TV-Radar: haGalil Fernsehtipps

Vom 01. bis 15. Mai 2010 …

Sa, 1. Mai · 07:30-08:00 · arte
Der doppelte Kirchner

Zahlreiche Leinwände des Malers Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) sind von beiden Seiten bemalt. Die Dokumentation erzählt die Entstehungsgeschichte dieser „Doppelbilder“ und gleichzeitig das von vielen Zerreißproben geprägte Leben ihres Malers.  Die doppelt bemalten Leinwände des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) sind ein Kuriosum der modernen Kunstgeschichte. Faszinierend ist nicht nur, dass die Leinwände jeweils auf der Vorder- und Rückseite bemalt wurden, sondern dass diese Bilder sogar oft im Abstand von mehreren Jahrzehnten entstanden. Etwa 130 Gemälde zeigen auf ein und derselben Leinwand das Werk eines Künstlers in verblüffender Vielfalt und Gegensätzlichkeit. Auf der Vorderseite zum Beispiel Motive zu den Themen Bohème und Varieté, kühne Akte und urbane Impressionen aus seiner Berliner Zeit, auf der Rückseite sind dagegen häufig Landschaften und Interieurs aus seiner Spätzeit in Davos zu sehen. Aber auf welcher Seite der Leinwand befindet sich das Hauptwerk? Wer sagt, welches der beiden Bilder das unbedeutendere Werk darstellt? Kirchner hatte seine eigenen Ansichten darüber und hat dies auch selbst festgelegt. Der heutige Kunstmarkt aber – Käufer und Sammler – bestimmen nun neu, welches das ausschlaggebende Bild ist, das potenzielle Kunden als „wertvolleres“ zum Kauf reizt. Barbara Dickenberger spürt in ihrer Dokumentation der Entstehung der Bilder nach und sucht hinter ihnen auch die beiden Seiten des Künstlers, der im Umbruch der Zeiten viele Zerreißproben durchlitten hat, von den Nazis als entarteter Künstler verboten wurde und seinem Leben im Alter von 58 Jahren ein Ende setzte.

So, 2. Mai · 11:30-13:00 · 3sat
„Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“ – Theodor Herzl, der Vater des Staates Israel

Der Staat Israel ehrt in dem Schriftsteller und Publizisten Theodor Herzl (1860 – 1904) seinen geistigen Begründer. 1895 erlebte Herzl in Paris die antisemitischen Hassausbrüche anlässlich des Prozesses gegen Alfred Dreyfus. Unter dem Einfluss der Dreyfus-Affäre und der grausamen Judenverfolgungen in Osteuropa schrieb Herzl das Buch „Der Judenstaat“, mit dem es ihm gelang, die Großen der damaligen Zeit für seine Ideen zum Aufbau einer jüdischen Republik in Palästina zu interessieren. Er drang bis zum türkischen Sultan, zum deutschen Kaiser und schließlich sogar bis zum Papst vor. Am 3. September 1897, nach Abschluss des ersten Zionistischen Weltkongresses in Basel, schreibt er in sein Tagebuch: „Fasse ich den Basler Kongress in einem Wort zusammen – das ich mich hüten werde, öffentlich auszusprechen – so ist es dieses: In Basel habe ich den Judenstaat gegründet. Wenn ich das heute laut sagte, würde mir ein universelles Gelächter antworten. Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in 50 wird es jeder einsehen.“ Im Mai 1948, 51 Jahre nach dem Basler Kongress, wurde der Staat Israel proklamiert.
Das Dokumentarspiel „Wenn ihr wollt, ist es kein Märchen“, in das Interviews und Berichte aus dem Israel der 1970er Jahre eingeblendet sind, schildert den Kampf Theodor Herzls um die Idee eines Judenstaates in Palästina.

So, 2. Mai · 13:15-13:45 · Das Erste (ARD)
Israel zwischen Vision und Wirklichkeit

Zum 150. Geburtstag Theodor Herzls Film von Richard C. Schneider Vor 150 Jahren wurde Theodor Herzl in Budapest geboren. Herzl, der österreichische Schriftsteller, Publizist und Journalist, wurde in Paris Zeuge des Dreyfus-Prozesses, bei dem ein jüdischer Offizier der französischen Armee allein aus antisemitischen Gründen verurteilt und degradiert wurde. Er veröffentlichte 1896 seine Schrift „Der Judenstaat“, in der er seine Vision eines jüdischen Staates vorstellte, die als Antwort auf den europäischen Antisemitismus gedacht war. In diesem Buch und später noch in dem Roman „Altneuland“, entwickelt Herzl die Idee eines demokratischen, pluralistischen Israels, das in Frieden mit seinen Nachbarn lebt, und in dem Rabbiner und Generäle nichts zu sagen haben. Die Wirkung seiner Schriften, vor allem aber die von ihm gegründete Bewegung („politischer Zionismus“, „Kongress-Zionismus“), trugen auch zur Gründung des modernen Staates Israel im Jahr 1948 bei. Was ist 150 Jahre danach aus dieser Vision geworden? Der Film von Richard C. Schneider stellt Herzls Vorstellung der harten Realität von heute gegenüber und fragt nach, was möglicherweise schief gegangen ist in der Entwicklung des Judenstaates.

So, 2. Mai · 19:15-20:00 · BR-alpha
Trotzdem Deutsch!

