Psychologie: Überlebensinstinkt oder Paranoia?

Ein psychologisch-distanzierter Blick auf den Nahost-Konflikt. Das jüdische Trauma und seine Auswirkungen auf die israelische Weltsicht im Allgemeinen und das Verhalten gegenüber den Palästinensern im Besonderen…

Avigail Abarbanel
Zur Psychologie des Nahostkonflikts

Gegen Ende 2002 veröffentlichten Yonatan Shapira, ein früherer „Black Hawk“-Hubschrauberpilot, und einige seiner Kollegen einen „Brief der Piloten“, in dem sie feststellten:

„Wir, ehemalige und aktive Piloten, die dem Staat Israel alljährlich während langer Wochen dienten und (teilweise) immer noch dienen, lehnen es ab, illegale und unmoralische Befehle zu Angriffen, die der Staat Israel in den besetzten Gebieten durchführt, zu befolgen.
Wir, die wir in Liebe zum Staat Israel erzogen wurden, um unseren Beitrag zum zionistischen Projekt zu leisten, weigern uns, an Angriffen unserer Luftwaffe auf dicht besiedelte Wohngebiete teilzunehmen.
Wir, für die die IDF ( Israeli Defence Forces) und die Luftwaffe ein Teil unserer selbst sind, weigern uns, weiterhin unschuldige Zivilisten anzugreifen.
Solche Aktionen sind ungesetzlich und unmoralisch. Sie sind die unmittelbare Folge der fortwährenden Besatzung, die die israelische Gesellschaft als ganze korrumpiert.
Die anhaltende Besatzung versetzt der Sicherheit des israelischen Staates und seiner moralischen Stärke einen tödlichen Schlag.“

Dieser Brief erschien nach einer Serie von Angriffen auf die dicht besiedelte Enklave von Gaza. Der letzte Anstoß für Shapira und seine Kollegen war der Auftrag, „eine Ein-Tonnen-Bombe auf ein Haus im Al-Deredg-Viertel, einer der dichtest bevölkerten Gegenden Gazas, ja der ganzen Welt, abzuwerfen.“ Shapira beschrieb, wie er und andere Piloten während und nach diesen Operationen nachts nicht schlafen konnten, und dies trotz des Hinweises von Dan Halutz, des damaligen Oberbefehlshabers der Luftwaffe, „..daß alles im Zusammenhang mit diesem Auftrag nach meinem moralischen Kompaß gerechtfertigt ist…“ und trotz seiner beruhigenden Worte: „Schlaft gut heute Nacht… ihr habt den Auftrag perfekt ausgeführt.“

Am 11. Januar 2009 nahm Shapira an einer Sendung des israelischen Rundfunks teil, in der man ihn dem Piloten Ye’ohar Gal, einem Oberstleutnant der israelischen Luftwaffe, gegenüber stellte. Dieser hatte Folgendes zu sagen:

„Ich meine, wir sollten entschiedener vorgehen. Dresden, Dresden. Eine Stadt zerstören. Schließlich wurde uns doch beigebracht, dass die Kriegsführung sich verändert hat. Es geht nicht mehr um dröhnende Panzer, wir stoßen nicht mehr auf reguläre Truppen. Raketen zielen auf Wohngebiete. Das hat nicht erst heute oder gestern begonnen. Das ist die Lage seit über einem Jahrzehnt.
Die arabischen Staaten haben erkannt, daß es sehr schwer, wenn nicht gar unmöglich ist, uns auf dem Schlachtfeld zu besiegen. Also haben sie ihre Kampfstrategie geändert. Der Kampf findet nun zwischen der alten Frau in Jabaliya und der alten Frau in Sderot oder Ashdod statt. Das ganze Volk, von der alten Frau bis zum Kind, ist jetzt die Armee. Eine Armee, die kämpft.
Ich bezeichne die Palästinenser als Volk – obwohl ich sie eigentlich nicht als solches sehe. Ein Volk bekämpft das andere Volk. Zivilisten kämpfen gegen Zivilisten. Ich sage dir, daß wir als Söhne von Holocaustüberlebenden wisssen müssen, daß diese Erfahrung die Essenz unseres Leben ist : keiner wirft mehr einen Stein auf uns. Ich spreche nicht von Raketen. Keiner wird mehr einen Stein auf uns werfen, bloß weil wir Juden sind.
Und Yonatan (Shapira) ist einer von denen, die ihren Überlebensinstinkt verloren haben. So einfach ist das. Er begreift nicht, dass hier zwischen Leuten wie ihm und Leuten wie mir ein Kampf der Kulturen ausgetragen wird. Er kämpft für den Frieden. Ich will, genau wie er, auch Frieden … Ich will, dass die Araber aus Gaza nach Ägypten fliehen. Das will ich. Ich will die Stadt zerstören. Nicht unbedingt ihre Bewohner.
Um es glasklar zu machen: Niemand wird uns beschießen. Es wird keine Kugel von Gilo nach Jerusalem, keine Rakete von Gaza nach Sderot fliegen. Ich werde nicht hinnehmen, dass der Feind auch nur eine einzige Kugel auf uns abschießt. Sobald der Feind das Feuer auf mich eröffnet, gebietet mir mein Überlebensinstinkt, ihn zu vernichten, ihn zu besiegen. Wenn wir Hamas n i c h t besiegen – unsere Abschreckungsfähigkeit gegenüber den arabischen Staaten, die ja auch darauf aus sind, uns auf die eine oder andere Weise zu vernichten – wehe uns, wenn wir diese Kluft zwischen uns und ihnen nicht bewahren.“ [1]

Ich habe oft über das jüdische Trauma und seine Auswirkungen auf die israelische Weltsicht im Allgemeinen und das Verhalten gegenüber den Palästinensern im Besonderen geschrieben. Ich habe den Eindruck, daß die Menschen an meiner psychologischen Sicht auf den (Palästina-) Konflikt nicht sonderlich interessiert sind. Die Mainstream-Medien scheinen rein politische oder ökonomische Analysen vorzuziehen, und das lese ich auch in den meisten Zeitungen und sehe es bei Fernsehsendern wie der BBC oder der australischen ABC oder SBS.

Aber Gals Gefühle, die weitgehend ein Echo der israelischen Medien und der Öffentlichkeit sind – ich höre israelischen Rundfunk, lese israelische Zeitungen und Blogs und korrespondiere mit Israelis -, beweisen einmal mehr, daß es hier nicht einfach um Politik geht, sondern um Psychologie, genauer gesagt: um die Psychologie des jüdischen Traumas. Dieses Trauma geht dem Holocaust voraus und führt direkt zurück zu den frühen jüdischen Erzählungen über die jüdische Identität, direkt zurück zu den Geschichten des Alten Testaments.

