Sarrazins willige Vollstrecker

Ein Streifzug durch die Leserkommentare im Netz – ein Lehrstück über Meinungsfreiheit…

Von Ramona Ambs

Die ganze Debatte begann mit einem Interview Thilo Sarrazins mit der Zeitschrift Lettre International. In diesem Interview gab Sarrazin Sprüche zum Besten, die nicht nur ausgesprochen dumm und Menschen verachtend sind, sondern eben auch eindeutig rassistisch. Er schwadronierte von der altdeutschen Arbeitsauffassung der Deutschrussen und von dem 15 % höheren IQ der osteuropäischen Juden, von der Integrationsunfähigkeit der Türken und Araber und von der Größe des deutschen Volkes im Jahre 1939.

Diese Äußerungen wurden dann scharf kritisiert. Die türkische Gemeinschaft forderte den Rücktritt Sarrazins und Stephan J. Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland sagte: „Ich habe den Eindruck, dass Herr Sarrazin mit seinen Äußerungen und seinem Gedankengut Göring, Goebbels und Hitler wirklich große Ehre macht“.

Wie immer bei solchen Darlegungen gehen die Meinungen der Kommentatoren weit auseinander. Während die einen Sarrazins Äußerungen ganz klar als rassistisch und somit letztlich untragbar kategorisieren, halten andere die Äußerungen lediglich für sprachlich verunglückt, und wieder andere halten Sarrazin für einen mutigen Tabubrecher, der endlich einmal ausspricht, was viele denken, aber nicht zu sagen wagen. Blickt man in den Kommentarbereich der verschiedenen Zeitungen, so muss man feststellen, dass die letzte Gruppe von den Lesern sehr goutiert wird. Denn offenbar brodelt die gequälte deutsche Volksseele und findet ihr Ventil in den Kommentarspalten der verschiedenen Magazine.

Beim Berliner Tagesspiegel schreibt Michael Wolffsohn, dass er sich gerade als Jude für Kramers Äußerungen schämt (warum er gerade auch als Deutscher sich nicht auch noch für Sarrazin mitschämt bleibt sein Geheimnis). Das führt zu viel Beifall und wohlmeinenden Ratschlägen bei der Leserschaft. So empfiehlt ein Leser:

„Ich kann hier nur die in Deutschland lebenden Juden auffordern, sich dort etwas mehr einzumischen und den ZdJ wieder zu einer Institution zu machen, die das Zusammenleben verbessert, nicht es unnötig belastet.“

Ähnliche Leserkommentare findet man auch bei der Welt. Dort nimmt der Vorstandsvorsitzende der Axel-Springer-Stiftung Ernst Cramer die Äußerungen Sarrazins in Schutz. Er schreibt unter anderem:

„Der ehemalige Berliner Senator ist ein Kenner der Situation(…)Die Debatte um eine richtige Einwanderungspolitik in Deutschland und ebenso um die angemessene Reaktion der Zuwanderer ist jetzt entfacht.(…)Für viele auf allen Seiten bedeutet das Umdenken, auf jeden Fall Kompromissbereitschaft. Das trifft übrigens auch für die Juden in Deutschland zu, deren große Mehrheit Immigranten aus der früheren Sowjetunion sind. Auch deren Integration lässt viel zu wünschen übrig. Da bleibt – auch für Stephan Kramer – noch viel zu tun.“

Dem pflichtet ein Leser eifrig bei, der offenbar findet, dass es Juden nichts angeht, was hier in Deutschland debattiert wird:
„Die Äußerungen des Zentralrats der Juden gegen Herrn Dr. Sarrazin sind unsachlich und nicht mehr zeitgemäß. Statt weiter den Weg der Versöhnung und Vertändigung zu betreiben, wird in unverständlicher Weise polemisiert und das auch noch zu einer Sache, die die Juden in Deutschland nicht betrifft.“

In der FAZ beschreibt Holger Appel Sarrazin als couragierten Mann, woraufhin ein Leser bestätigt: „An anderer Stelle wird doch immer nach Zivilcourage gerufen, jetzt hat mal einer den Mumm sich gegen das bundesdeutsche Meinungskartell aufzulehnen und prompt wird er mit einem Berufsverbot belegt.“

In der Süddeutschen Zeitung beschreibt Helga Einecke Sarrazin als Provokateur am falschen Platz. Dahinter wittert so mancher Leser bereits eine jüdisch-amerikanische Verschwörung gegen Sarrazin. Einer fordert: „Ihr müsst vor niemanden Angst haben. weder die USA noch Israel sind in der Lage uns die Wahrheit vorzuenthalten, geschweige denn unseren Gedanken Einhalt zu bieten.
Also liebe SZ trau euch, die Wahrheit ist nicht immer schön, aber dafür Richtig.“

Ein anderer Leser warnt die Zeitung: „(..)mit Lügen und Augenwischerei kann man nur eine Zelt lang Geld verdienen… aber macht nur weiter so, mal sehen wer dann am Ende das Lachen hat…“

Die schlimmsten Leser-Kommentare finden sich aber in den rechten elektronischen Postillen wie den PI-News. Dort hat man einen Kritiker Sarrazins besonders ins Visier genommen. Alan Posener hatte in einem Videokommentar die Originalaussagen Sarrazins verlesen und analysiert.

