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haGalil TV-Radar: Fernsehtipps der Woche

Vom 03.07. bis 09.07.2009 …

Samstag, 04.07.2009

14:00 Uhr; arte
Von der Schulbank an die Front – Kindersoldaten im 2. Weltkrieg

Zahllose Kinder zogen mit der Waffe in den Kampf – vor allem zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Aber wussten sie wirklich, was sie erwartete? „Man hat das gelernt. Man will nur treffen und ist befriedigt, wenn man getroffen hat,“ erinnert sich Gregor Dorfmeister, der mit 15 Jahren gemeinsam mit Gleichaltrigen in einem Panzergraben in Bayern die heranrückenden alliierten Bodentruppen aufhalten sollte. Knapp entgeht er dem Tod durch feindliche Granatwerfer und flieht. Seine fanatischen Kameraden halten weiter die Stellung und büßen mit ihrem Leben dafür.
„Es ist eine riesige Verantwortung für einen 15-Jährigen zu sagen: Ich werde töten. Aber in dem Moment denkt man nicht darüber nach, da denkt man nur: Ich muss zuerst schießen. Sonst erwischt es mich.“ Jean Rispal ist bei der Befreiung von Paris mit einem Gewehr in der Hand dabei. Nie zuvor hat er eine Waffe in der Hand gehabt. Ob er im Straßenkampf jemanden getötet hat, darüber will er bis heute keine Gewissheit haben.
Es ist die Extremerfahrung, die diese Jugendlichen verbindet, ganz gleich, ob sie in Frankreich, Deutschland, Polen oder Russland im Einsatz waren. Oft waren es nur wenige Tage oder Wochen, die die europäischen Kindersoldaten im Gefecht verbrachten. Doch es waren Tage und Wochen, die sie bis heute begleiten. Weil sie leben müssen mit dem, was sie gesehen haben – und mit dem, was sie getan haben.

14:00 Uhr; Phoenix
Die Gestapo (1/3)

Hitlers schärfste Waffe
Am 30. Januar 1933 übernimmt Hitler in Deutschland die Macht, und sofort beginnt die Einschüchterung und Ausschaltung jeglicher Opposition. Da die Polizei dafür noch nicht voll in Anspruch genommen werden kann, bringt Hitler seine paramilitärischen Truppen zum Einsatz. Unter dem Befehl von Ernst Röhm überzieht die „Sturmabteilung“ (SA) der NSDAP das Land mit brutalem, „wilden“ Terror. Im Visier der als „Hilfspolizei“ eingesetzten Schläger sind vor allem Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter; aber auch die deutschen Juden trifft von Anfang ihr Terror.
Aber der offene Terror der SA verschreckt auch manche Anhänger des neuen Regimes. Hitler befiehlt die Einstellung der „wilden“ SA-Aktionen. Die reguläre Polizei soll wieder für Ruhe und Ordnung sorgen – nun allerdings unter nationalsozialistischer Führung. Die Polizei soll zum Machtinstrument des NS-Regimes werden. Das gilt vor allem für die politische Polizei des „Dritten Reiches“: die Gestapo.
Im Mai 1933 bezieht die Gestapo ihr Dienstgebäude in der Prinz-Albrecht-Straße 8 in Berlin. Noch ist sie nur für Preußen zuständig,
noch ist sie Objekt im Machtkampf der Nazi-Größen. Heinrich Himmler,
Reichsführer SS, setzt sich schließlich durch. Im Frühjahr 1934 übernimmt er zusammen mit Reinhard Heydrich die Gestapo im gesamten Reich. Die erste Bewährungsprobe der neuen Formation: Die Ermordung von SA-Chef Ernst Röhm – auf Geheiß Hitlers. Röhm, der aus der SA eine „Volksmiliz“ machen will, steht Hitler im Weg. Der von Gestapo und SS geplanten Mordaktion fallen Ende Juni 1934 etwa 90 Menschen zum Opfer.
Mit der Erstellung eines reichsweiten Karteisystems zur Erfassung von
„Gegnern“, der Ernennung Himmlers zum Chef der gesamten deutschen Polizei (1936) und der unaufhaltsamen Kompetenzerweiterung wird die Gestapo zur schärfsten Waffe Hitlers. Die Gestapo verhaftet willkürlich und exzessiv. Die in „Schutzhaft“ genommenen Opfer werden in Konzentrationslager verschleppt. Ihnen wird jeder Rechtsbeistand verweigert.
Zeitzeugen schildern eindringlich die mitleidslosen Methoden der Gestapoarbeit. So zum Beispiel Johann Schwert aus Frankfurt/Main, damals im kommunistischen Widerstand. Er wird verhaftet, gefoltert und muss viele Jahre in Einzelhaft verbringen. Erst 1945 kommt er frei. Nach 1935 überwacht die Geheime Staatspolizei auch die Einhaltung der „Nürnberger Rassegesetze“, und sie ist im Verlauf des mörderischen Pogroms von 1938 auch dafür verantwortlich, dass tausende männliche Juden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt werden.
Die wachsende Bereitschaft der Bevölkerung zur Denunziation erleichtert der Gestapo den Terror. Josef Niklasch, damals bei den Zeugen Jehovas, und Marie-Luise Schulze-Jahn, damals im studentischen Widerstand, berichten von konkreten Fällen, in denen Hinweise aus der Bevölkerung zur Verhaftung durch die Gestapo führten. Auch bei der Durchsetzung von Hitlers Expansionspolitik spielt die Gestapo eine wichtige Rolle. Ihre Aufgabe ist es, die polizeiliche Macht in den besetzten Gebieten zu übernehmen und jeden Widerstand zu unterdrücken. Sie wird sich aber auch maßgeblich am Völkermord an den europäischen Juden beteiligen.

