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Wiener Wiesenthal Institut: Auseinandersetzungen eskalieren

Wie „profil online“ exklusiv berichtet, ist der überwiegende Teil des hochrangig besetzten Internationalen Wissenschaftlichen Beirats des Wiener Wiesenthal Instituts zurückgetreten. In seinem Schreiben betont er, die „notwendigen Voraussetzungen für wissenschaftlich unabhängige Arbeit“ des 2005 gegründeten Instituts seien nicht länger gegeben…

Internationaler Wissenschafter-Beirat tritt zurück

Damit gehören unter anderen der Doyen der internationalen Holocaust-Forschung Yehuda Bauer, Omer Bartov – er ist einer der weltweit führenden Historiker im Bereich Völkermord, sowie Ruth Wodak, Trägerin des österreichischen Wittgenstein-Preises, dem Wiener Wiesenthal Institut nicht mehr an. Der Rücktrittsbrief ist von 12 der 15 Forscher unterzeichnet. Als Begründung für ihren Rückzug führen die renommierten Wissenschafter „die jüngsten Ereignisse“ um das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust Forschung an.

Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, hatte in einem Interview mit „profil“ den Gründungsleiter des Instituts Anton Pelinka mit schweren Vorwürfen überschüttet: Pelinka versuche nun, die Einrichtung „mit unlauteren Mitteln zu zerstören“.

Pelinka hatte resigniert, da er die mit bisher 640.000 Euro öffentlich geförderte Forschungseinrichtung „in Umklammerung der Kultusgemeinde“ sah. In ihrem Abschiedsschreiben stimmen die internationalen Wissenschafter offensichtlich mit Pelinkas Analyse überein, sie sprechen ihm ausdrücklich ihre „Anerkennung für die Führungsrolle“ aus.

Details auf www.profil.at

„profil“: Schwere Vorwürfe von Muzicant gegen Pelinka

„Der Vorwurf, dass sich die Kultusgemeinde das Institut unter den Nagel reißt, ist eine weitere Gemeinheit von Pelinka“

In einem Interview im Nachrichtenmagazin „profil“ erhebt Ariel Muzicant, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, schwere Vorwürfe gegen den Politologen Anton Pelinka.

Muzicant auf die Frage, warum nach Pelinkas Abgang aus dem Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien sogar die Türschlösser des Instituts ausgetauscht wurden: „Weil von Pelinka in der Nacht nach seinem Rücktritt Briefe unter anderem an den Wiener Kulturstadtrat hinausgingen, dass das Wiesenthal Institut die Förderungskriterien nicht mehr erfüllt.“

Das Institut wurde bisher von Bund und Stadt Wien mit 640.000 Euro gefördert. Der Konflikt hat seinen Ursprung im Vertrag, mit dem die Kultusgemeinde ihr Archiv an das Forschungsinstitut verleiht. Muzicant sagt dazu im Interview mit „profil“, Einschränkungen seien auch zur Abwehr einer finanziellen Verwertung des Archivs erfolgt: „Sie hatten vor, das gesamte Archiv zu digitalisieren und mit diesen Dingen zu machen, was sie wollen. – Es gibt keinen Umweg, alles zu vervielfältigen und es dann in die ganze Welt zu verkaufen.“

Der Wissenschafter seinerseits hatte vor „Umklammerung des Instituts durch die Kultusgemeinde“ gewarnt. Muzicant, der einen Großteil des neuen Vorstands vorschlug: „Der Vorwurf, dass sich die Kultusgemeinde das Institut unter den Nagel reißt, ist eine weitere Gemeinheit von Pelinka.“ Pelinka versuche nun, „das Institut zu zerstören. Und das mit unlauteren Mitteln.“