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Israel missachtet die wichtigste Sicherheitskonferenz der Welt

Die ganze Welt entsandte hohe Vertreter zu der Sicherheitskonferenz in München- mit Ausnahme Israels, das sich mit dem stellvertretenden Außenminister begnügte…

Auszüge aus einem Artikel von Ronen Bergmann, Jedioth Achronoth v. 08.02.2010

Es handelt sich hier um das wichtigste Sicherheitsforum der Welt, bei dem Führungspersönlichkeiten der Politik und Diplomatie, der Armee und des Geheimdiensts zusammentreffen und Meinungen austauschen. Hier halten sie Ansprachen, und hier beginnen geheime Verhandlungen. Und wer meint, dieses Forum sei nicht wichtig genug? Wer ist überheblich, frech und dumm genug, keine geeigneten Vertreter zu entsenden? Der Staat Israel.

Viele der Teilnehmer verurteilten Israel mit scharfen Worten, da es keinen geeigneten Vertreter entsandte. „Gerade der Staat, der die meiste Kritik einstecken muss, erschien zu dieser wichtigen Konferenz nicht“, sagten Vertreter Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens zu Jedioth Achronoth. Was hat der Staat Israel stattdessen getan? Er hat bei den Organisatoren der Konferenz lauthals dagegen protestiert, dass sie dem iranischen Außenminister überhaupt eine Bühne zur Verfügung gestellt haben. Anstatt einen ernsthaften Vertreter zu entsenden, der sich mit ihm auseinandersetzt, findet Israel es nicht in Ordnung, dass er überhaupt eingeladen wurde.

Die Sicherheitskonferenz in München wurde vor 46 Jahren ins Leben gerufen. Seitdem wurde sie zur wichtigsten und exklusivsten ihrer Art. So wie die Herzlia-Konferenz, nur, dass an der Konferenz in München die ganze Welt teilnimmt.

Letztes Jahr fand die Konferenz kurz vor den Wahlen statt. Das war die Ausrede, warum auch damals kein Repräsentant entsendet wurde. Die Organisatoren wandten sich an die damalige Außenministerin Livni und schlugen ihr vor, anlässlich der Konferenz einen Artikel für eine Sonderbeilage der Süddeutschen Zeitung zu schreiben. Letztes Jahr schrieben z.B. Angela Merkel und Nicolas Sarkozy einen gemeinsamen Artikel für diese Beilage. Die Assistenten Livnis gaben bekannt, wegen der bevorstehenden Wahlen habe die Ministerin keine Zeit (letzten Endes nahm sich Ehud Barak der Sache an. Dieses Jahr fragten die Organisatoren erst gar nicht und begnügten sich mit einem israelischen Journalisten). Auch dieses Jahr fand kein führender Politiker Israels Zeit, nach München zu kommen. Das Büro des Außenministers teilte mit, Liebermann habe keine Zeit. So auch das Ministerpräsidenten-Amt und das Büro des Verteidigungsministers. Der Berater für nationale Sicherheit Uzi Arad sollte kommen, sagte jedoch im letzten Moment seine Teilnahme wegen einer „strategischen Beratung im Ministerpräsidenten-Amt“ ab.

Es ist klar, dass diese Leute wirklich sehr beschäftigt sind, und natürlich immer nur mit Staatsbelangen. Andererseits könnte man dann doch fragen, warum sich General Jim Jones, eigentlich der wichtigste Mann im amerikanischen Verteidigungsapparat, der sicherlich noch ein paar andere Dinge am Kopf hat, oder der chinesische Außenminister, der 1,3 Milliarden Menschen vertritt, die Zeit nahmen, an der Konferenz teilzunehmen. Und Israel? Fehlanzeige.

Abgesehen von der Kritik, die an der arroganten Rede Ayalons geübt werden könnte, der den Teilnehmern eine Predigt über die Veränderungen hielt, die die arabischen Staaten an sich selbst vornehmen sollten, der den Palästinensern die Schuld an allem gab, völliges Unverständnis für die Sensibilität der europäischen Staaten demonstrierte – war es sowieso klar, dass er nicht dazu geeignet ist, Israel zu repräsentieren.

So ist das bei uns: Alles, was sich außerhalb der territorialen Gewässer Amerikas abspielt, ist uninteressant oder existiert erst gar nicht.