20:15 Uhr; Phoenix
Die Gestapo (2/3)

Terror ohne Grenzen – Die deutsche Polizei im Weltanschauungskrieg
1939 sorgt die Gestapo für einen Vorwand zum Angriff auf Polen. Heinrich Müller, ein erfahrener Kriminalbeamter, inszeniert einen angeblichen Überfall polnischer Soldaten auf den deutschen Rundfunksender Gleiwitz. Wenig später wird aus Heinrich Müller „Gestapo-Müller“, der neue Chef der Gestapo.
Die Gestapo gehört nun zum „Reichssicherheitshauptamt“ (RSHA, seit 1939), in dem unter Leitung von Reinhard Heydrich die Kriminalpolizei, der Sicherheitsdienst der SS (SD) und die Gestapo zusammengefasst werden. Das RSHA wird zur Zentrale des Terrors.
Mit Hitlers Angriffskriegen weitet die Gestapo ihren Machtanspruch auf ganz Europa aus. Ob in Prag, Kopenhagen, Amsterdam, Paris oder in den polnischen Ghettos – überall entwickelt die Gestapo mörderische Aktivitäten. Es wird erfasst, gefoltert, getötet. Auch die so genannten „Einsatzgruppen“ – Mordkommandos, die im Osten wüten – werden in großem Umfang aus Kräften der Polizei rekrutiert.
Das Reichssicherheitshauptamt übernimmt auch die organisatorische Federführung bei der Deportation und Ermordung der europäischen Juden. Zuständig ist eine eigene Abteilung, unter der Leitung von Adolf Eichmann – mit direktem Draht zu Gestapochef Heinrich Müller. Am Beispiel der Stadt Würzburg dokumentiert der Film, wie sich die Gestapo am Völkermord beteiligte. In Würzburg ist neben schriftlichen Dokumenten eine einzigartige Fotosammlung überliefert, die in erschütternden Bildern der Abtransport von 852 mainfränkischen Juden in die Vernichtungslager zeigt. Ein Mitarbeiter der Gestapostelle Würzburg, der Kriminaloberassistent Oswald Gundelach, begleitet den Transport bis nach Lublin. Nach dem Krieg behauptet Gundelach, er habe lediglich „Arbeiten verrichtet, die vor 1933 und nach 1945 zu den dienstlichen Obliegenheiten der Polizei gehörten.“