 
Juden in der deutschen Nachkriegskultur

So, 2. Mai · 20:15-21:55 · arte
Auf Wiedersehen, Kinder

Louis Malle erzählt die Geschichte der Freundschaft zwischen dem elfjährigen Julien und seinem jüdischen Mitschüler Bonnet, die ein jähes Ende findet, als die Gestapo von Bonnets Identität erfährt. Frankreich in den Wirren der deutschen Besatzungszeit. Nur widerwillig kehrt der elfjährige Fabrikantensohn Julien nach den Ferien aus dem unsicher gewordenen Paris in ein katholisches Internat bei Fontainebleau zurück. Doch schon bald ist er fasziniert von seinem neuen Mitschüler Bonnet, einem stillen und hochbegabten Jungen. Als Julien eines Tages entdeckt, dass Bonnet in Wirklichkeit ein jüdischer Waisenjunge ist und von den Patres im Kloster vor den Nazis versteckt wird, ist das der Beginn einer unzertrennlichen Freundschaft. Doch die grausame Realität holt die beiden Freunde ein. Als der Küchenjunge Joseph wegen Schwarzhandels entlassen wird, schwört er Rache. Wenig später erscheint die Gestapo. Sie ist auf der Suche nach jüdischen Schülern.

So, 2. Mai · 21:55-23:30 · arte
Der neunte Tag

 
Im Januar 1942 wird der Luxemburger Priester Kremer für neun Tage aus dem KZ Dachau entlassen. Sollte er nicht zurückkehren, droht seinen Mithäftlingen der Tod. Tatsächlich erhält er eine Chance, entlassen zu werden…  Im sogenannten Pfarrerblock des Konzentrationslagers Dachau sind Geistliche aus ganz Europa inhaftiert. Einer von ihnen ist der luxemburgische Priester Henri Kremer, im KZ wegen seines Widerstandes gegen das Naziregime. Hilflos muss er mit ansehen, wie Mithäftlinge grausam ermordet, ja sogar gekreuzigt werden. Im Januar 1942 wird Kremer unerwartet ein neuntägiger Urlaub gewährt – doch dieser ist an eine furchtbare Bedingung geknüpft: Sollte er nicht ins Lager zurückkehren, werden seine sämtlichen Mithäftlinge aus dem Pfarrerblock exekutiert. Daheim in Luxemburg muss er sich täglich bei Untersturmführer Gebhardt melden. Der macht ihm ein schreckliches Angebot: Er verspricht Kremer die Freiheit, wenn er den passiven Widerstand des luxemburgischen Bischofs bricht und ihn zur Unterstützung von Hitlers Kirchenpolitik zu bewegen. Sollte Kremer stattdessen fliehen, brächte er nicht nur das Leben seiner Leidensgenossen sondern auch das seiner Familie in Gefahr. Hin und her gerissen zwischen den grausamen Erinnerungen an das Leben im KZ und seinem festen Glauben an Gott, gerät Kremer in einen schier unerträglichen Gewissenskonflikt. Der junge Karrierist Gebhardt, selbst geweihter Diakon, benutzt seine religiösen Kenntnisse und Überzeugungen als Waffe im Intrigenspiel um Kremer, in dem er die Rolle des Versuchers übernommen hat, der Kremer zum Verrat anstiften will. Schließlich hält der Abbé dem Drängen Gebhardts stand und kehrt ins Lager zurück.

Mo, 3. Mai · 03:00-04:00 · arte
Lieber Onkel Hitler, Briefe an den Führer – Thema: Die Kapitulation

 
In einem Moskauer Spezialarchiv wurde vor kurzem eine Entdeckung gemacht, die tiefe Einblicke in die Beziehung der Deutschen zu Adolf Hitler gewährt. In diesem Archiv lagerten über 100.000 Briefe aus der deutschen Bevölkerung an den Diktator.  „Wir wollten Dich so gerne sehen. Ich habe Dich so lieb. Schreibe mir!“ Oder: „Hochverehrter Führer, bitte schützen Sie sich gut vor Erkältungen, es ist zurzeit so kalt in Nürnberg.“ – Kaum ein historisches Dokument bringt einem die Geschichte des Dritten Reichs lebendiger nahe als die persönlichen Aufzeichnungen und Gedanken der Menschen, die damals lebten. Vor allem die „Fanpost“ an den „Führer“ erlaubt einen tiefen Einblick in die Herzen und Gedanken der Deutschen zu dieser Zeit. Mehr als 100.000 solcher Botschaften wurden kürzlich in einem Moskauer Spezialarchiv entdeckt. 1945 aus Hitlers Privatkanzlei nach Moskau gebracht, lagerten die Briefe unerkannt in den Kellern der Dokumentensammlung. Zahllose Dokumente, Briefe und Tagebücher, die ein Schlaglicht auf eine wesentliche Ursache von Hitlers Erfolg werfen: Die charismatische Persönlichkeit eines skrupellosen Politikers und begnadeten Redners, die sogar bis zum Untergang 1945 ihre fatale Wirkung auf die Menschen ausübte. Zitate aus diesen Dokumenten bilden den dramaturgischen Rahmen für Michael Klofts Dokumentation „Mein lieber Onkel Hitler“. Sie belegen den Stimmungswandel in Deutschland und sind ein Spiegelbild der deutschen Seele von 1933 bis 1945.

Di, 4. Mai · 07:30-08:00 · SWR
Die Juden – Geschichte eines Volkes: Fall des Tempels

 
Die Unabhängigkeit Judas dauert nur kurze Zeit – und wieder wird das Land von mächtigeren Völkern erobert. Auf Alexander den Großen und seine Erben folgen die Römer. Dem von den Römern eingesetzten König Herodes gelingt es, das Land zu einen.  Nach der Eroberung Jerusalems durch die Römer ist für die Juden nichts mehr wie es war: Sie werden in alle Welt, in die Diaspora, zerstreut. Das Leben in der Fremde ist stets abhängig vom guten Willen und der Toleranz der jeweiligen Machthaber und der Bevölkerung. Doch auch die Juden haben großen Einfluss auf andere Kulturen. Als Volk ohne Land und religiöses Zentrum müssen die Juden neue Säulen für ihren Glauben finden. Sie werden zum Volk der Schrift. Neben der Tora entstehen Mischna und Talmud, die das Leben in der Diaspora regeln. Diese Schriften geben dem jüdischen Volk Zusammenhalt als religiöse Gemeinschaft für die nächsten Jahrhunderte.

