„Alle waren sie gegen Israel“

74 prominente Exiliraner unterzeichneten kürzlich ein Solidaritätsschreiben für die Aktivisten der »Gaza Freedom Flotilla«, in dem sie behaupteten, das Vorgehen des israelischen Staates gegen die Blockadebrecher sei vergleichbar mit der Gewalttätigkeit der Islamischen Republik Iran. Die Ereignisse auf der »Mavi Marmara«, so der offene Brief der 74 Exiliraner, hätten gezeigt, dass »Israel von Natur aus nach Besatzung und Kampf« strebe. Saeed Ghaseminejad, Sprecher der Liberalen Studenten Irans und Direktor des Centre Iranien d’etudes du Liberalisme, hat diesen offenen Brief scharf kritisiert und einen bisher von 27 Exiliranern unterzeichneten Gegenbrief verfasst. Ghaseminejad ist Ingenieur und lebt in Paris…

Interview: Carl Melchers
Jungle World v. 8. Juli 2010

Sie haben vor einer Woche einen offenen Brief verfasst, der sogar in der internationalen Presse diskutiert wurde – worum ging es da genau?

Unser offener Brief war eine Kritik des Statements von 74 iranischen Intellektuellen, die von sich behaupten, sie fühlten sich der oppositionellen »Grünen Bewegung« zugehörig. In ihrem Schrei­ben haben sie behauptet, der Kampf der »Grünen Bewegung« im Iran sei derselbe wie der Kampf der palästinischen Bewegung gegen Israel – was schlicht nicht stimmt. Ihre Stellungnahme war unfair und ungerecht. Die Grüne Bewegung im Iran ist eine gewaltfreie Bewegung. Die palästinensische Bewegung benutzt dagegen Gewalt in großem Ausmaß. Nicht nur gegen Israelis, sondern auch gegen die Palästinenser selbst. Ich habe gelesen, dass in der ersten Intifada etwa die Hälfte der palästinischen Opfer von Palästinensern getötet wurden – als Kollaborateure. Die Grüne Bewegung ist nicht so. Die Regierung prügelt, schießt, foltert und bringt Leute um, aber die Bewegung reagiert nicht mit Gewalt. Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen der Bewegung im Iran und der PLO oder der Hamas. Das wird in diesem Statement komplett ignoriert. Darin zeigen sich antiisraelische, aber auch antisemitische Tendenzen der iranischen Oppositionsbewegung und von uns Iranern, und die kritisieren wir.

Wer sind die Exiliraner, die diesen Solidaritätsbrief für die Free-Gaza-Aktivisten unterzeichnet haben?

Das sind meist Leute mit marxistischem oder islamistischem Hintergrund. In Iran haben wir eine Mischung von Marxismus und Islamismus. Die Revolution von 1979 war ja stark von beiden Ideologien beeinflusst. In beiden Bewegungen gibt es einen virulenten Antisemitismus, der sich vor allem in ihren Positionen gegenüber Israel äußert und im wesentlichen ein Phänomen des 20. Jahrhunderts ist, das nicht der historischen Beziehung zwischen Iranern und Juden entspricht.

Inwiefern ist dieser Antisemitismus ein modernes Phänomen?

Iran und das Judentum haben eine lange Geschichte von guten und friedlichen Beziehungen. Der berühmteste Aspekt dieser langen Geschichte ist die Eroberung Babylons durch Kyros den Großen, der im Alten Testament 22 Mal erwähnt wird. Kyros hat die Juden aus der babylonischen Gefangenschaft befreit und ihre Rückkehr nach Jerusalem ermöglicht. Zurückgehend auf diese Zeit hat es immer eine besondere Beziehung zwischen Iranern und Juden gegeben. Diese Art von Antisemitismus, den man in Teilen der iranischen Gesellschaft und vor allem in bestimmten politischen und intellektuellen Kreisen findet, ist dieser Tradition völlig entgegengesetzt. Nehmen Sie zum Beispiel unsere Literatur. Literatur ist ein Spiegel unserer Gedanken, auch unserer versteckten Gedanken. Und in unserer traditionellen Literatur sind Juden nicht die bösen Charaktere.

Gelten im schiitischen Islam nicht Juden und andere religiöse Minderheiten als »unrein«?

Der moderne Antisemitismus im Iran, um den es hier geht, hat im wesentlichen vier Quellen. Davon ist der traditionelle islamische Antisemitismus, den es durchaus gibt, vielleicht nicht unbedingt die wichtigste.

Was sind die anderen Quellen?

Vor dem Zweiten Weltkrieg hat Reza Schah viele Studenten ins Ausland geschickt, vor allen nach Deutschland und Frankreich, wo die intellektuelle Atmosphäre stark vom Antisemitismus geprägt war. Die haben dann unter anderem dieses Gedankengut auch in den Iran zurückgebracht. Das ist die zweite Quelle. Die dritte Quelle ist der russische Kommunismus bzw. Stalinismus. Es gab ja einen russisch-nationalistischen Antisemitismus dort, Stalin war auch ein Antisemit, und auch unter Stalins Nachfolgern gab es die Verfolgung sogenannter Kosmopoliten und Zionisten. Stalin hatte einen ganz großen Einfluss auf die kommunistische Bewegung im Iran. Die Kommunisten dort wussten nicht besonders viel über Marx oder Lenin, aber sie bewunderten Stalin. Die vierte Quelle ist trimondistisch, sie entstammt also der Theorie der Befreiungsbewegungen der Dritten Welt. Nach dieser Sichtweise ist der Kampf der Palästinenser gegen Israel ein antikolonialer Kampf. Vor allem die beiden letztgenannten Strömungen haben die islamische Revolution von 1979 stark beeinflusst. Die meisten Führer der Revolution waren Antisemiten und haben nach der Machtübernahme den Kampf gegen Israel zum Staatsziel erklärt. Sowohl die neue revolutionäre Regierung als auch die neue Opposition waren antizionistisch. Abgesehen von den Monarchisten und Nationalisten bestanden alle politischen Strömungen aus antizionistischen Ideologen, es gab einen wahren Wettbewerb unter ihnen, wer antizionistischer war. Die Opposition war entweder marxistisch-leninistisch oder »islamo-marxistisch« wie die Volksmujahedin. Und die Regierung war islamistisch bzw. islamisch-fundamentalistisch. Alle waren sie gegen Israel. Aber das ist die Geschichte der Generation der Revolution.

Und dieser Generation entstammen auch die Unterzeichner der antiisraelischen Erklärung der 72 oppositionellen Exiliraner?

Ja, die meisten. Und ich muss auch sagen, dass ich bei einigen Unterzeichnern sehr überrascht war, dass sie ihren Namen unter so einen Brief setzen, wie etwa Ramin Jahanbegloo, ein erklärter Liberaler, der in Kanada lebt. Oder Majid Mohammadi, der in New York lebt. Oder der im US-Exil lebende ehemalige Studentenführer Ali Af­shari. Oder die säkulare Feministin Mehrangiz Kar. Bei anderen wie Akbar Ganji wundert es mich wiederum überhaupt nicht, das sind unverbesserliche Antizionisten. Einige Unterzeichner haben übrigens behauptet, sie hätten den Text gar nicht so genau gelesen, sie hätten ihn einfach nur unterschrieben. Aber sie sagen das nicht öffentlich.

Inwiefern ist die in diesem offenen Brief geäußerte Kritik an Israel antisemitisch?

Die Israelkritik ist weitgehend ein »Hijab«, eine Verschleierung antisemitischer Positionen. Wenn man nicht offen antisemitische Sachen sagen will, sagt man typischerweise etwas gegen Israel. Ich glaube, dass man prinzipiell schon legitime Kritik an der Politik Israels üben kann, ohne antisemitisch zu sein, aber hier ist das wohl nicht der Fall. Das merkt man vor allem daran, dass diese Intellektuellen immer nur Menschenrechtsverletzungen in Israel anprangern. Von China oder Russland reden sie nie, selbst wenn dort die Menschenrechte von Muslimen gebrochen werden. In einer Debatte hat einer von ihnen behauptet, in Israel herrsche Apartheid. Wenn es in Israel einen arabischen Minister geben kann, wie kann man da von einem Apartheidsystem sprechen? In ihrem Statement haben sie jedenfalls nie von Frieden gesprochen, sondern davon, dass sie den Palästinensern den Sieg wünschen. Ich habe mich gefragt, von welchen Palästinensern sie da sprechen und wie dieser Sieg wohl aussehen soll. Es ist schon fast unheimlich, wie wenig sie sich in dieser Angelegenheit von Ahmadinejad unterscheiden.

Bestreiten sie wie Ahmadinejad Israel das Existenzrecht?

Sie haben jedenfalls nie gegen die Hamas protestiert. Ich denke, dass manche von ihnen glauben, Israel habe kein Recht zu existieren. Zum Beispiel hat Mohsen Kadivar, ein weiterer Unterzeichner und der bekannteste Schüler Montazeris (vgl. Jungle World 2/2010), neulich sogar behauptet, die Demonstranten im Iran hätten die Parole »In Gaza wie im Libanon, ich sterbe für Iran« gerufen. Das ist nicht nur gelogen, es ist eine infame Verdrehung der Tatsachen. Auf mehr als 90 Youtube-Videos kann man sehen, wie die Menschen »Nicht für Gaza, nicht für Libanon, nur für Iran sterbe ich!« rufen – diese Parole ist eine Absage an den islamistischen Internationalismus der islamischen Revolution. Das ist die wichtigste außenpolitische Parole der Bewegung.

Unglücklicherweise sind die meisten persischen Medien im Ausland in den Händen von Leuten, die versuchen, unsere Stimme zu zensieren. Wir haben unser Statement zu Radio Farda, BBC Persian, RFI, Radio Deutsche Welle und Radio Zamaneh geschickt, alles Sender, die von der US-Regierung oder europäischen Regierungen gesponsort werden. Aber diese Medien haben bislang nichts berichtet, während sie alle das anti­zionistische Statement der 72 Marxisten und Islamisten mit großer Freude und Aufregung besprochen haben. Und das ist kein Einzelfall, sondern typisch. Ich frage mich schon, was es soll, wenn das Geld von Steuerzahlern im Westen dazu benutzt wird, um den Antizionismus im Iran noch zu stärken.

