Westerwelle besucht Israel

Sein erstes Telefongespräch mit einem ausländischen Amtskollegen führte der frisch vereidigte deutsche Bundesaußenminister Guido Westerwelle ausgerechnet mit Avigdor Liberman, dem israelischen Außenminister. Das wurde Journalisten von Diplomaten mitgeteilt. Nachdem Westerwelle schon die engsten Nachbarn Deutschlands besucht habe, darunter Belgien und Polen, setzt er am Montag eine weitere Tradition deutscher Außenminister fort, kurz nach Amtsantritt auch Israel zu besuchen…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 22. November 2009

Westerwelle wird am späten Nachmittag in Israel landen und vom Flughafen aus direkt zu der Holocaust Gedenkstätte Jad Vaschem fahren. „Es ist völlig ungewöhnlich, dass Jad Vaschem einen Besuch nach den üblichen Öffnungszeiten ermöglicht“, sagten Diplomaten unter Hinweis auf die „beachtenswert guten und engen Beziehungen ausgerechnet mit der Holocaust-Gedenkstätte“.

Westerwelle hat Israel schon besucht: in der Folge der „Möllemann-Affäre“, als der damalige FDP-Chef mit einer antisemitischen und anti-israelischen Kampagne im Jahr 2002 versuchte, beim Wahlkampf Stimmen zu sammeln. Doch in Israel hatte Möllemanns Vorgehen gegen Michel Friedman und Ministerpräsident Ariel Scharon kaum Schlagzeilen gemacht. Bekannt wurde der Skandal erst, als ein Tag vor Westerwelles Ankunft der damalige Chef der Naumann-Stiftung wegen vermeintlicher Hilfe für palästinensische Terrororganisationen verhaftet worden war. Burkhardt Blanke hatte allerdings nur Landkarten aus dem Internet heruntergeladen und „verdächtige“ Briefe an seine Großmutter geschrieben. Innerhalb von Stunden hatte der damalige Außenminister Schimon Peres für seine Freilassung gesorgt. Wegen dieser mysteriösen Verhaftung war erstmals die innerdeutsche Wahlkampf-Kontroverse durch einen Artikel in der Zeitung Haaretz auch beim israelischen Publikum bekannt geworden.

Westerwelle wird sich weniger als 24 Stunden in Israel aufhalten. Auf seinem Programm stehen ein ausführliches Abendessen mit Liberman am Montag Abend, ein Kurzbesuch beim palästinensischen Ministerpräsidenten Salam Fayad in Ramallah und ein Gespräch mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Niemand erwartet von Westerwelle, in die Rolle des Vermittlers zu springen oder die aktuellen internationalen Kontroversen um den Nahostkonflikt im Handumdrehen zu lösen. Der Besuch werde im Wesentlichen den umfangreichen bilateralen Beziehungen zwischen Israel und der Bundesrepublik gewidmet sein. Dazu gehöre nach Informationen deutscher Diplomaten ein wissenschaftlicher Austausch, wie ihn Deutschland mit kaum einem anderen Land pflege, der Jugendaustausch, sportliche Begegnungen und umfassende Kulturbeziehungen, wie sie dieser Tage durch den Besuch des Regisseurs Wim Wenders in Israel einen besonderen Akzent erhalten hätten. Über die ausgiebigen militärischen Kontakte in beide Richtungen wollten die Diplomaten nicht ins Detail gehen. Aus israelischen Quellen ist zudem bekannt, dass Angehörige des BND, deren Namen unter strengster Zensur stehen, offenbar mit Erfolg zwischen Israel und der radikal-islamischen Hamasorganisation über einen Gefangenenaustausch zwischen hunderten palästinensischen Terroristen in israelischen Gefängnissen und dem in den Gazastreifen verschleppten israelischen Soldaten Gilad Schalit vermitteln.

