Wie Gerüchte über Organraub entstehen

Das Gerücht vom israelischen Organraub – begonnen nach einer schlampigen Recherche einer schwedischen Zeitung, die bereitwillig auf ein altes Gerücht aufsprang – ist eine moderne Version der sehr alten antijüdischen Ritualmordbeschuldigung, die benützt wird, um Israel zu verleumden…

Von Karl Pfeifer

Nachdem israelische Helfer nach Haiti kamen, hat ein palästinensisches Propagandaorgan Israel beschuldigt Organe zu rauben und die ehemalige liberal-demokratische britische Abgeordnete Baroness Jenny Tonge – die zu den fleißigsten „Israelkritikern“ gehört – verlangte von Israel, dies zu untersuchen.[01] Daraufhin wurde sie als Gesundheitssprecherin ihrer Partei im House of Lords entlassen.[02]

“Wie sich Israel benimmt ist eben nicht koscher. Jüdische Menschen sollten sich ganz und gar schämen, dass sie nicht mehr tun, um sie zu stoppen. Es ist absolut abscheulich“ sagte Tonge, die bei propalästinensischen Demonstrationen auch zum Megaphon greift.[03] (Bildquelle: http://www.hurryupharry.org)

Gerüchte über Organraub leben fort – zum einen, wegen der morbiden Faszination; zum anderen weil sie Verschwörungstheoretiker bestärken, die in solchen Legenden einen weiteren “Beweis” sehen, wie die Mächtigen und Reichen die Armen und Machtlosen ausbeuten. Tatsächlich begannen diese Gerüchte nicht mit Israel – das ist nur das letzte Kapitel einer Jahrzehnte alten globalen Gerüchteverbreitung.

Nancy Scheper-Huges, eine Anthropologin an der University of California, Berkeley, hat einen großen Teil ihrer Laufbahn dem Studium der Geschichten über Organraub gewidmet. Eine ihrer Schlussfolgerungen ist, dass viele dieser Gerüchte auf Wahrheit beruhen. So präsentierte sie am 27. Juni 2001 “THE GLOBAL TRAFFIC IN HUMAN ORGANS: A Report to the House Subcommittee on International Operations and Human Rights, United States Congress”[04]

In ihrem Bericht berührt sich auch den “Organ Tourismus“ im Nahen Osten – in dem sowohl Israelis als auch Palästinenser involviert sind: „Die am meisten verbreitete Praxis des illegalen Organ Sammelns betrifft den Kauf von Nieren von verzweifelten lebenden Organspendern. Im Nahen Osten sind Einwohner der Golf-Staaten (Kuwait, Saudi Arabien und Emirate) viele Jahre nach Indien, den Philippinen und Osteuropa gefahren, um Nieren zu kaufen, die im Nahen Osten rar wurden wegen der fundamentalistischen islamischen Lehren, die zwar eine Organ Transplantation (um ein Leben zu retten) erlauben, aber es verbieten solche, Leichen zu entnehmen. In der Zwischenzeit fahren Hunderte von Nieren-Patienten aus Israel, das eigene, sehr gut entwickelte, aber nicht ausgenützte Transplantationszentren (wegen ultra-orthodoxe jüdische Bedenken über Gehirntod) hat, als „Transplatantions-Touristen“ in die Türkei, Moldawien, Rumänien, wo verzweifelte Nierenverkäufer gefunden werden können…Aber reiche Palästinenser aus der West Bank fahren auch auf der Suche nach solchen Transplantationen nach Bagdad, Irak, wo einige medizinische Zentren Transplantationstouristen aus der arabischen Welt bedienen. Die Nierenverkäufer im Irak – so berichtete mir ein palästinensischer Nieren-Transplantation-Patient im März 2001, sind meistens junge Männer, Gastarbeiter aus Jordanien und arme Iraker, die sich in einer speziellen Abteilung des Spitals in Schlafsälen befinden, die man “Nieren Motels” nennen kann, um die Blut- und andere Tests zu bestehen, die aus ihnen den “Gewinner” der Nierenlotterie machen. Im Irak kostet die Transplantationspauschale, inklusive vor und postoperative Behandlung und mit modernen Apartments auf dem Gebiet des Spitals für die Angehörigen ab$20,000, während es vor einigen Jahren lediglich $10,000 kostete. Tatsächlich war es das Erscheinen von Palästinensern, denen man erfolgreich eine Niere transplantierte, welche jüdische Patienten in Israel veranlasst haben eine alternative Transplantation für sich zu suchen.“

Und in dem 2007 publizierten Artikel “Organ Stealing: Fact, Fantasy, Conspiracy, or Urban Legend?” ((http://poundpuplegacy.org/node/14245)) beschreibt Scheper-Hughes die sozialen Bedingungen unter denen die Gerüchte über Organraub entstehen und gedeihen: „Ein schauriges Gerücht entstand zuerst in den Elendsvierteln Brasiliens in der Mitte der 80er Jahre und es wird seitdem verbreitet. Die Flüsterpropaganda informiert über die Entführung und Verstümmelung von Kindern und Jugendlichen, die so wird erzählt, gierig als Lieferanten des internationalen Handels für reiche Transplantationspatienten aus den entwickelten Ländern betrachtet werden. Diese Gerüchte über Organraub wurden von Zeitungen in Recife übernommen und es wurde darüber auch im Radio berichtet. Die meisten Berichte machten sich lustig über die Leichtgläubigkeit einfacher Menschen. Doch die Medienberichte, die Gerüchte zerstreuen sollten verschärften diese. „Ja, es ist wahr“, weinte Dona Aparecida, händeringend am Eingang ihrer Hütte, die sich in der mit Abfall vollen Straße, die Pfad der Geier genannt wird, befindet. „Ich habe es im Radio gehört“. Als Folge wurden kleine Kinder zu Hause eingesperrt während ihre Eltern arbeiteten. Ich fand ein verängstigtes kleines Mädchen, das wie eine Ziege an den Tischstuhl angekettet war. Ich hörte andere Varianten von Geschichten über Organraub von Anthropologen in Argentinien, Kolumbien, Peru, Guatemala, Honduras, Mexiko, Indien und Korea…. Obwohl die meisten dieser Geschichten aus Zentral- und Südamerika kamen, gab es auch solche Berichte über Organraub aus Polen und Russland, wo man berichtete, dass die Organe von armen Kindern an reiche Araber als „Ersatzteile“ bei Operationen geliefert wurden. Die Historikerin Luise White publizierte Geschichten über Blut saugende, Blut stehlende menschliche Vampire in Ost- und Zentral Afrika und der südafrikanische Anthropologe Isak Niehaus berichtete über Blut- und Organraubgerüchte in Transvaal, die während der Feldforschung 1990-1993 gesammelt wurden.“

In Italien (von allen Ländern!) schrieb Paolo Toselli im August 1990 eine Serie von Nachrichten über Gerüchte, wie arme Kinder entführt werden, um ihre Organe für Transplantation zu benützen und erreichte sehr schnell weite Verbreitung. 231 Kinder sollen 1990 in Italien entführt worden. In Italien fokussierten diese Geschichten über eine „schwarze Ambulanz“ als Entführungsfahrzeug. Andere italienische Gerüchte warnten von einer mobilen Chirurgie Operation, die sich auf dem Land nördlich von Rom bewegt. Und es gab Gerüchte über Schwarzmarkthandel von armen brasilianischen Kindern, die illegal nach Italien als Lieferanten von „Ersatzteilen“ für Organtransplantationen“ importiert wurden. Hier haben wir einen geschlossenen Kreis, das Gerücht begann in Brasilien, die „Spender“ Nation, die zwei Jahre später ihr Gegenüber in der „Empfänger“ Nation fand (wie das Kinderspiel „stille Post“).

Was bedeutet das, wenn eine Menge von Menschen rund um die Welt Varianten der gleichen bizarren und unwahrscheinlichen Geschichte erzählen. In anderen Wörtern, wie interpretiert man die soziale Einbildung von armen Menschen aus der Dritten Welt?…

Überall hat das Gerücht über Organraub seine Grundlage in den Wahrnehmungen von armen Leuten, die auf sozialen und biomedizinischen Realität gründen, dass ihre Körper und die Körper ihrer Kinder für die Reichen und Mächtigen mehr Wert wäre als tote denn als lebendige. Sie können sich leicht einbilden, dass ihre Körper und der Körper ihrer jungen Kinder mit Sehnsucht von denen betrachtet wird, die Geld besitzen.