Gal meint, daß Yonatan seinen „Überlebensinstinkt“ verloren hat, aber das, was er Überlebensinstinkt nennt, bezeichne ich als trauma-bedingte jüdische Paranoia. Shapira und ich haben, zusammen mit einer wachsenden Zahl jüdischer Friedensaktivisten innerhalb und außerhalb Israels, unsere jüdische Paranoia hinter uns gelassen. Gottseidank ist uns das gelungen, denn das bedeutet, daß wir vom jüdischen Trauma geheilt sind. Das Ergebnis ist, daß wir gesündere, friedlichere Menschen sind, die die Welt nicht mehr ausschließlich als feindlich sehen. Wir denken grundsätzlich nicht mehr in Kategorien wie: „ Es ist gut für die Juden oder nicht“. Wir glauben nicht, daß der Zweck unseres Daseins darin besteht, (die Existenz) des jüdischen Volk zu bewahren (preserve), und wir können als Gleiche zusammen mit Nicht-Juden für den Frieden arbeiten. Wir verbringen auch nicht jeden wachen Moment – so wie man es uns beigebracht hat – in Angst vor Antisemitismus. Wir wissen, daß er, so wie andere Formen des Rassismus auch, existiert, aber wir erlauben ihm nicht, darüber zu bestimmen, wer wir sind, was wir tun, oder was wir über uns und andere denken und fühlen. Frei zu sein vom jüdischen Trauma, bedeutet, frei zu sein von der Angst vor Antisemitismus.

Zionistische Juden meinen, ich sei verrückt geworden, weil ich den Antisemitismus nicht fürchte und mich weigere, mich auf ihn zu konzentrieren, aber  i c h  meine, ich bin gesund geworden. Ich habe mal eine E-mail von einem Israeli bekommen, der mir schrieb: „Sie sind naiv und dumm, aber dessen ungeachtet, wenn sie schließlich kommen, um Sie zu holen, werden Sie angerannt kommen, und wir werden Sie mit offenen Armen aufnehmen“, worauf ich antwortete: „Danke, aber meine Zeit in Israel ist vorbei, ich werde mein Glück lieber woanders suchen.“

Ihn überzeugen zu wollen, dass niemand kommen wird, um mich abzuholen, war sinnlos.

Es handelt sich hier nicht etwa um die abwegigen Ansichten eines einzelnen. In ihnen spiegeln sich die Gefühle der Mehrheit der israelischen Juden und der meisten zionistischen Juden wider. Selbst gebildete Menschen empfinden so. Weil wir Opfer des Antisemitismus wurden, können wir uns nie entspannen und müssen stets wachsam sein für den Fall, dass ein neuer Feind der Juden auftaucht, um uns zu vernichten.

Mit einem Trauma zu leben, ist schrecklich und führt geradewegs zu den Ansichten und Gefühlen, die Gal zum Ausdruck brachte und zu den Taten, die Israel gegenwärtig (in Gaza) tut. Ein Trauma, das ja das Ergebnis von Verletzungen in der Vergangenheit ist, kann zu dem Glauben führen, dass alle dich hassen und dich vernichten wollen – jetzt, immer und nicht nur in der Vergangenheit. Manche Menschen reagieren auf das Trauma, indem sie aggressiv werden und anderen Schrecken einjagen, um sicher zu stellen, dass es ihnen nie wieder passiert. So wie Gal, der sagt: „Keiner wird mehr einen Stein auf uns werfen, bloß weil wir Juden sind.“

Dies ist eine menschliche Reaktion auf das Opfersein, und als Psychotherapeutin verstehe ich das. Jeder kann das Bedürfnis, nicht wieder verletzt zu werden, verstehen, aber die Frage ist, zu welchem Preis für einen selbst und für andere? Mit der festen Entschlossenheit, nicht wieder verletzt zu werden, geht oft die Wahrnehmung einher, dass man selbst „im Recht“ ist und „besser“ als die anderen. Darüber hinaus wird das frühere Opfer das Überleben als den höchsten, alles andere überragenden Wert ansehen. Es macht mich traurig, feststellen zu müssen, dass die Identität des jüdischen Volkes völlig auf das Überleben gegründet ist. Mindestens drei wichtige jüdische Feiertage beruhen auf der Geschichte eines blutigen Sieges über einen Feind, der die Juden zu vernichten suchte: Pesach, Purim und Hanukah. Ich habe vor Jahren aufgehört, diese Feste zu feiern, weil ich ihre ursprüngliche Bedeutung als ungut aggressiv empfinde.

Wenn sich das Leben nur ums Überleben dreht, bleibt nicht viel Energie für irgend etwas anderes. Soweit wir das menschliche Gehirn verstehen, wissen wir, dass ein Leben im Glauben, man sei ständig existentiell bedroht, zum Tunnelblick führen kann, zu kurzfristigem Denken, zu einem Mangel an Mitgefühl, zu Dauerstress. Und dies führt letztlich zu einer isolationistischen Mentalität und der Unfähigkeit, den anderen als Menschen wahr zu nehmen. Genau das ist Israel im Jahr 2009.

Man beachte, dass Gal sagt: „..bloß weil wir Juden sind.“ Und dies ist ein weiteres Problem, das mit dem Trauma einhergeht. Es führt zur Blindheit. Israelis akzeptieren nicht, dass ihr Problem mit den Palästinensern durch die Besatzung hervorgerufen wurde. Sie glauben tatsächlich, dass die Palästinenser deshalb wütend auf sie sind und sie deshalb angreifen, weil sie  J u d e n  sind. Die meisten Israelis wissen nicht einmal, dass Israel 1948 eine ethnische Säuberung durchgeführt hat. Die meisten Israelis sind im tiefsten Innern überzeugt, dass Israel in dieser Geschichte der „Gute“ ist, der nichts Böses getan hat, der kleine schwache David, der sich einem gigantischen antisemitischen Goliath gegenüber sieht. Für viele Israelis sind die Palästinenser nicht vergleichbar mit den Nazis, sie  s i n d  die Nazis, die mächtigen, unmenschlichen, gesichtslosen, zielstrebigen, psychopathischen Mörder, die entschlossen sind, die Juden, weil sie Juden sind, zu vernichten. Wenn Israelis Palästinenser töten, töten sie immer wieder aufs Neue Pharaoh und seine Armee (Pesach), Hamman und seine zehn Söhne (Purim) und die griechische Besatzungsarmee (Hanukah).