Das war offensichtlich zu viel inhaltliche Kritik an Sarazin. Denn inhaltlich auseinandersetzen will man sich natürlich nicht. In dem Artikel bei PI-News geht es dann auch ausschließlich darum, Posener zu diskreditieren. So etwas inspiriert dann die Leser zu Kommentaren wie diesen:

„Na hoffentlich kriegt er (Posener) von einem Murat oder Yüksel mal ordentlich eins auf den Hinterkopf; vielleicht wird er dann geheilt von seiner Gutmenschenkrankheit.“ Andere Leser stellen seine Adresse ein und einer meint: „Ne also wirklich.. sowas wie der atmet UNSERE Luft weg.. Wäre mal ein Anfang das zu unterbinden..? das ist ein Fortschritt in Sachen Klimaschutz“

Anhand all dieser Kommentare stellt sich eine Frage: Wie kommt es, dass eindeutig rassistische Sprüche so massiv verteidigt werden und Kritiker Sarrazins auf so üble Weise verleumdet und sogar bedroht werden?

Offenbar gibt es hier ein Missverständnis von Meinungsfreiheit. Das Verbreiten rassistischer Statements wie die Sarrazins sollen durch die Meinungsfreiheit gedeckt sein- die Kritik daran aber eben nicht. Anders lassen sich die Kommentare nicht lesen. Hier hat Deutschland noch viel zu tun. Und Sarrazins willige Vollstrecker – um den von Joachim Frank geprägten Begriff noch ein wenig zu etablieren – werden diese Lektion hoffentlich auch noch lernen.

88 Kommentare zu “Sarrazins willige Vollstrecker

  1. *LOL* So viel hat da jemand verstanden… Leider ist das nicht sonderlich viel. Wenn das der bayerische Otto-Normal-Katholik ist, dann gute Nacht, Bayern!
     
    Weils mir nun schon paar mal auffällt – Frage, haben Sie hier schon mal geschrieben, unter andrem Nick?
    Wenn ja, nun …

  2. >>> Trotzdem bringen Sie es fertig, bayerische Katholiken rhetorisch auszubürgern!
     
    *LOL* So viel hat da jemand verstanden… Leider ist das nicht sonderlich viel. Wenn das der bayerische Otto-Normal-Katholik ist, dann gute Nacht, Bayern!

  3. Dieselben „Israel-Freunde“, die in Jubel ausbrachen, als Broder am 1. Mai 2009 in Kreuzberg marodierende SA-Horden ausmachte, können jetzt ihre Begeisterung kaum mehr zügeln über „SS-Kramer“, nur weil der Zentralratssprecher dem Pöbel-Sozi Sarrazin, mit wirklich völlig unpassender Wortwahl, ins Wort fiel.

    Es geht also nicht darum, was jemand sagt, sondern darum wer etwas sagt und aus welchem Grüppchen man gerade sein Süppchen schlürft. Das ist doch offensichtlich. Sarrazin hätte noch viel mehr Mist reden können, solange er sich an der gerade so beliebten und so herrlich „politisch unkorrekten“ Hatz auf Gutmenschen, Multi-Kulti, Migranten, gegen Moscheen, „Kopftuchmädchen“ u. s. w. beteiligt.

  4. >>> jeder der sich weigert die Integrationsunwilligkeit arabischer und türkischer,und anderer Moslems nicht zu tolerieren,der soll mit Feuer und Schwert überzogen werden.
     
    Sachte, sachte! Bitte nicht alle Muslime bzw. Einwanderer und Kinder von Einwanderern aus islamischen Ländern über einen Kamm scheren. Der Großteil ist kaum religiöser oder fanatischer als der bayerische Otto-Normal-Katholik, eher sogar weniger. Man denke bspw. an die Ex-Muslime oder die Aleviten. Diese sind hervorragend integriert, und ich würde mir wünschen, dass alle Muslime so tolerant und liberal wären. Man trifft im Alltag glücklicherweise noch viele türkische Mädchen und Frauen, die kein Kopftuch tragen und einwandfrei deutsch sprechen, sowie Jungen und Männer ohne latente Gewaltbereitschaft oder Macho-Allüren. Sicher, es könnten ruhig noch einige mehr sein. Aber bei aller berechtigten Sorge, wir sollten nicht den Blick für das vorhandene Positive verlieren. Fanatiker gibt es leider auf beiden Seiten. Mühsam immer darauf hinweisen zu müssen, aber offenbar notwendig.

    Ich persönlich kann radikale, fanatische Muslime ebenso wenig leiden wie christliche Fundamentalisten oder ultraorthodoxe Juden.

  5. Niemand, deinen Namen hättest du nicht ausschreiben müssen, denn das du ein Niemand bist, hast du G´tteslästerer bereits deutlich gemacht. Göring lässt grüßen.

    Uf Mipo!!

  6. @Dave
    „Alle  Kultur ist oft auch Erinnerung, Erinnerung an weise Menschen, Erinnerung an große Dichter und Denker, Erinnerung an wissenschaftliche Leistungen, an Pioniere und und und ……. und eben auch Erinnerung an Dinge die nie wieder passieren dürfen.
    Das sollte eine Gesellschaft im Streben zur Zukunft eigentlich zum Besseren prägen…“
    Leeres Geschwätz. Die Erinnerungslobby will ihre ritualisierte Erinnerung zur Letztbegründung erheben. Diese Totenbeschwörungs-Propaganda hat aber mit Kultur nicht das Geringste zu tun und sie löst auch keine Probleme. Sie führt nur dazu, daß alle sich ihrer Toten gegenseitig um die Ohren hauen.

  7. …so soll es geschehen.Ihr seid nicht länger Israel.Ihr seid keine Juden und auch sonst nichts, weniger als das.Um eures Vaters willen soll man euch nicht Israel nennen,so wie Salomo nach seinem Abfall gestraft wurde so sollt ihr nicht geschlagen werden,denn Weisheit habt ihr nie gesucht.
    Gelobt sei der Herr!
    Dieser Kramer ist kein Jude,nie gewesen,er wird niemals einer sein.Solche nicht.Der Typ ist einfach nur anmassend.Kann dem nicht endlich einer verbieten das er sich einen Jude nennt?