Di, 4. Mai · 20:15-22:35 · MGM
Das Geheimnis von Santa Vittoria

Zweiter Weltkrieg: In einem italienischen Winzerstädtchen geht’s rund: Weinhändler Bombolini (Anthony Quinn) wird zum neuen Bürgermeister gewählt. Doch die Deutschen sind auf dem Vormarsch. Bombolini und seine Frau Rosa (Anna Magnani) beschließen, eine Million Flaschen Wein in Sicherheit zu bringen. Nazi-Kommandeur Von Prum (Hardy Krüger) wundert sich bald über die kläglichen Vorräte. – Wunderbar nostalgische Komödie mit Witz und Verstand.

Di, 4. Mai · 23:00-23:30 · SWR
Tauziehen um den Tempelberg

 
Prunk- und prachtvoll ragte er einst über Jerusalem, der Tempel König Salomons, genau da, wo heute die Al-Aksa-Moschee steht. Das zumindest meinen die meisten Wissenschaftler.  Nicht so die islamische Welt, allen voran die palästinensischen Muslime. Geht es nach Mohammed Hussein, dem Mufti der Al-Aksa-Moschee, können Rabbiner, Historiker und Archäologen bis ans Ende aller Tage behaupten, die Moschee stände auf den Ruinen des jüdischen Tempels. Für ihn ist das alles zionistische Propaganda. Das Heiligtum der Juden, meint der Mufti, sei nie in Jerusalem gewesen. Den israelischen Archäologen Gabriel Barkai macht das wütend. Seit Jahren durchsiebt er Bauschutt, den die Muslime während Bauarbeiten auf dem Al-Aksa-Gelände auf eine Müllkippe geworfen haben. Besonders sauer ist er darüber, dass die muslimischen Hausherren keine Archäologen auf den Tempelberg lassen, aber selbst mit schweren Baumaschinen dort baggern. „Ein barbarischer Akt!“, ereifert er sich. „Jeder Mensch weiß, dass man an so einem Ort mit Zahnbürsten gräbt und nicht mit Bulldozern.“ Zehntausende Funde aus der Zeit des jüdischen Tempels habe Barkai aus dem Bauschutt der Muslime gefischt, erzählt er: von Münzen und Mosaiksteinen über Würfel bis hin zu einem Siegel des jüdischen Tempelverwalters. Die Muslime im Al-Aksa-Viertel lässt das kalt. „Jeder Archäologe kann ein paar Münzen in den Sand schmeißen“, meint Abu Fayez, Sufi, Philosoph und Händler für Heilkräuter. „Dann sagt er seinen Kumpels ‚Buddelt mal hier‘ und – Voilà! – plötzlich finden sie unter Al Aksa Münzen aus dem jüdischen Tempel.“ Auch unter den Juden gibt es verbohrte Fanatiker. Gershon Salomon hat es sich in den Kopf gesetzt, den jüdischen Tempel neu aufzubauen. Wenn der erst steht, zitiert er den Propheten Jesaja, würde die Welt erlöst. Die beiden Grundsteine, je 50 Tonnen schwer, hat Salomon schon neben seinem Haus stehen. Nach Mekka und Medina ist Al Aksa die drittheiligste Stätte des Islams. Hier soll Mohammed auf seiner Nachtreise von Mekka nach Jerusalem mit seinem geflügelten Pferd gelandet sein. Im Felsendom nebenan, dem Wahrzeichen Jerusalems, küssen und streicheln Pilger den Stein, auf dem der Legende nach Abraham beinah seinen Sohn Isaak geopfert hätte und auf dem Allah sogar Adam, also die ganze Menschheit geschaffen haben soll. Den Muslimen oder den Juden? Wer in Jerusalem diese Frage stellt, setzt sich in ein wahres Wespennest. Der Filmemacher und SWR-Autor Uri Schneider hat es gewagt. Dabei heraus kam ein Film, der zeigt, dass sturer Glauben im Heiligen Land oft stärker ist als historische Tatsachen.

Di, 4. Mai · 23:10-23:15 · WDR
west.art Meisterwerke – Synagoge Bochum von Peter Schmitz

 
Die Metallkuppel des Bochumer Planetariums und vis-à-vis ein neuer Nachbar: ein Würfel aus Stein des Kölner Architekten Peter Schmitz. 2007 wurde das neue Gotteshaus der jüdischen Gemeinde von Bochum, Herne und Hattingen eingeweiht – siebzig Jahre nach der Zerstörung der alten Synagoge durch die Nazis. Der Sandstein kommt aus Israel, die Mauerung ist eine Reminiszenz an den Backsteinexpressionismus im Ruhrgebiet. Architektur und Innenausstattung entwickelte Peter Schmitz im ständigen Dialog mit der Gemeinde. Den Wunsch nach einer Kuppel erfüllte er mit einem abgehängten Baldachin. Ein Schirm, der über dem Gebetsraum schwebt – erhaben, feierlich, leicht. Jüdische Familien lebten seit dem 17. Jahrhundert im Ruhrgebiet. Im November 1938 brannten die Synagogen. Jüdisches Leben wurde ausgelöscht. Das neue Gotteshaus ist Heimat für über eintausend Gläubige, ein Ort der Begegnung – offen für alle.

Mi, 5. Mai · 06:30-07:00 · BR
Die Propaganda-Maschine

 
Der Film stellt die Mittel, Techniken und Geschichte der Propaganda vor. Umfangreiches Archivmaterial zeigt, wie sehr sich über nationale, zeitliche oder auch politische Grenzen hinweg Propagandaziele und -techniken ähneln.  Die Nazis griffen für ihr perfides Zerrbild vom „ewigen Juden“ auf die gleiche Technik zurück, mit der schon ihre britischen Kollegen im Ersten Weltkrieg das Feindbild vom Deutschen entworfen hatten. Der Propaganda ist jedes Mittel recht. Je unauffälliger und harmloser sie daherkommt, umso wirkungsvoller geht ihre Saat auf. Keine politische Ordnung, kein Verfassungstyp verzichtet auf sie – auch nicht die Demokratie. Vor Propaganda ist niemand sicher.