Auf Westerwelles Tagesordnung dürfte auch das geplante gemeinsame deutsch-israelische Kabinettstreffen am 30. November in Berlin stehen. Im Januar war Bundeskanzlerin Angela Merkel mit mehreren Ministern nach Jerusalem gereist und hatte den Beginn einer „Tradition“ gesetzt, wie sie schon mit den Regierungen Frankreichs und Polen existiert. In Israel wie in Deutschland gab es Neuwahlen, sodass ein Gegenbesuch des israelischen Kabinetts zunächst verschoben werden musste. Doch um diese Regierungskonsultationen zu institutionalisieren, bestand auf beiden Seiten der Wunsch, sie trotz Engpässen in den Terminkalendern noch in diesem Jahr stattfinden zu lassen.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com

10 Kommentare zu “Westerwelle besucht Israel

  1. @Leser140
    „Bekloppten,  Bescheuerten und Schwachsinnigen“
    Schwachsinn geht zumeist mit geistiger Behinderung einher und bei geistig behinderten Menschen werden Sie wohl vieles finden, nur keinen Antisemitismus oder Rassismus.
    Ein Legastheniker hat vielleicht Schwierigkeiten  Schrift und Text zu bewältigen, aber deshalb ist er noch lange kein Antisemit.
    Wenn Sie nun schon  das dringende Bedürfnis haben mit den Schwächen anderer zu argumentieren, dann schreiben Sie diese  wenigstens richtig.
    Gerne empfehle ich Ihnen die Lektüre von Erich Fromms Werken über das “ Böse im Menschen…“ und  die “ menschl. Destruktivität….“ , damit etwas Klarheit in Ihr psychologisch/psychiatrisches Wirrwarr kommt.
    Danke;-)

  2. Hagalil tut gut indem er die Hirngespinnste von Hans Kohldampf (wow, wie kopfkrank muss jemand sein, sich so ein Nick zu zulegen) freischaltet. Man sieht sofort mit welchen Menschen wir die gleiche Luft atmen müssen. Und man weiß dass ca. jeder Dritter Deutscher denkt wie Hans Kohldampf.

    Meiner Meinung nach tut hagalil sich keinen Gefallen, aber dafür sind nicht wir verantwortlich. Wir können nur unsere Meinung dazu abgeben. Ich jedenfalls würde Herrn Kohldampf des Forums verweisen.
    Antisemitismus -Antizionismus ist ganz sicher keine psychische Krankheit. Solch eine eckelige Wurzel kommt aus dem Herzen. Das hat mit krank sein wenig zu tun.

  3. Jeder Dritter Deutscher denkt wie Hans Kohldampf.
     
    Dass Sie sich da mal nicht irren, weitmehr als nur jeder Dritte, weit mehr. Vielleicht nicht in Berlin, oder in Hamburg oder Düsseldorf, mag sein dass es da nur jeder Dritte ist, aber auf dem Lande sich die Sache ganz anders aus, leider. Nicht nur Juden- und Ausländerfeindlich, die machen da keinen  Unterschied.  „Jud´oder  Türk´muss ih net habn.“ Ich habe schon Dinge erleben müssen, da würde manch einer denken, wir haben die Zeit um 70 Jahre zurückgeschraubt….
    Vielen Dank.

  4. @ndunguze
    Antisemitismus/Antizionismus ist ein Ressentiment, der man besonders oft bei Bekloppten, Bescheuerten und Schwachsinnigen  diagnostizeren kann. Oder bei denen, die ihren Schwachsinn hinter der Legasthenie verstecken.
    @Gabriele
    Antisemitismus und Antizionismus ist kein Problem der Juden bzw. Israelis. Das ist ein Problem der Psychiatrie.  Hagalil tut gut indem er die Hirngespinnste von Hans Kohldampf (wow, wie kopfkrank muss jemand sein, sich so ein Nick zu zulegen) freischaltet. Man sieht sofort mit welchen Menschen wir die gleiche Luft atmen müssen. Und man weiß dass ca. jeder Dritter Deutscher denkt wie Hans Kohldampf.
    Das soll wahrscheinlich ein Beweis sein, dass eine psychische Krankheit (Antisemitismus/Antizionismus) das seuchenartige Ausmass nehmen kann und trotzdem ist ein Volk weiterhin fähig ein Weltmeister im Auotexport oder Mülltrennen zu sein. Antisemitismus ist kein Hindernis um die Gelbe Säcke zu fühlen oder Audi zusammenzuschrauben.

  5.  
    Keine israelische Regierung wird jemals die jüdischen Siedler aus dem Westjordanland und aus Ostjerusalem wieder zurückholen können.
     
