Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt ungarische Gesetzgebung zur Ahndung der Holocaust-Leugnung

Der Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt die ungarische Gesetzgebung zur Ahndung der Holocaust-Leugnung. Nachdem das Gesetz vom ungarischen Parlament verabschiedet wurde, hat nunmehr der ungarische Staatspräsident, Professor Dr. László Sólyom, das Gesetz unterzeichnet…

„Der Zentralrat bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass das neue Gesetz nicht nur beim Kampf gegen die Leugnung und Verharmlosung des nationalsozialistischen Mordes an sechs Millionen Juden – 565.000 von ihnen aus Ungarn – behilflich sein wird, sondern zum Schutz der Demokratie in Ungarn schlechthin beitragen kann“, so der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan J. Kramer.

„Es ist ermutigend, dass der ungarische Staat sich nunmehr auch den innerhalb seiner Grenzen leider erstarkenden Judenhassern noch konsequenter in den Weg gestellt hat. Besonders im Zusammenhang mit dem wachsenden und zunehmend auch gewalttätigen Hass gegen Sinti und Roma, der in den letzten Monaten zu erkennen war, muss dieses Gesetz Signalwirkung gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und für die Demokratie und den Schutz der Menschenwürde entfalten“, fordert Kramer.

„Es ist traurig, dass unverbesserliche Antisemiten in vielen Ländern die historische Wahrheit über den Holocaust in Frage stellen, um ihren Judenhass zum Ausdruck zu bringen. Ihr Treiben macht eine Bekämpfung der Holocaust-Leugnung auch mit gesetzgeberischen Mitteln erforderlich, damit sie ihr Ziel, insbesondere die Jugend mit ihrem Antisemitismus anzustecken, nicht erreichen“, betont Kramer.

PM Zentralrat der Juden in Deutschland – Berlin, den 12. März 2010/ 26. Adar 5770

3 Kommentare zu “Zentralrat der Juden in Deutschland begrüßt ungarische Gesetzgebung zur Ahndung der Holocaust-Leugnung

  1. @ego@ können sie uns die Quelle nennen, für Ihre Behauptung?
    Laut dem ungarischen Historiker László Karsai wurden während der deutschen Besatzung ungefähr 5000 Zigeuner getötet. Und die Verfolgung der Zigeuner begann erst nach der Machtergreifung der Pfeilkreuzler am 15.10.1944.
    Es wurden aber im Frühjahr 1944 mehr als eine halbe Million Juden aus Ungarn deportiert. Nur eine kleine Minderheit überlebte.
    In Deutschland z.B. wurden nur die „Mischlinge“ verfolgt, und die „Reinrassigen“ wurden ungeschoren gelassen.

  2. Das ist in Ungarn heute unmöglich, schon gar nicht, dass der Staatspräsident Sólyom so einen Gesetzt unterschreibt – die Stimmen von hunderttausenden Zigeunerhassern werden doch für die nächsten Parlamentswahlen dringend gebraucht.

  3. Noch besser wäre es gewesen, hätte die Regierung, bei gerade Ungarn mit seinem rel. großen „Zigeuner“-Anteil, sich dazu aufgerafft, jedwede Leugnung des Versuchs der deutschen Faschisten, das Volk der „Zigeuner“ auszurotten, mit einzubeziehen. Es würde die Position dieser Minderheit stärken…

    ego

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