Die Palästinenser sind die Adressaten einer zweitausendjährigen unaufgelösten Wut, die mehr mit der Vergangenheit als mit der Gegenwart zu tun hat. In der Therapie nennen wir das „fehlgeleitete Wut“ (misplaced anger). Aber ich schätze, es ist angenehmer für Israelis, die palästinensische Wut auf den Antisemitismus abzuschieben, als Verantwortung für die eigene Geschichte zu übernehmen.

Die Fragen, die eine solche Betrachtung des Konflikts durch die Linse des jüdischen Traumas aufwirft, sind sehr schwerwiegend. Wie sollen wir damit umgehen? Können wir den Israelis begreiflich machen, dass ihre Sicht des Lebens und des Konflikts äußerst verzerrt ist? Werden sie zuhören, wenn wir es versuchen, und haben die Palästinenser ausreichend Zeit, darauf zu warten, dass sie es (endlich) tun? Ich bin in Israel geboren und in einer jüdischen Familie aufgewachsen und weiß daher aus eigener Erfahrung, dass diese Weltsicht sehr mächtig ist und tief in die eigene Identität eingepflanzt ist. Sie aufzugeben, bedeutet, alles in Frage zu stellen, wovon man überzeugt war, und das ist schmerz lich. Für mich war es sehr schmerzlich. Aber den Preis dafür, es  n i c h t  zu tun, sehen wir gerade in Gaza, und die Palästinenser zahlen ihn schon sehr lange, für gewöhnlich unbemerkt von den aufmerksamen Augen der Welt.

Es hilft nichts, dass Israel in den USA einen mächtigen Freund hat, ein Land, dessen kollektive Geisteshaltung derjenigen Israels sehr ähnelt. Solange die USA Israels Blindheit ermöglichen, indem sie jede gegen Israel gerichtete Entscheidung im UN-Sicherheitsrat durch ihr Veto verhindern, indem sie Israel finanziell und militärisch unterstützen, wird es für die israelische Führung keinen Grund geben, ihre Wahrnehmung der Realität in Frage zu stellen. Israel braucht wirkliche Freunde, die es mit „hartnäckiger Liebe“ (tough love) vor sich selbst schützen können, die ihm helfen können zu sehen, was zu sehen es selbst nicht fähig ist. Nachsicht gegenüber Israels Trauma und Blindheit kostet das Leben und das Wohlergehen der Palästinenser und ist unentschuldbar.

Gal denkt, Shapira habe keinen Überlebensinstinkt, aber da irrt er. Shapira und andere tun, was sie machen, weil sie wissen, dass Israels Überleben durch sein eigenes Handeln, seine eigene Psyche gefährdet ist, nicht durch die Palästinenser oder sonst jemanden. Sie fürchten nicht, dass Israel angegriffen wird, oder dass die Israelis „ins Meer getrieben werden“. Sie sind besorgt wegen der sozialen, emotionalen und geistigen Kosten für eine Gesellschaft, die eine der schlimmsten ethnischen Säuberungen der modernen Geschichte zu verantworten hat.

Israel fällt von innen her auseinander, verliert seine Humanität, seine Würde und seine Identität – und sie wissen es.

Gideon Levy hat kürzlich in Ha’aretz gefragt:
„Wenn die Israelis sich der Gerechtigkeit ihrer Sache so sicher sind, warum zeigen sie sich dann so aggressiv intolerant gegenüber jedem, der versucht, einen anderen Standpunkt einzunehmen?“

[1] Aus ‚The Electronic Intifada‘, 18.Januar 2009, transkribiert von Eyal Niv, übersetzt von Tal Haran und Jürgen Jung

Avigail Abarbanel ist geboren und aufgewachsen in Israel. Im Alter von 27 ging sie nach Australien und ist seit 2001 Aktivistin für die Rechte der Palästinenser. Sie führt eine private Praxis als Psychotherapeutin in Canberra.

78 Kommentare zu “Psychologie: Überlebensinstinkt oder Paranoia?

  1. Paranoia ist tatsächlich am Werk. Und zwar die Paranoia einiger rechtsextremer und linksradikaler Gruppen, die ihre wilden Phantasien über die Macht einer kleinen ethnisch definierbaren Gruppe verbreiten, die angeblich die Welt beherrscht oder wenigstens die USA.
    In der Phantasie dieser Paranoiker gefährdet die Existenz eines jüdischen Staates den Weltfrieden und sie rufen auf diesen Staat zu boykottieren. Dabei gleichen sich diese Aufrufe, ob sie vom unlängst verstorbenenen Neonazi Jürgen Rieger oder von durchgeknallten jüdischen Antizionisten kommen, oder sind ziemlich ähnlich.
    „Wenn Wünsche und Phantasien, aber auch Ängste, verdrängt werden, entfalten sie ein ungutes Eigenleben. Sie geben keine Ruhe, sondern machen weiter auf sich aufmerksam, aber gleichsam in verkleideter Gestalt: als neurotische Störung mit entsprechenden körperlichen Symptomen und Verhaltensweisen.“
    Nun wird in einer Zivilgesellschaft wie die israelische Selbstkritik geübt und es gibt die Möglichkeit im Land legal gegen die Politik der jeweiligen Staatsführund zu opponieren. Während bei den Nachbarn Israels Wünsche und Phantasien in den Massenmedien offen ausgesprochen werden, nämlich, dass ein jüdischer Staat keinen Platz hat im Nahen Osten, dass Palästina vom Meer und bis zum zum Jordan judenfrei sein muss (vielleicht mit der Ausnahme ein paar superreligiöser Alibijuden).
    Es fehlt nicht an destruktiven Kritikern Israels und manche können davon auch – dank der EU gut leben. Man braucht nur eine NGO gründen, die vorgibt für den Frieden einzutreten und heftig Israel „kritisiert“ und schon ist die EU bereit eine solche NGO – die häufig nur aus einem Mann besteht – zu finanzieren.
    Wenn man die Anzahl der Verurteilungen Israels durch die UNO Menschenrechtskommission vergleicht mit der Anzahl der Verurteilungen anderer Länder, dann könnte man glauben Israel würde die Menschenrechte mehr verletzten als alle anderen Staaten der Region.

    Geheilt gehören in erster Linie diejenigen in der Region die in ihren Medien Juden Ritualmorde u.ä.m. unterstellen.

  2. Wenn Wünsche und Phantasien, aber auch Ängste, verdrängt werden, entfalten sie ein ungutes Eigenleben. Sie geben keine Ruhe, sondern machen weiter auf sich aufmerksam, aber gleichsam in verkleideter Gestalt: als neurotische Störung mit entsprechenden körperlichen Symptomen und Verhaltensweisen.