22:10 Uhr; n-tv
Von den Nazis zur NASA

Als Hitler an die Macht kam, war er gerade einmal zwanzig Jahre alt. Der begnadete Ingenieur träumt von einem Flug ins All und nutzt seine Gunst der Stunde. Er kooperiert mit den NS-Regime, wird SS-Mitglied und entwickelt die V2. Sie wird im KZ Mittelbau-Dora gebaut, wo mehr als 10.000 Menschen den Tod finden. Von Braun weist später eine persönliche Mitverantwortung zurück. In den USA aber ist er willkomen und konstruiert jene Rakete, mit der die Amerikaner zum Mond fliegen. Ein Traum ist Wirklichkeit geworden. Eine Auseinandersetzung mit einer Biographie, über der ein dunkler Schatten liegt.

Sonntag, 05.07.2009

16:50 Uhr; Phoenix
Die Bundeslade

Die „Bundeslade“ der Israeliten gilt als eines der geheimnisvollsten Kultobjekte in der Geschichte der Menschheit.
Vor etwa 2.500 Jahren verschwand der legendäre Schrein spurlos. Wie die Bibel berichtet, ließ Moses seine Lade aus Akazienholz fertigen und mit Gold überziehen. Darin bewahrten die Israeliten auf ihrem Zug von Ägypten ins Gelobte Land die Steintafeln mit den Zehn Geboten auf. Bis heute suchen Forscher, Abenteurer und Glücksritter nach dem legendären Schrein.

Montag, 06.07.2009

03:00 Uhr; arte
Mein Freund der Feind

Albanien im September 1943. Nach der Kapitulation des faschistischen Italien stehen die deutschen Truppen vor den Toren der Kleinstadt Elbasan. Chaos bricht aus, Plünderer hoffen auf das Geschäft ihres Lebens. Der muslimische Ladenbesitzer Harun Bonata macht sich mit seiner Ware auf den Heimweg, als ihm Giulio vor den Wagen läuft, ein italienischer Soldat, der von seinen Kameraden in den Wirren des Aufbruchs zurückgelassen wurde. Harun hat Mitleid mit dem Verwundeten und bringt ihn zu seiner Großfamilie. Doch Giulio ist nicht der Einzige, den Harun in seinem Keller vor den Deutschen versteckt hält: Der Partisanenkämpfer Qazim hat sich dort schon eingerichtet – und nur kurze Zeit später bekommt das ungleiche Paar Gesellschaft von Hoakin, einem jüdischen Uhrmacher.
Nach der Einnahme der Stadt durch die deutschen Truppen nimmt der gerissene Geschäftemacher Harun Bestellungen des Leutnants Franz an. Bald stellt die Notgemeinschaft unter dem Regiment der rigiden Großmutter 100 Kilo Seife her. Die Stimmung ist angespannt; jeden Moment könnten sie auffliegen. Giulio und Haruns Schwester Vefi, deren Mann ein ebenso erfolgloser Akkordeonspieler wie Liebhaber ist, beginnen ein Verhältnis. Nur die ständige Angst vor dem Feind hält die Bande der Zwangsgemeinschaft auf dem Bauernhof zusammen.
Als Franz während der Ausgangssperre am Weihnachtsabend unerwartet mit einem Lamm vor dem Tor steht, scheint die Anspannung von allen abzufallen. Doch der Krieg ist noch nicht vorbei …

22:05 Uhr; N24
Doku: Adolf Hitler – Wahn und Wahnsinn

Heinrich Himmler, Reichsführer-SS, war ein fanatischer Esoteriker. Laut ihm solle das Deutsche Volk zur Urreligion der Germanen zurückkehren. Er errichtet im ganzen Land okkulte Stätten. Rudolf Hess, der Stellvertreter Adolf Hitlers, war Mitbegründer der okkulten Thule-Gesellschaft. Hitler selber kam über die Deutsche Arbeiterpartei in Berührung mit Okkultismus. Die Nazis nutzten Merkmale okkulter Bewegungen, um den Führungsanspruch der Arier zu belegen – mit verheerenden Folgen!

