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TV-Radar: haGalil Fernsehtipps

Vom 16.06. bis 30.06.2010 …

Mi, 16. Jun · 23:45-00:30 · Das Erste (ARD)
Schatten der Erinnerung

Am 13. Mai 1939 lichtet der deutsche Luxusliner St. Louis in Hamburg die Anker. Sein Ziel: Havanna. Seine Passagiere: 937 deutsche Juden mit legaler Ausreisegenehmigung und einer kubanischen Landeerlaubnis, glücklich der Verfolgung und Vernichtung entronnen – in letzter Minute. Für die meisten von ihnen ist Kuba nicht das Ziel, sondern Zwischenstation, um hier in Sicherheit den Aufruf ihrer Quotennummer für die Einreise in die USA abzuwarten. Im Hafen von Havanna verweigert die kubanische Regierung den Flüchtlingen die Einreise. Unter Androhung von Gewalt muss das Schiff die kubanischen Hoheitsgewässer verlassen. Um Zeit für Verhandlungen über das Schicksal seiner Passagiere zu gewinnen, kreuzt Kapitän Schröder mit der St. Louis tagelang zwischen Kuba und der Küste Floridas. Aber die Verhandlungen jüdischer Hilfsorganisationen verlaufen im Sande, Petitionen an die Regierungen der USA und Kanadas bleiben unbeantwortet. Keine Gnade – kein Land findet sich bereit, 900 jüdische Flüchtlinge aufzunehmen. An Bord der St. Louis reichen Wasser und Proviant noch für sieben Tage, da erreicht den Kapitän die Order, das Schiff unverzüglich nach Deutschland zurückzuführen. Panik bricht aus, Rückkehr nach Deutschland bedeutet Konzentrationslager und Vernichtung. Die Stimmung der Passagiere schwankt zwischen Lethargie, Meuterei und Androhung von Massensuizid. Rettung gelingt in letzter Minute. Die jüdische Hilfsorganisation JOINT erreicht die Aufnahme der Flüchtlinge in England, Frankreich, Belgien und Holland. Am 17. Juni 1939 ist die Irrfahrt der St. Louis im Hafen von Antwerpen beendet. Die Flüchtlinge werden in vier Kontingenten den Aufnahmeländern zugeteilt. Diejenigen, die in Frankreich, Belgien und Holland Aufnahme gefunden hatten, geraten mit Beginn des Krieges in die Fänge der deutschen Okkupanten, werden deportiert und ermordet. Einer von ihnen hieß Erich Dublon. Er hat die Odyssee der St. Louis akribisch dokumentiert – vom ersten bis zum letzten Tag, in einem Reisetagebuch für die in Erfurt zurückgebliebenen Eltern. Aus der Familie Dublon hat niemand den Holocaust überlebt. 60 Jahre später erst werden seine Berichte aufgefunden werden, im Nachlass einer befreundeten Erfurter Familie, der die Flucht in die USA gelungen war. Der Schauspieler Christian Brückner ist Erich Dublon. Der Film holt den Chronisten der Irrfahrt der St. Louis in die Gegenwart. Sein Tagebuch wird dem Zuschauer zur „Flaschenpost“ aus der Vergangenheit und trägt ihn, über die Zeiten hinweg, in die Gedanken- und Wahrnehmungswelt des Tagebuchschreibers von 1939.

Do, 17. Jun · 06:30-07:00 · BR
ach so! fragen – forschen – verstehen: Glauben – was heißt das?

In dieser Folge von „ach so!“ erforscht Adan den Glauben der Menschen, ihr Bedürfnis, nach dem Sinn des Lebens zu suchen. Er begegnet dabei einem jüdischen Rabbiner, christlichen Mönchen und einem muslimischen Jungen. Adan stellt fest, dass der Glaube den Menschen hilft sich zu orientieren und Werte festzulegen. Aber er erfährt auch, dass die Menschen sich wegen ihres Glaubens streiten und sich sogar bekriegen. Durch ein Spiel wird ihm klar, dass dies auf „Blindheit“ und mangelnde Gesprächsbereitschaft zurückzuführen ist. Was macht eigentlich der Bundeskanzler? Wie beten Kinder in anderen Ländern? Und warum müssen wir sterben? – Typische Kinderfragen, auf die das Grundschulmagazin des Bayerischen Fernsehens „ach so!“ Antworten gibt. Neben den Sachthemen greift „ach so!“ vor allem die Sinnfragen von Kindern auf. Ziel der Sendung ist es dabei, Kindern eigenständiges Denken bewusst zu machen und soziales Handeln zu fördern. Daneben werden in der Rubrik „Medienlabor“ sinnvolle Anregungen für den Umgang mit dem Computer gegeben. „ach so!“ ist ein Angebot des Schulfernsehens für die ersten Klassen: Der Lehrer kann sich die gesamte Sendung mit seinen Schülern ansehen oder je nach Bedarf einzelne Beiträge heraussuchen.

Do, 17. Jun · 11:50-12:20 · arte
Helen Zille – Demokratin aus Leidenschaft

 
Helen Zille war die erste weiße Bürgermeisterin Kapstadts nach dem Ende der Apartheid und ist seit 2009 Premierministerin der Provinz Westkap, die als einzige nicht vom ANC, dem African National Congress, regiert wird.  Sie ist weiß, deutschstämmig, hat jüdische Vorfahren, wurde christlich erzogen und war die erste weiße Bürgermeisterin Kapstadts nach dem Ende der Apartheid: Helen Zille. Schon in jungen Jahren kämpfte sie in Südafrika gegen Rassismus und politische Willkür und war als Journalistin maßgeblich an der Aufklärung des Foltertods des schwarzen Bürgerrechtlers Steve Biko beteiligt. Das machte sie in den Augen vieler Südafrikaner zu einer glaubwürdigen Persönlichkeit. Und so wurde Helen Zille 2009 zur Premierministerin der Provinz Westkap gewählt, der einzigen Region, in der der ANC nicht die Mehrheit hat. Damit ist sie für Südafrikas Präsident Jakob Zuma zu einer ernstzunehmenden politischen Gegnerin geworden, die unerschrocken gegen Korruption, Armut, und Machtmissbrauch kämpft. Ihr Traum ist es, dass die junge Demokratie Südafrikas die Rassenschranken endgültig überwindet. Die Dokumentation begleitet Helen Zille auf politische Termine und durch ihren atemlosen Alltag. Sie lässt ihre engsten Mitarbeiterinnen ebenso zu Wort kommen wie ihre Gegner. Es entsteht eine politische Momentaufnahme des hoffnungsvollen und gleichzeitig fragilen Landes Südafrika – kurz vor der Fußballweltmeisterschaft 2010.