Wer sind denn die Unterzeichner Ihres Gegenbriefs?

Fast alle sind jung, die meisten sind Studenten. Sie sind die Kinder der islamischen Revolution und aufgewachsen unter der Islamischen Republik. In dieser Generation findet man so viele Gruppen und Individuen, die an Frieden im Nahen Osten glauben, die nicht antisemitisch denken, die glauben, dass sowohl Israelis als auch Palästinenser ein Recht auf ein eigenes Land haben und in Frieden zusammen leben können – also Leute, die nicht glauben, dass Israel unser Feind ist. Sie glauben nicht an diese Art von islamischem Internationalismus, sondern, dass dies nicht unserem nationalen Interesse entspricht. Ganz im Gegenteil – sie glauben, dass Israel und Iran natürliche Verbündete sind.

15 Kommentare zu “„Alle waren sie gegen Israel“

  1. @Jane
    Sie schrieben:
    „Mittlerweile protestieren jüdisch, ashkenasische Eltern ja schon, weil sie nicht wollen, dass ihre Kinder gemeinsam mit jüdisch-sephardischen Kindern unterrichtet werden. So kann das natürlich nichts werden.“
    Sie vergaßen vielleicht nur zu erwähnen, dass das eine Schule betraf und ziemlich kurzfristig in Gefängnisstrafen für die Eltern geendet hat – oder zumindest für die Väter, weil die Mütter wegen Kinderbetreuung zuhause bleiben durften.

  2. Mamma mia ……
    Jane und A.mOr sind jetzt unser neues „Liebespaar“! Wieviel sich diese beiden zu sagen haben, ist schon „gigantisch“ – hoffentlich bleibt’s auch dabei und es ist nicht nur ein Strohfeuer!?  🙂  🙂

  3. ‚Wenn deutsche Politiker in einer Fraktionen-alle-einig-”Gleichschaltung” unverfrorenerweise bestimmen, was den Sicherheitsinteressen Israels nicht dient, dann ist das auch kein sinnvolles Zeichen.‘

    Ich wage zu bezweifeln, dass die israelische Besatzungpolitik den Sicherheitsinteressen von irgendwem dienen, nicht mal denen der Israelis.

    ‚Die Toten auf dem Schiff, ich denke, daß auch die IDF damit nicht gerechnet hat und genau auch Tote auf keinem Fall provozieren, geschweige denn produzieren wollte.‘

    Haben Sie aber und die Verantwortung könnte nur geklärt werden, wenn es eine wirklich umfassende mit ausreichender Kompetenz ausgestattete Untersuchung gäbe. Dass die gegenwärtige eine solche ist, daran kann man mit gutem Grund zweieln.

    ‚Und sauberes Wasser sowie funktionierende Klärsysteme, klar, das hat es auch schon vor 5000 Jahren gegeben, das sollte auch heute möglich sein.
    Nur wer behindert solches? Ist es der Staat Israel? Ist es Hamas? ‚

    Da kannst Du Dich drehen und wenden wie Du willst A.mOr. – dafür ist die Hamas nicht verantwortlich. Wenn Israel die Einfuhr aller notwendigen Materialien vereitelt, dann ist Israel dafür auch verantwortlich. Niemand in Gaza hat Interesse solche Reparaturarbeiten zu behindern – das ist einfach absurd.

    Mit Zement baut man auch keine Waffen.

    ‚Wird Hamas israelische Ingeneure den Job machen lassen?‘

    Hat sich die Frage ernstlich gestellt? Dafür musst Du erst mal den Nachweis bringen; zwischenzeitlich gibt es genug internationale Initiativen in den Startlöchern, unter anderem ein deutsches – die Israelis lassen sie aber nicht.

    ‚Auch, irgendwo in der Tora steht, daß wir dem bösen Einfluß ausweichen sollen, weil es uns sonst verführen wird und dann beherrschen wird. Es wird uns verderben, wenn wir uns davor nicht schützen.‘

    Die Nazis haben ihren Massenmord an den Juden auch nicht anders begründet.

    Auch in der jüdischen Mystik, im Gleichnis vom Leviathan dürfte klar sein, dass ‚der böse Einfluss‘ in jedem Menschen selbst zu suchen und manchmal auch zu frinden ist. D.h. Selbstreflexion und Selbstkritik sind wohl der erste sinnvolle Schritt um ‚dem Bösen zu widerstehen‘.

    ‚Wir, die wir tatsächlich versuchen unserer menschlichen Verantwortung gerecht zu werden, haben nur die Möglichkeit und Hoffnung, daß die jungen und die älteren, die neugierig und skeptisch (geblieben) sind, uns zum guten Beispiel nehmen. ‚

    Dann könnte man in Israel doch damit anfangen, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen nicht mehr so sehr voneinander zu separieren – gemeinsame Schulen für Kinder jeder Religion wären ein guter Anfang; einige gibt es auch, aber viel zu wenige. Mittlerweile protestieren jüdisch, ashkenasische Eltern ja schon, weil sie nicht wollen, dass ihre Kinder gemeinsam mit jüdisch-sephardischen Kindern unterrichtet werden. So kann das natürlich nichts werden.

    ‚Ja, ich gebe einen Vertrauensvorschuß. Ich hoffe, daß ist nicht dumm von mir. Ich möchte nicht glauben, daß der Staat Israel Verbrecher im Militär beschäftigt. Krieg ist grausam und zerstört die Menschenwürde. Ich hoffe und glaube, daß Israel alles tut, um solche Zustände zu beenden.‘

    Das tut es nicht – diese Berichte gibt es viele, seit Jahren und alles was sie bewirken ist das man die Kritiker, auch die jüdischen Soldaten, die diese Selbstzeugnisse ablegen mundtot machen will.
    Mehr noch, ein System, ein Militär in solch ausschließlicher Machtsituation, wie das israelische, welchen so viele immer und immer wieder, trotz aller gegenteiliger Berichte immer nur Vertrauen entgegenbringen ist regelrecht dazu verdammt mehr und mehr im moralischen Morast zu versinken. Das müsste wirklich aufhören und eine sehr viel nüchternere Bestandsaufnahme, welche ganz klar die eigenen Ordnungskräfte diszipliniert wäre absolut vonnöten. Solange dies nicht geschieht, ist deutliche Kritik mehr als angebracht.

    “Die Berichte (der palästinensischen Berichter) sind lediglich sehr sachliche Berichte.” – ich widerspreche, sie sind wertend.‘

    Das mag auf die ein oder andere Vokable zutreffen, israelische hätten hier und da andere benutzt – kein Zweifel. Das ändert aber nichts daran, dass die israelische Sprache in diesem Konflikt selbst dauernd einseitig wertend ist.

    ‚Aufgrund der wertenden Vokabeln läßt sich ebenfalls vermuten, daß Teile der Hergänge bewußt ausgelassen werden.‘

    Das sind nur Wochenberichte – nüchtern und kurz stichwortartig erfasst – natürlich sind es keine detailgenauen Darstellungen.

    ‚Danke, für diesen wertvollen Hinweis auf “Breaking the Silence”. »Einige der Frauen verhalten sich gewalttätiger und brutaler als die Männer«, das erscheint logisch, so wie Dana Golan sagt, der Anerkennung wegen. Und, wie ich annehme, der inneren Verzweiflung wegen.‘

    Meinst Du nicht A.mOr., dass es spätestens hier mal angebracht wäre das Handeln dieser Frauen und natürlich auch Männer zu verurteilen. Stattdessen begegnest Du ihnen mit Mitleid und hast kein Wort für ihre unschuldigen Opfer übrig.
    Das sind milde Worte, aber sie täuscht über die brutale Realität weg, die sie helfen zu verschleiern. Das ist nicht wirklich konstruktiv.

    ‚Aber, ich glaube Israel ist bereit für Frieden. Ist es Hamas auch?‘

    Die Hamas hat sich jedenfalls vor der Operation ‚Gegossenes Blei‘ an den Waffenstillstand gehalten. Es gab einige gegenseitige Provokationen von Seiten des IDF und von Seiten einiger palästinensischer Widerstandsgruppen zu Beginn des Waffenstillstands  – dann wurde es still. Obwohl in einem Gebiet, dass kaum über Treibstoff und entsprechende Sicherheitsausrüstung verfügt sehr schwierig ist, alles unter Kontrolle zu halten, gelang es der Hamas den Raketenbeschuss, mittels drakonischer Strafen, einzudämmen. Vor dem Waffenstillstand wurden täglich zwischen 50 und 120 Raketen abgeschossen. Im August waren es drei, im September eine und im Oktober eine. Es war seit vielen Jahren nicht so friedlich und ruhig im Süden Israels. Die wenigen Raketen wurden nachweislich (auch lt. Aussagen des israelischen Regierungssprechers Mark Regev) nicht von der Hamas abgeschossen und die Hamas setzte nicht wenige in ihren Gefängnissen fest, um den Waffenstillstand durchzusetzen, was auch gelang.
    Am 4. November drangen Israelis in den Gazastreifen ein und töteten 5 Hamas-Aktivisten. Ihr Versprechen die Blockade nach kurzer Zeit der Ruhe nach und nach zu lockern, hatten sie auch nicht gehalten (was der Hamas die Durchsetzung der Waffenruhe natürlich zusätzlich erschwerte). Stattdessen verhängten sie jetzt die ‚Komplett-Blockade‘ – für Monate wurde Gaza komplett abgeriegelt – als ‚Reaktion‘ auf die eigene Aggression. Welche Logik.

    Das Umbringen von Menschen auf dem Territorium des anderen ist natürlich – ein schwerer Schlag gegen den Waffensitllstand – und damit gingen die Auseinandersetzungen wieder los. Die Palästinenser konnten wohl auch vermuten, dass es den Israelis eh nie ernst damit war, machten sie doch auch keine Anstalten die Blockade, wie versprochen, zu lockern. Die Pläne für die Gaza-Offensive, die ca. 1.400 Menschen, viele davon Frauen und Kinder, das Leben kostete, lagen schon auf Umsetzung. Es verloren 10 Israelis in diesem ‚Krieg‘ ihr Leben.

