Journalisten als menschlicher Schutzschild auf Gaza-Flotte

Der israelische Militäreinsatz gegen die von einem türkischen Schiff angeführte so genannte „Gaza-Hilfsflotte“ ist heftig umstritten. Neun Tote und Dutzende Verletzte hatte der Einsatz gegen die Schiffe mit Hilfsgütern gefordert…

Von Christian Rühmkorf und Daniel Kortschak, Radio Praha, 03.06.2010

UN-Generalsekretär Ban verlangte inzwischen eine Aufhebung der Gaza-Blockade; und auch die USA fordern eine unabhängige Untersuchung des Angriffs, der angeblich in internationalen Gewässern stattgefunden hatte. Der tschechische Senatsvorsitzende Sobotka – derzeit auf Israelbesuch – wertete die Hilfsflotte als „eine gezielte Provokation unter dem Deckmantel einer humanitären Aktion“. Linksgerichtete Parteien und Organisationen hingegen verurteilen das Vorgehen Israels. Radio Prag hat mit dem Kameramann des Tschechischen Fernsehens gesprochen, der sich auf einem der Schiffe befand und in Haft genommen wurde.

Jan Línek arbeitet als Kameramann für das Tschechische Fernsehen. Zusammen mit einem Reporter erhielt er von seinem Sender den Auftrag, als Journalist einen Transport von Hilfsgütern von Athen nach Gaza zu begleiten.

„Meine Information war, dass es sich um ein Boot handelt, auf dem wir sein werden. Und zwar mit Hilfe der Vereinten Nationen, also UN. Und dass auf diesem Boot auch europäische Politiker sein sollen. Für mich war das nichts Außergewöhnliches. Ich bin davon ausgegangen, dass das einfach ein UN-Boot sein wird und wir fahren ganz normal hinüber. Ich bin davon ausgegangen, dass die Israelis davon wissen und dass sie uns auch reinlassen. Erst dann im Laufe der Zeit, als ich dieses Chaos in der Organisation gesehen habe, war das alles merkwürdig. Und mehr und mehr kam bei mir der Eindruck auf, dass das eigentlich mehr eine palästinensische Aktion ist.“

Als Menschenketten geprobt wurden, um zu erschweren, dass israelische Soldaten das Schiff entern, war Jan Línek allmählich klar, dass man mit einem Angriff rechnet. Und so kam es dann auch. Er befand sich auf einem Schiff mit Journalisten, die aber – wie sich dann zeigte – häufig auch pro-palästinensische Aktivisten waren. Zwar wurde Jan Línek von den Israelis mit Farbpatronen beschossen, es gab auf seinem Boot Handgemenge und die Soldaten setzten Elektroschocker ein – Schwerverletzte gab es jedoch keine. Das Verhalten der Soldaten beschreibt Línek unter den gegebenen Umständen als korrekt. Von Toten auf den anderen Booten erfuhr Línek erst im Nachhinein.

Schlecht behandelt wurde er – seinen Aussagen nach – hingegen als Gefangener der israelischen Behörden. Alle Gegenstände inklusive Kamera wurden ihm abgenommen. Nachts ließ man ihn und seine Mitgefangenen kaum schlafen und sie wurden als Terroristen beschimpft. Jan Línek wurde schließlich von einem Polizisten gezwungen, einen Antrag auf Abschiebung zu unterschreiben. Erst dann könne er mit der Botschaft telefonieren, bekäme seine Sachen wieder und könne nach Hause. Wenn nicht, bliebe er in Haft.

„Dann habe ich mich entschlossen, dieses Papier zu unterschreiben. Er hat mich daraufhin ausgelacht – das Papier genommen und mich ausgelacht – und hat gesagt: Ok, es gebe kein Telefonat, ich würde mit niemandem von meiner Landesvertretung sprechen und ich würde jetzt weggefahren.“

Es folgten für Jan Línek 24 Stunden Unsicherheit in Abschiebehaft ohne jegliche Informationen, was nun geschehen würde und ob die Weltöffentlichkeit überhaupt von den Ereignissen wisse. Wiederholte Hinweise, dass er Journalist sei und kein Aktivist hätten nichts geholfen. Erst nach langer Zeit habe ihm eine Botschaftsmitarbeiterin erklärt, er werde in der nächsten Stunde ausreisen.