Mi, 5. Mai · 18:30-19:15 · PHOENIX
Die Gestapo – Hitlers schärfste Waffe   

 
Am 30. Januar 1933 übernimmt Adolf Hitler in Deutschland die Macht. Sofort beginnt die Einschüchterung und Ausschaltung jeglicher Opposition. Da die Polizei dafür noch nicht voll in Anspruch genommen werden kann, bringt Hitler seine paramilitärischen Truppen zum Einsatz. Unter dem Befehl von Ernst Röhm überzieht die Sturmabteilung (SA) der NSDAP das Land mit brutalem Terror. Im Visier der als „Hilfspolizei“ eingesetzten Schläger sind vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter, aber auch die deutschen Juden trifft von Anfang an ihr Terror.

Do, 6. Mai · 03:00-03:50 · arte
Im Angesicht des Verbrechens

Marek Gorsky, Sohn baltisch-jüdischer Einwanderer, ist Polizist im Abschnitt 6 der Berliner Polizei. Als er im Milieu der organisierten Kriminalität ermitteln soll, holt ihn das Trauma seiner Kindheit wieder ein.  Ein Morgen in der Ukraine. Der türkischstämmige Berliner Ahmet sucht und findet in einem kleinen Dorf die beiden jungen Frauen Swetlana und Jelena. Er lockt sie mit dem Versprechen auf Arbeit nach Berlin. Hier aber bringt der Zuhälter Kolja die beiden attraktiven Frauen ins Bordell King George. In Berlin wollen Marek Gorsky und Sven Lottner, Polizisten im Abschnitt 6 der Berliner Bereitschaftspolizei, den Kriminellen Max Weber, der nicht zum Haftantritt erschienen ist, festnehmen. Weber ist nicht in der Wohnung, aber immerhin erfährt Marek Gorsky, in welcher Disco der Gesuchte zu finden sein wird. Vorher aber begeht Marek Gorsky mit seiner Familie und Onkel Sascha den 10. Todestag seines älteren Bruders. Grischa wurde erschossen, der Täter nie gefasst. Gorsky kann den Mord an seinem Bruder nicht vergessen. Er ist Polizist geworden, ein „Musar“ – Müll – wie ihn ein Teil seiner Verwandtschaft nennt und ablehnt. Gorsky und Lottner gehen in die Russendisco, um Max Weber dingfest zu machen. Sie ahnen nicht, dass die Gruppe junger Männer, die in der Disco ausgelassen feiert, im Auftrag des Bandenchefs Andrej gerade einen LKW der Spedition Lenz gekapert hat. Eine große Menge geschmuggelter Zigaretten haben sie erbeutet und gleich weiterverkauft. Gorsky und Lottner wissen nicht, dass mit diesem Überfall der Krieg zwischen der kriminellen Struktur um Mischa, Gorskys Schwager, und der brutalen Gruppe um Andrej, begonnen hat. Und Gorsky ahnt nicht, dass die junge Ukrainerin Jelena, die er vor der Disco kurz anschaut, sein Leben verändern wird. Nach Stunden in der Disco entdecken Gorsky und Lottner den gesuchten Max Weber.

Do, 6. Mai · 10:00-10:15 · HR
Jerusalem

  
Die Sendung porträtiert die heilige Stadt Jerusalem und ihre Rolle für die in ihr beheimateten drei Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam.