Fr, 18. Jun · 00:25-01:25 · BR
Jazz: Dem Chaos verschrieben. 1943 bis 1945 

 
Im kriegsgeschüttelten Europa wird der Jazz von den Nazis verboten, aber es gibt Musiker, die sich davon nicht einschüchtern lassen und den Jazz zu einer Waffe des Widerstands machen.  Für viele schwarze Amerikaner jedoch hat dieser Klang einen hohlen Beigeschmack: Sie kämpfen im Ausland für Rechte, die ihr eignes Land ihnen zu Hause verwehrt. Zur selben Zeit bringt Duke Ellington sein musikalisches Porträt über das Leben der Schwarzen in Amerika heraus: „Schwarz, Braun, Beige“. Wie gewohnt verwandelt er sein Orchester in ein einziges Instrument, mit dem er Musik von erstaunlicher Perfektion zaubert. Louis Jordan verhilft der „Rhythm-and-Blues“-Musik zu Popularität. Charlie Parker und Dizzie Gillespie spielen „Ko-Ko“ und kreieren damit einen neuen Sound, der als „Bebop“ bekannt wird. Sobald die Amerikaner ihn hörten, war Jazz nicht mehr das, was er einst war.

Fr, 18. Jun · 00:45-01:30 · PHOENIX
Die Gestapo

 
Die deutsche Polizei im Weltanschauungskrieg  Am 30. Januar 1933 übernimmt Adolf Hitler in Deutschland die Macht. Sofort beginnt die Einschüchterung und Ausschaltung jeglicher Opposition. Da die Polizei dafür noch nicht voll in Anspruch genommen werden kann, bringt Hitler seine paramilitärischen Truppen zum Einsatz. Unter dem Befehl von Ernst Röhm überzieht die Sturmabteilung (SA) der NSDAP das Land mit brutalem Terror. Im Visier der als „Hilfspolizei“ eingesetzten Schläger sind vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter, aber auch die deutschen Juden trifft von Anfang an ihr Terror.

Fr, 18. Jun · 05:00-06:00 · arte
Die Nacht von Wildenhagen

 
Anfang 1945, unmittelbar vor dem Einmarsch der Roten Armee, kommt in dem kleinen Ort Wildenhagen bei Frankfurt an der Oder, dem heutigen Lubin in Polen, tödliche Angst und Panik auf. Eine Gruppe von mindestens 15 Frauen trifft sich am 31. Januar auf dem Dachboden eines Bauernhauses, um sich gemeinsam zu erhängen. Mit dabei ist als einziges Kind die zehnjährige Adelheid. Sie wird von ihrer eigenen Mutter aufgehängt. Alle Frauen sterben. Nur das Mädchen wird am folgenden Tag von Soldaten der Roten Armee gerettet. Auch andere Frauen im Dorf töten ihre Kinder, erschlagen sie oder schneiden ihnen die Pulsadern auf, bevor sie sich selbst das Leben nehmen. Mehr als ein Viertel der etwa 300 Bewohner des Ortes geht in den Tod. Sie sind Opfer ihrer panischen Ängste, geschürt durch infame Nazi-Propaganda. Für den Film berichten Adelheid Nagel und zwei ihrer früheren Schulfreundinnen über die Ereignisse jener Tage. Sie kehren in ihr Heimatdorf zurück, erinnern sich an die Panik der Frauen vor den „Menschenfressern“ und den „bestialischen Horden“ aus dem Osten, die sie selbst und ihre Kinder abschlachten würden. Das Bild, das die NS-Propaganda jahrelang von den Sowjets verbreitet hatte, ist Adelheid Nagel bis heute gegenwärtig. Massenhafte Selbsttötungen unter der Zivilbevölkerung hat es nicht nur in Wildenhagen gegeben. Ostpreußen, Schlesien, Pommern, Mecklenburg, überall entlang der Ostfront nehmen sich Menschen das Leben. Gemäß der NS-Ideologie dieser Tage: lieber den Tod durch die eigene Hand als Niederlage und Kapitulation. Genaue Zahlen sind bis heute nicht bekannt, die Selbstmorde sind kaum dokumentiert und aufgearbeitet.

Fr, 18. Jun · 22:35-00:10 · arte
Letztes Jahr in Vichy

Vichy war während der Besatzung Frankreichs durch die Deutschen Sitz der Landesverwaltung. Der Film zeigt das Dilemma vieler Franzosen, die nicht wussten, ob sie sich mit Pétain, dem Weltkriegshelden, identifizieren oder ihn ablehnen sollten.  Bewohner der französischen Stadt Vichy erinnern sich an die Jahre zwischen 1940 und 1944, als Frankreich nach seiner militärischen Niederlage von Hitler-Deutschland besetzt war. Die deutschen Besatzer überließen die Verwaltung Frankreichs der von Feldmarschall Pétain geführten französischen Regierung. Diese residierte im Hôtel du Parc von Vichy, die sich in der nicht besetzten Zone befand. Das Vichy-Regime löste die Dritte Französische Republik ab und hielt sich bis zur Befreiung Frankreichs im August 1944. Dann übernahm die provisorische Regierung unter General de Gaulle die Macht. Bereits im Juni 1940 begann Pétain in unterschiedlicher Form, mit den Nationalsozialisten zu kollaborieren. So organisierte auch die französische Polizei Judenrazzien. Am engsten werden mit dieser Periode Pétain als Regierungschef sowie seine beiden Vizepremiers Laval und Darlan in Verbindung gebracht. Doch damals verehrten die meisten Franzosen in Pétain vor allem den Sieger von Verdun. Auch mit dem Waffenstillstand war die Mehrheit einverstanden. Mit Aussagen von Zeitzeugen rekonstruieren Bertrand de Solliers und Paule Muxel die Geschichte von Vichy. Sie befragen eingesessene Bürger der Stadt, aber auch solche, die auf der Flucht aus dem besetzten Teil Frankreichs 1940 mit ihren Familien nach Vichy gekommen waren. Einige von ihnen waren Juden, manche in der Résistance, andere versteckten sich und wieder andere arrangierten sich mit dem Regime. Auf geradezu beispielhafte Art zeugen diese Erinnerungen an Philippe Pétain von dem Unbehagen, das dieser Abschnitt der französischen Geschichte noch heute hervorruft.

