Hort mit Münzen von Rebellen gefunden

In einer Höhle westlich von Jerusalem, nahe der antiken Stadt Betar, haben israelische Forscher den größten Münzfund jüdischer Rebellen gegen die römische Besatzungsmacht in der damaligen Provinz Judäa gemacht. 120 Münzen aus Gold, Silber und Bronze in einem vorzüglichen Erhaltungszustand wurden in Tongefäßen in einer Höhle entdeckt, in die sich die jüdischen Aufständischen geflüchtet hatten…

Von Ulrich W. Sahm, Jerusalem, 9. September 2009

Einige Münzen waren ursprünglich römische Münzen, die von den Rebellen unter des Führung des Schimon Bar Kochba (auf Aramäisch auch Schimon Bar Kosiba, Sohn des Sterns, genannt) in den Jahren 132 bis 135 neu geprägt worden sind. Abgebildet ist unter Anderem die Fassade des Tempels von Jerusalem, der im Jahr 70 von den Römern zerstört worden war. Neben anderen jüdischen Symbolen konnten die Forscher der Hebräischen Universität und der Bar Ilan Universität auch den hebräischen Spruch „Freiheit für Jerusalem“ entziffern.

Mit der Zerschlagung dieses Aufstandes endete die selbstständige jüdische Präsenz in der Provinz Judäa. Sie wurde deshalb in dieser Zeit von Kaiser Hadrian in „Palästina“ umbenannt, während Jerusalem fortan Aelia Capitolina hieß und für Juden gesperrt blieb.

muenzen

In der Höhle mit dem Münzhort wie auch in anderen Höhlen in der judäischen Wüste haben Forscher schon vor Jahren von Bar Kochba unterzeichnete Briefe entdeckt, sowie Kochgeschirr, Waffen, Nahrungsmittel und Geld. Die vermutlich von den Römern getöteten Flüchtlinge hätten sogar ihre Hausschlüssel in den Höhlen zurückgelassen. Nach Angaben des Forschers Dr. Boaz Zissu sei das ein Hinweis darauf, dass die Flüchtlinge damit rechneten, in ihre verlassenen Häuser zurückkehren zu können. In dieser Periode dienten viele natürliche und von Menschenhand in den Fels gehauene Höhlen Kämpfern und Zivilisten als Versteck, während die Römer ihre militärischen „search and Destroy“ (suche und zerstöre) Militäroperationen machten. Die Stadt Betar, nach der etwa 1900 Jahre später die rechtsgerichtete jüdische Widerstandsbewegung „Betar“ benannt wurde, war eine der letzten jüdischen Stellungen beim Kampf der Juden gegen die römische Besatzungsmacht.

© Ulrich W. Sahm / haGalil.com