JCall: Ein Zeichen der Hoffnung

Bisher war es ziemlich einfach, jüdische Kritik an der israelischen Politik mit dem Verdacht des «Selbsthasses» abzutun, der vor allem Repräsentanten und Anhänger der politischen Linken traf. Mit den jüngsten Aufrufen und Appellen aus den USA und Europa hat dieser schon bisher nicht überzeugende Argwohn weiter an Kraft verloren: Das Angebot, dass Kritik legitim sei, haben inzwischen auch Juden mit überwiegend konservativ-liberaler Grundhaltung aufgenommen…

Judith Bernstein

Den Anfang machte vor zwei Jahren «J Street» in Washington, deren Begründer aus einer dezidiert prozionistischen Überzeugung heraus nicht länger die selbsternannten Israel-Freunde im Kongress und in der Administration gewähren lassen wollten. Hingegen fiel es jüdischen Intellektuellen, Wissenschaftlern und Autoren in Europa aufgrund der zweitausendjährigen Geschichte des Antijudaismus und Antisemitismus lange schwer, ihre Bedenken gegen die Politik Israels förmlich zu äußern. Jetzt kamen auch sie mit «JCall» nicht um den «Appell an die Vernunft» herum. Denn sie treibt die Sorge, dass der Siedlungsbau in der Westbank und in Ost-Jerusalem und die Unterdrückung des palästinensischen Volkes alle Visionen von Demokratie und Rechtsstaat ebenso wie die Hoffnung auf ein Gemeinwesen für alle seine Bürger endgültig unter sich begräbt.

Jahrzehntelang konnten alle Regierungen in Jerusalem darauf pochen, dass sich die jüdische Diaspora auf die Rolle politischer Gefolgschaft und auf die materielle Unterstützung zu beschränken habe. Im Kern lag dieser Haltung das zionistische Ethos zugrunde, wonach Israel im Namen aller Juden der Welt spreche, weil drei Jahre nach dem Ende der Schoah die vermeintlich einzig gültige Konsequenz gesiegt habe: die «nationale Normalisierung».

«J Street» und «J Call» – unterstützt vom Appell «Um Zions Willen» der über fünftausend Juden aus dem öffentlichen Leben in den USA unter Beteiligung der Theologen David Biale sowie der Soziologen Steven M. Cohen und Michael Walzer – lassen keinen Zweifel an ihrer Liebe zu Israel aufkommen. Doch genauso klar ist für sie, dass ihre emotionale und spirituelle Loyalität mit dem Verlangen nach politischen Fortschritten verknüpft ist. Nachdem einige noch Anfang 2009 die israelischen Kampfhandlungen im Gazastreifen begrüßten, nehmen sie jetzt von der strapazierten Formel «Frieden durch Sicherheit» Abstand und kehren sie um: Israel müsse auf einen Kurs des Friedens mit den Nachbarn einschwenken, um jene Sicherheit zu gewinnen, die weitere Kriege verhindert.

Die breite Würdigung ihrer Entschlossenheit in der arabischen Welt bestätigt ihre These, dass Israel seine nationale Selbstisolierung in der Region beenden muss. Wenn mit Teheran tatsächlich ein tragfähiger Kompromiss erreicht werden sollte, würde er der Regierung in Jerusalem das Argument aus der Hand nehmen, mit Verweis auf das iranische Nuklearprogramm die Regelung mit den Palästinensern weiter auf die lange Bank zu schieben.

Dass die Appelle nicht auf ungeteilte Zustimmung in der jüdischen Welt stoßen, ändert an ihrem politischen Wert nichts. Immer mehr europäische Juden um die Initiatoren Daniel Cohn-Bendit, Bernard-Henry Lévy und Alain Finkielkraut herum können und wollen nicht länger zusehen, wie die israelische Politik im Nahostkonflikt und deren Unterstützung durch die jüdischen Gemeinden in Europa mit ihnen identifiziert wird. Folgerichtig ermahnen sie Barack Obama und die Europäische Union, endlich einen substantiellen Beitrag im Nahen Osten zu leisten und ihre Zurückhaltung nicht länger mit dem Rückgriff auf den Holocaust zu begründen.