    Das bedeutet Leiden. Deshalb versuchen Leute wie Abarbanel diese Ursachen zu ergründen, um das Leiden zu überwinden, denn erst wenn die Ursache eines Symptoms entschlüsselt und bewusst gemacht worden ist, dann wird das Symptom überflüssig und kann verschwinden. Der Mensch gewinnt an Autonomie, und die Phantasien haben ihren Schrecken verloren. Damit kann der Mensch ein erfülltes Leben führen.
    Freud sagt: Er wird fähig, zu lieben und zu arbeiten.

  3. „@jim@ ich habe aus der Diskussion mit Ihnen einiges gelernt und dafür bin ich dankbar. Vielleicht sind wir gar nicht so weit auseinander. Wo wir uns aber nicht einig werden, ich würde niemals rassistische Diktion publizieren. Und da habe ich auch keine Erklärung erhalten, warum solches von Hagalil publiziert wird. Vielleicht können Sie mir das erklären?“
     
    Danke für dieses Kompliment, das freut mich jetzt, Herr Pfeifer. Bezüglich Ihrer Frage, hab ich, was meine Sicht betrifft, schon einiges angeführt. Möchte Ihnen nunmehr aber anempfehlen, sich ob der verbleibenden Unklarheiten an haGalil direkt zu wenden. Ich mein, Sie verfügen ja immerhin über besten Kontakt. Bin überzeugt, dass Ihnen eine einleuchtende Erklärung geboten werden wird.
     
     

  4. @jim@ wenn es eine Menge ähnlicher Argumentationen gibt, warum also diejenige publizieren, die von einer Autorin geäußert wird, die kein Problem hat mit Antisemiten und Holocausleugnern zusammenzuarbeiten?
    @Gideon Levy„Wenn die Israelis sich der Gerechtigkeit ihrer Sache so sicher sind, warum zeigen sie sich dann so aggressiv intolerant gegenüber jedem, der versucht, einen anderen Standpunkt einzunehmen?“@ im Text von A.A.

    Erstens einmal gibt es nicht „die Israelis“, zweitens könnte ein Akademiker in Deutschland oder Österreich seinen Posten behalten, wenn er/sie zum Boykott der Institution aufruft, die seinen/ihren Gehalt zahlt? Ich habe diese Frage einigen österreichischen Akademikern gestellt und erhielt die Antwort, dass das nicht gehen würde. Im „Polizeistaat Israel“ (Avigail Abarbanel) wird das aber toleriert.
    Ich höre gerade im israelischen Radio (Reshet Bet) eine Menge Kritik an der offiziellen israelischen Politik.  Und ich lese in Haaretz die gerechtfertigte und oft genug auch ungerechtfertigte Kritik an der israelischen Armee.
    Israel ist weit davon ein perfekter Staat zu sein, aber im Nahen Osten ist er ein Leuchtturm der Demokratie. Und diejenigen, die uns die Hamas und die PA beschönigen, gleichzeitig aber an Israel kein gutes Haar lassen, sind nicht sehr glaubwürdig und man muss sie nicht unbedingt legitimieren. Es passiert ja nicht allzu oft, dass der Faschist Robert Schwarzbauer, seine E.K.Schmiere mit Hagalil verlinkt, aber im Fall von A.A. hat er es getan. Und dieser zum schiitischen Islam konvertierte Bewunderer von Julius Evola und der rumänischen Eisernen Garde sieht schon durch den Text von A.A. seinen Wunschtraum kommen, die Liquidierung von Israel.
    Was Finkelstein anlangt, der ist derartig blamiert, dass man ihn nicht mehr dekonstruieren muss.  Eine öffentliche Diskussion ist was anderes. Prof. Anton Pelinka hat in einer solchen im Wiener Renner Institut Walt und Mearsheimer in einer Diskussion gründlich widerlegt.
    @jim@ ich habe aus der Diskussion mit Ihnen einiges gelernt und dafür bin ich dankbar. Vielleicht sind wir gar nicht so weit auseinander. Wo wir uns aber nicht einig werden, ich würde niemals rassistische Diktion publizieren. Und da habe ich auch keine Erklärung erhalten, warum solches von Hagalil publiziert wird. Vielleicht können Sie mir das erklären?
     

  5. Herr Pfeifer,

    @jim@ Kann ich Ihr Posting so verstehen, dass Hagalil zwar A.A., die mit Holocaustleugner und Antisemiten zusammenarbeitet publiziert, dass aber ich nicht Hagalil deswegen kritisieren soll/darf? dass meine Kritik eine Grenze überschreitet? Kann es sein, dass es sonst keine Argumente gegen meine Kritik gibt, als sich auf die Autorität von Hagalil zu berufen?
     
    Nein, keines Falls, eine Frage aber: Ist auch Ihre Kritik womöglich kritisierbar, noch dazu mit reichlich Argumenten unterlegt?
     
    Nochmals zur Veröffentlichung dieses Textes auf haGalil: Wir erleben von Zeit zu Zeit geradezu eine Inflation solcher und ähnlicher Texte, wobei von den jeweils Interessierten mit Nachdruck und Eifer auf den jüdischen Ursprung des Verfassers hingewiesen wird. So zum Beispiel, taucht in sehr vielen Diskussionen um Israel und den Nahen-Osten, immer wieder dieser unselige N.Finkelstein auf und es ist erschreckend, wie wenig die Öffentlichkeit über ihn und seine wahren Intentionen weiß, wie sehr von einem bedrückend hohen Prozentsatz unserer Bevölkerungen seine Weisheiten als plausibel genommen werden, und wie wehr- und oft wirklich machtlos man gegen diese sehr weit verbreitete Art, nur allzuoft mit unbewusstem Wunsch nach Entlastung verflochtener, bornierter Dummheit, perpetuiert durch solche Pamphlete in Wahrheit ist.
     
    Hier, auf haGalil, nicht nur diesbezüglich ein sicherer Ort, ist die Gelegenheit gegeben, plausibel klingende Argumente solcher Autoren zu analysieren, zu dekonstruieren, den eigentlichen Kern zu isolieren, um deren Intentionen besser zu verstehen und somit auch, wenn nötig argumentativ entkräften zu können bzw., vielleicht sogar, das eine oder andere in kognitivem Sinne zu überdenken bzw. einzusehen – warum auch nicht?
     
    Mit einem Wort, es ist wichtig, sich damit auseinander zu setzen und es wäre falsch, diese Phänomenologie zu verdrängen oder einfach tot zu schweigen – meine Meinung.
     
