Ein palästinensischer Staat in einem Jahr: Hält der Wirtschaftsaufschwung an?

Vor genau einem Jahr, im Juni 2009, präsentierte die palästinensische Autonomiebehörde ein Papier unter dem Motto: „Palästina: das Ende der Besatzung und Errichtung eines unabhängigen Staates innerhalb von zwei Jahren“. Ein Bericht der Weltbank analysiert einige der Wirtschaftsbedingungen und fragt nach den notwendigen Entwicklungsbedingungen…

Seither hat die Regierung des Staates Israel weitere Maßnahmen zur Erleichterung der wirtschaftlichen Entwicklung in der Westbank getroffen. Der Zugang zu Märkten im Westjordanland wurde für arabische Bürger Israels erleichtert. Die Sicherheitslage im Westjordanland hat sich mittlerweile dramatisch verbessert. Diese Entwicklungen haben sich insgesamt vertrauensbildend auch bei Investoren gezeigt.

Der Zugang zu Märkten außerhalb des Westjordanlandes – selbst nach Gaza und Israel, ist weiterhin sehr eingeschränkt. Immer wieder werden auch Mängel im Verwaltungssystem genannt, die die Skepsis der Kapitalanleger mehren. Zudem dürfte ein erheblicher Anteil der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung auf Spenden in Folge des israelischen Gaza-Einsatzes („gegossenes Blei“) zurückzuführen sein.

Dass der Trend zur Besserung anhalten wird, kann also nicht als gesichert gesehen werden, auch wenn erstmals seit Jahren wieder einmal ein Wachstung des Pro-Kopf-Einkommens verzeichnet werden konnte.

Der Bericht der Weltbank als pdf
A Palestinian State in Two Years: Institutions for Economic Revival Economic Monitoring Report to the Ad Hoc Liaison Committee