Sa, 19. Jun · 01:15-02:40 · Das Erste (ARD)
Im Visier des Bösen 1/2

 
Der Philosophieprofessor Gregor Lämmle wird 1942 von den Nazis gezwungen, die Résistance-Kämpferin Maria von Gall aufzuspüren. Maria war seine Lieblingsstudentin und hatte seine Liebe zurückgewiesen. Nur sie kennt die Zugangscodes zu Schweizer Geheimkonten, auf denen Millionen liegen. Mit dem Geld sollen verfolgte Juden vor den Nazis gerettet werden. Als Lämmle Maria in die Enge treibt, lernt ihr elfjähriger Sohn Thomas – ein großes Schachtalent mit phänomenalem Gedächtnis – die Zahlenkombinationen auswendig, um sie in die Schweiz zu retten. Doch Lämmle ist ebenfalls ein Meister des königlichen Spiels, es kommt zu einer Partie auf Leben und Tod. Die packende Romanverfilmung „Im Visier des Bösen“ zeigt Klaus Maria Brandauer in einer Paraderolle. Mit großer Zivilcourage hat der Bankier von Gall (Gottfried John) im Sommer 1942 700 Millionen Reichsmark auf Schweizer Geheimkonten transferiert. Mit dem Geld will er verfolgten Juden zur Flucht aus Nazideutschland verhelfen. Eine SS-Brigade unter Führung des ehrgeizigen Jürgen Müller (Ken Duken) sucht fieberhaft nach den für die Kriegsmaschinerie benötigten Millionen. Müller und seine Schergen spüren von Gall in Südfrankreich auf und bringen ihn ins Münchner Gestapo-Hauptquartier. Doch der Bankier widersteht der Folter und nimmt sein Wissen um die geheimen Nummernkonten mit in den Tod. Der verschlagene Gestapo-Offizier Joachim Gortz (Thomas Heinze) ist überzeugt, dass von Galls Tochter Maria (Giovanna Mezzogiorno) im Besitz einer Liste mit den Nummernkonten ist. Gortz erpresst Marias Philosophielehrer Dr. Lämmle (Klaus Maria Brandauer) und zwingt ihn, nach seiner ehemaligen Studentin zu suchen. Maria war Lämmles große Liebe; seit sie ihn zurückgewiesen hat, ist er ein gebrochener Mann, der nur noch eine Leidenschaft kennt: das Schachspiel. Mit kühl berechnender Strategie treibt er die Frau, die ihm einst die Liebe verweigerte, nun Zug um Zug in die Enge. Maria bemerkt, wer ihr auf den Fersen ist, und macht einen Gegenzug. Ihr elfjähriger Sohn Thomas (Thomas Sangster) ist ebenfalls ein brillanter Schachspieler: Mit seinem Erinnerungsvermögen, das Tausende von Spielzügen birgt, prägt Thomas sich die für viele Juden überlebenswichtigen Zahlencodes ein, um sie im Notfall in die Schweiz zu retten. Doch davon ahnt Lämmle nichts, als er den Jungen in seine Gewalt bringt. Im Glauben, das Spiel für sich entschieden zu haben, geht er auf Marias Angebot ein, Thomas als Gegenleistung für die Codes freizulassen. So kommt es auf dem Schachbrett des Lebens zu einem tödlichen Figurentausch.

Sa, 19. Jun · 02:45-04:15 · Das Erste (ARD)
Im Visier des Bösen 2/2

Der elfjährige Thomas von Gall befindet sich zusammen mit seinem amerikanischen Vater David Quattermain auf der Flucht nach Genf. Seit dem Tod seiner Mutter ist Thomas ein wichtiger Geheimnisträger: Als Einziger kennt er die Zugangscodes zu Schweizer Nummernkonten, auf denen 700 Millionen Reichsmark aus jüdischem Vermögen vor den Nazis in Sicherheit gebracht wurden. Das Geld soll den Verfolgten zur Flucht ins Ausland verhelfen. Doch dazu wird es nicht kommen, falls es dem Nazi-Kollaborateur Dr. Lämmle gelingt, den Jungen vorher abzufangen. „Im Visier des Bösen“ ist eine spannende zweiteilige Romanadaption, in der Klaus Maria Brandauer alle Register seines Könnens zieht. Der Philosophieprofessor Gregor Lämmle (Klaus Maria Brandauer) hat im Auftrag der Nazis den elfjährigen Thomas von Gall (Thomas Sangster) in seine Gewalt gebracht. Mit dem Jungen als Druckmittel will er dessen Mutter Maria (Giovanna Mezzogiorno) dazu zwingen, ihm eine Codeliste auszuhändigen, die den Nazis den Zugang zu jüdischen Millionen auf Schweizer Geheimkonten eröffnen würde. Doch beim geplanten Gefangenenaustausch wird Maria tödlich verletzt, nur Thomas gelingt die Flucht. Lämmle, den von Anfang an Thomas‘ Schachkenntnisse und sein enormes Gedächtnis beeindruckt haben, ahnt, dass der Junge die begehrte Liste auswendig gelernt hat, und nimmt die Verfolgung auf. Thomas versucht, sich derweil nach Genf durchzuschlagen, was ihm dank der unerwarteten Hilfe des Amerikaners David Quattermain (Stephen Moyer) zu gelingen scheint. Der reiche Playboy ist Thomas‘ Vater, der von der Existenz seines Sohnes bis vor kurzem nichts wusste. Erst ein verzweifelter Anruf Marias hat David dazu bewogen, sofort nach Frankreich zu kommen. Als David mit den alltäglichen Gräueltaten der Deutschen konfrontiert wird und herausfindet, dass der Reichtum seiner Familie auf schmutzigen Geschäften mit den Nazis basiert, stellt er sein bisheriges Leben in Frage, um sich nun ganz seinem Sohn zu widmen. Die schwierige Annäherung zwischen Vater und Sohn wird jedoch von Thomas‘ Trauer um seine Mutter überschattet. Außerdem darf Thomas seinen „Daddy“ nicht zu lieb haben: Denn er glaubt fest daran, dass auch David nur eine Figur im Spiel gegen Lämmle ist. Und als versierter Schachstratege weiß Thomas, dass er sich, um den Sieg gegen Lämmle zu erzielen, von jeder seiner Figuren trennen können muss.