     
    Wer sagt das Israel das machen will? Es ist alles jüdisches Kernland, auch wenn Sie toben bis bei Ihnen der Kopf rot anläuft, Herr Kohldampf.
     
    Ich finde es auch schade das Hagalil Ihre boshaften Kommentare nicht einfach löscht und Sie hier schalten läßt, Herr Kohldampf.
     
    Für mich sind Sie unterste Schublade!
     

  6. Natürlich weiß der H. Kohldampf am besten wie lange es noch Israel gibt. Der H. Kohldampf kann doch bis Drei zählen. Bis Vier kann er nicht. Er hat die Grundschule vorzeitig beendet. Grund? Mangel an der Begabung. Seit dem versucht sich der Legasteniker als Hobby Antizionist – überall wo das nichts kostet.
    Hans Kohldampf – Sie sind eine Schande für das Deutsche Volk! Und eine  Belustigung für die Hagalil Redaktion: Als Beweis für die dummen Deutschen.

  7. „Aber dass Israel keine Chance hat, und diesen Krieg um seine Existenz als Judenstaat jetzt schon verloren hat, und zwar verloren hat infolge und aufgrund seiner unersättlichen Habgier, das sieht doch jeder der bis Drei zählen kann.“
     
    Und jeder kann bis drei zählen und Sie als Hagalil-Blog-DauerAntisemit bezeichnen.  😀
    Mach endlich die Flatter, Hans Dampf in alles Gassen!
     

  8. Ach Gottchen, was soll denn schon gross herauskommen bei dem typischen „Antrittsbesuch“ eines deutschen Aussenministers in Israel.

    Westerwelle wird sich da natürlich, so wie es sich für jeden deutschen Offiziellen gehört, in Jad Vaschem für die Photographen hinstellen, mit einem jüdischen Käppi auf dem Kopf und einem zerknirschten und schuldbewussten Ausdruck im Gesicht. Und er wird irgendwas in die Mikrophone sabbeln von der angeblich ewigen deutschen Verbundenheit und Verantwortung und Nibelungentreue zu Israel.

    Und dann wird er den Rassisten und Rechtsextremisten Avigdor Lieberman aufsuchen und ihn um Vergebung anflehen dafür, dass er selbst mal wegen Möllemann in Verdacht stand, ein Rechter zu sein, und er wird Israel als Zeichen seiner Sühne dann weitere Dolphin-U-Boote schenken und ein paar Fregatten dazu.

    Was in Israel aber keiner begreift: Das alles ist nur Pille-Palle und nichts anderes als verlogener schöner Schein für die Journalisten. Israels Problem lässt sich auch mit noch so vielen U-Booten und Geldern aus Deutschland nicht lösen.

    Israel hat sich selbst mit der jüdischen Besiedelung der besetzten Gebiete jede Aussicht auf eine Zwei-Staatenlösung verbaut. Keine israelische Regierung wird jemals die jüdischen Siedler aus dem Westjordanland und aus Ostjerusalem wieder zurückholen können. Und kein Westerwelle kann daran etwas ändern, und schon gar nicht mit deutschen SchuldKult-Beteuerungen.

    Die logische Konsequenz, nämlich der binationale Einheitsstaaat, wäre aber auch das Ende des „jüdischen “ Staates Israel. Also, was bleibt? Doch nur die Aufrechterhaltung des Status Quo, nämlich die Fortsetzung der jetzigen Politik Israels, der Unterdrückung und der Entrechtung der Palästinenser in Ewigkeit, Amen.

    Fakt ist: Israel hat langfristig keine Zukunft als „jüdischer UND demokratischer“ Staat. Ob das nun noch 30, 50, oder gar 100 Jahre so weiter gehen wird wie bisher, kann keiner vorhersagen. Aber dass Israel keine Chance hat, und diesen Krieg um seine Existenz als Judenstaat jetzt schon verloren hat, und zwar verloren hat infolge und aufgrund seiner unersättlichen Habgier, das sieht doch jeder der bis Drei zählen kann.

    Nur in Israel verweigert man sich dieser Einsicht (noch), und gackert dort herum wie in einem angeschossenen Hühnerhaufen. Westerwelle kann einem wirklich leid tun, in dieser Farce den Part des Hofnarren übernehmen zu müssen.

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