Passionsspiel in Oberammergau – immer noch antijüdisch

Die Autoren der neu aufgearbeiteten Passionsspiele in Oberammergau haben sich große Mühe gegeben, die lange Tradition anti-jüdischer Elemente in dem ältesten Passionsspiel der Welt zu unterbrechen. Gleichwohl enthält das Manuskript immer noch problematische Darstellungen. Zu diesem Schluss kommen Forscher und Experten des amerikanischen Rates der jüdisch-christlichen Beziehungen (CCJR). Deren Untersuchung wurde von der Anti-Diffamation-League verbreitet…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 17. Mai 2010

Zu den positiven Aspekten der Neubearbeitung des Passionsspiels heben die Autoren des Reports hervor, dass die jüdische Gesellschft in der Zeit Jesu als „vielfältig und vibrierend“ dargestellt wird. Jesus werde wird eindeutig als Jude beschrieben. Die Beziehungen zwischen dem Hohepriester Kaifas und Pontius Pilatus seien „nüanciert“.

Negativ angemerkt werden Verknüpfungen zwischen dem Alten und NeuenTestament, wobei die Erwähnung der biblischen Episode des Goldenen Kalbes in Exeodus 32 von den Experten als „besonders problematisch“ gesehen wird. Die Priester des Jerusalemer Tempels seien „nicht akkurat“ vor allem mit ihrer „Reinheitsdoktrin“ beschäftigt. Typische Debatten in der damaligen Zeit zu Fragen des Religionsgesetzes seien in „erhebliche Verstöße“ umgewandelt worden. Anachronistisch bezeichne das Stück in der Folge Jesus als „Häretiker“ und „Ketzer“. Der Hohe Priester Kaifas, im Stück der zentrale Antagonist, sowie Annas, würden „unnötig und grundlos“ als Fanatiker porträtiert, die Jesus am Kreuz sehen wollten. Die Autoren des Reports kommen zum Schluss, dass die jüdischen Widersacher Jesu in „ungerechter Weise“ mit „extremen Bezeichnungen“ versehen wurden, was beim Publikum einen „negativen Eindruck über die gesamte jüdische Gemeinschaft“ hinterlassen könnte.

In der Vergangenheit habe das Passionsspiel von Oberammergau die Juden freilich als sündig gegen Gott und gar als „Gottesmörder“ präsentiert. Das habe zu gewalttätiger Feindschaft gegen Juden geführt. Erst nach dem Holocaust kam Kritik dagegen auf und seitdem sei das Manuskript überarbeitet worden.

In dem Report wird den Verfassern des Manuskripts der Passionsspiele empfohlen, den Text weiter zu bearbeiten und die noch verbliebenen anti-jüdischen Elemente zu entfernen.

Bei einem Treffen der Direktoren des CCJR erhielten die Wissenschaftler das Mandat, das Manuskript des Passionsspiels zu überprüfen, ob es dem heutigen Standard entspreche, die Passion Jesu nicht als Anklageschrift gegen alle Juden damals oder heute zu betrachten. Juden sollten nicht als Verstoßene oder Verfluchte Gottes vorgeführt werden. Die Forscher erhielten den Auftrag, die heutige geschichtliche und biblische Forschung zu berücksichtigen und die relevanten Erklärungen der Kirchen.

Das Oberammergauer Passionsspiel geht auf einen Eid der Dorfbewohner aus dem Jahr 1633 zurück, nachdem eine Epidemie viele von ihnen dahingerafft hatte. Seit 1634 wird alle zehn Jahre die Passion Jesu aufgeführt. In diesem Jahr wird es 102 Aufführungen zwischen dem 15. Mai und dem 3. Oktober vor jeweils 4700 Zuschauern geben. Insgesamt rechnet man mit einer halben Million Zuschauer bei dem ältesten bis heute regelmäßig aufgeführten Theaterstück.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

60 Kommentare zu “Passionsspiel in Oberammergau – immer noch antijüdisch

  1. Wir waren beim Lieblingsdichter der Deutschen, beim Namensgeber der weltweiten Goethe-Institute und dessen Einschätzung der Kirche, des Katholizismus‘, des christlichen Symbols und des „Gottessohnes“ stehen geblieben.

    JWG hat sich recht differenziert und in seinen verschiedenen Schaffensphasen zu diesen Themen geäußert und seine Worte verdienen auch heute noch unsere Aufmerksamkeit.

    Während sich JWG in seinen früheren Jahren dem christlichen „Heiland“ gegenüber ein wenig abschätzig geäußert hatte, revidierte er im vorgerückten Alter seine Meinung und gestand ein, Jesus habe an einen Gott geglaubt, „dem er alle die Eigenschaften beilegte, die er in sich selbst als Vollkommenheit empfand. Er ward das Wesen seines eigenen schönen Inneren, voll Güte und Liebe wie er selber, und ganz geeignet, daß gute Menschen sich ihm vertrauensvoll hingaben und diese Idee als die süßeste Verknüpfung nach oben in sich aufnahmen.“

    Das kirchliche Christentum hingegen lehnte JWG zeitlebens ab und schmähte es, sooft er nur konnte. Den kirchlichen Kult kritisierte er mit Worten wie: „Das Carneval muss man sehen, so wenig Vergnügen es gewährt: eben so ist’s mit den geistlichen Mummereien.“ bzw. „Vom Theater und den kirchlichen Zeremonien bin ich gleich übel erbaut, die Schauspieler geben sich viel Mühe um Freude, die Pfaffen, um Andacht zu erregen.“ Den Papst schilt JWG „den besten Schauspieler“ Roms.

    Den Katholizismus nennt er eine „durch Pfaffenwesen verunstaltete Lehre“.

    Die Christologie, die Lehre von der Erbsünde, von der Erlösung, sowie von der Göttlichkeit Jesu – diesen Kram also lehnte er ebenfalls ab, weil er sie als Dogmen erkannte und nicht von Jesus vertreten ansah.

    In JWG’s Venezianischen Epigrammen kommt er zur Sache:

    „Vieles kann ich ertragen. Die meisten beschwerlichen Dinge
    Duld ich mit ruhigem Mut, wie es ein Gott mir gebeut.
    Wenige sind mir jedoch wie Gift und Schlange zuwider
    Viere: Rauch des Tabaks, Wanzen und Knoblauch und Kreuz:“

    (Klingt doch auch heute noch modern und vernünftig, abgesehen von seiner damals typisch deutschen Knoblauchfeindschaft!)

    Der „Lattengustl“, der omnipräsenten Jesus am Kreuze aus Holz, Eisen, Stein, also, rief bei JWG wie bei allen Menschen mit bon sense stärksten Widerwillen hervor:

    „Mir willst du zum Gotte machen
    Solch ein Jammerbild am Holze!“

    „Das leidige Marterholz, das Widerwärtigste unter der Sonne, sollte kein vernünftiger Mensch auszugraben und aufzupflanzen bemüht sein. Das war ein Werk für eine bigotte Kaiserin-Mutter: wir sollten uns schämen, ihre Schleppe zu tragen.“

    JWG über die Kirche: „Sie will herrschen, und dazu muß sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen.“ Und weiter, nichts fürchte die Kirche „mehr als die Aufklärung der unteren Masse“

    (Dies sind doch sensationelle Erkenntnisse, wen man bedenkt, dass JWGoethe an der Wende von 18. zum 19. Jahrhundert lebte und dachte!)