Sa, 19. Jun · 06:45-07:30 · arte
Saul Friedländer und die Geschichte

 
Saul Friedländer – ein wandernder Jude, ein rastloser Mensch, der in vielen Ländern der Welt gelebt hat. Wo seine Wurzeln sind, weiß er nicht. Professor Saul Friedländer ist Holocaustüberlebender und einer der berühmtesten Holocaustforscher.  Begonnen hat alles in Prag, wo Saul Friedländer am 11. Oktober 1932 geboren wurde. Der Film begleitet ihn in seine Geburtsstadt – in die Stadt, aus der seine Familie während des Zweiten Weltkriegs vor den immer zahlreicheren Judenverfolgern fliehen musste. Friedländer erzählt über diese Flucht und über seine Zeit in einem katholischen Kloster, in dem ihn seine Eltern bei Nonnen versteckten. Während ihr Sohn als Internatsschüler und getaufter Katholik unter dem Namen Paul-Henri Ferland überlebt, werden die Eltern wohl 1942 im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Erst wenige Tage vor der Weihe zum Jesuitenmönch erfährt Saul Friedländer von seiner jüdischen Identität und Herkunft. Statt sich zum Priester weihen zu lassen, ist er nun wild entschlossen, seine Wurzeln aufzuspüren. Er ist gerade einmal 14 Jahre alt, als er mit dem Waffenschmugglerschiff Altalena nach Israel reist. Um an Bord zu kommen, gibt er sich als älter aus, als er wirklich ist. Später kämpft er im israelischen Unabhängigkeitskrieg und studiert schließlich in Tel Aviv. Mittlerweile lebt er mit seiner Familie in Los Angeles, wo er an der University of California unterrichtet. Als Gastdozent reist er um die Welt und seine Arbeiten sind preisgekrönt. Als erstem Israeli wurde ihm 2008 der Pulitzerpreis in der Sparte Sachbuch verliehen, und er wurde mit dem amerikanischen McArthur Genius Award ausgezeichnet. Zuletzt bekam er 2007 den Friedenspreis des deutschen Buchhandels.

Sa, 19. Jun · 16:50-17:45 · arte
Das Freie Frankreich

 
In der Dokumentation berichten vier ehemalige Mitglieder der Résistance über ihre Erfahrungen nach Charles de Gaulles berühmter BBC-Rede aus dem Londoner Exil, dem „Aufruf vom 18. Juni 1940“. 

So, 20. Jun · 17:45-18:15 · WDR
Tierschutzgeschichten

 
Spanische Hunde haben es schwer. Das gilt nicht nur für Streuner, sondern auch für ausgediente Jagdhunde, die oft grausam getötet werden. Zum Glück gibt es Menschen, die sich für sie einsetzen. So wie die Tierschützer des spanischen Tierheims „Scooby“. Solche Helfer brauchen auch Rennhunde in Irland. Denn hinter den dort so beliebten Windhunderennen steckt eine gnadenlose Industrie, die keinen Platz für Verlierer hat. Um ganz andere Verlierer kümmert sich der israelische Tierschützer Avi Kuzi: mit vollem Einsatz rettet er in Tel Aviv Hunde, Katzen und sogar Kamele aus oft brenzligen Situationen. Ein ganz besonderer deutsch-türkischer Tierschutzverein zeigt, wie internationaler Tierschutz funktionieren und auch langfristig die Situation der Vierbeiner verbessern kann.

So, 20. Jun · 19:15-20:00 · BR-alpha
Die Juden, 5/5, Zion

 
Stationen – 60 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland

Mo, 21. Jun · 01:00-02:40 · MDR
Fünf Tage im Juni

Frankreich am 6. Juni 1944, dem Tag der Landung der Alliierten. Der 14-jährige Michel möchte nach seinem Wettbewerb am Pariser Konservatorium gemeinsam mit seiner Mutter Marcelle in seine Heimatstadt Saint-Lô zurückkehren. Doch vom Gare St. Lazare fahren keine Züge mehr. Aufgeregt erklärt ihnen das eine junge schwangere Frau. Yvette, die – wie sich später herausstellt – nicht schwanger, aber statt dessen Mitglied der Resistance und jüdischer Abstammung ist, entpuppt sich als vitale, lebenslustige Frau mit beachtlichen schauspielerischen Qualitäten. So „organisiert“ sie erst einmal pfiffig drei rare Fahrräder, mit denen die drei sich auf den Heimweg begeben.  Auf dem Weg durch die malerische Landschaft der Ile-de-France verliebt sich Michel in Yvette, während die beiden Frauen sich herzlich anfreunden. Doch schon bald gerät das Trio in gefährliche Situationen, da genau auf seiner Route die Front zwischen deutschen und alliierten Truppen verläuft. Bei einer Begegnung mit amerikanischen Soldaten macht der Junge aber auch erste Bekanntschaft mit der ihm völlig unbekannten Jazz-Musik. Als Michel und Yvette gerade noch mit heiler Haut direkten Kampfhandlungen entkommen können, lassen sie ihren Gefühlen in der ersten Erleichterung spontan freien Lauf. So werden für Michel diese fünf Tage im Juni prägend für sein ganzes Leben.

