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Israel & Deutschland: Wissenschaftsaustausch

2008 eröffneten die Wissenschaftsministerien Israels und Deutschlands gemeinsam in Berlin das deutsch-israelische Jahr der Wissenschaft und Technologie. Die akademische und kulturelle Forschung erhielt durch die Gründung des neuen Minerva-Zentrums weiteren Aufschwung. Zwecks Förderung junger Wissenschaftler im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde ein Preis für junge Wissenschaftler ausgelobt….

Seit den frühen 1960er Jahren haben sich mehr als 25.000 Wissenschaftler aus beiden Ländern an dieser Zusammenarbeit beteiligt. Die wissenschaftliche Kooperation ruht auf fünf Grundpfeilern: den Minerva-Programmen, Kooperations-Programme zwischen den Wissenschaftsministerien beider Länder (BMBF und MOST), der Deutsch-israelischen Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (German-Israeli Foundation for Scientific Research and Development – G.I.F.), der Deutsch-israelischen Projektkooperation (DIP) und der deutsch-israelischen Kooperation für Industrielle Forschung (DIIK).

Die Deutsch-israelische Stiftung für wissenschaftliche Forschung und Entwicklung (G.I.F.) wurde vor zwanzig Jahren durch die beiden Wissenschaftsministerien eingerichtet. Die wesentlichen Merkmale der G.I.F. sind die gemeinsame Teilnahme und gleichwertige Verantwortung beider Ministerien an der Finanzierung, dem Management und den Entscheidungsprozessen. Das Jahresbudget für die Projektarbeit in Höhe von etwa Euro 11 Millionen stammt aus den Zinsen eines Stiftungsfonds in Höhe von 190 Millionen Euro, an dem beide Staaten zu gleichermaßen beteiligt sind.

Der sehr hohe internationale Standard der israelischen Forschung stellt eine solide Grundlage für eine intensive und umfangreiche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Israel dar, die, wie im Falle der Max Planck Gesellschaft und des Weizmann Instituts, noch vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen begannen. Daraus entstand die Minerva-Gesellschaft, deren Minerva-Weizmann Projektprogramm derzeit 80 Einzelprojekte betreibt, den 40 Minerva-Forschungszentren an israelischen Einrichtungen der höheren Bildung (ausgestattet mit Kapital vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in einer Gesamthöhe von Euro 70 Millionen), 5 Junior Partner Projekten, 50 Langzeit- und 25 Kurzzeitstipendien für Gastprofessoren sowie drei Minerva-Schulen und Gentner Symposien über aktuelle Themen.

Die Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) leistet seit Mitte der 1960er Jahre bedeutende Beiträge zur Zusammenarbeit, mit 100 langfristigen Projekten und seit 2004 mit 35 weiteren neuen Projekten mit einem Wert von Euro 3,4 Millionen ($ 4,9 Millionen). Seit 1995 fördert die DFG zudem auch trilaterale Projekte (bisher 28 an der Zahl, von denen sieben noch betrieben werden), an denen auch palästinensische Universitäten und Forscher beteiligt sind. Seit 2000 wird die deutsch-israelische industrielle Kooperation zwischen dem BMBF und dem israelischen Ministerium für Industrie, Handel und Arbeit mit dem Zweck der gemeinsamen Förderung angewandter Projekte in den Bereichen der Biotechnologie, der Optoelektronik und der Nanotechnologie systematisch initiiert und entwickelt. In der Zukunft sollen auch die Mikrosystemtechnologie und Medizintechnik dieser Liste hinzugefügt werden.

Zudem besteht auch eine Zusammenarbeit mit den 15 großen deutschen Forschungszentren der Hermann von Helmholtz Gemeinschaft, die außerdem 2004 mit einer multilateralen Konferenz den Startschuss gab für grenzüberschreitende Projekte, unter anderen in den Bereichen Wassertechnologie, Klima und Biodiversität. Darüber hinaus entstand über die vergangenen Jahrzehnte ein dichtes Netzwerk von Kooperationsvereinbarungen zwischen den Hochschulen beider Länder über gemeinsame Forschungsprojekte und den Austausch von Wissenschaftlern. Die Alexander von Humboldt Stiftung allein vergab bisher über 200 Forschungsstipendien und Preise an israelische Forscher. Der Deutsche Akademische Austauschdienst beteiligt sich am bilateralen wissenschaftlichen Austausch seit 1960 und fördert pro Jahr rund 140 Israelis.

Seit 2008 konzentriert sich eine bilaterale Kooperation zum Thema klimatischer Veränderungen auf den Aufbau der Kapazität von Institutionen, die professionelle Ausbildung, die Einrichtung eines Systems der Messung von Treibhausgasen auf freiwilliger Grundlage und auf die Förderung des programmatischen CDM (Clean Development Mechanism). In jüngster Zeit kamen Deutschland und Israel darin überein, die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Forschung durch die Einbeziehung eines neuen Themas auszudehnen – die Forschung im Bereich des Zivilschutzes.