Sarkozy zu Bibi: „Schauen Sie, dass Sie den Liberman loswerden“

HTML clipboardSpannungen in den Beziehungen zwischen Israel und Frankreich. Der Grund ist das Bekanntwerden des Inhalts eines Gesprächs zwischen Premier Netanjahu und Präsident Sarkozy, in dessen Verlauf sich Sarkozy mit scharfen Worten gegen Aussenminister Liebermann äußerte. Er rief Netanjahu auf, ihn loszuwerden, verglich ihn mit Jean Marie Le Pen und sagte, jedes Mal, wenn er ihn höre, „will ich mir die Haare ausreißen“…

In Jedioth achronoth befasste sich Itamar Eichner mit der Aufforderung Sarkozys, Netanjahu solle Außenminister Liebermann entlassen

Ein französischer Biss
Das Gespräch fand im Verlauf des Besuchs Netanjahus letzte Woche in Frankreich statt, und anwesend waren auch Finanzminister Yuval Steinitz, Umweltminister Gilad Erdan und MdK Daniel Ben-Simon. Der französische Präsident hatte kein Problem damit, in diesem Forum mit Netanjahu über die israelische Politik zu sprechen und heftige Kritik an Liebermann zu üben.

Sarkozy zu Netanjahu: „Wenn ich Liebermann höre, könnte ich mir die Haare raufen“

„Ich habe immer israelische Außenminister empfangen. Mit Zippi Livni traf ich im Elysée-Palast zusammen, aber mit dem (Liebermann) konnte ich einfach nicht zusammentreffen. Ich sage Ihnen, Sie müssen diesen Mann los werden. Nehmen Sie ihn aus Ihrer Regierung und holen Sie sich Livni. Mit ihr und mit Barak können Sie Geschichte machen.“

Netanjahu verteidigte Liebermann und sagte: „Sie sollten nicht übertreiben. Liebermann ist ein sehr netter Mensch, und in privaten Gesprächen klingt er ganz anders.“ Sarkozy erwiderte: „In privaten Gesprächen ist auch Jean Marie Le Pen ein sehr netter Mensch.“

Netanjahu antwortete, Liebermann könne nicht mit dem Führer der radikalen Rechten in Frankreich verglichen werden, und er lehne diesen Vergleich ab. Sarkozy nahm diese Äußerung zurück und sagte: „Ich will nicht vergleichen. Ich verstehe, dass es sich hier auch um koalitionäre Überlegungen handelt, aber manchmal höre ich, was dieser Mann sagt, und dann möchte ich mir einfach die Haare ausreißen.“ Um seine Worte zu unterstreichen raufte sich Sarkozy dabei die Haare.

Bei dem Gespräch sprach Sarkozy auch von der Möglichkeit eines Beitritts Livnis zur Regierung. „Ich erwarte, dass sie sich verantwortungsbewusst verhält und der Regierung beitritt. Ich sagte ihr, dass ich von ihr enttäuscht bin, und dass sie meiner Meinung nach einen Fehler gemacht hat.“

Das Amt des Aussenministers bemühte sich gestern, den Inhalt des Gesprächs zu klären, und auch, ob der Israelische Botschafter, Dani Sak, bei dem Treffen anwesend war und Liebermann nicht über den Inhalt informierte. Hohe Stellen im Außenministerium: „Sollten sich die Dinge tatsächlich so verhalten, dann ist dies eine sehr schwerwiegende und inakzeptable Angelegenheit. Solche Äußerungen sind unprofessionell und sogar dumm. Die Menschen in Israel würden es sicherlich nicht begrüßen, dass die Franzosen ihnen vorschreiben, wer ihr Aussenminister ist.“