Mo, 21. Jun · 01:20-02:50 · arte
Jagd nach Gerechtigkeit

1996 ernennt der UN-Sicherheitsrat Louise Arbour zur Chef-Anklägerin des neuen Kriegsgerichtshofes im niederländischen Den Haag. Arbour weiß, dass sie sich mit diesem Erfolg einen Platz in der Rechtsgeschichte gesichert hat. Dieser neue, unerforschte Raum der Rechtsprechung bedeutet für sie eine große Herausforderung. Doch sie weiß auch, dass bei einem Fehlschlag des Tribunals bekannte Kriegsverbrecher wie Mladic, Karadzic, Arkan und Milosevic, die für die Bürgerkriege im ehemaligen Jugoslawien und für ungefähr 250.000 Tote verantwortlich sind, unbehelligt bleiben. Seit den Nürnberger Prozessen hat die Welt kein solches Tribunal mehr gesehen, das sich mit Kriegsverbrechen und Völkermord befasst, und sein Erfolg ist richtungsweisend für die Zukunft der Menschheit und des Weltfriedens. Doch in Den Haag entdeckt Arbour eine düstere Wahrheit. Die meisten rechnen mit ihrem Scheitern. Ihr eigener stellvertretender Ankläger führt eine Meuterei gegen sie an. Die UN-Bürokratie knebelt ihre Arbeit. Todesdrohungen von extremistischen Serben gehören zum Alltag. Doch damit nicht genug: NATO-Generäle, angeführt vom französischen Kommandeur in Bosnien, erstarren angesichts der Vorstellung, dass ihre eigenen Soldaten in Särgen nach Hause geschickt werden könnten, und weigern sich, in ihren Einsatzgebieten Kriegsverbrecher zu verhaften. Arbour muss feststellen, dass sie eine Anklägerin ohne Polizei ist und ihre Haftbefehle bedeutungslos zu sein scheinen. Sie erkennt, dass sie entweder handeln muss oder das Tribunal und jegliche Hoffnung auf Gerechtigkeit in Ex-Jugoslawien zerschlagen werden. Sie schmiedet einen verwegenen Plan. Mit Hilfe eines entschlossenen Captain der britischen SAS umgeht sie die NATO-Kommandeure und organisiert einen geheimen Helikopterangriff, durch den zwei Serben ergriffen werden, die auf der UN-Liste der meistgesuchten Kriegsverbrecher stehen. Die NATO-Generäle reagieren verblüfft und wütend. Doch die internationalen Medien sind begeistert. Plötzlich verfügt Arbours Tribunal über politische Schlagkraft. Als nächstes nimmt sie den berüchtigten serbischen Kriegsverbrecher Radovan Karadzic ins Visier. Doch als das Sonderkommando zuschlägt, ist Karadzic fort – gewarnt auf Befehl des französischen Oberkommandos. Karadzic wusste zu viel über serbische Verbindungen zum französischen Militär. Auf die Karadzic-Niederlage folgen weitere und schließlich kommt Arbours Freund und Verbündeter, der Captain der SAS, brutal zu Tode. Die gewalttätigen Alpträume, die sie seit ihrer Ankunft plagen, werden schlimmer. Die Massengräber, das Sterben, die Enttäuschung vergiften sie und unterwandern ihre Unbefangenheit. Die kanadische Richterin, die bei ihrer Ankunft in Bosnien „Gerechtigkeit statt Rache“ predigte, steht am Rande der Verzweiflung. Doch sie wird sich nicht beugen. Am 22. Mai 1999 erhebt sie erstmals gegen einen amtierenden Staatschef Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im Juli 2002 beginnt in Den Haag der Prozess gegen Slobodan Milosevic.

Mo, 21. Jun · 06:00-08:55 · MGM
Anatevka

 
Russland, vor der Oktoberrevolution: Der jüdische Milchmann Tevje (Chaim Topol) lebt mit Frau und Töchtern im beschaulichen ukrainischen Dorf Anatevka. Nicht nur die üblichen Probleme des „Schtetl“-Lebens machen Tevje zu schaffen. Die zaristischen Machthaber wollen die Bewohner aus ihrer Stadt vertreiben. – Verfilmung des berühmten Broadway-Musicals mit Oscar-gekrönter Musik. An der Violine: Isaac Stern!

Mo, 21. Jun · 22:50-00:25 · MDR Sachsen
Wir fahren in die Stadt

Jugoslawien 1941/42. Hitler-Deutschland hat das Land besetzt, ein Todesurteil für Juden und Zigeuner. Die 17-jährige Lenka lebt mit ihrem kleinen blinden Bruder Mischa allein. Die Mutter ist tot, ihr Vater Ratko Vitas, hochangesehener Lehrer im Ort, musste als Reserveoffizier 1940 einrücken und ist nun deutscher Kriegsgefangener. Vor allem aber ist er Jude, was sein Leben wie das seiner Kinder bedroht. Der einzige Halt für Lenka ist ihre Liebe zu Ivan, der bei den Partisanen im Wald kämpft. Lenka ersetzt dem kleinen Bruder liebevoll Mutter und Vater, sie erklärt ihm in den schönsten Farben die Welt, die er nicht sehen kann. Und sie träumen gemeinsam von der baldigen Fahrt in die Stadt, wo Mischas Augen operiert werden sollen. Der Einzige, der Lenka hilft, ist der Arzt Doktor Kolarov. Wenig später informiert man Lenka auf der deutschen Kommandantur, dass ihr Vater im Lager gestorben sei. Doch eines Tages steht er in der Tür, er konnte fliehen. Ratko versucht, bei seinem alten Freund, dem Großgrundbesitzer Dusan Katanski unterzukommen, doch der verweigert ihm kalt jede Hilfe. So muss sich der Vater im Haus verstecken und Mischa versteht gar nicht, dass er es niemandem erzählen darf. Nach einem Kampf mit den Deutschen sucht Ivan schwer verwundet Zuflucht bei den Vitas‘. Um die Soldatensuchtrupps in die Irre zu führen, flüchtet der Vater aus dem Haus und wird dabei erschossen. Damit rettet er Ivan das Leben. Seine Kinder glauben ihn in Sicherheit. Eines Tages wird bittere Wirklichkeit, was Lenka schon lange befürchtet: Die SS steht vor der Tür. Schnell zieht sie den Bruder an, um Ivan auf dem Dachboden nicht zu gefährden. Gefasst geht sie mit dem Kleinen zum Bahnhof, wohl wissend, wohin der Zug sie und die anderen bringen wird. Ein letztes Mal erzählt sie Mischa, dass sie nun in die Stadt fahren, wo er operiert wird und malt ihm die wunderschöne Landschaft aus, die am Zugfenster vorbeifliegt.