Wie sie es sehen, gibt es einen Austausch von Organen von den Körpern der jungen, der armen und der schönen in die Körper, der alten, reichen und hässlichen und vom armen Süden an die Reichen im Norden: Amerikaner, Deutsche, Italiener, Japaner und Israelis.

Die soziale Ethik der Transplantation verlangt nach einem einigermaßen demokratischen Staat in dem die grundlegenden Menschenrechte gewährleistet und garantiert werden. Organ Transplantationen, die sogar in Elite Spitälern von gewissenhaften Ärzten durchgeführt werden, im Milieu eines Polizei- oder Militärstaates, wo es politisches „Verschwinden“ (Brasilien, Südafrika), „schmutzige Kriege“ (Argentinien), ethnische Säuberung (Bosnien) oder Völkermord (Ruanda, Guatemala) werden praktiziert oder wo Folter, Verletzung und Mord während der Anhaltung üblich sind (zum Beispiel früher in Südafrika), [und in der Volksrepublik China K.P.] können nur eine Abscheulichkeit, eine andere Form von Gewalt repräsentieren.

Unter den gegebenen Umständen der Armut, des gewaltsamen Konflikts und der antijüdischen Hetze in den besetzten Gebieten ist es keine Überraschung, dass solche Gerüchte über Organraub derartig verbreitet sind. Westliche Politiker und Journalisten aber, die solche Gerüchte übernehmen und verbreiten, müssen sich den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen.

  1. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3848105,00.html []
  2. http://www.thejc.com/news/uk-news/27160/jenny-tonge-stripped-lords-role []
  3. http://www.hurryupharry.org/2010/02/13/defending-jenny []
  4. http://www.publicanthropology.org/TimesPast/Scheper-Hughes.htm []

27 Kommentare zu “Wie Gerüchte über Organraub entstehen

  1. Jane ist unverschämt. Ich weise ihr nach, dass sie die Unwahrheit geschrieben hat und sie macht munter weiter mit ihrer antisemnitischen Mantra.

    Jane kann es nicht lassen, es ist die alte antisemitische Mantra, es ist zwar Unsinn aber…
    genau das machen die Antisemiten auch mit den Protokollen der Weisen von Zion, es ist zwar eine Fälschung aber…
    Ich habe nicht versucht irgendetwas zu vernebeln, sondern den antisemitischen Hintergrund díeser Gerüchte bez Israel zu beleuchten.

    Also machen Sie weiter mit langatmigen Erklärungen, mit Schuldzuweisungen, die wic ich in einem Fall bewiesen habe unwahr sind. die meisten Leser wenn sie Jane sehen, hören schon auf zu lesen.
    Haben Sie Jane außer Israelbashing und außer ihrer antisemitzischer Mantra noch andere Themen?
    Könnten Sie uns nicht mal auf selbstkritische Artikel aus arabischen Medien aufmerksam machen, die sich mit Organraub und Organhandel in der arabischen Welt beschäftigen?
    Wie wäre es sich mit der Lage der Frauen in der arabischen Welt zu beschäftigen?
    Aber nein, all das gibt keine Befriedigung.

  2. @’Onkel Hans‘ – Ihren Artikel zu ‚Hamas betreibt Nazi-Propaganda‘ habe ich gelesen.

    Die Meldung bzlg. 25 000 ‚importierter ukrainischer Kinder‘ – ist zweifelsohne Unsinn und dass die Hamas, eine solche Meldung, welche zunächst in der Ukraine avancierte gerne kolportiert, wundert mich nicht all zu sehr.

    Auch wenn dies Unsinn ist, so dürfte mittlerweile klar sein, dass in der Ukraine tatsächlich viele israelische Organhändler aktiv sind – ohne einen realen Hintergrund hätten solche ‚Gerüchte‘ wahrscheinlich wenig Chancen.

    Vergleichbar mit dem Artikel des Afton-Blades ist das freilich ganz und gar nicht. Übrigens wäre eine solche Meldung (Afton-Blad) jedes Land betreffend ein Skandal, natürlich nicht nur Israel, und jeder Journalist, der solches macht, verhält sich legitim, wenn die Recherche und die Hintergründe real und schlüssig sind – dies ist hinsichtlich Israel der Fall.

    Um die, wie ich mittlerweile nachwies, durchaus realen Hintergründe dieses Artikels zu vernebeln, kommt eine solche dubiose Meldung natürlich ‚gerade recht‘.

    Man muß da ganz klar unterscheiden.
    (Was ‚Onkel Hans‘ offensichtlich lieber nicht tut)

  3. Herr Pfeiffer, die von Ihnen zitierte Anthroplogin, Nancy Sherperd-Hughes von der Berkley Universität, die wohl eine der weltweit renommiertesten Expertinnen zur Sache ist, schrieb die Sache betreffend auch folgendes:

    ‚ As Scheper-Hughes describes it, organ trafficking consists of “paying the poor and the hungry to slowly dismantle their bodies.”

    For traffickers, human body parts are commodities, to be cut out of the bodies of the poor and sold to the rich. The organ “donors” receive no follow-up care and end up worse off on many levels—physically, financially, psychologically, socially—than even their original tragic situation. Sometimes they are coerced into such “donations.”

    While Scheper-Hughes emphasizes that traffickers and procurers come from numerous nations and ethnicities, including Americans and Arabs, she is unflinchingly honest in speaking about the Israeli connection:

    In a lecture last year sponsored by New York’s PBS 13 Forum, Scheper-Hughes explained that Israeli organ traffickers, “had and still have a pyramid system at work that’s awesome…they have brokers everywhere, bank accounts everywhere; they’ve got recruiters, they’ve got translators, they’ve got travel agents who set up the visas.”

    Lest this sound simply like a successful international concern, it’s important to understand the nature of such a business.

    In her Forum 13 lecture Scheper-Hughes discussed the two motivations of Israeli traffickers. One was greed, she said. The other was somewhat chilling: “Revenge, restitution—reparation for the Holocaust.

    For many years Israelis in need of an internal organ have gone on what experts call “transplant tourism”—traveling to other nations to obtain internal organs. Sometimes body parts are obtained from those freshly dead; more often from the desperately needy. While affluent people from numerous countries and ethnicities engage in this practice, Israel is unique in several significant ways.

    First, Israelis engage in this at an extraordinarily high rate. According to a 2001 BBC report, Israelis buy more kidneys per capita than any other population.

    10 The Israeli news service Ynet reports, “the percentage of organs donated among Jews is the lowest of all the ethnic groups.”11

    Third, the Israeli government has enabled the practice. For many years the Israeli health system subsidized its citizens’ “transplant holidays,” reimbursing Israelis $80,000 for medical operations abroad. Much of the remaining costs could often be obtained from government-subsidized12 Israeli insurance plans.13 In addition, Israel’s Ministry of Defense was directly involved. ‚

    http://www.wrmea.org/component/content/article/321-2009-november/6602-israeli-organ-trafficking-and-theft-from-moldova-to-palestine.html

    Ich vermute, dass vor allem bei Juden solche Enthüllungen an die mittelalterlichen Ritualmordlegenden erinnern, denn die weniger gebildeten Europäer wissen doch gar nichts mehr davon (und das sind die meisten).

    Das spielt heute doch gar keine Rolle. Dass das freilich unangenehm ‚berührt‘ Nicht-Juden und auf andere Art und Weise Juden insbesondere, ist wohl mehr als nachvollziehbar. Das kann man freilich nicht mit der üblichen Methode ‚Shoot the messenger‘ aus der Welt schaffen.

    Ich kann mich jedenfalls nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass auf diesem Wege die Menschenrechtskonvention, die natürlich nicht nur Organraub, sondern auch Organhandel verbietet, unterminiert und legitimiert wird (wie Sie es in ihrem Kommentar ja schon vorwegnehmen). Es ist richtig, dass es Händler und Käufer überall in den westlichen Ländern gibt, natürlich ist das nicht per se ein israelisches, sondern ein globales Problem; allerdings wird diese Praxis von allen westlichen Ländern, bis auf Israel verurteilt. In Israel hingegen, scheint es sich um eine staatlich subventionierte gängige Praxis zu handeln. Meine Zahlen waren untertrieben. Die Hälfte der transplantierten Nieren, welche Israelis haben sind keine Spenderorgane (lt. Hadassah-Klinik).