Der Medienberater des Außenministeriums, Zachi Mosche, veröffentlichte gestern eine scharfe Reaktion, in der es hieß: „Sollte sich der französische Präsident tatsächlich in dieser Art geäußert haben, dann ist die Einmischung des Präsidenten eines demokratischen Staates in die internen Belange einer anderen Demokratie inakzeptabel und äußert schwerwiegend. Wir erwarten, dass jede politische Einrichtung in Israel, unabhängig von ihrer politischen Einstellung, diese brutale Einmischung verurteilt.“

Aus dem Amt des Premiers erfolgte kein Dementi. Man begnügte sich mit folgender Erklärung: „Der Premier nimmt keine Stellung zu dem Inhalt von Gesprächen, die er mit internationalen Politikern führt. Netanjahu schätzt Aussenminister Liebermann sehr.“

Hierzu sei noch zu bemerken, dass Liebermann bei seinem ersten Frankreichbesuch nach seinem Amtsantritt äußerst kühl empfangen wurde: Sarkozy weigerte sich, ihn zu treffen. Er musste in den Elysée-Palast kommen, um mit dem politischen Berater Sarkozys zusammen zu treffen, obwohl das diplomatische Protokoll vorsieht, dass der Regierungsbeamte zu ihm ins Hotel kommen muss.

Aus dem Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv

16 Kommentare zu “Sarkozy zu Bibi: „Schauen Sie, dass Sie den Liberman loswerden“

  1. @ Mael
    Nachdem ich verreist war, komme ich erst jetzt dazu, Ihnen zu antworten. Auch sonst kann es sein, daß meine Antworten manchmal etwas länger dauern, da ich nicht täglich auf der HaGalil-Website bin…
    Es ist richtig, daß jemand, der sich „nur“ rassistisch bzw. antisemitisch äußert, nicht zwangsläufig rechtsextremistisch sein muß. Andere Kriterien wie z.B. „nationalistisch“ müssen noch hinzukommen, was Liebermann m.E. erfüllt. Im übrigen, wenn es für Michal o.a. so wichtig ist, schenke ich ihr die Definitionshoheit über den Rechtsextremismus. Es ist mir ziemlich egal, ob wir Liebermann als ultrarechts, rechtsradikal, rechtsextrem, rechtsextremistisch, rassistisch und/ oder nationalistisch einstufen – wenn nur eine dieser Bezeichnungen zutrifft, ist er als Außenminister einer westlichen Demokratie vollkommen untragbar.
    Bei meiner Formulierung, daß ein gegen eigene Staatsbürger gerichteter Rassismus darauf ausgerichtet sei, die Demokratie abzuschaffen, habe ich bewußt kein „die“ vor „eigene Staatsbürger“ gesetzt, weil eben nicht alle, sondern nur ein Teil damit gemeint ist, nämlich die israelischen Araber… Rassismus ist, insbesondere bei einem Politiker, nicht einfach nur eine Meinung, die im luftleeren Raum so vor sich hinexistiert: Er zielt darauf ab, die Rechte der Betroffenen zu beschränken bzw. abzuschaffen.
    Wenn nun Liebermann z.B. die arabischen Israelis als „fünfte Kolonne“ bezeichnet und eine Loyalitätserklärung zum jüdischen Staat Israel (unter Androhung des Entzugs der Staatsbürgerschaft) fordert, so stellt er dadurch eine ganze Bevölkerungsgruppe unter Generalverdacht: Unabhängig davon, ob die Loyalitätserklärung nun abgegeben wird oder nicht, führt dies zur Delegitimierung ihrer Positionen und der Kennzeichnung ihrer Interessen als zweitrangig, vernachlässigbar, ignorierbar oder gar feindlich.
    Demokratie besteht ja nicht einfach nur darin, daß irgendjemand über irgendwas abstimmt. Es geht auch darum, wer abstimmt, worüber abgestimmt werden kann bzw. darf und v.a., ob alle gesellschaftlichen Gruppen und Kräfte die gleichen Rechte bzw. Chancen besitzen, am politischen Meinungs- und Willensbildungsprozeß teilzunehmen – z.B. hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, ihre Standpunkte in der Öffentlichlkeit zu vertreten. Wenn die demokratischen Teilhaberechte einer Minderheit systematisch mißachtet werden, ist es letztlich unerheblich, ob die Restbevölkerung auch weiterhin noch Demokratie spielen darf!
    Das Erschreckende ist schließlich nicht, daß ein gewisser Prozentsatz der Israelis Liebermann gewählt hat, sondern daß in Israel offensichtlich kein Konsens der Demokraten existiert, solche Leute aus wichtigen öffentlichen Ämtern fernzuhalten – es gäbe ja durchaus noch andere Koalitionsmöglichkeiten… Auch auf diesem Forum gibt es anscheinend viele, die Liebermann  überhaupt „nicht mögen“, sich aber dennoch gezwungen sehen, ihn *als israelischen Außenminister* zu verteidigen: So dünne Formulierungen wie, er sei ein „demokratisch gewählter Politiker eines demokratischen Staates“, sind jedoch kein Argument – denn das waren bzw. sind Haider und Le Pen ja schließlich auch!
     