    Allgemein zum Christentum:

    „Den deutschen Mannen gereicht’s zum Ruhm,
    Daß sie gehaßt das Christentum.
    Bis Herrn Carolus leidigem Degen
    Die edlen Sachsen unterlegen.“

    Sich selbst bezeichnete der Dichtervater der Deutschen übrigens oft als „Heiden“ oder als „dedizierte(n) Nichtchrist(en)“

    Und über seinen eigenen Sohn, der den Vater wohl zum Vorbild genommen hatte, schrieb JWG hoch erfreut: „Es scheint, das entschiedene Heidentum erbt auf ihn fort“.

    Auch in seinem Faust (I) kommt JWG nicht an einem Seitenhieb auf die „Hure Babylon“ vorbei:

    „Die Kirche hat einen guten Magen,
    Hat ganze Länder aufgefressen
    Und doch noch nie sich übergessen.
    Die Kirch‘ allein, meine lieben Frauen,
    Kann ungerechtes Gut verdauen.“
    (1808)

    Wirklich bedauerlich, dass unsere Kirchen den JWGoethe nicht für sich vereinnahmen können („unser großer christlicher deutscher Dichter Johann Wolfgang von Goethe“ geht ja nun wohl schlecht! „Unser großer heidnischer deutscher Dichter JWG“ hingegen kommt eher hin.)

    Sollte ‚uns‘ (vor allem ‚uns‘ Katholiken) das nicht zum Nachdenken geben, dass unsere treudeutsche Identifikationsfigur Nummer Eins, die absolute Ikone der Deutschen (dessen Namen immerhin 53 % aller Deutschen korrekt schreiben können!) bereits vor 200 Jahren so kritisch über das Christentum dachte?

    Vielleicht ist ‚es‘ ja tatsächlich Mist.

  2. Ich sehe es so, dass die Kirche eigentlich nur ein Interpretationsgebäude der Bibel ist und die Bibel (auch das Neue Testament und deren größtenteils jüdischen Schreiber) nicht viel damit zu tun haben. Es war damals ein interjüdischer Konflikt, der von den später entstandenen Kirchen missbraucht wurde. Die ersten Christen waren Juden, blieben es auch und hielten die jüdische Religion weiterhin ein. Weitere Konflikte begannen erst aufzubrechen, als Nichtjuden Christen wurden. Trotzdem war es ihnen bewusst, dass der „Menschensohn“, auf den sie sich beriefen, Jude war, was ja wieder ein Kompliment für die Juden ist. Jesus hätte auch irgendein Barbar sein können oder ein Römer. Doch war er Jude, das war christlich gesehen Gottes Plan. Ich denke, die Kirchenchristen danach störten sich eben genau an diesem Umstand. Im Grunde genommen kreuzigten sie Jesus immer wieder, indem sie Juden verfolgten und töteten, wie es schon Jesus prophezeite. Jesus sah das Schicksal der Juden voraus, nicht als Strafe, sondern als Folge des Judenhasses in dieser Welt, ein Judenhass, der schon damals bestand. Jesus verhielt sich in seinem ganzen Gehabe wie ein alttestamentarischer Prophet. Er fühlte sich als Jude, deshalb war es für ihn selbstverständlich, Schelte auch gegen Juden auszusprechen, so wie es die Propheten des Pentateuch und der Tora auch selbstverständlich für sich in Anspruch nahmen. Überhaupt bestand unter Juden immer Meinungsfreiheit, was positiv zu werten ist. Jesus nannte sich stets nur Menschensohn und ließ sich nie als Gott ansprechen oder anbeten. Es gibt nur eine Stelle, welche die späteren dogmatischen Christen als solches missdeuteten, und zwar in der Apokalypse, wo der Träumer Jesus als Gestalt sah und deshalb demütig ansprach. Aber das war ein (symbolträchtiger) Traum und das Anbeten kam vom Träumer aus. Jesus war kein Gotteslästerer, auch nicht im weiteren Sinne. Es gab keinen Grund für die Juden, ihn deswegen anzuklagen. Nur die Römer mussten Jesus fürchten, weil dieser Jesus gerade unter den Juden sehr beliebt war und einige aufrührerische Juden (wie Barabbas) hofften, er würde sie gegen die Römer anführen. Johannes der Täufer wurde als (friedlicher) Aufrührer auch schon hingerichtet, so wie Barabbas (als gewaltsamer). Das ist der Beweis, dass die Römer die Schuldigen waren. Der Judenhass später verdrehte das alles gegen die Juden.

    Lieben Gruß

  3. R.Schlickewitz
    „@udosefrioth, Wie möchten Sie denn gern, dass man Ihren Einwand interpretiert? „

    Mir ging es um die Mutation des Antisemitismuses; im 3ten Reich war das Fundament eben Rassismus und nicht die Religion.
    Mein Beispiel „Konvertieren“ sollte dies aufzeigen. Für die Kirchen reichte dies aus; für den Staat aber nicht.
    Natürlich waren auch im 3ten Reich kirchliche Wurzeln für den Antisemitismus „Mit“-verantwortlich, dies kann und muß man anklagen, aber die NSDAP ging hier weiter.

  4. Schlickewitz,
    wenn hier auf einen Poster „verworrene Sichtweise“ zutrifft, dann wohl auf Sie. Selten haben Sie so krude Ansichten geäußert wie im Zusammenhang mit den Festspielen und dem Christlichen Glauben. Für viele schießen Sie weit über das Ziel hinaus. Ist das kein Anlass mal nachzudenken? Immerhin üben Sie hier harsche Religionskritik.

  5. @udosefrioth

    Wie möchten Sie denn gern, dass man Ihren Einwand interpretiert?

    Dass die Kirche(n) in den zwei Jahrtausenden, in denen sie Frauen („Hexen“), Ketzer, Juden, Sinti und Homosexuelle grausam hetzte, verfolgte, ermordete – wesentlich humaner war(en) als die Nazis in zwölf Jahren?

    Oder, dass doch kein Zusammenhang zwischen kirchlichem Judenhass und Naziantisemitismus bestand?
    Sehr verworrene Sichtweise!

    Außerdem zu Ihrem „hier reichte ein KONVERTIEREN“:

    Es gab sehr viele Menschen, auch Juden, für die kam Konvertieren aus religiöser Überzeugung eben nicht in Frage und die wurden dann mit Feuer oder Schwert allergrausamst hingerichtet, im Zeichen des Unheils (des Kreuzes).
    Welch eine abscheulich inhumane Religion, diese christliche Religion doch ist.

    Juden haben nie Christen mit Gewalt zur Konversion ‚überredet‘.
    Ist doch wesentlich sympathischer.
    Meinen Sie nicht auch?

  6. R.Schlickewitz

    „Vergessen Sie bitte nicht, dass der Nationalsozialismus ‘nur’ der Höhepunkt einer jahrhundertealten ‘Evolution’ christlichen Judenhasses war! Alle Naziführer entstammten katholischen oder evangelischen Familien, waren mit christlichen Traditionen und Wertvorstellungen großgeworden und bauten schließlich ihre Ideologie konsequent auf dem alten christlichen Hass auf“

    Hmm, entgegen der Religionsvorstellung hing die NSDAP an den Wahn der Rasse! Das war zwar auch nicht NEU (Spanien war hier Vorreiter) … aber DER Unterschied zu den „Beiden“ christlichen Hauptkirchen; hier reichte ein KONVERTIEREN, bei der NSDAP eben nicht!

  7. @Pat

    Von Einstein stammt auch das, deutlich und klar:

    „Wer von der kausalen Gesetzmäßigkeit allen Geschehens durchdrungen ist, für den ist die Idee eines Wesens, welches in den Gang des Weltgeschehens eingreift, ganz unmöglich…

    Die Furcht-Religion hat bei ihm keinen Platz, aber ebensowenig die soziale bzw. moralische Religion. Ein Gott, der belohnt und bestraft, ist für ihn schon darum undenkbar, weil der Mensch nach äußerer und innerer gesetzlicher Notwendigkeit handelt, vom Standpunkt Gottes aus also nicht verantwortlich wäre, sowenig wie ein lebloser Gegenstand für die von ihm ausgeführten Bewegungen…

    Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müßten“.

