Wer in Wien am 8. Mai trauert

Man kann der Wiener AIK (antiimperialistische Koodination) und ihrem Dunstkreis nicht eine gewisse Konsequenz absprechen…

Von Karl Pfeifer

Bereits 2003 konnten wir lesen: „Die AIK ist besonders aktiv dabei, Treffen, Demos und Veranstaltungen u.ä. zu organisieren und ist gefährlich, weil sie offen ein „arabisches Palästina vom Jordan bis zum Mittelmeer“ fordert – was die Vernichtung Israels als jüdischer Zufluchtsort bedeutet. Die Weltanschauung der AIK erscheint geprägt von Antisemitismus, Nationalismus, Schwarz-weiß-Malerei, Personalisierungen und Verschwörungstheorien, Lobpreisungen und Gewaltverherrlichung. Außerordentlich bedenklich ist außerdem der offene Zuspruch seitens Neonazis und Rechtsextremer zur AIK.“[01]">http://www.zara.or.at/materialien/rassismus-report/rassismus-report-2003.pdf)) Die AIK verteidigte explizit Dr. Ibrahim Alloush,[02] einen fest im internationalen Neonazi-Netzwerk integrierten Holocaustleugner, daher ist es keine Überraschung, wenn Neonazis und Rechtsextremisten sie loben.

Die AIK kümmert sich natürlich nicht um “schal gewordene Demarkationen zwischen links und rechts“[03] und hat daher heuer den Nakba-Tag, der in Israel von einem Teil der arabischen Bürger am israelischen Unabhängigkeitstag (20. April 2010), sonst aber am 15. Mai abgehalten wird, ausgerechnet in Wien auf den 8. Mai gelegt, auf den Tag, der in der Welt als Tag der Niederlage des Hitlerregimes gefeiert wird. Genauso wie es die Revanchisten und Neonazi tun, fälscht auch die AIK gröblich die Geschichte, wenn sie zum Beispiel behauptet: „In den Monaten vor und nach diesem Tag (Dezember 1947 bis Dezember 1948) wurden vom israelischen Militär rund 800,000 Palästinenser aus ihrer angestammten Heimat in die Nachbarländer vertrieben und zu Flüchtlingen gemacht.“[04]

Da werden wesentliche Fakten ausgeblendet. Palästinensische Freischärler griffen sofort nach dem 29. November 1947 (Teilungsbeschluss der UNO Generalversammlung) jüdische Zivilisten an, es kam zu einem Bürgerkrieg, während dem sowohl Juden als auch Araber flüchteten. Die meisten der ungefähr 700.000 Araber flüchteten und wurden nicht zum Verlassen des Landes gezwungen und es hat Orte wie Haifa gegeben, wo tausende Araber flüchteten, obwohl sie der jüdische Bürgermeister bat im Land zu bleiben. Tatsache ist, dass einige tausende Araber in Haifa blieben und Bürger des Staates Israel wurden.

Unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung Israels am 15. Mai 1948 griffen die Armeen der arabischen Nachbarländer Israel an und im Laufe der Kampfhandlungen mussten ungefähr 60.000 Araber das Land verlassen. In Israel blieben 160.000 Araber, doch in den von Arabern besetzten Gebieten des Heiligen Landes durfte kein einziger Jude bleiben. Es würde den Rahmen dieses kurzen Artikels sprengen, wenn ich auf alle Lügen und Geschichtsverdrehungen der AIK hier eingehen würde.

Da der enthemmte Antisemitismus ihr gemeinsamer Nenner ist, dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn am Tag des Sieges über die Nazibarbarei in Wien Neonazi, Revanchisten aller Couleur, die AIK und ihr Dunstkreis sowie verschiedene islamistische Gruppen trauern.

  1. ]
  2. http://de.indymedia.org/2003/07/56485.shtml download 5.5.2010 []
  3. http://www.kommunisten.at/article.php?story=20060802004204333 []
  4. http://www.antiimperialista.org/de/node/6372 ; http://www.gazamussleben.at/de/2317 []