Bastards: Tarantino ist gut für die Juden

Viele der Komponenten des Films „Inglorious Bastards“, die als gewagt oder neuartig gewertet werden, sind dies nicht wirklich. Der Regisseur Quentin Tarantino ist nicht der erste, der in seinen Filmen versucht, historische Events aus dem 2. Weltkrieg zu verändern…

Shlomit Almog in M’ariw Gedanken zum Film „Inglorious Barstards“

Das deutlichste Beispiel ist wohl die geniale Komödie von Ernst Lubitsch „Sein oder nicht sein“ (1942). Jahrzehnte vor Tarantinos Coronel Land, der den Spitznamen „Judenjäger“ trägt, hat Lubitsch Coronel Erhart erfunden, dem es höchstes Vergnügen bereitet „Concentration Camp Erhart“ genannt zu werden.

http://www.youtube.com/watch?v=Vq1863Yfs7E

…Aber dennoch macht „Basterds“ eine wichtige und machtvolle Aussage, die aus der Zeit resultiert, in der der Film entstanden ist. In den letzten Jahren häufen sich die künstlerischen Versuche, einen anderen Aspekt des Holocaust und des Krieges herzustellen. „Der Vorleser“ Schlinks z.B. , der erfolgreich verfilmt wurde, liefert einer deutschen Frau, die der Kriegsverbrechen für schuldig befunden wird, „mildernde Umstände“.

http://www.youtube.com/watch?v=xlWz8GG0eiM

…Es handelt sich dabei um eine Erscheinung, die zu erwarten war und die auch nicht bekämpft werden kann oder muss. Aber vor diesem Hintergrund leistet „Inglorious Basterds“ all denen einen wichtigen Dienst, die daran glauben, dass das alte Narrativ beibehalten und bewahrt werden sollte. Trotz seiner frechen Geschichtsumschreibung erweist Tarantino der Holocausterinnerung einen ausgezeichneten Dienst.

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