    Aus „Religion und Wissenschaft“ / „Mein Weltbild“, 1930

  8. @Luise
    „…allerdings ist ja das Christentum eher ein Problem der Christen“

    Ach ja, und was ist bitteschön mit den 2000 Jahren grausamster Verfolgungen von Juden durch Christen im Zeichen des christlichen Kreuzes?

    Und ob das Christentum ein Riesenproblem für jeden ist, der die christlich-jüdische Hassgeschichte kennt!

    Vergessen Sie bitte nicht, dass der Nationalsozialismus ’nur‘ der Höhepunkt einer jahrhundertealten ‚Evolution‘ christlichen Judenhasses war! Alle Naziführer entstammten katholischen oder evangelischen Familien, waren mit christlichen Traditionen und Wertvorstellungen großgeworden und bauten schließlich ihre Ideologie konsequent auf dem alten christlichen Hass auf.
    Und die Kirchen, die evangelische wie die katholische, halfen tatkräftig mit, wenn es ums Ausrotten ging. Sie stellten die Taufregister und anderen Unterlagen den NS-Stellen zur Auswertung zur Verfügung, dann brauchte nur noch die Gestapo vorfahren und der Fall war erledigt…

    Sagen Sie mal, wie naiv sind Sie eigentlich, ‚liebe‘ Luise?

    Bitte lesen Sie das und dann unterhalten wir uns weiter; der O-Text stammt von einem katholischen Geistlichen, Sie werden sich also schon nicht die Finger dran verbrennen:

    http://test.hagalil.com/2009/05/06/doellinger/

  9. Mir fällt dazu Albert Einstein ein:
    Schau ich mir die Juden an,
    hab‘ ich wenig Freud daran.
    Fallen mir die andern ein,
    bin ich froh ein Jud‘ zu sein.

    Das Thema, wer hat Jesus umgebracht, und wer behauptet immer noch, es seien die Juden gewesen, wurde hier doch schon einmal ausführlich erörtert. Ich glaube im Forum. Scheint eben doch ein Dauerbrenner, so skuril sich das für manche, insbesondere wohl Atheisten, auch anhören mag.

  10. Dazu möchte ich mich einer Empfehlung der Redaktion anschliessen:

    Jeder Mensch hat irgendwelche Grundprinzipien des Denkens und Handelns, die sich nicht mehr aus vorangehenden Prinzipien ableiten lassen, und die, logisch gesehen, “ideologisch” sind; das ist normal, und die Auseinandersetzung damit ist nicht unbedingt brisant. Die Sache ändert sich, wenn eine Ideologie fanatisch wird und beginnt, die Welt zu tyrannisieren. Es kommt dann zu den religiösen, rassischen, ideologischen oder ethnischen “Säuberungen”. Dies ist der Punkt, an dem nach einer aufklärerischen Gegenbewegung gerufen wird; aber sie hätte schon viel früher einsetzen müssen.

    Zwischen einer scheinbar harmlosen Ideologie und ihren gar nicht harmlosen, radikalen Anwendungen lassen sich keine klaren Grenzen ziehen. Deshalb muß die Aufklärung an der Wurzel des Übels ansetzen. Es rächt sich, wenn man den Glauben an Hexen und Zauberer respektiert und zugleich hofft, dass niemand diesen Glauben „missbrauchen” oder „radikal” interpretieren, d. h. auf die Jagd nach Hexen und Teufeln gehen wird.

    http://buecher.hagalil.com/2010/05/fundamentalismus-2/

  11. Lieber Robert, man kommt schnell ins Lästern, allerdings ist ja das Christentum eher ein Problem der Christen. Mir ist immer etwas unwohl dabei, wenn jüdische Belange benutzt werden, um alte Rechnungen mit christlichen Gegebenheiten zu begleichen.
    Ich kann schon nachvollziehen, was Paul sagt. Wie wäre die Reaktion, wenn in einem christlichen Rahmen derart über das Judentum hergezogen werden würde. Merkwürdigkeiten gäbe es da schon auch, so ist es ja nicht 😉

  12. Zahlreich sind die Belegstellen, in denen der Nationaldichter der Deutschen, der Vorzeigeschriftsteller unseres Landes, das „Universalgenie“, Johann Wolfgang von Goethe, seine Haltung zum Christentum, besonders jedoch zu dessen katholischer Spielart, äußert.

    Etwa zur Kirchengeschichte:

    „Glaubt nicht, daß ich fasele, daß ich dichte;
    Geht hin und findet mir andre Gestalt!
    Es ist die ganze Kirchengeschichte
    Mischmasch von Irrtum und Gewalt“.

    Oder sein, Goethes, Kommentar in Reim (Vers-)form zum Übertritt seines ostpreußischen, protestantischen Literatenkollegen Zacharias Werner (um 1810) zum Katholizismus:

    „Ihn treibt die sündige Natur
    Nach Rom zur babylon’schen Hur’…
    Da doch der Papst, der Antichrist,
    Ärger als Türk‘ und Franzosen ist“.

    (Auch noch woanders steht bei Goethe die babylonische Hure stellvertretend für die katholische Kirche)

  13. Ich persönlich trat schon früh aus der Kirche aus, weil ich meine Augen nicht verschließen kann vor der Doppelmoral der Kirche, ob nun katholisch, reformiert oder freikirchlich. Für mich gibt es eh nur einen Gott und ich denke, ER wir mich auch so hören, wenn ich zu IHM bete. Von daher sehe ich das sehr liberal. Nur kann ich die Augen auch nicht vor den antisemitischen Überbleibseln und Intepretationen verschließen. Die sind nun mal da, ob nun gewollt oder unbewusst. Ich meine, wir sprechen von einer Kirche, die auch mal Hexen verbrannte (geht ja nicht nur um die Judenfrage), und Wissenschaftler als Ketzer verurteilte, obwohl sie nachweislich die Wahrheit sagten. Was kann man da als christliches Erbe erwarten – rein gar nichts.

    Trotzdem kann ich verstehen, dass die Menschen damals aus Dankbarheit wegen der abgewandten Pest dieses (abergläubisch gefärbte) „Ritual“ einführten und das gegebene Versprechen weiterhin erfüllen wollen (obwohl sich Jesus ausdrücklich gegen solche Schwüre wandte und sie verbot: Deine Rede sei Ja oder Nein, alles andere sei von Übel.), nur sollte eben wirklich bedacht werden, wie viel Antijüdisches da drin steckt, vor allem in Hinblick auf das, was sich daraus historisch ergab.

    Es wäre wichtig zu betonen, dass es sich dabei um einen interjüdischen Konflikt handelte und es eben nicht „die Juden“ waren, die Jesus ans Kreuz nagelten. Das stimmt nicht. Wie viele Juden wurden sonst von den Römern hingerichtet. Wenn da auch keine jüdischen Gegner gewesen wären, wäre es trotzdem so gekommen. Sogar wenn ALLE für ihn gewesen wären. Pontius Pilatus wusch sich die Hände rein, weil er wusste, dass er der wahre Schuldige war. Nicht von ungefähr stand da „König der Juden“, denn als genau das fürchtete Pilatus ihn. Jesus war in seiner Beliebtheit langfristig gesehen eine Gefahr für das römische Reich. – Natürlich wurden die Evangelien aus subjektiver Sicht geschrieben. Das muss man bei der Interpretation berücksichtigen.

