Ein Weckruf aus Jerusalem

Israels jüngste Ankündigung, 1.600 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem zu bauen, war nicht nur ein Schlag ins Gesicht des Vizepräsidenten Joe Biden. Es war vielmehr ein Weckruf an uns alle: Die immer gleichen Handlungs- und Verhandlungsweisen bringen uns nicht näher an die Lösung des Konfliktes. Nun behindern oder hemmen sie womöglich die vom US-Sondergesandten Mitchell angekündigten indirekten Gespräche…

J Street

Die Alarmglocken könnten nicht lauter klingen, als im Moment der schwindenden Hoffnung nach einem jüdischen, demokratischen Israel, der Seite an Seite, in Frieden und Sicherheit, neben einem Staat der Palästinenser existiert. Doch der nötige Druck, gemäß der momentanen Gefahr, fehlt – in den USA, in Israel und in der amerikanisch-jüdischen Gemeinschaft. Es ist an der Zeit, die Debatten einzustellen und endlich zu handeln.

In dieser Woche hat die «J Street» eine Petition mit über 18.000 Unterschriften von pro-israelischen, am Frieden orientierten Amerikanern an das Weiße Haus übergeben, die eine stärkere Beteiligung Amerikas an der Zweistaatenlösung unterstützt.

Israels Nationalhymne heißt «HaTikwa» – die Hoffnung. Sie spricht vom 2.000 Jahre alten Traum der Juden, als freie Menschen in ihrem eigenen Land zu leben. Vor 62 Jahren wurde dieser Traum Realität. Doch nun scheint uns der Traum – unter unseren Augen – durch die Finger zu gleiten. Eine ideologisch geprägte Minderheit, die mehr an ihren Siedlungen als an einem demokratischen, jüdischen Heimatland interessiert ist, trägt Israels Zukunft zu Grabe und sorgt für ein akutes Risiko.

In all den Jahren haben amerikanische Juden und ihre Freunde den Menschen in Israel geholfen, eine Nation aufzubauen. Wir sandten Hilfe, um Sicherheit zu gewährleisten und wir sammelten für Israels Verteidigung – beim kleinsten Anzeichen von Gefahr. Doch nun steht der Staat Israel einer wahrhaft existentiellen Herausforderung gegenüber. Werden wir aufwachen? Schließlich ist die Zukunft eines 2.000 Jahre alten Traums in der Schwebe.

Ohne entschiedenen Einsatz und die Führung von Präsident Obama und seiner Regierung wird die Zeit für eine Zweistaatenlösung auslaufen. Unsere Generation wird dafür verantwortlich sein. Es ist Zeit für Führung und Courage, und es ist endlich, Zeit die immer gleichen Handlungs- und Verhandlungsweisen hinter sich zu lassen.

«J Street» ist eine US-amerikanisch-jüdische Lobbygruppe, die sich gegen eine konfrontative US-Nahostpolitik und für eine friedliche Lösung des Israel-Palästina-Konflikts einsetzt. «J Street» unterstützt die derzeitige Haltung der Regierung Obama und fordert einen kompletten Siedlungsstopp Israels in den besetzten Gebieten.

Aus dem Englischen von Julia Wolbergs, «Jüdische Zeitung»

56 Kommentare zu “Ein Weckruf aus Jerusalem

  1. Und dann möchte ich auf noch etwas hinweisen Tiqvah:

    Sie bezeichnen meine Posts als angeblichen Ausdrucks des Hasses auf Israel. Das ist Unsinn, ich hasse überhaupt niemand, dafür geht es mir wohl zu gut und ich befürworte Israel voll und ganz in den Grenzen von 1948.

    Israels Besatzungspolitik, die Heuchelei, die Propaganda – das widert mich zum Teil schon an; aber ich käme auch nie auf die Idee, dass dem einzelnen Israeli oder Juden anzukreiden. Der einzelne gestaltet schließlich nicht die Politik und hat nur seinen kleinen Mikroeinfluss auf diese.