     
     
     
     

  2. Esther: „…würde ich jemanden, der sich rassistisch äußert, als rechtsextrem bezeichnen. Wenn sich dieser Rassismus auch gegen eigene Staatsbürger richtet, ist er darauf ausgerichtet, die Demokratie abzuschaffen…“ 
    Auch wenn Ihr Post nicht an mich gerichtet war, muss ich hier trotzdem einwerfen, dass ich da nicht ganz folgen kann. Es gibt auch Rassismus bei den Linken. Antisemitismus zum Beispiel ist bei sehr linken Kreisen weit verbreitet. Rassismus kann man nicht einfach nur den Rechten zuordnen. 
    Und „Rassismus gegen die eigenen Staatsbürger“ scheint mir eine ziemlich komische Aussage. Da die eigenen Staatsbürger keine ethnische Gruppe sind, kann der Hass auf diese meiner Meinung nach auch nicht Rassismus genannt werden. Ich sehe auch nicht ein, wieso man, wenn man seine eigenen Staatsbürger hasst, folglich die Demokratie abschaffen will….

    Mara,
    Sie sagen, man würde Israel eine doppelte Messlatte auferlegen…ist es nicht eher so, dass Israelkritikern eine doppelte Messlatte was freie Meinungsäusserung angeht, auferlegt wird? 
    Und sie haben anscheinend keine Argumente, ausser alles aus dieser Page zu kopieren. Ich denke hier sind alle genug gebildet und schlau um zu merken, dass, was Lügen und Gerüchte angeht, es auf dem Internet noch schlimmer zu und her geht als auf dem Schulpausenhof. Genauso ist es mit dieser doch ziemlich einseitigen Dokumentation.

  3. @ Michal
    Ein jüdische “Kronzeugin” können Sie sich im Übrigen sparen, es sei denn, Sie gehen davon aus, dass z.B. alle Deutschen die gleichen Ansichten hätten. Das käme sicher sehr komisch rüber, warum Sie das scheinbar von Juden annehmen, ist hingegen auffällig merkwürdig.

    Lehnen Sie sich bitte mal zurück und denken Sie ganz entspannt und locker nach: Was an meinen Worten hat Ihnen Anlaß gegeben, zu glauben, ich hätte Yael als „Kronzeugin“ benannt, weil sie *Jüdin* ist? Lassen Sie sich wenigstens eine Minute Zeit… Und wenn Sie ganz ehrlich sind, muß die Antwort lauten: Nichts! Keines meiner Worte konnte diese Assoziation in Ihnen wecken.

    Ich habe Yael zitiert, weil sie unverdächtig ist, eine Israelhasserin zu sein und zu dieser Gruppe gehören, wie auch Ihnen bekannt sein dürfte, Juden und Nicht-Juden – ich würde Yael zumindest hinsichtlich ihrer Intention und Motivation also als proisraelisch einstufen. Worauf ich hinweisen wollte, war, daß auch eine Repräsentantin dieser Gruppe Liebermann für rassistisch hält – man also kein Israelhasser sein muß, um ihn so zu bewerten.

    Wenn Sie sich selber gegenüber ehrlich sind, müssen Sie zugeben, daß Sie Ihre eigenen Vorurteile auf mich projiziert haben: Sie haben automatisch in den Kategorien „Juden“ und „Nicht-Juden bzw. Deutsche“ gedacht, während es mir nur darum ging, welchen Standpunkt jemand vertritt.

    Das ist jetzt kein Drama, Michal, das kann jedem passieren… Aber denken Sie bitte mal darüber nach! Es geschieht hier leider ziemlich häufig, daß man der anderen Seite fast schon reflexhaft die eigenen Vorurteile und Ressentiments unterstellt…

    Auch wenn ich im Gegensatz zu Ihnen kein ausgewiesener Rechtsextremismus- Experte bin, würde ich jemanden, der sich rassistisch äußert, als rechtsextrem bezeichnen. Wenn sich dieser Rassismus auch gegen eigene Staatsbürger richtet, ist er darauf ausgerichtet, die Demokratie abzuschaffen… Sie werden mir für diese Erkenntnis wohl nicht den Nobelpreis verleihen, aber Sie müssen zugeben, daß da was dran ist.

    Was Lord Lurch betrifft, so würde ich Begriffe wie „ekelhafte, hässliche“ Doppelmoral nicht verwenden: Seine Grundintention aber, Israel dafür zu kritisieren, im Fall Liebermann doppelte Standards geltend zu machen, halte ich für richtig!

  4. Mael, eine große Mehrheit der Israelis mag Lieberman nicht, das siehst du schon an den Wahlergebnissen … es ist also ungehörig, ein ganzes Volk für den Chef einer Partei mit 15 (?) Mandaten in Haftung zu nehmen.
     
    Lieberman wurde z.B. gewählt, weil er für eine stärkere Trennung von Staat und Religion eintritt ( Ermöglichung von Zivilehen, öffentlicher Nahverkehr am Shabat) – aber auch, weil er thematisiert, daß viele arabische Israelis *aktiv* gegen ihren Staat agieren – was ja ein Widerspruch ist. Entweder sind sie Israelis, dann ist die angestrebte Vernichtung des eigenen Landes irgendwie schizophren – oder sie wollen keine Israelis sein, dann steht die Frage, warum sie nicht lieber bei ihren Brüdern und Schwestern in Palästina oder sonstwo in Arabien leben wollen… eine Entscheidung, keine Deportation, kannst du das verstehen? Genau wie man auch die Siedler vor die Entscheidung stellen müßte „du willst hier in Samaria leben? Dann muß du die palästinensische Staatsbürgerschaft annehmen. Ansonsten geh nach Israel!“ Darüber, daß es ein palästinensischer Staat sich nicht leisten kann, „staatsfeindliche“ jüdische Siedler im Lande zu dulden, dürften wir uns einig sein?
     

  5. @ cora, Joel, Michal, man sollte es gerade hier von der Seite betrachten: „Wenn die (Schwaadtlappen hier) nur über Dinge reden würden, von denen sie etwas verstehen – ihr Schweigen wäre bedrückend.“  😀
    Das trifft sowohl auf die unvermeidliche C., wie auch auf die hier zu.

  6. Lord Lurch,
     
    Sie müssen mir schon darlegen, wo ich behauptet habe, Haider wäre ein Rechtsextremist.

    Schon mal was von Rechtspopulist gehört? Zu dieser Kategorie zählte er nämlich. Daher kommen Sie doch bitte wieder, wenn Sie wissen, was Sie von sich geben.