     
     

  6. @jim@ solche Beiträge über jüdische Paranoia sind eine Menge auf Hagalil erschienen. Einige haben mir extrem mißfallen, aber es wäre mir nicht im Traum eingefallen, deren Erscheinen zu kritisieren.
    Ich gebe zu, dass ich mich geirrt habe, als ich behauptete, ich könnte keinen Text über arabische Paranoia bei Hagalil publizieren.  Ich glaube dies bereits einmal geschrieben zu haben.
    Aber ich halte auch die Erklärung des pal. Arztes, die nun publiziert wurde, für zu kurz gegriffen. Möchte aber nicht noch dieses Thema hier diskutieren müssen.
    Die „Argumente“ der A.A. sind keineswegs neu und ich verstehe nicht wieso man sie veröffentlicht. @jim@ Kann ich Ihr Posting so verstehen, dass Hagalil zwar A.A., die mit Holocaustleugner und Antisemiten zusammenarbeitet publiziert, dass aber ich nicht Hagalil deswegen kritisieren soll/darf? dass meine Kritik eine Grenze überschreitet? Kann es sein, dass es sonst keine Argumente gegen meine Kritik gibt, als sich auf die Autorität von Hagalil zu berufen?
    Was meine Geisteshaltung betrifft bin ich offen für Kritik und nehme zur Kenntnis, dass @jim@ der/die so viel jünger ist als ich nicht so offen dafür ist.
    Menschen können sich ändern und Fehler eingestehen. Ich war – ohne einer KP anzugehören in meiner frühen Jugend sicher stalinistisch eingestellt. Ich habe meine Anschauung revidiert, nachdem ich mich mit der Materie auseinandergesetzt habe. Und selbstverständlich würde ich mich freuen, wenn A.A. ihren Standpunkt revidieren würde. Sie ist erwachsen und von mir bekommt sie keine „mildernde Umstände“ weil sie Jüdin ist oder war, wenn sie das tut, was ich ihr vorwerfe.

    Ich habe 1999 ein Buch in Wien als Ko-Autor publiziert, in dem ich rassistische Rabbiner scharf kritisierte. D.h. dass mein Standpunkt punkto Rassismus prinzipiell ist.
     
    Nun zu meiner Kritik an der Veröffentlichung eines Postings von A.C. . Sie bringen dazu die Antwort, er/sie wäre Jude bzw Jüdin und das könne man ersehen. Ich pflege nicht meine Zeit damit zu vertun, nachzuforschen ob ein Poster Jude, Araber, Ungar, Chinese oder Japaner sei. Denn diese Zugehörigkeit ist nicht relevant.  Es gibt – und das überrascht mich nicht im mindesten –  so wie bei anderen Völkern, Religionen auch bei Juden Rassisten oder Menschen, die in rassistische Diktion verfallen.  Sie tragen nichts bei zu einer seriösen Diskussion und sollten auf einer sich zum Antifaschismus bekennenden Website keinen Platz erhalten.
    Rassismus der von einem Juden kommt ist genauso abscheulich, wie jeder andere. Rassismus ist abzulehnen und dabei ist es doch gleichgültig von wo dieser kommt.
     

  7. Herr Pfeifer, es ist nicht nur Ihr Alter, sondern auch Ihre Lebensleistung, die mir großen Respekt gebietet, trotzdem aber, lasse ich nicht mit mir so reden, wie Sie das streckenweise tun.
     
    Unabhängig davon,

    Entweder ist meine Aussage richtig oder falsch. Ist sie falsch – ich erhebe sicher keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit – dann bitte ich mir dies zu beweisen.

     
    zum Einen – Sie schreiben, Sie hätten keine Ahnung, ob dieser AmiChay jüdisch wäre oder nicht – Sie haben einerseits seine semantisch wohl unüberlesbar eindeutigen Beiträge, könnten andererseits auch mal auf seinen vielsagenden Nick: Ami Chay klicken.


    zum Zweiten, sie hatten Folgendes hier postuliert:
     
    Wenn ich einen derartigen psychologisierenden Artikel über die Paranoia der Araber schreiben würde, dann kann ich es für sicher nehmen, dass Hagalil diesen nicht veröffentlichen würde.
     
    paar Takte später war dieser Beitrag auf der Hauptseite von haGalil aufrufbar.
     
    http://test.hagalil.com/2009/10/09/analyse/
     
    und zum Dritten: Sie polemisieren permanent gegen die Veröffentlichung des inkriminierten Beitrages durch haGalil, und damit gegen die Geisteshaltung deren Macher, find ich nicht gut. Hab schon paar Mal darauf hingewiesen, warum der Artikel hier erscheint, noch dazu eindeutig gekennzeichnet unter einer Überschrift mit Fragezeichen als auch mit dem Hinweis, woher dieser stammt.
     
    Frage, wie sonst und vor allem wo – sollte man sich denn Ihrer Meinung nach, mit dieser Problematik – denn es gibt sie und sie kann nicht nur so einfach beiseite geschoben werden – in all ihren Facetten auseinander setzen können, wenn nicht hier und gerade auf haGalil?!
     
     


     
     

  8. @Ramona Ambs@ ich denke, dass man A.A. nicht publizieren sollte. Ich habe ihren Text gelesen und könnte Punkt für Punkt meine Kommentare dazu machen, doch schade um die Zeit.
    Ich lese ja auch Texte von Horst Mahler, David Duke und „Israel Shamir“, ich lese auch einen Text der angeblichen linken Website Arbeiterfotografie wo für Verständnis für den vor einem Jahr gestorbenen Jörg Haider geäußert und verschwörungstheoretisches über seinen Tod propagiert wird. Doch erwarte ich von Hagalil nicht solches auf der eigenen Website zu publizieren.

    Sie @Ramona Ambs“ haben ein richtiges Stammesgefühl weil A.A. doch „eine von uns“ sei. Mir mangelt ein solches Gefühl. Wenn ich einen Wiener Rabbinerdarsteller sehe, wie er den iranischen Anführer der Holocaustleugner küsst, dann finde ich das genauso ekelhaft, wie die Lobgesänge der A.A. für diesen Herrn A.

    Das Elaborat der A.A. ist kurz gesagt entbehrlich.
     
     

  9. @Ramona Ambs@ nun gut, dann formuliere ich es um:
    obwohl A.A. mit Antisemiten und wenigstens einen Holocaustleugner zusammenarbeitet, obwohl A.A. Herrn A. den Anführer der iranischen Holocaustleugner lobt, obwohl Neonaziwebsites und auch die linke antisemitische Website Arbeiterfotografie A.A. publiziert findet Ramona Ambs A.A.  sei „eine von uns“ und ihr Elaborat sei interessant.

    I beg to differ

    @Jim@ was hat das mit dem Alter zu tun. Entweder ist meine Aussage richtig oder falsch. Ist sie falsch – ich erhebe sicher keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit – dann bitte ich mir dies zu beweisen.
    Vielleicht irre ich mich diesbezüglich. Ich war 13 Jahre Redakteur eines offiziellen Organs einer jüdischen Gemeinde, während dieser Zeit kann ich mich nicht erinnern je einen solchen rassistischen Brief erhalten zu haben. Aber wäre das der Fall gewesen, hätte ich mit Sicherheit gegen eine Veröffentlichung opponiert.
     