    Lieben Gruß

  14. „Wer die jüdische Beteiligung am politischen Mord an Jesus Christus leugnet, der ist nicht anders, als die absurden und irregeleiteten Holocaustleugner ! Beides sind historische Tatsachen.“

    Dann überprüfen Sie mal Ihre historischen Tatsachen,. dann würden Sie nicht diesen antijudaistischen Schwachsinn weiter verbreiten.

    Der Prozess Jesu aus Sicht des Jüdischen Rechts

    http://www.juedisches-recht.de/rec_prozess_jesu.php

    „Nun, Herr Schlickewitz, der Auspruch “Auge um Auge” ist, wie man hier erfährt, ebenfalls antisemitisch. Der steht nun aber in der Thora. Also, wollen Sie die Thora jetzt auch umschreiben? Herr Schlickewitz?“

    Oh je, nicht das es dort steht (es heißt nicht Auge um Auge, sondern Auge für Auge, da fängt es schon an), sondern wie es aus christlicher Sicht jahrhunderte lang interpretiert wurde (Rache), daher will niemand etwas umschreiben. Tut doch daher nicht so unerträglich dumm.

  15. „So viele Betrügereien, so viele Irrtümer, so viele Dummheiten, wie sie sich seit siebzehnhundert Jahren über uns ergießen, haben unserer Religion nichts anhaben können. Sie ist ohne Zweifel göttlich, da siebzehnhundert Jahre Niedertracht und Schwachsinn sie nicht zerstören konnten.“

    Voltaire, Essai sur les moeurs et l’esprit des nations, 1756

  16. Das mit dem Blut hat Nietzsche etwas zu wörtlich genommen, sind ja keine Vampire, die Christen. gg

    Ich denke, man sollte sich gegenseitig in religiöser Achtung üben. Nur der Antisemitismus ist natürlich fehl am Platz. Reformen braucht es auf jeden Fall – in jeder Religion.

    Mir schwebt da ein interreligiöses Grundethos vor. Es gibt ja durchaus auch Gemeinsamkeiten zwischen den Religionen, worauf sich aufbauen lässt.

    Lieben Gruß

  17. „Wenn wir eines Sonntagmorgens die alten Glocken brummen hören, da fragen wir uns: Ist es nur möglich! Dies gilt einem vor zwei Jahrtausenden gekreuzigten Juden, welcher sagte, er sei Gottes Sohn. Der Beweis für eine solche Behauptung fehlt…
    Ein Gott, der mit einem sterblichen Weibe Kinder zeugt; ein Weiser, der auffordert, nicht mehr zu arbeiten, nicht mehr Gericht zu halten, aber auf die Zeichen des bevorstehenden Weltuntergangs zu achten; eine Gerechtigkeit, die den Unschuldigen als stellvertretendes Opfer annimmt; jemand der seine Jünger sein Blut trinken heißt – wie schauerlich weht uns dies alles, wie aus dem Grabe uralter Vergangenheit, an! Sollte man glauben, dass so etwas noch geglaubt wird?“

    Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches, 1878

  18. Das Neue Testament lässt sich wohl kaum umschreiben, aber an der Interpretation und Lehre dessen schon. Stimmt schon, dass die Sätze antijüdisch interpretiert werden können bzw. es wurde größtenteils bewusst falsch interpretiert. Jesus war Jude (wie die meisten seiner ersten Jünger) und sprach wie ein Prophet des Pentateuchs, diese klingen auch antijüdisch, wenn man sie aus dem Kontext der Geschichte reißt. Und das wurde weidlich getan und gegen die Juden ausgelegt.

    Ich finde es gut, wenn Juden auf solche Punkte hinweisen. Vieles ist so sehr verwurzelt in der christlichen Tradition, dass die latent antijüdisch vorhandende Interpretation nur wenigen auffällt. Gleichwohl ist sie da und gerade aufgrund der vergangenen Schrecknisse ernstzunehmen. Alles andere empfinde ich als unsensibel angesichts der Shoa.

    Lieben Gruß

  19. „Wenige Fälle von Irrsinn stellen eine so extreme moralische Halluzination dar wie der, Gott in Form einer Oblate zu essen. Und doch ist dieser Irrsinn endemisch anzutreffen. Man nennt ihn Religion“

    Edmond Goncourt (Tagebücher 1887-1896)

    Die Brüder Goncourt waren keine Juden und ich muss mich auch nicht schämen sie hier zu zitieren. Immerhin ist die höchste literarische Auszeichnung in unserem Nachbarland nach ihnen benannt.

    Edmonds Argument ist nur eines von Tausenden ebenso berechtigten gegen das Christentum. Darüber denket nach, christliche Fanatiker und Traditionalisten, und mistet aus!

  20. @Sebaldius

    Und was, wenn Schlickewitz kein Jude wäre?
    Schon mal an diese Option gedacht?

    Man muss nämlich wirklich nicht unbedingt Jude sein, um den christlichen Wahn, der den Hass gegenüber Andersdenkende 2000 Jahre lang zum Selbstzweck erklärt hat, in seiner traditionellen, menschenfeindlichen Form abzulehnen!

    War etwa Montaigne Jude? Oder Goethe, oder Nietzsche, oder Voltaire, oder George Bernard Shaw oder George Orwell?

    Nein, und doch haben sie den christlichen Schwachsinn erkannt und mit deutlichen Worten benannt.

  21. Na, wie man hier sieht, wird das wohl nichts mehr werden mit der hoch gepriesenen „christlich-jüdischen Versöhnung.“ Jedenfalls nicht in dieser Welt. Fragt sich nur, wer das am Ende mehr bedauern wird, die Christen oder die Juden.

    Schlickewitz gibt hier klar zu verstehen, dass er die Christen verachtet und auf jeden Dioalg mit ihnen pfeift. Aber leider bleibt er die Antwort schuldig auf die Frage, wie er sich statt dessen die Existenz einer winzig kleinen Judengemeinde inmitten einer christlichen Mehrheits-Gesellschaft vorstellt, in der die Juden mit den Christen absolut nichts zu tun haben wollen.

    Sollen die Juden seiner Ansicht nach zurück in ihr altes Schtetl, zurück hinter ihre jüdischen Ghettomauern? Eine kleine jüdische Parallelgesellschaft bilden wie in vergangenen Jahrhunderten in totaler gesellschaftlicher Isolation mit eigenen Gesetzen wie z.B. dem Verbot von Mischehen mit Christen? Oder sollen sie alle auswandern nach Israel?

    Schlickewitz kann immer nur Forderungen an die Christen stellen. „Die Evangelien umschreiben“ weil sie antisemitisch wären. Wenn ich sowas schon höre. Nun, Herr Schlickewitz, der Auspruch „Auge um Auge“ ist, wie man hier erfährt, ebenfalls antisemitisch. Der steht nun aber in der Thora. Also, wollen Sie die Thora jetzt auch umschreiben? Herr Schlickewitz?

  22. Hat denn das (jüdische sensationsgierige, umstehende ) Volk wirklich versucht, diesen Jesus zu retten ??? Wer hat denn gerufen; „Gebt uns den Barnabas frei ???“

    ER hat gesagt: „Mein Blut komme über Euch und Eure Kinder“…. und es kam.

    Um eines zu klären: die Frühzeit des Christentums ist hinsichtlich Gewalt, Mord etc… auch kein Ruhmesblatt in der Geschichte, aber im Laufe der Jahrhunderte hat „man“ gelernt und ist auf einem besseren Wege – abseits von ( christlich erscheinender ) Politik und Machtgier.