     
    Verzeihen Sie, es tut mir leid, aber – sind Sie ein Depp?

    ICH SAGE:Ihr habt fremden Göttern gedient und ihr wollt nicht davon ablassen.Darum müsst ihr aus der Gemeinde des Herrn ausgeschlossen werden.So steht es geschrieben…

    Ach ja – seh schon!

  8. …so soll es geschehen.Ihr seid nicht länger Israel.Ihr seid keine Juden und auch sonst nichts, weniger als das.Um eures Vaters willen soll man euch nicht Israel nennen,so wie Salomo nach seinem Abfall gestraft wurde so sollt ihr nicht geschlagen werden,denn Weisheit habt ihr nie gesucht.
    Gelobt sei der Herr!
    Dieser Kramer ist kein Jude,nie gewesen,er wird niemals einer sein.Solche nicht.Der Typ ist einfach nur anmassend.Kann dem nicht endlich einer verbieten das er sich einen Jude nennt?

  9. Das war klar..endlich sprichts mal einer aus und der Zentralrat und Hagalil springen im Dreieck.Kein Wunder,der islamische Djihad der „moderaten Moslems“(welche nicht existieren,es gibt nur Moslems)wurde ja dauerhaft stillschweigend geduldet und auch gefördert.
    Das der Islam ansich keine Bedrohung darstellt,will man allenernstes irgendwem der auch nur einen Funken Verstand hat verklickern.Und jeder der sich weigert die Integrationsunwilligkeit arabischer und türkischer,und anderer Moslems nicht zu tolerieren,der soll mit Feuer und Schwert überzogen werden.
    Nach den langen Jahren der Friede,Freude Eierkuchen-Mentalität die der Zentralrat,Hagalil und ihre willigen Helfer verbreitet haben,müsste ihnen langsam aber sicher bewusst werden,das es so nicht ewig weitergehen wird.
    Die von Israel angeordnete Unterstützung der türkischen Religionsbehörde z.B….
    Dhimmis seid ihr und sonst nichts.Zentralrat der Dhimmis.Ich schäme mich für euch,ihr seid eine Schande für jeden Juda,jeden Israel und jeden anständigen Menschen …IHR JUDASSE
    Die Neonazis werden euch des Hochverrats beschuldigen,
    ICH SAGE:Ihr habt fremden Göttern gedient und ihr wollt nicht davon ablassen.Darum müsst ihr aus der Gemeinde des Herrn ausgeschlossen werden.So steht es geschrieben…

  10. @Dan
    „Menschen sind NICHT alle gleich, Kulturen unterscheiden sich …“
    Richtig, aber das müssen sie auch nicht, solange die jeweils  andere Kultur respektiert wird.
    „Doch so wie ich von Deutschen erwarte das wenn sie in andere Länder auswandern sie sich anpassen und der dortigen Leitkultur unterordnen erwarte UND VERLANGE ich (und die Mehrheit der Deutschen) das Immigranten das auch in Deutschland tun, basta!“
    Erwarte ich auch, doch verhalten sich Deutsche tatsächlich immer so?
    Im 17. Bundesland Mallorca z.B?  „Wetten das….“ aber bitte ohne die einheimische Bevölkerung( Verpasst hat sie ohnehin nichts)

    „Da muß schon einer wie Sarrazin kommen und unangenehmes Tacheles reden damit endlich, endlich, endlich mal eine offene Diskussion geführt werden kann.“
    Nein so einer DARF NICHT kommen, weil er nämlich mit all den Problemen der Durchschnittsbevölkerung( Deutsche und Immigranten) NICHTS zu tun hat. Vorsicht bei Leuten die aus der warmen Stube heraus dem Frierenden etwas über die Kälte berichten wollen.
    @Alexander
    „Ich habe keinen sicheren Job, ich bin selbständig.“
    Weshalb lehnen Sie sich dann so aus dem Fenster?
    Wenn in Deutschland jemand etwas aufbauen , etwas gegen seine Arbeitslosigkeit unternehmen möchte dann muss er damit rechnen, dass er möglicherweise von öffentlicher Stelle aus blockiert wird.
    Konkretes Bsp.
    Ein arbeitsloser  Mann bekommt zu Beginn der 90iger Jahre  einen ehemaligen US Base  Van. Nach einem Umbau fährt er während der Mittagszeit in verschiedene Gewerbegebiete um dort Würstchen, Sandwiches etc. zu verkaufen. Kurzum, nach einer Weile wurde ihm dies von öffentlicher Seite ,mit der Begründung er habe ja keine Toilette ,untersagt.
    Glauben Sie wirklich, dass Menschen aus reiner Berechnung heraus Hartz IV Empfänger werden?
    Haben Sie sich jemals die Frage gestellt was beispielsweise ein Arbeitsamt-Komplex  den Steuerzahler im Vergleich zu seiner Leistung kostet ?
    Mir wird Schwarz- Gelb vor Augen!

  11. >>> Menschen sind NICHT alle gleich, Kulturen unterscheiden sich und manche passen einfach nicht zusammen. Das ist eben so und daran ist auch im Grunde nichts verkehrt.
     
