Deutschland – Israel: Wiedergutmachung für den Holocaust

Seit ihrer Gründung im Jahre 1949 übernimmt die Bundesrepublik Deutschland die Verantwortung für die Leistung von „Wiedergutmachung“ für die im Verlauf des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen, insofern eine Wiedergutmachung möglich ist. Durch die aktive Auseinandersetzung mit dem Erbe des Hitler-Regimes schuf die Bundesrepublik einen Präzedenzfall für die Gesetzgebung und Implementierung eines umfassenden Systems der Entschädigung…

tip – Seit Abschluss des Luxemburger Abkommens 1952 (über die Bezahlung von etwa Euro 1,53 Milliarden/$ 2,2 Milliarden), wurden Sühne und Wiedergutmachung zu einem wesentlichen politischen Faktor in den Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik Deutschland. Ende 2005 umfassten die Zahlungen der deutschen Wiedergutmachung an die Opfer der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, die heute in Israel leben, rund Euro 35 Milliarden ($ 50,4 Milliarden). Etwa Euro 367 Millionen($ 528 Millionen) werden jedes Jahr als Kompensation als Renten gezahlt (dies vorwiegend unter dem Bundesentschädigungsgesetz), und damit zusammenhängende Zahlungen an Empfänger in Israel. Dazu kommen bedeutende Zahlung zur Kompensation der Sozialversicherung sowie für den Lastenausgleich. Nach der Einrichtung der Stiftung für Erinnerung, Verantwortung und Zukunft 2000 wurde Kompensation aus diesem Fonds ebenfalls an ehemalige Opfer von Zwangsarbeit gezahlt.

Israels Interessen an Kompensation und Wiedergutmachung werden darüber hinaus durch die Jewish Claims Conference (CC) repräsentiert. Die CC schüttet einmalige Zahlungen und monatliche Renten an schwere Fälle aus, die nach dem bundesdeutschen Wiedergutmachungsgesetz nicht den Kriterien für die Wiedergutmachung entsprechen.

Seit 1996 kooperiert Yad Vashem mit Einrichtungen in Deutschland in den Bereichen Forschung, Bekämpfung des Antisemitismus und Fortbildung. Ein deutsch-israelischer Freundschaftskreis unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Rita Süßmuth arbeitet auf vielfältige Weise mit der Gedenkstätte zuammen.

Im März 2005 wurde das neue, von Moshe Safdies entworfene Museum in Jerusalem in Anwesenheit des Bundesaußenministers feierlich seiner Bestimmung übergeben. Ein aus dem Jahre 1953 stammendes Gesetz sieht zudem vor, dass Yad Vashem die „Gerechten unter den Völkern“ ehren soll – diejenigen unter den Nichtjuden, die im Verlauf des Holocaust ihr Leben aufs Spiel setzten, um Juden zu retten. Bisher wurden in diesem Zusammenhang mehr als 410 Deutsche geehrt.

Die Informationen wurden zusammengestellt von „The Israel Project“.

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