Unstrittig bleibt, dass in ihrer künftigen Arbeit die palästinensischen Ansprüche größerer Aufmerksamkeit bedürfen. Gleiches gilt für die Frage, wie und wo die favorisierte Zweistaatenlösung umgesetzt werden kann. Ob das Argument der «demographischen Gefahr» hilfreich ist, muss bezweifelt werden. Außerdem: Welche Signale sendet die jüdisch-arabische Unebenbürtigkeit in Israel auf eine Friedensregelung aus? Beschädigt die innerpalästinensische Rivalität den Anspruch auf den eigenen Staat in Ost-Jerusalem, in der Westbank und im Gazastreifen?

Die innerjüdische Debatte ist in Gang gekommen, auch in Deutschland lässt sie sich nicht länger aufhalten. Für die Friedensbewegungen in Nahost bedeutet sie ein Zeichen der Unterstützung. An nicht-jüdische Europäer gerichtet, lautet ihre Quintessenz, die Urteile vom ideologischen Ballast zu befreien und sich in verantwortlicher Weise den komplexen Bedingungen für den Frieden zwischen beiden Völkern zu stellen.

Judith Bernstein, «Jüdische Zeitung», Juni 2010

17 Kommentare zu “JCall: Ein Zeichen der Hoffnung

  1. @Jane
    Danke für die Zustimmung, dass Ihre Formulierung keine Rechte reichlich übertrieben war!
    Die Rechtsprechung in der EU bestimmt also international bindend wer außerhalb der EU wen besetzt hält? Kann man ausschließen, dass nicht in der EU lebende oder mit EU-Staaten in geschäftlichem oder anderem Kontakt stehende Israelis oder Palästinenser sich gelegentlich nicht an EU-Rechtsprechung gebunden fühlen? Ich fürchte, nein.
    Aber selbst wenn, finde ich meine Frage nicht beantwortet, wie man gleichzeitig belagern und besetzen kann. Israel wird aber beides vorgeworfen. Was meinen Sie?
    Zu einer Besatzung gehört für mich schon, dass sich Sicherheitskräfte oder Soldaten im besetzten Gebiet befinden, und nicht nur ein entführter (Reserve-)Soldat, zu dem nicht einmal das Rote Kreuz Zugang bekommt, geschweige denn ein militärischer Vorgesetzter.
    Wenn Israel kein Baumaterial reinläßt, wie konnte denn die Häuser aufgebaut werden, die von einem der Arabischen Emirate (glaube ich) gespendet und dann verlost wurden. Wobei nach allen gefundenen Journalistenberichten vornehmlich oder ausschließlich Hamas nahe Personen zu den Gewinnern gehörten. Kennen Sie eine andere Verteilung? Wurde das Material gebeamt? Heißt es nicht eher, dass das Baumaterial an bestimmte, von Hilfsdiensten betreute Projekte gebunden sein muss, damit garantiert wird, dass sie nicht militärisch sind? Sind es nicht Beton und Stahl, die verboten sind oder sehr streng kontrolliert werden? Die werden in vielen Häusern für einige Gewerke verwendet, aber sie sind – außer vielleicht für Hochhäuser – aber nicht unabdingbar. Wie funktioniert die Kontrolle über die Verwendung der Materialien? Gerechte Verteilung? Verwendung für den angegebenen Zweck?
    Ganz unabhängig davon geht mir immer eine Frage um: Warum Elektrorollstühle bei schlechter Infrastruktur und Ersatzteillage? In meiner Familie bevorzugt man trotz besserer Situation in beidem die mechanische Variante, die sind sogar bei nicht ganz schwachen Schiebern und halbwegs festgetrockneten Wegen wald-kompatibel. Jemals Kinder in Elektrorollstühlen gesehen zu haben, kann ich mich gar nicht erinnern… Ich meine kleinere bis 10/12 Jahre, die ja auch noch in die Verkehrssicherheitsthematik hineinwachsen müssen.
    @Hannah
    „Sagt mal, lest ihr überhaupt, was Jane schreibt? Nein, ihr ruft gleich “Antisemitin”, weil eine Yael mal zu einer Hatz geblasen hat.“
    Mmmh, wieso meinen Sie, dass das etwas mit Yael zu tun hat? Jane übernimmt schon Begriffe, die Parallelen zu den großen Völkermorde der letzten 100 Jahre aufbauen sollen (Beispiel „schleichende ethnische Säuberung“ – der Begriff der ethnischen Säuberung steht aber zu einer ethnischen Säuberung eindeutig im Gegensatz). Vielleicht wurde er eher zu der Dezimierung der jüdischen Bevölkerung im Iran passen, die seit der Khomeini-Revolution nach Dokumentationen auf ca. 10% der ursprünglichen Größe von ca. 200.000 geschrumpft sein soll. Vielleicht auch zu verschiedenen religiösen und/oder ethnischen Minderheiten (Bahai, Jeziden – vielleicht teilweise auch Kurden insgesamt, verschiedene kleine alte christliche Kirchen) in verschiedenen Ländern der Region, Syrien dabei vielleicht nicht an letzter Stelle.
     