Trotz schlechter Erfahrungen mit den Israelis – im Rückblick geht Jan Línek davon aus, dass es sich bei der „Hilfsflotte“ um eine pro-palästinensische Aktion gehandelt habe. Das Ziel sei nicht so sehr die Überbringung von Hilfsgütern gewesen, sondern eine Aufhebung der Gaza-Blockade zu beschleunigen.

„Meine Einschätzung heute ist auch, dass man im Grunde diese Eskalation mit dem israelischen Militär herbeiführen wollte und deswegen auch so viele Journalisten dabei hatte, die man einerseits als menschlichen Schutzschild benutzt hat. Auf der anderen Seite wollte man erzwingen, dass die Israelis eventuell die Konvois durchfahren lassen müssen, weil die Augen der ganzen Welt auf sie gerichtet sind, beziehungsweise – sollte es zu Auseinandersetzungen kommen – dass das von der Weltpresse publiziert wird und dass man damit quasi die Israelis in ein – ich sage mal – schlechtes Licht rücken kann.“

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8 Kommentare zu “Journalisten als menschlicher Schutzschild auf Gaza-Flotte

  1. Problem in dieser Diskusion ist, dass die Diskusionsteilnehmerinen die Mentalität der Tschechen nicht kennen. Ein Böhme muss überall dabei sein und macht sich keine Gedanken warum. Ein Böhme ist von der Mentalität her ein Surrealist und sein Leben ist ein Happening. Wenn man ihn aber genügend schüttelt, erkennt er den richtigen Weg.. und das ist dem Journalist gerade passiert… prima!!!!!

  2. ‚Wieso besteht ein Widerspruch dazwischen, sich über die Behandlung in Israel zu beschweren, und zu erkennen, dass der Zweck der Gaza-Flottille in keiner Weise humanitär war?‘

    @Lisa – dieser Jan Linke ist ein unbedarftes, von Politik unbelecktes Würstchen, dass von seiner Redation mit einem Team auf die Free Gaza Flotille geschickt wurde und von seinem Sender, der zweifelsohne nicht mit so einem Verlauf gerechnet hat, nicht ganz korrekt aufgeklärt wurde; vielleicht hat er auch nicht genau hingehört. Wir werden das wohl kaum erfahren.

    Entgegen der reißerischen Headline bietet der Artikel auch keinerlei irgendwie neue Erkenntnisse und an und für sich hat Jan Linek auch nicht wirklich irgend was interessantes zu erzählen, außer dem Umstand, dass er da allzu unbedarft hineingeraten ist. Auch die Verwendung des Ausdrucks ‚menschliche Schutzschilde‘ ist nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz korrekt.

    Natürlich ist der Sinn und der Zweck von Presseleuten an Bord für Öffentlichkeit zu sorgen, Öffentlichkeit die gemeinhin zumindest ein Stück weit vor allzu üblen Übergriffen schützt. Allerdings handelt es sich bei den Free-Gaza Aktivisten nicht um eine Bande von Terroristen, die zum Abschuss frei stehen und Jan Linek hat sich ja schon als völlig Unwissender geoutet, was ihn nicht gerade zum kompetenten Zeugen prädistiniert.

    Die Israelis haben dem Draht uir Öffentlichkeit wohl nicht ohne Grund tropediert, indem sie alle Funkverbindungen zum Boot störten, so dass keinerlei Video- und Funkübertragung mehr möglich war. Sämtliche Besitztümer der Passagiere natürlich inklusive Videokameras, Fotoapparate etc. haben die Israelis eingesackt und was wir zu sehen bekommen ist der kleine Teil, der den Israelis genehm ist und den sie sich, wie es aussieht, wahrscheinlich auch hier und da ‚zurechtgeschnippelt‘ haben.