Do, 6. Mai · 14:45-16:55 · arte
Spanien unter dem Halbmond

 
Der Dokumentarfilm erzählt die wechselvolle Geschichte der arabischen Kultur in Spanien von der Eroberung Andalusiens, al Andalus, durch den aus Damaskus geflohenen Abd ar-Rahman I. im Jahre 756 bis zur Vertreibung der letzten Muslime im Jahre 1614.  Im Jahr 756 wurde Andalusien von dem aus Damaskus geflohenen Abd ar-Rahman I. erobert. Bis zur Vertreibung der letzten Muslime und Juden durch Philipp III. im Jahre 1614 herrschten die Araber auf der Iberischen Halbinsel. In dieser Zeit entwickelte sich eine Periode blühender Kultur und beispielhafter Toleranz zwischen Muslimen, Juden und Christen. Vor allem unter dem Kalifen Abd ar-Rahman III. erlebte Spanien einen großen Aufschwung von Handel und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. In der Zeit des Kalifats von Cordoba stieg die Stadt mit fast 500.000 Einwohnern neben Konstantinopel und Bagdad zur bedeutendsten Kulturmetropole im Mittelmeerraum und dem Nahen Osten auf. Zur größten Bedrohung des Kalifats wurden die Berber. Im Jahre 1013 eroberten sie Cordoba und zerstörten das Symbol des Kalifats, den Palast von Abd ar-Rahman. Das muslimische Spanien zerfiel in eine Reihe unabhängiger Stadtstaaten, sogenannten Taifas, unter denen vor allem Sevilla herausragte. Auch hier blühten Kultur und Wissenschaft im toleranten Miteinander der Religionen. Die nach dem Zerfall des Kalifats von Cordoba weniger starken nördlichen Taifas begannen sich Schutz von christlichen Söldnern und den Truppen der katholischen Könige zu erkaufen, die davon wirtschaftlich profitierten. Dieser Handel erzürnte den Papst Alexander im fernen Rom so sehr, dass er die Vertreibung der Muslime von der spanischen Halbinsel forderte. Damit markiert das Jahr 1063 auch den Beginn des religiösen Fundamentalismus in Spanien.  Es waren aber nichtchristliche Fanatiker, die der Toleranz ein Ende setzten. Zunächst richtete sich der Zorn unterprivilegierter und fanatischer Muslime gegen die Juden. Viele Muslime neideten den Sepharden ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss. Es kam zu einem furchtbaren Pogrom gegen die jüdische Gemeinschaft, dem mehr als 4.000 Menschen zum Opfer fielen. Unterdessen begann im Norden Spaniens die von Papst Alexander III. geforderte Säuberung des Landes von den Muslimen. 1085 eroberten christliche Truppen Toledo. Aber erst 150 Jahre später konnte König Ferdinand Cordoba erobern. Damit war der größte Teil Spaniens unter der Herrschaft des Kreuzes. Nur das kleine Emirat von Granada konnte überleben. Vor allem der Palast von Emir Mohammed V. wurde zum Symbol der im nunmehr christlich beherrschten Spanien immer noch blühenden muslimischen Kunst und Literatur. Erst 1492 fiel auch diese kulturelle Oase der Toleranz nach achtmonatiger Belagerung durch die Armeen des katholischen Königspaares Isabella von Kastilien und Ferdinand, die damit ihren Lebenstraum eines vereinigten katholischen Spaniens erfüllt sahen. Im selben Jahr befahlen Isabella und Ferdinand die vollständige Vertreibung der muslimischen und jüdischen Bevölkerung aus dem Süden des Landes. Alle nicht taufwilligen Juden wurden von der Iberischen Halbinsel vertrieben. Zwei Jahre später folgte die Ausweisung der besiegten Mauren. Das bedeutete einen großen wirtschaftlichen und kulturellen Aderlass.  Trotz Verfolgung und Vertreibung lebte eine Minderheit von Juden und Muslimen, die ihren Lebensunterhalt als Tagelöhner und Handwerker verdienten, weiter im katholischen Spanien. Viele konvertierten, um der Verfolgung zu entgehen. Es sollte ihnen und ihren Nachfahren wenig nützen. Im Jahre 1614 schließlich vertrieb König Philipp III. die letzten verbliebenen 300.000 Muslime und Juden aus Spanien. Das Zeitalter der Toleranz und des friedlichen Zusammenlebens der Religionen und Kulturen war zu Ende.

Do, 6. Mai · 23:45-00:30 · RBB Berlin
Transit Berlin: Heimatlose Juden in der Stunde Null

 
Das zerstörte Berlin der unmittelbaren Nachkriegszeit war ein bedeutender Flucht- und Sammelort der überlebenden Juden Osteuropas. Bis zur Auflösung im Sommer 1948 durchliefen über 120.000 Heimatlose die drei „DP-Lager“ Berlins.  Ab Anfang 1946 gelangten täglich über 200 Heimatlose – sogenannte DPs – „illegal“ in die Westsektoren der Stadt. Die schnell von den Besatzungsmächten errichteten Transitlager entwickelten sich in kurzer Zeit zu jüdischen Stettels mit Schulen, Theatertruppen und zionistischen Gruppierungen jeder Couleur. Bis zur Auflösung im Sommer 1948 durchliefen über 120.000 Menschen die drei DP-Lager Berlins. Diese kurze, aber bedeutende Epoche ostjüdischen Lebens inmitten der noch traumatisierten Deutschen ist völlig in Vergessenheit geraten. Der Filmautor Gabriel Heim lässt diese Vergangenheit in einem packenden Film wieder aufleben: mit Zeitzeugen, historischem Filmmaterial und vielfältigen fotografischen Dokumenten.

Sa, 8. Mai · 07:30-08:15 · PHOENIX
Familie Hitler

 
Im Schatten des Diktators

Sa, 8. Mai · 12:00-12:30 · HR
Am heiligen Fluss – Eine Reise durch das Jordantal

 
Entlang des Jordans, dem legendenumwobenen Fluss, in dem sich Jesus der Überlieferung nach taufen ließ, befindet sich eine der schönsten, kargsten und kulturell interessantesten Landschaften des heiligen Landes: das Jordantal.  Der Israelkorrespondent Richard C. Schneider hat sich dort auf eine faszinierende Reise begeben, durch Gegenwart und Vergangenheit gleichermaßen, vom See Genezareth bis nach Jericho. Er begegnet Israelis und Palästinensern, trifft eine deutsche Jüdin aus Berlin, die den Kibbuz Kfar Ruppin mit aufgebaut hat und die mit ihren über neunzig Jahren noch immer voller Energie und Plänen steckt. Er ist dabei, als eine archäologische Sensation entdeckt wird, und taucht ein in das bunte Treiben arabischer Kamelmärkte in Jericho.

Sa, 8. Mai · 23:30-00:00 · MDR
Singen für die toten Kinder

 
Sie singen und sie vergessen, dass sie sterben werden. 1943 spielen Kinder des Konzentrationslagers Theresienstadt „Brundibar. Eine Kinderoper“ auf der Bühne im Lager. Ein Vorzeigeprojekt der Nationalsozialisten.  Nur wenige merken, dass die Darsteller wechseln. Nach jeder Vorstellung rollen Züge nach Auschwitz. Heute – 65 Jahre nach der Befreiung des Lagers – haben wieder Kinder diese Oper aufgeführt. Deutsche Kinder gemeinsam mit israelischen Kindern in Israel. Der Gewandhauskinderchor Leipzig hat gemeinsam mit dem Moran Choir Israel ein Projekt auf die Beine gestellt: mit „Brundibar“ singen gegen das Vergessen. Ein MDR-Team begleitete den Gewandhauskinderchor zehn Tage lang durch Israel und berichtet nun in einer 30-minütigen Reportage darüber.  Choralltag im fremden Land: gemeinsame Proben der Chöre, Konzerte vor Überlebenden des Holocaust, Besichtigung von Tel Aviv bis Jerusalem, aber auch Yad Vashem. In Israel werden die Kinder diejenigen Frauen treffen, die 1943 selbst auf der Bühne standen, die den Transport nach Auschwitz überlebten und die nun auf die Aufführung des Gewandhauses warten. Zum Beispiel Ela Weißberger. Sie hatte im KZ Theresienstadt die Figur der Katze gesungen. Maria, die junge deutsche Besetzung für die Katze, durfte nun mit ihr gemeinsam singen und war darüber zu Tränen gerührt.  Autorin Annett Meltschack: „Das israelische Publikum, darunter unter anderem Überlebende des Holocaust, hat den Leipziger Kinderchor sehr warmherzig empfangen. Die meisten waren dem Projekt gegenüber nicht nur aufgeschlossen, sondern auch dankbar!“. Eine spannende Reportage, in der am Schluss noch die Frage gestellt wird: Hat sich die Sicht der Leipziger Kinder und Jugendlichen auf ihr eigenes Land durch diese Reise nach Israel verändert und wenn ja, wie?

