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Polnische Dankbarkeitsmedaille posthum an Lew Kopelew

Lew Kopelew soll mit der vom Europäischen Zentrum der Solidarność in Danzig gestifteten „Dankbarkeitsmedaille“ geehrt werden. Mit der Auszeichnung wird Kopelews „Engagement für die Vorbereitung der Hilfe für die Solidarność und seine Unterstützung für die Polen in ihrem Kampf gegen das autoritäre System“ gewürdigt…

„Ohne die Leistungen vieler Menschen guten Willens aus aller Welt, darunter auch ohne die Unterstützung von Lew Kopelew“ heißt es in der Verleihungsurkunde, „wäre der Sieg der Solidarność erheblich schwieriger gewesen“. Die Auszeichnung soll in die Obhut Lew Kopelew Forums übergeben werden.

Die Dankbarkeitsmedaille wurde in diesem Jahr anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Entstehung der „Solidarność“ vom Europäischen Zentrum der Solidarność in Danzig gestiftet – einer kulturellen Einrichtung, die ihre wichtigste Aufgabe in der Bewahrung und Förderung der Idee der Solidarność-Bewegung sieht. Die Medaille gilt als symbolischer Ausdruck der Dankbarkeit und wird an Ausländer verliehen, die Polen im Kampf um Freiheit und Solidarität in besonderer Weise unterstützt haben. Dem Ehrenausschuss, der die Dankbarkeitsmedaille vergibt, gehören die wichtigsten Vertreter der Solidarność-Bewegung der 80er Jahre an, u.a. Lech Wałęsa, Zbigniew Bujak, Mirosław Chojecki und Danuta Winiarska-Kuroń.

Zu den Trägern der erstmals in diesem Jahr verliehenen Dankbarkeitsmedaille gehört u.a. der französische Außenminister Bernard Kouchner.

Die aus einer Streikbewegung von Arbeitern im Sommer 1980 entstandene Gewerkschaft „Solidarność“ (deutsch: Solidarität) wirkte nicht nur entscheidend an der politischen Wende in Polen 1989 mit, sondern hatte auch erheblichen Anteil an den politischen Umwälzungen in anderen Ländern des Ostblocks, darunter der DDR.

Der 1912 in Kiew geborene russische Schriftsteller, Germanist, Menschenrechtler und Dissident Lew Kopelew war 1981 von der sowjetischen Regierung ausgebürgert worden und lebte seitdem bis zu seinem Tod 1997 in Köln. Als unermüdlicher Verfechter einer Aussöhnung zwischen Russen und Deutschen erlangte er hohes Ansehen, nicht nur in seiner Wahlheimat Deutschland.

Das Lew Kopelew Forum wurde 1998 in Köln von dem großen Freundeskreis Kopelews gegründet. Sein Domizil ist in den Räumen der Kreissparkasse Köln, seines wichtigsten Förderers, untergebracht. Das Forum setzt sich zur Aufgabe, die Erinnerung an Lew Kopelew und sein Wirken wach zu halten, sich für seine Grundüberzeugungen einzusetzen, sein Credo: „Toleranz, Moral, Menschlichkeit“ in deutsch-russischem und europäischem Kontext zu entwickeln und in Begegnungen, Lesungen, Diskussionen, Ausstellungen, und Konzerten zu verwirklichen. Ein hervorgehobener Ausdruck der Arbeit des Forums ist die jährliche Verleihung des Lew Kopelew Preises für Frieden und Menschenrechte.

Weitere Informationen: www.kopelew-forum.de