    Die Unterstellungen an die Passagiere der Mavi Marmara sind absolut nicht nachgewiesen und der Artikel bietet in dieser Hinsicht auch nichts, das Bilden von Menschenketten ist eine übliche Taktik gewaltlosen Widerstands. Die israelische PR Maschine läuft natürlich auf Hochtouren, um den Free Gaza Aktivisten die Schuld am Tod der 9 Aktivisten in die Schuhe zu schieben (die ja zweifelsohne durch israelische Kugeln starben).

    Dass es allerdings zu irgend einer Art von Konfrontation kommen würde, allerdings in den Gewässern von Gaza, das war allen die sich auch nur ein bischen damit beschäftigen, auch schon im Vorfeld klar und, dass eine solche natürlich den Effekt hat, die Weltöffentlichkeit Gaza nicht vergessen zu lassen, ist überhaupt kein Geheimnis und natürlich gewollt. Niemand macht oder machte ein Geheimnis daraus, nur mit einem solchen Verlauf in internationalen Gewässern, damit hat niemand gerechnet.

    Inzwischen beschweren sich sogar schon israelische Reserve-Offiziere, dass Israel einfach so den Aktivisten die Schuld zuschiebt, ohne irgend eine tragfähige unabhängige Untersuchung des Vorfalls zuzulassen. Sie haben die Regierung aufgerufen eine unabhängige Untersuchung zuzulassen, weil offensichtlich selbst ihnen das Fadenscheinige ihrer Regierung übel aufstößt und sie vielleicht fürchten von ihrer Regierung eines Tages selbst in eine solch zwielichitige Mission geschickt zu werden.

    ‚Officers denounce operation as ‚military and diplomatic failure‘, slam government for placing blame on the activists. By Anshel Pfeffer

    ..A group of top Israel Navy reserves officers on Sunday publicly called on Israel to allow an external probe into its commando raid of a Gaza-bound humanitarian aid flotilla last week, which left nine people dead and several more wounded.

    In a letter to Prime Minister Benjamin Netanyahu and Israel Defense Forces Chief of Staff Gabi Ashkenazi, the Navy officers denounced the commando raid as having „ended in tragedy both at the military and diplomatic levels.“

    …“We disagree with the widespread claims that this was the result of an intelligence rift,“ said the officers. „In addition, we do not accept claims that this was a ‚public relations failure‘ and we think that the plan was doomed to failure from the beginning.“

    „First and foremost, we protest the fact that responsibility for the tragic results was immediately thrust onto the organizers of the flotilla,“ wrote the officers. „This demonstrates contempt for the responsibility that belongs principally to the hierarchy of commanders and those who approved the mission. This shows contempt for the values of professionalism, the purity of weapons and for human lives.“ ..‘

    http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/israel-navy-reserves-officers-allow-external-gaza-flotilla-probe-1.294536

    Tatsache ist, die israelische Regierung WILL NICHT DASS DIE ISRAELISCHEN SOLDATEN TATSAECHLICH IRGEND WELCHE ZEUGENAUSSAGEN MACHEN.

    Nicht einmal die selbst eingesetzte Untersuchungskommission darf sie auch nur befragen.

    Ich kann das nur als klaren Hinweis interpretieren, dass die Regierung alles daran setzt die Wahrheit zu verstecken.

    Oder nennen sie mir einen guten Grund Lisa, warum die israelischen Juristen der israelischen Untersuchungskommission, eingesetzt von der Regierung, die anbeglich ‚überfallenen Soldaten‘ gar nicht befragen darf.

    Bis dato hielt ich es schon für möglich, dass alle Beteiligten, ausgelöst durch einen nächtlichen Überfall, begleitet von Geschossen von Hubschraubern in Panik gerieten und es zu einer sehr gefährlichen Situation kam, auch für die Soldaten.