    Es hat sich wirklich die Einsicht durchgesetzt, daß es um geistige Dimensionen – auch hier auf Erden – geht. Er hat gesagt“ mein Reich ist nicht von dieser Welt“, allerdings hat ER auch nicht gesagt, daß SEIN REICH NICHT auf oder in dieser Welt verwirklicht werden wird. Und es wird. Weil es auf Erden ein Reich geben wird, in dem Gottes Gesetze oberste Priorität haben werden und sich an geistigen und geistlichen Prämissen orientieren werden … und das war und ist bisher eben nicht von dieser Welt erfunden oder gar schon irgendwo praktiziert worden … weil die Menschen und insbesondere deren Machthaber die christlich-geistigen Voraussetzungen und auch eben nicht diese geistigen Werte erkennen oder gar besitzen und selbst wenn … auf Grund menschlicher Egoismen und ( triebgesteuerten ) Schwächen einbringen … ( .. selbst dann nicht, wenn sie in ihren Parteikürzeln ein „C“ verwenden )

    Übermorgen ist Pfingsten und ich wünsche vielen Menschen und z.B. auch dem Herrn Schlickewitz, daß der HEILIGE GEIST mit seinem Feuer auf ihn komme, ihn erhelle und erwärme, so daß er auch für sein Umfeld als Mann Gottes erkannt wird. Amen!

  23. Die Juden haben diesen Juden, Jesus von Nazareth, ge- bzw. verurteilt und um des lieben (oberflächlichen) Friedens willen haben die Römer das Urteil des jüdischen Klerus -nach ihrer Gewohnheit durch Kreuzigung – vollstreckt.

    http://www.juedisches-recht.org/rechtsgeschichte-jesu-prozess.html

    „Hunderte Generationen von Juden sind in der ganzen christ*lichen Welt für ein Verbrechen bestraft worden, dass weder sie noch ihre Vorfahren begangen haben, obwohl es reine Wahrheit ist, dass ihre Vorfahren keinen Anteil daran hatten, sondern alles Menschen*mögliche unternahmen, um Jesus, den sie von Herzen liebten und als einen der Ihren verehrten, vor seinem tragischen Ende durch die Hände der römischen Unterdrücker zu bewahren. Wenn man überhaupt einen Funken an Trost für diese Perversion der Gerech*tigkeit finden kann, dann in den Worten Jesu selbst: »Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinet*willen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel reichlich belohnt werden« (Mt 5, 10-12).“

    .

    “Auf weitere Einwände von Trotteln werde ich nicht eingehen.”

    Und ich, Schlicke, werde in Hinkunft wegen dieser Trottel den Kommentarbereich meiden. Tue mir diese ganz besondere Art der hier alltäglich gewordenen „bornierten Blödheit“ nicht länger an.
    Diese Leute sind drauf und dran, das Image von haGalil zu ruinieren!

    Trotzdem – schönes Wochenende!

  24. @Schlickewitz

    Wer läßt sich schon gerne auf Trottel ein … mir macht es manches Mal Spaß. Also: “ will her Graf ein Tänzchen wagen …“ vielleicht kennen Sie ja diese Arie aus … (ich weiß nicht ) ———–

    Aber bitte nicht ewig Ihren langweiligen „Slow-Fox“…………

  25. Es geht nicht um einen Gottesmord, Herr Schlickewitz, es geht um einen Mord an einen (zwar außergewöhnlichen) Juden, der angeklagt und verurteilt wurde, wegen „Gotteslästerung“ aber von den Juden selber nicht hingerichtet werden konnte, weil die römischen Besatzer ( zu der Zeit ) allein das Recht hatten, zu verurteilen bzw. Urteile zu vollstrecken. Ob nun die Juden „normalerweise“ zur Steinigung tendiert hätten oder zur Kreuzigung nach „römischer Art“, das spielt ja wohl keine Rolle und lag auch nicht in ihrer Hand..

    Die Juden haben diesen Juden, Jesus von Nazareth, ge- bzw. verurteilt und um des lieben (oberflächlichen) Friedens willen haben die Römer das Urteil des jüdischen Klerus -nach ihrer Gewohnheit durch Kreuzigung – vollstreckt.

    Zurück zum „Gottesmord“: Nein, es war ein politisch motivierter – um gegenüber der römischen Besatzungsmacht Ruhe zu halten – feiger Menschenmord; Jesus Christus ist als Mensch ( er nannte sich oftmals selber Menschensohn „) geboren und als Mensch wirksam gewesen, angeklagt und hingerichtet worden. Ob er, Jesus der Nazarener, nach seiner Auferstehung gottgleich wurde, das stelle ich sogar dahin, weil es nicht meinem persönlichen Glauben entspricht — aber ER HAT DAS WORT GOTTES mit seinem Leben dargestellt und als wirksam demonstriert und er hat damit erst wirklich Gott verständlich in die Welt und den – Menschen guten Willens – nahegebracht.

    Er , Jesus, hat den Gott der Liebe gepredigt und damit den Gott der Rache und des Gesetzes ( MOses ) modernisieren wollen … und er hat damit das gesetzesfixierte Judentum ad adsurdum geführt…
    und den sogenannten „alten Bund“ in den neuen Bund überführen wollen. Aber wer wollte das nicht ????????? na, wer wohl, die ewig Gestrigen, die Juden.

    Gottes Sohn hin oder her – Jesus der Nazarener, hat Gottes Wort am Beispiel seines eigenen Lebens demonstriert und als wirksam dargestellt; Er hat den ( heiligen ) Geist Gottes vorgelebt, Er hat an seinem Leben-Sterben-Auferstehung Gott als existent bewiesen — was fehlt denn nun noch ????????????

    Kennen sie die Redewendung ( Herr Schlinkwitz) — „wes Geistes Kind ich bin“ … und in diesem Sinne ist Jesus, der Menschensohn, tatsächlich zum Kind Gottes geworden, weil er das Kind dieses Geistes wirklich war. Gottes Sohn — hinsichtlich irdischer, menschlicher Denkkategorien nein – aber ( was viel höher steht – ) hinsichtlich des „Heiligen Geistes“ der IHN umfing und leitete, war ER ein Kind, ein Menschenkind, ein Sohn des Heiligen Geistes ein Sohn Gottes.

    Es wäre hilfreich, wenn ihr Menschen auch mal ein wenig über Euér irdisches, biologisches , triebgesteuertes Leben hinausdenken würdet und die geistigen, geistlichen Dimensionen beachten würdet.

  26. „“““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““““

    http://de.wikipedia.org/wiki/Wer_war_schuld_an_Jesu_Tod%3F
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gottesmord

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  27. Robert Schlickewitz,

    „Für ein friedliches Zusammenleben zwischen Juden und Christen ist es auf die Dauer nötig die Evangelien zu entschärfen, zu entmüllen, kurzum sie umzuschreiben.“

    wieder macht sich einer lächerlich…

  28. Wer die jüdische Beteiligung am politischen Mord an Jesus Christus leugnet, der ist nicht anders, als die absurden und irregeleiteten Holocaustleugner ! Beides sind historische Tatsachen.

  29. @Paul

    Wenn Sie die christlich-jüdische Geschichte besser kennen würden (bzw. wenn Sie sie überhaupt kennen würden) würden Sie wissen, dass Christen immer wieder, seit 2000 Jahren, als Hassprediger gegen Juden auftraten.

    Wikipedia-Deutschland h ä t t e über die zum Teil emotional geführten Auseinandersetzungen zu den Spielen, die bis etwa 1890 zurückreichen, berichten können, oder zumindest bei der englischsprachigen Version abschreiben sollen. Dies vor allem deshalb, weil Deutschland das Land mit der mit Abstand blutigsten Judengeschichte der Welt ist und weil seine Bürger in ihrer Mehrheit über die Judenverfolgungen von vor 1933 bzw. deren Hintergründe sehr schlecht informiert sind.