     
     

  10. Lieber Karl Pfeifer,
    ich habe nirgends gefordert, dass Sie das so sehen müssen wie ich, sondern lediglich meine persönlichen Beweggründe genannt, weshalb ich finde, dass man diesen Text lesen kann. Sie dürfen gerne eine ganz andere Meinung haben- das macht den Austausch ja  intressant. Was aber eben nicht geht, ist mir zu unterstellen, dass ich meine,“ A.A. sei “eine von uns” daher macht es gar nichts aus, wenn sie mit Antisemiten und Holocaustleugnern gemeinsame Sache macht.“ Denn derartiges hab ich nie und nirgends gesagt. Und sowas würde ich auch nicht sagen oder gar denken. Insbesondere deshalb nicht, weil es ausgesprochen dumm wäre. Ich empfinde Ihre Unterstellung deshalb als sehr beleidigend. 
    Ich kann auch nicht verstehen oder gar gutheißen, wenn A.A. den iranischen Präsidenten bejubelt, sonst hätte ich sicherlich nicht kürzlich erst empfohlen einmal ein paar Schuhe zu werfen
    http://test.hagalil.com/2009/09/24/werft-schuhe/
    aber dieser Umstand spielt hier keine Rolle. Denn in diesem Text von A.A. geht es ja um etwas anderes. 
    Man kann selbstverständlich und durchaus begründet die Auffassung haben, dass man keine Texte liest von  einem Mensch, der in irgendeiner Weise mit Holocaustleugnern zu tun hat. Man kann aber ebenso der Auffassung sein, dass es intressant und zumindest lesenswert sein könnte, sich einmal damit zu befassen, warum aus einem Mensch das wird, was er/sie wurde. Daraus abzuleiten, dass man dann alles gut findet, was diese Menschen sonst so treiben ist schlicht unredlich.
    Ich denke, Sie sollten darüber nochmal nachdenken.
    Ansonsten klinke ich mich hier nun auch wieder aus.

  11. Jim Retourkutschen wirken nicht. (…)
    Und noch etwas, ich unterstelle bis zum Beweis des Gegenteils der Moderation, dass sie diese von mir als eindeutig rassistischen Texte nicht zensuriert, damit davon abgelenkt wird,
     
    Einen gegenteiligen Beweis hätte ich schon, aber egal.
    Lieber Herr Pfeifer , Sie sind beinahe doppelt so alt wie ich, das hemmt – ich gebs auf.
     

  12. @Ramona Ambs@ A.A. macht gemeinsame Sache mit Antisemiten, Holocaustleugner und Neonazi und linke Antisemiten wie Arbeiterfotografie bejubeln sie.  Um es ganz klar auszudrücken: ich bin bereit mit Söhnen und Töchtern von SS-Leuten gemeinsame Sache zu machen gegen Rechtsextremisten, Rassisten und Antisemiten.  Ich fühle auch keinerlei Verständnis für A.A. die den Anführer der iranischen Holocaustleugner bejubelt.  Da hört mein Verständnis auf.
    Nie würde ich so tief sinken und  jemand wie A.A. die mit einem Holocaustleugner und mit Freunden von Neonazi zusammenarbeitet in irgendeiner Weise respektieren oder ihr Elaborat zu beachten.

     

  13. Karl Pfeifer, ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mit verleumderischen Aussagen wie dieser:
    „Ramona Ambs aber meint A.A. sei “eine von uns” daher macht es gar nichts aus, wenn sie mit Antisemiten und Holocaustleugnern gemeinsame Sache macht.“
    aufhören würden und stattdessen einmal lesen würden, was genau ich geschrieben habe. 

  14. Jim Retourkutschen wirken nicht. Ich weiß nicht ob der Schreiber Jude ist oder nicht, ich weiß aber dass  sehr viel ungerechte und falsche Texte in gewissen Medien gegen Israel publiziert werden.  Solche Texte ärgern Juden und Nicht-Juden. Ich selbst ärgere mich über viele Faktenfehler und tendenziöse Berichte. Über manche schreibe ich sogar.
    Daher ist meine Empathie nachvollziehbar. Ramona Ambs aber meint A.A. sei „eine von uns“ daher macht es gar nichts aus, wenn sie mit Antisemiten und Holocaustleugnern gemeinsame Sache macht.
    Das ist wohl ein Unterschied. Und noch etwas, ich unterstelle bis zum Beweis des Gegenteils der Moderation, dass sie diese von mir als eindeutig rassistischen Texte nicht zensuriert, damit davon abgelenkt wird, dass eine Person wie A.A. die sich mit Antisemiten und Holocaustleugner „auf ein Packl haut“ von ihr publiziert werden, und damit man sich dann über diese angeblichen Verteidiger Israels – die ja auch Provokateure sein könnten – ärgert.

  15. mir „eine von uns“ meine ich, das A.A. als jüdisches Mädchen in Israel großgeworden ist und wenn sie also etwas zu diesem Thema zu sagen hat, mich persönlich das eher intressiert, als wenn Hans Schmidt, Protestant aus Düsseldorf etwas dazu zu sagen hat. Sie können das „rassistisch“ betiteln, ich nenne es „normal“. Es ist normal deshalb, weil man mit A.A. ja zumindest etwas gemeinsam hat: nämlich die Existenz als Jüdin/Jude und infolge dessen, auch  in gewisser Weise ein ähnliches Schiksal.  Wenn also Hans Schmidt aus Düsseldorf mir etwas über jüdisches Paranoia in Israel erzählt, bin ich deutlich weniger geneigt ihm aufmerksam zuzuhören, als A.A.,- schlicht weil der Mann nicht involviert ist. Möglicherweise ist das ungerecht und rassistisch. Vielleicht hätte er Spannendes dazu zu berichten. Aber er sitzt nicht mit im Boot, wenn mal wieder was schiefgeht und die Welt sich auf die Juden stürtzt (womit wir beinha wieder beim Trauma wären)und alleine deshalb (und auch weil grade Sukkot ist und wir uns darauf besinnen sollen, dass wir alle zusammengehören) bin ich eher geneigt, jemandem Gehör zu schenken, der selbst betroffen ist.
    …und zuhören/lesen bedeutet nicht zwangsläufig zustimmen oder beklatschen. Zuhören ist notwendige Vorraussetzung um etwas auch begründet abzulehnen. 

  16.  
     