    Der Umstand allerdings, dass die Regierung versucht Zeugenaussagen der eigenen Soldaten zu verhindern und zwar vor den eigenen Gremien –

    Ist für mich ein unfreiwilliges Schuldeingeständnis.

    Eine andere Interpretation ist mir da nicht möglich –
    oder nenne Sie mir eine Lisa.

    ‘Ob sich die Journalisten auch so uneingeschüchtert gezeigt hätten, wenn sie im Iran oder in der Türkei festgehalten worden wären, sei dahingestellt. Aber da ist ja sowieso alles in Butter und man hilft den Palästinensern.’

    Gar nichts ist in Butter und den Großteil der Ladung haben die Israelis eben nicht weitergelassen und zwar nicht, weil es sich um Waffen gehandelt hätte,

    – sondern um Zement und Baumaterial!

    Israel gibt ja vor ein Rechtsstaat zu sein und seine Reputation in der Westlichen Welt, von der es durchaus nicht unbahängig ist, kann ihm nicht egal sein, weshalb es ja eine ganz Armada von PR-Leuten beschäftigt, die die zwiespältigen Aktionen Israels in ein irgendwie ‘gutes Licht’ stellen sollen, inklusive einer Armada von bezahlten Bloggern, die in den westlichen Medien die Foren mit der entsprechenden Propaganda vollschreiben.

    In diesem Fall war die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit gegeben und da Journalisten normalerweise besser informiert sind, als es bei Jan Linke der Fall ist, sind sie sich ihrer Position in dem israelischen Gefängnis natürlich bewusst.

    Palästinenser, die sich in israelischen Gefängnissen befinden haben diese Lobby nicht.

    Ich halte es, vor allem nach den unbestreitbaren Verschleierungsaktivitäten der israelischen Regierung jetzt allerdings für wahrscheinlich, dass sich die iraelische Regierung ganz bewusst die Mavi Marmara, das türkische Schiff ausgesucht hat, um ein Exempel zu statuieren, so dass Free Gaza davon abgeschreckt werden sollte, weitere Schiffe zu schicken. Das ist in gewisser Weise unverfänglicher, als mit Teilnehmern westlicher Nationen.

    Den Soldaten, die bei der Aktion maskiert waren, ist vermutlich Schutz vor Strafverfolgung zugesagt worden und deshalb will man sie vermutlich nicht in die Verlegenheit bringen, auch nur vor der eigenen Untersuchungskommission lügen zu müssen, denn natürlich gibt es auch in Israel noch Gesetze.

    Das ist natürlich Spekulation, aber das Verhalten der israelischen Regierung nährt eine solche ganz beträchtlich und Aufklärung darüber wie es wirklich war, kann es nur geben, wenn eine unabhängige, natürlich transparente und ergebnisoffene Untersuchung, der man sämtliches Material zur Verfügung stellt und die sämtliche Augenzeugen befragen darf, Aktivisten und Soldaten, ihre Arbeit machen kann.

    Ganz offensichtlich will die israelische Regierung auf keinen Fall, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

  3. Na, wenn eine Direkteinfuhr nicht im Sinne der Hamas war, bräuchte sie ihre Annahme ja auch nicht zu verweigern…

    Von gezwungen ist in dem Artikel keine Rede.

    Wieso besteht ein Widerspruch dazwischen, sich über die Behandlung in Israel zu beschweren, und zu erkennen, dass der Zweck der Gaza-Flottille in keiner Weise humanitär war?

    Und es hatten ja wohl eine Menge erwachsener Menschen keine Ahnung, dass sie sich mit Leuten eingelassen haben, die auf eine ernsthafte Konfrontation spekuliert haben.

    Es spricht im übrigen – um nur ein Beispiel zu nennen – auch nicht für professionelle journalistische Recherche, wenn eine Bundestagsabgeordnete als Horrorszenarien bschreibender Augenzeuge international durch die Presse geht, ohne dass Erwähnung findet, dass sie von vornherein unter Deck eingeschlossen war und damit allenfalls Ohrenzeuge gewesen sein konnt.