    Hätten Sie ihren Artikel nicht geschrieben, so wäre ich in der Tat nicht schlauer als vor 2 Tagen, denn diese Hintergründe der Sache waren mir bislang nicht bekannt. Vermutlich ist das Beste um Image-Schaden für Israel zu vermeiden, was Ihnen ja maßgeblich am Herzen liegt – Schweigen – aber vermutlich hilft das auch nichts mehr.

    Ob ich Israel ‚hasse‘, wie mir hier dauernd unterstellt wird – nein, natürlich nicht, ich habe nur ein ernsthaftes Problem mit der Besatzungspolitik und mit Leuten, die sie legitimieren und verharmlosen, ganz egal ob Juden oder Nicht-Juden und wenn ich sowas lese, und all die dummen gehässigen Kommentare hier – ja, dann macht mich das durchaus wütend.

    Um eines scheint es sich bei dem schwedischen Artikel, auch in Anbetracht des Geständnis des ehemaligen Direktors des Abu Kabir Instituts jedenfalls nicht zu handeln – um ein bloßes ‚Gerücht‘.

  4. Und jetzt ist klar, dass ich manchmal auch den Namen „Onkel Hans“ benützte.
    Und meine Artikel „Hamas betreibt Nazipropaganda“ muss nicht gegoogelt werden, er befindet sich auf Hagalil.

  5. Nein, das glaube ich auf keinen Fall.
    Diese Menschen wissen was sie tun, was sie sagen.
    Es geschieht überlegt in vollem Bewusstsein und Erwartung dessen, was diese antisemitische Hetze anrichtet.

    http://wapedia.mobi/de/Antisemitismusforschung

    „Loewenstein und Grunberger betrachten Antisemitismus als Ausdruck eines Krankheitszustandes, der von leichten Ausprägungen bis zu schwersten pathologischen Wahnsystemen reiche. Darunter leide allerdings nicht der Kranke, der sogar einen sekundären Krankheitsgewinn und weder Leidensdruck noch Krankheitseinsicht habe, sondern die Opfer ihrer Krankheit. Charakteristisch sei hierbei eine Regression auf früheste Stadien des Ichs beziehungsweise Über-Ichs [19]. In für Psychosen typischer Weise setzten Antisemiten die Realitätsprüfung ihres Wahns außer Kraft.[20] In diesem regressiven Stadium könnten Widersprüche problemlos nebeneinander bestehen, indem zum Beispiel von „jüdischem Bolschewismus“ gesprochen werde, während gleichzeitig „der Jude“ als der „größte Kapitalist“ erscheinen könne, ohne dass dieser offensichtliche Widerspruch den Kranken beunruhigt. Antisemitische Reaktionen sind daraus folgend, nach Grunberger, immer auch Verletzungen eines „gekränkten Narzissmus“.

    Ähnlich deutet Ernst Simmel Antisemitismus als irrationale Handlungsimpulse von Einzelnen und Gruppen zur Überwindung pathologischer Störungen. Er sieht darin einen Rückfall in infantile, primär vom Destruktionstrieb beherrschte Entwicklungsstufen unter Verleugnung der äußeren Realität. Er entwickelt das Modell einer Massenpsychose, die es dem Einzelnen dennoch ermögliche, eigene psychische Defizite zu kompensieren und im Gegensatz zur isolierten psychotischen Person dennoch psychisch relativ intakt und sozial integriert zu bleiben. Ermöglicht werde dies durch die Kraft der Gruppe zur Überwindung der Machtlosigkeit des Einzelnen gegenüber der Realität“

    Also: Antisemitismus erwächst immer einer schwer deformierten Seele, ist das Symptom einer schweren Krankheit, seine Manifestationen sind Verbrechen.

    Wenn nun jemand in beispiellos apodiktischer Weise jedes hier aufkommende und wie auch immer gelagerte Thema unter völliger Mißachtung jeglichen Zusammenhanges, dafür aber mit überproportionalem Einsatz und Aufwand so lange dreht, wendet und hoffnungslos zerredet, nur um letzten Endes Israel und nur Israel mit Schuld überziehen zu können, kann absolut von Obesession, von Zwangsvorstellungen ausgegangen werden.

  6. Es ist mir seit heute bekannt, dass israelische Medien über das Abu Kabir Institut berichteten, das ändert aber nichts daran, dass die Sache eben keine hohen Wellen schlug und Dr. Hiss auch weitehrin Chef-Pathologe in besagtem Institut ist, obwohl er zweifelsohne für illegale Organentnahmen in nicht unbeträchtlichem Ausmaß verantwortlich ist. Auch von Preislisten, für alle möglichen Organe ist in israelischen Medien zu lesen.

    Zunächst wird mir ungerheurliches unterstellt, weil ich darauf hinweise, dass eine Verkettung von Indizien, die ein solches Verbrechen andeuten eine Untersuchung verdienen, nicht mehr und nicht weniger – auch um gegebenenfalls den Verdacht eben auszuräumen.

    Da wird mir sonst was unterstellt, weil das ja angeblich nur antisemitische Unterstellungen seien und selbstverständlich bar jeder Grundlage ist.

    Der angeblich pauschalen Verurteilung, folgt die pauschale Abwehrstrategie – was dabei auf der Strecke bleibt ist die Wahrheit dahinter und die sollte niemandem gleichgültig sein. Interessiert die eigentlich irgend jemand? Nun ja anscheinend nicht, so lange die Betroffenen NUR Palästinenser sind. Wären es Israelis so würden alle hier sofort eine Untersuchung fordern.

    Eigentlich sollte man meinen, dass der Umstand, dass sich mittlerweile erwiesen hat, dass am forensichen Institut, in dass auch viele vom IDF getötete Palästinenser gebracht wurden, illegale Organentnahmen in nicht geringem Ausmaß unter der Ägide des Direktors höchstpersönlich über einen langen Zeitraum stattfanden, Fakt ist – da sind die Fakten auf einmal völlig egal. Wie das? Wie hohl ist das denn?

    ‚Wenn die palästinensischen Forderungen nach Gerechtigkeit nicht von Nachforschungen durch Journalisten oder Proteste der internationalen Gemeinschaft unterstützt werden, dann kann Israel sie getrost ignorieren.

    Es ist wert, in diesem Zusammenhang an den ständigen Refrain aus Israels Friedenslager zu erinnern, daß die brutale, vier Jahrzehnte dauernde Besatzung Palästinas die israelische Gesellschaft zutiefst korrumpiert hat.

    Wenn die Armee die Macht ohne Rechenschaft genießt, wie können Palästinenser oder wir wissen, was den Soldaten unter dem Deckmantel der Besatzung alles erlaubt ist, um ungeschoren davonzukommen? Welche Einschränkungen gelten, um Mißbräuche zu verhindern? Und wer klagt sie an, wenn sie Verbrechen begehen?‘

    http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8737&lg=de

    Nun, dass diese letzte von Jonathan Cook gestellte Frage, die meisten Poster hier grundsätzlich sowieso nicht interessiert, ist ja nichts Neues.

    Gleichermaßen, wenn israelische Politiker ”Blutanklage” oder ”Antisemitismus” schreien können, wenn sie kritisiert werden, um den Ruf jener, die sie anklagen, zu beschmutzen, welchen Anreiz haben sie dann, Nachforschungen anzustellen, die ihnen oder den Institutionen, die sie überwachen, schaden können? Welchen Grund haben sie, ehrlich zu sein, wenn sie einen Kritiker zum Schweigen knüppeln können ohne Schaden für sich selbst?

  7. Mein Thema war wie Gerüchte entstehen. Und nicht der Organ Handel oder Organ Diebstahl. Doch das interessiert die unermüdliche Israelbasherin nicht.