    Feuchtwangers Buch haben Sie schon sehr lang nicht mehr in Händen gehalten, sonst wüssten Sie, dass der Meisterautor dem Ort Oberammergau unter der Phantasiebezeichnung Oberfernbach sogar ein eigenes Kapitel gewidmet hat. Darin heißt es:

    „Zur Zeit der Urgroßväter hatten die bayerischen Bauern ihr Spiel aufgeführt aus naiver Frommheit und aus herzhafter Freude am Komödienspiel; jetzt war die einfältige Weihe zur gut organisierten, rentablen Industrie geworden. Sie hatte dem Dorf eine Bahnlinie gebracht, Absatz für die Produkte seiner Holzschnitzereien, Kanalisation, Hotels. Heuer, während der Inflation, da man sich die einfältige Weihe in hochwertigem ausländischem Geld bezahlen ließ, war für die Oberfernbacher besonders gute Zeit.“

    Na, Paul, auf welchen anderen Ort in Bayern könnte das wohl gemünzt gewesen sein als auf Oberammergau, hm?

    Sie haben sich also wiedermal, wie bereits in den Diskussionen an anderer Stelle auch, zuviel herausgenommen, einen Narren aus sich gemacht und uns durch Ihre Halbbildung sowie Ihr Gelächter („Ich lache immer noch“) bewiesen, dass Sie ein Trottel sind.

    Auf weitere Einwände von Trotteln werde ich nicht eingehen.

  30. Schlickewitz,

    außerdem, wie kann man Feuchtwangers Buch „Erfolg“ derart missverstehen? Erbärmlich. Ich lass kein vernünftiges Haar mehr an Ihnen. Sie treiben mich auf die Palme!

  31. Schlickewitz,
    völlig daneben posten Sie:
    „Einfach lächerlich und eine Schande: Der Eintrag “Oberammergauer Passionsspiele” bei Wikipedia-Deutschland enthält nur allersparsamste Angaben zum Thema Antisemitismus:…“

    Was glauben Sie wohl hätte Wikipedia schreiben sollen? Versuchen Sie es doch mal.
    Meiner Auffassung nach dürfen die Oberammergauer aufführen was sie wollen, solange es nach deutschen Gesetzen rechtens ist. Wie viele Leute lachen jetzt über Sie?

  32. Robert Schlickewitz,

    jetzt sondern Sie aber solch einen kompletten Schwachsinn ab, dass Sie sich, falls das doch mal einer liest, für alle Zeit und Ewigkeit lächerlich gemacht haben!

    Christen = Hassprediger

    das muss man sich mal geben. Ich lache immer noch.

  33. Ein Kernsatz von Sebastians Kommentars lautete:

    „Wir werden auch die Evangelien nicht ändern, damit nur ja kein Jude am Tod Jesu Schuld sein KANN.“

    Wann wurden denn diese Evangelien zu Papier gebracht?
    Mehr als 100 oder sogar 200 Jahre nach dem Ableben Eures „Gottessohns“. Sie stammen also nachweislich nicht aus der Feder Eures „Heilands“.

    Wer dann hat diese Evangelien aufgeschrieben?
    Irgendwelche bösen alten Onkels, die politische, wirtschaftliche und möglicherweise auch religiöse Absichten verfolgten, Onkels, die auf Hass gegenüber Andersdenkenden abonniert waren, Onkels, denen jedenfalls nichts „Göttliches“, auch nicht das „Wort Gottes“, zu eigen war.

    Und warum halten vernünftige Zeitgenossen, darunter auch Juden, nichts von diesen Evangelien?
    Gegenfragen: Wie kann man nur von einer Schrift etwas halten, die die jüdischen Zeitgenossen des Jesus als verleumderisch und als verabscheuungswürdige Wesen darstellt? Wie kann man nur an Schriften festhalten wollen, die zweitausend Jahre lang Menschen mit Hass infiltriert haben, Menschen gegeneinander gehetzt und sie bis in ihr Innerstes vergiftet haben?

    Was konkret kritisieren die Gegner der Evangelien an diesen?
    Na, zum ersten, ihre definitiv und explizit judenfeindlichen Aussagen, ihre Verleumdungen und hetzerischen Passagen.
    Beschränken wir uns mal auf fünf der 27 Bücher ‚Eurer‘ christlichen Bibel.
    Fangen wir mit dem Markus Evangelium an. Es enthält nicht weniger als vierzig antijüdische Verse. Der verwerflichste ist der, in der der eigentliche Jesusmörder Pilatus ganz ohne Arg fragt, was Jesus getan habe, um den Zorn der Hohepriester und des Mobs zu verdienen, wobei die Juden ihm mehrfach zurufen: „Ans Kreuz mit ihm!“
    Das Lukas-Evangelium enthält noch mehr solcher Stellen: Sechzig etwa. In einer davon nennt Johannes der Täufer die Juden, die glauben Jude zu sein, sei ein Weg zu Gott, eine „Schlangenbrut“, die „dem kommenden Zorn“ nicht entrinnen werde. Außerdem werden (nicht erfolgreiche) Mordanschläge der Juden auf Jesus herbeifabuliert.
    Das Matthäus-Evangelium enthält gleich achtzig, wir würden heute sagen, völkerverhetzender Aussagen. Hier werden die Pharisäer und Sadduzäer (= die Juden) ebenfalls zu „Schlangenbrut“. So lässt der Evangelist ‚Euren‘ Jesus im Konsalikstil sagen: „Ihr Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, wenn ihr böse seid?“ Ferner legt der frühmittelalterliche Trivialautor ‚Eurem‘ „Heiland“ folgende Aussage in den Mund: „Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch (=Juden) weggenommen und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten Früchte bringt (=den Christen)“ oder diese: „Damit bestätigt ihr selbst, dass ihr die Söhne der Prophetenmörder seid. Macht nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Nattern, Ihr Schlangenbrut! Wie wollt ihr dem Strafgericht der Hölle entrinnen? Darum hört: Ich sende Propheten, Weise und Schriftgelehrte zu euch; ihr aber werdet einige von ihnen töten, ja sogar kreuzigen, andere in euren Synagogen auspeitschen und von Stadt zu Stadt verfolgen. So wird all das unschuldige Blut über euch kommen, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blut Abels, des Gerechten, bis zum Blut des Zacharias, Barachias‘ Sohn, den ihr im Vorhof zwischen dem Tempelgebäude und dem Altar ermordet habt.“, oder das „Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst die Boten, die zu dir gesandt sind“. Dem folgt, wie man weiß jene wunderschön ausgedachte, von blühender Phantasie zeugende Kreuzigungsszene, in der das ganze jüdische Volk die Schuld am Tod ‚Eures‘ Jesus bereitwillig auf sich und seine Nachkommen (!) nimmt.
    Wir kennen alle jenen Schlüsselsatz: „Sein (Jesu) Blut komme über uns und unsere Kinder.“
    (Lieber Basti, ich weiß nicht wie gut Du die bayerische Geschichte kennst, wahrscheinlich kennst Du sie nicht besser oder schlechter als der Durchschnittsbayer, aber wenn Du sie kennen würdest, erkenntest Du, wie häufig in den letzten Tausend Jahren pfeilgrod mia Bayern diese fiktiven Jesusworte ernst genommen und uns gegen Juden vergangen haben, wie wir gegen sämtliche Gebote der christlichen Religion regelmäßig und immer wieder verstoßen haben. Vergiß ned, dass auch da Hitler, da Himmler, da Göring und da Goebbels, das’s alle aus gutchristlichkatholischen Familien gstammt ham, dass sie das, was sie in ihre „neuheidnische“ Ideologie neibastelt ham, ihrem christlichen Erbe, ihrer christlichen Erziehung verdankten. „Stürmer“-Herausgeber Julius Streicher baute nicht nur in seinem Hetzblatt, sondern auch bei seinen Auftritten vor Kindern und Jugendlichen auf die christliche Hasserziehung gegenüber Juden auf und entwickelte sie weiter.
    Und auch heute noch merkst Du, Basti, wenn Du Dich mit die ojden Leit bei uns in Bayern unterhälst, dieses unterschwellige Antijüdische ist noch da, s’ist nicht totzukriegen, weil grad im Alter, das, was man in der Jugend ganz tief verinnerlicht hat, durch die christliche Erziehung, eben der Hass auf Juden, wieder hoch kommt.)