    Die Palästinenser hatten ihn nicht begonnen und schon gar nicht die Hamas. Das ändert nichts daran, dass man sie selbstverständlich ‚zur Jagd‘ freigab.

    Ich glaube tatsächlich, dass es sehr viel leichter ist mit der Hamas Frieden zu machen, als mit Israel.

    Ich habe keine Sympathie für Islamismus und auch nicht für solch konservative Kräfte, wie die Hamas – aber nicht alles was man ihr in die Schuhe schiebt und nicht alles was man ihr unterstellt ist berechtigt.

    ‚Ich wünsche den Palästinensern und den Israeli kein Krieg, und ich wünsche den verantwortlichen Politikern genug Verstand und Weisheit, daß sie den Krieg beenden.‘

    Das ist schön – geht aber nicht ohne eine gerechte Lösung – bist Du dafür auch bereit und wie sollte die aussehen?

    ‚Wären es Muslime, die Muslime unterdrücken, würde kein Hahn für die Palis und ihre Sache krähen, siehe was beide Staaten mit ihren Minderheiten machen bzw, mit denen umgehen. Solange es “böse” Juden sind ‚

    Nein – die Kritik war über viele Jahre unverhältnismäßig verhalten – WEIL Israel ein Verbündeter und Freund der westlichen Länder ist. Und weil Israel nicht wenig Unterstützung aus diesen Ländern erhält muss es sich eben anderen Maßstäben messen lassen, als China oder Uganda.
    Was in anderen Ländern mitunter passiert wird aber sehr wohl deutlich kritisiert und oft genug auch sanktioniert.
    Der Umgang mit Israel in Anbetracht seiner Missachtung zahlloser UNO-Resolutionen und Urteile des Internationalen Gerichtshofs (zum Mauerbau) ist hingegen unverhältnismäßig milde.

  4. Was aber die IDF angeht, ich glaube, die Palästinenser können froh sein, daß nicht türkisches Militär oder iranische Miliz zB in ihrem Gebiet als Gegner steht.
     
    Absolut richtig. Die Tatsache, dass es Juden sind, rechtfertig dieses ganze Dschihad Gesülze von den ewig gestrigen und Scharia Fan Club Mitgliedern. Wären es Muslime, die Muslime unterdrücken, würde kein Hahn für die Palis und ihre Sache krähen, siehe was beide Staaten mit ihren Minderheiten machen bzw, mit denen umgehen. Solange es „böse“ Juden sind, haben die extremen Elemente im Islam immer die Oberhand und entsprechende Druckmittel. Dass dies nur Vorwand ist, und man sich mit den Israelis schon lange hätte einigen können, wenn gewollt, ja daran will doch keiner recht glauben.

  5. Hallo Jane,
    danke für Deine Entgegnung und für Dein Engagement.
    Ich gehe direkt von oben nach unten auf Deinen Kommentar ein.

    Der Medienerfolg hat zu einer „Mobilisierung der Weltöffentlichkeit“ geführt, aber gleichzeitig die Lage für Israel und die Welt verschärft. Wenn schon indirekt mit Krieg gedroht wird, dann überlege Dir mal, wer davon so alles betroffen sein wird, wenn es zu einem Krieg zB mit der Türkei käme. Man mag glauben, daß das unmöglich wäre, so einen Wahnsinn einzuleiten, aber was ist, wenn die Fanatiker einfach ihr „Temperament“ nicht kontrollieren?
    Ehrlich, der Gedanke gefällt mir nicht.
    Wenn deutsche Politiker in einer Fraktionen-alle-einig-„Gleichschaltung“ unverfrorenerweise bestimmen, was den Sicherheitsinteressen Israels nicht dient, dann ist das auch kein sinnvolles Zeichen.
    Die können sich nicht einigen ihr eigenes Volk gerecht zu regieren, und dann diese einmütige „Israelfreundlichkeit“?
    Und ausgerechnet Deutsche sagen dem „Judenstaat“, was für ihre Sicherheit gut ist?
    Ne, keine Zustimmung von mir!

    Die Toten auf dem Schiff, ich denke, daß auch die IDF damit nicht gerechnet hat und genau auch Tote auf keinem Fall provozieren, geschweige denn produzieren wollte.

    Zement und Stahl, zumindest zweiteres wäre auch kanonentauglich, zB.
    Aber Du hast auch recht. Es wäre schön, wenn an solchen Projekten Israeli und Palästinenser zusammenarbeiten könnten.
    Das würde auch das „gute Miteinander“ fördern.  

    Und sauberes Wasser sowie funktionierende Klärsysteme, klar, das hat es auch schon vor 5000 Jahren gegeben, das sollte auch heute möglich sein.
    Nur wer behindert solches? Ist es der Staat Israel? Ist es Hamas?

    Strom? Wenn ich ganz radikal argumentiere, dann könnte ich sagen, Strom ist nicht wichtig.
    Immerhin, ohne Strom wäre ich kaum in der Lage Dir zu schreiben.

    Zum Bericht vom Roten Kreuz 2007: es klingt unglaubwürdig, daß sämtliche Bäume durch schwere Fahrzeuge entwurzelt, zerstört wurden.
    Zudem hatte das IDF Gründe für ihre Militäraktionen, wofür zwar weder die Bäume noch die davon partizipierenden Menschen was können (für die Menschen vielleicht ein Fragezeichen), trotzdem ist offensichtlich die Hamas gravierend mitverantwortlich für diese Zerstörungen.
    Wenn die Bauern ihre Ernte nicht verkaufen können, dann ist das, wieder radikal argumentiert, nicht so schlimm. Gut aber ist es, daß der Boden weiter fruchtbar ist.
    Anstelle von Schnittblumen kann man auch Nahrung säen.

    Wasser und Abwasser, wie ich oben erwähnte. hier deutlicher, muß repariert werden, aus jüdischer Nächstenliebe gar.
    Steht das nicht in der Tora?
    Wird Hamas israelische Ingeneure den Job machen lassen?

    Salzsäure, Chlor, etc: waffenfähig (chemische Kampfmittel).

    Zu Saaed Ghaseminejad und Deine Ausführung dazu nehme ich einen Auszug aus dem Kommentar von Carl Melchers zum thematisierten  „Solidaritätsschreiben der 74+“:
    „…in dem sie behaupteten, das Vorgehen des israelischen Staates gegen die Blockadebrecher sei vergleichbar mit der Gewalttätigkeit der Islamischen Republik Iran. Die Ereignisse auf der
    »Mavi Marmara«,…, hätten gezeigt, dass »Israel von Natur aus nach Besatzung und Kampf« strebe.“ (Zitat Ende)
    Solche Vergleiche, zB, finde ich absurd. Erst vor ungefähr drei Wochen habe ich Berichte gelesen zu der Situation der Konterrevulotionären im Iran in den Gefängnissen, und mir ist wirklich übel geworden. Das sind junge Leute dort, Studenten, die sadistischen Halunken ausgesetzt sind. Wenn diese überleben sollten, dann werden sie ein Leben voller seelischer Qual haben.

    Auch in Israel mag es pathologische Verbrecher geben, aber die haben Gefängnis zu fürchten und psychologische Behandlung zu erwarten.
    Wie können diese Leute ernsthaft Ahmadinedschad-Folterknechttum mit den Verhältnissen in Israel gleichsetzen?!!
    Ich vermute, sie haben über Israel nur schlimme Dinge gehört, aber nicht die Wahrheit.

    Ein interessanter Standpunkt, den Du anbringst, nämlich das das Kollektiv es vermag die Eigenverantwortlichkeit aufzuheben, wenn ich so zusammenfassen darf.

    Als ich Soltschenyzins Archipelago Gulag las, las ich vieles, das mir sinnvoll und lebensnah war, weshalb ich einen großen Respekt für diesen Mann entwickelt habe. Unter anderem beschrieb er im Prinzip auch Deine These, um damit das Verhalten zB der Gefängniswärter, Milizen usw. verständlicher zu bekommen.
    Wir sind also, nach dieser These, auch Kinder unserer kleinen Welt, also jenes kleinen Kollektivs. Auf die gleiche Art lassen sich auch gewisse Antisemitismen bei Deutschen oder Türken oder Araber usw. erklären, nebenbei erwähnt. Und soviel mehr wäre zu erwähnen.
    Trotzdem entläßt uns auch ein Kollektiv nicht aus unserer Eigenverantwortlichkeit. Dazu gehört wohl auch immer mal wieder der Versuch „über den Tellerrand“ zu blicken.
    Ich glaube sogar, wenn wir beide kommunizieren, dann blicken wir auch über den Tellerrand.
    Das ist deshalb sinnvoll, weil wir so lernen, daß es noch andere Perspektiven als unsere eigenen gibt. Daraus lernen wir, daß wir lieber zweimal zu denken, bevor wir wichtige Entscheidungen treffen, zB.
    Selbst, wenn wir uns in einem Kollektiv bewegen, der zusätzlich ein gewaltsamer, fanatisierter ist, so kommen wir spätestens zu uns, wenn wir tatsächlich mit der Möglichkeit oder dem Befehl konfrontiert sind, einen anderen Menschenzu töten (,foltern,etc), weil er dem gegnerischen Kollektiv angehört.
    In diesem Moment mag unsere Verweigerung unseren eigenen Tod durchs eigene Kollektiv (Befehlsebene) haben, während der andere trotzdem sterben muß.
    Wie also entscheiden wir uns? Was zählt hier dann das Gewissen?

    Ja, das ist sehr schwierig.

    Auch, irgendwo in der Tora steht, daß wir dem bösen Einfluß ausweichen sollen, weil es uns sonst verführen wird und dann beherrschen wird. Es wird uns verderben, wenn wir uns davor nicht schützen.
    Im Leben ist diese Gefahr immer vorhanden, so ist meine Erfahrung.