    Es ist ein Gefühl der Empathie. Für seine Wut habe ich Verständnis, nicht aber für seine Schreibweise. Wenn Sie diesen Unterschied nicht begreifen wollen/können, dann tut es mir Leid.
     
    Das ist einerseits rassistisch, weil Sie Juden/Jüdinnen etwas zugestehen, was sie anderen Menschen nicht zugestehen, andererseits machen Sie Tür und Tor vor denjenigen auf.

    Kahanisten, es handelt sich nicht um Wut, sondern um Hass.
    Wie gesagt, spätestens bei „Mongos“ setzts aus!
    Tut mir leid.
     
     
     

  17. „eine von uns“ meinen Sie darf mit Antisemiten und Holocaustleugnern zusammenarbeiten. Das ist einerseits rassistisch, weil Sie Juden/Jüdinnen etwas zugestehen, was sie anderen Menschen nicht zugestehen, andererseits machen Sie Tür und Tor vor diejenigen auf, die unter dem Vorwand den Staat Israel, seine Politik, den Zionismus zu kritisieren, mit Antisemiten und Holocaustleugnern gemeinsame Sache machen.

  18. Fredy, machte ich einen ‚bösartigen Vorwurf‘? Huuuh.. O.K. mein Fehler.. 😉 Ich hätte von Anfang an deutlicher sein sollen. Es war kein Vorwurf, sondern, ich wollte meine tiefste Verachtung ihr (a. a.) gegenüber und gegenüber allen anderen von dieser Saubande ausdrücken. Diese Leute sind eine Schande, und sie sind die übelsten Verräter überhaupt, und sie können sich ihre ‚Gedanken‘ meinetwegen sonst wohin stecken. Ich spucke auf diese Schweine und man sollte sie endlich mal als das sehen, was sie wirklich sind. Man muss ihre pathetischen Selbstdarstellungen nicht zum 1000sten Mal  hinterfragen,  ‚reflektieren‘, psychologisieren, dialogisieren, …., man könnte diesen Mist auch einfach mal endlich als das begreifen, was er ist: Just Bullshit! Ich will diesen kranken Dreck nicht auch noch hier lesen! Aber Hauptsache, die Nazis aus allen Richtungen freuen sich mal wieder ’nen Ast, während der Jude mal wieder am diskutieren ist. Aber schließlich, baruch hashem, Israel wird früher oder später jedem Feind in den Arsch treten. Aber ihr könnt Euch ja noch ein paar Gedanken über Moral uswusf machen, während sie am planen sind. Unglaublich.

  19. Nur kurz und bruchstückhaft, da ich wenig Zeit habe:
    es ist zutiefst bedauerlich, dass bei solchen Artikeln stets die Pseudofreunde Israels laut „Schande“ brüllen in einer Sprache, die ihnen selbst nur Schande bereitet. 
    Natürlich wird ein solcher Artikel und eine solche Person wie Avigail Abarbanel sofort von Israel- und Judenfeinden aufgesogen wie Wasser von einem Schwamm.
    Aber sie ist dennoch letztlich eine von uns und verdient es daher, dass man sie zumindest einmal anhört (in diesem Falle anliest). Man muss ja keine Kolumne für sie einrichten, aber der Artikel bietet doch durchaus einige intressante Anhaltspunkte zum nachdenken.
    Ein kleiner Ausflug in die Literatur macht sofort deutlich, dass sie mit einer Beobachtung doch völlig richtig liegt. Wie oft liest man Sätze wie „Ich habe Ausschwitz nicht überlebt damit Du…“ Beliebiges einsetzbar…und sehr viele von uns haben solche Sätze doch auch schon selbst vernommen.

    Die vielen Forschungen zu posttraumatischen Störungen und deren „Vererbung“ innerhalb der Familien belegen dies doch auch. Das Gefühl „überlebt zu haben“ wird  mit einem Zweck verbunden, um das Trauma erträglich und vielleicht sogar um es für kommende Generationen sinnhaft zu machen.
    Dass derartiges auch Auswirkungen auf politische Haltungen hat ist beinah profan.
    -aber offenbar purer emotionaler Sprengstoff.
    Dabei lohnt es sich darüber einmal nachzudenken.
    Man muss ja nicht zum selben Schluss wie die Autorin kommen.
    Problematisch finde ich dennoch auch, dass in diesem Artikel kein Hinweis darauf ist, dass es sich bei dieser Wahrnehmung nicht nur um „Paranoia“ handelt, sondern dass hier im Grunde ein vorhandenes Trauma (schwer überwunden werden kann, wenn es von außen zum Beispiel durch Selbstmordattentate) stets neu aktiviert wird.
    Aber offenbar ist derzeit nicht die richtige Zeit für derartige Gedanken.
    Jedenfalls legen das die Reaktionen hier nahe.
     

  20. Verständnis zu haben heißt nicht entschuldigen. Es ist ein Gefühl der Empathie.
    Für seine Wut habe ich Verständnis, nicht aber für seine Schreibweise. Wenn Sie diesen Unterschied nicht begreifen wollen/können, dann tut es mir Leid.
    Trotzdem wollen wir hier nicht unter den Teppich kehren, dass es in unseren Medien viel zu viele ungerechtfertigte Angriffe auf den jüdischen Staat gibt. Und da sich viele Sorgen um diesen Staat machen, ist die Wut verständlich. Ich spüre sie auch hochkommen bei der Lektüre gewisser Elaborate. Daher mein Verständnis.
    Wofür ich überhaupt kein Verständnis habe, wenn angebliche Israel Freunde hier rassistische Postings unterbringen können.
     

  21. Noch ein kleines PS, Herr Pfeifer:

    Ich habe Verständnis für die Wut von @Ami Chay@,

     
    Sie brauchen ihn nicht zu exculpieren – OTon:
     
    Typisch für diese Linksliberalen Sucker ist es doch, das sie sich mehr Gedanken um Palis, Pakis, Mongos, Zigeuner und Neger machen, als um das eigene Volk. Aber irgendwann kommen sie angekrochen, wie die deutschen Juden, als es zu spät war. Zum Kotzen. Soviel kann ich nicht Fressen!
     
    Spätestens bei „Mongos“ setzt endgültig aus, tut mir leid!

    Wenn das die Verteidiger Israels sein sollen, na dann – armes Israel!

  22. Also, ich sag jetzt nichts mehr dazu, Herr Pfeifer, außer vielleicht, dass haGalil diesen Artikel hier ganz einfach nur zur Diskussion gestellt hat und – gleichzeitig, und zwar unübersehbar darauf hingewiesen hat, wo dieser Artikel erschienen ist: „The Electronic Intifada“, damit war eigentlich alles geklärt.
     