  2. @uccelino
    Wenn ‘Judäa und Samaria’ Teil Israels werden sollen, wie Du es für richtig hälst, sollen deren Bewohner dann auch allesamt das israelische Bürgerrecht incl. Wahlrecht erhalten?
    Die Frage läßt sich nicht einfach mit „ja“ oder „nein“ beantworten. Ich hatte zudem auch nur von Jüdischem Land gesprochen, nicht von Israel im Sinne des Staates.
    Aber ich bin der Meinung, dass Solches zumindestens moralisch unsere Pflicht ist. Judea und Samaria ist aus der jüngsten Geschichte, durch Goldstein( Massaker in Kirjat Arba ) zu einer gewissen Verpflichtung geworden. Im Zuge eines gerechten Friedens, sollten gerade diese PA, zu Israelischen Arabern mit allen Rechten werden. Wir haben nach meiner Meinung dort viel gut zu machen. Und so , wie wir Akzeptanz von Anderen erwarten, sollten auch wir akzeptieren, dass die Begräbnisse unserer Patrichaten, Muslimen ebenso heilig sind.
    Alles in Allen : Juden UND Muslime haben einen Anspruch, genau dort zu leben. In Sicherheit und gutem Miteinander.
    Schließlich sind auch PA meine Mitmenschen.

  3. ‚Es gibt keine illegalen Siedlungen, Jerusalem ist die unteilbare, ewige Hauptstadt des Jüdischen Staates und Volkes. Die Mauer ist ein Schutzwall. Judea und Samaria ist jüdisches Land.‘

    @Viktor – das ist Ihre persönliche Wunschvorstellung, die ist aber mit geltendem Völkerrecht nicht kompatibel und das geltende Völkerrecht ist auch nichts was ich mir ausgedacht hätte. Es dient mir allerdings als Orientierung, weil es besser ist dasselbe zu respektieren insofern man es mit dem Wunsch nach einer friedlichen Welt ernst meint.

    @Lisa – natürlich verwalten sich die  besetzten Gebiete zum Teil selbst, ich sage zum Teil, weil es wirklich nur zum Teil ist. Kein Neugeborenes auch in Gaza erhält Papiere ohne dass Israel dies bewilligt und auch niemand bekommt selbst in Gaza gültige Ehepapiere ohne Israel.

    Israel beherrscht und kontrolliert sowohl die West-Bank als auch den Gaza-Streifen unfassend. Die europäische Union betrachtet daher auch den Gaza-Streifen ganz klar als von Israel besetzt und zwar auch 2005. Das ist nicht eine irgendwie  von mir deklarierte Meinung, sondern entspricht konkreter Rechtssprechung in der EU. Die West-Bank ist natürlich ohnehin besetzt.