    Junge Leute haben gewöhnlich nicht die Möglichkeit, sich in Weisheit zu probieren, selbst wenn sie es probieren, sie werden nicht so leicht begreifen.
    Sie werden eher dem „Faszinierenden und Beeindruckenden“ nacheifern und sind deshalb leichte Opfer für Blender.
    (Zum Glück sind sie auch zu beeindrucken für schöne menschenfreundliche Dinge.)

    Außerdem haben junge Leute normalerweise keine weisen Eltern, denn es scheint, daß das Erlangen von Weisheit mit großer Bemühung mindestens verbunden ist. Will sagen, die meisten Menschen „haben keine Zeit“ für solche Bemühung.
    Sie, aber natürlich ältere auch, lassen sich umso leichter von einem fanatischem Kollektiv mitziehen, wenn sie nicht im Vorfeld „gesunde Skepsis“ gelernt haben und „Selbstbehauptung“. Auch Freundschaft, Verwandschaft kann verpflichtend wirken etwas zu tun, was man eigentlich nicht tun will.

    Nun wird gerne geredet von guter Bildung, sozusagen als „Allheilmittel“ für „jeglichen Unfug“, jedoch es genügt nicht, um vor Verblendung sicher zu sein.
    Bildung mag helfen (zB um „gesunde Skepsis“ zu erlernen), aber selbst wenn sie helfen könnte, bräuchte es erst den Menschen, der sich helfen lassen will, der sich auch bemühen will.
    Oft, so scheint es mir, setzen wir „hohe Bildung“ gleich mit „Weisheit“. Das ist leider häufig ein Irrtum. Und das hat häufig ungünstige Folgen (mindestens für andere!!!).

    Wir werden als Kind unbefleckt von „gut und böse“ geboren, und sind trotzdem ersteinmal einfach „gut“, weil wir sind, nach dem Willen des Schöpfers oder nach der Logik unserer menschlichen Natur, wie man mag.
    Dann aber werden wir geprägt von dem Kollektiv, das uns umgibt.
    Letztlich, das wissen wir, ist es nur Zufall, ob wir Palästinenser oder Israeli, usw sind.
    Eigentlich glaube ich nicht an Zufall, es sei, es sind Sterntaler.
    Menschen sind wohl Sterntaler.

    Wir (Du und ich) sind gesegnet uns differenziert mit großen Themen auseinanderzusetzen. Dafür, daß wir miteinander sprechen, obwohl wir aus scheinbar gegensätzlichen Positionen zueinander sprechen. Diese umgängliche Art wünsche ich mir für Palästinenser und Israeli.
    Aber, leider, sogar Brüder bekämpfen sich manchmal.
    Wir, die wir tatsächlich versuchen unserer menschlichen Verantwortung gerecht zu werden, haben nur die Möglichkeit und Hoffnung, daß die jungen und die älteren, die neugierig und skeptisch (geblieben) sind, uns zum guten Beispiel nehmen.

    Vielleicht denkst Du, daß ich ein Träumer bin. Ich bin ein Träumer.

    Gut, nun zitiere ich Dich ein paarmal (gegebenenfalls müßtest Du Deinen eigenen Text nochmal lesen – Puh!):

    „So länger das so geht, um so schwieriger ist es für viele sich noch aus diesem Kontext zu lösen“- ja, aber es ist möglich.

    „eine andere konstruktivere Sicht
    der Dinge einzunehmen.“
    „Konstruktiver“, ich nehme es mal als „konstruktiv für gutes Miteinander“- ja, es ist möglich.

    „Die Berichte (der palästinensischen Berichter) sind lediglich sehr sachliche Berichte.“ – ich widerspreche, sie sind wertend.
    Sie beschreiben wohl sachlich einen Teil des tatsächlichen Hergangs, aber das wertende Vokabular, das gezielt (:das behaupte ich jetzt mal) eingesetzt wird, läßt vermuten, das es objektiver zu berichten wäre. Aufgrund der wertenden Vokabeln läßt sich ebenfalls vermuten, daß Teile der Hergänge bewußt ausgelassen werden.

    „Vielleicht wäre es ja positiv, wenn Du mal anfangen würdest, sie dich tatsächlich ‘berühren zu lassen’.“ –
    Nicht nur die Geschichte, vor allem meine eigene Lebensgeschichte hat mich gelehrt empathisch auch gegenüber anderen zu sein.
    Wenn ich einem Menschen gegenüberstehe, dann sehe ich nur einen Menschen wie mich.
    Nation, Religion usw zählt für mich nicht, um andere Menschen zu werten, werten tue ich nur Worte, Handlung, Umgang miteinander. Zumindest bemühe ich mich sehr stark darum.
    Willst Du mich auf Deine Seite ziehen? Meine Sympathie hast Du schon für verschiedene Dinge gewonnen, auch zB wegen Deines Engagements hier auf haGalil für die „Feinde“.
    Du erklärst uns, daß sie Menschen sind. Das finde ich gut und gerecht.

    Du hast recht, wenn Du es ungerecht findest, daß Palästinenser willkürlich scheinbar ohne Grund von IDF verhaftet werden können.
    Leider sind die Regeln der Demokratie unter Kriegszustand nicht gültig.
    Was aber die IDF angeht, ich glaube, die Palästinenser können froh sein, daß nicht türkisches Militär oder iranische Miliz zB in ihrem Gebiet als Gegner steht.
    Sie haben mit IDF, ich will nicht absurdes sagen, Glück, Glück genug unter den Bedingungen Kriegsrecht.
    Ich hoffe, sie haben bald Frieden.

    „…überall auf der Welt…“, das, Entschuldigung bitte, klingt naiv.
    Es wäre schön, wenn Israel das einzige Land auf dieser Erde wäre, daß man kritisieren kann.
    Aber überall gibt es soviel Grauen.
    Trotz Kriegsrecht ist Israel noch immer der Menschlichkeit verpflichtet. Soviele Nationen auf dieser Welt leisten sich solchen Aufwand nicht.
    Und der Rest der Welt sieht weg.
    Deutschland auch.

    „Natürlich kann man, ohne genaue Kenntnisse immer erst mal annehmen, da wird schon ein plausibler Grund dahinter stecken, hinter diesen Verhaftungen und militärischen Invasionen.“- gerne gebe ich dafür nochmal Soltschenizyn zum Beispiel.
    Als die Miliz der UdSSR Menschen überall verhaftete, haben die anderen Menschen gedacht, daß es schon einen guten Grund dafür gibt.
    Aber, den gab es oft nicht.

    Ja, ich gebe einen Vertrauensvorschuß. Ich hoffe, daß ist nicht dumm von mir.
    Ich möchte nicht glauben, daß der Staat Israel Verbrecher im Militär beschäftigt.
    Krieg ist grausam und zerstört die Menschenwürde. Ich hoffe und glaube, daß Israel alles tut, um solche Zustände zu beenden.
    Deshalb hoffe ich auch, daß Hamas aufhört Gewalt zu predigen.

    Danke, für diesen wertvollen Hinweis auf „Breaking the Silence“.
    »Einige der Frauen verhalten sich gewalttätiger und brutaler als die Männer«, das erscheint logisch, so wie Dana Golan sagt, der Anerkennung wegen.
    Und, wie ich annehme, der inneren Verzweiflung wegen.
    Weiter oben hatten wir auf das Gewissen angesprochen.

    „…,sollte es so sein, so muss man davon ausgehen, dass selbst das Fischen in der 3 Meilen Zone, welche keinen Zugriff auf die größeren Fischgründe erlaubt, trotz Genehmigung eine lebensgefährliche Sache ist …“
    -wenn das so ist, dann ist das scheinbar unrecht, aber, leider- aber: es ist viel leichter, Boote auf dem Wasser zu kontrollieren, als ganze Uferzonen zu überwachen.

    Die ganze, schlimme Situation in Gaza ist dem Kriegszustand geschuldet. Selbst, wenn Soldaten dort ihre „sadistischen Neigungen“ entdecken sollten, dann ist das dem Krieg geschuldet (und der Charakterschwäche oder gar Krankheit des entsprechenden Soldaten).
    Wenn Frauen, statt Leben zu geben Leben zerstören, dann ist das dem Krieg geschuldet.
    Die IDF war schon oft gezwungen den Staat Israel vor Angriffen zu schützen, sie hat immer wieder ihre Schlagkräftigkeit bewiesen und auch jetzt ist sie eingesetzt, um das Volk Israel zu beschützen.
    Aber, ich glaube Israel ist bereit für Frieden. Ist es Hamas auch?

    Ich bin nicht kalt, nur weil ich manchmal formuliere wie ein Stratege, aber die Dinge liegen so wie sie liegen.
    Ich wünsche den Palästinensern und den Israeli kein Krieg, und ich wünsche den verantwortlichen Politikern genug Verstand und Weisheit, daß sie den Krieg beenden.
    ?Heißt es nicht: tötest du einen Menschen, dann tötest du die Welt.
    Das ist Weisheit und Wahrheit.

    ps/ diesmal habe ich Deine links noch nicht probiert, das hole ich nach und gehe dazu nochmal ein, wenn es nötig zu sein scheint.

    Guten Morgen!

    A.mOr.

  6. ‚Die “Blockadebrecher” jedoch haben den Palästinensern keinen Gefallen getan, auch wenn sie es so beschreiben.

    Die neun Toten gehen auf ihre Kappe und wurden gezielt “dem Risiko” (um den “Märtyrer”-Begriff zu meiden) ausgesetzt.
    Nichteinmal der Hamas haben sie einen Gefallen getan, auch wenn diese es vielleicht(?) so sieht (der Medienerfolg).‘

    Natürlich kann man nicht den Tod von Menschen als Erfolg bezeichnen; dass die Aktion an und für sich jedoch nicht dazu beigetragen hätte, die Weltöffentlichkeit gegen die Blockade zu mobilisieren und unter Druck zu setzen, kann man wirklich nicht behaupten. Genau dies ist geschehen und in seltener Einmütigkeit verlangen auch befreundete Regierungen rund um den Globus ein Ende der Blockade.

