Vor diesem Hintergrund ist es ein positives Zeichen, dass so viele Araber dem palästinensisch-israelischen Konflikt offensichtlich zunehmend gleichgültig gegenüberstehen. Denn wenn der eigennützige Interventionismus der arabischen Regimes den Palästinensern das Recht auf Selbstbestimmung verweigert hat, dann liegt die größte, tatsächlich einzige Hoffnung für einen Frieden zwischen Arabern und Israelis in der Zurückweisung der falschen Verbindung zwischen dieser speziellen Frage und anderen regionalen und globalen Problemen.

Je eher die Palästinenser erkennen, dass ihre Sache allein ihre Sache ist, desto eher werden sie sich mit der Existenz des Staates Israels abfinden und die Notwendigkeit eines verhandelten Abkommens verstehen.“

Den vollständigen Artikel gibt es hier: The New York Times, 01.08.10

4 Kommentare zu “Good Friends: Die Palästinenser – allein

  1. Araber, sind die Besatzer Israelischer Territorien und müssen zurück an seine ursprunglechen Länder. Eine lösung Zwei Staaten ist absurd, da dieses Land seit Tausende von jahren Jüdisch ist.

  2. @Jane@ hätten die Palästinenser ihren eigenen Staat wirklich haben wollen, dann existierte er. Doch den wollen sie nicht, außer auf den Ruinen des Staates Israel.
    Ihre mantra: „Der islamistische Terror allerdings speist sich zweifelsohne aus der Ohnmacht, der muslimischen Massen, welche nicht zuletzt auch westlicher, postkolonialer Vorteilsnahme in der Region, die selbst diktatorische Regime stützt und auch der mehr als 4 Jahrzehnte dauernden Okkupation in den besetzten Gebieten zu ‘danken’ ist.“
    Erklären Sie uns doch weshalb die meisten Terroristen zu der Ober- oder Mittelschicht gehören. Die muslimischen Massen werden zwar gegen Israel aufgehetzt, doch mit dem Terror haben sie wenig zu tun. Und auch wenn Sie es 100 Mal wiederholen wird das nicht wahr. Lange bevor es einen jüdischen Staat gegeben hat, gab es Pogrome von Jihadisten gegen Juden im Heiligen Land, so 1920,1921 und 1929.
    Und wie erklären Sie die Hasspropaganda gegen Juden der Islamisten, hat das auch mit der Besatzung zu tun? Hatte auch die Kollaboration des Hadj Amin el Husseini mit den Nazi auch mit dem Staat Israel zu tun?

  3. Die Palästinenser hatten sich bereits mit der Existenz des israelischen Staates abgefunden und ihn 1993 innerhalb seiner real existierenden Grenzen anerkannt.

    Was aussteht ist die Anerkennung des Existenzrechts der Palästinenser in ihrem eigenen palsätinensischen Staat auf dem Land, welches seit der Staatsgründung Israels jenseits der Grünen Linie von der historischen Provinz Palästina übrig geblieben ist. Selbst die Hamas hat in dieser Frage Entgegenkommen signalisiert, mal ganz abgesehen, von der palästinensichen Bevölkerung in Umfragen und der Fatah, die den israelischen Staat innerhalb der Grünen Linie bereits indirekt 1988 anerkannte und die arabischen Nachbarn zu Friedensabschlüssen mit Israel aufrief.

    Eine Zwei-Staatenlösung auf Grundlage der völkerrechtlichen Situation, die die Siedlungen verbietet, hätte sich längst realisieren lassen können und scheitert an der fortwährenden Landnahme Israels.

    Es gibt eine tiefe Kluft zwischen Politik und den Gefühlen der Menschen im Volk. Dies trifft zweifelsohne auch auf Muslime in den arabischen Ländern zu, umsomehr, da es sich weitgehend um undemokratische Regime handelt.

    Die arabische Friedensinitiative ist allerdings ein sehr konstruktiver Schritt in Richtung Frieden, der von Israel bislang mehr oder weniger seit Jahren ausgessesen wird.

    Der islamistische Terror allerdings speist sich zweifelsohne aus der Ohnmacht, der muslimischen Massen, welche nicht zuletzt auch westlicher, postkolonialer Vorteilsnahme in der Region, die selbst diktatorische Regime stützt und auch der mehr als 4 Jahrzehnte dauernden Okkupation in den besetzten Gebieten zu ‚danken‘ ist. Er kommt nicht von ungefähr und ohne eine ehrliche Bestandsaufnahme und einen glaubhaften Politikwechsel wird es keine echte Befriedung geben können.

    Die Gründung eines tragfähigen palästinensischen Staates, eine gerechte Lösung auch für die Palästinenser ist hierbei von zentraler Bedeutung, was auch der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, General Petreäus, unterstrich.

    Die Intention des Autors scheint es zu sein, den Palästinenser klar zu machen, dass sie keine Chance auf eine gerechte Lösung haben, weil sie ohnehin vollständig isoliert sind. Letzteres mag in mancher Hinsicht zutreffen, zu glauben, dass eine solche Haltung allerdings friedlichen Verhältnissen den Weg bereiten könnte, ist absurd.

  4. Fruchtbare Diskussionen ???  doch wohl nicht mit Meinungseunuchen ……………… möglich. Was wollt Ihr überhaupt Ihr Admis.. oder so

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