    Was soll denn Besatzung ihrer Meinung nach heißen? Dass die Besatzungsmacht, die Bewegungen und Aktivitäten sämtlicher Bewohner gleich Marionetten steuert. Das könnte man ja nicht mal mit den eigenen Bewohnern machen. Das ist doch absurd.

    ‚ Jedenfalls, folgen wir Ihrer Argumentation mal und stellen fest, dass die Hamas in Gaza offenbar dringendst benötigte Hilfsgüter verweigern darf. So verbieten also die Israelis Koriander und die Hamas Rollstühle… Ist die Hamas jetzt organisatorisch der israelischen Militärdiktatur untergeordnet oder ist sie eine eigene Diktatur, die ihren “Untertanen” Rechte verweigert? ‚

    Das war nur ein einmaliger Ausdruck politischen Protests im Kontext der Vorkommnisse auf der Gaza-Flotille und die Güter werden jetzt von Hilfsorganisationen verteilt und sind mitnichten ‚verboten‘. Wirklich wichtigen Güter der Flotille, das in großer Menge geladene Baumaterial, hat Israel unterschlagen. Es ist Israel, dass viele Güter verweigert und damit den Wiederaufbau und die dringend benötigten Reparaturen an der Infra-Struktur sabotiert, nicht die Hamas. Man kann über die Hamas sagen was man will, aber das ist albern.
     

  4. @Jane  Sie schrieben:
    „Israel regiert auch über Millionen von Palästinensern in den besetzten Gebieten und diese haben keinerlei Rechte.“
    Hmm, Sie meinen also, dass die Verbesserung der Lebensbedingungen in der Westbank und die Fortschritte im Kampf gegen Korruption und im Aufbau einer funktionieren Verwaltung in erster Linie den Israelis als militärischen Besatzern zuzuschreiben sind? Wird von ihnen auch der Boykott israelischer Waren propagiert? Seltsam, ich dachte, das alles sei den Anstrengungen von Palästinensern zuzuschreiben. Aber wenn sie keine Rechte haben – wie sie in ihrer unnachahmlich differenzierenden Art schreiben – kann das ja nicht sein. Ohne Rechte ginge das schlecht, das sind ja alles keine Undercover-Aktionen…
    Sie sehen ja auch Gaza als besetzt an, obwohl der einzige israelische Soldat dort Gilad Shalit ist – und dessen Militärzeit dürfte langsam um sein. Dass mir noch nicht klar ist, wie man gleichzeitig besetzen und belagern kann (beides wird ja Israel zum Vorwurf gemacht). Jedenfalls, folgen wir Ihrer Argumentation mal und stellen fest, dass die Hamas in Gaza offenbar dringendst benötigte Hilfsgüter verweigern darf. So verbieten also die Israelis Koriander und die Hamas Rollstühle… Ist die Hamas jetzt organisatorisch der israelischen Militärdiktatur untergeordnet oder ist sie eine eigene Diktatur, die ihren „Untertanen“ Rechte verweigert?

  5. Hallo zusammen,

    so weit ich weiß, sind das menschliche Leben und die menschliche Gesundheit die höchsten Werte im Judentum. Nur in Situationen von Notwehr und Nothilfe ist es erlaubt, das Leben anderer Menschen aufs Spiel zu setzen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.
    Daraus könnte man schlussfolgern, dass ein Staatswesen kein (religiöser) Wert an sich ist, sondern ein Mittel zum Zweck. Ein Instrument, das u. a. das Ziel hat, das Leben und die Gesundheit seiner eigenen Bürger zu schützen, und dabei gleichzeitig in der Pflicht steht, auch den Bürgern anderer Staaten kein Leid zuzufügen. In Situationen von Notwehr und Nothilfe darf ein Staat auch zur Gewalt greifen, um sich gegen einen Angriff zu schützen. Langfristig aber stehen die Regierungen (und auch die Bürger) aller Staaten in der Pflicht, nachhaltige, friedliche und gerechte Lösungen herbeizuführen.