    @Jane@ Sie schreiben wieder einmal die Unwahrheit: „In den israelischen Medien hat diese Sache jedenfalls keine hohen Wellen geschlagen…“
    Im Gegensatz zu Ihnen bin ich kein Kampfblogger sondern Journalist und so schaute ich mir ihre Behauptung an, in Israel berichteten die Medien wenig über Organ Diebstahl
    beim Googlen fand ich „ungefähr 283 für „organ trade“ „Abu Kabir“ „Haaretz“.“
    Was immer Sie da für wilde Geschichten erzählen, Fakt ist dass sie bezüglich der israelischen Berichterstattung die Unwahrheit schrieben, obwohl ein Blick in Googe sie hätte vom Gegenteil überzeugen können. nämlich dass die israelischen Medien z.B. Haaretz viel Raum widmete dieser Geschichte.

    Im übrigen rate ich Ihnen meinen Artikel „Hamas betreibt Nazipropaganda“ zu lesen. Wenn Sie googlen finden Sie ihn.

    Und bitte keine langen Abhandlungen, denn die lesen in der Regel nur Sprachwissenschaftler, die Material für sekundären Antisemitismus suchen.

  8. ‚Jane teilt uns mit, dass die Ritualmordlegende doch eine Grundlage hat, weil doch ein/oder mehrere israelische Ärzte nicht die Ethik-Regel beachtet hat.‘

    Das ist eine Verleumdung, solches habe ich nirgends getan, Sie sind unsachlich Herr Pfeiffer und SIE haben schlampig recherchiert, sonst wären Ihnen die Vorgänge am Abu Kabir Instiut und das Geständnis des Dr. Hiss bekannt gewesen (oder haben Sie es etwa unterschlagen?).

    ‚Nun beruhen solche Mitteilungen auf israelische Stellungnahmen in israelischen Medien.‘

    Oder eben von einem schwedischen Artikel, den Sie ja nun aufs Korn genommen hatten, weil er Unwahrheiten verbreiten würde. Der Artikel hat nicht verbreitet, dass Juden ‚Ritualmorde‘ begehen, sondern weist auf Indizien hin, die auf einen möglichen Organraub und eine mögliche Komplizenschaft des IDF hinweisen. Die Angehörigen der Opfer haben ein Recht auf Aufklärung und auch auf Ermittlung, insofern die Indizien schlüssig sind.

    Mittlerweile dürfte klar sein, dass es solchen Organraub gegeben hat.

    ‚Sie gibt zu, dass es auch außerhalb Israels Organhandel gibt, schießt sich aber auf Israel ein und kann das leicht tun, denn auf der arabischen Seite gibt es wahrscheinlich keine offiziellen Mitteilungen und keine Medienberichte.‘

    Natürlich gibt es das auch woanders, ob Sies glauben oder nicht, ich denke nicht in Ihren Kategorien von Jude und Nicht-Jude und die Kategorien ‚wer ist besser oder schlechter‘ interessiert mich schon gar nicht; allerdings finden sich woanders wohl kaum so viele treue Patrioten, die das auch noch bagatellisieren und die Überbringer böser Nachrichten auf Gedeih und Verderb diffamieren, um über den eigentlichen Sachverhalt hinwegzutäuschen. Das ist tatsächlich ein israelisches Problem, dass Mißstände begünstigt. Es kann sich wohl kein Staat der Welt einer solchen Armada privater PR-Aktivisten erfreuen.

    Ich fänds schön, wenn die Vorgänge am Abu Kabir Institut zumindest so manchen hier mal nachdenklich stimmen würden.

    Womöglich bedarf es dazu tatsächlich eines reißerischen Artikels, wie er im Afton-Blad erschienen ist, weil andernfalls das Thema komplett ausgeblended wird, so wie es offensichtlich sehr lange ausgeblendet wurde, denn anders lässt sich die Anstellung von Dr. Hiss als Chef-Pathologe nicht erklären und eine passive Komplizenschaft des Gesundheitsministeriums liegt nahe.

    In den israelischen Medien hat diese Sache jedenfalls keine hohen Wellen geschlagen, sonst wäre Ihnen allen das wohl bekannt gewesen.

  9. ‚Jane teilt uns mit, dass die Ritualmordlegende doch eine Grundlage hat, weil doch ein/oder mehrere israelische Ärzte nicht die Ethik-Regel beachtet hat. Nun beruhen solche Mitteilungen auf israelische Stellungnahmen in israelischen Medien. Sie gibt zu, dass es auch außerhalb Israels Organhandel gibt, schießt sich aber auf Israel ein und kann das leicht tun, denn auf der arabischen Seite gibt es wahrscheinlich keine offiziellen Mitteilungen und keine Medienberichte.‘

    Nein – natürlich werde ich Ihnen solchen Blödsinn nicht mitteilen und der Umstand, dass Sie zu solch einem Klischee Zuflucht nehmen offenbart, wie wenig Sie geneigt sind sich mit den realen Gegebenheiten auseinanderzusetzen, die dem Artikel, nach allem was nun offensichtlich wurde, zu Grunde liegen.

    Es ist allerdings ein Unterschied ob irgend ein Arzt in Israel dieser korrupten Praxis in irgend einem Hinterhof anhängt, erwischt und bestraft wird, oder wie in diesem Fall der Direktor (1988-2005) des einzigen forensischen Instituts, dass in Israel Menschen untersucht (und damit sehr viele tote Palästinenser), die eines gewaltsamen Todes starben und der die unerlaubte Entnahme von Organen tatsächlich zugegeben hat und wie es aussieht, handelte es sich um Organentnahme in großem Maßstab, auch der IDF hat diese Praxis in den 90ern bereits zugegeben.

    Der Fall hat tatsächlich eine größere Dimension, da Dr. Hiss eben nicht irgend ein Arzt ist und auch nachdem dies offenkundig wurde, nicht etwa entlassen wurde, nicht etwa vor einem Gericht verurteilt wurde, sondern tatsächlich auch weiterhin Chef-Pathologe an eben diesem Institut ist.

    ‚Das Gerücht vom israelischen Organraub – begonnen nach einer schlampigen Recherche einer schwedischen Zeitung, die bereitwillig auf ein altes Gerücht aufsprang – ist eine moderne Version der sehr alten antijüdischen Ritualmordbeschuldigung, die benützt wird, um Israel zu verleumden…‘

    Man kann sich vielleicht über den Stil des Artikels auseinandersetzen, nicht aber darüber, dass es sich nach allem, was ich mittlerweile zusammentrug keinesfalls nur um ein ‚Gerücht‘ handelt und auch nicht um eine Verleumdung. Ihr Artikel hatte aber die Konnotation, dass die Vorwürfe, welche im Afton Blad erhoben wurden, selbstverständlich Unsinn seien. Nun, nach allem was mittlerweile ans Tageslicht kam, stimmt das nicht.

    Wäre es lediglich um einen diffamierenden Stil gegangen, der Juden unter Generalverdacht stellt, so hätte man erwarten könne, dass der allgemeine Tenor hinsichtlich Verleumdung, Gerücht und antisemitischer Stereotype ganz anders ausgefallen wäre und darüber kann man diskutieren, nicht jedoch darüber, dass der Artikel keinerlei reale Grundlage hätte.

    In Ihrem Artikel und auch die Beiträge der meisten Poster unterstellen aufs Sebstverständlichste, dass an diesen Vorwürfen selbstverständlich nichts dran ist.

    Gestern wusste ich noch nichts vom Abu Kabir Institut bei Tel Aviv, wies allerdings in meinem ersten Beitrag darauf hin, dass der Vorwurf nicht alleine ausgeräumt werden kann, indem man behauptet, dass es sich lediglich um die Aufwärmung eines antisemitischen Klischees handeln würde, da die Verhältnisse in Israel für eine solche Praxis zumindest reichlich günstig sind.

    Wie mittlerweile klar sein dürfte, war dieser Verdacht – begründet. Die israelische Regierung muß sich hinter aller zur Schau gestellten Empörung fragen lassen, wie es sein kann, dass Dr. Hiss nach wie vor Chef-Pathologe am Abu kabir Institut ist, warum es kein Strafverfahren gegen ihn gab und warum Israelis lediglich eine Selbstauskunft geben müssen, um für eine Organtransplantation ungeklärter Herkunft von der Krankenkasse den üblichen Satz zu erhalten.

