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Nicht nur im Iran: Immer mehr Internet-Zensur im Nahen Osten

Die muslimischen Staaten im Nahen Osten und in Nordafrika setzen zunehmend auf die Zensur von Internet-Seiten, um die Bevölkerung zu kontrollieren. Dies belegt ein aktueller Bericht der OpenNet Initiative (ONI), einer unparteiischen NGOrganisation, die Filter- und Überwachungspraktiken im Internet beobachtet…

ONI zufolge gehören der Nahe Osten und Nordafrika zu den am stärksten zensierten Regionen auf der Welt. 14 von 18 Staaten in der Region filtern Internet-Inhalte. Besonders betroffen sind Websites, auf denen der Islam kritisiert wird. Neben politischen Portalen rücken auch immer mehr soziale Netzwerke und Seiten wie You Tube, Facebook und Amazon auf die schwarzen Listen.

„Die Internet-Zensur in der Region nimmt sowohl an Umfang als auch an Tiefe zu, und das Filtern politischer Inhalte bleibt weiter der gemeinsame Nenner der filternden Regimes dort“, so Helmi Noman, der leitende Forscher von ONI zum Nahen Osten und Nordafrika in dem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Bericht. „Die Regierungen fahren zudem damit fort, ihr politisches Filtern zu tarnen, während sie das Blockieren von sozialen Inhalten zugeben.“

Ein besonderes Augenmerk richtet der ONI-Bericht auf den Iran. Das dortige Zensursystem bezeichnet er als „eines der umfassendsten und raffiniertesten auf der Welt“.
In Bezug auf Israel stellt der ONI-Bericht fest: „Israel filtert das Internet nicht und bleibt in dieser Hinsicht eine der freiesten Internet-Gemeinden im Nahen Osten.“

Hier der vollständige ONI-Bericht zur Internet-Zensur im Nahen Osten
OpenNet Initiative, August 2009, Haaretz, 13.08.09