    Ob sich die Journalisten auch so uneingeschüchtert gezeigt hätten, wenn sie im Iran oder in der Türkei festgehalten worden wären, sei dahingestellt. Aber da ist ja sowieso alles in Butter und man hilft den Palästinensern.

    Interessant übrigens, dass Libyen erstmal alle Zusammenarbeit mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk abgebrochen hat. Er weiß ja, wem so eine Entscheidung „von aller Welt“ als inhuman angekreidet würde und wem nicht…

    Interessant, und ich denke im positiven Sinne, ist die Enthaltung des Libanon bei der Abstimmung im Weltsicherheitsrat. Wäre interessant, ob ich die einzige bin, die darin so eine Art Übereinstimmung mit der Position Israels gegenüber der iranischen Atompolitik sieht…

    Geht es ihnen eigentlich um ein Eigentor für Israel oder um Rollstühle für Palästinenser?

  4. ‚Jane, können Sie sich vorstellen, dass es auf dieser Welt eine ganze Menge Menschen gibt, die andere Sorgen haben als provokative Aktionen, die wenig Hilfe und viel Konfliktverschärfung nach sich ziehen?‘

    Klar. aber die finden sich dann nicht auf eimal unvermutet auf der Free-Gaza-Flotille, dort wird schließlich niemand hingezwungen.

    ‚ Und Hilfe, die offen gegen Verständigung und – sogar terminierte – Verhandlungen handelt, die nur der Unterstützung der Hamas und nicht der Bevölkerung dient ‚

    Was soll das denn bedeuten? Zement, Fertighäuser, elektrische Rollstühle, Material für 16 Spielplätze – das ist bestimmt das, was die Hamas braucht.

    ‚Können Sie sich vorstellen, dass es Sender und Journalisten gibt, die dem Wortlaut der offenbar zuvor ergangene Einladung einfach mal geglaubt haben?‘

    Welcher Einladung – der Sender der Jan Linek und drei weitere Journalisten dorthin geschickt hat, hat sich übrigens bei Israel über die Behandlung der Journalisten beschwert.

    Free Gaza ist keine unbekannte Organisatin, sie hat eine Website, da kann man sich für eine Mitfahrt bewerben und wird zuvor ausdrücklich auf die konflikthafte Situation und die damit verbundene Risiken und möglichen Konfrontationen hingewiesen. Es ist doch wohl klar, dass es sich dabei nicht um eine Kreuzfahrt handelt und die Organisation macht absolut keinen Hehl aus ihrer Absicht eine politische Demonstration verbunden mit humanitären Hilfslieferungen zu verbinden.

    Es sieht übrigens danach aus, dass die Aktion zumindest in dieser Hinsicht einen kleinen Teilerfolg aufweisen wird, da vermutlich die Blockade in ihrer jetztigen Form sich nicht mehr durchsetzen lassen wird.

    Es ist einfach albern, wenn ein erwachsener Mann dort hin geht und keine Ahnung hat. Wenn man sich dort findet, ohne vorher gewusst zu haben, was einen erwartet, ist das natürlich ärgerlich, aber nicht den Free Gaza Aktivisten vorzuwerfen. Er sollte sich bei seinem Sender beschweren, besser aber noch sich selbst informieren. Man sollte meinen, dass soviel Informiertheit in einer professionellen Situation eine Selbstverständlichkeit ist.

    ‚Linek returned to the Czech Republic on Monday and another two Czechs signed the expulsion documents. They are to be deported from Israel soon, too.

    One reporter remains in Israel.

    Linek criticised the treatment of the detained persons by Israelis in the Czech media.

    Michal Petrov, head of the CT newscast desk, said the CT crew had been the target of an attack of the Israeli armed forces and were treated in a harsh way.

    „Given the conditions of their detention, one can speak about maltreatment and blackmail,“ Petrov wrote in the letter.

