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Bibis Zeiten: Der Verdienst, die Last und die Sünde

Zugunsten der Machtperioden von Benjamin Netanjahu muss man sofort sagen, dass es zu seiner Zeit keinen Krieg gibt. So war es in seiner ersten Amtszeit und so wird vielleicht auch die zweite verstreichen. Er ist ein vorsichtiger Mensch. Nahum Barnea hat das in dieser Rubrik als eine Art ‚vorsichtigen Frührentner‘ geschildert. Ein Mann, der wenig handelt. Der es schwer hat, Entscheidungen zu treffen…

Jedioth achronoth, Jigal Serena

Im Falle von Kriegen ist seine Unschlüssigkeit begrüßenswert. Bei seinem Vorgänger, Ehud Olmert, gab es zwei blutige Kriege. Beide haben uns weltweite Ächtung beschert. …

Zu Lasten von Bibi muss man sagen, dass das meist Zeiten eines Mangels an Hoffnung sind. Und Hoffnung ist eine wesentliche Ressource für die Existenz eines Volkes. Bei ihm gibt es keinen Krieg, aber auch keinen Frieden. Es gibt keinen Kampf, aber auch keine Versöhnung. Es gibt ein Limbo. Einen Abgrund. Eine Leere, die etwas beängstigendes über die innere Welt des vorübergehenden Herrschers auszusagen hat. Seine Zeiten sind immer verwirrt, düster und zerstritten. Als würde er mit sich eine Mitgift bringen, die eine Weltanschauung einer inquisitorischen Welt verkörpert. In dem Alle verfolgen oder verfolgt werden. Es gibt dort keinen Kompromiss und keine Lösung. Es gibt keinen Frieden und keine Mäßigung. Daher werden Kriege bei ihm nur verschoben, an den nächsten in der Reihe weitergegeben.

Ich würde nicht sagen, dass zu seiner Zeit nichts getan wird. Die Privatisierung erhält bei ihm immer Aufschwung. Die Übergabe des Öffentlichen Kapitals und der Arbeitnehmer an private Hände wird stärker. Er ist mehr ein Finanzmensch als ein Kriegsmensch. Und so die Reformen, wie die Bachar Reform, die, seit ich sie hier schon als Riesen-Problem erwähnt habe, mir einen Schwall von Anrufen und Briefen eingebracht hat, die den Weg verdeutlichen, auf dem große Mengen an Kapital der Öffentlichkeit, das aus den Banken entnommen wurde, und an Hunderte private Hände übergeben wurde, verloren ging, an Spekulanten.

… Der Verdienst des Nicht-Krieges wägt bei Bibi vielleicht die Last der neuen Armut auf, aber eine schwere Sünde ragt jetzt schon als Mahnmal aus der Zeit seiner jetzigen Amtsperiode heraus: Die Sünde der Ernennung des sektorialen Politikers, der verdächtigt wird und gegen den ermittelt wird, der ungehobelt und brutal ist, zum Außenminister.

… Liebermann … zerstreitet sich in unserem Namen mit Verbündeten und Nachbarn. … Den Schaden dieses Mannes kannte Bibi sehr gut, und seit er ernannt wurde, ist er tatsächlich so eine Art von unser kleiner Ahmedinadjad. Lärmend, plappernd und arglistig, hinterlässt er verbrannten Boden.

… Und die Kriege? Die wurden nur ein wenig aufgeschoben, und werden blitzschnell kommen, sobald die Amtszeit vorbei ist, wie eine alte Schuld, die man begleichen muss. Nur, dass wir diesmal ohne Verbündete und ohne gute Nachbarn dastehen. Allein, allein!