    So etwas gibt es und man kann es nicht einfach so bei Seite schieben, man muss damit umgehen können, das bleibt einem nämlich nicht erspart!
     
     

  23. Also Herr V. Scheunert ich bleibe dabei. Eine Person, die sich mit Antisemiten und Holocaustleugners verbündet, die den blutigen Anführer der iranischen Holocaustleugner preist ist kein Diskussionspartner und man sollte ihr – und dabei bleibe ich – keinen Raum geben egal was sie sagt und behauptet.
    Allein die Tatsache, dass dieser Artikel sofort vom österreichischen Faschisten R.S. der unter dem Namen Martin Schwarz schreibt und die Website E.K. redigiert mit Jubel publiziert wurde, spricht gegen die Veröffentlichung dieses Textes.
    Aber ich muss mit Bedauern zur Kenntnis nehmen, dass Hagalil auch rassistische Postings – die vorgeben Freunde Israels zu sein – publiziert.
    In beiden Fällen halte ich die Entscheidung von Hagalil nicht für richtig.
    Denn so wird Frau A.A. bestärkt weiter zu machen mit Antisemiten und Holocaustleugnern, was vielleicht nicht die Absicht von Hagalil ist, aber die praktische Konsequenz der Entscheidung.
     
     
     

  24. Lieber Herr Pfeifer,
    zum zweiten Teil Ihrer Reaktion auf mein Posting: Ich denke, es kommt mehr auf die Aussage des Artikels von Frau Abarbanel an, als mit wem sie irgendwo in einer Vereinigung zusammensitzt: Das Thema „Überlebensinstinkt oder Paranoia“ halte ich für durchaus legitim; grenzwertig, aber tolerabel, ihr Plädoyer, sich von jüdischer Identität zu lösen, solange sie niemanden dazu zwingen will (Es ist sowieso niemand nur Jude und nichts anderes).
    Vollkommen inakzeptabel wäre etwa Hetze gegen „die Juden“ (oder jede andere religiöse oder ethnische Gruppe) sowie einzelne Juden (oder Angehörige anderer religiöser oder ethnischer Gruppen), denen verfestigte, angeblich „typisch jüdische“ Eigenschaften (oder die anderer Religionen oder ethnischer Gruppen) unterstellt würden, die Aufforderung, den Staat Israel gewaltsam zu zerstören, pauschale Vergleiche Israels mit Nazideutschland sowie Mord- und Gewaltaufrufe und Beleidigungen allgemein. 
    Der Ausdruck „pauschale Vergleiche mit Nazideutschland“ verdient noch eine Erklärung: differenzierte Vergleiche sind m.E. durchaus zulässig – zu Ehren Israels sei gesagt, dass mir kein Beispiel für einen solchen einfällt. Daher ein anderes Beispiel: die DDR pauschal mit Hitlerdeutschland gleichzusetzen, ist m.E. unzulässig, auf Parallelen hinsichtlich der massenhaften Eingliederung der Jugend in staatliche Organisationen hinzuweisen, ist m.E. zulässig.
    Von diesen unzulässigen Elementen finde ich nichts in Frau Abarbanels Artikel, dem ich gleichwohl in vielerlei Hinsicht nicht zustimme (v.a., was die „Vorteile“ einer Lösung von einer jüdischen Identität angeht).
    Ich hoffe, ich habe damit klargemacht, wo für mich die Grenze liegt.

    MfG, Volker Scheunert

  25. @jim@ herzlichen Dank für diesen Hinweis auf  diesen e  i n z i g e n  palästinensischen Psychiater, der solches wagt zu schreiben.  Das kann er sich erlauben weil er in Freiburg praktiziert.
    Während es in Israel vollkommen ungefährlich ist selbstkritische (auch ganz überzogene) Ansichten über die eigene Gesellschaften zu äußern ist das in Gaza und auf der Westbank lebensgefährlich.
    Tatsächlich bemühen sich hier manche Poster A.A. und ihresgleichen Recht zu geben, wenn sie fordern Juden sollen sich so verhalten, wie Palästinenser sich in der Regel in Gaza und Westbank verhalten.  Es ist erstaunlich, wenn hier „Boykottmassnahmen und Mahnwachen“ gefordert werden und alle, die ein kritisches Wort schreiben in die „linksliberal und jüdische Selbsthasser“ Schublade getan werden.
    Man soll nicht so tun, als ob Antisemitismus (auch wenn es als Antizionismus maskiert ist, bleibt es doch in den meisten Fällen Antisemitismus) auf Linksliberale und jüdische Selbsthasser beschränkt wäre. Es gab und gibt auf der rechten Seite nicht weniger Antisemitismus.
    Es gibt linksliberale und jüdische Selbsthasser, doch es gibt und muss auch eine Möglichkeit geben ohne Schubladisierung über alle wirklichen Probleme zu diskutieren. Wer sich jedoch wie A.A. mit Antisemiten und Holocaustleugner verbündet ist für mich kein Diskussionspartner.
    Und noch etwas, den tatsächlichen Anti-Israel Hass und das Israel-Bashing können wir nicht bekämpfen, in dem wir die Methoden der Israelbasher, wie Boykott und Mahnwachen übernehmen.
    Ich habe Verständnis für die Wut von @Ami Chay@, nur kann ich nicht vollziehen was er meint wenn er schreibt „Unsere Regierung zeigt nur wenig Beachtung für das Leben der Juden und der jüdischen Gemeinschaft hier in Deutschland“. Ich wünschte die österreichische Regierung würde so viel Beachtung zeigen.
    Sicher ist nicht alles perfekt und man kann die deutsche Regierung kritisieren. Aber anders als in Österreich hat sie eine große Zuwanderung von Juden ermöglicht und gefördert. In Österreich kümmert es die Regierung nicht, dass die jüdische Gemeinde konstant klein bleibt, weil Einwanderung nicht ermöglicht wird. Sie hat viel zu viel Angst vor den mit 27% im österreichischen Parlament repräsentierten rechtsextremen Parteien FPÖ und BZÖ.

     
     

  26. Lieber Herr Pfeifer, bitte nicht so voreilig!
    Ihre (und Jims) Texte habe ich ja gerade positiv gegen die erwähnten Hass-Postings hervorgehoben.
    Ich kenne Sie aus dem Forum als einen leidenschaftlichen Streiter gegen die vielen Formen des Antisemitismus, dessen Argumenten ich nicht immer zustimme, dem ich aber niemals Unfairness oder blinden Hass unterstellen könnte.
    Lesen Sie sich mein letztes Posting nochmal durch und Sie werden sehen, dass Sie mit meinen Vorwürfen ausdrücklich nicht gemeint sind.

    MfG, Volker Scheunert

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