    Menschen mögen nicht faktisch gleich sein, gleichwertig sind sie schon. Die Leitkultur-Debatte halte ich für grundverkehrt, denn das Problem ist kein kulturelles, sondern ein zivilisatorisches. Oder um es mit den Worten Henryk M. Broders zu sagen:
     
    „Kultur ist, wenn Sie Ihrem Nachbarn den Kopf abschlagen und daraus eine Blumenvase machen. Zivilisation ist, wenn Sie dafür ins Gefängnis müssen und nie wieder rauskommen.“
     
    Multikultur ist schön und eine Bereicherung im ansonsten tristen monokulturellen Stumpfsinn – aber nur so lange sie nicht auf Kosten der Zivilisation geht, so lange sie nicht in Barbarei ausartet. Exotische Musik, orientalischer Bauchtanz, asiatisches Essen sind herzlich willkommen – Ehrenmord, Zwangsehe und Genitalverstümmelung müssen draußen bleiben.

    Multikultur ja, Multizivilisation nein!

  12. @tronnemann
    Ja, ja hauptsache ihr seid die politisch Korrekten und alles darf nur gesagt werden, wenn es euch gefällt und euerem Zentralrat der Juden. Irgendwann werdet ihr aber erkennen, das die Wahrheit siegt.
    Welche Wahrheit?

    @Michael
    Erinnerungskultur ist keine Kultur, sondern ein Kulturersatz, der ebenso synthetisch ist, wie Süßstoff.
    Alle  Kultur ist oft auch Erinnerung, Erinnerung an weise Menschen, Erinnerung an große Dichter und Denker, Erinnerung an wissenschaftliche Leistungen, an Pioniere und und und ……. und eben auch Erinnerung an Dinge die nie wieder passieren dürfen.
    Das sollte eine Gesellschaft im Streben zur Zukunft eigentlich zum Besseren prägen…
     
     
     

  13. @Jacob P.
    >> Ohne Antisemitismus kein Israel! <<
    Theodor Herzl ging tatsächlich davon aus, dass Assimilation und Emanzipation gescheitert seien. Genau das sagten die Antisemiten damals, und heute redet man vom Scheitern der Integration oder des Multikulturalismus.

    Nehmen wir an, es gäbe einen türkisch-arabischen Theodor Herzl, dann würde der also mit Sarrazin konform gehen, dass die Türken-Araber kulturell und sonstwie nicht nach Europa gehören und ihre Vermehrung  dort stattfinden soll, wo sie hingehören, nämlich in Arabien oder Turkestan.

    Ohne Sarrazin kein Kalifat! 🙂

    Wenn bloß nicht diese Tabus wären, dass man nicht einfach eine ganze Bevölkerungsgruppe ausbürgern kann.

  14. Ach so, Andreas, da sind also die Arbeitssuchenden, sprich in ihren Augen Faulenzer, auch daran schuld, dass sie manchmal genauso wenig zur Verfügung haben. Vielleicht liegt es ja aber bei Ihnen und an Ihrem Job? Wer hat gesagt, man dürfe über Hartz IV nicht reden? Wenn Sie meinen es gehe Sarrazin um Lösungen und nicht um seine unmenschlich-zynischen Dreck, scheinen Sie blind zu sein. Wenn Sie genauso drauf sind wie Sarrazin gönne ich Ihnen eines Tages Hartz IV von Herzen, dann unterhalten wir uns noch einmal.
     
    @ramona
     
    nicht nur das, es gibt auch eine interessante Studie, in der belegt wird, dass hochqualifizierte „Migranten“ im Gegensatz zu Deutschen weit weniger eingestellt werden. Aber das hat sicher aus Sicht einiger der komischen Gestalten, die hier auftauchen, nichts mit Rassismus zu tun.
     
     
     
     

  15. <<„Eine Studie- wie gesagt mit einigen Fehlern – die aber durchaus dazu beitragen konnte, sich des Problems konstruktiv anzunähern…“<<

    Ach ja? Wie denn? Ich habe leider noch nie bemerkt das solche „Werke“ irgendetwas zur Besserung der Situation beigetragen haben.

    Ich bin gezwungen hier in Berlin inmitten dieser Kulturbereicherer zu leben und ich weigere mich wegzuziehen und meinen Bezirk kampflos herzugeben.

    Tut mir leid Frau Ambs aber der von ihnen so gelobte Bericht hat wie so viele vor ihm genau dasselbe erreicht, nämlich gar nix!
    Da muß schon einer wie Sarrazin kommen und unangenehmes Tacheles reden damit endlich, endlich, endlich mal eine offene Diskussion geführt werden kann.
    Wie wärs denn mal wenn SIE ihre rosa rote Brille weg legen und sich die Wirklichkeit mal anschauen zur Abwechslung.

    Menschen sind NICHT alle gleich, Kulturen unterscheiden sich und manche passen einfach nicht zusammen. Das ist eben so und daran ist auch im Grunde nichts verkehrt.

    Doch so wie ich von Deutschen erwarte das wenn sie in andere Länder auswandern sie sich anpassen und der dortigen Leitkultur unterordnen erwarte UND VERLANGE ich (und die Mehrheit der Deutschen) das Immigranten das auch in Deutschland tun, basta!

    >>“Und differenziertes Denken ist Sarrazins Sache nicht. Lieber haut er alle in einen Topf „die Vietnamesen…die Deutschrussen…die osteuropäischen Juden…u.s.w.“…schöne einfache welt!“<<

    Macht er eben nicht!
    Er macht ganz klar wo die Probleme liegen, nämlich nicht mit den Vietnamesen!
     
     

  16. >>> Stellt in Israel nicht die JÜDISCHE HERKUNFT gemäss der Abstammungslehre als Grundlage für das Recht einzuwandern oder liege ich da etwa falsch?
     