Mi, 23. Jun · 20:10-21:40 · HR
Pfarrer Braun: Die Gärten des Rabbiners

Bischof Hemmelrath und sein Adlatus Mühlich wollen Pfarrer Braun versetzen. Ostgrönland oder Potsdam stehen zur Auswahl. So fügt Braun sich in sein Schicksal und reist mit der Roßhauptnerin und Armin nach Potsdam. Ein Novum für den katholischen Pfarrer: Seine neue Wirkungsstätte liegt in der Nachbarschaft einer jüdischen Gemeinde. Braun gewöhnt sich jedoch schnell ein, denn kurz nach seiner Ankunft geschieht ein Mord – ausgerechnet in der Synagoge: Ein Geselle aus der hiesigen Gärtnerei Grün wurde mit einem Blumendraht erwürgt. Kommissar Geiger, aufgrund seiner hohen Aufklärungsquote zum LKA berufen, verdächtigt ausgerechnet Rabbi Seelig. Braun ist diese Verdächtigung nicht ganz koscher. Er nimmt erst einmal eine Prise Schnupftabak und leistet seinem jüdischen Kollegen gottgewollte Amtshilfe. Dabei kommt er einer jüdisch-katholischen Familienfehde auf die Spur. Die Gärtnerei Grün und die Gärtnerei Kruschke kämpfen mit harten Bandagen um lukrative Marktanteile bei der Bepflanzung des weltberühmten Schlossparks Sanssouci. Trotz der Feindschaft verbindet Adam Grüns Tochter Alisha und Egon Kruschkes Sohn Gerd eine heimliche Zuneigung. Gemeinsam mit Rabbi Seelig will Braun eine Liebesheirat durch Familienversöhnung ermöglichen. Bei der Frage, wer dabei zu welchem Glauben konvertiert, treten die beiden Gottesmänner in einen temperamentvollen Wettstreit. Nebenbei findet Braun heraus, dass der Ermordete ein begnadeter Botaniker war. Er hat eine neue Tulpenzwiebel gezüchtet, die mit Gold aufgewogen wird …

Fr, 25. Jun · 20:15-21:45 · arte
Der Preis der Vergeltung

Das Jahr 1964: Rachel Brener ist eine von drei Mossad-Agenten in Berlin. Ihr Auftrag: Max Rainer, den „Arzt von Birkenau“, einen monströsen Nazi-Kriegsverbrecher zu entführen und in Israel der Rechtsprechung zuzuführen. Der ehemalige Nazi-Doktor arbeitet inzwischen, unbehelligt und unter falscher Identität, als Gynäkologe in einer kleinen Klinik im Zentrum Berlins. Im Rahmen der sorgfältig geplanten Operation wird Rachel zu seiner Patientin, die an angeblichen Fruchtbarkeitsproblemen leidet. Um sein Vertrauen zu gewinnen, lässt sie sich mehrmals von Rainer untersuchen. Es gelingt ihr, ihn am helllichten Tag unentdeckt aus der Klinik zu entführen. Dort warten die drei Agenten auf ihre Rückkehr nach Israel. Die Tage werden länger und länger, und während die Agenten ihren Gefangenen bewachen, entbrennt ein psychologisches Duell zwischen dem Arzt und den jungen Geiselnehmern, die allesamt Söhne und Töchter von Holocaust-Opfern sind, dem Gefangenen jedoch kein Haar krümmen dürfen. Als die Agenten mehr und mehr in den Sog ihrer Rachelust geraten, wird diese Konfrontation zur Zerreißprobe. Der Arzt nutzt diese Schwäche und kann während einer Wachschicht von Rachel fliehen. Unfähig, die erniedrigende Flucht und ihr furchtbares Versagen einzugestehen, beschließt das Trio im Moment der Verzweiflung zu lügen: Sie berichten nach Hause, dass Rainer bei einem Fluchtversuch getötet worden sei. Die Agenten kehren nach Israel zurück, wo sie als Nationalhelden gefeiert werden. Doch während man sie mit Anerkennung überschüttet, nagt das Gewicht der schrecklichen Lüge weiter an ihnen. Über Jahre hat sich das Trio nicht gesehen. Jeder hat versucht, ein neues Leben zu beginnen und das dunkle Geheimnis zu begraben. Rachel ist zu einer bekannten öffentlichen Person geworden, die ihren falschen Ruhm genießt. Doch 1997, mehr als 30 Jahre später, taucht der „Arzt von Birkenau“ plötzlich wieder auf, in der Ukraine, und ist entschlossen, seine Verbrechen zu beichten. Nun ist es an der Reihe der ehemaligen Agenten, ihre Leben zu schützen. Ihre Wahl fällt auf Rachel: Sie soll in die Ukraine reisen, um den Mann umzubringen, den alle für tot halten. Die Chance für Rachel, ihre Schuld wieder gutzumachen …

So, 27. Jun · 01:00-02:25 · arte
Wüstenhochzeit

Eine Hochzeit in der israelischen Negev-Wüste. Auf dem Höhepunkt der farbenprächtigen Feierlichkeiten lässt der Bräutigam Gold und Juwelen über seine Braut regnen. Doch der glückliche Schein trügt. Was für den Mann der Erwerb eines neuen Statussymbols bedeutet, ist für die Frau der Beginn eines Lebens voller Kompromisse. Aus Sicht der Hochzeitsfotografin Mariam Al-Quader taucht der Dokumentarfilm in das Leben dreier Beduinenfrauen ein, die versuchen, in einem polygamen System „ihre Frau“ zu stehen. Während die Fotografin selbst in der ständigen Furcht lebt, dass sich ihr Ehemann eine weitere Frau nimmt, wurden die beiden anderen Protagonistinnen von ihren Familien dazu gedrängt, „Nebenfrauen“ bereits verheirateter Männer zu werden. Ein anrührender Dokumentarfilm über althergebrachte Strukturen, bei denen die Opfer notgedrungen kooperieren. Behutsam führt der Film in den Alltag einer selten zugänglichen Gesellschaft und enthüllt sensibel, welchen emotionalen Herausforderungen die Frauen Tag für Tag ausgesetzt sind. Doch selbst wenn es für die Frauen meist ungerecht zugeht, kann manchmal durchaus Liebe im Spiel sein.

So, 27. Jun · 19:15-20:00 · BR-alpha
Wir sind da! – Juden in Deutschland nach 1945

 
(1/4)Neuanfang? 60 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland

So, 27. Jun · 22:00-22:45 · NDR
Der Krieg: 3/6, Angriff auf die Sowjetunion

 
Nach seinen Triumphen im ersten Kriegsjahr versucht Hitler, Großbritannien mit der deutschen U-Boot-Waffe in die Knie zu zwingen und setzt seine Panzer unter dem Kommando von General Erwin Rommel sogar in Nordafrika gegen die Briten ein.  Der erfolglose Versuch Mussolinis, dort und auf dem Balkan Fuß zu fassen, bindet zunächst die Kräfte der Wehrmacht und führt zu einer Verschiebung von Hitlers strategischem Ziel: dem Sieg über die Sowjetunion. Nachdem Jugoslawien und Griechenland sowie Teile Nordafrikas unter deutscher Kontrolle sind, fällt die Wehrmacht 1941 mit ihren Verbündeten in Russland ein und rückt bis nach Moskau, Leningrad und Kiew vor. Ihnen folgen die mörderischen „Einsatzgruppen“, die vor allem in der Ukraine die ersten Massentötungen an der jüdischen Bevölkerung vornehmen. Doch aus dem geplanten Sieg der Streitmacht Hitlers in einem weiteren Blitzkrieg wird nichts. Die Rote Armee erholt sich von den vernichtenden ersten Schlägen mit enormen Verlusten und hat mächtige Verbündete: den Schlamm im Herbst und den unerbittlich kalten russischen Winter. Darauf sind die Wehrmachtssoldaten nicht vorbereitet. Der Vormarsch bleibt stecken; Marschall Schukow gelingt es, die Hauptstadt Moskau erfolgreich zu verteidigen. Erste große Verluste und Gefangennahmen zeigen: Die Wehrmacht ist nicht unbesiegbar. Hitler entlässt seine Generäle und übernimmt selbst das Oberkommando.

