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Der Berliner Senat und die Syrische Botschaft – eine absurde wahre Geschichte

Viele unter uns, die keine Kinder haben bzw. nicht täglich mit Israel zu tun haben, kennen sie vielleicht nicht: Rachel, das kleine süße Mädchen, soll Kinder in Europa mit Israel bekannt machen soll. Für alle, die sie nicht kennen: http://rachel.israel.de

http://gad-immerwiederfreitag.blogspot.com/ v. 26.04.2010

Diese Broschüre wurde auch an Berliner Schulen verteilt, um die Schülerinnen und Schüler etwas aufzuklären – insbesondere darüber, dass Israel ein völlig normales Land ist. Religion, Geschichte und Land&Leute werden kindergerecht beschrieben.

Soweit, sogut. Doch auf einer Seite wird unter „Geographie“ (siehe auch im Link) die Landkarte von Israel gezeigt. Selbstverständlich sind die palästinensischen Gebiete mit einer anderen Farbe gemalt. Doch nun kommt es: Die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung hat in einem Schreiben an ALLE Berliner Schulen (inklusive Abendgymnasien und Kollegs) folgendes mitgeteilt:

„Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die Botschaft der Syrischen Arabischen Republik hat darauf hingewiesen, dass in einigen Berliner Schulen ein Comic-Heft der israelischen Botschaft verwendet wurde, in dem die besetzten syrischen Golanhöhen als israelisches Territorium dargestellt werden.
Sollte dieses Heft mit dem Titel „Rachel“ an Ihrer Einrichtung vorliegen, möchte ich Sie darauf hinweisen, dass die Darstellung der Golan-Höhen als Territorium des Staates Israel weder der Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen noch der Position der Bundesrepublik Deutschlands entspricht und bitte Sie, dies in der pädagogischen Arbeit entsprechend zu berücksichtigen.

Mit freundlichen Grüßen
R.R.“

Das dieses Schreiben ausgerechnet am Yom HaAzmaut, dem Israelischen Unabhängigkeitstag, verfaßt wurde, der in diesem Jahr auf den 20. April fiel, ist sicherlich nur Zufall – sagt aber doch einiges aus.

Wir alle wissen, dass Israel nach dem Sechs-Tage-Krieg die Golanhöhen erobert und besetzt hat. Natürlich wissen wir alle auch, dass dieser Krieg von den arabischen Staaten (also auch von Syrien) provoziert wurde mit dem Ziel, den jüdischen Staat zu vernichten. Und natürlich wissen wir, dass Syrien bereits vor dem Sechs-Tage-Krieg jahrelang vom Golan aus israelisches Gebiet beschossen hat – das Leben rund um den See Kineret war teilweise die Hölle für die Bewohner.

Wir wissen alle, dass Israel 1981 den Golan annektiert hat – und daß damit die Golanhöhen zum israelischen Staatsgebiet gehören, anders als der Gazastreifen oder die Westbank. Aber anscheinend habe einige vergessen, dass der „syrische Golan“ erst 1923 dem französischen Mandatsgebiet „Großsyrien“ zugesprochen wurde. Und das danach eine brutale Vertreibung der jüdischen Bewohner der Golanhöhen erfolgte.

Die „Arabische Republik Syrien“ wurde 1946 ausgerufen. Ich hoffe, dass jeder Berliner Schüler damit sehr schnell erkennen wird, dass der Golan damit länger bereits zu Israel gehört als er je zu Syrien gehört hatte.

Schade, dass der Berliner Senat in seinem Schreiben darauf nicht hingewiesen hat. Auch nicht darauf, dass Syrien ein Staat ist, in dem die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Auch nicht, dass Syrien aktiv den weltweiten Terrorismus unterstützt und auch kein Wort zur Hizbollah, die sowohl im Libanon, als auch in Israel, am Tod von Tausenden Menschen verantwortlich ist.

Liebe Herren und Damen des Berliner Senats, ein demokratischer Staat wie die Bundesrepublik Deutschland hat es doch wirklich nicht nötig, auf die Empfindlichkeiten eines Staates wie Syrien Rücksicht zu nehmen. Und wenn doch, dann sollten Sie sich mal Gedanken machen, welche Werte Sie den Schülerinnen und Schülern in Berlin vermitteln wollen.