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Deutsche Medien: Erinnerungskultur und Israelkritik

Anfang März erschien in der tageszeitung (taz) ein Kommentar mit dem Titel „Pilgerfahrt nach Auschwitz“, der zu einer Diskussion zum Umgang der deutschen Medien mit Erinnerungskultur, Israelkritik und Antisemitismus veranlasst hat. Es taucte die Frage auf: Ist Antisemitismus in deutschen Tageszeitungen wieder salonfähig?…

Einladung zur Podiumsdiskussion
Eine Mitteilung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, insbes. des Beauftragten der Jüdischen Gemeinde zu Berlin für die Bekämpfung des Antisemitismus bzw. des Vorsitzenden des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA)

In ihrem taz-Artikel behauptet Iris Hefets das israelische Gedenken an die Schoah habe fast schon religiösen Charakter. Israel instrumentalisiere diesen „Schoah-Kult“ zur Legitimierung einer menschenrechtsfeindlichen Politik. Die israelische Erinnerungskultur wird von Iris Hefets mit hämischen Worten beschrieben: „Bevor ein junger Israeli zur Armee geht, muss er mindestens einmal Suff, Sex und eine Auschwitzreise erlebt haben“.
Weiter werde diese „Religion mit festen Ritualen“ auch in Deutschland dazu missbraucht, Kritiker der israelischen Politik mundtot zu machen. Als Beispiel wird Norman Finkelstein, Autor des umstrittenen Buches ‚Die Holocaust-Industrie‘ angeführt.

Kritisiert wird in der Mitteilung auch, dass die taz erst neun Tage nach dem Erscheinen des Hefets-Artikels einen Beitrag von Alexander Hasgall brachte, der die Thesen von Hefets kritisiert und ihrer Kritik an Israel widerspricht.

Hat die taz damit eine Debatte eröffnet, die ihren Ausgangspunkt dort nimmt, wo die Grenze zum Antisemitismus bereits überschritten ist? Wo verläuft die ‚rote Linie’ zum Antisemitismus und wie gehen die deutschen Medien mit antisemitischen und israelfeindlichen Positionen um? Welchen Stellenwert hat das Gedenken an die Schoah für Politik und Medien in Deutschland und wie soll der mediale Umgang mit dem Gedenken künftig gestaltet werden?

Diese und andere Fragen sollen am 27. April gemeinsam mit den VertreterInnen von drei großen deutschen Tageszeitungen diskutiert werden.

Podiumsdiskussion
„Pilgerfahrt nach Auschwitz“ – Zum Umgang deutscher Medien mit Erinnerungskultur, Israelkritik und Antisemitismus
Dienstag, 27. April 2010, 19 Uhr, Neue Synagoge, Oranienburger Straße 28-30, 10117 Berlin

mit: Ines Pohl, Chefredakteurin der Tageszeitung taz
Thomas Schmid, Herausgeber der Tageszeitung Die Welt
Stephan-Andreas Casdorff, Chefredakteur der Tageszeitung Der Tagesspiegel
Thierry Chervel (Moderation), Mitbegründer und Chefredakteur des Onlinemagazins Perlentaucher
Grußwort: Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin