haGalil TV-Radar: Fernsehtipps der Woche

Vom 03.08. bis 09.08.2009 …

Montag, 03.08.2009

00:15 Uhr; Phoenix
Historische Ereignisse

Vor 65 Jahren – Der Warschauer Aufstand

Dienstag, 04.08.2009

23:00 Uhr; Phoenix
Die Schätze des Königs Salomon

Im Jahr 2001 wurde dem Israel-Museum in Jerusalem eine angeblich aus dem Tempel Salomons stammende Schrifttafel zum Kauf angeboten. Eine Prüfung durch Spezialisten der israelischen Altertumsbehörde ergab, dass es sich bei dieser Tafel sowie bei einem Gefäß, das die Gebeine Jakobs enthalten haben soll und diesen als den Bruder von Jesus auswies, um sehr gute Fälschungen handelte.
Nach Ermittlungen in mehreren Ländern vermuteten die Behörden, die gleichen Betrüger hätten seit über 20 Jahren zahlreiche biblische Gegenstände gefälscht. Die Ermittler kamen zu dem Schluss, dass es sich bei vielen in Israel und weltweit hoch verehrten Reliquien um raffinierte Fälschungen handelt. Laut Polizei habe man es möglicherweise mit dem größten Antiquitätenbetrug aller Zeiten zu tun.
Die Gegenstände, die im Zentrum der Ermittlungen stehen, haben sehr hohen Symbolwert. Sie sind der einzige archäologische Beleg für die biblische Geschichte um David, seinen Sohn Salomon und das Reich, über das sie herrschten. Denn entsprechende archäologische Stätten wurden nie entdeckt. Es existieren lediglich einige unschätzbar wertvolle Artefakte. Dabei handelt es sich um Siegel, Schrifttafeln und Öllampen aus der entsprechenden Zeit. Ihre Inschriften stimmen mit den biblischen Texten überein. Doch genau die Authentizität dieser in Museen auf der ganzen Welt aufbewahrten Objekte werden heute infrage gestellt.

Mittwoch, 05.08.2009

16:55 Uhr, arte
Irgendwo in Afrika

Der kleine Ousmane ist ein lebenslustiger und geschäftstüchtiger Junge, der sich im Stadtzentrum von Dakar durch Betteln seinen Lebensunterhalt verdient. Es ist Dezember und Weihnachten steht vor der Tür. Ousmane hat den Beschluss gefasst, in diesem Jahr dem Weihnachtsmann zu schreiben, um ihm seine Wünsche mitzuteilen. Einziges Problem an seinem Vorhaben ist die Tatsache, dass er nicht schreiben kann. Aber Ousmane wäre nicht Ousmane, wenn er sich von diesem kleinen Hindernis aufhalten lassen würde! Der pfiffige Sechsjährige findet eine Lösung, wie er dem Weihnachtsmann doch noch einen Brief zukommen lassen kann.

21:00 Uhr; arte
Verurteilt zum Tode durch den Strang – Das Nürnberger Tribunal der Alliierten

Drei Monate nach der Kapitulation Deutschlands schlossen die Alliierten das Londoner Viermächteabkommen: Es konstituierte den Status des Internationalen Militärgerichtshofs , der vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946 den Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher durchführte.
22 führende Politiker, Militärs und Wirtschaftsleute wurden wegen ihrer Kriegsverbrechen angeklagt. Die Anklägerpartei bildete sich aus je einem Vertreter der USA, der UdSSR, Großbritanniens und Frankreichs. Der bekannteste war der amerikanische Chefankläger Robert Jackson, der gegen Ende seiner epochalen Rede im Schwurgerichtssaal des Nürnberger Justizpalastes erklärte: „Die wahre Klägerin vor den Schranken dieses Gerichts ist die Zivilisation.“ Auf der Richterbank saßen als paritätische Vertreter der Siegermächte vier Richter und deren Stellvertreter. Die Anklagepunkte lauteten: Verschwörung zu Verbrechen gegen den Frieden, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Am 30. September und am Folgetag ergingen die Urteile: Es wurde zwölfmal die Todesstrafe „durch den Strang“ verhängt. Die Vollstreckung war bereits zwei Wochen später. Hermann Göring entzog sich der Hinrichtung am Vorabend durch Selbstmord in seiner Zelle. Lebenslängliche Freiheitsstrafen erhielten Rudolf Hess, Walter Funk und Erich Raeder. Drei Angeklagte wurden freigesprochen: Hjalmar Schacht, Franz von Papen und Hans Fritzsche. Auch gegen vier NS-Organisationen erging ein Urteil: die NSDAP, die Gestapo, die SS und der SD wurden als verbrecherisch eingestuft.