    Bei dieser Interpretation der jüdischen Lehren (die man sicher auch christlich, moslemisch, marxistisch… begründen könnte) müsste man sich explizit die Frage stellen, ob die fortdauernde Besetzung von ‚Judäa und Samaria‘ durch Israel tatsächlich ein guter Weg ist, Frieden und Sicherheit für Israelis und Palästinenser zu schaffen, oder nicht.

    Aus dieser Sichtweise halte ich es für verkürzt, einfach zu sagen, dass die Thora fordert, dass ‚Judäa und Samaria‘ israelisch bleiben.

    uccellino

    PS:
    @Viktor: Eine Frage: Wenn ‚Judäa und Samaria‘ Teil Israels werden sollen, wie Du es für richtig hälst, sollen deren Bewohner dann auch allesamt das israelische Bürgerrecht incl. Wahlrecht erhalten?
     
     
     
     
     

  6. Jane…. eigendlich sollte ich Ihnen nicht antworten, denn ich habe schon soooooo viel von Ihnen gelesen – im Tenor alles gleich – antisemitische Hetze.
    Aber ein letztes Mal und wirklich das letzte Mal, dann werde ich mich hier wohl endgültig zurückziehen.
    Meine Meinung dürfte hinlänglich bekannt sein….
    Es gibt keine illegalen Siedlungen, Jerusalem ist die unteilbare, ewige Hauptstadt des Jüdischen Staates und Volkes. Die Mauer ist ein Schutzwall. Judea und Samaria ist jüdisches Land.
     
    uns Sie können meinetwegen um den Baum oder im Viereck springen – Israel wird den durch die Thora vorgegebenen Weg nicht verlassen.
     
    und Tschüß

  7. ‚Von den arabischen Nachbarn kann man die Anerkennung des Völkerrechts ebend nicht erwarten, da sie einen demonstrativ antidemokratischen Weg gehen.‘

    Erstens gehen Sie ihn nicht demonstrativ, zweitens wurde die iranische Demokratie im Iran in den 50ern in Komplizenschaft mit den USA und Groß-Britannien weggeputscht, mehrere muslimische Diktaturen werden direkt von den USA und Groß-Britannien gestützt und drittens ist das Unsinn, weil das Völkerrecht lediglich die Beziehungen der Staaten untereinander regelt. Das hat daher mit der Regierungsform innerhalb eines Landes gar nichts zu tun.

    ‚ Israel hingegen bewegt sich auf dem Boden des Völkerrechts – Sie hingegen negieren dies ! ‚

    Auch das ist Unsinn – die Siedlungen sind allesamt illegal, auch die Annexion Ost-Jerusalems ist illegal. Der Bau der Mauer auf palästinensischem Boden ist vom internationalen Gerichtshof in Den Haag auch als illegal deklariert worden.

    @Viktor – offensichtlich verstehen Sie nicht den Unterschied zwischen der Unterscheidung zwischenstaatlicher Beziehungen und ihrer Rechtsgrundlage und den unterschiedlichen Regierungsformen im Innern und der Notwendigkeit, warum dies als zweierlei zu betrachten ist.

    Israel regiert auch über Millionen von Palästinensern in den besetzten Gebieten und diese haben keinerlei Rechte. Die Regierungsform, der sie seit über 40 Jahren stehen kann man nur als Militärdiktatur bezeichnen.
     
     
     

  8. Der redaktionelle Teil von hagalil kann von den Usern geprägt und neu belebt werden? Ach ne… Hab ich da was verpasst?
    Und ansonsten müssen Sie sich um Yael mal nicht zu viele Sorgen machen. Sie ist auch jetzt noch da.

  9. @hannah
    *weil eine Yael mal zu einer Hatz geblasen hat.*
     
    Sie wissen doch ganz genau, dass das nicht stimmt. Yael argumentiert sehr gewissenhaft, umsichtig, freundlich und hilfsbereit. Ihr eine “ Hatz “ auf irgendjemanden zu unterstellen ist einfach nur eine Unverschämtheit und zudem neindvolle Mißachtung ihrer Person und Wissen. Sie scheinen zu vergessen, dass die Foren und der redaktionelle Teil von haGalil, geprägt und ständig neu belebt sind, von Usern, wie Yael.