    Ich wünsche mir Frieden für jederman, und in Sachen Israel/Palästina ist der meiner Meinung nicht möglich, ohne endlich in aller Deutlichkeit auf die Vernatwortlichkeit Israels für den Gang der Dinge, bzw. für den Stillstand in Sachen palästinensische Staatenbildung, ohne die es keinen Frieden geben kann, hinzuweisen.

    Niemals jedoch käme ich auf die Idee, irgend jemand sein Menschsein abzusprechen, was in aller Regel der Vorläufer für die übelsten Übergriffe und Verbrechen auf andere Menschen darstellt. Bei den Nazis war es auch nicht anders, bevor die Diskriminierung und die Gewalt gegen Juden eskalierte, tat man alles um ihnen ihr vollwertiges Menschsein abzusprechen und solche Ideen in den Köpfen der Menschen zu verankern.

    Es gibt hier einige Leute, die mich sehr übel, sehr diffamierend und oft unter der Gürtellinie angegangen sind. Ich habe mich darüber schon sehr geärgert, um nicht zu sagen durchaus aufgeregt; – auf eines würde ich allerdings dennoch nie kommen, ihnen Ihr Menschsein abzusprechen, wie Sie es mit diesen ‚Anführungszeichen‘ bezwecken:

    ‚Sie sind eine der Zahlreiche “Menschen”, bei denen mir sofort die Frage aufkommt wie wohl sich ihre Vorfahren verhalten haben… ‚

    Frau Tikvah Bat ‚Shalom‘ – wie Sie sich nennen –

    eine Hasspredigerin – das sind Sie!

  2. Wissen Sie Tiqvah – ich habe mir mal Ihre Website angeschaut.

    Um Sie mal auf Seite 65 zu zitieren:

    ‚ Frau Merkel ist Israel gegenüber gelegentlich wohl süß wie Honig – zumindest verbal! Doch aus ihrer Hand lässt sie den Dolch, den sie immer wieder in uns sticht, niemals los…! ‚

    http://www.israel-shalom.net/news/2010/Land_kann_man_nicht.pdf

    Das ist es, was man paranoide Hassrede nennen dürfte – ausgerechnet Frau Merkel.

    Ich denke, das ausgiebige Lesen der Bibel bekommt offensichtlich nicht jederman gut.

  3. Wissen Sie @Tiqvah Bat Shalom

    – um so zu reden, wie Sie es tun, müssen Sie sehr viel ausblenden. Wie viele hier, haben Sie Ihr Hirn auf Durchzug gestellt und verdrängen alles, was Israel den Palsätinensern antut. Es ist offensichtlich, es ist kein Geheimnis, es ist vielfach, hundertfach, tausendfach von seriösen zahlreichen Quellen, internationalen und isrelischen dokumentiert. für Sie existiert es nicht, oder es ist ihnen wahrscheinlich einfach egal. Sie sind es, der moralisch abgestumpft und ohne Empathie für seine Mitmenschen ist.

    Es gibt Videos, es gibt die Siedlungen für die es keinerlei Rechtsgrundlage gibt, es gibt das grenzenlose Leid, dass Leute mit ihrer Haltung über Millionen von Palästinensern bringen und alles was Leute wie Sie darauf antworten – Der Herr hat uns dazu angewiesen‘ – hat er das`? Ich melde hiermit mal ganz offiziell meine Zweifel an.

    Wissen Sie, wir haben diese Art von ‚Gläubigkeit‘ hier in Europa ja auch schon erlebt, und sie hat immer wieder zu grenzemlosem Leid und Blutvergießen, auch zur Verfolgung von Juden geführt und Islam gibt es das auch, im Islamismus – in Wirklichkeit ist das doch nichts als die Projektion des kollektiven Egoismus auf eine angebliche Übermacht, die alles, wirklich alles, was moralischen Normen, auch den jüdsichen, wie ich meine, widerspricht, angeblich erlaubt – kollektives Mobbing – im Namen des Herrn. Hol Dir den Herrn und du bist mächtig und kannst tun was Du willst.