    Das alles ist mehr als fragwürdig und begünstigt illegalen Organhandel und eben auch Organraub. Und das ist nun mal ein Thema, das man nicht ohne weiteres unter den Teppich kehren kann, nicht ohne durch diese Haltung, genau eben das zu begünstigen – will man das nicht, so sollte man auf Klärung, auf strafrechtliche Konsequenz und eine andere Rechtspraxis dringen.

  10. Jane teilt uns mit, dass die Ritualmordlegende doch eine Grundlage hat, weil doch ein/oder mehrere israelische Ärzte nicht die Ethik-Regel beachtet hat.
    Nun beruhen solche Mitteilungen auf israelische Stellungnahmen in israelischen Medien.
    Sie gibt zu, dass es auch außerhalb Israels Organhandel gibt, schießt sich aber auf Israel ein und kann das leicht tun, denn auf der arabischen Seite gibt es wahrscheinlich keine offiziellen Mitteilungen und keine Medienberichte.
    Das wesentlich hat schon Admin dazu geschrieben, dass sich Jane kaum auf meinen Artikel bezieht, weil sie halt interessiert ist ihre Mantra hier „langatmig“ verkünden zu dürfen.
    Da ja sowohl Israelis als auch Palästinenser mit Organen handeln wie auch Jane zugibt bleibt nur noch eine Frage, wie kommt es dass Hamasnahe Medien die Ritualmordbeschuldigung gegen Israel erheben, wo doch Hamas von einigen israelischen „guten“ Juden als friedfertig und zum Dialog bereit geschildert wird, während der böse „Apartheidstaat“ solche Hetze in seinen staatlichen Medien nicht erlaubt und auch in mainstream Medien solche Hetze gegen die Nachbarn nicht geduldet wird?

  11. ‚Nur, dass deine Klage darüber, „dass das Leben der Armen dieser Welt für manche Reiche tatsächlich nichts wert ist“, im gegebenen Zusammenhang so erscheinen muss, als würdest du Israel in diesem Zusammenhang eine ganz besondere Rolle zuweisen.‘

    Nein – in diesem Zusammehang sicherlich nicht. Das bezieht sich ganz konkret auf die Studie der Antropologin aus Berkley, die auch Herr Pfeiffer zitiert, wo ganz allgemein von den Armen der Welt die Rede ist, die in Anbetracht der strukturellen und auch ganz konkreten Gewalt, zur Vermutung kommen, dass ihre toten Körper ‚den Reichen‘ mehr wert sind, als lebend. Mafiöse Organisationen auf die das ganz konkret zutrifft gibt es natürlich weltweit und das habe ich in meinem letzten Beitrag auch so dargestellt. Ich habe keine Zweifel, dass es solche Kriminellen überall gibt, ob nun in Israel oder sonstwo – in Israel aber eben auch und dann gibt es eben auch jenen ‚grauen‘ Sektor, der Menschen, die indirekt von diesen Machenschaften profitieren.

    Nachdem nun aber das Geständnis der Dr. Hiss und die Vorgänge dahinter bekannt wurden, muss man konstatieren, dass die Vorwürfe der israelischen Regierung an das Afton-Blad und an die schwedische Regierung ziemlich absurd sind – denn auch wenn der Sachverhalt bzgl. des Abur Kabir Instituts einer breiten Öffentlichkeit und auch mir bis heute morgen nicht bekannt war, so sind sie doch dem israelischen Gesundheitsministerium bekannt gewesen.

    Möglicherweise mag man den Stil des Artikels kritisieren, er präsentierte aber auch nur Indizien für einen Verdacht.

    Den Verdacht, welche Boström auch nur als eine Reihe sich verdichtender Indizien erhob, sind also nicht erfunden und der dahinter liegende Verdacht ist vermutlich schlicht und ergreifend wahr.

    Flasch ist somit auf jeden Fall der Tenor vieler Poster in diesem Thread, dass sowas gar nicht wahr sein könne.

    Tatsächlich muß man in Anbetracht all dessen wohl davon ausgehen, dass es keine Untersuchung braucht, da der israelischen Regierung bereits bekannt war, dass der Verdacht begründet ist.

    Es mag viele Juden natürlich aus verständlichen Gründen unangenehm berühren, wenn dieser Sachverhalt an alte Vorurteile rührt, dass kann man aber nicht per se dem Überbringer der unerfreulichen Botschaft anlasten.

    Gerade deshalb aber ist es umso wichtiger, die Aufklärung, Bestrafung und eben auch auf eine andere Rechtspraxis bzgl. Organtransplantation in Israel zu drängen, um jeden Mißbrauch auszuschließen.

    Die Sache ist eben wirklich ziemlich scheußlich – die betroffenen palästinensischen Angehörigen haben freilich genau das gleiche Recht auf Aufklärung und Wahrgenommen werden, wie jeder andere Mensch eben auch.

    Einen interessanten Artikel zur Sache schrieb Jonathan Cook:

    ‚ Ebenso verwirrend ist, daß der Arzt hinter dieser Organ-Plünderung Prof. Yehuda Hiss, Yehuda HissEnde der 80-er Jahre zum Direktor des Abu Kabir Instituts ernannt, niemals ins Gefängnis kam, obwohl er den Organ-Diebstahl eingestanden hat und nach wie vor der Chef-Pathologe des Staates an dem Institut ist.

    Hiss war für die Autopsien der Palästinenser verantwortlich, als Boström 1992 sich die Klagen der Familien anhörte. Hiss wurde danach zweimal verhört, 2002 und 2005, wegen des Diebstahls von Körperteilen in großem Maßstab.

    Behauptungen über Hiss‘ illegalen Organhandel wurden erstmals 2000 von Enthüllungsreportern für die Zeitung Yediot Aharonot aufgestellt, die berichtete, daß er ”Preislisten” für Körperteile habe und sie hauptsächlich an israelische Universitäten und Ärzte-Schulen verkaufte.6

    Offenbar unbeeindruckt von diesen Enthüllungen hatte Hill in Abu Kabir immer noch eine Reihe von Körperteilen in seinem Besitz, als israelische Gerichte 2002 eine Durchsuchung anordneten. Die Israel National News berichtete damals: ”Im Laufe der Jahre haben Leiter des Instituts anscheinend tausende Organe für die Forschung weitergegeben, ohne Erlaubnis, und haben in Abu Kabir ein ”Lagerhaus” für Organe unterhalten.”7 ‚

    http://www.tlaxcala.es/pp.asp?reference=8737&lg=de

    Die laxe Rechtslage und auch der unverständlich milde Umgang mit den Machenschaften des Dr. Yehuda Hiss werfen auch die Frage nach einer Praxis der ‚passiven Duldung‘ durch den israelischen Staat auf.

  12. @ Jim
    Zitat:“Wer Solches behauptet ist einfach nur krank, schwer krank, ein Verbrecher.“ Zitat Ende

    Jim, ich glaube hier unterliegen Sie einem Irrtum.
    Ein Mensch der ein Verbrechen verübt muss nicht notwendigerweise krank sein.
    Ist er es dann gilt unter Umständen die Feststellung der Schuldunfähigkeit.

    War Hitler also krank?
    Sind die „gerechten“ Israelkritiker krank?

    Auf den Artikel Herr Sahms bezogen.
    Sind die antisemitischen Verleumdungen dem Gedankengut schwer kranker Menschen entsprungen?

    Nein, das glaube ich auf keinen Fall.
    Diese Menschen wissen was sie tun, was sie sagen.
    Es geschieht überlegt in vollem Bewusstsein und Erwartung dessen, was diese antisemitische Hetze anrichtet.

    Meiner Meinung nach stellt man, wenn auch sicher nicht gewollt, durch die Aneinanderreihung der Attribute „schwer krank“ und „Verbrechen“ somit eine mögl. Schlussfolgerung der Schuldunfähigkeit von Antisemiten in den Raum.
    Man schwächt also, ungewollt, die eigene Argumentation und gibt einem Antisemiten damit Material in die Hände, dass gegen einen selbst wieder verwendet werden kann.
    Aber zugegeben meist redet man gegen ein starkes Bollwerk des Hasses und der Ignoranz, die von keiner Argumentation und sei sie noch so fundiert, durchdrungen wird.