  7. „nicht blind pro-israelisch ist, sofort als anti-israelisch und anti-zionistisch verurteilt“
    Mann oh Mann,  dieses Gequarke ist so alt wie die Blogs hier. Habt ihr nicht mal bessere Schein-Argumente auf Lager? Glaubst du, die User hier sind wirklich so dumm und könnten nicht erkennen, wer sehr wohl eine doppelte Meßlatte an Israel legt oder wer wirklich antizionistisch bis antisemitisch ist? Die meisten von denen tummeln sich schon sehr lange hier herum und man kennt deren „Argumente“ in und auswendig.
     
    Wo bleiben denn nun die Argumente Liebermann wäre rechtsextremistisch. Davon liest man hier nichts.
     
    Vielleicht mal ne Definition zu Gemüte führen. Das erhellt normalerweise den Blick:
     
    Ablehnung demokratischer Werte
    Rechtsextremismus lehnt die zentralen Errungenschaften des demokratischen Staatswesens ab: die Gewaltenteilung zwischen Regierung, Parlament und Gerichten, das Recht auf Opposition, das Mehrparteiensystem und die Rechenschaftspflicht der Regierenden vor dem Volk.

    Statt dessen propagiert er ein Kollektiv, das von starker Hand geführt wird und dem sich der Einzelne bedingungslos unterzuordnen hat.
    Bereitschaft zur Gewalt

    Rechtsextremismus verherrlicht Eigenschaften wie Kraft, Ausdauer, Härte oder Durchsetzungsvermögen, auch Graumsamkeit oder Mitleidslosigkeit – wer stark ist hat Recht. Gewalt ist für Rechtsextremisten deshalb ein legitimes Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele.

    Ideologische Bestandteile, die grundsätzlich einer rechtsextremen Einstellung zugerechnet werden, sind:
    1. Nationalismus in aggressiver Form (Ultra-Nationalismus), Nation als Abstammungsgemeinschaft
    2. Antisemitismus und Rassismus, biologistische und sozialdarwinistische Theorien
    3. Intoleranz, Glaube an Recht durch Stärke, elitär-unduldsames Sendungsbewusstsein und Diffamierung Andersdenkender – also Ablehnung des Wertepluralismus einer liberalen Demokratie und Abschaffung des Individualismus zugunsten einer homogenen Gemeinschaft.
    4. Militarismus, „Führertum“, Unterordnung unter Autoritäten
    5. Verherrlichung des NS-Staats als Vorbild – Negierung/Verharmlosung der NS-Verbrechen
    6. Latente Bereitschaft zur gewaltsamen Propagierung und Durchsetzung der erstrebten Ziele
    Also bitte um erhellende Erläuterungen anhand der üblichen Definitionen bezüglich Liebermann und  nicht blindes Nachgeplapper von Vorurteilen!!
    Aber ich fürchte, darauf kann man lange warten, die Hauptsache ist,  dumme Stereotypen von sich zu geben.
     
     

  8. Die Israelis haben Liebermann gewählt – das ist ihre Sache und auch ihr Recht.
    Doch anstatt jetzt hier einfach einen auf schockiert zu machen, würde ich lieber hören, warum er denn gewählt wurde, und warum das Volk auf ihn setzt.

    Das ihn hier (in Europa) niemand mag, liegt auf der Hand: die Öffentlichkeit mag Rechtsextremisten halt nicht, sei er jüdisch oder muslimisch oder konfessionslos…

    Es ist aber schon schockierend wie die grosse Mehrheit der User, die auf dieser Page Kommentare schreiben, nicht mit Kritik umgehen kann und alles was nicht blind pro-israelisch ist, sofort als anti-israelisch und anti-zionistisch verurteilt und sich gleich angegriffen fühlt.