    A.mOr. – Du sagst man hätte die Blockadebrecher gezielt dem Risiko ausgesetzt, welches ihnen zum Verhängnis wurde. Das mag sein – aber niemand hat damit gerechnet, dass diese Aktion tödlich enden würde. Dieses Schiff war nicht das erste seiner Art und wird auch nicht das letzte gewesen sein.

    Es ist absurd, der Bevölkerung von Gaza Zement und Stahl zu verweigern, weil das irgendwie zu militärischen Zwecken benutzt werden könnte – was könnte man damit machen Bunker bauen – na ja, das ist nicht direkt eine Bedrohung und kann keine Entschuldigung sein tausende Menschen ohne Behausung zu lassen und die Sanierung der zerstörten Wasser- und Strominfrastruktur zu sabotieren.
    Da die Kläranlagen von Gaza zerstört sind, ist das Wasser extrem nitratverseucht, was bei einer großen Anzahl von Säuglingen zu der Blaukrankheit führt. In Folge dessen können sich diese Kinder physisch und mental nur eingeschränkt entwickeln.

    ‚UNICEF beklagte bereits im Dezember 2007, dass «seit Juli kein von UNICEF finanziertes Ersatzteil bzw. kein Ausrüstungsgegenstand, um Wasser- und Abwasseranlagen instand zu halten oder auszubessern, den Gazastreifen erreicht hat. Mit Stand vom 10. November 2007, benötigten zehn Brunnen zur Versorgung von 150.000 Menschen einen Austausch ihrer Elektromotoren, und die zehn Pumpstationen, die 600.000 Menschen versorgen, laufen ohne Reparaturen aufgrund Ersatzteilmangels.»
    Mit Stand vom 21. Januar 2008 hatten die Küstenstadtwasserwerke (CMWU) gerade noch genug Treibstoff um 40 ihrer 130 Brunnen und 21 ihrer 33 Abwasserpumpstationen zu bepumpen“ (OCHA, das United Nations Office for the Coordination of Humanitarian Affairs, am 24 Januar 2008 in einem Situationsbericht über die Abriegelung des Gazastreifens).‘

    Das Rotes Kreuz berichtete schon im Herbst 2007: «Die Bauern im Gazastreifen erinnern sich noch daran, wie grün und fruchtbar ihr Land in jüngerer Vergangenheit war. Reiche Ernten ihrer Zitrus- und Olivenbäume wurden in die West Bank und nach Israel exportiert. Heute wurde ein Großteil ihres Landes eingeebnet und ihre Bäume während der häufigen Militärinvasionen entwurzelt. Etwa 5000 Bauern, die vom Export ihrer Tomaten, Erdbeeren und Schnittblumen leben, steht ein 100%iger Verlust ihrer Einnahmen bevor. Die Erntesaison dieser wichtigen Früchte begann im Juni, aber das Embargo ließ sie in den Containern an den Grenzpunkten verrotten.»

    Auch die israelischen Zerstörungen sind natürlich älter als die jüngsten Sanktionen: Von der zweiten Intifada am stärksten betroffen waren Rafah und Beit Hanoun im äußersten Süden und Norden des Gazastreifens. In Rafah hat das israelische Militär während seiner Invasionen im Mai 2004, 36 km Wasserleitungen und 42 km Abwassernetz zerstört. (EWASH, 2005). Geschätzte 20% existierender Wasser-Infrastruktur trug Schäden von den israelischen Militärinvasionen davon.

    Aus Mangel an Chemikalien können die Labore seit Juni 2007 keine biologischen Wasseranalysen mehr durchführen. Es fehlt an Salzsäure als Grundstoff für den Betrieb der Entsalzungsanlagen. Auch die Einfuhr von Chlor und Filtern wurde von Israel unterbunden. Das Chlor reichte bis Mitte Dezember 2007 und eine eiserne Reserve noch zwei weitere Monate. Nun, Mitte Februar wird auch diese Reserve zur Neige gehen. Dabei ist das Wasser in manchen Gegenden schon jetzt so schlecht, dass es sich nicht einmal mehr zum Duschen eignet….‘

    http://aussenpolitik.net/themen/sicherheitspolitik/nahostkonflikt/wassernotstand_im_gazastreifen/

    ‚Ob Saeed Ghaseminejad in einem “Schwarz-Weiß-Bild” gefangen ist, weiß ich nicht.
    Letztlich aber kenne ich Saeeds wirklichen Antrieb nicht.‘

    Ich weiß es auch nicht, aber manches was er sagt kommt fraglos aus dem ‚Gegenentwurf‘ zur eigenen Weltsicht, passt aber fraglos ganz sicher nicht zu den Unterschreibenden, deren Weltsicht nicht den ‚GegenPol‘ zu seinem bildet, sondern sich jenseits seiner Weltsicht befindet. Zu behaupten, besagte Intelektuelle wären Antisemiten und würden Iran und Israel als natürliche Verbündete betrachten entspricht dem Gegenpol seiner Sicht der Dinge, hat aber für viele der Unterschreibenden zweifelsohne überhaupt keine Relevanz – es ist absurd.

    ‚Nun folgere ich weiter, daß uns das “Gewissen” informiert, ob wir “richtig oder falsch” handeln. Daraus kann sich auch die Beurteilung “gut oder böse” ableiten lassen.‘

    Im Prinzip ja, dabei spielt uns unsere Wahrnehmung allerdings oft einen gehörigen Streich. Der Grund warum immer wieder Menschen anderen Menschen schlimme Dinge antun, vorallem, wenn dem ein nationalistischer, chauvinistischer und rassistischer Unterton innewohnt, ist die Fähigkeit unerfreuliches über sich selbst, oder das eigene Kollektiv zu verdrängen und zu relativieren, denn jeder hat erst mal das Bedürfnis sich seinem Kollektiv anzugleichen, um dazuzugehören und nicht isoliert dazustehen und so folgt allzu leichtfertig die Dehumanisierung des ‚anderen Kollekivs‘, so dass die eigenen oft gewalttätigen Aktionen nicht mehr als solche wahrgenommen bzw. als aus ‚irgend welchen‘ Gründen als gerechtfertigt betrachtet werden und in ihrer Destruktivität nicht mehr verstanden werden.

    Ohne großes Hinterfragen werden aufs Selbstverständlichste die Paramenter einer objektiven Betrachtung mehr und mehr in diese Richtung verschoben, so dass ein ganzes Kollektiv mehr und mehr blind werden kann für das eigene Tun. So länger das so geht, um so schwieriger ist es für viele sich noch aus diesem Kontext zu lösen und eine andere konstruktivere Sicht der Dinge einzunehmen.

    ‚diese Beschreibung berührt auch mich. Daß die Formulierung von palästinensischer Seite genau das bewirken soll, ist mir ebenso aufgefallen.‘

    Die Berichte sind lediglich sehr sachliche Berichte. Sie sind dem Wochenbericht der Vorkommnisse in den besetzten Gebieten entnommen und stellen keine polizeilichen Untersuchungsberichte oder ähnliches dar. Jeder kann sie auf den entsprechenden Seiten abrufen und da kann man sehen, dass das in der Tat eine ’normale‘ Woche ist.

    Vielleicht wäre es ja positiv, wenn Du mal anfangen würdest, sie dich tatsächlich ‚berühren zu lassen‘.

    Was nun die Kinder angeht. Der Punkt ist, dass ja oft die Palästinenser selber auch nicht wissen, warum wer verhaftet wird. Dafür gibt es mitunter Gründe mitunter eben auch nicht.

    Der Punkt ist, dass Palästinenser, selbst Kinder ab 12 jederzeit vom IDF verhaftet werden können, auch ohne Angaben von Gründen und sie verfügen über keinerlei treagfähigen Rechtsschutz.

    Ein solches System wird überall auf der Welt korrupt und darf nicht sein. Ein Militär, dem keine wirksamen Kontrollinstanzen Zügel anlegen ist eine Katastrophe. Genau dies ist aber die Situation in den besetzten Gebieten seit zig Jahren.

    Natürlich kann man, ohne genau Kenntnisse immer erst mal annehmen, da wird schon ein plausibler Grund dahinter stecken, hinter diesen Verhaftungen und militärischen Invasionen.

    Wenn man dann aber die Berichte der Menschenrechtsorganisationen, internationaler, israelischer, jüdischer und auch die Selbstzeugnisse von Soldaten liest, die in der israelischen Organisation ‚Breaking the Silence‘ von der oft unmenschlichen Behandlung der Palästinenser liest, dann kann man bald nicht mehr verstehen, warum die Palästinenser nicht alle durchdrehen und Bomben schmeißen.
    Es gibt für mich keinen Grund an diesen Zeugnissen zu zweifeln.

    ‚Die Organisation »Das Schweigen brechen« (Breaking the Silence) wurde 2004 von ehemaligen Soldatinnen und Soldaten gegründet, die während der zweiten Intifada im Jahr 2000 in den besetzten Gebieten Dienst taten und mit dem, was sie dort erlebt hatten, allein nicht fertig wurden. Mißhandlungen, Plünderungen und Zerstörung von Eigentum seien »seit Jahren schon Norm« gewesen, meinen die Gründer der Initiative. Doch die systematische Brutalität hätten immer mehr Soldaten dazu gebracht, ihr Schweigen darüber zu brechen.

    ..Jetzt hat »Breaking the Silence« erstmals Aussagen von Soldatinnen veröffentlicht.

    Mehr als 50 Frauen haben beschrieben, wie sie entweder über alles hinwegsehen oder selbst brutal gegen die Menschen vorgehen, die ihnen schutzlos ausgeliefert sind. »Einige der Frauen verhalten sich gewalttätiger und brutaler als die Männer«, um von ihnen anerkannt zu werden, sagt Dana Golan von »Breaking the Silence«.

    Eine Soldatin berichtet von der fast routinemäßigen Mißhandlung von Palästinensern am Kontrollpunkt Erez: »Bevor du einen Palästinenser in den Gazastreifen gehen läßt, bringst du ihn erst nochmal in ein Zelt und verprügelst ihn dort.« Das sei eine »Prozedur« gewesen, an der sich auch die Kommandeure beteiligt hätten. Das Ganze habe meist nicht mehr als 20 Minuten gedauert, doch sie habe auch erlebt, wie ein Junge eine ganze Nacht von einem zum anderen geschubst und geschlagen wurde. Jeder Soldat habe den Jugendlichen »gehätschelt«.