So, 27. Jun · 22:45-23:30 · NDR
Der Krieg: 4/6, Eroberungen im Pazifik

 
7. Dezember 1941: Mit dem Überfall Japans auf den US-Marinestützpunkt Pearl Harbor weitet sich der Krieg endgültig zu einem Weltkrieg aus.  Japan braucht für seine rasante wirtschaftliche und militärische Entwicklung dringend Rohstoffe, war bereits in China eingefallen und hatte sich die ehemaligen französischen Besitzungen in Indochina angeeignet. Nur die USA und Großbritannien stehen Japans Expansion im Pazifikraum entgegen. Nach dem Überfall auf Pearl Harbor fallen nacheinander Hong Kong, Singapur, die Philippinen, Burma, Malaya und Sumatra. Doch der US-amerikanische Präsident Roosevelt nimmt die Herausforderung an und legt ein gigantisches Rüstungsprogramm auf. Die Amerikaner geben ihre Zurückhaltung in diesem Krieg auf und rücken zum Militärdienst ein. Jetzt steht Großbritannien nicht mehr als einzige westliche Macht gegen Hitler. Und Hitler erklärt den USA seinerseits den Krieg. Churchill lässt jetzt deutsche Städte systematisch bombardieren, während Hitlers Mordgesellen die Vernichtung des jüdischen Volkes im Osten systematisieren. Noch sind Deutschland und Japan siegreich in Europa und im Pazifik, doch das Blatt beginnt sich allmählich zu wenden: Die Rote Armee leistet anhaltenden, erbitterten Widerstand, die USA schlagen ebenfalls zurück und können in der Schlacht um Midway einen ersten Erfolg auf dem pazifischen Kriegsschauplatz verbuchen. Derweil wendet sich die deutsche Wehrmacht einem neuen Ziel zu: Stalingrad.

Di, 29. Jun · 07:30-08:00 · SWR
Juden im Mittelalter (1/2): Leben im rheinischen Paradies

 
Im ersten nachchristlichen Jahrtausend verlagerte sich der Schwerpunkt der jüdischen Diaspora immer mehr vom Nahen und Mittleren Osten nach Europa.  Dort leistete die jüdische Bevölkerung Entscheidendes für die Entwicklung der Städte, des Handels und der Kommunikation. Zentrum des jüdischen Lebens waren bereits in der karolingischen Zeit die Niederungen beiderseits des Oberrheins. Hier waren die jeweiligen jüdischen Gemeinden für die Entwicklung der Städte Speyer, Worms, Straßburg und Mainz mit entscheidend. Mit ihrer Siedelung im Rheintal übernahmen die neuen Siedler auch hiesige Gebräuche in ihre Kultur auf – vor allem übernahmen sie Wörter und Struktur des Mittelhochdeutschen in ihre Alltagssprache, das „Jiddisch“ entstand. Die friedliche Duldung fand ein Ende, als der Kreuzzugsgedanke von Rom aus beinahe ganz Europa ergriff. Überall fanden sich Demagogen, die gegen die „Christusmörder“ hetzten und die Juden der ungeheuerlichsten Verbrechen beschuldigten. Die Geschichte der Juden im Mittelalter im Rheinland ist daher auch von Massakern und Verfolgungen geprägt, die stets auf falschen Vorwürfen gegründet waren. Doch trotz dieser schwierigen Beziehungen zu den Christen hat sich das kollektive jüdische Gedächtnis eine besondere Zuneigung für diese Regionen beiderseits des Rheins erhalten. Neben dem gelobten Land Israel vertritt das Rheinland das andere Land, das vielen Juden nahe am Herzen liegt. So nennen sie es „d’Heim“, das Haus.

Di, 29. Jun · 22:45-23:00 · BR-alpha
Den Religionen auf der Spur – Jüdischer Schmuck aus dem Jemen 
   

Überall auf der Welt gibt es magische Objekte, um die sich geheimnisvolle Geschichten ranken. Dr. Claudius Müller nimmt uns mit auf eine spannende Reise durch fremde Kulturen und Religionen.

Mi, 30. Jun · 20:15-21:05 · arte
Von Auschwitz nach Entebbe

Israelische Luftlandeeinheiten befreiten am 3. Juli 1976 mehr als hundert Geiseln aus der Gewalt eines deutsch-palästinensischen Terrorkommandos. Es war Israels Antwort auf eine Flugzeugentführung, die Erinnerungen an die Shoah weckte.  Am 27. Juni 1976 entführten die deutschen Terroristen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann mit zwei Palästinensern eine Air-France-Maschine auf dem Weg von Tel Aviv nach Paris mit 248 Passagieren und zwölf Besatzungsmitgliedern an Bord nach Entebbe. Am vierten Tag der Geiselnahme kam es zu einer gespenstischen Szene: Die deutschen Terroristen führten unter den Gefangenen eine Selektion durch. Juden mit israelischem Pass wurden ausgesondert und mussten sich in einem abgetrennten Raum sammeln. Einige der Geiseln waren Überlebende deutscher Konzentrationslager der Nazizeit. Alle anderen Entführungsopfer wurden freigelassen. „Die Stimmung in Israel war: Wer macht diese Selektion?“, berichtete der israelische Diplomat Avi Primor, „die Deutschen, ausgerechnet die Deutschen!“ Nach dem ungeheuerlichen Akt der Selektion sahen der israelische Premier Jitzchak Rabin und sein Verteidigungsminister Schimon Peres keine andere Möglichkeit, als die Entführung mit militärischen Mitteln zu beenden. In die streng geheime Aktion waren nicht einmal die engsten Verbündeten der Israelis eingeweiht. Ein Scheitern hätte eine internationale Isolierung Israels zur Folge gehabt. Doch der spektakuläre Coup gelang. Die Rückkehr der Befreiten nach Tel Aviv löste eine Welle nationaler Begeisterung aus. Israel hatte den Terror besiegt und ein Trauma überwunden. Entebbe bedeutete das Ende eines kollektiven Ohnmachtgefühls. „Hätten wir vor dem Zweiten Weltkrieg einen Staat und eine Armee gehabt“, sagte Muki Betzer, stellvertretender Kommandeur des Entebbe-Einsatzes, „hätte es den Holocaust in Deutschland so nicht gegeben.“ Die Rekonstruktion der Entführung der Air-France-Maschine und des genauen Ablaufs der Befreiungsaktion steht im Mittelpunkt des Dokumentarfilms. Zudem analysiert sie die Vorgeschichte, die Entstehung der „Revolutionären Zellen“ in Frankfurt, die Zusammenarbeit deutscher und arabischer Terrorgruppen sowie die antisemitischen Wurzeln der palästinensischen Befreiungsbewegung in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Mi, 30. Jun · 22:45-23:30 · Das Erste (ARD)
Die jüdische Lobby