    In meinen Augen kann es keine echte Spritualität ohne ein gewisses Maß an Bescheidenheit und Demut geben. Das kann ich in dieser Art von Grund- und Bodenmystik allerdings nicht ausmachen.

    Was Sie da veranstalten ist, biblisch gesprochen, doch der Tanz ums Goldene Kalb, das Gottesprinzip soll sich bitte materialisieren in Immobilienbesitz und Ländereien und in einer Vormachtstellung, die es Ihnen erlaubt, sich über die üblichen Rücksichten hinwegzusetzen und sich selbst zu fühlen wie ‚King of Käs‘.

    Man nennt so etwas Fanatismus, Fundamentalismus.

    Und alles was Sie den Kritikern entgegenen können, ist ’sie müssen an dieser goyimschen Verschwörung gegen ‚die Juden“ teilhaben, wenn Sie da was zu kritisieren haben.

    Grotesk!

    Ich finde es schrecklich was in Tschetschenien passiert ist und die Bilder haben mich immer wieder eingeholt, denn ich bin sehr empänglich für menschliches Leid und die Palästinenser, deren Geschichte ich zum Teil aus eigenen Erlebnissen kenne, tun mir ebenfalls sehr leid. Ich kann Schröder seine blöde Kumpanei mit Putin absolut nicht nachsehen.

    Aber auch ohne Schröder kann die internationale Welt nur schwierig Einfluss nehmen auf Russland, wahrscheinlich gar nicht ohne in einen neuen kalten Krieg zu verfallen und unzählige Risiken in großem Maßstab für viele Völker heraufzubeschwören.

    Bzgl. Israel sieht es ganz anders aus. Israel könnte so ohne die Unterstützung des Westens gar nicht existieren und das ist ganz und gar nicht einzusehen. Insofern muss man sagen, dass Deutschland, dass USA in gewisser Hinsicht Komplizen dieser Besatzung sind und wie sich unsere Regierungen positionieren, das geht auch uns was an.

    Ich habe mich über viele Jahre mit dem National-Sozialismus auseinandergesetzt, weil ich ihn zutiefst verstörend finde und es abgrundtief traurig und erschreckend finde, dass Menschen zu sowas fähig sind. Ich sehe absolut nicht ein, dass das Wissen um diese Geschichte jetzt dafür herhalten soll neues Unrecht zu legitimieren und genau das geschieht.

    Gestern habe ich eine persische junge Frau im Fernsehen gesehen, die eine Intiative für Zivilcourage gegründet hat. Ihr Bruder, der in einer Discothek einem bedrängten Pärchen zu Hilfe kam, wurde von mehreren Männer zusammengeschlagen und anschließend von einem Taxi überfahren.

    Ich habe geweint und ich war diser Frau unendlich dankbar. Es ist so schön, was sie aus dieser Tragödie macht. Da war kein Hass nur eine junge Frau, die die Menschen zu etwas besserem inspirieren möchte und sich aufgemacht hat, das auch umzusetzen. Ich fand das sehr berührend. Sie werden es nicht glauben – ich bin ein absolut, harmoniebedürftiger Mensch und deshalb täusche ich mich nicht über diese morschen, falschen Töne hinweg, die wir überall finden und sie stören mich sehr.

    Sie haben ja nicht mal eine Perspektive, wie das weitergehen soll mit Gaza und der West-Bank (wahrscheinlich haben Sie die aber schon lange, Eretz-Israel, würden aber einen Teufel tun sie auch auszusprechen). Und eigentlich wissen wir das alle, auch die deutschen Politiker und wir würden einen Teufel tun, das auch auszusprechen, denn dann könnten auch wir nicht mehr in einen Spiegle schaun und alle moralischen Lehren, welche wir aus dem Ende des Kolonialismus, aus dem 2.Weltkrieg und dem Holocaust gezogen haben, wären dahin – und Sie kommen uns ‚entgegen‘ und sagen auch nichts. Sie machen es uns leicht. Sie bieten uns einen neuen Sündenbock an. Denkt nicht nach. Die anderen sind schuld.