Mo, 10. Mai · 01:00-01:45 · PHOENIX
Wohnungen der Götter

 
New York – Mystischer Ort des Judentums

Mo, 10. Mai · 09:30-10:00 · HR
Religionen der Welt

 
Reportagen stellen Kinder und erwachsene Anhänger der drei Religionen vor: etwa den 13-jährigen Juden Alon, der sich auf seine Bar Mizwa vorbereitet, oder die Muslimin Ebru Shikh Ahmad, die dreimalige Europameisterin im Karate ist.  Sie erzählen, welche Rolle die Religion in ihrem Alltag spielt und wie sie ihr Leben beeinflusst.

Mo, 10. Mai · 22:50-01:30 · MDR
Die Abenteuer des Werner Holt

 
Die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges: Während der junge Soldat Werner Holt im Unterstand verzweifelt versucht, Funkverbindungen zu anderen Einheiten herzustellen, ziehen in seinen Gedanken die letzten Jahre vorüber. Die Kindheit und Jugend unter dem Hakenkreuz, seine Freundschaft mit Gilbert Wolzow, einem Offizierssohn und fanatischen Hitleranhänger, die ersten sexuellen Erlebnisse und schließlich die erschütternden Erfahrungen im Krieg, als die beiden Freunde beim Arbeitsdienst in der Slowakei zur Niederschlagung eines Partisanenaufstandes eingesetzt und dabei Zeugen unbeschreiblicher SS-Grausamkeiten werden. Werner Holt ist durch diese Jahre ein Anderer geworden. Als er schließlich mit den Resten seiner Einheit in einem kleinen Ort liegt und nur noch einer, nämlich sein Vorgesetzter Wolzow, für den Endsieg kämpft, handelt Holt nach seinen neuen Einsichten. In einer dramatischen Aktion entwaffnet er Wolzow und schießt auf die eingreifende SS-Mannschaft. Ernüchtert und erschöpft tritt Holt den Weg in die Gefangenschaft an.  Hintergrundinformationen: Vor 65 Jahren, am 8. Mai 1945, trat die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches in Kraft – der von den Nationalsozialisten unter Hitler begonnene Zweite Weltkrieg war zu Ende. Das MDR FERNSEHEN sendet aus diesem Anlass „Die Abenteuer des Werner Holt“, der von den dramatischen Erfahrungen einer ganzen Generation erzählt, deren Kindheit und Jugend durch die faschistische Ideologie geprägt war. Der Film, der 1964 nach dem gleichnamigen, sehr erfolgreichen Roman von Dieter Noll (1927-2008) entstand, zählt zu den wichtigen erschütternden und mahnenden Antikriegsfilmen der DEFA. Filmkritiker Günter Sobe urteilte zur Premiere: „Das Wesentliche aber erscheint mir (…), dass der Geist des Romans und sein Atem im Film erhalten sind. Zum guten Teil liegt das an der Inszenierung Joachim Kunerts, dem Passagen von manchmal bestürzender Echtheit gelangen. Diese Echtheit kleinster Szenen (…) dürfte in erster Linie die spürbare Wirkung des Films ausmachen“. Aufwendig gedreht, mit hervorragenden Schauspielern wie Klaus-Peter Thiele, Manfred Karge, Arno Wyzniewski und Angelica Domröse besetzt, erreichte der Film eine große Zuschauerresonanz.

Di, 11. Mai · 07:30-08:00 · SWR
Die Juden – Geschichte eines Volkes: Halbmond und Kreuz

 
Im frühen Mittelalter dringt der Islam auch in den Süden Europas vor. Die Juden auf der Iberischen Halbinsel arrangieren sich mit den neuen Machthabern. Als die Christen das Land von den Muslimen zurück erobern, werden sie von den Juden zunächst als Befreier begrüßt.  Doch die Inquisition veranlasst Hunderttausende Juden, Spanien zu verlassen.  Das Zusammentreffen mit dem Islam beeinflusst die Juden nachhaltig. Doch die Zeiten sind nicht immer friedlich. Es kommt zu Übergriffen auf die jüdische Bevölkerung. Als die Christen das Land zurück erobern, werden sie zunächst als Befreier begrüßt. Doch die christlichen Könige Ferdinand und Isabella führen die Inquisition in Spanien ein.  1492 verlassen Hunderttausende Juden ihre Heimatland. Auf der Suche nach einer neuen Bleibe ziehen sie durch ganz Europa. Aufgrund ihrer Kenntnisse mehrerer Sprachen und Kulturen sind sie auch in ihrer christlichen Umgebung gefragte Leute. Für einige wird die islamische Metropole Konstantinopel, das heutige Istanbul, zum sicheren Hafen. Hier können sie endlich wieder ihren jüdischen Glauben leben.