 
Spurensuche in Amerika Film von Uri Schneider Die jüdische Lobby beherrscht die Wall Street. Sie kontrolliert die Filmindustrie Hollywoods, die internationalen Medien, und – am wichtigsten von allem – sie zieht die Fäden der amerikanischen Weltpolitik. Über kaum etwas werden rund um den Globus mehr Mythen und Legenden gesponnen als über den Einfluss des Judentums. Eine allmächtige jüdische Lobby ist das Stereotyp antisemitischer Vorurteile und Verschwörungstheorien schlechthin. Der deutsch-israelische Journalist und Filmautor Uri Schneider zeigt in seiner Dokumentation: Es gibt sie wirklich, die vielbeschworene jüdische Lobby. Ihr größtes Spielfeld ist Washington, wo Lobbyismus so amerikanisch ist wie Baseball oder Apple Pie. Hier sind die Lobbygruppen eine Industrie, die sechs Milliarden Dollar im Jahr umsetzt und einen der größten Wirtschaftsfaktoren der Region darstellt. Bei seiner spannenden Suche nach dem jüdischen Einfluss auf die amerikanische Politik räumt Schneider jedoch gleichzeitig mit verhängnisvollen Vorurteilen auf. Denn die Juden Amerikas sprechen längst nicht mehr nur mit einer Stimme. Galt die jüdische Lobby bislang als eine konservative Gruppe, die sich bedingungslos hinter Israel und dessen Politik stellte, hat sich dieses Bild zwischenzeitlich stark geändert. Hauptgrund dafür ist der Einzug Barak Obamas ins Weiße Haus. Während seine Vorgänger nämlich meist ohne lange Debatten die Politik Israels unterstützten, verfolgt Präsident Obama eine politische Linie, die Israel eine Mitverantwortung für die scheinbar ausweglose Lage in Nahost zuweist. Obamas neue Linie gab auch neuen Kräften unter den Juden Amerikas unverhofften Auftrieb: So bekam eine junge Gruppe friedensbewegter jüdischer Lobbyisten namens ‚J Street‘ mit Obama einen Rückenwind, von dem sie vor einem Jahr nur träumen konnte. Die Stimmen von Amerikas Juden in der Politik sind damit differenzierter geworden, die Suche nach einem Ausweg aus der Sackgasse im Nahen Osten hat an Intensität gewonnen. Uri Schneider porträtiert bei seiner Spurensuche, die ihn auch zu Obamas politischen Anfängen nach Chicago führte, Konservative wie Liberale. Er begleitet die Lobbyisten unterschiedlicher Couleur auf die Flure und in die Abgeordnetenbüros im Kapitol. Sein Film korrigiert dabei nicht nur das antisemitische Bild vom bestimmenden jüdischen Einfluss auf den Kurs Amerikas, er vermittelt darüber hinaus auch durchaus überraschende Einblicke in Funktionsweise amerikanischer Politik.

Mi, 30. Jun · 23:00-00:45 · SWR
Joe and Max – Rivalen im Ring

Am 19. Juni 1936 steigt der deutsche Box-Europameister Max Schmeling (Til Schweiger) gegen den Afroamerikaner Joe Louis (Leonard Roberts) in den Ring. Das amerikanische Publikum gibt keinen Pfifferling auf das „importierte Fallobst“ aus Deutschland, denn der „braune Bomber“ Louis hat bislang keinen einzigen Kampf verloren. Obwohl Schmeling neun Jahre älter ist als sein Kontrahent, gelingt dem Deutschen das Unmögliche: Er steckt die Schläge des hart kämpfenden Louis weg und schickt ihn in der zwölften Runde sogar auf die Bretter: acht, neun, aus! Eine Sensation. Ganz Amerika ist geschockt, und Louis stürzt nach der bitteren Niederlage in eine tiefe Krise.  In Deutschland wird der smarte Max Schmeling unterdessen als strahlender Held gefeiert. Die NS-Führung stilisiert Schmelings sportlichen Erfolg zum propagandawirksamen Sinnbild „arischer Überlegenheit“ über „den Neger“ hoch. Man legt Schmeling nahe, sich von der tschechischen Filmdiva Anny Ondra (Peta Wilson) scheiden zu lassen und sich von seinem jüdischen Boxpromoter Joe Jacobs (David Paymer) zu trennen. Schmeling widersetzt sich und versteckt sogar während der Reichspogromnacht den befreundeten jüdischen Schneider David Lewin (August Zirner) vor den Nazi-Schergen.  Als es 1938 in New York endlich zum Rückkampf kommt, ist Joe Louis inzwischen Weltmeister im Schwergewicht, und der „deutsche Übermensch“ gilt in den Augen der Amerikaner als Stellvertreter Hitlers. Diesmal schlägt Louis den Deutschen schon nach 124 Sekunden k.o. Während die jubelnden Amerikaner den symbolischen Sieg über den „Nazi“ feiern, besucht Louis seinen übel zugerichteten Gegner im Krankenhaus. Die beiden Ausnahmeboxer, die in der Öffentlichkeit als erbitterte Feinde gelten, werden Freunde fürs Leben. Nach dem Zweiten Weltkrieg können beide nicht mehr an ihren sportlichen Triumph anknüpfen. Doch während Louis alles verliert und 1981 verarmt stirbt, startet Schmeling eine erfolgreiche Karriere als Geschäftsmann.