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Wirtschaftskrise fördert Korruption: Kriegsgebiete führen Liste an

Die Wirtschaftskrise hat weltweit zu höherer Korruption geführt. Angesichts branchenübergreifender Auftragsflauten haben immer weniger Unternehmen Skrupel, auch durch bedenkliche Mittel wie der Bestechung an neue Aufträge zu kommen. Dabei ist „Unternehmensintegrität für die finanzielle und wirtschaftliche Stabilität“ gerade in der Krise wichtig, wie die Organisation Transparency International (TI) aufzeigt. Deutschland, Österreich und die Schweiz seien in Sachen Korruption aber vorbildlich…

Bestechung weltweit verbreitet: DACH-Region vorbildlich

pte – Bestechung ist nach Angaben von TI in 180 Ländern der Welt weit verbreitet. Am korruptesten sind der Organisation zufolge Kriegsgebiete und von politischen Krisen gezeichnete Länder. So führen Somalia vor Afghanistan, dem Irak, dem Sudan und Burma die Liste der weltweit korruptesten Staaten an. Russland liegt auf Rang 146.

Wenn essenzielle Institutionen und Kontrollinstanzen schwach sind oder gar nicht existieren, gerät die Spirale der Korruption außer Kontrolle, so TI.

Korruptionsparadies Somalia

In der EU hinken Bulgarien, Griechenland und Rumänien am weitesten hinterher. Italien ist nach Erkenntnissen von TI korrupter als die Türkei. Neuseeland, Dänemark, Singapur und Schweden sind vor der Schweiz die gesittetsten Länder. Auch Deutschland und Österreich schneiden gut ab, während die USA auf Rang 19 abrutschen. Katar liegt auf Platz 22, die Vereinigten Arabischen Emirate auf Platz 30.

Israel belegt Rang 32 und konnte sich gegenüber dem Vorjahr um einen Platz verbessern. Von 10 Positivpunkten erreichte Israel 6,1 und teilt sich den Platz mit Spanien. Jordanien belegt den 49. Platz. Ägypten liegt auf Rang 111, Syrien Platz 126. Der Libanon liegt an 130. Stelle.

Kein sicherer Hafen für korruptes Geld

Der gemeinnützigen Organisation zur Bekämpfung von Korruption in Behörden und Unternehmen zufolge ist es angesichts der weltweiten Rettungspakete für Banken und Konzerne vordringlicher denn je, das Problem zu bewältigen. Bei „immer mehr“ Unternehmen werde momentan aber nicht mehr danach gefragt, wie Aufträge erlangt werden, so die TI-Deutschland-Vorsitzende Sylvia Schenk im Deutschlandfunk.

Nach Ansicht von TI sind die politisch Verantwortlichen in der Pflicht, Korruption zu bekämpfen. Es sei erforderlich zu identifizieren, wo eine verantwortungsbewusste Regierungsführung von Korruption blockiert wird. Maßnahmen der OECD und der G20 gegen Steueroasen seien zu begrüßen. „Korruptes Geld darf keinen sicheren Hafen finden“, so die Organisation.

Korruptions-Report 2009: PDF-Download
Am unbestechlichsten sind die Neuseeländer mit 9,4 Punkten. Auf Platz 2 liegt Dänemark, Platz drei teilen sich Schweden und Singapur. Deutschland erhielt 8 Punkte und teilt sich zusammen mit Irland Platz 14.