    Oh man! Ist dir eigentlich klar, dass Israel die letzte Zufluchtsstätte, die letzte Lebensversicherung für Juden aus aller Welt ist, wenn diese von antisemitischer Verfolgung bedroht sind? Es gibt mittlerweile 22 arabisch-muslimische Staaten, in die Muslime immigrieren können, aber nur einen einzigen Judenstaat, in dem Menschen, die wegen ihres (tatsächlichen oder vermeintlichen) Jüdischseins verfolgt werden, sich sicher fühlen können. Dass dieser kleine, weltweit einzigartige Judenstaat weitaus mehr Aufmerksamkeit und Anfeindung erfährt als alle 22 arabisch-muslimischen Staaten zusammen, deren Menschenrechtsbilanz im Vergleich zu Israel geradezu katastrophal ist, ist entlarvend. Ohne Antisemitismus kein Israel! Wer diese Sonderregelung als Rassismus versteht, der hat gar nichts verstanden.
     
    >>> Ich hoffe, dass diese Kritik auch in diesem Forum ohne Nazikeule noch akzeptiert wird und darauf nicht mit wüsten Beschimpfungen der tiefen Sorte geantwortet wird.
     
    Entschuldigung, aber Israel Rassismus zu unterstellen, weil es Juden aus aller Welt eine Zuflucht bietet, ist antisemitisch oder zumindest gefährlich nahe am Antisemitismus.

  17. Armer Sarrazin. Die islamische Welt lacht sich mittlerweile schlapp über den – rein namenstechnischen- Abkömmling algerischer Piraten…und die deutsche Jugend und jene, die aus irgendeinem Grund in der spätpubertären Trotzphase hängengeblieben sind,kaufen sich T-shirts mit der Aufschrift „Solidarität mit Thilo Sarrazin“. Der Mann hats auch wirklich schwer- durch seine Degradierung innerhalb der Bundesbank verdient er demnächst vermutlich sowenig, dass er sich bei kalten Temperaturen einen warmen Wollpulli anziehen muss, weil er sich die Energiekosten nicht mehr leisten kann. Vielleicht kann er sich auch nicht mehr ausreichend Nahrungsmittel leisten, aber er kann sich ja damit trösten, dass er niemals Probleme mit Übergewicht haben wird. Übergewicht ist nämlich  auch ein reines Unterschichtsproblem. Weil die da natürlich alle das Falsche essen…
    Aber er hat ja viele Freunde. Und alle betonen sie, dass Sarrazin etwas völlig Neues von sich gegeben hat, etwas, was sich niemand zu sagen traut…Schade nur, dass die seinerzeit nicht ebenso laut applaudierten, als zum Beispiel die Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung (das zwar auch zahlreiche Fehler beinhaltete, aber das vernachlässige ich hier freundlicherweise mal- wens trotzdem intressiert: http://www.migazin.de/2009/01/28/ungleiche-potenziale-–-studie-verzerrt-die-lage-der-integration-in-deutschland/ ) sich der Problematik der unterschiedlichen Integrationserfolgen der verschiedenen Migrantengruppen annahm. Eine Studie- wie gesagt mit einigen Fehlern – die aber durchaus dazu beitragen konnte, sich des Problems konstruktiv anzunähern und einmal zu überprüfen, inwieweit  Integrationsversuche  auch an der Mehrheitsgesellschaft scheitern. Eine Studie, die übrigens auch gezeigt hat, dass die von Sarrazin als „Kopftuchmädchen“ bezeichneten jungen Türkinnen, die (innerhalb ihrer Migrationsgruppe) am besten integrierte Gruppe ist. Aber damit will man sich nicht auseinandersetzen- dafür müsste man sich nämlich differenziert mit den Studienergebnissen befassen. Und differenziertes Denken ist Sarrazins Sache nicht. Lieber haut er alle in einen Topf „die Vietnamesen…die Deutschrussen…die osteuropäischen Juden…u.s.w.“…schöne einfache welt! Und seine Anhänger? Die haben vielmehr  seinerzeit die Studie dazu benutzt türkischen und arabischen Migranten Integrationsunfähigkeit aus ethnischen Gründen zu unterstellen… das ist ja auch viel einfacher und bestätigt das eigene Weltbild. 

  18. @Schulamith: Ich habe keinen sicheren Job, ich bin selbständig. Netto habe ich in manchen Monaten auch nicht unbedingt mehr Geld zum ausgeben übrig als mancher Hartz-IV-Empfänger, der ja wohlgemerkt nicht nur die Miete, sondern auch die Krankenversicherung bezahlt bekommt. Und über Hartz-IV-Empfänger darf ruhig auch mal ohne pädagogische Betroffenheit – so als wären es alles waidwunde Opfer einer unmenschlichen Gesellschaft – gesprochen werden, auch wenn es in manchen Ohren zynisch klingt.
    @Danyal: Jetzt wird aber wirklich alles auf die Goldwaage gelegt. Wenn Sarrazin den Verlust beklagt, den die Shoah auch für Deutschland bedeutet, folgt daraus doch nicht, dass dies alles ist, was er daran schlimm findet. Oder wäre es besser, wenn er sagte: „Die Ermordung der Juden war natürlich schrecklich, aber für Deutschland kein großer Verlust“?

  19. Es sind wirklich nicht nur die Palästinenser, die keine Gelegeneheit auslaEricssen eine Gelegenheit zu verpassen. So abgedroschen dieses alte Bonmot auch ist, so gut passt es auch auf Israel.
    Die ewige Wiederholung abgedroschener Propagandaphrasen bringt uns einer Verständigung ganz bestimmt nicht näher, aber vermutlich ist das ja auch nicht gewollt.