    Wir waren bei den Evangelien stehen geblieben:
    Die Apostelgeschichte enthält gleich +-140 antijüdische Verse, wobei nur acht von ihren 28 Kapiteln frei von Aufstachelung zu Rassenhass sind. So wiederholt jener Petrus mehrfach, dass die Juden am Tod des Jesus schuld sind, das „ganze Haus Israel“ sei es gewesen, das ihn gekreuzigt habe. Und Paulus ergänzt passend, indem er mauschelt, dass die Juden durch die jüdische Bibel nicht Vergebung erlangen könnten. Und er verdammt die Juden gar, weil sie Gott nicht verstünden.

    Und nun zum Johannes Evangelium: an die 130 bösartige, volksverhetzende Verse zählt es. Sein phantasiebegabter Autor lässt dessen Jesus den Juden vorwerfen, dass sie Gott nicht kennen würden, dass sie nicht „aus Gott seien“, dass sie Jesus töten wollten.
    (Apropos töten. Basti wusstest Du, dass das Kreuzigen eine rein römische Hinrichtungsart war? Bei Judens steinigte man gewöhnlich.)
    Zurück zum fiktiven Jesus aus der Feder des Bruder Johannes:
    Da Juden also nicht von Gott seien, so folgert der „Gottessohn“ hier, müssen sie „aus (ihrem) Vater dem Teufel“ sein. Und dieser Teufelsvergleich bzw. die Teufelsgleichsetzung kommt gleich mehrfach vor.
    (An wen erinnert uns das, Basti, richtig, an die Nazis, die die Juden gleichfalls verteufelten und kein christlicher Deutscher widersprach laut und hörbar, denn er/sie hatte ja aus seinem NT seit seiner Kindheit nichts anderes vernommen!)
    Johannes ist ferner zu kritisieren, weil er den starken Eindruck hervorzaubert, dass Juden dem Jesus zutiefst und unverbesserlich feindlich gegenüber stehen.

    Für ein friedliches Zusammenleben zwischen Juden und Christen ist es auf die Dauer nötig die Evangelien zu entschärfen, zu entmüllen, kurzum sie umzuschreiben. Das wird nicht einfach, aber es ist möglich. Traditionen müssen den Erkenntnissen der Menschheitsgeschichte angepasst werden, schlechte Traditionen daher aufgegeben oder modifiziert werden.
    Oberammergauer, in Eurem Interesse, im Interesse der Christenheit und aller Menschen dieser Welt, bemüht Euch um einen vollkommen von Hetze befreiten Text. Geld genug nehmt Ihr alle zehn Jahre ein, dass Ihr Euch ein Team an Fachleuten zulegt, besetzt mit Angehörigen über die Religionsgrenzen hinaus, und los geht’s, damit wir alle im Jahr 2020 kein Dauerärgernis mehr haben, das mit Eurem Ortsnamen verbunden, allen Deutschen und allen Christen zu Schande gereicht.

    PS:
    Bayern ist kein Land, in dem nur Deppen hausen. Bayern hat auch Menschen hervorgebracht, die über ihren katholisch-bäuerlichen Hutrand geschaut und sich umfassend informiert haben. Einem von diesen ‚besseren‘ Bayern habe ich letztes Jahr einen Artikel gewidmet. Es handelt sich um einen Theologen, Pfarrer und Historiker. Dieser Mann hat sich sehr eingehend mit der Geschichte seiner Kirche aber auch Deutschlands beschäftigt und er kam zu sehr weisen Erkenntnissen, bereits damals, in seinem 19. Jahrhundert.
    Sein Vortrag lohnt auch heute noch gelesen zu werden, vor allem von bayerischen Katholiken:

    http://test.hagalil.com/2009/05/06/doellinger/

  34. Was soll man denn noch alles tun, damit Sie sich zufrieden geben?
    Der Text wurde wieder und wieder geändert, um jüdischen Befindlichkeiten Rechnung zu tragen aber es WAR nun mal ein Jude, der mit anderen Juden und einem Römer zusammen den Justizskandal strickte und den Juden Jesus zu Tode brachte. Daran läßt sich nun einmal nichts schönschreiben.
    Das Passionsspiel hat einen völlig anderen Zweck als Werbung für das Judentum oder Israel zu machen, auch wenn Sie (zu Recht) das kommerzielle Drumherum aufs Korn nehmen. Wir werden auch die Evangelien nicht ändern, damit nur ja kein Jude am Tod Jesu Schuld sein KANN.
    Es gibt in jedem Volk und in jeder Religion Böse und Gute und ich kann nicht sehen, daß weltweiter Antijudaismus aufflammt, nur weil im Oberammergauer Passionsspiel ein oder zwei jüdische Männer dargestellt werden, die korrupt sind – neben einer ganzen Reihe anderer, die es nicht sind.
    Es wird auch ein korrupter Römer dargestellt und keiner regt sich auf, nicht wahr? Auch wir Christen müssen damit zurechtkommen, daß manche von uns Schandtaten begangen haben und auch so in Theater und Geschichte dargestellt werden. Wir verlangen auch nicht, daß Literatur oder Theaterstücke umgeschrieben werden, damit wir nur nicht negativ dargestellt werden. Noch ein Beispiel: Ich höre nie, daß etwa Afrikaner sich über die Sternsinger aufregten, weil ein „Mohr“ als solcher zur Darstellung kommt, der noch dazu entsprechende Liedtexte abzusingen hat.
    Es gibt meiner Erfahrung nach weder hier im Dorf noch unter den Besuchern Antijudaismus, und schon gar keinen, der durch die Betrachtung des Passionsspiels hervorgerufen würde. Nehmen Sie es mir nicht übel, aber ich glaube manchmal wirklich, daß Sie einen Floh husten hören, der schon sehr lange tot ist.
    Nichts, aber auch wirklich gar nichts, würde einen Christian Stückl oder jemand anderen verpflichten, mit Ihnen den Text des Spiels oder irgendetwas anderes zu diskutieren und dennoch wird es getan. Seien Sie doch froh darüber und freuen Sie sich daran, daß Ihre Anliegen Berücksichtigung finden in einer Sache, die Sie der Natur dieser Sache entsprechend doch eigentlich gar nichts anginge. Das Passionsspiel ist ein christliches Spiel und ja, auch unser Geschäft. Das kann man kritisieren, als anachronistisch betrachten oder auch rundweg ablehnen. Immer wieder die Antijudaismus-Keule zu schwingen ist überzogen und unangebracht. Das versteht niemand und schafft höchstens Verärgerung.

