Arabische Stimmen: Angesichts der Katastrophe von Auschwitz verschieben sich alle Bedeutungen

Zur Knesset-Delegation, die zum Jahrestag der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 nach Polen fuhr, gehörte auch der arabisch kommunistische Abgeordnete Mohammed Barake (MdK für Chadasch). Bei der Besichtigung des Lagers sagte er: „Angesichts dieser Verkörperung des menschlichen Bösen einerseits, und des schrecklichen Leids der Opfer andererseits, erhalten Dinge eine andere Bedeutung. Alles vermengt sich zu einer menschlichen Katastrophe. — Ich kann nicht begreifen, wie Menschen zu solchen Schreckenstaten fähig waren.“…

Mohammed Barakeh in Auschwitz: „Das ist eine menschliche Katastrophe“

Er habe sich bei diesem Besuch in Auschwitz verändert, sagte er später: „Ich stand aufrecht im Vernichtungslager. Ich, Mohammed Barake, Angehöriger des palästinensischen Volkes und Bürger des Staates Israel. Ich habe das Recht, den Schrei der Opfer zu schreien, die auf diesem verfluchten Boden ihr Blut vergossen haben… Was ich hier sehe ähnelt nichts, nichts, was ich je gelesen oder gehört habe. Dieser Anblick hier, der wird in meinem Bewusstsein bleiben. Diese Berge von Schuhen…, ich werde es nie vergessen.

Wenn ich an den Kampf denke, den Juden und Araber in- und außerhalb meiner Partei führen, um den Rassismus von der Erde zu tilgen und einen Frieden zu erreichen, dann kehre ich gestärkt zurück. Den Kampf um Frieden und Verständigung müssen wir unbedingt fortsetzen, Juden und Araber, um einen Frieden, der es den beiden Völkern ermöglichen wird, hier als Menschen, die einander Respekt entgegen bringen, zu leben.

MdK Ahmed Tibi: „Holocaustleugnung ist unmoralisch!“

Auch der Knessetabgeordnete Dr. Ahmed Tibi, stellvertretender Vorsitzender des israelischen Parlaments, sagte am , in der Knesset: „Ich habe große Empathie für die Familien der Holocaustopfer. Es gibt nichts dümmeres und unmoralischeres als Holocaustleugnung“. Tibi benutzte die Feierstunde aber auch zu einem Hinweis auf palästinensische Opfer der Aktion „Gegossenes Blei“ in Gaza. „Wer ein Opfer jenes schrecklichen Tötens war, der muss doch ein offenes Ohr für die Schreie einer Mutter haben, deren Haus zerstört wird und deren Kinder begraben werden.“

Damit scheint auch Tibi die unbestätigte Theorie zu vertreten, besonders schreckliche und grausame Taten, bis zum Millionenfachen Mord, seien dazu angetan, besonderes Einfühlungsvermögen zu entwickeln.

MdK Tibi, geb. 1958, ist Parteivorsitzender der T’al (Arabische Bewegung für Erneuerung). Nach seiner Nationalität befragt, bezeichnete er sich einmal als Angehörigen des arabischen Volkes der Palästinenser. Seine Heimat sei aber Israel und er werde im Staat Israel bleiben, auch wenn es einen palästinensischen Staat in den Grenzen vor 1967 geben sollte. Ahmed Tibi kommt aus Tajbe, einer ungefähr zwischen Netanya und Kfar Saba liegenden Stadt. Er ist Absolvent der Medizinischen Fakultät der Hebräischen Universität zu Jerusalem.

Israel haJom, M’ariw, Gal Galaz, hadash