  20. Alexander

    wollen Sie mich veräppeln? Was daran unmenschlich ist, fragen Sie allen ernstes? Sie erkennen keinen Zynismus, keine unmenschlichen Aussagen darin? Keine unsäglichen Aussagen, wie alle!!  Hartz IV Empfänger würden keinen Job suchen und wollen und würden nur zu Hause sitzen? Es lebe das Klischee in Deutschland.

    Na gut, dann kann Ihnen sicher niemand mehr helfen. Ziehen Sie sich auch einen warmen Pullover an? Nein, das haben Sie sicher nicht nötig mit einem guten und sicheren Job, nicht?

     
    @einste
     
    wen meinen Sie mit“ gerade in Israel die Forderung nach einer selektiven Zuwanderungspolitik“? Welche Israelis forden denn das?
    Hagalil ist eine jüdische Seite und keine israelische.

  21. Der Sarrazinsche Abriss über den nie kompensierten „immense(n) jüdische(n) Aderlass“ wird nicht zufällig nirgends skandalisiert. Sarrazin bedauert die Shoa, weil sie für den Standort Berlin „gleichbedeutend mit einem gewaltigen geistigen Aderlass“ gewesen sei. Die „Katastrophe“ der jüdischen Bevölkerung des nazifizierten Europas bedeute also allen voran die Wertevernichtung („Aderlass“) vom Humankapital, das heute die deutsche Produktionsgemeinschaft dringlichst benötige. Anschließend beklagt Sarrazin, dass auch das „klassische leistungsorientierte Bürgertum“ Berlin ab 1944 verließ und nennt hierbei den Judenmörder Hermann Josef Abs, Koryphäe der Deutschen Bank AG und „Aufsichtsrat von Auschwitz“ („Konkret“, 12/1991), und die Vorstandriege des Zwangsarbeiterverschließenden Siemens-Konzerns.

    http://cosmoproletarian-solidarity.blogspot.com/2009/10/mew-statt-brd-einige-kritische.html

  22. Ich frage mich mit welcher Argumentationsgrundlage gerade in Israel die Forderung nach einer selektiven Zuwanderungspolitik in Deutschland als faschistisch kritisiert wird. Dürfen sich die Deutschen nicht gesetzeskonform innerhalb der internationalen Verpflichtungen in euren Augen aussuchen, wen sie als Zuwanderer wollen?
    Stellt in Israel nicht die JÜDISCHE HERKUNFT gemäss der Abstammungslehre als Grundlage für das Recht einzuwandern oder liege ich da etwa falsch?
    Wollt ihr in Israel jene Moslems aufnehmen, denen in Europa und insbesondere Deutschland die Immigration verweigert wird?
    Damit man mich nicht mißversteht, mir geht es nur daraum aufzuzeigen, dass man in der Gegenwart NOCH immer noch und besonders in diesem Forum wegen der Geschichte mit zweierlei Mass mißt.
    Aus meiner Sich haben Israels nicht mehr Recht auf Rassismus als Deutsche. Die Frage ob eine selektive Zuwanderungspolitik überhaupt rassistisch ist (ich sehe das nicht so) sollte auch grundlegend diskutiert werden.  Solltet ihr dies anders sehen, dann empfehle ich eine sofortige Abschaffung des Abstammungsprinzips als Grundlage nach Israel einwandern zu dürfen.
    Ich hoffe, dass diese Kritik auch in diesem Forum ohne Nazikeule noch akzeptiert wird und darauf nicht mit wüsten Beschimpfungen der tiefen Sorte geantwortet wird.

  23. @Schulamith:
    Sie werfen Sarazzin vor, seine Wortwahl sei rassistisch und unmenschlich, und bringen als Beleg folgende Zitate:
    “Hartz IV, das ist heute mehr als früher ein gutes Fleischergehalt.”
    Was ist daran rassistisch? Was unmenschlich?

    “Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.”
    Was ist daran rassistisch? Was unmenschlich?
    “Wer als Hartz IV Empfänger die Kraft für ein Ehrenamt hat, sollte vielleicht mal die Kraft aufbringen, sich um Arbeit zu bemühen und dort seine ersten Aktivitäten hineinlegen.”
    Was ist daran rassistisch? Was unmenschlich?
    “Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht.”
    Was ist daran rassistisch? Was unmenschlich?
    “Hartz IV Empfänger sind erstens mehr zu Hause, zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster.”
    Was ist daran rassistisch? Was unmenschlich?
    “Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können.”
    Was ist daran rassistisch? Was unmenschlich? Das mag alles rüpelhaft sein, meinetwegen auch proletenhaft. Aber rassistisch und unmenschlich? Wozu soll es gut sein, das so zu nennen? Zumal überdies nicht alles davon sachlich falsch ist.

    @ente
    Sie fragen: „Was sind denn da die wirklichen Schlußfolgerungen?
    Einwanderungstopp für alle nicht assimilierbaren Völker, Ausweisung derer ohne deutschen Pass, Ausweisung derer mit deutschem Pass ohne Abitur, oder wie oder was?“ und implizieren damit, Sarrazin habe diese Schlussfolgerungen gezogen. Aus dem Interview wird aber deutlich, dass er nur eine Schlussfolgerung zieht: nämlich den Sozialstaat so weit zurückzufahren, dass keine Anreize geschaffen werden, es sich auf Kosten der Allgemeinheit ohne Gegenleistung bequem zu machen. Für die Einwanderungspolitik hieße das, dass kommen kann, wer will, solange er sich hier durch eigene Arbeit finanzieren kann. So wie es z.B. die USA handhaben. Oder betreiben die USA eine nationalsozialistische Einwanderungs- und Sozialpolitik?