    An einem anderen Posten bei Hebron habe ein kleiner Junge immer Steine auf die Soldaten geworfen. Einmal habe sich ein Soldat so erschrocken, daß er von seinem Posten heruntergefallen sei und sich ein Bein gebrochen habe. Die Rache ließ nicht lange auf sich warten, erzählt eine Soldatin der Einheit. Zwei Soldaten hätten den Jungen eingefangen, seien mit ihm in einem Jeep davongefahren und hätten ihm Arme und Beine gebrochen. Anschließend hätten sie stolz davon erzählt, »wie sie seine Hand auf den Stuhl gelegt und einfach gebrochen haben«. Selbst fünfjährige Kinder wurden nicht verschont…‘

    http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3841480,00.html

    ‚Doch noch eines. Aus den Berichten geht hervor, daß erwachsene Verantwortliche ihre Kinder mit in Gefahrenzonen nehmen (zB “Fischen”).‘

    Zum einen geht aus dem Bericht hervor, dass sich die Fischer innerhalb der 3-Meilen Zone befanden, welche selbst von Israel den Palästinensern zum fischen gelassen wurde – lt. Oslo müsste es die gesamte Gaza-Seezone sein, ca. 20 Meilen.

    Der Fischer hat also sein Kind keineswegs leichtfertig einer Gefahr ausgesetzt, jedenfalls nicht wissentlich, sollte es so sein, so muss man davon ausgehen, dass selbst das Fischen in der 3 Meilen Zone, welche keinen Zugriff auf die grö0eren Fischgründe erlaubt, trotz Genehmigung eine lebensgefährliche Sache ist – und das ist kein Grund das Handeln der israelischen Marine anzuzweifeln? Wie parteiisch ist das denn?
    Zudem sind die Menschen in Gaza natürlich auf jede mögliche Ressource angewiesen, aber auch die Fischgründe, welche ihnen gehören, werden ihnen verwehrt. Die Rechtfertigung man wolle Waffenschmuggel verhindern, kann ich nicht akzeptieren. Schließlich ließe sich dieser genauso gut am Rand der Gaza-Gewässer kontrollieren. Das macht keinen Unterschied.

    Seit 2000 sind alleine durch die israelische Marine mehr palästinensische Fischer ums Leben gekommen, als durch alle Kassam-Raketen zusammen.

  7. Hallo A.mOr.,

    Du nimmst Dir ja sehr viel Zeit für Deine Antworten und auch wenn offensichtlich ist, dass wir sehr unterschiedlich Positionen vertreten, schreibst Du ohne Polemik und Ärger.

    Das ist ungewöhnlich und so möchte ich mir auch gerne Zeit nehmen auf Deinen Beitrag zu antworten. Im Moment habe ich die gerade nicht, werde also später heute oder morgen schreiben.

    Ansonsten – wir können gerne beim Du bleiben.

    Jane

  8. Jane,

    Hamas „hat sie (die Hilfslieferung) schon akzeptiert“?
    Gut, war mir nicht bekannt.
    „Ausdruck politischen Protests“ ist mir bekannt, erscheint sogar logisch-konsequent.
    Die „Blockadebrecher“ jedoch haben den Palästinensern keinen Gefallen getan, auch wenn sie es so beschreiben.
    Die neun Toten gehen auf ihre Kappe und wurden gezielt „dem Risiko“ (um den „Märtyrer“-Begriff zu meiden) ausgesetzt.
    Nichteinmal der Hamas haben sie einen Gefallen getan, auch wenn diese es vielleicht(?) so sieht (der Medienerfolg).

    Wenn Du Zement und Stahl als dringend benötigtes Baumaterial betrachtest, stimme ich Dir zu, aber es ist eben auch „waffenbaufähiges Material“ bei Einfuhr in Händen von Hamas, denen man durchaus unterstellen darf, daß sie dieses Material dafür einsetzen werden.
    In einer Kooperative Israel-Gaza wäre in der Hinsicht viel mehr möglich, das funktioniert aber nicht, wenn die Hamas kriegs- und haßtreibend solche Bemühungen unterläuft.

    Nochmal zum Interview mit Saeed Ghaseminejad.
    Die Bezeichnung „natürliche Verbündete“ für Iran und Israel mag widersinnig wirken, zu einer Zeit, in der ein iranischer Staatsverantwortlicher gegen Israel hetzt, aber Iran ist in seiner langen Geschichte eben auch als sehr tolerantes Volk (sicher, auch als kriegerisches) aufgefallen.
    Außerdem hat der Perser Kurosch die „Babylonische Gefangenschaft“ beendet und mitgewirkt, bzw ermöglicht, daß ein neuer Tempel in Israel gebaut werden konnte.
    So glaube ich, daß die Bezeichnung „natürliche Verbündete“ weniger eine intellektuelle Zuwendung ist, als eine emotional-freundschaftliche.
    Für mich persönlich ist es so aufgrund tatsächlicher guter Erfahrung mit Iranern.

    Ob Saeed Ghaseminejad in einem „Schwarz-Weiß-Bild“ gefangen ist, weiß ich nicht.
    Im vorhergegangenen Kommentar hast Du  folgendes Zitat als vereinfacht kritisiert:
    „Abgesehen von den Monarchisten und Nationalisten bestanden alle politischen Strömungen aus antizionistischen Ideologen, es gab einen wahren Wettbewerb unter ihnen, wer antizionistischer war.’“ (Saeed)
    Deine Kritik also scheint berechtigt, so ist zB von „Bahai“ keine Rede. Als Antizionisten möchte ich diese nicht einstufen.
    Letztlich aber kenne ich Saeeds wirklichen Antrieb nicht.

    Ob ich mich indes in einem „schwarz-weiß-Denken“ befangen fühlen muß, beantworte ich so: ich bemühe mich es nicht zu sein.
    Eines bei mir unter „schwarz“ oder „weiß“ zu verbuchende wäre meine Bemühung, einen hoffnungsvollen Ton zu treffen, manchmal wohl auch um den Preis von „Objektivität“.
    Wir Philosophen aber wissen doch, daß es nicht möglich ist als Subjekt komplett objektiv an irgendetwas heranzugehen.
    Also bemühen wir Historiker uns ums „Objektivieren“.

    Du schreibst:
    „Die angebliche Spaltung der Welt in Gut und Böse ist oft recht irreführend.“
    Ich antworte: „ja.“
    Mehr Antwort dazu, wie ich solches also beurteile, dazu stehe, etc würde in eine eigene, umfangreiche Abhandlung führen, für die ich diesen Rahmen hier (also Spalte Kommentare) nicht austesten wollte.
    An einer Stelle in der Tora las ich etwas, daß ich nicht vergesse. Sinngemäß widergebend also, heißt es, daß wir Menschen alle ein „Gewissen“ haben (Jude oder nicht).
    Nun folgere ich weiter, daß uns das „Gewissen“ informiert, ob wir „richtig oder falsch“ handeln. Daraus kann sich auch die Beurteilung „gut oder böse“ ableiten lassen.

    Nun noch zu der Fülle der Informationen aus der palästinensischen Berichterstattung, die Du zur Verfügung stellst.
    Einen Absatz gebe ich nochmal wieder:
    „During the last week, Israeli forces conducted twenty-one incursions into Palestinian communities in the West Bank. In those incursions, Israeli forces abducted twenty-three Palestinian civilians, including seven children.“,

    diese Beschreibung berührt auch mich. Daß die Formulierung von palästinensischer Seite genau das bewirken soll, ist mir ebenso aufgefallen.
    So heißt es „…forces conducted…“  und „…forces abducted…“.
    Ansonsten wird nur etwas in einem Ablauf beschrieben, aus dem nicht hervorgeht, warum die IDF sich genötigt sah, die „community“ zu kontrollieren (vielleicht, kann sein, wissen sie es auch nicht) und warum sie Menschen verhaftete (oder eben „abducted“, als „entführte“).
    Wir sehen also eine IDF beschrieben, die ohne Grund Palästinenser „terroriesiert“.
    Sollte das die tatsächliche Wahrheit sein, so kann ich das Verhalten nicht gutheißen. Aber ist es die Wahrheit?
    Mindestens ist abzulesen, daß die betroffenen Palästinenser vermutlich nicht erfreut über den Besuch der IDF waren.

    Insgesamt für alle diese Beschreibungen der palästinensischen Berichterstattung gilt aber, von Fall zu Fall, daß ich ohne konkrete Kenntnisse zu den tatsächlichen Abläufen vor Ort bin. Bei keinem der beschriebenen Vorfälle kann ich beurteilen, warum sich IDF zu diesem und jenem veranlaßt sah.
    Ich kann durchaus nachvollziehen, warum die palästinensische Berichterstattung aus eigener Betroffenheit heraus (vielleicht sogar aus agitativen bzw propagandistsich motivierten Absichten heraus) die Sachlage jeweils wenig gut für IDF erscheinen läßt.
    Von wegen oben angesprochenes „schwarz-weiß“: hier ist IDF „böse“ und Palästinenser „gut“ weil „hoffnungslos dem willkürlichen Zugriff schwerst bewaffneter Elitesoldaten ausgesetzt“.
    Aber ist das wirklich so?
    Dann zitiere ich Deins nochmal:
    „Die (angebliche) Spaltung (der Welt) in Gut und Böse ist (oft recht) irreführend.“

    „Das entlarvt die demagogische Attitüde von Saeed Gassaminedjad, der offensichtlich in einem ähnlichen Schwarz-Weiß-Bild wie Sie gefangen ist. “
    Dieses Zitat aus Deinem Kommentar nur deshalb: wir hatten vorher uns mit „Du“ angesprochen, was ich persönlich bevorzuge. Wenn Du/Sie aber lieber in („deutscher Art“) Sie-Form mit mir umgehen magst, so werde ich es respektieren und bemerken.
    Ich finde „Du“ demokratisch, werde mich aber so oder so weiterhin um einen respektvollen Umgang mit Dir/Ihnen bemühen.