    Ich halte Leute wie Sie für Faschisten. Faschismus, das ist Mobbing auf nationaler Ebene und da sind Sie gut dabei und Juden sind dafür eben genauso empfänglich, wie Menschen anders wo, nur haben Sie sich durch diese Dauerstilisierung als Opfer gegen Kritik weitgehend immunisiert und manipulieren, das Gewissen der Nationen.

    Im Gegensatz zu Ihnen bin ich für BEIDE Natinen für Israel UND für Palästina (schlichtweg FÜR alle Menschen) und diese Perspektive wird maßgeblich von Israel sabotiert, wovon sich jeder, der ein Blick auf das rasante Wachstum der Siedlungen wirft, leicht überzeugen kann.

    Sie wollen Israel auf Kosten der Palästinenser, die sich ja mit dem Verlust von 78% ihres Siedlungsgebietes, zu Gunsten Israels, bereits abgefunden hatten und es schert Sie einen Dreck und das finde ich einfach erbärmlich. Dass das die israelische Jugend und die Juden in der Welt mit in diesen moralisch, korrupten Sumpf zieht, das ist ihnen egal.

    Aus diesem Grund sehen sich mittlerweile doch immer mehr Juden, die bislang still waren, veranlasst sich laut und deutlich von dieser Agenda zu distanzieren. Gott sei Dank!

  4. @Jane

    Sie sind eine der Zahlreiche „Menschen“, bei denen mir sofort die Frage aufkommt wie wohl sich ihre Vorfahren verhalten haben…

    Mir kommt sofort in Erinnerung d Aussage aus d Tora (10 Weisungen in d 2 Buch 20:“Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen,6 aber Barmherzigkeit erweist an vielen tausenden, die mich lieben und meine Gebote halten.“

    Die ihre Hass heute auf uns Juden und das Land den wir von dem EWIGEN für ewige Besitz erhalten haben so demonstrieren müssen, die zeigen ihre eigene Wurzel… Ich hätte noch vor wenigen Jahren gesagt: Lass die Irren… Sie wissen nicht was sie tun, und wenn es so weit ist das sie d Früchte ihre Denken/Empfinden/Reden und Tun ernten müssen, dann werden sie erschrecken, doch nichts mehr ändern können… ..und sie taten mir Leid….

    Heute sieht es anders aus! Heute stehe zu d ganze vollkommen anders! Heute tun solche wie Sie nicht mehr Leid, sondern macht mir nichts aus das Sie und Ihresgleichen ihre eigene Grab schaufeln mit jeder Hasstiraden!

    Tiqvah Bat Shalom

  5. Ich würde gern fragen, warum die eifriegen und verbissenen Israelkritiker zehn Jahre lang zu Putins zweitem Tschetschenien-Krieg geschwiegen haben. 200 000 Opfer hat dieser Krieg gekostet, darunter 50 000 Kinder, aus einem Volk von einer Million Menschen. Warum waren die NGO und Israelkritiker so stumm?
    Antwort ist einfach: Weil in den Tschetschenienkrieg keine Juden involviert waren. Es geht den Israelkritiker um das Ausleben des Antisemitismus in einem neuen Mantel: als Israelkritik.
    Die Diskussionen in den Kommentaren zur Nachrichten sind am eifrigste wenn es um Israel geht. Andere Kriege, ander Konflikte interessieren die Deutschen nicht so sehr. Aber dort wo man den Juden zeigen kann wo der Hammer hängt, dort sind die Deutschen als ersten dabei. Ich kann nur kotzen wenn ich diese Heuchelei von jane und paul lese.

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