  24. <blockquote>Ebenso gibt es real existierenden Rassismus. Die NPD ist rassistisch und auch die saufenden Schlägertrupps, die in manchen ländlichen Regionen Angst und Schrecken verbreiten. Sie hassen Menschen wegen ihrer Hautfarbe. Und nicht wegen ihres gestörten Verhältnisses zur liberalen Demokratie und zum Sozialstaat, den diese Dumpfbacken ja selbst verachten und ausnützen. Sarrazin und andere Kritiker bestimmter Einwanderergruppen mit solchen Leuten in eine Topf zu werfen, ist bestenfalls ein Irrtum oder Sprachverwirrung. Wer den Begriff Rassist aber gezielt und wiederholt gegen unliebsame Kritiker einsetzt, sollte mit der Ausgrenzung aus der Diskussion bestraft werden, die er für andere fordert. Sonst ist „Rassismus“ demnächst eine beliebige sinnlose Vokabel, die jeder verwendet, der einen anderen madig machen will. Es gibt einen sehr schönen Cartoon von Bernd Zeller dazu. Ein Mann probiert Hosen an und schimpft: „Diese Hose ist rassistisch!…äh, ich meinte nur, dass sie mir nicht passt.“</blockquote>
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_hose_ist_rassistisch/

  25. „…Einwanderungstopp für alle nicht assimilierbaren Völker,…“
    Klingt doch gar nicht mal so schlecht für den Anfang!
    Deutschland ist mein Zuhause und Sie lassen doch auch nicht jeden in Ihre Wohnung….

  26. Man kann zu Sarrazin und seiner Polemik stehen wie man will. Er ist sicherlich ein Provokateur, aber Leute wie er regen immerhin die Diskussion an. In Deutschland hat sehr lange Zeit eine seltsame Mauer des Schweigens existiert, ein Unwohlsein bei den Beteiligten, sobald das Thema „Ausländer“ öffentlich und kritisch angesprochen wurde. Das Attribut „fremdenfeindlich“ und „rechtsradikal“ haftete einem da schnell an. Aber ist es denn rassistisch wenn jemand sagt, bestimmte Einwanderergruppen würden, bedingt durch ihre ethnospezifische Sozialisation und Enkulturation (nicht Gene!), ein im Vergleich zu anderen Migrantengruppen erhöhtes Konfliktpotential mitbringen?

    Nein, es ist die (von Vielen unerwünschte) Wahrheit.

    Ich (übrigens auch mit Migrationshintergrund!) kann mich noch gut an einen Vorfall in den Neunzigerjahren erinnern, als ich zusammen mit einem Schulkameraden von einer Horde arabischer Jugendlicher überfallen und zusammengeschlagen wurde, und zwar mit einer Rücksichtslosigkeit und Brutalität, wie ich sie vorher noch nicht gekannt habe (und ich habe schon viele Schlägereien erlebt). Es war damals aber nicht möglich, in der Schule offen und unverkrampft über diesen Vorfall zu sprechen. Frei nach dem Motto: „Seid tolerant! Bloß keine Ausländerfeindlichkeit!“ wurde jede Diskussion über Ausländergewalt im Allgemeinen und die arabischen Jugendlichen im Besonderen von vornherein im Keim erstickt. Ich bin heilfroh, dass diese Zeiten (hoffentlich) endlich vorbei sind. Ich lasse mich jedenfalls nicht als „Neonazi“, „rechtsradikal“ oder „ausländerfeindlich“ beschimpfen, bloß weil ich die bisherige Kuschelpädagogik gegenüber gewaltbereiten, integrationsunwilligen Einwanderer(kinder)n ablehne!
     
    Die Frage ist doch nicht, ob es ein Integrationsproblem gibt, sondern wie darauf reagiert werden soll. „Ausländer raus“ ist keine ernstzunehmende Forderung, sondern eine Dummheit, die außerhalb rechtsextremer Milieus niemand verlangt. Ich indes halte jede Sonderregelung, jede „Extrawurst“ für Einwanderer für völlig kontraproduktiv und plädiere für absolut gleiche Regeln, gleiche Rechte und gleiche Pflichten – sprich: Keine speziellen Integrationskurse, kein Extrasprachunterricht für Zuwandererkinder (allenfalls für die zugewanderten Eltern), keine türkisch- oder arabischsprachigen Schulen oder vergleichbaren Unsinn, der die weitere Desintegration fördert. Wer dazugehören möchte, der soll sich auch so verhalten.

  27. „z.B. mit der Frage auseinandersetzen müßten, warum fast 80% der Schüler mit vietnamesischen Migrationshintergrund ein Gymnasium besuchen – und andererseits 80% der Schüler mit türkischem oder (insbesondere!) arabischem Migrationshintergrund nur den Hauptschulabschluß -wenn überhaupt- erreichen. “  Schöne Polemik!  In den Zwanzigern  des letzten Jahrhunderts sprach man hier von einem „prinzipiell nicht assimilierbaren „Volk“  und erwähnte gerne  in der politischen „Mitte“  die kulturellen Defizite.
    Sehr schön auch die Prozentzahlen, man könnte die vietnamesischen Studierenden, Ingenieure bzw nach einem Auswahlverfahren in die DDR entsandten und hiergebliebenen natürlich z.B. mit den angeworbenen Bauern aus Anatolien vergleichen, muß  aber nicht.
    Jetzt aber zum Eigentlichen:  Was sind denn da die wirklichen Schlußfolgerungen?
    Einwanderungstopp für alle nicht assimilierbaren Völker, Ausweisung derer ohne deutschen Pass, Ausweisung derer mit deutschem Pass ohne Abitur, oder wie oder was?

