Integrationsminister Braverman in Berlin: „Wir müssen die arabischen Israelis umarmen“

Israels Minister für Minderheitenfragen, Avishay Braverman (AVODA/Arbeitspartei), ist gestern zu einem zweitägigen Besuch in Berlin eingetroffen. Zu seiner Delegation gehören Vertreter des arabischen Bevölkerungssektors in Israel, darunter der Knesset-Abgeordnete Hanna Swaid von der jüdisch-arabischen Liste „Hadash“. Auf dem Programm standen Treffen mit Bundesinnenminister Lothar de Maiziere, Bundesbildungsministerin Annette Schavan und dem Vorsitzenden des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz…

Erst am Sonntag hatte Braverman im israelischen Kabinett die Investition von umgerechnet 160 Millionen Euro in von Arabern bewohnte Städte in Israel durchgesetzt.

In einem Interview mit dem Tagesspiegel betonte der Minister: „Wir haben den israelischen Arabern in der Vergangenheit nicht die gleichen Mittel zur Verfügung gestellt wie den jüdischen Israelis. Das muss sich ändern. Denn entweder wir umarmen die arabischen Israelis, oder wir machen sie uns zu Feinden.“ Dabei bekräftigte er: „Der nächste Wirtschaftsaufschwung in Israel kommt durch die israelischen Araber.“

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk unterstrich Braverman die Notwendigkeit einer Zwei-Staaten-Lösung:

„Eines der drängendsten Themen für Israel ist es, hier diesen Friedensprozess weiterzubringen, und ohne eine enge Beziehung zwischen Israel und den USA hin zu dieser Zwei-Staaten-Lösung ist dies eine schwere, eine fast unmögliche Aufgabe, denn die Zeit läuft weiter. Hier ist wirklich politische Führung gefragt.”

“Ich glaube, es hat einige Probleme, einige Fehler gegeben, auch auf Seiten Israels. Aber es ist doch das wesentliche Interesse Israels, möglichst schnell zu einer Lösung zu gelangen, die Sicherheit verbürgt, und ich habe immer gesagt, man wird das Heilige Land aufteilen müssen.

Ich gehöre ja zu dieser älteren kampferprobten Generation, 1967 habe ich bereits im Krieg mitgekämpft, und es war uns immer klar, dass ein Teil des Westjordanlands, dass der Gazastreifen irgendwann wieder zurückgegeben werden muss. Alle anderen Probleme werden sich lösen lassen, denn wir stehen doch vor einer Alternative.

Entweder wir erreichen diese Zwei-Staaten-Lösung, also zwei Staaten für zwei Völker, oder wir kommen zu einer anderen Lösung, eben nicht einem eigentlich binationalen Staat, sondern einem Staat, in dem die Araber die Mehrheit haben und die Juden in der Minderheit sind. Hier geht es nicht nur um Netanjahu alleine, es geht auch um Obama und Merkel und ihren Beitrag zu einer Lösung. Sie müssen darauf hinwirken, dass Abu Mazen zu dieser, für ihn schweren Entscheidung gelangt.”

„Ich habe immer gesagt, dass die israelische Regierung in echte Verhandlungen ohne Vorbedingungen einzutreten bereit ist. Ich habe auch gesagt, dass der größte Teil des Westjordanlands an Palästina gegeben wird, vorausgesetzt dass dieser bewaffnete Konflikt beendet wird. Wenn das nicht gelingt, dann wird der Staat Israel als solcher keinen Bestand haben.

Das alles ist durchaus möglich und bei all den Schwierigkeiten bete ich doch dafür, dass letztlich die Weisheit das Übergewicht behält. Natürlich: Man kann kurzfristig durch Leidenschaften das politische Geschäft in einer Art geschlossenen Kreislauf anstacheln, aber langfristig ist doch eine Lösung gefordert, und hier sollen eben die politischen Führer wie Obama, Merkel sich zusammenschließen, um eben eine Lösung im Geiste eines Ben Gurion, eines Churchill, eines Abraham Lincoln zu finden.”

