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Ádám Pozsonyi: Auf zum Kampf!

„Magyar Demokrata” („Ungarischer Demokrat”), die Wochenzeitschrift ist eines der größten Organe auf der politisch rechten Seite. Der ehemalige und wahrscheinlich zukünftige Premierminister und Führer der Fidesz-Partei, Viktor Orbán sagte, es sei eines seiner Lieblingsblätter…

Von Karl Pfeifer

Der Chefredakteur dieses Blattes ist Fidesz-Mitglied – früher einmal war er Mitglied der kommunistischen Partei und für die Parteinachrichten im damaligen Parteiblatt „Népszabadság“ verantwortlich. Er ist einer der Paten der verbotenen und doch existierenden „Ungarischen Garde“ und meinte als er zum nachfolgenden Text befragt wurde, dieser sei satirisch.
Davon kann keine Rede sein, dieser Text ist ganz im Stil der ungarischen Pfeilkreuzler gehalten, die während der dreißiger und vierziger Jahre die bedeutendsten ungarischen Dichter und Schriftsteller mit ähnlichem Wortschatz angriffen.

Viele Ungarn erinnern sich, dass nach der deutschen Besetzung Hunderttausende Bücher in Ungarn eingestampft worden sind und dass mehr als eine halbe Million jüdischer Ungarn nach Auschwitz-Birkenaus deportiert wurden und nur wenige zurückkehrten.

Allerdings ist Pozsonyi ein Schreiber, der glaubt, sich durch solche Prosa einen Namen machen zu können, wenn er von Neid getrieben, auch im Ausland bekannte Schriftsteller anschleimt. Dass er von seinem Chef in Schutz genommen wird, dass die angeblich der ungarischen Kultur verpflichtete konservative Fidesz-Partei dazu schweigt, lässt eine weitere rechtsextremistische und neopfeilkreuzlerische Aufschaukelung befürchten.

Ádám Pozsonyi: Auf zum Kampf!
(Magyar Demokrata [Ungarischer Demokrat]. Nr. 43. 2009., p. 40.)

„Die Errichtung einer Kulturpolizei hätte ich schon seit langem betrieben, jedoch leider, weder ich noch meine Anhänger kamen in Positionen, in denen einer solchen praktischen Empfehlung Geltung verschafft werden konnte.

Sagen wir es offen: Das geistige Leben Ungarns steht schon seit langen Zeiten unter fremdem Einfluss, aber in einem solchen Ausmaß wurde der noch übrig gebliebene ungarische Gedanke aus der öffentlichen Gesinnung weder in den dunkelsten Jahren des XX. Jahrhundert nicht ausgejätet, wie dies in unseren Tagen geschieht. Da unsere politische und geistige Elite aus Fremden besteht, müssen wir – wie unsere heldenhaften Vorfahren während der Kämpfe gegen die Türken, oder zur Zeit der Landeszerstückelung von Trianon – handeln.

Bilden wird kleine Hauskommandos. In Gruppen von drei–vier Personen kämmen wir die Bibliotheken durch und entwenden wir, vernichten wir die Geschwürherde der linksliberalen Vaterlandsverräter und ihre Geschmacklosigkeiten. Falls das Herausschmuggeln der Bücher nicht möglich ist, zerreißen wir die Blätter, bekritzeln sie, machen wir den Sudele dieser begünstigten Niemanden, den unsere verräterischen Medien auf allen Ebenen propagieren, für weitere geistige Vergiftung unbrauchbar.

Unterschätzen wir diese Aufgabe nicht. Das Schicksal der Welt wird auf geistiger Ebene entschieden, und es ist nicht egal, durch was die Seele unserer Jugend vergiftet wird. Was kann sie der nächsten Generationen noch weitergeben.

„Spiró ist Schorf, Konrád Fluch, wegen Nádas muss ich gleich Kotzen!” Dies sei die Marschmusik der aufzustellenden kleinen Freikorps, die in einen heldenhaften, heiligen Kampf für die Reinigung des ungarischen geistigen Lebens, in die Schlacht ziehen. Wir sollen keine moralischen Hemmungen haben. Diese Leute sind Mörder, ihre Gifte sind aus unserem Organismus auszurotten. Wenn es schon die „ungarische” Regierung, der „ungarische” Schriftstellerverband, der Verband der „ungarischen” Buchhändler dies nicht tun. Nebenbei gesagt: auch sie schalten uns aus, nur haben sie einen wesentlich mächtigeren Hintergrund, handeln wesentlich gemeiner, und sie verheimlichen dies gar nicht.

Das Ziel ist, dass wenn ein ungarischer Mensch einen Esterházy-Band erblickt, soll er aus seinem Schlaf geweckt in Richtung des Mülleimers blicken, und mit noch halb geöffneten Augen, eventuell das Gähnen unterdrückend, eine Wurfbewegung machen.

Auf in die Schlacht meine Freunde, zum Kampf, auf zum heiligen Krieg!“