    „We are asking you to convey a strong protest against the steps taken by the Israeli armed forces against Czech citizens to the Israeli authorities,“ he added. ‚

    http://praguemonitor.com/2010/06/03/czech-tv-protests-against-israeli-gaza-aid-intervention

    ‚Es ist mehr als Merkwürdig wie leise doch die Journalisten die dabei waren, im Endeffekt sind, und kaum kann man solche Töne entnehmen… ‚

    Die wurden ja noch länger als die Aktivisten in israelischen Gefängissen gehalten.

    Einer Mario Damolin hat zum Beispiel einen Artikel über die Vorkommnisse im Gefängisse geschrieben:

    ‚Schon am ersten Abend wird klar, dass die Vollzugsmitarbeiter es nicht leicht haben werden. Laut wird nach Rechtsanwälten und Diplomaten gerufen, einige wollen telefonieren – ein Durcheinander sondergleichen. Die israelischen Gefängniswärter schauen erstaunt auf das Chaos. Einer von höherem Rang tritt vor und bittet um Ruhe, dann dürften wir morgen auch telefonieren. Geschrei und Gelächter. Wir seien keine Gefangene, sagt der Israeli, sondern Besucher, ja Gäste, und schon ruft einer aus dem Hintergrund: „One Cappuccino please!“ Die Angelsachsen sind mit Whisky-Bestellungen dabei. Vangelis Pissias ruft: „Ich bin ein politischer Gefangener.“

    ..Bei manchen Gefängnisbediensteten spürt man den ansteigenden Adrenalinspiegel. Sie stehen hier nicht Palästinensern gegenüber, sondern selbstbewussten Europäern, die sich nicht einschüchtern lassen und auf die Einhaltung der Menschenrechte pochen. Auch der Versuch, die Gäste-Gefangenen zum Zweck der Zählung in Reih und Glied aufstellen zu lassen, scheitert kläglich. Alle in die Zellen zurück, heißt es dann, keiner geht, einer der Beamten fängt an zu schreien. Am ersten Morgen wählen wir Sprecher, die unsere Forderungen gegenüber der Gefängnisleitung vertreten sollen. Das Gefängnispersonal reagiert verwirrt. Die Autorität ist hin, das macht sie aggressiver….. ‚

    Der Artikel erschien vollständig vor zwei Tagen in der Frankfurter Allgemeinen.

    http://www.faz.net/s/RubB30ABD11B91F41C0BF2722C308D40318/Doc~E08164C9F915B4356A59A4A028667A884~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    ‚..…doch die, die es taten und gutheißen, denen ist es ein Entscheidung bringende Eigentor!‘

    Quatsch – jeder rechnete mit Konfrontation, aber nicht mit diesem Ausgang und Todesopfern. Aber zum Eigentor wird die Sache für Israel und zwar FETT!

  5. @Jane
    „Die ganze Welt wusste im Vorfeld schon, dass die Flotille kein UN-Boot ist und dass die Israelis dies abhalten wollten die Blockade zu durchbrechen und es handelt sich ja nun auch weiß Gott nicht um die erste Aktion dieser Art. Was soll diese alberne Erklärung?“

    Jane, können Sie sich vorstellen, dass es auf dieser Welt eine ganze Menge Menschen gibt, die andere Sorgen haben als provokative Aktionen, die wenig Hilfe und viel Konfliktverschärfung nach sich ziehen? Die sich möglicherweise sogar für wirkliche Hilfe in Regionen interessieren, die von Naturkatastrophen oder Konflikten, an denen sie nicht selbst mitarbeiten, betroffen sind (letzteres trifft für einen Teil der Bevölkerung in Gaza auch zu, darum ist wirkliche internationale Hilfe ja auch gerechtfertigt). Und Hilfe, die offen gegen Verständigung und – sogar terminierte – Verhandlungen handelt, die nur der Unterstützung der Hamas und nicht der Bevölkerung dient (oder wurden im Nachkriegsdeutschland die Care-Pakete von der jeweiligen Regierungspartei verteilt?), kann ich nicht als wirkliche karikative Hilfe sehen.
    Können Sie sich vorstellen, dass es Sender und Journalisten gibt, die dem Wortlaut der offenbar zuvor ergangene Einladung einfach mal geglaubt haben? Sie mögen es naiv nennen, vielleicht war es einfach Unvoreingenommenheit?