    Doch noch eines. Aus den Berichten geht hervor, daß erwachsene Verantwortliche ihre Kinder mit in Gefahrenzonen nehmen (zB „Fischen“).
    Diese Erwachsenen sind wohl informiert, daß bestimmte Gebiete wegen der IDF-Sicherheitslage für sie gefährlich sind.
    Warum aber bringen sie dann ihre Kinder dorthin?
    Diese vertrauen darauf was Erwachsene ihnen sagen und erfahren dann Traumata.
    Sind diese Erwachsenen die „Guten“?

    A.mOr.

  9. “…bringing food and medical supplies…” die die Hamas nicht akzeptierte‘

    Sie hat sie schon akzeptiert, aber nicht von den Israelis und außerdem fehlte der Großteil der dringend benötigten Ladung, Zement und Stahl. Dass die Hamas den Teil der Ladung zunächst nicht annahm, ist Ausdruck politischen Protests.

    ‚zum zweiten, ist davon ausreichend in Gaza durch israelische Zuwendung vorhanden‘

    Nein sind es nicht – zigtausend Menschen leben seit der Operation ‚Gegossenes Blei in Zelten und Behelfsunterkünften, weil Israel den Wiederaufbau sabotiert‘. Auch die Belieferung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten ist mangelhaft. Die Einfuhr von Ersatzteilen für medizinische Geräte ist bislang ebenfalls verboten. Außerdem handelt es sich bei den täglichen Lieferungen nicht um ‚israelische Zuwendungen‘, sondern um Hilfslieferungen, die von der UNO oder auch von der PA bezahlt werden.  Auch Treibstoff und ähnliches, was die Palästinenser von den Isrealis erhalten wird von diesen bezahlt.

    “…sie glauben, dass Israel und Iran natürliche Verbündete sind.”

    Das ist doch völliger Unsinn, tut mir leid diese zum Teil recht hochkarätigen Intelektuellen, Lehrende an Harvard, hochdekorierte Künstler etc. haben sicher mitbekommen, dass Israel und der Iran keine Verbündeten sind.

    Das entlarvt die demagogische Attitüde von Saeed Gassaminedjad, der offensichtlich in einem ähnlichen Schwarz-Weiß-Bild wie Sie gefangen ist.

    Es mag ja sein, dass er sich sehr in der Bürgerrechtsbewegung im Iran engagiert hat, aber wofür? Revolutionen bringen ja alle möglichen Leute zu Tage. Das Zentrum der liberalen Iraner, dessen Direktor er sein soll, nachdem er also vor einem halben Jahr nach Paris kam, habe ich jedenfalls bislang im Internet noch nicht entdeckt. Seine Sicht der Dinge erinnert mich an die ehemaligen Flüchtlinge des Ost-Blocks, die, mit dem Schrecken des stalinistischen Terrors im Nacken, fortan alles was der Westen tat legitimierten, auch wenn es noch so Unrecht war, weil Sie sich ihre Vision von der ‚Guten Welt‘ nicht zerstören lassen wollten. Im Schatten dieser Attitüde blüht dann neues Unrecht auf andere Art und Weise. Die angebliche Spaltung der Welt in Gut und Böse ist oft recht irreführend. In Wahrheit sind die Dinge viel komplizierter und den Unterzeichnern der oben genannten Petition dürfte das wohl bewusst sein.

    Die Missachtung von Menschenrechten hat viele Gesichter, sei es im Iran oder sei es in den besetzten Gebieten.

    ‚Zweitens drückt er eine Haltung aus, die einen respektvollen Umgang mit Verantwortung und dem Leben anderer ahnen läßt (was ich den von Dir genannten nicht absprechen möchte, selbstverständlich).‘

    Israel verhält sich aber nicht respektvoll gegenüber dem Leben der Menschen in den besetzten Gebieten und sie befinden sich in einem Zustand der Rechtlosigkeit.

    Aus dem letzten Wochenbericht über Vorfälle in den besetzten Gebieten (war nichts besonderes los):

    ‚Israeli forces continued to fire at Palestinian farmers and workers in border areas of the Gaza Strip and fishermen at sea. Two children were injured, one of them at sea and the other while collecting raw construction materials.

    During the last week, Israeli forces conducted twenty-one incursions into Palestinian communities in the West Bank. In those incursions, Israeli forces abducted twenty-three Palestinian civilians, including seven children.

    In an example of one of this week’s incursions, on 01 July 2010, Israeli forces moved into Beit Ummar village, north of Hebron, firing sound bombs and tear gas canisters at Palestinian houses and at their surroundings. Three civilians, including a child who suffers from leukemia, suffered from tear gas inhalation. Ahmed Khalil Abu Hashem, activist in the Popular Committee against Settlement, told the PCHR fieldworker that the Israeli forces deliberately fired a tear gas canister into a house belonging to Ahmed Mohammed Abu Maria. Three people in the house suffered from gas inhalation as a result and were taken to a medical center for treatment. The child with leukemia was transferred later to a hospital in Hebron because his condition deteriorated.

    At approximately 13:00 on Thursday, 1 July 2010, Israeli Forces, supported by military vehicles and bulldozers, broke into al-Ra’s al-Ahmar area, north of Tamoun village, and ‚Ataouf, southeast of Tubas. There Israeli Forces destroyed thirteen tents and an inhabited „hut“. In 6 June 2010, Israeli Forces had distributed notices to the areas‘ inhabitants informing them to evacuate the areas. The Israeli Forces claimed that the two areas are closed military areas and should be evacuated. It should be noted that the tents and huts are used as shelters by the Palestinian farmers, who are coming from other areas.

    Israeli attacks in the Gaza Strip:

    In the Gaza Strip, on 05 July 2010, the Israeli forces wounded two children and killed a horse in two separate incidents.

    At approximately 10:30, Israeli gunboats positioned at sea near the Gaza port, west of Gaza city, fired at Palestinian fishing boats that were sailing approximately two miles off the Gaza shore. ‚Allam Naser Fadel Bakr, 14, from al-Shati refugee camp, was wounded as a result by two bullets in the abdomen. The boat on which ‚Allam and his father and brother were onboard was struck by two bullets in its hull.

    At approximately 13:00, Israeli forces positioned on observation towers near Beit Hanoun (Erez) crossing in the northern Gaza Strip opened fire at Palestinian workers who were collecting raw construction materials. One of the workers, Ahmed Nafez Khader Hamdan, 13, from Beit Hanoun, was wounded by a bullet in the abdomen as a result. Ahmed was approximately 700 meters far from the borders when he was wounded. In addition, the horse that transported Ahmed to the area was killed.

    In other firing and bombarding incidents, on 01 July 2010, an Israeli F16 fighter fired a missile at Abu Jarad site near Netsarim intersection in al-Zeitoon neighborhood, east of Gaza city….‘

    http://www.imemc.org/article/59097

    ‚On June 3, an Israeli settler shot Ibrahim Al-Biss and his friend Moataz outside Al-Aroub camp. Three weeks later and only one week after the 16-year-old left the hospital, Israeli police detained the boy at Kiryat Arabat. After his father paid 1500 shekels to release him, the police served Ibrahim with a military court order
    “I still don’t believe it’s real,” Ibrahim said of the arrest. In the hospital after being shot he had told me that he felt the violent experience was just a dream.

    On June 6, after encouragement from Israeli police, Ibrahim’s father, Muhammad Al-Biss, filed a complaint about his son’s shooting. Israeli law requires the police to investigate the incident. The family claim without police advice they would have dropped the matter, but they followed it to their cost.‘

    .’http://www.palestinemonitor.org/spip/spip.php?article1475

    ‚Thursday, July 1, Israeli forces raided and destroyed several Palestinian structures along Route 60 in the West Bank. Privately owned greenhouses and fruit and vegetable stalls were among those demolished.
    Three army Jeeps, in addition to police and private security were involved in the demolition…‘

    http://palestinesolidarityproject.org/2010/07/03/israeli-forces-demolish-fruit-stalls-in-beit-ommar/

  10. Jane, Dir persönlich möchte ich für Deine freundliche Antwort (vor ein paar Tagen) danken. Den Einwand, den ich gegen den von mir als „agitativ“ eingestuften Beitrag von Dir formulierte, nehme ich nicht zurück, trotz meiner Anerkennung an Dich, wie ich sie vor ein paar Tagen formulierte.

    Zu Deinem Kommentar.
    Mehr oder weniger respektable Personen, die da in der Aufzählung sind. Umsomehr wundere ich mich über Vergleiche, die das Handeln der IDF mit dem Ahmadinedschad-Regime auf die gleiche Ebene stellen.
    Gibt mir auch zu denken, aber ich sehe keinen Grund den genannten Vergleich als gerechtfertigt zu sehen.
    Also vermute ich, daß diese Menschen immerhin in ihrem Blick auf Israel irrgeleitet sind.
    Umso bedauerlicher, wenn ich nochmal Saeed Ghaseminejad zitiere: „…sie glauben, dass Israel und Iran natürliche Verbündete sind.”
    Die Kritik an Israels Politik ist die eine Sache, die an Islamisten eine Andere.
    In Israel selbst darf ich den Staat kritisieren, weil Israel mir dieses Recht zugesteht und respektiert, innerhalb von islamistisch geführten Staaten oder außerhalb solcher Staaten vor entsprechenden Überzeugungsträgern muß ich um mein Leben und um meine Versehrtheit fürchten, für mich, für meine Familie und für alle, die zu mir stehen.
    Deshalb denke ich, daß es gerecht ist bei allem Bedürfnis zu kritisieren genau diesen „kleinen“ Unterschied nicht zu übersehen, bzw immer wieder zu betonen.

    Jane:“Alles angeblich Leute die ‘versteckt antisemitische Positionen’ unter dem Deckmantel der Israelkritik verbreiten?“ —ich hoffe nicht!!!