  13. Jane, das ist alles sehr interessant, ohne Zweifel und niemand hat bestritten, dass es den Armen in dieser Welt oft schlechter geht als den Reichen und die Reichen die Armen oft unterdrücken und benachteiligen.
    Nur, dass deine Klage darüber, "dass das Leben der Armen dieser Welt für manche Reiche tatsächlich nichts  wert ist", im gegebenen Zusammenhang so erscheinen muss, als würdest du Israel in diesem Zusammenhang eine ganz besondere Rolle zuweisen. Damit erscheinst du eben in einer Reihe mit zahlreichen antisemitischen Hetzern.
    Und dass diese weltweit, auch in Mitteleuropa, an tief sitzende Ritualmord- und Hostienschändungsassoziationen appellieren, ist doch offensichtlich. Genau dieser Reflex soll eben ausgelöst werden. Und da es ein Reflex ist, geht das auch nicht über die normale intellektuelle Schiene. Und deshalb steht hier dieser Artikel, der doch Ausgangspunkt der Debatte ist.

    Lange Rede kurzer Sinn: Dass man nicht Menschen jagen und schlachten darf, muss uns niemand erzählen. Wer es dennoch tut, macht sich verdächtig.

  14. In einer Sache habe ich mich geirrt. Herrn Pfeiffers Darstellung der psychologischen Verdichtung hinsichtlich Angst vor Organraub wurde von der Anthropologin in Berkley selbst geäußert und steht mit dem tatsächlich bestehenden Organhandel in Zusammenhang.

    Man muss freilich einräumen, dass das Leben der Armen dieser Welt für manche Reiche tatsächlich nichts wert ist, denn natürlich müsste nach wie vor kein Kind dieser Welt an Hunger sterben – zumindest das, ist kein Verdacht, sondern bittere Realität, welche die Menschen in den Slums dieser Welt tagtäglich machen.

    Und natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Organhandel, der auch eine recht üble Angelegenheit ist, und gewaltsamen Organraub, was sich in meinen Beiträgen gemischt hat.

    Aber auch Organraub ist wohl nicht nur ein Gerücht und in Anbetracht weltweit operierender Mafiaorganisationen, die ja auch im Menschenhandel riesige Umsätze tätigen, wäre es geradezu verwunderlich, wenn es nicht auch Organraub gäbe, sind die Gewinnmargen doch durchaus verführerisch und das ‚Reservoir‘ namenloser Armer, nach deren Verschwinden niemand fragt, schier unerschöpflich.

    ‚Der Handel mit Organen von Kindern ist in Afrika und Lateinamerika weit verbreitet und ein äußerst lukratives Geschäft. Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass die Organe der Kinder aus Mozambique nach Südafrika verkauft werden, wo sie für medizinische Zwecke, aber auch für blutige Stammesrituale verwendet werden.

    Pater Patrick Caroll, Vorsitzender des Sekretariats für Mission, Gerechtigkeit und Frieden des Servitenordens, ist nach Nampula aufgebrochen, um vor Ort nach Möglichkeit zu helfen.

    Dies ist die eindringliche Bitte, durch Ihre Unterschrift mitzuhelfen, dem Organhandel ein Ende zu setzen!

    Für die Richtigkeit:
    Freitag Martin M. Lintner, OSM Wien (Orden der Serviten Marias)‘

    http://www.oew.org/de/machmitartikel.php?id=114&plus=ja

  15. Noch mal zu den Quellen:

    Ich habe einiges zu dem Thema gelsen und wundere mich welche Zahlen nun als so unglaubwürdig scheinen sollen – die Anzahl der fehlenden Organe oder die Summen, die manch Kranker bereit ist zu zahlen, um ein Organ zu erhalten?

    Dass es einen Mangel an Organen gibt ist nichts erstaunliches und betrifft nicht nur Israel. Dass es für etwa 25% der Wartenden keine Organe gibt, habe ich in einem Artikel gelesen, der einen Mediziner eines israelischen Organtransplantations-Zentrums zitiert – aber da müsste ich jetzt noch mal suchen. Erstaunlich ist das freilich nicht. Hier ist es ja auch nicht anders.

    Die Summen, die für illegale Organe gezahlt werden sind eigentlich auch nichts neues und liegen weit über den Zahlen, die Herr Pfeiffer angegeben hat. Ich vermute, dass das die Kosten für die Operationsteams sind, nicht jedoch das Geld, welches eben illegal der Vermittler und eventuell der Spender erhält.

    Herr Pfeiffer widerspricht sich selbst auch sehr klar in seinem Artikel, zum einen zitiert er aus einer Studie der Anthropologin Nancy Sheperd-Huges aus Berkley, die besagt, dass viele der Gerüchte über illegalen Organhandel nicht blos Gerüchte sind, sondern der Wahrheit entsprechen, um dann später den Verdacht diese Geschäfte betreffend generell, als morbide Phantasie Unterprivilegierter darzustellen. In dieser Hinsicht aber, hat die Realität offenkundig unsere morbidesten Phantasien längst eingeholt.

    So gab es letztes Jahr auch den Skandal um eine Gruppe krimineller Rabbis in den USA, wovon einer seit vielen Jahren im illegalen Organhandel aktiv war.

    Der Spiegel bestätigt in diesem Zusammenhang die Zahlen, die ich einer glänzlich unpolitischen, medizinischen Quelle entnommen hatte.

    ‚Organhändler unter den Festgenommenen

    Der wohl bizarrste Vorwurf trifft einen Mann aus Brooklyn namens Levy Izhak Rosenbaum, der über diverse Ecken mit dem Rabbi-Network verbandelt sein soll. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete ihn als einen „Organhändler“: Er habe versucht, einem Undercover-Agenten für 10.000 Dollar eine Niere abzukaufen und diese dann unwissentlich einem anderen FBI-Spion angedient – für erst 150.000, später 160.000 Dollar. Rosenbaum habe sich gerühmt, schon „recht viele“ Nieren vermittelt zu haben. „Ich bin ein Matchmaker“, zitiert die Anklage ihn. ‚

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,637938,00.html

    Diese Zahlen sind nichts ungewöhnliches und man kann sie in vielen Artikeln in renommierten Medien immer wieder lesen, daher hatte ich mir nicht die Mühe gemacht sie zu belegen.

    Es lassen sich jedoch problemlos viele Belege hierfür finden

    ‚Der Spender, dem der Patient sein neues Leben verdankt, bleibt ein Fremder. Verlinsky will ihn weder sehen noch sprechen. Er kennt weder seinen Namen noch sein genaues Alter oder sein Geschlecht, Verlinsky hat die neue Niere gekauft. 160000 Dollar hat er einem israelischen Geschäftsmann gezahlt, der das Organgeschäft arrangierte. Er hätte den Handel auch in Südafrika, den USA oder Deutschland abwickeln können, sagt Verlinsky. In den USA allerdings hätte er bis zu 250000 Dollar für eine Niere zahlen müssen. Die Türkei ist billiger. ‚