  28. @ Jacob P. und andere
    Sie irren sich. Sarrazins Aussagen haben mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit sehr viel zu tun. Schlimmer als seine Pöbeleien sind seine „sachlich“ vorgetragenen, aber unmenschlichen Ideen zur Ausrottung „ökonomisch nicht gebrauchter“ und qua Geburt nicht „integrationsfähiger“ Bevölkerungsteile mittels Fortpflanzungsverhinderung.
    In der WELT vom Mittwoch hat Herr Kramer noch einmal zu seinen Aussagen Stellung genommen und – das hat er Sarrazin voraus – durchaus Bedauern gezeigt, seine Einschätzung in der Sache jedoch verteidigt und erläutert.
    Sie täten gut daran, sich seinen Beitrag durchzulesen.
    Und wenn Herr Broder jetzt hergeht und behauptet, statt „kleiner Nazis“ schreibe die „politische Mitte“, dann kann ich ja nur lachen. Die Nazis waren die politische Mitte. Und deren grundlegenden Attitüden sind in dieser vielbeschworenen Mitte immer noch vorhanden – egal, ob man sich mit dem Feigenblatt des Philosemitismus oder Israel-Soldarischen zu schmücken versucht.

  29. Klasse:

    Herr Küppersbusch, was war schlecht in der letzten Woche?
    Friedrich Küppersbusch: Mir. Ich las, Sarrazin würde als Bundesbanker auch von meinen Steuern bezahlt.
    Was wird besser in der nächsten?
    Er darf seinen Kopf unverhüllt zum Arbeitsamt tragen. Bei dem wäre ein Kopftuch ne Hohlraumversiegelung.
     

  30. „Worte entschuldigt. Ich weiß, das wird nicht passieren…“
     
    Ach nein, nicht auf dem neuesten Stand? Kramer hat sich nämlich für den Nazivergleich entschuldigt.
     
    Es geht nicht um das Thema an sich, sondern die Wortwahl Sarrazins, die rassistisch und unmenschlich war und das nicht zum ersten Mal. Er hätte sich um vieles mehr zu entschuldigen und sollte endlich mal lernen, wie ein Mensch sich zu verhalten hat, der auch noch eine politische Tätigkeit inne hatte.
     
    O-Töne des Herrn:

    „Hartz IV, das ist heute mehr als früher ein gutes Fleischergehalt.“
     
    „Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.“
    „Wer als Hartz IV Empfänger die Kraft für ein Ehrenamt hat, sollte vielleicht mal die Kraft aufbringen, sich um Arbeit zu bemühen und dort seine ersten Aktivitäten hineinlegen.“
    „Wenn man sich das anschaut, ist das kleinste Problem von Hartz-IV-Empfängern das Untergewicht.“
    „Hartz IV Empfänger sind erstens mehr zu Hause, zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster.“
    „Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können.“

    Man sollte schon aufpassen mit wem man sich solidarisiert. Wir Berliner haben schon lange die Nase voll von diesem proletenhaften Rüpel.

  31. Je tiefer ich mich mit Herrn Sarrazin’s Äußerungen beschäftigte desto deutlicher wird meine Abscheu.

    Es geht darum, dass die Menschen, die er angreift, nach seiner Meinung keinen ökonomischen Nutzen haben.
    Und wenn?
    Was heißt das?
    Darf man diese Menschen dann ausgrenzen, als Abfall der Gesellschaft bezeichnen und von vorn herein annehmen, dass es verlorenes, ja wertloses Kapital ist? Ich sehe durchaus sehr viel kritikwürdiges an der deutschen Integrationspolitik, das nicht oder gerade einmal lau angesprochen wurde:  Zwangsheirat, Stellung der Frau im Islam, Bedeutung der Verschleierung bzw. des Kopftuches, Ehrenmorde, die Stellung von Homosexualität, Finanzierung von Moscheen durch militante Vereine, wie milli görüs …

    Ich bin der Meinung, dass es wichtig ist die Landessprache  zu beherrschen, einen guten Bildungsabschluss zu erhalten, um sich eine Existenz aufzubauen. 
    Ich sehe in der Tat große Problematiken, die der Islam mit seiner Einstellung zu anders Denkenden mit sich bringt…eben nicht nur in seiner Form des Islamismus sondern, und das müssen wir eben auch in Betracht ziehen, der Islam an sich ebenfalls.

    Trotzdem und vor allem aber sind es aber Menschen und keine human resources über die hier gesprochen wird.  Human Resources…so nennen sich mittlerweile auch viele Abteilungen in Firmen, die vorher den Namen „Personalabteilung“ trugen.
    Ich möchte nicht als menschliches Einsatzmittel oder Produktionsmittel bezeichnet werden.
    Also kann ich es wohl schlecht gutheißen, wenn Herr Sarrazin andere Menschen genau so beschreibt..nach ihrem Nutzen für die Gesellschaft.
    Er hat der Sache an sich einen Bärendienst erwiesen.


    Ich hab da noch ein PS:
    Die Vorstandstoiletten, die Herr Sarrazin benutzt, werden auch sehr häufig von türkischen Frauen geputzt.

    Wäre es da nicht ein Ansatz deren Situation z.B. verbessern zu wollen?
    Oder ist vielleicht durchaus ein verborgener Konsens vorhanden, dass man in diesen Frauen demütige und geduldige Befehlsempfängerinnen hat, die sich nicht wehren, nicht widersprechen, nicht diskutieren sondern einfach ihre Arbeit erledigen, zu einem minimalen Gehalt, dass ja nicht in Frage gestellt wird, um nach getaner Arbeit nach Haus, in ihre Welt, zurückzugehen…?

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