22:15 Uhr; Phoenix
Meine Hölle Europa

Vom Geschäft mit Afrikas Frauen
Das Dokumentarfilmdebüt des jungen Bonner Autors Lukas Roegler erzählt die Geschichte von Faith, Linda, Betty und Queen – vier nigerianischen Mädchen, deren Traum von einem besseren Leben in Europa zu einem Prostitutionsalbtraum auf den Straßen Italiens wurde.
Aus der Sicht der Opfer erzählt, konzentriert sich der investigative Film auf die sehr persönlichen Erfahrungen der jungen Frauen. Für sein Engagement erhielt Lukas Roegler den Shell Personal Development Award.
Vom vermeintlichen Reichtum Europas verführt, geraten die jungen Frauen in die Fänge brutaler Frauenhändler und müssen sich zunächst einem okkulten Juju-Ritual in einem heimischen Schrein unterziehen. Erniedrigt und eingeschüchtert schwören sie ihren Peinigern in einer blutigen Zeremonie bedingungslose Treue.
An der Spitze dieses neuen und brutalen afrikanischen Sklavenhandels stehen die so genannten Madames – skrupellose nigerianische Zuhälterinnen, die den nigerianischen Frauenhandel zum einzigen organisierten Verbrechen weltweit machen, das ausschließlich von Frauen kontrolliert wird.
Wer die anschließende gefährliche Reise durch die Sahara, die Einführung in die Prostitution in Mali oder Marokko und die Überfahrt nach Europa überlebt, landet sofort als exotische Sexsklavin auf den Straßen von Turin, Rom oder Verona. Eine Flucht vor Abtragung ihrer individuellen Schulden von bis zu € 60.000 ist für die meisten Mädchen unmöglich.
Durch ihren Mut, mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit zu gehen, gelingt es, erstmals Licht ins Dunkel einer neuen Form der Sklaverei zwischen Afrika und Ländern wie Italien zu bringen, wo heute jede dritte Prostituierte aus Nigeria stammt.

Donnerstag, 06.08.2009

00:10 Uhr; n24
N24 History – Die Geschichte der Deutschen / Chronik des Dritten Reiches III: 1939-1941

Der totale „Führerstaat“ soll in der Architektur der Reichshauptstadt seinen sichtbaren Ausdruck finden. Für des Diktators Vision von der Welthauptstadt „Germania“ sollen 1939 große Teile der Innenstadt Berlins abgerissen werden. Die so genannte „Ost-West-Achse“ soll Kulisse für die Selbstinszenierung des Regimes werden. Die Hauptabteilung Umsiedlung“ kümmert sich eigens um die Räumung ganzer Straßenzüge. Als erstes baut Albert Speer seinem Führer eine neue Reichskanzlei.

21:45 Uhr; Phoenix
Afghanistan

Hinter dem Schleier
Die Lage in Afghanistan spitzt sich von Tag zu Tag zu. Die Demokratisierung des Landes schreitet kaum voran. Besonders Frauen unterliegen nachhaltender Benachteiligung.
Nicht einmal weibliche Parlamentsabgeordnete oder Regierungsmitglieder sind von Diskriminierung und Angriffen gefeit. Doch auch innerhalb der Gruppe von Frauen, die in der Öffentlichkeit und Politik agieren, verläuft ein tiefer Riss: Anhängerinnen eines streng konservativen Islamismus stehen modernen, pro-westlich orientierten Frauen gegenüber. Trotz der Unterschiede haben die engagierten Frauen eines gemeinsam: Die große Mehrheit der afghanischen Männer akzeptiert Frauen nicht, die in der Öffentlichkeit stehen und sich für etwas stark machen. Das geht bis zu Schmähungen und Morddrohungen. Gefahr droht vor allem dann, wenn Frauen nicht völlig verschleiert und dazu noch selbstbewusst auftreten. Sie fallen immer wieder Anschlägen radikaler Islamisten zum Opfer.
Und die Situation der Frauen ist in letzter Zeit schlimmer geworden, denn der Einflussbereich der Taliban reicht mittlerweile bis in die Hauptstadt Kabul. Deshalb findet die Arbeit der politisch aktiven Frauen zum Teil sogar im Untergrund statt. Ghafoor Zamani berichtet für den Auslandsreporter über Frauen in Afghanistan.

Freitag, 07.08.2009

21:00 Uhr; arte
Der Sturm zieht auf

Die Familie Stern lässt sich in Berlin nieder, wie viele andere emigrierte Russen. Tatiana und Leonid treffen auf ihre alten Freunde und greifen den luxuriösen Lebenswandel längst vergessener Tage wieder auf. Im Rausch der Bälle fließt der Champagner in Strömen, Repression und Vertreibung sind nur noch schlechte Erinnerung, Fröhlichkeit und Sorglosigkeit kehren zurück.
Die Euphorie ist jedoch nur von kurzer Dauer. Leonid, von betrügerischen Landsleuten in den finanziellen Ruin getrieben, kauft eine Metzgerei im russisch geprägten Stadtteil Schöneberg. Aber er hat seine Widerstandskräfte überschätzt, der notorische Kettenraucher kann einer Beinamputation nicht entgehen. Tatiana beschließt, die Metzgerei aufzugeben und macht aus der großen Wohnung der Sterns eine Familienpension.
Sofia und Natalia sind mittlerweile zu modernen, jungen Frauen herangewachsen. Sofia, voll von Liebe und romantischen Gefühlen, lässt sich kein Vergnügen entgehen, seien es Boxkämpfe, Kino, Tanzabende oder Kabarett. Ihr Lebensdurst verdreht den Männern den Kopf, sie hat zahlreiche Liebesabenteuer. Im Gegensatz dazu wartet die vernünftige und arbeitsame Natalia auf die eine große Liebe.
Trotz aller finanzieller Schwierigkeiten geht das Leben weiter: beide heiraten. Sofia aus Leidenschaft den dandyhaften Anatole Ratner, Natalia aus Vernunft, dem Willen der Eltern folgend. Aber noch in der Hochzeitsnacht, läuft sie dem groben Victor Rabinovitch davon. Zum Leidwesen von Tatiana und Leonid findet sie schließlich in dem charmant-flatterhaften Micha, einem arbeitslosen Ingenieur aus ärmsten Verhältnissen, ihre große Liebe.
Vom großen Börsenkrach von 1929 bleibt auch die Familie Stern nicht verschont. Die Pension steht vor dem finanziellen Ruin, da die Gäste nicht mehr in der Lage sind, zu bezahlen. Nur der anfangs so ungeliebte Micha, der in der Zwischenzeit eine Anstellung gefunden hat, kann die Familie über Wasser halten. Doch der in den letzten Zügen liegenden Weimarer Republik stehen die bedrohlichsten Zeiten erst noch bevor …

22:40 Uhr; arte
Der Sturm zieht auf

Die Pension steht kurz vor dem Ruin und Micha verliert seine Anstellung als Ingenieur. Der Verlust des Arbeitsplatzes wird aber zur entscheidenden Weichenstellung in seinem Leben, denn endlich folgt er seiner wahren Leidenschaft, dem Kino. Er wird Drehbuchautor.
Wegen des Berufsverbots für jüdische Autoren schreibt Micha unter fremden Namen, so dass er auch im nationalsozialistischen Berlin genug Aufträge bekommt. Nachdem Rabinovitch endlich in die Scheidung eingewilligt hat, steht auch der Heirat mit Natalia nichts mehr im Wege.
Doch Micha wird denunziert, sein Pseudonym aufgedeckt. In Deutschland kann er nicht mehr arbeiten. Er flüchtet nach Paris, wo er sich schnell als Drehbuchautor etabliert. Kurze Zeit später gelingt es dem Rest der Familie, nachzukommen. Die Fröhlichkeit und Leichtigkeit kehrt zurück. Als Natalia wieder schwanger wird, ist Micha zunächst dagegen das Kind zu bekommen, aus Angst, die größere Familie nicht durchbringen zu können. Doch Natalia gibt nicht nach und Hélène wird geboren.
Die ersten Jahre Lenas sind keine glücklichen: Leonid stirbt und lässt eine von Schmerz und Trauer erfüllte Familie zurück. Der Zweite Weltkrieg bricht aus und macht auch vor Frankreich nicht halt. Paris wird von der Wehrmacht besetzt. Nur vier Jahre nach ihrer Ankunft bleibt den Sterns erneut nur die Flucht. In einem bescheidenen Häuschen am Mittelmeer finden sie ein neues Zuhause, wo Micha die Arbeit im Verborgenen wieder aufnimmt. Wieder einmal gelingt es der Familie, sich den historischen Veränderungen anzupassen und wieder ist es nur von kurzer Dauer, denn auch unter der Vichy-Regierung im unbesetzten Süden werden die Juden verfolgt. Um der Deportation zu entgehen, muss die Familie untertauchen und findet an verschiedenen Verstecken Zuflucht. In alle Winde verstreut, leiden die auseinandergerissenen Mädchen und Erwachsenen der Familie an der Isolation und an der Ungewissheit um das Wohl der Anderen …

Samstag, 08.08.2009

12:00 Uhr; arte
Pakistan im Griff der Taliban

Die schlechten Nachrichten aus Pakistan häufen sich. In den Norden des Landes, vor allem ins Swat-Tal, haben sich zahlreiche Taliban zurückgezogen, als sie aus Afghanistan geflüchtet sind. Sie benutzen nun die hohe Zahl ziviler Opfer bei Militäreinsätzen von pakistanischer Armee und amerikanischen Luftstreitkräften, um junge Pakistanis für ihre Ziele anzuwerben. Nun richtet sich der Hass von pakistanischen Hinterbliebenen und Flüchtlingen aus der Region nicht gegen die eindringenden Taliban, sondern gegen die Staatsmacht. Muslimische Rebellen werden als Helden und Märtyrer gefeiert.
Diese Entwicklung ist nicht nur auf die entlegenen Gebiete im Nordwesten Pakistans beschränkt, sondern nimmt auch in den eher westlich geprägten Großstädten zu. Mehr als 10.000 Koranschulen gibt es in Pakistan. Eineinhalb Millionen Kinder werden dort unterrichtet – Tendenz steigend. Viele dieser Schulen werden direkt von den Taliban unterstützt und bilden den Nährboden für neue, immer jüngere Terroristen. Tatsächlich findet man in pakistanischen Ausbildungscamps für Selbstmordattentäter selbst Kinder im Alter von fünf oder sechs Jahren. „Ich will die Taliban in ihrem Kampf unterstützen. Nicht in Pakistan, sondern im Ausland. Wenn ich Selbstmordattentäter sehe, die jünger sind als ich, dann spornen mich ihre grandiosen Taten an“, sagt einer der Koranschüler.
Die Dokumentation ist ein aufrüttelnder Beitrag über die Unfähigkeit der pakistanischen Regierung, ihrer Jugend Bildung und eine sichere Zukunft zu bieten, und über die Heimtücke der Taliban, diese frustrierte Generation von Jugendlichen für ihre Zwecke zu missbrauchen.

13:15 Uhr; 3sat
Deutsche Spurensuche in der Ukraine (1/2)

Zwischen Odessa und Kiew
1805: Nach den verheerenden Zerstörungen der Napoleonischen Feldzüge in Süddeutschland entscheiden sich viele Bauern, Händler und Handwerker zur Emigration. In einfach gezimmerten Ruderbooten fahren sie Donau abwärts bis zum Schwarzen Meer. Viele lassen sich in der Gegend des neu gegründeten Hafens Odessa nieder. Es entstehen die Kolonien Großliebenthal, Glückstal, Beresan und Kutschurgan. Jahrzehnte später erleiden die „Schwarzmeer-Deutschen“ in der Sowjetzeit und besonders im Zweiten Weltkrieg ein hartes Schicksal. Deportationen dezimieren die Kolonien bis auf wenige Familien. Heute kümmert sich das 1993 gegründete „Bayerische Haus Odessa“ um die deutsche Minderheit in der Ukraine. Als Zentrum für Kultur und Begegnung leistet es Sozialarbeit und bietet Sprachkurse, Ausbildungsprogramme und wohltätige Hilfe an. Getragen wird das Haus vom Bayerischen Sozialministerium und der Diakonie der Evangelischen Landeskirche Bayern. In Odessa arbeitet unter anderen Schwester Doris von der deutsch-evangelischen Diakonie. Sie betreut deutsche Siedler. Caspar Hoppe vom Goethe-Institut in Kiew hat einen Wettbewerb für deutschstämmige Jugendgruppen aus verschiedenen Städten der Ukraine ins Leben gerufen. Den Gewinnern winkt eine Reise nach Berlin.
Rudolf Sporrer hat einen zweiteiligen Film über deutsche Spuren in der Ukraine gedreht. Im ersten Teil besucht er die Region zwischen Odessa und Kiew. Dort trifft er neben Schwester Doris und Caspar Hoppe auch die Tänzerin und Choreografin Carola von Herder, die ihren Lebensmittelpunkt von München in die Metropole am Schwarzen Meer verlegt hat. Außerdem skizziert er die Schicksale deutscher jüdischer Künstler, wie beispielsweise des Sängers Josef Schmidt und der Schriftstellerin Rose Ausländer.

14:00 Uhr; Phoenix
Die Machtergreifung

2. Der Brand
Im Februar 1933 machte sich ein Mann aus München auf den Weg quer durch Deutschland, Wilhelm Hoegner. Der Reichstagsabgeordnete der SPD glaubte, man könne Hitlers Kanzlerschaft doch noch ein rasches Ende bereiten, wenn nur die Gegner gegen den neuen Machthaber mobil machen.
Erst seit wenigen Wochen war Hitler Reichskanzler und noch herrschte keineswegs Diktatur. Der Emporkömmling war eingerahmt von Konservativen, die sich in völliger Selbstüberschätzung einbildeten, sie könnten ihn erdrücken, „bis er quietscht“. Doch Hitler wollte die volle Macht. Eine weitere Wahl zum Reichstag war anberaumt für den 5. März 1933 – in einem Klima des Terrors und der Gewalt. Der Sozialdemokrat Hoegner stürzte sich in den Wahlkampf, um die Demokratie zu retten.
Doch am Abend des 27. Februar 1933 stand der Reichstag, der als demokratisches Forum praktisch ausgedient hatte, in Flammen. Mit größter Wahrschein-lichkeit war der Anschlag tatsächlich das Werk eines Einzeltäters, des 24-jährigen schwärmerischen Rätekommunisten Marinus van der Lubbe. Trotz damaliger Zweifel an der Urheberschaft verstand es die NS-Führungsriege, in kürzester Zeit aus dem Vorfall Kapital zu schlagen, malte das Bild von einer kommunistischen Verschwörung. Die schon am nächsten Tag erlassene „Verordnung des Reichs-präsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ war die Grundlage für eine beispiel-lose Terrorwelle, die in den folgenden Wochen über Oppositionelle und Intellek-tuelle hereinbrach.
Die Bevölkerung wurde geblendet von einem furiosen Wahlkampf, mit dem Goebbels das Land überzog. Mit Aufmärschen, Rundfunksendungen und großen Verheißungen suggerierte er den Menschen Aufbruchsstimmung. Zum „Tag der erwachenden Nation“ wurde der 5. März 1933 ausgerufen.
Von den Wahlen erhoffte Hitler sich geradezu plebiszitäre Zustimmung. Doch das Ergebnis war keineswegs vorherbestimmt. Hatte nicht der letzte Urnengang im November 1932 der NSDAP ein Debakel beschert, das die Partei beinahe zerriss?
Daher kämpften sowohl Hitler als auch seine Gegner bis zum letzten Tag um jede Wählerstimme – mit ungleichen Mitteln. Die NS-Partei bediente ihre riesige Propagandamaschinerie. Gegner auf Seiten der Linken, wie Hoegner, wurden massiv eingeschüchtert oder verfolgt. Kommunisten kamen in Haft.
Dies geschah keineswegs heimlich. Bereitwillig berichteten Zeitungen und Filme über die „Umerziehungslager“ und deren zu Staatsfeinden erklärten Insassen.
Am 23. März 1933 versammelten sich die Reichstagsabgeordneten in Berlin zu einer folgenschweren Abstimmung. Gleich bei einer der ersten Zusammenkünfte des neugewählten Parlaments in der Berliner Kroll-Oper wollte Hitler sich eine Generalvollmacht für die Alleinherrschaft erteilen lassen, das so genannte „Ermächtigungsgesetz“. Um die notwendige Zweidrittelmehrheit zu erlangen, ließ die Regierung vorsorglich die Stimmen der mundtot gemachten KPD-Fraktion annullieren. Eine unnötige Vorsichtsmaßnahme – denn der Kanzler bekam seine Mehrheit auch so. Allein die Sozialdemokraten wehrten sich noch – spät, aber tapfer. Für Wilhelm Hoegner und die SPD war ein Ja zu Hitlers „Ermächtigungsgesetz“ unvorstellbar. Die mutige Rede des Fraktionschefs Otto Wels klang wie ein Nachruf auf die Republik, den Hitler nur noch mit Sarkasmus quittierte. Die Abgeordnete Clara Siebert vom katholischen Zentrum hingegen erlebte den Riss mitten durch ihre Partei. Am Ende stimmte nur die SPD gegen ihre Selbst-entmachtung, das Zentrum nicht. Es war die schwärzeste Stunde des deutschen Parlamentarismus.
Wilhelm Hoegner musste ohnmächtig zuschauen. Er fühlte sich bedroht und floh im Sommer 1933 über die Alpen nach Österreich. Jetzt hatte Hitler nur noch den Feind in den eigenen Reihen zu fürchten

15:45 Uhr; arte
Milch und Honig

Den Insassen des Gefangenenlagers Famagusta, die von Palästina nur träumen, wird das Warten unerträglich. Sie sehnen sich nach dem Gelobten Land, nach dem Zusammenschluss, mit den vermissten Leidensgenossen.
Emma verführt den britischen Lagerkommandanten, damit die Gruppe Zugang zum Meer erhält. Die Brüder Bohbot, Dédé und Elie beginnen, einen Fluchttunnel zu graben. Dov organisiert ein Boot, das ihnen die Flucht von der Insel ermöglichen könnte.
In Palästina verschärfen sich unterdessen die Spannungen zwischen dem Kibbuz und dem palästinensischen Nachbardorf. Der Mord an Leila und Jacques bringt das Fass zum Überlaufen …

16:30 Uhr; arte
Milch und Honig

Antoine ist durch den Mord an Leila, mit der er so glückliche Tage verbringen durfte, schwer getroffen. Tief erschüttert denkt er darüber nach, in seine Heimat Frankreich zurückzukehren. Moishe plant voller Hass einen Rachezug, der ihn jedoch das Leben kosten wird.
Auf Zypern perfektionieren zu dieser Zeit Dov und Ashriel ihren Fluchtplan. Bevor sie ihn in die Tat umsetzen, gibt es eine große Überraschung im Lager: die Sephardin Rebecca heiratet den Ashkenazen Albert und lässt die jüdischen Lebenswelten im Lager näher zusammenrücken …

