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Werbung für islamistischen Aufmarsch

Der Berliner Landesverband der rechtsextremen DVU wirbt für die Teilnahme an der islamistischen Demonstration unter der Bezeichnung „Al-Quds-Tag“ am kommenden Samstag. Als Begründung nennt der DVU-Autor den „Zionismus“ als „Frage von weltweitem Ausmaß“…

redok v. 09.09.2009

In hochtrabendem Tonfall gibt der DVU-Mann Detlef Nolde bekannt, dass „wir wohlwollend den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Venezuela, Rußland und den Iran verfolgen“. Genau so sehe man sich auch „solidarisch mit den Opfern der zionistischen Besatzung in Palästina“. Der „Zionismus“ als „Frage von weltweitem Ausmaß“ berühre „den Lebensnerv aller Völker“; daher sei der „internationalistische Schulterschluß aller Patrioten … mehr als angebracht“. Ein „Herzensanliegen“ ist es dem DVU-Mann, für die islamistische Demonstration zu werben.

Auf den Internetseiten der Berliner DVU hatte Nolde bereits mehrfach ähnliche Artikel veröffentlicht, so etwa einen Glückwunsch an den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad zu dessen Wiederwahl oder eine Klage über „Deutsche Steuermilliarden für zionistische Lobby“. Dort hatte er versprochen, dass „die DVU all diese Geldflüsse und sonstige Vergünstigungen für die weitverzweigte zionistische Lobby sofort stoppen würde“.

Detlef Nolde war erst vor wenigen Monaten zur DVU gestoßen, nachdem er wahlweise eine Rundreise durch verschiedene rechtsextreme Parteien und Gruppen wie auch eine vorgebliche Rolle als „Aussteiger“ hinter sich hat. Sein scharf antisemitischer und pro-islamistischer Kurs dürfte bei der Bundeszentrale der DVU nicht auf ungeteiltes Wohlwollen stoßen, denn dort setzt man eher auf den Islam beziehungsweise Muslime allgemein als Feindbild.

Der „Al-Quds-Tag“ geht auf einen Aufruf des früheren iranischen Islamistenfüherers Ayatollah Chomeini zurück. Seit 1995 organisieren Islamisten unter anderem aus dem Umfeld der libanesischen Hisbollah zu diesem Tag eine Demonstration in Berlin, bei der nach Geschlechtern getrennt marschiert wird und die oft von antisemitischen Parolen geprägt ist.

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