Donnerstag, 09.07.2009

22:05 Uhr; N24
N24 History – Die Geschichte der Deutschen / Die Gesichter des Bösen

Was machte Familienväter zu Mördern? Wie war es möglich, dass hochgebildete Menschen den Holocaust planten oder sich, wie KZ-Arzt Josef Mengele, von ihren Opfern klassische Musik vorspielen ließen. In den Nürnberger Prozessen kam die Wahrheit ans Licht, Dutzende Todesurteile wurden gefällt. Reue zeigte niemand. Die Täter machten den Horror der Todeslager erst möglich machten.

Diese Dokumentation erzählt das Leben des Massenmörders mit seltenen, teilweise unveröffentlichten Filmen und Fotos und zeigt u. a. Himmlers Todesfabriken, eine ehemalige SS-Kultstätte bei Paderborn und das Gauhaus von Posen, wo Himmler 1943 in einer Geheimrede über den Holocaust sprach. Auch Katrin Himmler, die Großnichte, spricht über ihre Forschungen. Sie hat vor Kurzem ein Buch über ihre Familie veröffentlicht. Schließlich begleitet sie eines von Himmlers Opfern, Lucille Eichengreen, zu den Stätten ihres Martyriums im ehemaligen Ghetto von Lodz und dem KZ Bergen-Belsen.

23:15 Uhr; Phoenix
Er tanzte das Leben – Sylvin Rubinstein

Der Film porträtiert den jüdischen Tänzer Sylvin Rubinstein, der als „Dolores“ zu einem Flamenco-Star der fünfziger Jahre wurde, weil die wirkliche „Dolores“, seine Zwillingsschwester, im Holocaust ermordet worden war.
Heute ist Rubinstein 88 Jahre und lebt zurückgezogen in Hamburg St. Pauli. Nur wenige wissen, dass der große, schlanke Herr mit dem eleganten Gang einmal eine Zwillingsschwester hatte, die Maria hieß. Und dass die Geschwister aus dem polnischen Galizien in den dreißiger Jahren als „Imperio y Dolores“ auf den großen Varietébühnen Europas Flamenco tanzten. Jede Nacht aber erscheint Maria in seinen Träumen. Bis heute. Und noch eine zweite Gestalt trägt Rubinstein in sich, von der er nicht loskommt: Es ist der deutsche Wehrmachtsmajor Kurt Werner, sein Retter und „Vater“.
uf der Straße ist Sylvin Rubinstein eine Erscheinung voller Noblesse in Bewegung und Kleidung, in seiner kleinen Küche hingegen zelebriert er mit seiner jiddischen Syntax die Karikatur des galizischen Juden, um zu zeigen, dass genau der lebt, den die Nazis vernichten wollten. Er ist ein Gigolo, der den Schabbat heiligt und sich dann in Flamencokleider wirft. In seiner Travestie liegen Glück und Traurigkeit zugleich.
Es gibt kaum ein Schicksal, das das Schöne und Grausame des vergangenen Jahrhunderts so eindrucksvoll widerspiegelt wie das von Sylvin Rubinstein. Der Film von Marian Czura, der bei Andrzei Wajda studierte, und Kuno Kruse, vielfach ausgezeichneter Journalist, dem Sylvin Rubinstein als Erstem seine Geschichte erzählte, hat das Ziel, die unglaublichen Erlebnisse des ehemaligen Flamenco-Tänzers, Augenblicke des Glücks und der endlosen Verzweiflung, in Bilder umzusetzen.

Zusammenstellung: Holger Raak