  10. Hallo zusammen,
    zunächst einmal zwei Sätze aus dem Aufruf von JCall, die m. E. die zentrale Argumentation darstellen:
    Bald wird Israel sich mit zwei katastrophalen Alternativen konfrontiert sehen: Entweder werden die Juden eine Minderheit in ihrem eigenen Land sein oder es wird im Lande ein Regime entstehen, das Israel beschämen und die Gefahr eines Bürgerkrieges heraufbeschwören wird.
    Es ist daher von größter Wichtigkeit, dass die Europäische Union gemeinsam mit den Vereinigten Staaten von Amerika Druck auf beide Parteien ausübt und ihnen hilft, eine vernünftige und schnelle Regelung des israelisch-palästinensischen Konflikts zu erreichen.
    ( http://www.jcall.eu/?lang=de )
    JCall ist nicht die erste Stimme, die diese Argumente äußert, bereits zahlreiche andere Personen und Gruppen haben das getan (was natürlich nicht gegen, sondern für JCall spricht).
    Umgekehrt habe ich habe schon viele Artikel und Stellungnahmen gelesen, die sich über diese Argumentationskette empören, und die diejenige Personen, die sie vorbringen,  verunglimpfen als dumm, von Selbsthaß inspiriert, als Feinde Israels die sich bei Goim anbiedern wollen,  etc. .
    Leider habe ich noch keinen einzigen Artikel und keine einzige Stellungnahme gelesen,  der oder die auch nur den Versuch unternommen hätte, die Argumente mit SACHLICHEN Gegenargumenten zu widerlegen oder zu relativieren, und die dabei gleichzeitig darauf verzichtet hätte, die Andersdenkenden unter der Gürtellinie zu beschimpfen. 
    Ich bin gespannt, ob sich dies noch ändern wird.
    Falls da etwas meiner Aufmerksamkeit entgangen sein sollte, bin ich für jeden Hinweis dankbar.
    Lehitraot,
    uccellino

  11. Sagt mal, lest ihr überhaupt, was Jane schreibt? Nein, ihr ruft gleich „Antisemitin“, weil eine Yael mal zu einer Hatz geblasen hat.
    Wie wäre es mit einer Diskussion statt Geschrei ?

  12. Viktor, mit der Jane brauchst du nicht diskutieren, das ist sinnlos, die Ist blind vom Hass, Ich frage mich wie lange kann diese Antisemitin Jane hier noch ihr Unwesen treiben? Meiner Meinung tut sich Hagalil mit solchen Gestalten keine Gefallen!

  13. @Jane
    * Man kann von den arabischen Nachbarn absolut erwarten, dass sie sich an das Völkerrecht halten , das muss man aber auch von Israel erwarten können. *
     
    Genau diese Haltung, ist es, die dem Ansehen Israel, aber auch den in der Diaspora lebenden Juden schadet……..
    Von den arabischen Nachbarn kann man die Anerkennung des Völkerrechts ebend nicht erwarten, da sie einen demonstrativ antidemokratischen Weg gehen.
    Israel hingegen bewegt sich auf dem Boden des Völkerrechts – Sie hingegen negieren dies !

  14. @Yoshi,
    die Existenz Israels steht überhaupt nicht zur Disposition, weder in dem Aufruf von J-Call noch in den Anliegen der angeblich ‚antisemitischen Linken‘.

    Die Unfähigkeit zu differenziren, kann man nur als das ideologisch gefärbte Schwarz-Weiß-Bild der ‚Occupation-Forever‘ Sekte bezeichnen, die leider mittlerweile weite Teile der israelischen Bevölkerung und nicht nur diese erfasst hat. Die Loslösung von der Realität hat freilich schon vor langer Zeit begonnen. Die deutlichere Kritik an Israel wäre natürlich viel effektiver gewesen, wenn Sie schon in den 90ern angesetzt hätte, als Israel trotz der Möglichkeit eines Friedensschlusses mit den Palästinenser und trotz der Anerkennung Israels durch dieselben weitermachte wie bisher und munter weiter Siedlungen auf palästinensischem Grund bauten.
    Die übergroße Rücksicht zum einen, resultierend aus dem gut begründeten schlechten Gewissen der Nationen und mitunter auch die effektive jüdische Lobbyarbeit, haben diesen Realitätsverlust effektiv gefördert.