    Wenn Saeed Ghaseminejad eine „vereinfachte“ Sicht haben sollte, dann ist diese mir dennoch lieber.
    Erstens, weil er die sehr alte Freundschaft zwischen Juden und Iranern betont; man mag es vernachlässigen im Gesprächsdiskurs, denn es ist nur ein privates Vergnügen meinerseits.
    Zweitens drückt er eine Haltung aus, die einen respektvollen Umgang mit Verantwortung und dem Leben anderer ahnen läßt (was ich den von Dir genannten nicht absprechen möchte, selbstverständlich).
    Ich erlaube mir eine kleine Zusatzanalyse einer Aussage von Ghaseminejad in dem Interview:
    „…,selbst wenn dort die Menschenrechte von Muslimen gebrochen werden.“(In der Antwort auf die siebte Frage)
    Diese Aussage verrät mir eine „Mentalität der Verantwortung“, die ein wenig „selbstaufopfernd“ zu sein scheint, weil er sich betroffen zeigt von dem, was „seine“ Leute tun und daran Anteil nimmt. Wenn er selbst dafür nicht verantwortlich gemacht werden kann, so zeigt er sich doch als mitverantwortlicher Teil der Gemeinschaft. Das finde ich respektabel. Verstehst Du meinen Standpunkt?

    Danke für den link. Und schon ein wenig mehr Arbeit,
    -„Israeli army raid on the flotilla bringing food and medical supplies for the oppressed people in Gaza and the cruel killing of several humanitarian and peaceful activists on board..“-
    denn hier schon bestätigt sich mein Verdacht, daß der Blick der Unterzeichnenden auf Israel anscheinend verstellt ist. Ich unterstreiche also einfach das an dem Zitat, welches die „möchtegernobjektive“(???!!!) Berichterstattung zu einer wertenden und einseitigen macht. Kommentieren brauche ich meinen Standpunkt dazu wohl nicht mehr?
    Eines.
    „…bringing food and medical supplies…“ die die Hamas nicht akzeptierte, zum ersten,
    zum zweiten, ist davon ausreichend in Gaza durch israelische Zuwendung vorhanden,
    drittens, meines Wissens nach war die Haltbarkeit der Medikamente abgelaufen.
    Das kann ich nur als Hohn gegenüber den Palästinensern betrachten!
    Abgesehen davon zeigt das die insgesamt zynische Haltung der Initiatoren, die die Wichtigkeit der eigenen Botschaft über das Menschenleben stellt, das Leben der Mitreisenden, das Leben der Israeli und das Leben aller, die sich in irgendeiner Weise durch türkisch-osmanisches (ups?) Säbelrasseln bedroht fühlen dürfen (inklusive der Türken selbst, die sich nicht im Verlangen nach feuchten Paradiesträumen das Leben nehmen wollen).

    „The Green Movement finds similarities between the violence exhibited by the occupying regime of Israel and the suppressive regime of the Islamic Republic,…“
    siehe oben und vgl Interview mit Ghaseminejad Saeed.

    „…often employs the most violent means…“,
    also, wenn ich die IDF kontrolliert hätte mit „the most violent means“ im Hinterkopf, dann hätte ich die Blaue Marmara versenkt und meine Leute keiner Gefahr ausgesetzt.Punkt.

    „We will continue to support the Iranian people’s demand for civil rights along with the admirable and brave struggle of the Palestinian people for freedom and democracy.“
    Wenn Ghaseminejad Saeed dieses als unaufrichtige Anbiederung betrachtet, nachdem ich den agitativen, einseitigen, feindseligen Text gelesen habe, dann erscheint mir das verständlich.
    Da wir Menschen nuneinmal auch zu Fehlern neigen, wir sind eben sprichwörtlich nicht perfekt, mag man diesen Vorstoß als etwas „ungünstiges“ auslegen gegenüber dem „wohlmeinenden“, wie Du es sicher gerechterweise den von Dir aufgezählten gutschreibst.
    Allerdings bleibt ein Fehler ein Fehler, über das Abwägen muß jeder selbst sich stellen. Das ist unser menschliches Schicksal.

    Abschließend: wenn so die Haltung linkspolitischer Positionen heutzutage aussieht, dann frage ich mich, wie jemals „linkspolitisch“ mit Begriffen wie „aufgeklärt“ oder „gerechtigkeitsliebend“ assoziiert werden konnte.
    Da habe ich wohl was mißverstanden.
    Zur Auflockerung dann eben „Zwei Juden, drei Meinungen“. Gilt das nicht irgendwie auch für „Linke“?
    Allerdings, so frage ich, sind diese Leute („aic-TheAlternativeInformationCenter“) einordbar? Und wenn ja, dann „linkspolitisch?“
    Oder sind sie „einfach nur“ Antizionisten, wie ich den Eindruck habe?

    Auch der mit der kräftigsten Stimme muß irgendwann einmal Luft holen…

    A.mOr.

  11. Und wer waren die Unterzeichner?

    Z,Bsp. Shirin Nehsat – international anerkannte Künstlerin, mit scharfem Blick auf die Situation der Frauen im Iran und kürzlich mit dem Preis für Regie bei den Internationalen Filmfestspielen in Venedig geehrt.

    z.Bsp. Ramin Jahanbegloo – Professor der Philosophie und Mitarbeiter für Middle East Studies in Harvard mit dem Spezialthema ‚Konstruktiver Dialog unterschiedlicher Ethnien‘

    z.Bsp. Ali Afshari -„is a leading Iranian political activist who has championed the cause of democracy for over a decade. Beginning with his involvement in 1995 with the Islamic Student Association at Amir Kabir University, of which he was the secretary for three years, Mr. Afshari has been a tireless advocate of freedom, human rights and democracy. He has published more than fifty essays, conducted numerous interviews, and delivered over 100 speeches on topics relating to democracy in Iran. Imprisoned for his activities in 2000 and 2003, he spent 400 days in solitary confinement. During his fellowship, Mr. Afshari drew upon his experience as an opposition activist to assess the major factors contributing to the lack of democracy in Iran.

    z.Bsp. Mehrangiz Kar – iranische Menschenrechts- und Frauenrechtsaktivistin und Mitglied des amerikanischen und kanadischen Pen-Clubs und wegen ihres mutigen Eintritts für Frauenrechte im Iran mehrfach inhaftiert.
    etc. etc. etc.

    Alles angeblich Leute die ‚versteckt antisemitische Positionen‘ unter dem Deckmantel der Israelkritik verbreiten?

    In Wahrheit gibt es eine Allianz von Intellektuellen rund um die Welt, selbstverständlich jüdische Intelektuelle und auch israelische Intelektuelle inbegriffen, die darauf hoffen, dass deutliche Kritik an Israel dazu beiträgt, dass das Besatzungsregime hoffentlich irgendwann mal Geschichte sein wird und die islamische Republik in ihrer derzeitigen Verfassung eben auch, was eben einer anderen Sicht auf die Dinge entspricht, aber sicher nichts mit Anti-Semitismus zu tun hat.

    Wenn man Beifall von der falschen Seite bekommt, so lässt sich das nicht ändern; Herr Gasheminedjads Erklärung scheint aber doch eine sehr vereinfachte Sicht der Dinge zu Grunde zu liegen.

    ‚Abgesehen von den Monarchisten und Nationalisten bestanden alle politischen Strömungen aus antizionistischen Ideologen, es gab einen wahren Wettbewerb unter ihnen, wer antizionistischer war.‘

    Alle, die nicht antisemitisch waren, waren Monarchisten und Nationalisten?

    Wo verortet sich denn Ghaseminedjad in diesem Panoptikum?

    Und wenn die Medien so einseitig auf Seiten der Israelkritiker sind – warum ist dann diese Erklärung so relativ schwer im Internet zu finden?

    Da es mir doch noch gelungen ist hier der Link, für jeden der sich selbst ein Bild machen möchte:
    http://www.alternativenews.org/english/index.php/topics/news/2721-iranian-scholars-condemn-israeli-attack-

  12. Ein wichtiges und wertvolles Interview: Danke an haGalil und Jungle World!

    Wenn diese „Leute mit marxistischen oder islamistischen Hintergrund…sich in dieser Angelegenheit von Ahmadinejad“ kaum „unterscheiden“ , dann frage ich mich, warum sie nicht einfach in Ahmadinedschads ‚Wonderland of Abusement‘ geblieben sind?
    Vielleicht täte ihnen eine Innenbeschau iranischer Gefängnisse gut, und für ein kleines Gastspiel darf man sie dann zu den „grausamen Israeli“ zu Purim mitnehmen – nix da mit Ohrenschutz!

    Die Iraner, von denen Saeed Ghaseminejad sagt :
    „Ganz im Gegenteil – sie glauben, dass Israel und Iran natürliche Verbündete sind.“, das sind „meine“ Iraner.
    Mögen sie lange leben!

    A.mOr.

  13. Wenn ich erst vor kurzer Zeit lese, wie in den Gefängnissen des Ahmadinedschad-Regimes mit dessen Kritikern umgegangen wird, dann erinnere ich mich, daß mir übel wurde.
    Wenn dieses dann von „Exil-Iranern“ mit den Vorgängen am 31.Mai2010 verglichen wird, genauer, mit dem Vorgehen der IDF, dann weiß ich nicht, ob ich explodieren soll vor Zorn oder einfach Weinen vor Hilflosigkeit.
    Wie ist es möglich, als wahrhaftiger Mensch, derart verdreht und zynisch auf die Welt zu sehen?!!

    Der Zornige in mir ruft, daß es Zeit wird Rache an diesen Menschenschändern auf Iran zu nehmen!

    Möglicherweise keine „qualifizierte“ Stellungnahme, aber wahrhaftig.

    Und dem Kurosch, ein paar Tage ists ja nun schon hin, nochmal ein herzliches Danke – Mersí!
    Und wenn die Alliierten ein paar Tage später „befreit die europäischen Juden!“ riefen, dann ist nun die Zeit zu rufen:
    „Befreit die Arier!“

    Be s’allah matí & Lachaim! Für das Leben derer die das Leben lieben!

    A.mOr.

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