Schapaat haChasirim: Bitten um Hilfe

Israels Premier Benjamin Netanjahu beabsichtigt, sich in den nächsten Tagen an Bundeskanzlerin Angela Merkel oder an den britischen Premier Gordon Brown mit der Bitte zu wenden, Israel für gefährdete Personengruppen Impfstoff gegen die Schweinegrippe zu liefern.
Deutschland und Großbritannien gehören zu den Staaten, die bereits für die gesamte Bevölkerung Impfstoffe gekauft haben, und sie werden sie als erste erhalten…

Ben Caspit berichtet in M’ariw

Der stellvertretende Gesundheitsminister Jakob Litzmann wird sich mit einer ähnlichen Bitte an seinen amerikanischen Amtskollegen wenden.

Netanjahu berief gestern eine Sitzung ein, um die Schritte Israels im Zusammenhang mit der Schweinegrippe zu vereinbaren. Weltweit verhält sich die Situation im Moment wie folgt: Vier Firmen wetteifern um die Entwicklung des Impfstoffes, eine amerikanische und vier europäische. Bisher haben nur die USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien Impfstoffe gekauft, und sie werden sie als erste erhalten, unmittelbar nach Abschluss der Entwicklung. Es steht noch nicht fest, wann es so weit ist, und ob die Amerikaner beschließen werden, den Impfstoff noch vor der Genehmigung durch die FDA zu benützen.

Wie auch immer, diese vier Länder werden den Impfstoff als erste erhalten, erst danach die Länder, die jetzt Optionen erwerben, darunter Israel. Deshalb sagte Netanjahu gestern bei der Sitzung, er beabsichtige, sich mit europäischen Führern in Verbindung zu setzen und sie bitten, Israel ca. eine halbe bis eine Million Impfstoffe abzugeben.

Eine hohe Stelle im Gesundheitsministerium sagt, für Länder wie Deutschland oder Großbritannien handle es sich dabei um eine unbedeutende Menge, die sie Israel durchaus zur Verfügung stellen können. Dann könnte Israel die gefährdeten Personengruppen so schnell wie möglich impfen. Es wird angenommen, dass sich Netanjahu, der ausgezeichnete Beziehungen zur Bundeskanzlerin unterhält, mit der Bitte zunächst an sie wenden wird.