    Ehrlich gesagt, ich habe davon vor einigen Wochen auch nur eher durch Zufall gehört und ich habe im Hinblick auf die Thematik Frieden, Versöhnung, Basis für Zwei-Staaten-Lösung und deren Einzelfragen von erheblich interessanten Initiativen gehört. Und wirklich interessant sind ja nicht einzelstaatliche oder staatlich gedeckte Privateingriffe von außen sondern dass was durch Menschen vor Ort in die Wege geleitet wird. Und ich schätze, die meisten von uns können wie ich allerhöchsten das verfolgen, was auf Englisch im Netz sichtbar ist. Es sei denn, man nimmt eine Organisation oder Person als Guru und folgt nur deren Darstellung.

  6. Es ist mehr als Merkwürdig wie leise doch die Journalisten die dabei waren, im Endeffekt sind, und kaum kann man solche Töne entnehmen…

    Doch noch viel weniger zu verstehen das sowohl d UNO wie EU und sonstige Irreführen – Vatikan sollte man auch nicht unerwähnt lassen! – mit d sofortige Verurteilung Israels vor traten…

    Also das ganze ist ja nur ein verspätetes Aprilscherz… ein PR Gag mit Selbstmordterroristen, macht gierige politische Nichtigkeiten, ganz normale Terroristen, türkisch-arabisch-islamische Politik und sonstige Interessen vertretende gekaufte Söldner zusammen mit linke/rechte/mitten stammende internationale Juden/Israelhassern.

    Wenn es nicht so wichtige „Akt“ gewesen wäre, könnte ich wohl leicht sagen: Schiffe volle Narren… doch d Ergebnis ist wohl uns auch schmerzhaft…doch die, die es taten und gutheißen, denen ist es ein Entscheidung bringende Eigentor!

  7. Was erzählt dieser Jan Linke da eigentlich. Er befand sich auf einem anderen Schiff.

    Über die jedem zugängliche Absicht des Unternehmens war er offensichtlich nicht informiert (was hat ihm denn sein Sender da erzählt? Er müsste sich eigentlich nicht bei der Free-Gaza-Bewegung beschweren, sondern bei seinem Sender)

    Welche Überraschung auf dem Boot befanden sich Pro-Gaza-Aktivisten. Wer hätte das gedacht?
    Die probten Menschenketten (das ist wirklich sehr verdächtig).

    Die israelischen Soldaten benutzten Elektroschocker und wurden mit Farbkatuschen beschossen (das wissen wir auch von der Mavi Marmara).

    Ich frage mich wirklich was das soll?
    Ein billiger Vorwand für eine reißerische und unsachliche Headline.

  8. ‚Ich bin davon ausgegangen, dass das einfach ein UN-Boot sein wird und wir fahren ganz normal hinüber. Ich bin davon ausgegangen, dass die Israelis davon wissen und dass sie uns auch reinlassen.‘

    Die ganze Welt wusste im Vorfeld schon, dass die Flotille kein UN-Boot ist und dass die Israelis dies abhalten wollten die Blockade zu durchbrechen und es handelt sich ja nun auch weiß Gott nicht um die erste Aktion dieser Art. Was soll diese alberne Erklärung?
    Es ist natürlich auch Gaza Aktivisten unbenommen sich kritisch zur Aktion zu äußern und die ganze Angelegenheit harrt ja noch der Aufklärung, aber allen ernstens zu behaupten, man wäre über die Absicht der Flotille die Blockade zu durchbrechen als Teilnehmer derselben nicht informiert gewesen – das ist so dermaßen absurd und albern – da fehlen mir (fast) die Worte.

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