  9. @Michal
    Sie betrieben hier eine doppelte Moral.
    Beispiel: Wenn Sie hier als Kriterium für die Definition eines „Rechtsextremisten“ anführen, dass er die Demokratie abschaffen will, dann hat dieses Kriterium natürlich für alle „Rechtsextremisten“ zu gelten.

    Also ziehen wir in diesem Punkt mal einen Vergleich zwischen Haider und Lieberman. Sie sagen nun, es gäbe keine Beweise, dass Lieberman die Demokratie abschaffen wolle, und deswegen sei er kein Rechtsextremist.

    Also, können Sie denn jetzt Ihrerseits (natürlich ebenfalls ohne jüdische “Kronzeugen”) beweisen, dass Haider die Demokratie abschaffen wollte? Nein? Können Sie nicht? Dann wäre Ihrer Logik zufolge Haider also auch kein „Rechtsextremist“, nicht wahr? Sie sehen also, wie schwach Ihre Argumentation ist.

    Der Unterschied zwischen uns ist wohl, dass ich doppelte Moral verabscheue.

    Aber ich gebe Ihnen noch ein Beispiel: Nehmen wir mal an, der deutsche Aussenminister Steinmeier hätte über die Juden in Deutschland dieselben Aussagen gemacht, wie Lieberman sie über die Palästinenser in Israel gemacht hat.
    Das heisst also, Steinmeier hätte gefordert, die jüdischen Abgeordneten des deutschen Bundestages als Landesverräter vor Gericht zu stellen und hinzurichten, oder er hätte von den deutschen Juden einen Loyalitäts-Eid verlangt, oder er hätte gefordert, Zehntausenden deutschen Juden die deutsche Staatsbürgerschaft zu entziehen, oder er hätte den „Transfer“ der Juden aus Deutschland vorgeschlagen, oder er hätte gefordert, die Juden „im Meer zu ersäufen“.

    Und, Michal, wollen Sie mir jetzt ernsthaft erzählen, Sie würden Steinmeier in solch einem Fall _NICHT_ als „Rechtsextremisten“, als „Fascho“ oder als Nazi bezeichnen? Natürlich würden Sie das tun, das wissen Sie selbst.

    Bleibt also nur die Frage: Warum tun Sie es nicht bei Lieberman, der genau diese Aussagen über die Palästinenser gemacht hat? Einzige plausible Antwort darauf: Sie tun es deswegen nicht, weil Sie mit zweierlei Mass messen und eine doppelte Moral betreiben.

  10. @cora
    ich sehe das genauso. Man kann sich denken, wie Sarkozy reagieren würde, würde man von ihm in diesem Ton verlangen ein Regierungsmitglied loszuwerden.

    @esther
    Ich muss Ihnen sicher nicht darlegen, dass es das entscheidente Kriterium des Rechtsextremismus ist die Demokratie abschaffen zu wollen. Wenn Sie das nun noch beweisen könnten, dass das ein Ziel Liebermanns ist, wären Sie die Erste auf der ganzen Welt die das schafft. Ich mag Liebermann persönlich nicht, aber man sollte schon wissen, was man von sich gibt, wenn man ihn als rechtsextrem bezeichnet.
    Ein jüdische „Kronzeugin“ können Sie sich im Übrigen sparen, es sei denn, Sie gehen davon aus, dass z.B. alle Deutschen die gleichen Ansichten hätten. Das käme sicher sehr komisch rüber, warum Sie das scheinbar von Juden annehmen, ist hingegen auffällig merkwürdig. Warum ich Lord Lurch so bezeichnet habe, können Sie verifizieren, indem Sie sich die Mühe machen,  andere unerträgliche Kommentare dieses User nachzulesen. Ihr Job!!
     