Mi, 12. Mai · 20:15-21:45 · arte
Mengeles Erben – Menschenexperimente im Kalten Krieg 

 
Die Erprobung von Giftstoffen für staatliche Mordaufträge und tödliche Experimente mit Lagerinsassen verbindet man mit dem systematischen Massenmord der Nazis. Josef Mengele ist der bekannteste Vertreter dieser „Wissenschaft ohne Gewissen“.  Die Geschichte der Menschenversuche im Auftrag des Staates beginnt in den 20er Jahren im „Labor 12“ des sowjetischen Geheimdienstes. Dort wurden tödliche Gifte an „Volksfeinden“ erprobt. Die Existenz dieses Labors wurde nur durch einen Zufall Anfang der 90er Jahre bekannt, denn Russland hält die Akten über Menschenversuche bis heute geheim. Das „Labor 12“ allerdings gibt es unter anderem Namen bis heute.  Nach den Massenmorden während des Zweiten Weltkrieges handelten einige der schlimmsten Kriegsverbrecher mit den Siegermächten Straffreiheit gegen Übergabe der Versuchsergebnisse aus. So arbeitete der japanische General Ishii Shiro, der für den Tod von über 300.000 Menschen verantwortlich war, nach dem Krieg für die USA. Dort waren Militär und Geheimdienste angetan von den Ergebnissen echter Menschenexperimente mit Pest, Anthrax und Tularämie, Unterkühlung, Unterdruck und neuartigen Bomben. Bislang konnten die Militärs nur auf Daten aus Tierversuchen zurückgreifen. Keiner der mindestens 10.000 Verbrecher von Ishiis Todesimperium wurde in den USA bestraft. Einige beendeten ihre wissenschaftlichen Karrieren als Manager großer japanischer Pharma- und Medizinunternehmen. Es störte die Sieger angesichts des Rüstungswettlaufes im Kalten Krieg nicht einmal, dass Ishiis Untergebene auch mit US-Kriegsgefangenen experimentiert hatten. „Mengeles Erben“ haben den Zweiten Weltkrieg überlebt, indem sie neuen Herren dienten. Sie waren weiter im Staatsauftrag aktiv. In Nordkorea gibt es nach Zeugenaussagen sogar bis in die Gegenwart Gaskammern, in denen Massenvernichtungsmittel an Häftlingen erprobt werden. In vielen ehemals kommunistischen Staaten verläuft die Aufarbeitung der finsteren Vergangenheit schleppend. Auch die ehemalige CSSR experimentierte mit Verhördrogen und Giften. Die Versuche und Ergebnisse sind bis heute geheim und werden vertuscht. Vielleicht, weil sich wie nach dem Zweiten Weltkrieg erneut interessierte Abnehmer für Spezialkenntnisse finden.

Fr, 14. Mai · 01:00-03:35 · Das Erste (ARD)
König der Könige

 
Im Jahre 63 v. Chr. erobert der römische Feldherr Pompeius Jerusalem. Damit beginnt die Herrschaft Roms über Judäa, die lange über die Lebenszeit Jesu hinaus andauerte. In diesen historischen Rahmen eingebettet ist Nicholas Rays aufwendige Verfilmung der Heilsgeschichte aus dem Jahre 1960. Sie schildert die wichtigsten Stationen des Lebenswegs Jesu und verbindet eindrucksvoll die Porträts biblischer Gestalten mit dramatischen Massenszenen. Palästina, im Jahre 63 v. Chr: Mit der Eroberung Jerusalems beginnt eine bittere Zeit für das jüdische Volk. Der römische Kaiser macht Herodes zum König der Juden. In seine Regierungszeit fällt die Geburt Jesu. Herodes befiehlt den schrecklichen Kindermord, vor dem Josef (Gerard Tichy) und Maria (Siobhan McKenna) mit dem Kind Jesus nach Ägypten fliehen. Als sie nach Galiläa zurückkehren, herrscht Herodes Antipas (Frank Thring), römischer Prokurator ist Pontius Pilatus (Hurd Hatfield). Immer öfter hören die beiden von einem Mann namens Jesus (Jeffrey Hunter), der mit einer Schar von Jüngern im Lande umherzieht, hilft, heilt und eine Botschaft der Liebe verkündet. Johannes (Robert Ryan) hat ihn getauft, bevor Herodes Antipas diesen Bußprediger auf Betreiben Salomes (Brigid Bazlen) enthaupten ließ. Als Jesus in Jerusalem einzieht, wagt der jüdische Freiheitskämpfer Barabas (Harry Guardino) mit seinen Rebellen einen neuen Aufstand. Er wird blutig niedergeschlagen; Judas (Rip Torn) will Jesus zwingen, Judäa vom römischen Joch zu befreien, und verrät ihn. Jesus wird festgenommen; das Volk entscheidet sich für Barabas, als Pilatus einen von beiden freigeben will. Jesus stirbt am Kreuz; von den Toten auferstanden, erscheint er Maria Magdalena (Carmen Sevilla) und gebietet dann den Jüngern, allen Völkern das Evangelium zu predigen. Die Aufnahmen dieses eindrucksvollen Monumentalfilms (20.000 Komparsen, davon allein 7.000 für die szenische Darstellung der Bergpredigt) fanden in Spanien statt. Regisseur Nicholas Ray bediente sich auf den verschiedenen Ebenen des Films unterschiedlicher Stilmittel: vom Passionsspiel bis zu Elementen des russischen Revolutionsfilms. Seinen Ruf als einer der eigenwilligsten amerikanischen Regisseure, der als „Rebell gegen Hollywood“ eine Vaterfigur des Autorenkinos wurde, hat Ray allerdings mit anderen Filmen („Johnny Guitar“, „Denn Sie wissen nicht, was sie tun“) begründet. Er starb 1979 im Alter von 67 Jahren.