8 Kommentare zu “Integrationsminister Braverman in Berlin: „Wir müssen die arabischen Israelis umarmen“

  1. Da der Hauptstreitpunkt die Frage um Jerusalem ist, könnte es vielleicht produktiver sein, über eine Dreistaatenlösung nachzudenken. Warum nicht die Stadt in einen Zwergstaat umwandeln, der sowohl für Israel als auch für Palästina als Hauptstadt dienen könnte? Beide Länder könnten in einem unabhängigen Jerusalem Regierungsbehörden und Parlamente haben, wenn dies vertraglich so geregelt ist. Aus der Stadtverwaltung sollten sich hingegen dann sowohl Israel als auch Palästina raushalten.

    Ferner könnte man gar über eine Vierstaatenlösung nachdenken, wobei es sich beim vierten Stadt um eine Institution nach dem Vorbild des Vatikans handelt, deren Aufgabe es ist, die Hoheit über strittige Heiligtümer zu haben und diese zu pflegen.

  2. hallo Hannah,
    allerbesten Dank für dein posting in Sachen „Pommer“ ! (bestenfalls ein Doktor der Pornographie !) Ich habe in meinem e-mail acount noch viel schweinigere Sachen von dem gelesen, die die admins anscheinend noch flugs rausnehmen konnten… Bin sehr dafür, solche Konsorten hier zu sperren, da bei denen keine „Rote Linie“ existiert, was nicht heißen soll, das auch harte Kritik auszuhalten sei. Aber nicht solch ein blöder Dreck mit „Promotions-Phantasien“!
    Chag sameach, David

  3. Dr. Pommer, in was haben Sie den Ihren Doktor gemacht ? In Rassismus? Eklehaft, ihr Posting. Und Danke an die Admins, dass Sie uns hier zeigen, wie es in den deutschen Köpfen heute tickt.

  4. Israel muss die Beziehungen zu Obimbo brechen. Es ist unzumutbar mit Hussein Obimbo Israel gegen Araber und den Iran zu verteidigen. Auf solche Freunde wie Hussein Obimbo kann Israel ruhig verzichten. Die Amis brauchen Israel nicht umgekehrt. Ohne Israel stehen Amis in den Nahen Osten allein da.

  5. Man kann Avishay Braverman für seine verständigen Worte und – so wollen wir hoffen – auch Taten nur danken. Es gibt keine Alternative zur Kooperation – so schwierig sie auch ist. Der Vertragsentwurf etwa der „Genfer Initiative“ hat gezeigt, dass sich die schwierigsten Fragen und Interessengegensätze lösen lassen.

  6. Lieber anonymer Schreiber,

    ich kann aus dem Text nicht erkennen, dass da realitätsfremdes „Grünzeug“ geredet wird. Es erscheint mir durchaus nachvollziehbar und insbesondere auch in Bezug auf die visionäre Lösung, die zum Schluss zu lesen ist, kann man von einer mutigen Wortmeldung sprechen. Gerade Churchill und Lincoln haben mutige Lösungen/Schritte durchgeführt!

    Grundsätzliche Bedenken bekomme ich dagegen immer dann, wenn ich so etwas lese: „Araber und Juden so gut zusammen passen wie Feuer und Wasser…“ Solche Absolutheiten sind es, die den Weg zu einer Lösung verbauen!

  7. Eine sehr weise Aussage – dass auch von Israel Fehler gemacht wurden ist unbestritten.
    Endlich mal ein anderer Ansatz Frieden im Nahen Osten zu realisieren und alle Bevölkerungsgruppen in den Friedensprozess einzubeziehen – ein Schritt in die richtige Richtung.

    Ich wünsche diesem Vorschlag viel Erfolg!

  8. ..irgendwie erweckt doch Avishay Braverman dass er nicht einmal d Realität zufällig begegnet hat! Wenn er dies tun hätte, würde nie auf d Idee kommen solches Grünzeug zu reden!

    Ich lebe schon länger in Israel… doch besonders in d letzten Jahren erlebe ich und dies immer deutlicher geworden das sogar die sehr Links orientiert waren, sind von ihre Knutsche Stimmung abgekommen… und erkannt dass Araber udn Juden so gut zusammen passen wie Feuer und Wasser…

    Wer also so ein Grünzeug redet, der hat vor allem Gedächtnisverlust, und um Friede -Freude-Eierkuchenstimmung gefährdet d Sicherheit des eigene Volkes udn Landes!

    Tiqvah Bat Shalom

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