     
     

  11. @ Michal
    Gut, einigen wir uns im Falle Liebermanns auf „rassistisch“ – wofür ich mit Yael eine des „herumtrollenden Israelhasses“ sicherlich unverdächtige Kronzeugin nennen darf:
    Ich finde Liebermann ebenfalls extrem rassistisch und widerlich, aber solche Menschen kommen überall vor, auch gerade in der Politik: siehe NPD in Dtl., Le Pen in Frankreich etc..
    http://test.hagalil.com/2009/02/09/liberman/comment-page-1/#comment-793
    Und für „rechtsextremistisch“ können Sie uns ja die perfekte, ausgerechnet Liebermann ausklammernde, Definition nennen.

  12. Israel ist ein souveräner demokratischer Staat und hat von daher einen demokratisch gewählten Außenminister. Ob der allen anderen Politikern passt oder nicht. Es ist eine bodenlose Unverschämtheit von Sarkozy eine solche Bemerkung zu machen, zumal sich der Herr durchaus auch mit Politikern und Staatsführern trifft, die eher ins Gangsterschema passen – wenn´s dem Geschäft dient.

  13. So lange, wie Israel das „große Spiel“ mitgespielt hat, war alles in Ordnung.
    Nun haben die israelischen Bürger einmal so gewählt, wie es dem Westen nicht passt und schon wird aus einem Juden ein Rechtsradikaler, der sogar mit LePen verglichen wird.
    Noch schlimmer ist jedoch das gestörte Verhältnis zum Iran, mit dem der der Westen eigendlich Geschäfte machen will. Ein Liberman, der knallhart sagt was Sache ist und von USA, sowie der EU unnachgibiges Handeln fordert , stört und wird unter fadenscheinigen Gründen weggewünscht.
    Vergessen wird allerdings, dass Liberman in Europa und besonders in Deutschland außergewöhnlich viele Anhänger hat……………

  14. Lieberman tut mir mittlerweile fast leid. Er wollte sich doch so gern vom Schlägertypen zum Staatsmann mausern – aber alle lehnen ihn ab.
    Ich glaube ja stetig an das Gute im Menschen – vielleicht fragt er sich ja doch mal, ob er nicht irgend etwas falsch gemacht hat in seinem Leben.

  15. Liebermann ist vieles, aber sicher kein Rechtsextremist oder Fascho. Leider haben gerade Deutsche nicht die Fähigkeit, Rechtsextremismus richtig zu definieren. Daher kann nur so ein Schwachsinn von einem, hier herumtrollenden typisch, hässlichen Israelhasser herauskommen.
     
     

  16. Was für eine ekelhafte Doppelmoral mal wieder aus Israel.

    Wie hatte Israel denn reagiert, als Jörg Haider in Österreichs Regierung eingetreten war? Genau – Israel hatte damals gejammert wie ein kleines Kind und hatte seinen Botschafter abgezogen.

    O-Ton der seinerzeitigen israelischen Regierung Ehud Barak:
    „Die israelische Regierung sieht es als ihre Aufgabe und Pflicht an, in vorderster Reihe der Nationen der Welt zu stehen und vor dieser besorgniserregenden Erscheinung – einer westlichen Regierung, zu der neonazistische Elemente zählen – zu warnen. “
    http://test.hagalil.com/2000/02/austria.htm

    Und heute? Jetzt kritisieren westliche Staaten die Mitgliedschaft des nationalistischen Rechtsextremisten Lieberman in der israelischen Regierung, aber was hört man plötzlich von der israelischen Regierung?

    „Sollte sich der französische Präsident tatsächlich in dieser Art geäußert haben, dann ist die Einmischung des Präsidenten eines demokratischen Staates in die internen Belange einer anderen Demokratie inakzeptabel und äußert schwerwiegend. Wir erwarten, dass jede politische Einrichtung in Israel, unabhängig von ihrer politischen Einstellung, diese brutale Einmischung verurteilt.“

    Wie gesagt, eine ekelhafte, hässliche Doppelmoral. Aber auch typisch für Israel. Hat wohl schon seinen Grund, dass Israels Ansehen im Westen immer tiefer sinkt.

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