Fr, 14. Mai · 14:30-15:28 · MDR
LexiTV – Wissen für alle: Jüdisches Leben – Tradition und Glaube

 
Im Laufe der Geschichte wurden Menschen jüdischen Glaubens immer wieder verfolgt, vertrieben und ermordet, bis hin zur systematisch geplanten Ausrottung durch die Nationalsozialisten. Ein Drittel aller Juden wurde umgebracht, das europäische Judentum fast vernichtet.  Doch nach dem Holocaust ist das jüdische Leben heute in Deutschland wieder aufgeblüht. „LexiTV“ fragt nach, wie sehr sich jüdische Mitbürger religiösen Bräuchen verpflichtet fühlen und welchen Charakter die Beziehung zu den nichtjüdischen Mitbürgern über 60 Jahre nach Ende des Holocausts hat.

Fr, 14. Mai · 20:15-21:40 · arte
Villa Jasmin

Der Hafen von La Goulette vor den Toren Tunis‘ im September 1976 – nach fast 20 Jahren kehrt Serge, ein tunesischer Franzose jüdischer Abstammung, in das Land seiner Kindheit zurück. Schon auf dem Schiff wird er vom zarten Duft des in der Luft liegenden Jasmins, später von Hitze, Lärm und dem überbordenden Leben in den Straßen ergriffen. Alles erinnert ihn an die glücklichen Tage seiner Kindheit. Bevor er bereit, ist selber Vater zu werden, möchte er seiner schwangeren Verlobten Jeanne das Land seiner Wurzeln zeigen und sich auf die Spuren seiner Eltern begeben, nach deren frühem Tod er seine Heimat verlassen musste. Diese waren 1956 kurz vor der Unabhängigkeit Tunesiens gestorben, die sich sein Vater, ein überzeugter Sozialist, so sehr gewünscht hatte. Seine Reise in die Vergangenheit beginnt für Serge am Grabe seiner Eltern und führt ihn schließlich zum elterlichen Haus, der Villa Jasmin, einem herrschaftlichem Gebäude, in dem sich mittlerweile ein Unternehmen für Elektrokabel befindet. Er taucht ein in das Leben der Eltern, die ihn viel zu früh verließen: Das bezaubernde Wesen seiner Mutter Odette, am Tag der ersten Begegnung mit dem von ihm so bewunderten und verehrten Vater Serge; der Kampf des Vaters gegen das französische Protektorat, als jüdischer Sozialist und Freimaurer, als Theaterregisseur und Journalist; die glücklichen Tage der jungen Familie in der „Villa Jasmin“ vor dem Ausbruch des Krieges; die anschwellende Bedrohung für die jüdische Familie während des Vichy-Régimes ab 1940 und schließlich die Besatzung Tunesiens durch die Nazis im Herbst 1942, gleichbedeutend mit der Vertreibung aus der „Villa Jasmin“ und der Deportation des Vaters ins ferne Deutschland, in das Konzentrationslager Sachsenhausen …

Fr, 14. Mai · 23:15-00:50 · WDR
Edelweißpiraten

 
Frühjahr 1945. Die Amerikaner marschieren in Köln ein. Im Hauptquartier der Gestapo brennen Akten. Gefangene werden aus ihren Zellen getrieben und aufgestellt. Im letzten Moment versucht Kommissar Kütter, den Befehl für ihre Erschießung aus Berlin zu bekommen. Doch die Leitungen sind tot. Kütter erschießt sich. Die Gefangenen überleben. Einer von ihnen ist Karl, ein 17-jähriger Junge. Karl erinnert sich. Eineinhalb Jahre vorher ist Karls Leben beinah noch normal, soweit ein normales Leben in einer zerbombten Stadt möglich ist. Karls Mutter ist tot, sein Vater ist an der Front. Er wohnt zusammen mit seinem jüngeren Bruder Peter, aber Peter ist Hitlerjunge und Karl ist Edelweißpirat. Das führt zu Streit, denn die Edelweißpiraten sind die natürlichen Feinde der Hitlerjugend. Normal in Karls Leben ist auch noch, dass er verliebt ist. In Cilly, die Verlobte seines gefallenen Bruders Otto. Karls Leben ändert sich, als er mit seinen Edelweißpiraten-Freunden Hans findet, einen verletzten KZ-Häftling und Bombenentschärfer. Cilly versteckt ihn bei sich, pflegt ihn und verliebt sich in ihn. Nicht nur aus Eifersucht empfindet Karl ihn als eine Bedrohung. Auch Hans‘ Plan, das Gestapohauptquartier mit Hilfe der Edelweißpiraten in die Luft zu jagen, hält er für wahnsinnig. Die beiden Brüder erfahren, dass ihr Vater gefallen ist. Während Karl sich zurückzieht, beschließt Peter, ein Edelweißpirat zu werden, nicht zuletzt aus Bewunderung für Hans. Inzwischen wird Hans von der Gestapo gejagt. Karl will gemeinsam mit seinem Bruder fliehen. Als Peter sich weigert, mit ihm zu gehen, um bei Hans zu bleiben, geht Karl zur Gestapo.

Sa, 15. Mai · 20:15-21:00 · PHOENIX
Das Tote Meer

 
Die Reise führt ins Heilige Land, in das Gebiet, wohin schon Abraham die Kinder Israels führte, wo Jesus lebte und starb und wo Mohammed in den Himmel fuhr.  Die Reise führt ins Heilige Land, in das Gebiet, wohin schon Abraham die Kinder Israels führte, wo Jesus lebte und starb und wo Mohammed in den Himmel fuhr. Mitten in dieser Region, nicht weit von Bethlehem und Jerusalem entfernt, liegt das eigentliche Ziel: das Tote Meer. In einer geschickten Kombination von Trick- und Realaufnahmen offenbart sich das Tote Meer als faszinierender Ort sagenhafter Zivilisationen und erdgeschichtlicher Umwälzungen.

Ein Kommentar zu “TV-Radar: haGalil Fernsehtipps

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