    Eine Rückkehr zu einer Politik mit Augemaß unter der Prämisse ‚Leben und Leben lassen‘ ist absolut notwendig und sollte unbedingt durchgesetzt werden. Man kann von den arabischen Nachbarn absolut erwarten, dass sie sich an das Völkerrecht halten , das muss man aber auch von Israel erwarten können.

    Wenn irgendwas die Existenz eines Staates, der mehrheitlich jüdisch sein soll gefährdet, dann die Uneinsichtigkeit mit welcher man das Siedlungsprojekt vorantreibt. Bald wird es wohl nur noch eine Ein-Staaten-Lösung geben.
    Ich persönlich finde so eine Lösung ja auch nicht schlecht, aber da sie offensichtlich gegenwärtig weder von Israelis noch von Palästinensern gewünscht ist, ist es nicht zu viel verlangt, dass die Israelis einsehen müssen, dass irgendwann mal Schluss ist mit immer weiter so – eigentlich war dieser Punkt schon 1994 erreicht, als Arafat, die Fatah, Israel anerkannte. Auch die Offerte der Arabischen Liga einschließlich der Zustimmung Arafats Israel vollständig anzuerkennen und in normale diplomatische und Handelsbeziehungen zu treten, insofern es endlich die ihm gesetzten Grenzen selber anerkennt und der Bildung eines palästinensischen Staates nicht weiter sabotiert, wäre ein absolut konstruktiver Weg in eine friedliche Zukunft gewesen.

    Mir scheint in der Tat, dass die Israelis mehrheitlich mit Blindheit geschlagen sind.
    Demokratie erfordert kritisches Hinterfragen auch der eigenen Volksvertreter. Das „wir gegen den Rest-der-Welt“-Gefühl, oder meinetwegen „das Rest-der-Welt-gegen-Uns“-Gefühl scheint wohl allzu lange die Israelis in eine allzu starkes Konsensbedürfnis getrieben zu haben.

  15. Pingback: JCall
  16. Ein gutes Beispiel, wie man mit diesen Leuten sprechen muss, hat Dr. Warszawski gegeben.

    Er schrieb an diese JCall, da sind Leute wie Cohn Bendit, also 68er, dabei und andere Typen: Ihr Appell an die Vernunft ist Schwachsinn. Sie sagen „Die endgültige Entscheidung liegt bei den Israelis, dennoch soll die Solidarität der Juden weltweit die Israelis dazu ermutigen, die richtige Entscheidung zu treffen.“

    Das ist eine grobe Frechheit, eine Chuzpe, die Sie selbst entlarvt. Da die meisten von Ihnen, so wie auch ich, Israelis sind, geben Sie öffentlich zu, dass israelische Juden zu blöd sind, ihre Vorteile zu erkennen und deshalb dazu gezwungen (ermutigt) werden müssen, die richtige Entscheidung zu treffen. Sollten Sie damit recht haben, so bedeutet dies, dass Sie als israelische Juden ebenfalls keinen Durchblick haben. Diese Satz kann folglich nur bedeuten, dass Sie sich bei Antisemiten und andere Gojim anbiedern, um Vorteile für sich zu ergattern, die Sie genauso wenig erhalten werden, wie einst die Kapos, die von den Nazis ermordet wurden. Auch ich bin vom zionistischen Staat enttäuscht worden, jedoch hasse ich ihn nicht, Denn ich weiß, dass mit dem Untergang Israels meine Existenz beendet sein wird. Ihr Schicksal ist mir gleichgültig. Ich wünsche Ihnen das Ende, das Sie verdienen. Dr. Nathan Warszawski

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