  35. Einfach lächerlich und eine Schande: Der Eintrag „Oberammergauer Passionsspiele“ bei Wikipedia-Deutschland enthält nur allersparsamste Angaben zum Thema Antisemitismus:

    „Im Vorfeld des 38. Spieljahrs 1980 kam es 1977 zu heftigen Auseinandersetzungen in der Gemeinde Oberammergau, welcher Text verwendet werden sollte, der von Rosner oder der von Daisenberger; der letztere Text wurde unter anderem von der jüdischen Organisation B’nai B’rith aufgrund der Judas-Darstellung als antisemitisch kritisiert [3]. Die Frage, welcher Text verwendet werden sollte, wurde erst durch einen Bürgerentscheid zugunsten des Daisenberger-Textes entschieden.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Oberammergauer_Passionsspiele

    Während die englische Ausgabe des Weblexikons hierzu ein ganzes Kapitel anbietet:

    „Alleged antisemitism

    Historic versions of the play were undeniably anti-Semitic in character. Adolf Hitler indicated, according to Abe Foxman, approval of these anti-Semitic elements in the Oberammergau Passion Play.[1]
    In response to changing mores, and historical gestures on the part of the Holy See (particularly the Second Vatican Council, as expressed in Nostra Aetate no. 4, October 28, 1965: “the Jews should not be presented as rejected or accursed by God as if this followed from Sacred Scripture”), the most recent performances have been edited drastically to reduce this aspect. The changes included:
    changing some of the high priests‘ names from Old Testament names to newer New Testament-era names such as Demetrios, Alexander, or Bacchides;
    the role of the Temple traders has been reduced;
    the character „Rabbi“ has been eliminated and his lines given to another character;
    Jesus has been addressed as Rabbi Yeshua;
    Jesus speaks fragments of Hebrew in the play;
    Jews have been shown disputing with others about Judaism, not just about Jesus;
    Pilate has been made to appear more tyrannical and some revision of lines was done to reflect that;
    Jesus‘ supporters have been added to the screaming crowd outside Pilate’s palace;
    removing the line „His blood is upon us and also upon our children’s children“ (from Matthew 27:25), and „Ecce homo“ (Behold the man);
    Peter, when questioned by Nathaniel regarding abandoning Judaism replies, „No! We don’t want that! Far be it from us to abandon Moses and his law“; and
    at the Last Supper Jesus recites the blessing over the wine in Hebrew.
    Modifications to the text of the play and its tableaux vivants continue to be made each decade. These modifications include the manner in which the play presents the charge of deicide, collective guilt, supersessionism and typology. The two main goals of these modifications are to bring the play in line with Catholic doctrine after the Second Vatican Council and to reduce or eliminate anti-Semitic content and implications.
    [edit]Nazi exploitation of the 1934 jubilee season
    The special jubilee season of the Oberammergau Passion Play in 1934, marking the 300-year anniversary of the original vow to reenact His Passion and Suffering every ten years thereafter, was particularly noisome because of the Nazi regime’s rise to power the year previous.
    Among other things, the Propaganda Ministry ordered the official poster for the jubilee season amended to include the message „Deutschland ruft dich!“ („Germany is calling you!“), and the Kraft durch Freude scheme’s discount-travel programme offered special cut-rate packages to the Passion Play, including rail fare, tickets and accommodations.
    Official propaganda described the Passion Play as „peasant drama***inspired by the consecrating power of the soil,“ Hitler attended a performance (and wound up endorsing it wholeheartedly as one with the Greater Anti-Semitic Agenda of the Nazi regime), and the Catholic Church gave the Passion Play a Missio Canonica.
    An attempt to rewrite the Passion Play script to bring it into line with Nazi ideology was rejected, however, by the more conservative element.“

    http://en.wikipedia.org/wiki/Oberammergau_Passion_Play

    Will man uns Deutschen nur nicht auf die Zehenspitzen treten, oder hält man uns für ganz doof?

  36. Drei weitere Beispiele zur Berichterstattung über die Passionsspiele 2010:

    Geradezu peinlich und ganz im Bedürfnis die durch den Pädophilenskandal arg gebeutelte katholische Welt in Bayern (darunter viele SZ-Leser!) nun bauchzupinseln, wirkt der Artikel eines Lars Langenau in der Süddeutschen Zeitung.

    Sogar zu der Behauptung „Nicht den Hauch von Judenfeindlichkeit“ lässt sich dieser Gefälligkeitsjournalist und große Kenner der Befindlichkeiten der Juden in aller Welt hinreißen.

    Muss denn eine überregionale Zeitung wirklich auf derart primitive Weise ihre Mehrheitsnähe demonstrieren?!
    (Ja, klar, denn die Zahl der Leser nimmt kontinuierlich ab, da muss man schon den verbleibenden Rest irgendwie bei Stange halten.)

    http://www.sueddeutsche.de/kultur/124/511233/text/

    Einen anderen, keineswegs vorbildlicheren, Weg beschreitet die ZEIT, einst Deutschlands bürgerliches Intelligenzlerblatt: Das Thema Antisemitismus wird im Beitrag „Mit Passion“ ganz ausgespart, dafür sprachliches und dörfliches Lokalkolorit mit Verve versprüht, und, um nicht ganz unkritisch zu erscheinen, auch noch eine Menge Zahlen zum Realgewinn der Spiele serviert. Das war’s. Mehr wollte man den braven Lesern auch hier nicht zumuten.
    Lieber investiert die ZEITung Schaffenskraft und Schreibereifer in israelkritische Artikel, da weiß sie, dass sie auf allerwärmste Leserakzeptanz stößt.

    http://www.zeit.de/2010/18/KS-Oberammergau

    Und die als „links“ verschriene TAZ, ist sie einen Deut besser?
    – Nein, ganz und gar nicht!-

    http://www.taz.de/?id=start&art=693&id=501&cHash=c52b422656

    Der selbe Klatsch über Kunz und Hinz im Ort und über die Bedürfnisse der Gäste aus dem Ausland, dazwischen mal ein Wort über’s Geschäft, ein kleiner Seitenhieb auf den Ex-Ministerpräsidenten Streibl, der als Hardliner galt und die traditionellen (noch antisemitischeren) Texte favorisierte, ansonsten Worte über Worte ohne Gehalt, wie bei den beiden bürgerlichen Blättern.

    Warum nicht mal einen Kritiker zu Wort kommen lassen, einen Historiker oder einen Rabbiner, der sich auskennt? Warum nicht Stoff für Kontroversen und Diskussionen liefern? Warum nur im eigenen Saft schmoren? Empfinden denn die deutschen Leser nicht auch dieses Gebrabbel als langweilig, als austauschbar, als abgeseihte Lauge?
    Bin ich wirklich der einzige, der sich fragt, ob sich denn kein Leser bei SZ, ZEIT und TAZ über so einen Blödsinn beschwert?

    Armes Deutschland!

  37. Auch Rabbi Noam E. Marans, stellvertretender Direktor für interreligiöse Beziehungen des American Jewish Committee kommt zum Schluss, die Spiele seien immer noch antijüdisch.
    (Jüdische Allgemeine, Nr. 19 vom 12. Mai 2010, S.1)

    Erkenntnisbereichernde Hintergründe, u.a. zu den alles andere als frommen, wirtschaftlichen Interessen (und Einnahmen in klingender Münze) des Passionsspielortes enthält der SPIEGEL Nr. 19 vom 10.5.2010 ab Seite 112
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,694798,00.html

    Außerdem sei auf Lion Feuchtwanger („Erfolg“) und Erika Mann („Blitze überm Ozean“) verwiesen, die beide schon sehr früh, im Jahre 1930, die unerhörte, jedwede Skrupel ausschließende Geschäftstüchtigkeit der Dörfler aufs Korn nahmen.

    Wer heute noch glaubt, dass die Oberammergauer „aus dem tiefen inneren, ihrem Glauben entwachsenen Bedürfnis ihr Gelübde aus der Pestzeit“ erfüllen zu wollen, dass sie deswegen ihre Spiele abhalten, der ist ein zeitferner Narr (oder sehr katholisch).

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