Königin Ranias Kinderbuch

Die jordanische Königin Rania, Frau von König Abdullah, verweigert israelischen Verlagen die Genehmigung, ihr Kinderbuch „The Sandwich Swap“ ins Hebräische zu übersetzen. Das Buch, inzwischen auf der Bestseller Liste der New York Times, handelt um Toleranz und Multikulti…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 14. Juli 2010

Das Kinderbuch erschien im April auf Englisch und im Juni in einer arabischen Ausgabe und wurde für Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren geschrieben. Der jordanische Königshof habe der israelischen Zeitung Haaretz mitgeteilt, dass „die Angelegenheit geprüft“ werde.

Lilly zieht das typisch amerikanische Sandwich mit Peanut-Butter hervor, während Salma lieber ein Fladenbrot mit Humus, einer typisch arabischen Speise, verzehrt. Trotz dieses „kulturellen Unterschiedes“ lernen beide Mädchen, sich gegenseitig zu verstehen und bleiben Freundinnen. Doch zuvor kommt es in ihrer Schule zu einem Kampf um die mitgebrachten Brote, bis sie schließlich ihre Speisen feierlich austauschen.

Die im Buch beschriebene Geschichte gehe auf ihre eigenen Erlebnisse in der internationalen Schule in Kuwait zurück, erzählte die Königin. Ihre Mutter habe ihr immer ein Fladenbrot mit Humus auf den Weg in die Schule mitgegeben. Sie sei „völlig bestürzt“ gewesen, als ihre Freundinnen aus anderen Ländern Pausenbrötchen mit Erdnussbutter hervorholten.

Um ihr Buch populär zu machen, erschien Königin Rania im Fernsehen bei Winfrey Opera und Barbara Walters. Ebenso veranstaltete sie eine Lesung in Hauptquartier der UNO in New York. Den Erlös aus dem Verkauf des Buches will Königin Rania der UNICEF spenden, um damit 500 Schulen in Jordanien zu renovieren.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

3 Kommentare zu “Königin Ranias Kinderbuch

  1. @danubius:
    Sigrid hat einen guten Link zu Haaretz gemacht. In diesem neueren Artikel steht, dass Königin Rania nie eine Anfrage von israelischer Seite erhielt, da diese sofort an den Verleger in die USA weitergeleitet wird.

  2. An diesem sehr guten Beispiel sieht man auch weit in die Zukunft der israelisch-arabischen Beziehungen. Ein friedliches Miteinander ist in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

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