    http://www.zeit.de/2002/50/Organhandel_2

    ‚Als internationale Drehscheibe des Organhandels gilt Israel. Zwar sind Geschäfte mit Körperteilen dort offiziell verboten, praktiziert werden sie dennoch. Angefangen habe alles nach der ersten Intifada vor über zehn Jahren, erzählt Michael Friedländer vom Hadassah-Universitätskrankenhaus in Jerusalem. Die palästinensischen Dialysepatienten des Westjordanlandes seien nicht mehr zu Transplantationen nach Jerusalem überwiesen worden. Daraufhin hätten die Patienten Wege gefunden, in Indien und später im Irak Nieren zu kaufen. Zur Nachbehandlung kamen sie allerdings in das Hadassah-Krankenhaus, das als einzige Klinik der Region viel Erfahrung mit Transplantationen hat. Dort machte ihr Beispiel Schule: Bald folgten arabische Patienten aus Jerusalem dem Vorbild ihrer Leidensgenossen aus dem Westjordanland. Dann spürten auch jüdische Nierenkranke mithilfe des Internet und einiger Chirurgen in Tel Aviv Wege auf, an ein neues Organ zu kommen. Ihre Handelspartner fanden sie vornehmlich in Estland, Georgien, Russland, Rumänien und der Türkei.
    Der israelische Staat unterstützt die Organgeschäfte indirekt, indem er den Krankenkassen gestattet, den Patienten einen Teil der Auslagen zu ersetzen. Die gesetzlichen Kassen zahlen mindestens so viel, wie eine Transplantation in Israel kostet – umgerechnet 32 000 Dollar. Wer privat versichert ist, kann auch 100 000 und mehr bekommen. Das reicht meist noch nicht, um das Geschäft zu finanzieren. Verlangt werden bis zu 200 000 Dollar, wobei der geringste Teil an den Organverkäufer geht, das meiste kassieren Broker und Chirurgen. Auch bei den Erstattungsformalitäten kommt man den Patienten entgegen: Sie müssen vor einem Notar versichern, dass der Organhandel stattgefunden hat, und sich die Transplantation von einer israelischen Klinik bescheinigen lassen.
    Transplanteur Broelsch, nebenbei Professor am Hadassah-Universitätskrankenhaus und beratender Chirurg am Beilinson Medical Center in Tel Aviv, kennt die israelische Praxis. „Ein wirklich moralisches Argument dagegen gibt es eigentlich nicht, denn die Krankenkassen in Israel müssen ja auch für die Kosten der Dialyse aufkommen, und sie haben sehr schnell erkannt, dass die Transplantation günstiger ist.“
    Auch deutsche Patienten haben bereits versucht, die Kosten für eine im Ausland gekaufte Niere von ihren Krankenkassen erstattet zu bekommen. Ein Patient aus Niedersachsen ging sogar durch alle Instanzen, um die 35 000 Dollar zurückzuerhalten, die er in Bombay für seine Niere bezahlt hatte. Das Bundessozialgericht lehnte die Klage 1997 ab: Vorerst noch gilt der Organkauf hierzulande als sittenwidrig. ‚

    http://www.uni-due.de/pressestelle/juli2002/seite10/handel_mit_spenderorganen_ist_im.htm

  16. ‚für Jane, sie können sich ja für diese nachricht, dass Israel 25.000 ukrainische Kinder importiert hat, um ihre Organe als Ersatzteile für israelische Patienten zu benützen, begeistern.‘

    Da reden sich alle in Rage und am Ende kommt etwas dabei heraus, was ich auch nicht nur im Ansatz behauptet habe und was mir auch reichlich abstrus vorkommt, also bitte bei dem bleiben, was ich schrieb, so läuft das ja dauernd. Die Frage des Admins nach meine Quellen die Zahlen betreffend ist berechtigt. Ich hatte das zuvor in einigen Artikeln gelesen und da ich nicht zitierte habe ich diese nicht angegeben. Ich werde noch mal danach suchen, bin mir aber sicher, dass das glaubwürdig war. Alles was ich sagte ist, dass besager Artikel einen Hinweise auf einen hässlichen Verdacht gesammelt hat – nicht mehr und nicht weniger – diesen auszuräumen bedarf einer Untersuchung. Mittlerweile wurde aber bekannt, dass solches tatsächlich geschehen ist, allein zum Umfang kann man nichts sagen. Der Sachverhalt sollte auch in einschlägigen Kreisen der Regierung, die mit dem Gesundheitssektor und allgemein Organtransplantation befasst sind, kein Geheimnis sein. (siehe der Artikel aus der TAZ über Dr. Hiss am Abu Kabir Institut am Ende dieses Beitrags)

    Die Ritualmordgeschichte ist ein Stereotyp und die Abwehr manch unerfreulicher Kritik, oder in diesem Fall einen recht finsteren Sachverhalt betreffend, der auch schon gegen andere erhoben wird und der eine Praxis anbelangt, die heute in der Tat vorkommt, voreilig und grundsätzlich als antisemitisches Stereotyp zu klassifizieren, ist genauso ein Stereotyp.

    Allerdings gibt es inzwischen Neuigkeiten, die Sie interessieren sollten, denn der Verdacht, den der Autor des Afton-Blads erhoben hat, hat sich mittlerweile tatsächlich bestätigt.

    ‚Praktiken an israelischem Institut
    Organdiebstahl eingeräumt

    Eingeständnis des Exleiters des forensischen Instituts Abu Kebir: Es wurden Organe ohne Zustimmung der Angehörigen entnommen, bei Israelis, Palästinensern und Ausländern.

    BERLIN taz | Israelische Pathologen haben in den 90er-Jahren Organe von Leichen ohne die Zustimmung der Familien entnommen, darunter auch solche von palästinensischen Toten. Dieses Eingeständnis machte der frühere Direktor des forensischen Abu Kabir-Instituts, Dr. Yehuda Hiss, am vergangenen Wochenende in einem Fernsehinterview.

    Die israelische Armee bestätigte in dem Fernsehbericht, dass es diese Praktiken gegeben habe. Diese Praxis sei aber Ende der 90er-Jahre beendet worden. Herzklappen, Knochen oder Hornhäute seien aber nicht nur Palästinensern, sondern auch toten israelischen Soldaten, Zivilisten oder ausländischen Arbeitern entnommen worden.

    ..Das Interview mit dem Pathologen Hiss, in dem dieser die verbotene Organentnahme eingestand, stammt aus dem Jahre 2000 und wurde von der Amerikanerin Nancy Sheper-Hughes, heute Professorin für Anthropologie an der Berkeley-Universität, aufgenommen. Sheper-Hughes erklärte, dass sie die Aufnahme gerade wegen des Streits zwischen Israel und Schweden über den Aftonbladet-Artikel freigegeben habe.

    Gegenüber der Presse erklärte sie, dass Palästinenser „bei weitem“ nicht die Einzigen gewesen seien, die von der Organentnahme betroffen waren. Gleichwohl habe sie es als notwendig empfunden, das Interview mit Dr. Hiss zu veröffentlichen, weil „die Bedeutung, die darin liegt, Organe einer Bevölkerung zu entnehmen, die als der Feind betrachtet wird, in symbolischer Hinsicht etwas darstellt, das einer Überprüfung bedarf“.

    Nach Beschwerden über die Praktiken am Institut Abu Kebir war Dr. Hiss nach einer offiziellen Untersuchung im Jahre 2004 als Direktor entlassen worden; er arbeitet aber bis heute an diesem Institut. Das israelische Gesundheitsministerium betonte in einer Stellungnahme zu den Vorgängen, dass die Organe, die in Abu Kebir entnommen wurden, nicht verkauft oder gehandelt worden seien. Transplantationen sind in Israel ein besonderes Problem, weil religiöse Vorschriften die unnötige Veränderung von Leichen oder das Hinauszögern von Beerdigungen untersagen.‘

    http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/schwerwiegender-verdacht/?shuffled=1

  17. „Immerhin geht es doch um Ihre Glaubwürdigkeit, oder sehen Sie das anders?“

    Schon lange nicht mehr. Doch jetzt, denke ich, sollte es reichen, endgültig.

    Hier handelt es sich nämlich – eindeutig – nicht bloß um ne „dumme Nuss“!

  18. für Jane, sie können sich ja für diese nachricht, dass Israel 25.000 ukrainische Kinder importiert hat, um ihre Organe als Ersatzteile für israelische Patienten zu benützen, begeistern. Sind doch wirkliche Antiimperialisten diese Hamasleute.

    http://www.paltelegraph.com/hot-topic/3027-israel-is-accused-of-organ-trade-in-ukraine-after-palestine

    Das und massive Holocaustleugnung ist erschienen auf einer Hamasnahen Website, die aber doch einige Juden wie Felicia Langer und Abraham Melzer lobt. Auch das bringen sie natürlich als Beweis, dass sie nicht gegen „gute Juden“ eingestellt sind.

  19. Ist doch nur konsequent, daß Frau bekannte Antisemitin Jane fordert, Juden müßten antisemitische Lügen widerlegen können. Dann fangen wir doch mal an, die Ritualmordlegenden, auf die sich diese Lügen beziehen, zu widerlegen.
    Merke: Der Jude ist verantwortlich, daß es Antisemitismus gibt, muß er es doch nur widerlegen, und wenn er es nicht tut, hat er Schuld. Eine leider sehr häufig beobachtende deutsche Täter-Opfer-Umkehr.