20:15 Uhr; Phoenix
Die Machtergreifung (3/3)

Der Machtkampf
Anfang 1934 war Hitlers Machtergreifung keineswegs abgeschlossen. Doch wer sollte ihn stoppen? Allein die Reichswehr hätte über Mittel verfügt, dem Spuk ein Ende zu bereiten. Doch die Armee hielt still – etwa nur, weil Hitler auf legalem Weg zum Kanzler ernannt wurde?
Das wollten manche Generäle später gerne glauben machen. Tatsächlich aber wusste Hitler, wie er die führenden Militärs zu korrumpieren hatte.
Er schlug sich in einem entscheidenden Konflikt auf die Seite der Reichswehr: SA Stabschef Ernst Röhm forderte lautstark, seine Truppe in das neue Macht-gefüge einzubinden, sie sollte die hunderttausend Mann starke Reichswehr ersetzen, die er nur noch als Ausbildungsschule für das deutsche Volk betrach-tete. Die Kriegsführung sei in Zukunft Sache der SA. „Das war eine offene Kampfansage“, notierte damals Generalleutnant Maximilian von Weichs – seine Erlebnisse und die des Gelehrten Victor Klemperer fließen in die filmische Dar-stellung des Machtkampfes im Jahr 1934 mit ein. Die Reichswehr, im Kabinett vertreten durch Werner von Blomberg, zeigte sich höchst alarmiert. Der Minister setzte auf seine guten Beziehungen zu Hitler, denn der NS-Führer wollte mit dem bewährten Militärfachmann seine Aufrüstungspläne verwirklichen, das wiederum entsprach dessen Vorstellungen von einer Aufwertung der Reichswehr. Zudem war Hitler mit Röhm ein Rivale erwachsen, der dem machtversessenen Usurpator zum Hindernis wurde.
Am 30. Juni 1934 schlug die SS los: Überall im Reich nahmen Mordkommandos hohe SA-Führer fest, töteten sie. Auch Röhm wurde erschossen. Hitler hatte den Militärs zugesichert, dass die SA in Zukunft militärisch keine Rolle spielen werde sie und ihre Führung sollten als Machtfaktor kaltgestellt werden.
Blomberg und die Reichswehrführung waren tief verstrickt in die Vorgänge. Und sie zahlten für die Beseitigung des Widersachers einen hohen Preis. Nach dem Tod Hindenburgs sollte das Amt des Reichskanzlers mit dem des Reichspräsidenten vereinigt werden. Als Hindenburg am 1. August 1934 starb, schlug von Blomberg eine neue Eidesformel vor. Die Armee soll auf die Person Hitlers eingeschworen werden. Mit der Vereinigung der obersten Staatsämter vollzog sich endgültig die „Machtergreifung“. Es war die eigentliche Geburtsstunde des Diktators Hitler.

Sonntag, 09.08.2009

16:10 Uhr; n-tv
n-tv History: Hightech-Nazijagd

Hunderte Nazis tauchen nach Kriegsende unter. Mit allen Mitteln versuchen sie, ihre Spuren zu verwischen. Ein Beispiel ist Adolf Eichmann. Der Organisator der Endlösung lebt in Argentinien nahezu unbehelligt bis ihn der israelische Geheimdienst aufspürt und entführt. In Jerusalem wird er später zum Tode verurteilt. Auch sein ‚bester Mann‘, der fanatische Judenhasser Alouis Brunner hat sich abgesetzt. Unter dem Namen Georg Fischer soll er in Syrien Karriere beim Geheimdienst gemacht haben. Bis heute sind kaum Spuren des kaltblütigen Verbrechers zu finden.

Zusammenstellung: Holger Raak