    „Westliche Politiker und Journalisten aber, die solche Gerüchte übernehmen und verbreiten, müssen sich den Vorwurf des Antisemitismus gefallen lassen.“

    Ergänzung: Und Lügenverbreiter wie Jane….
    Wahrscheinlich hat sie es im Radio gehört. 😀

  20. D.h. nicht, dass dieser Verdacht auch berechtigt ist, aber allein die Tatsache, dass Juden im Mittelalter allerlei hässlichen Unterstellungen ausgesetzt waren, kann nicht als hinreichender Grund fungieren den Verdacht restlos auszuräumen – sinnvoller wäre es, man würde den Verdacht in Israel konsequent untersuchen und das Ergebnis veröffentlichen …

    Sie haben keine Ahnung, was und worüber Sie hier schreiben. Ihre Forderung bedeutet, dass es an den Juden, an Israel ist, die Absurdität jeder antisemitischen Verschwörungstheorie widerlegen zu müssen. Konsequent bedeutet dieses, dass, so lange je ein Vorwurf, eine Anschuldigung gegen Juden bzw. Israel nicht beweiskräftig widerlegt wird, gilt diese – und sei sie noch so absurd, idiotisch bzw. eindeutig antisemitisch wie eben die gegenständlichen, als möglich, wahrscheinlich oder gar wahr.

    Israel entführt und tötet nicht Palästinenser, um diese auszuweiden, Israel hat auch nicht, weder im vergangenen Krieg noch in Haiti, Organraub begangen.

    Wer Solches behauptet ist einfach nur krank, schwer krank, ein Verbrecher. Und wer die Forderung aufstellt, Israel sollte diese perversen Vorwürfe untersuchen und das Ergebnis veröffentlichen, dh. sich gefälligst daran machen, endlich das Gegenteil zu beweisen, ganz ebenso!

  21. Ich hätte mich schon gewundert wenn Jane nicht ihren langatmigen Senf dazu gegeben hätte. Es geht ihr meistens darum, doch noch irgendwie den rabiaten Judenhass vieler Palästinenser zu rechtfertigen, beziehungsweise herunterzuspielen.
    Natürlich gibt es diesen Rabbi in New York und es gibt auch einen Arzt in Israel der die ärztliche Ethik nicht beachtet hat. Und all dies wurde und wird in israelischen Medien auch abgehandelt.
    Aber all dies erklärt nicht, weshalb die Hamas Website „Palestine Telegraph“ behauptet, Israel hätte 25.000 ukrainische Kinder ins Land gebracht um ihre Organe als Ersatzteile zu gebrauchen.
    Die Antisemiten greifen zurück auf die uralte Ritualmordlegende um Israel die Legitimität abzusprechen und Jane bringt – wie so oft zuvor – dafür Verständnis auf, indem sie mit der Masche kommt, die Juden Israels tun es ja auch, was aber im oben stehenden Artikel auch ganz klar ausgedrückt wird. Doch in Israel werden keine Ritualmordlegenden in den mainstream Medien über Palästinenser verbreitet. In der PA und in Gaza aber wird eben das getan. Diesen Unterschied möchte Jane verwischen.

  22. Die Überschrift des schwedischen Artikel mag reißerisch sein, er präsentierte allerdings Indizien, die er auch als nicht mehr als solche präsentiert.

    Organraub ist nicht nur eine böse Legende sondern existiert, und natürlich sind armen Menschen und nicht wohlhabende von dieser perversen Entwicklung betroffen und natürlich können sich nur vergleichsweise Wohlhabende Menschen diesen ‚Service‘ leisten.
    In Israel hat man die Voraussetzungen illegalen Organraub möglichst auszuschließen nicht geschaffen. Ein Viertel der Patienten greift auf Organe zurück, die nicht offiziell gespendet wurden, sondert kauft diese im Ausland, bzw. erhält eine Transplantation ohne lückenlosen Beleg für die Herkunft des Organs. Die Krankenkasse bezahlt, wenn der Empfänger vor einem Notar erklärt, wie er das Organ erhalten hat. Quittungen werden keine verlangt.

    D.h. nicht, dass dieser Verdacht auch berechtigt ist, aber allein die Tatsache, dass Juden im Mittelalter allerlei hässlichen Unterstellungen ausgesetzt waren, kann nicht als hinreichender Grund fungieren den Verdacht restlos auszuräumen – sinnvoller wäre es, man würde den Verdacht in Israel konsequent untersuchen und das Ergebnis veröffentlichen und eventuell auch die laxe Praxis, die Transplantation ohne Herkunftsnachweis ermöglicht beenden.
    Aber auch das ‚legale‘ Kaufen von Organen, dass Menschen in Not zu lebenden Ersatzteillagern degradiert, eine Praxis, die offensichtlich mittlerweile nicht selten ist, ist eine scheußliche Entwicklung und sollte wenn’s nach mir ginge generell verboten werden, so wie dies auch in Deutschland der Fall ist. Natürlich sind es reiche Europäer, Amerikaner, Asiaten etc. die sich gerne in die Slums dieser Welt aufmachen, um dort ein passendes Organ zu erwerben. Indien ist auch sehr beliebt – ein Verkäufer erhält da ungefähr 700 Euro für sein Organ und oft überleben die ‚Spender‘ die Prozedur nicht lange, weil es an der nötigen medizinischen Nachsorge fehlt.

    Viele solcher unter Not leidenden Menschen, bereuten dieses ‚Geschäft‘, bei dem sie selbst meist den allergeringsten Teil erhalten, im Gegensatz zum medizinischen Personal und den Vermittlern, sehr bald – machen bezahlen es mit ihrem Leben.

    Kein Gerücht war die Verhaftung des Rabbi Izakh Rosenbaum in New York, der seit 10 Jahren nachweislich illegalen Organhandel betrieb.

    ‚Organhandel in Israel, Umschlagplatz Türkei.
    Organhandel auch in Deutschland?

    Obwohl dort (noch) offiziell verboten, werden in Israel illegale Geschäfte mit kommerziellem Organhandel kaum verhüllt praktiziert. Bis zu 150 israelische Patienten, so Schätzungen, kaufen jedes Jahr eine Niere. Bis zu 160 000 Dollar müssen Kunden für eine Niere bezahlen, die sie durch einen israelischen Vermittler im Ausland bekommen. Die Provision für den Makler liegt bei 50 000 bis 70 000 Dollar. Die Auslandsreisen israelischer Patienten sind eng
    verknüpft mit dem Pionier der Transplantationschirurgie und ehemaligem Chefchirurg am Rabin Medical Center in Tel Aviv, Zaki Shapira. Er begleitete Jahre lang mit einem Medizinerteam Patienten ins Ausland, in die Türkei und Europa. Um dem illegalen Organhandel ein Ende zu bereiten, setzt sich inzwischen der Nierenfacharzt Michael M.
    Friedlaender von der Hadassah-Universität in Jerusalem bei der israelischen Regierung dafür ein, den Organhandel offiziell zu regeln.‘

    http://www.transplantation-information.de/organspende_organspender/lebendorganspende/kommission_recht_ethik_in_der_medizin/zusaetzliche_stellungnahme_fuchs.pdf

    Nicht nur Moslems spenden aus religiösen Gründen nicht gerne Organe, auch religiöse Juden glauben ja, dass der Körper möglichst unversehrt bestattet werden sollte, weshalb ja jüdische Einsatztruppen nach Selbstmordanschlägen möglichst sämtliche verstreuten Körperteile zusammensuchen, damit auch möglichst wirklich jedes Körperteil mitbestattet wird.

    • Jane, ich würde gerne wissen, woher Sie diese Zahlen und Behauptungen haben. Oder ist die verlinkte Seite Ihre einzige Quelle? Haben Sie irgendwelche Hinweise, die deren Seriosität bestätigen? Ein Alexa-Rang von über 5.100.000 deutet auf eine - bei einem so gefragten Thema - ungewöhnlich geringe Frequentierung hin.
      Was meinen Sie, wer hier für die Zuverlässigkeit Ihrer Quellen zuständig ist? Sie - oder etwa wir? Oder etwa die anderen Leser? Immerhin geht es doch um Ihre Glaubwürdigkeit, oder sehen Sie das anders?

  23. Vielen Dank, Herr Pfeifer, für Ihren aufschlussreichen und informativen Beitrag, den ich mit großem Gewinn gelesen habe, wie ich alle Ihre Artikel mit Interesse zur Kenntnis nehme.
    Alles Gute!
    RS

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